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Kategorien-Archiv: Unterwegs

Neue Lyrik: Kindheitswege. Zwischen Gestern & Heute

16 Freitag Okt 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Gemeinsam unterwegs
(Für A.)

Es war einer dieser Tage
die man nicht so schnell vergisst
in ganz besonderem Licht
die Sonne strahlte voller Kraft
am azurblauen Himmel
Wir lächelten zurück
und uns an
einander nah
wie lange nicht
standen vor dem Kronentor
am Zwinger das golden funkelte
das Nymphenbad immer noch
verhüllt
hielten all die schönen Momente
fest
den barocken Figurenreigen
das helle Glockenspiel
gingen Erinnerungen auf der Empore
nach aus Kindertagen
Was nehmen wir mit was lassen
wir dort
an wunden dunklen Punkten
und hellen die verbinden
drehten mehrere Runden
suchten die Treppen
sprachen über Abschied Trauer
Liebe die fehlte
und wir dennoch in uns tragen
ob sie ankommt können wir
nicht immer sehen oder verstehen
Was würde unser Vater jetzt
sagen
könnten wir doch noch einmal
zusammen sein
wie am Anfang
Das Leben geht weiter
sagst Du
mit jedem Atemzug
spürst Du es
es erfordert nur
Einlassen
Es liegt an Dir
das Leben leicht
oder schwer zu sehen
sagst Du mit Blick
auf den Fluss
Wir sitzen auf der Terrasse
in Flechtstühlen die Kokons ähneln
und sich leicht drehen
bei Milchkaffee und teilen uns ein
großes Stück Eierschecke
und mir wird klar:
Ich möchte immer wieder
eintauchen in dieses funkelnde
Licht
egal ob gerade Sirenen heulen
oder etwas anderes stört
Auf dem Bahnhof schauen wir
noch einmal zusammen in die
Sonne
am Zugfenster lächelst Du
zum Abschied
und der Zug rollt mit den Tränen
fort
In meiner Hand ein blauer Beutel
von Dir
mit Elisenlebkuchen

LV
6.10.2026

Fotos (lv)

Verwandlung/Einssein
(Für meinen Vater)

Der Tag grau neblig
nichts ruft mich
außer die Traumbilder
der letzten Nacht
wieder wach
allein unterwegs
fragte nach dem Weg
einer wies mich unwirsch ab
dann stand da ein Mann
lang und schmal wie ein
Baumschatten
seine Hand zitterte
als ich Münzen suchte
für ihn in seinem Portemonnaie
Wir liefen durch graue
Gewölbekeller
standen auf dem Bahnsteig
der Zug voller Kisten die Menschen
brachten
die Abteiltür hinten war offen
davor saßen ein paar Kinder
ich hatte Angst sie würden hinaus
fallen
später saßen sie in einem Schulzimmer
vor kleinen bunten Bildschirmen
mit Tastatur ich erkannte nicht
was sie schrieben
sah den Mann plötzlich als Kind
Sein Schatten verschmolz mit meinem
Vielleicht sind wir am Ende
eins
Es wird Zeit für die letzten
sonnengelben blätterflügligen
reifen Quitten

LV
18.10.2026

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Neue Gedichte vom Meer in HerbstFarben

28 Montag Sept 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Natur, Poesie, Unterwegs

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Ankunft am Meer

Aufbruch im Dunkeln
die Katzen hinter mir
springen auf den Koffer
und wollen mit
der weiße Kater stürmt
voran
ich lege ihn zurück
kein Halten mehr
kein Handy keine Ablenkung
mehr kein Anruf
keine Bilder
(es verweigert den Dienst)
nur das vor mi
was gerade ist

rosa Wolken schon
am Morgen
Sonne den ganzen Tag
volle Züge und freundliche
Menschen
sehe sie an
ihnen wieder mehr zu
statt auf`s Display
aus dem Zugfenster
ein Reh steht verlassen
am Bahndamm
als der Zug naht
springt es in den Wald zurück

Kuhherden und Pferde grasen
auf saftigen Weiden
der letzte Holunderbaum
große dunkel wogende Früchte
vor einem verfallenen Gemäuer
halb eingezäunt
bleibt zurück
ich könnte weinen
vor Glück
das Meer wogt
grau und wolkenschwer
eine einzelne Möwe
fliegt davon
abends stehen sie
auf einer kleinen Sandinsel
im Wasser
hungrig wie immer

ich füttere sie
sie kreischen vor Vergnügen
als ob sie fragten: Wo warst
Du so lange?

LV
20.9.2026

Ferienzimmer

Die Tür zum Ferienzimmer steht halb offen
Sonne schaut aus den Wolken
doch ich kann nicht hinaus
kam voller Vorfreude an
doch etwas ist anders
als sonst
ein Teil der Farben und des Zaubers
fehlen
der ganze Sommer ausgebucht
die zwei Monate bis zum Wiedersehen
schienen wie eine Ewigkeit
die Gäste vor mir im August
feierten eine wüste Party
schlugen betrunken von billigem Wodka
aus Polen
ihre Wut heraus
auf kunstvolle Dinge ein
die ich liebe an diesem Refugium
meinem Rückzugsort vor der lauten Welt
sie zerschlugen eine große Porzellanlampe
bemalt mit bunten Vögeln und Schmetterlingen
der alte Holztisch stand in der Mitte zerbrochen
die Vermieterin sah es fassungslos
sie kannte die Gäste nicht
sie vermietet an alle die kommen wollen
und warf die zwei vorzeitig hinaus

die Vorstellung im selben Bett zu liegen
wie die Zerstörer vorher
weckt Widerwillen Wut und Traurigkeit
bei mir
hab mich schon oft gefragt
was dieses Ferienzimmer schon
alles gesehen und ausgehalten hat
das weiße Seepferdchen aus Porzellan
steht jetzt allein am Fenster im Licht
die Nacht und der Regen nehmen
die Schatten fort
die letzten Rosen apricotfarben aus dem Garten
duften auf dem dunklen Metalltisch
mit Lochmuster
die Sonne strahlt auf`s Schönste
nach dem starken Wind
der ein Stück der Tür aus dem Rahmen
riss rückte der Mann der Vermieterin
sie mit dem Hammer wieder gerade
die Tür hält wieder
nichts hält mich länger
drinnen

