Ein Ort zum Wundern, Staunen und Träumen: das Lügenmuseum im ehemaligen Gasthof Serkowitz in Radebeul.


Oase für Kunst- und Naturliebhaber. Im Garten vom Lügenmuseum.


Kunst macht erfinderisch, regt an und stiftet Sinn: Reinhard Zabka, Künstler und Gründer des Lügenmuseums.


Im Wunderreich der Fantasie. Fotos: Lilli Vostry

Kunst gegen Stilllegung

Eine neue Ausstellung mit Arbeiten von zehn Künstlern eröffnet am 21. Juni im Lügenmuseum Radebeul, Kötzschenbrodaer Straße 39. Die Vernissage ist von 17 bis 19 Uhr. Zu sehen ist die Schau bis 16. August.

Das Lügenmuseum, ein familientaugliches Kunstmuseum von hohem Schauwert, ist wieder geöffnet und zeigt eine neue Künstlerausstellung.

Nach den  Lockerungen der durch Corona bedingten Beschränkungen des kulturellen Lebens haben zehn Künstler die Initiative ergriffen und die Ausstellung shutdOWN im Tanzsaal aufgebaut. Sophie Cau, Klaus Liebscher, Katrin Süss, Justus Ehras, Gabriele Reinemer, Juliane Vowinckel, Kurt Buchwald/Wolfgang Krause, Lutz Fleischer, Dorota Zabka und Richard von Gigantikow meinen: Kunst macht kreativ, regt an, stiftet Sinn.

Hintergrund Lügenmuseum in Radebeul:

Die Kultur hat einen hohen Wert in Radebeul. Das Lügenmuseum befindet sich seit 2012 nach einem Beschluss der Radebeuler Stadträte im alten Gasthof Serkowitz. In den letzten acht Jahren wurde im Gasthof Serkowitz ein Kulturzentrum in freier Trägerschaft aufgebaut. Als Teil der freien Kulturszene mit einem spartenübergreifenden Kunst- und Kulturangebot wirkt es nah an den Bürgern.

Das Lügenmuseum beschäftigte sich mit der absurden Maschinerie des Lebens und führt in eine träumende Rezeptionshaltung. Es handelt vom Spiel der Fantasie. Manch einer mag die Kanonenkugeln, auf denen Baron Münchhausen die türkischen Festungen ausgespäht hat, Bilder der Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf, die drei Federn von Winnetou oder das Loch aus der Zauberflöte von Mozart suchen. Andere sind begeistert, endlich Fontanes Wanderschuh gefunden zu haben.

Fakt ist, die Besucher des Lügenmuseums beweisen einen hohen Geschmack, weil sie in der Lage sind, dieses von den sonstigen Angeboten zu unterscheiden. Geschmack beruht auf der Fähigkeit, zu unterscheiden. Freie gemeinnützige Träger sind eine sehr junge Errungenschaft, die erst nach der Friedlichen Revolution wachsen konnten. Das Lügenmuseum transzendiert den Geschmack. Dann gehört das Phänomen zur Alltagskonvention und jeder kennt es.


Text: Juliane Vowinckel
M.A. Kulturgeographin * Künstlerin
Cultural Geographer * Artist
+49 (0)175-4726348
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