Werbeanzeigen

Start der Schreib- und Geschichtenwerkstatt für Kinder „Fantasius Firlefanz“

Hervorgehoben

Geschichten-Abenteuer erleben – Jeder hat Fantasie!

Für alle, die in den Sommerferien noch nichts vorhaben, startet für neugierige, spiel- und erzählfreudige Kinder und Jugendliche die Schreib- und Geschichtenwerkstatt „Fantasius Firlefanz“ mit Lilli Vostry, freie Journalistin und INhaberin des KulturBlogs meinwortgarten.com als neues Angebot im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Heute am 4.7., von 16 – 18 Uhr das erste Mal. Ab 11. Juli dann immer mittwochs von 17 – 19 Uhr. Ich freu mich auf Euch.

Hallo, liebe Kinder!

Hier könnt Ihr die kreative Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche „Fantasius Firlefanz“ kennen lernen. Der bewegliche kleine Holzvogel ist unser Begleiter, der unsere Fantasie beflügeln möchte. Bei den Geschichten-Abenteuern, die uns zuflattern aus der großen Welt der Worte.

Gemeinsam entdecken wir den Spaß am Erzählen, sprachlichen Gestalten in spielerischer Form und Umsetzen der selbsterdachten Geschichten.

Wenn Ihr gern träumt, erfindet, neugierig seid, Euch lesend und schreibend ausprobieren wollt, ist die Schreib- und Geschichtenwerkstatt ein guter Ort, dies miteinander zu tun.

Zu meiner Person: Ich heiße Lilli Vostry, schreibe selbst gern seit meiner Kindheit und arbeite hauptberuflich als freie Journalistin, außerdem als Kinderbetreuerin und in der Deutsch-Nachhilfe in Dresden. Es sind auch spezielle Angebote für Kinder mit ADHS möglich.

Kosten pro Teilnehmer pro Nachmittag: 5 Euro

Kontakt: Lilli Vostry, Tel. (0351) 848 75 03 oder 0177 – 524 88 48
email: Lilli.Vostry@freenet.de

 

Keine für Alle! – Lara Finesse

Hervorgehoben

Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

Hervorgehoben

Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

Zirkus um Wildtiere: MDR-Reportage: „Zoff in der Manege – (k)ein Herz für Tiere?“

MDR.DE
Zoff in der Manege – (k)ein Herz für Tiere? | MDR.DE
Zoff in der Manege – (k)ein Herz für Tiere? | MDR.DE
MDR.DE
Zoff in der Manege – (k)ein Herz für Tiere? | MDR.DE

Aufschlussreicher Blick hinter die Zirkuskulisse

Sehr geehrte MDR-Redaktion,

Ich habe oben genannten Fernsehbeitrag gestern im Internet gesehen. Ein großartiger Film von Nanina Bauer und ihrem Team, mit Fakten untermauert, Blicke in die Manege und hinter die Zirkuskulissen. Befürworter und Gegner des Zirkus mit Tieren, Tierlehrer, Experten und Zirkusdirektoren kommen zu Wort, die offen und ehrlich von ihrem Leben mit den Tieren erzählen. Sehr nahegehend. Krass hingegen die pauschale, oft wenig fundierte Ablehnung, fast Diffamierung von Zirkus mit Tieren und Ignoranz von selbsternannten „Tierschützern“, die einfach Gehege öffnen, um Tiere zu „retten“ und damit gefährden und sich selbst überlassen, macht  mich traurig und wütend. Gruslig die „zeitgemäße“ Vorstellung von künstlich computeranimierten Tieren im digitalen Zeitalter als Alternative zu echtem Tierleben! Diese tun nichts, was sie nicht wollen, gerade die Raubtiere! Und die Zirkusleute kümmern sich zumeist liebevoll um ihre Tiere, da sie von und mit ihnen leben und sie schon im Fokus der Öffentlichkeit stehen und strenge tierärztliche Auflagen zu erfüllen haben.