LV
20.9.2026

Strandkonzert

Ich gehe durch den Regen
sehne mich nach weißen Schwingen
nach den Gesängen der Möwen
die leiser werden
die bunt verstreuten Blätter rascheln
um so lauter im Wind
rings um den Brunnen der immer
noch sprudelt an der Promenade
in hohen Fontänen
aus der Konzertmuschel weht Musik
ich will zum Meer zu den Möwen
und bleibe doch stehen
schwinge mit zu den Klängen aus fernen Tagen:
Geh zu ihr und lass deinen Drachen steigen
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt
sing mich frei mit den Tränen
stehe unter einem Baum
mit anderen Leuten
einige tanzen in bunten wetterfesten Jacken
pure Lust am Leben
Möwen fliegen vorbei in Richtung
Strand galant
die zierliche Sängerin in blauer Kapitänsjacke
mit goldenen Revers weißer Hose
und langem blonden Haar
gibt alles rockt mit kraftvoller Stimme
Simply The Best
sie heißt ebenfalls Tina
und bekommt viel Applaus
mit den Liedern über Liebe Sommer Leichtigkeit
und Abschied Bye Bye My Love von Tamara
lässt sie die Arme fliegen
wie Vögel
sie schwirren
Raben und Möwen später
hoch am Himmel und einer prächtigen Baumkrone
die funkelt im Abendlicht

LV
20.9.2026

Spätsommertag am Meer

Die Sonne schält sich
aus den Wolken
immer wieder ein Aufleuchten
der Himmel über dem Meer
umspannt von riesigen
hellen Schwingen
darunter ein azurblaues Band
davor kreisen Möwen
übertreffen sich im Fliegen Fangen
Rufen und stürzen sich auf`s Futter
aus der Strandtasche am fast menschenleeren
Strand
die Sonne zeichnet ihre Umrisse
in den Sand
die Flügel und ihr Gefieder
glänzen weit aufgefächert
entzücken formvollendet
mit jeder Bewegung
nichts entgeht ihren Blicken
die Schnäbel picken sorgfältig
was in Reichweite liegt
der Wind hat nachgelassen
ich wage mich endlich
ins Meer
die kleinen weißen Segler
immer in der Nähe
fliegen hinterher und ich vergesse:
Es ist kein Sommer mehr

LV
23.9.2026

Ückeritz

Auf dem Weg
durch die Seebäder
die Steilküste entlang
das Meer und der Himmel
schimmern blau weiß
hinter Bäumen
wildes Tosen ungezügelter Wellen
die an und ab rollen
wie es ihnen gefällt
Lichtflecken auf den Stämmen
und am Erdboden
vereinzelt Spaziergänger
hier oben ruht
die Welt
noch
still verschwiegen
die Wege vertraut
auf und abwärts
Hügel mitten durch den Wald
steht das Tor weit offen
in eine andere Welt schön und rau
der Naturcampingplatz schon
fast leer
von einer Motorsäge wirbelt Grün
und Holzspäne
mir ins Gesicht
sie räumen auf
ein kleines Tier vielleicht ein Vogel
oder eine Maus liegt zerquetscht
auf der Straße
im kleinen Wäldchen an der Steilküste
aufatmen endlich angekommen
tost weithin das Meer
Wolken spiegeln sich in den Wellenkämmen
azurblau
ich lache und es fließen Tränen
beim Eintauchen
kein Wind keine Kälte trennt
mich mehr von diesem Ort
der Strand auf einer Seite
neben der Treppe schon
schmaler geworden
das Meer dringt vor in Richtung
Steilküste
Sandkrater tun sich auf
wie ausgespült und ausgehöhlt
große und kleine Wasserlachen
in denen viele bunte Muscheln liegen
kleine und große Federn verhakt
in trockenen Seetangfäden kleben
die Möwen wie auf Inseln stehen
das Meer nicht aus dem Blick lassen
Freudentänze beim Füttern aufführen
eine große schwarz weiße Feder liegt
als Geschenk im Sand
an der Steilküste neben der Treppe erhebt sich
majestätisch eine Gestalt im sandfarbenen Gewand
wie eine Hüterin des Meeres
und abends steht plötzlich der Vollmond hoch oben
und die Wellen schimmern golden
zwischen den Buhnen

LV
25.9.2026

Auf der Promenade

Heute früh von einem Möwenschwarm
geweckt
es klang wie ein Morgengruß
am Ferienzimmer
Ihr seid weitergezogen
ich Euch nach
die Promenade entlang
Sonne im Gesicht
und den Duft vom Meer
große Wattewolken am Horizont
der Blick durch windschiefe Kiefern
auf`s endlose Blau
mich mit ihm, verbinden
vom Kurhaus in Heringsdorf
wehen Klänge herüber aus den 80ern
die ich liebte als wir dort tanzen waren
zum ersten Mal am Meer
jetzt ist dort ein Modeladen
der Springbrunnen sprudelt hohe
Fontänen jede ein Sonnenstrahl
auf der Wiese hinter einer Hecke
liegen kleine flauschige Federbälle
eine große graubraune Möwe spaziert
umher fängt hastig die Brötchenstücke
vorn seh ich sie wieder
in Bansin biegt die Möwe
in die Einkaufsstraße ab
vielleicht auf Futtersuche oder
sie findet das Meer
nicht mehr

LV
25.9.2026

Garten des Lebens
(Für Frau B.)

