Steinsonne & Eisblumen & Baumstrukturen… Die Natur malt, zeichnet mit in der derzeitigen Ausstellung mit Fotografie im Einnehmerhaus des Kunstvereins Freital, Dresdner Straße 2.

Farben- und Formenfülle in Bildern & Klängen:  Mit zauberhaftem Spiel voller Hingabe an der Harfe begeisterte Aerdna Harp (Andrea Dorschner) zur Ausstellugseröffnung die Besucher. Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus bedankte sich herzlich.

Steinfarben & Steingesichter: Einen besonderen Blick dafür hat Jürgen Dittrich, von Beruf Geologe und seit vielen Jahren als Fotograf in der Natur unterwegs.

Zauberhafte Naturaufnahmen

Die reichhaltige Farb- und Formenfülle von Gesteinen und Landschaften zeigt die Ausstellung „Vertrautes & Überraschendes“ mit Fotografien von Wolfgang Nassler und Jürgen Dittrich derzeit im Einnehmerhaus Freital.

Steinfarben, Eisblumen, Baumstrukturen und Schwünge in der Landschaft. Die Natur malt, zeichnet mit in reichlicher Farben- und Formenfülle in der ersten  Ausstellung dieses Jahres mit dem Titel „Vertrautes & Überraschendes“ mit Fotografien von Wolfgang Nassler und Jürgen Dittrich im Einnehmerhaus des Kunstvereins Freital e.V., Dresdner Straße 2. In der Reihe „Sinn und Eigensinn“, in der Vereinsmitglieder und Freunde des Hauses ihre Arbeiten vorstellen, zeigen sie in langjähriger Freundschaft entstandene Aufnahmen von ihren gemeinsamen Fototouren und der Suche nach besonderen Motiven.

Zur Eröffnung in der Keramikwerkstatt am vergangenen Sonntagnachmittag waren alle Plätze besetzt. „Vor einem Monat standen wir hier noch im Bauschutt und sind froh, dass wir es geschafft haben“, sagte Bettina Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus. Das gehört  jetzt dem Verein.

Das Einnehmerhaus gehört jetzt dem Kunstverein

Im Dezember 2024 wurde der Kaufvertrag mit der Stadt Freital unterzeichnet wurde. Damit wird auch das Engagement des Kunstvereins gewürdigt und sichert ihm langfristig sein Domizil. Die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen werden peu a peu umgesetzt. Mit viel Hingabe und zauberhafter Klangfülle an der Harfe brachte Andrea Harp alias Andrea Dorschner die Räume zum Klingen. Feinsinnig, ausdrucksreich und fantasievoll lassen die Fotografien dem Betrachter viel Raum für eigene Wahrnehmung. Sie zeigen faszinierende Naturaufnahmen, darunter rote Flechten auf Gestein, Blätter unterm Eis, hauchfeines „Haareis“, Wasserbewegung, Lerchennadeln, eine Steinsonne, ein Fensterblick mit getigerter Katze und ein Sandsteingesicht. „Die Stein-Geschichten liegen mir besonders am Herzen, ihre verblüffend natürliche Vielfalt bezüglich Struktur und Farbe“, sagt Jürgen Dittrich. Er ist Jahrgang 1944, Geologe von Beruf und seit vielen Jahren ambitionierter Hobbyfotograf.

„Wir wollten diese Ausstellung noch zusammen machen. Wolfgang Nassler wusste davon und war erfreut darüber“, so Dittrich. Vier Monate später, im April 2025 starb er 85-jährig nach langer, schwerer Krankheit. Jürgen Dittrich erinnerte an dessen reges Schaffen und stellte Nasslers Bilder vor. Seine Frau hörte es gerührt und freute sich über die Blumen. Wolfgang Nassler war Urfreitaler, erfolgreich als Diplomingenieur im Hochbau und Leiter von Ingenieurbüros und viele Jahre fotografisch kontinuierlich unterwegs. Die beiden hatten 2017 bereits eine Ausstellung „Unterwegs in Nah und Fern“ mit ihren Fotografien im Einnehmerhaus.

Variationen zur Farbe in der Landschaft

Die neue Ausstellung vereint verschiedene Sichtweisen, die kontrastieren und einander ergänzen. Von Wolfgang Nassler stammen die fotografischen Variationen zur Farbe in der Landschaft. Ein Bild von ihm hängt einzeln, fast schwarz-weiß, mit rotem Signal am Waggon. „Der Zug ist abgefahren…“, so der vieldeutige Bildtitel. „Die Zeichen des Käfers“ im Holz von Dittrich erinnern in der Form an die Kunst der Aborigines, den australischen Ureinwohnern und andere Naturvölker. „Ich sehe das Schöpferische, wenn dort in einer Aufnahme das kleine Bäumchen wie aus dem Nichts wächst“, sagt Ausstellungsbesucherin Rosemarie Halmel aus Dresden begeistert. „Die Schönheit und die Kraft, die in der Natur liegen, sind beeindruckend.“ Die Ausstellung ist noch bis 26. April im Einnehmerhaus zu sehen. Zum Mittun in der Dunkelkammer und Fotolabor lädt Thomas Unger vom Kunstvererein im Einehmerhaus nach Absprache ein.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Do und Sa 10 – 17 Uhr, Fr und So 14 – 17 Uhr

http://www.kunstvereinfreital.de

Bleibende Bilder & Erinnerungen: Die Frau von Wolfgang Nassler, der die Ausstellung nicht mehr selbst miterleben konnte. Er starb nach schwerer Krankheit 85-jährig im April letzten Jahres.

Fasziniert von der Schönheit & Schöpferkraft der Natur: Besucherin Rosemarie Halmel im Gespräch mit Thomas Unger vom Kunstverein im Einnehmerhaus und ebenfalls Fotograf.