Vieles schon verblüht
die letzten Rosen aus
dem Garten lachsfarben
stehen auf dem Tisch
im Ferienzimmer
ich bringe ihr einen Strauß
Astern rote rosa und violette
die meine Großmutter auch liebte
und farbige Rosen
Wir sitzen bei Kaffee und Kuchen
im Wohnzimmer mit dem bodenhohen Fenster
in den Garten
über der Gartenmauer ragt
ein neues Haus Rohbau weiß
über zwei Etagen
es steht dicht am Garten
obwohl dahinter noch Platz wäre
vom Gerüst und den Fenstern aus
kann man direkt zu ihr hinein
und in die Ferienwohnung sehen
die vielen Blumen Sträucher
Gewächse das Rosenspalier
und der grünberankte Pavillon vorn
wie lange werden sie noch stehen
das kleine Haus und der Garten
sind ihr geblieben
ihr Mann lebt schon lang nicht mehr
sie ist 90 jetzt
immer noch wunderschön das weiße Haar
hochgesteckt lebhafte blaue Augen wacher Blick
Wände voll mit ihren Bildern
Landschaften und Boote am Wasser
sie sitzt im Sessel sie kann schwer gehen
die Hände schmerzen und der Rücken
sie wollte nie weg vom Meer
bis zum Strand schafft sie es nicht mehr
sie liebt ihren Garten
die hohen Kiefern
rote Duftrosen stehen am Fenster
davor sitzt eine Katze schwarz
mit weißen Pfoten und schaut herein
Mulle ruft die alte Dame sie
die Katze ist auch schon älter
und kommt manchmal zu Besuch
wie auch eine kleine graue
vom Nachbarn
sie stellt ihnen einen Futterteller hin
und Tauben gurren auf dem Dach
vom Neubau gegenüber

ich erzähle ihr von meinem runden Geburtstag
im November wie unwirklich
mir das vorkommt
dass es nur eine Zahl ist
und ich das Leben feiere
und wir uns dann im Mai
wiedersehen in ihrem
zauberhaften Garten am Meer

LV
24.9.2026

Das Meer kommt mit

Ich seh die Bilder
die Möwen im letzten Licht
des Tages
im Abendrot am Strand
kleine weiße Punkte
mit Blick auf`s rötlich gefärbte Meer
die gerade noch schwirrten
und flogen ich mittendrin
immer wieder sehe ich
mich um
zwei Raben krächzen
zum Abschied
die Sehnsucht kommt
immer mit
mit der Entfernung
den Landschaften sommermatten
Feldern und Wiesen die am
Zugfenster vorbeifliegen
wird sie noch größer
erfüllt und leer zugleich
kann nicht bleiben
und nicht gehen
will weiter wogen
mit dem Meer
Abschied fällt mir schwer
Wem nicht
sagst Du
deshalb bist Du noch nicht
hingefahren dieses Jahr
dann bleibt nur
die Sehnsucht

LV
27.9.2026

Texte + Fotos: Lilli Vostry
Weitere Fotos folgen

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Opera en miniature: „Abu Hassan“ – Musiktheater mit Puppen im Schloss Lauenstein

11 Freitag Sept 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Der Text zu dieser Aufführung ist aufgrund eines technischen Fehlers leider nicht verfügbar.

Ich hoffe, dieser Kultur-Tipp erreicht dennoch einige Interesssierte.

(lv)

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Klangwanderung & Konzert mit Agnes Ponizil & Anne Kathrin Wagler an zwei Klavieren beim Musiksommer Bärenstein

05 Samstag Sept 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Natur, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Wunderbarer Ort vor herrlicher Naturkulisse im Freien zum Musizieren: die Musikerin, Sängerin und Komponistin Agnes Ponizil lud zu einer Klangwanderung im Rahmen des diesjährigen Musiksommer Bärenstein am vergangen Sonnabend ein. Losging es auf einer Anhöhe mit weiter Aussicht auf die Landschaft im Osterzgebirge, mit einem Dutzend wander- und sangesfreudigen Menschen, die aus der Umgebung kamen und extra aus Dresden anreisten. Um zusammen zu singen, tönen, pfeifen, jodeln. Da wurden zusammen alte Volkslieder gesungen wie „Das Wandern ist des Müllers Lust“ oder „Zieh aus mein Herz und suche Freud“. Außerdem konnten die Teilnehmer dem zauberhaften Harfenspiel von Aerdna Harp lauschen. Die Wanderung führte weiter zum Schloss Bärenstein, das seit längerem im Dornröschenschlaf schlummert, über Wiesen, Wälder und Feldwege, über die Sachsenhöhe bis nach Lauenstein. Fotos: privat

Die Lust am freien Improvisieren

Ein Improvisationskonzert an zwei Flügeln mit den Musikerinnen Agnes Ponizil & Anne Kathrin Wagler ist heute als einer der Höhepunkte beim diesjährigen Musiksommer Bärenstein am Sonntag, dem 6. September, um 17 Uhr im Musikladen, Kirchgasse 2 zu erleben. Um 14 Uhr gibt es ein Schülerkonzert von ihnen ebnfalls am Klavier.

Die beiden Komponistinnen und Multiinstrumentalistinnen Agnes Ponizil & Anne-Kathrin Wagler kennen sich seit ihrem Studium in Dresden in den 1990ger Jahren und entdeckten schon in dieser Zeit die Lust am freien Improvisieren. Seitdem musizieren sie in den verschiedensten Formationen zusammen, engagieren sich als Kolleginnen für die Förderung des musikalischen Nachwuchses und entwickeln immer wieder neue künstlerische Projekte. In diesem Konzert nutzen die beiden Musikerinnen die seltene Gelegenheit, an zwei Flügeln im Kunsthaus Bärenstein zu improvisieren.
https://www.urart.net/index.html
Am selben Tag findet bereits um 14 Uhr ein Schülerkonzert statt – ebenfalls mit eigenen Kompositionen und Improvisationen der Kinder und Jugendlichen.

www.agnesponizil.de

Mehr über die Musikerin und Klangkünstlerin Agnes Ponizil, sie ist Diplomkomponistin und 2. Vorsitzende des Landesverband Sachsen/Sachsen-Anhalt im Deutsche Komponistinnenverband e.V., zum Hineinhören:

RADIOPORTRÄT https://www.swr.de/swrkultur/musik-klassik/aggregatzustaende-der-klaenge-die-komponistin-und-vokalistin-agnes-ponizil-jetztmusik-2025-09-25-100.html

QuAsar M LjOrc2023 für Mandoline und Orchester UA Landesjugendorchester Sachsen  https://youtu.be/GxxTRf-tTzo?si=0OFkr_yDtfc_jysY

Stimmklangcollage „wirf deine hand in meinen fuß“ zu Grafiken und Texten von Fritz Peter Schulze  https://youtu.be/E8IsNV_87ac

https://youtu.be/rZAzZ-IKr6s?si=jjiv6rfPGbIAEgRq
Sonnenland – aktuelle Musik für den Klavierunterrichtwww.kreativesmusizieren.de

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Start in die neue Spielsaison im Mittelsächsischen Theater: José Luis Gutiérrez dirigiert das Orchester mit viel Schwung

04 Freitag Sept 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Seine Musikbegeisterung sieht man ihm an und überträgt sich sofort auf`s Publikum, immer von einem Lächeln und viel Schwung begleitet: der aus Mexiko stammende neue Generalmusikdirektor und Dirigent José Luis Gutiérrez hat natürlich auch ein Klavier in seinem Büro im Mittelsächsischen Theater in Freiberg stehen. Er dirigiert das Orchester zur Spielzeiteröffnung dort an diesem Sonnabend, dem 5. September bei der Musiktheater-Gala um 19 Uhr.

Musik ist pure Magie

Mit viel Schwung, Charme und Temperament begeistert der aus Mexiko stammende neue Generalmusikdirektor und Dirigent José Luis Gutiérrez im Mittelsächsischen Theater in Freiberg und Döbeln sein Publikum. Diesen Sonnabend startet das Theater in Freiberg in die neue Spielzeit mit einem Theaterfest ab 16.30 Uhr.

Die Liebe zur Musik begleitet José Luis Gutiérrez schon immer. “Musik als Sprache ist sehr vielseitig und sie wird überall auf der Welt verstanden“, das erlebt der aus Mexiko stammende Dirigent und Musiker auf seinen Konzerten und Reisen. Seit 2025 ist er der neue Generalmusikdirektor der Mittelsächsischen Philharmonie in den Theatern in Döbeln und Freiberg. Gutiérrez dirigiert das Orchester mit viel Schwung, Esprit und Temperament. „Es ist keine Show. Ich merke das gar nicht. Es ist meine Natur“, sagt er lächelnd. Die Vorstellung soll den Zuschauern gefallen. Dafür gibt er alles. Den Weg dahin sieht keiner. Alle Mühe ist in dem Moment auf der Bühne vergessen, wenn sich seine eigene Begeisterung an der Musik und Emotionen auf das Publikum übertragen. „Die Stille vor dem ersten Ton, bevor es losgeht, ist ein besonderer Moment“, so Gutiérrez. „Das ist pure Magie.“

Es beginnt mit der ersten Probe im Orchester. „Ich bin fasziniert von dem, was ich gefunden habe in der Partitur. Die Energie gebe ich zurück“, sagt der Dirigent. Dabei strahlt er Ruhe und Gelassenheit aus. Vertrauen schenken dem Entstehenden ist ihm wichtig. Er kann aber auch streng sein. „Ich muss auf Genauigkeit achten, auch auf Unvorhergesehenes in der Vorstellung reagieren. Das ist mein Job“, so Gutiérrez. Es gehe dabei viel um Dosieren. Dass die Geigen und Posaunen gut zusammen klingen, alles harmoniert im Orchester, auch im Zusammenspiel mit Gesang, Tanz und Schauspiel. Beim Musizieren wiederholt sich nichts, es klingt jedes Mal anders. Darin sieht Gutiérrez die Schönheit dieser Kunst.

Diese Saison wird im Mittelsächsischen Theater eine musikalische Achterbahnfahrt – voller Höhenflüge, überraschender Wendungen und tiefer Emotionen. Mit Werken von Ponce, Dvorák, Britten bis Tschaikowski. „Wir haben im Orchester mit derzeit rund 50 Musikerinnen und Musikern ein großes Pensum zu spielen, von Sinfoniekonzerten über Opern wie ,Carmen` bis zum Musical ,Cabaret` und auch neue Programme“, so Gutiérrez. Mit dem Konzert „La Noche de los Mayas“ entführte er das Publikum auch schon in mitreißende Klangwelten seiner mexikanischen Heimat. „Musik war mir immer nah.“ Mit neun Jahren bekam José Luis Gutiérrez eine Gitarre von seinem Vater geschenkt. Er stammt aus Guanajuato im Zentrum des Landes nördlich von Mexiko City. Dort lebte er mit seiner Familie in Dolores Hidalgo, einer Kleinstadt mit ca. 45 000 Einwohnern ähnlich wie Freiberg. Mit elf Jahren gewann bei einem ersten Bundeswettbewerb zu seiner Überraschung gleich einen ersten Preis mit seinem Klavierspiel. Er hat Cello und Klavier an der Musikhochschule in Puebla studiert.

Mit Hilfe eines Privatstipendiums kam José Luis Gutiérrez nach Europa, um Dirigent zu werden. „Es war für mich spannend, eine dritte Sprache, Deutsch zu lernen und in der Nähe von Frankreich, Italien und England zu sein“, sagt er. 2015 setzte er sein Musikstudium am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck fort, wo er neben Klavier im Fach Orchesterdirigieren bei Professor Dorian Keilhack mit Auszeichnung abschloss. 2019 kam José Luis Gutiérrez ans Mittelsächsische Theater nach Freiberg, zunächst als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung und wurde ein Jahr später mit 24 Jahren Erster Kapellmeister. Er spricht akzentfrei Deutsch. „Sprache ist wie Musik und es wird an jedem Ton, jeder Silbe und am Ausdruck gearbeitet.“ In den sieben Jahren am Haus hat er das Orchester kennengelernt und sich natürlich gefragt, was er anders machen würde. „Tradition und Neues müssen sich immer wieder finden. Die Neugier dafür finde ich sehr wichtig“, so Gutiérrez. Um diese Verbindung gehe es auch in der Gesellschaft. „Man sucht immer einen Kompromiss, um in der jetzigen Welt zu wohnen.“ Er bringt neue Impulse in den Spielplan ein.

Mittlerweile hätte er auch Möglichkeiten zu gehen. „Aber ich bin hier geblieben. Ein Grund ist, weil man viele Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Theater hat. Außerdem werde ich als Dirigent auch zu Gastspielen mit anderen Orchestern in Deutschland und in den USA eingeladen und fühle mich wohl in Freiberg“, so Gutiérrez. Mit seiner Familie in Mexiko telefoniert er regelmäßig. Für Hobbys bleibe keine Zeit. Er mag es im Wasser zu sein, gern auch ein gutes Essen und Gespräche im Restaurant. Er wurde noch nie wegen seiner ausländischen Herkunft angegriffen. Das könne einem überall auf der Welt passieren, auch in Mexiko, dass man nicht nur freundliche Menschen trifft. Er sei ein offener und toleranter Mensch, sagt Gutiérrez über sich. Der Dirigent hat eine herzliche und charmante Art. Und deswegen inzwischen auch eine große Fangemeinde jeden Alters. Er gehe gern auf Menschen zu, man umarmt sich vor der Bühne nach der Vorstellung als nette Geste, redet miteinander. Dieser Körperkontakt ist üblich in meiner Kultur, so Gutiérrez, kann hier aber missverstanden werden. Daher sei er schon etwas vorsichtiger geworden. Er nimmt die Komplimente jedoch gern an und freut sich, wenn die Konzerte gut ankommen beim Publikum.

Text + Fotos (lv)

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BilderAlbum: Konzert im Milchschafhof Bärenstein & Ausstellungen beim Musiksommer

18 Dienstag Aug 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Natur, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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KlangZauber und Tieroase im Milchschafhof Bärenstein

Eine Fülle an Klängen, mal fein und zart wie Lichtgefunkel und Blätterspiel, mal sirrend, flirrend, knarrend, leicht, erdig, kraftvoll, verträumt und sehnsuchtsvoll, gab es am vergangenen Sonntagnachmittag bei einem Konzert mit frei improvisierter Musik im Rahmen des Musiksommer Bärenstein. Die drei Musikerinnen Andrea Hofmann (Violine), Karoline Schulz (Flöten) und Sabine Grüner (Violoncello) ließen stimmungsreiche Klangbilder und -landschaften vor zauberhafter Naturkulisse entstehen, von ihr angeregt, flüsternd, innig, harmonisch und quirlig bis leise wehmütig und melancholisch immer neue Räume nach innen und außen in Verbindung mit der Umgebung öffnend. Die Schönheit des Moments, Innehalten, Verrinnen von Zeit, Vergänglichkeit und ferne Erinnerungen, die immer wieder aufleuchten und weiterklingen, verbanden sich zu wundervollen Melodien. Mit den Zuhörern lauschten andächtig weiter hinten die Esel in ihrem Gehege, ebenso wie die Katzen, der Hahn und die Schafe ein Stück weiter auf der Wiese. Die Vögel in den Bäumen stimmten ab und zu in die beschwingten Klänge der Musikerinnen ein. Bezaubernd!

Das nächste Konzert findet an zwei Klavieren statt, mit dem Musiker Andreas Scotty Böttcher aus Dresden und der spanischen Pianistin Hada Benedito am 22. August, um 17 Uhr im Musikladen, Kirchgasse 2, in Bärensrein.

Text + Fotos (lv)

Musik in vielen Klangfarben an ungewöhnlichen Spielorten: Dafür sorgen der Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein, Hartmut Dorschner und die Musikerin, Sängerin und Mitgestalterin Agnes Ponizil.
Neugierig und aufmerksam lauschten auch die zwei Eseldamen Lucy und Charlott den Klängen und freuten sich über die Besucher im Milchschafhof Bärenstein. Dort gibt es auch einen Hofladen mit frischen Naturprodukten,

Ausstellungen und Konzerte im Musikladen


Zum „KlangStroom“ mit fantastischen Klängen an der Harfe und am E-Piano luden bereits Aerdna Harp und Sven Haubold am Klavier ein. Die Meißner Künstlerin Else Gold zeigt derzeit farbenfrohe Bilder und Objekte in der Kirchgasse 10. Keramik-Köpfe und Fische aus Ton von Karin Dorschner und Porträts von Eleni Haase sind im Musikladen in der Kirchgasse 2 während des Musiksommer Bärenstein zu sehen.

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Neue Lyrik: Gedichte von Zoe Nora Goerges

11 Dienstag Aug 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Poesie, Unterwegs

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Eine Auswahl der Gedichte von Zoe Nora Goerges, die bisher noch unveröffentlicht sind, erscheinen hier erstmals mit ihrer Erlaubnis auf meinem wortgarten-Blog. Diese Autorin ist eine großartige Entdeckung für mich! Doch lest selbst.

Über dem golden glimmenden Gipfel
im Nebel, rauchig und flach
tanzt eines zarten Kleides Zipfel
wird wilde Welt langsam wach
du tanzt über Berges Wiesen
mit Malven, Schaumkraut und Löwenzahn
meine Gedanken werden zu Riesen
doch du folgst deiner schwebenden Bahn
Kaum berühren den Tau deine Zehen
was flüstern die Halme sich zu
pflückst meine Träume im Gehen
verströmst unendliche Ruh
Du sammelst die Farben des Morgens
und ich nenne sie grüblerisch mein
aber es ist nur ein Akt des Borgens
Deine Silhouette wird kleiner und klein
für Lilli am 8.8.202

Clara Schumann

Aufrecht sitzen
vor Auftritten schwitzen
sie trägt allein aller Takte Gewicht
doch ohne Pathos im Gesicht
Schumann zerfällt währenddessen
in der Anstalt in seine Einzelteile
man wird ihn nicht vergessen
aber ruhigstellen, für eine Weile
Clara hat acht Kinder, die spielen hinter der Bühne
möglicherweise liebt sie einen andern, möglicherweise betreibt sie hier Sühne
aber groß ist es, was sie da tut, auf dem Klavier
führt einen Kanon ein, nach neuer Manier:
Beethoven, Schumann und Brahms
auch der letzte Hörer vernahm’s
das Repertoire es folgt einem Sinn,
der war in Konzerten vorher nicht drin
Vater Wieck – mit größter Disziplin
er formte die Tochter (die kriegen wir schon hin!)
seine Rechnung ging nicht auf, aber Europa lauscht
sie verbeugt sich bescheiden,
und der Beifall, er rauscht

Frida Kahlo

Diese niedlichen Zehen, vom dampfenden Badewasser umspült
rot rot rot bleiben sie zur Betrachtung bis das Wasser auskühlt
und sich Frida erhebt
und die Erde erbebt
unter ihrem Tritt, sprießen die Blumen
sie heben die Köpfe, aus Schmerz geboren
Nägel im Fleisch, unterm Tisch liegen Krumen
von denen sich Frida ernährt, die Diego verloren
Sie malt sich selbst, rahmt unsägliche Pein
aufgespießt von Stangen, eigentlich von zwein,
der aus der Straßenbahn und der ihres Mannes
aber sie gibt nicht auf, sie ist es, sie kann es
umformen, transformieren,
sie benutzt ihr eigenes Blut
versuchst du ihre Bilder zu interpretieren
findest du Kraft,
Leidenschaft,
Mut
Zersprungenes Glas, Tehuana-Tracht
sie kennt sich selbst, sie kennt ihre Macht,
das Schöne zu finden in jeglichem Schmutz
der sie stets beschattet
sie selbst hat’s gestattet,
doch nur um zu stehen, wo andere fallen
hängt sie am Leben mit Klauen und und Krallen
Wächst drüber hinaus, über Schmerz und Leid
und wird uns Symbol einer neuen Zeit
die mit ihr begann, sie breitet sich aus
und leuchtet uns heim, in das prächtige Haus
von Menschen bewohnt, die Verantwortung tragen
geistig nicht mehr am Hungertuch nagen
Gemeinschaften bilden, die blühen und schützen
und letztendlich uns allen nützen

Gustav Klimt

Gegenwart, Wille – vollkommene Präsenz
Paare auf Augenhöhe
Balance, Gewichtung und Transzendenz
Der Kuss in absoluter Nähe
Stilistisch geht Klimt den Weg, den er muss
Akademische Mauern, er meidet sie
Schöpft aus Emotionen im Überfluss
Man fragt sich: Dekoration oder reine Magie?
Würde, codiert, und tiefes Begehren
Szenen, die Erotik nähren
Beschwört der Maler im sakralen Glanz
ganz byzantinisches Mosaik
hält Judith Holofernes lässig beim Schopf
eben durchtrennt sie brutal sein Genick
Das Weib bedrohlich, sinnlich, bewusst
Klimt stellt sie dar im Triumph ihrer Lust
erschöpft vom mörderischen Genuss
weil Liebe auch mal weh tun muss
Skandalös, was er zeigt
existenzielle Intensität
weibliches autonomes Subjekt
der Bürger fragt, wo kommen wir denn hin,
wenn sich die Frau nicht mehr versteckt

John Cage

Nur Husten im Saal
da wird Musik zur Qual
4’33 sitzen die Leute herum
und alles bleibt stumm
keine Melodie kommt uns zu retten
er streift sie ab, jegliche Ketten
der Definition
war es das jetzt schon
ist da wer, der an Nägeln kaut?
Und wer atmet da so laut?
Selbstkonfrontation bis zum Erbrechen
lässt er die Gebrechen sprechen
Knarrende Stühle, kratzende Hände
hat denn das hier nie ein Ende
und dann klatschen sie enthusiastisch
alles löst sich, was vorher spastisch
und verkrümmt gewartet hat
mir was es eigentlich zu platt
das Schweigen
der Geigen

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BilderAlbum: Gedicht-Lesung mit Zoe Nora Goerges & Jazzmusiker Hartmut Dorschner beim Musiksommer in Bärenstein

11 Dienstag Aug 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Natur, Poesie, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Farb- und klangreiche Poesie & Musik: die Autorin Zoe Nora Goerges und Jazzmusiker Hartmut Dorschner begeisterten bei ihrer Lesung das Publikum am vergangenen Sonnabend im Kunsthaus Bärenstein.

Worte, Farben und Klänge aus Licht zwischen den Himmeln

„Spot an!“, so heißt das erste Gedicht. Ein Scheinwerfer geht an. Worte und Klänge wandern und schweben durch den Raum, streifen umeinander, lassen Bilder erstehen in vielen Farbtönen in ganz eigener Sprachmelodie. Sanft, intensiv und kraftvoll ist der Sog dieser Gedichte, in denen Kunst, Klang, Malerei, Musik und das Leben mit allen Licht- und Schattenseiten eine Rolle spielen, die Autorin Zoe Nora Goerges nicht nur vortrug, sondern zelebrierte bei ihrer Lesung am vergangenen Sonnabend beim Musiksommer in Bärenstein. Begleitet wurde sie klangreich von Jazzmusiker Hartmut Dorschner, dem Initiator des Musiksommer im Kunsthaus Bärenstein. Die Lesung war erfreulich gut besucht bei hochsommerlichem Wetter.

In dem angenehm kühlen Veranstaltungssaal im Obergeschoss verbanden sich die poetischen Texte mit elektronischen, sphärischen, pulsierenden Klängen und Saxofonspiel. Da verweben sich Fäden aus Licht zwischen den Himmeln und erschaffen Räume aus Licht, heißt es in einem Gedicht von Goerges über Palestrina, einen berühmten italienischen Komponisten der Renaissance. Ihre Verse erzählen oft von Künstlerinnen und Künstler, Forschern und Erfinderinnen und berühren mit knappen, starken Aussagen. In einem Gedicht über Frida Kahlo schreibt sie: Sie malt sich selbst/umrahmt von Pein/Sie gibt nicht auf/benutzt ihr eigenes Blut/findet Kraft Leidenschaft und Mut/das Schöne zu finden/in jeglichem Schmutz/dort wo andere fallen/steht sie und wird zum Symbol einer neuen Zeit.

Text + Fotos (lv)
Mehr Text zur Lesung folgt.

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Musiksommer Bärenstein: Autorenlesung mit Zoe Nora Goerges & Klängen von Hartmut Dorschner am Sonnabend

06 Donnerstag Aug 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Poesie, Unterwegs

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Wort & Kunst & Klang verbinden sich in der Lesung mit Zoe Nora Goerges diesen Sonnabend, den 8. Juni, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein. Foto: privat

Poetisches Panorama aus Malerei und Musik, Kunst und Leben

Eine Autorenlesung mit Zoe Nora Goerges und musikalischer Begleitung von
Hartmut Dorschner gibt es beim Musiksommer Bärenstein am 8. August, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein.

Kunst und Klang verbinden sich in der Lyrik von Zoe Nora Goerges auf besondere Weise. Sie nimmt den Leser und Zuhörer mit auf eine poetische und zugleich reflektierende Reise durch Kunst, Musik, Mythologie und menschliche Emotionen. Ihre Gedichte, häufig in Versform gestaltet, greifen eine Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten aus Kunst und Musik auf, begonnen bei Hieronymus Bosch über Hilma af Klint, Gustav Klimt und Claude Monet bis hin zu Frida Kahlo, Mozart und Clara Schumann.

Dabei entsteht ein vielschichtiges Panorama der Kunstgeschichte, in dem Malerei, Musik und Poesie auf eindrucksvolle Weise miteinander verschmelzen, heißt es in einer Rezension von Mariangela Di Grado von Europa Edizioni über die Gedichte von Zoe Nora Goerges. Besonders gelungen sei die dichte symbolische Ebene ihrer Texte: Allegorien, wiederkehrende Motive wie Licht und Schatten sowie die Auseinandersetzung mit künstlerischem Schaffen und persönlichem Leiden verleihen ihren Gedichten eine große Tiefe.

Ihr Schreibstil zeichne sich durch eine ausgeprägte Musikalität aus. „Die Sprache ist bildreich, von Metaphern und kulturellen Anspielungen durchzogen und bewegt sich souverän zwischen gehobenem und bewusst gebrochenem Ton, was den Texten zusätzliche Dynamik verleiht“, hebt die Rezensentin hervor.

Insgesamt wirken die Texte der Autorin als ein vielschichtiges, poetisches Mosaik, das Kunst und Leben, Vergangenheit und Gegenwart sowie Schmerz und Schönheit auf überzeugende Weise verbindet.

Zoe Nora Goerges ist studierte Musikerin und Opernsängerin. In ihrer Freizeit schreibt sie gern Lyrik. Sie stellte ihre Texte bereits auf Lesebühnen vor. An diesem Sonnabend, dem 8. August, um 17 Uhr ist sie zu Gast beim Musiksommer Bärenstein mit einer Autorenlesung gemeinsam mit dem Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer, Hartmut Dorschner, im Kunsthaus Bärenstein. Die Zuhörer dürfen gespannt sein, wie sich ihre Poesie- und Klangwelten miteinander verbinden.

Text (lv)

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Ausstellung „Überall ein Sehnen“ mit Malerei der Dresdner Romantik auf Schloss Burgk in Freital

05 Mittwoch Aug 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Natur, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Die Schönheit der Silberdisteln
Facettenreich und opulent farbig holt die neue Sonderausstellung „Überall ein Sehnen“ vergessene Künstler aus der Dresdner Romantik ins Blickfeld auf Schloss Burgk in Freital.
Alles kann romantisch sein. Bei weitem nicht nur farblodernde Sonnenuntergänge und heile Naturidylle. Das zeigt die neue Sonderausstellung mit dem Titel „Überall ein Sehnen  – Ein tiefer Blick in die Dresdner Romantik“, die am vergangenen Sonntag auf Schloss Burgk in Freital eröffnete, eindrucksvoll und reichhaltig. Schon am Eröffnungstag fand sie trotz Dauerregen ein reges Besucherinteresse. Zu sehen sind Werke von 30 kaum bekannten Künstlern, die neu entdeckt werden können. Ihre Namen und Lebensdaten stehen auf einer Tafel gleich am Eingang.

„Wir möchten die vergessenen Künstler der Dresdner Romantik zeigen, die viele Facetten hat“, sagt Kristin Gäbler, die künstlerische Leiterin von Schloss Burgk und Kuratorin der Ausstellung. „Es beginnt mit einer gewissen Sehnsucht. Sie geht mit Unruhe einher, sie lässt uns suchen, fragen und aufbrechen.“ Es begann Anfang des 19. Jahrhunderts, als die sächsische Residenzstadt Dresden zu einem Sehnsuchtsort wurde, der Maler, Dichter, Musiker und Philosophen aus ganz Europa anzog, nach „Elbflorenz“ zu kommen. Die wunderbare Lage der Stadt an der Elbe und ihre Umgebung inspirierte sie zu einer Vielzahl von Bildern. Dresden wurde ein Zentrum der deutschen Romantik neben München, Berlin und Wien. “Die Sehnsucht nach Schönheit ist ungebrochen in uns und es gibt immer noch auch idyllische, ursprüngliche Natur jenseits der Industriebauten und den versonnenen Wanderer“, so Kristin Gäbler. Das habe auch der große Erfolg der Ausstellung anlässlich des 250. Geburtstages von Caspar David Friedrich vor zwei Jahren im Albertinum in Dresden gezeigt. Das regte sie an, eine Auswahl von Werken der „übersehenen“ Künstler sowie von Webereitern und Grenzgängern dieser Kunstrichtung im Schloss Burgk zu zeigen. Die Bilder – dank der privaten Leihgeber und der Städtischen Galerie Dresden als Kooperationspartner der Ausstellung – stammen aus den Jahren von 1792 bis 1884, dem Todesjahr Ludwig Richters. Er war der erste Professor für Landschaftsmalerei an der Dresdner Kunstakademie.

Die Landschaftsmalerei wird begleitet von Zitaten großer Dichter wie Hölderlin und Eichendorff an den Wänden.Von der Suche nach der blauen Blume, dem Symbol der Romantik von Novalis bis zu den Silberdisteln mit Stacheln und weißen Blüten vor rosaviolettem Abendhimmel, die das Schöne in der wilden, unberührten Natur feiern, reicht die Bandbreite der Arbeiten. Die Disteln auf dem Titelplakat hat Christian Friedrich Gille um 1860 gemalt. Das Auge schwelgt bei dieser farbreich, opulenten Bilder-Wanderung, die von Dresden, das Elbtal über den Plauenschen Grund bis in die Sächsische Schweiz führt. Darunter weite Farbhimmel, tiefgelb, hell strahlend oder bewölkt und geheimnisvoll. Landschaften mit bizarren Felsen, Wald, Wiesen und in der Mitte schlängeld der Fluss als silbriges Band. Grasende Kühe, spielende Kinder am Flussufer, ein Mann mit Pfeife am Weinberg, Männer in einem kleinen Boot bei Vollmond auf der Elbe am Schreckenstein bei Aussig spiegeln Hingabe und Härte der Natur. Eine schöne, stimmungsreiche Mischung aus Ölgemälden und kleinen, feinen Zeichnungen mit Naturstudien, figürlichen Szenen und Bildern von Italien-Reisen versammelt diese Ausstellung, die von Anmut, Größe und Erhabenheit ebenso wie von Verbundenheit und Angewiesensein von Mensch und Natur erzählt und von der Sehnsucht, im Einklang mit ihr zu leben. Die Ausstellung ist noch bis 1. November zu sehen mit Begleitprogramm.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di bis Fr 12 bis 16 Uhr, Sa, So und Feiertag 10 bis 17 Uhr

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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