Ich hoffe, dass die Fakten im Zirkus der Gegenwart, über Tierhaltung und Schutz von „Wildtieren“, die oft aus Zoos stammen oder im Zirkus geboren wurden und hier seit Generationen ihr Zuhause haben, die Richter und Parlament, Bundestag überzeugen und nicht pauschal ein Wildtierverbot für alle Zirkusse in Deutschland erlassen wird, das einen ganzen Berufszweig und traditionsreiches Kulturgut, das der Zirkus mit seinen Tierdarbietungen ist, auslöschen würde. Warum eigentlich diese vehemente Ablehnung durch die Zirkustier-Gegner? Frage ich mich. Was steht dahinter? Nur Unkenntnis, Weigerung die Fakten zur Kenntnis zu nehmen oder noch mehr?

Zirkusleute polarisieren schon immer. Mit ihrer freien, nomadischen, unangepassten Lebensweise, Fahren von einem Gastspielort zum nächsten (wie auch Wildtiere ihre Futterplätze und Wasserstellen über weite Strecken suchen müssen), dem Abweichen von der Masse sind Zirkusleute – ähnlich wie Flüchtlinge, Klimaschutzaktivisten und alle, die einen anderen Lebensstil pflegen – sind Zirkusleute heute mehr denn je exotische Außenseiter in einer Welt, die sich tragischerweise immer mehr von ihrem natürlichen Ursprung entfernt, entfremdet. Wozu auch das naturnahe Verhältnis und der Umgang Mensch – Tier gehört, den kleine Familienzirkusse wie kaum anderswo zu erleben noch im gegenseitigen Nehmen und Geben und Miteinander pflegen und dabei ohnehin schon einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt sind.

In letzter Zeit noch mehr durch die massive negative Stimmungsmache von Zirkusgegnern, denen es angeblich ums Tierwohl geht? Doch was wissen sie konkret darüber und was sollte denn mit den Zirkustieren passieren? Die nie in der Wildnis lebten und dort gar keine Überlebenschance hätten. Zoos, Vergnügungsparks oder Auffangstationen zur Auswilderung sind auch keine wirkliche Alternative, da diese Tiere einen engen Kontakt zu ihren Menschen gewohnt sind, die auch ihre Fähigkeiten sehen und ihnen etwas beibringen. Was ist verkehrt daran? Die Tiere haben Auslauf, Bewegung, Ruhezeiten, werden gut versorgt zumeist von den Zirkusleuten. So gehen nicht alle Haustierbesitzer mit ihren Schützlingen um.

Die gegenwärtige erhitzte Debatte, Pro und Kontra um das Wildtierverbot im Zirkus erinnert mich fatal an das Buch und Theaterstück „Andorra“ von Max Frisch, wo es auch um Angreifen, Ausgrenzen, Verächtlich machen, Diffamieren und Vernichten von Menschen, die anders leben – in dem Fall die Zirkusleute – als die Mehrheit, geht, was man nicht versteht oder akzeptiert. Je nach Stimmung oder Mode kann es dann jeden Menschen treffen, der nicht tut was alle tun oder verlangen.

Warum schauen die „Tierschützer“ von PETA und die Zirkusgegner vor allem auf die Zirkusleute und unterstellen ihnen Dinge, die bei näherer Betrachtung nicht haltbar sind, und schauen nicht dorthin, wo tatsächlich Tierquälerei und Ausbeutung herrschen wie in den Tierversuchslabors, angeblich für Medizin und Forschung, finanziert von der Pharma- und Kosmetikindustrie  – wie der jüngst an die Öffentlichkeit gelangten Filmdokumentation der Soko Tierschutz aus einem Tierversuchslabor in Hamburg und protestieren und unternehmen etwas dagegen, wenn ihnen Tierrechte wirklich etwas wert sind?! Das ist denen wahrscheinlich eine Nummer zu groß oder trauen sich nicht ran. Dann lieber die Zirkusleute, die auch sichtbarer sind. Dabei laden sie selber alle ein, sich hinter den Kulissen zu informieren über Tierhaltung und Zirkusleben. Seltsamerweise machen die Zirkustier-Gegner davon nie Gebrauch.

Ich möchte die Autoren dieses Fernsehbeitrages und den MDR ermutigen, sich von unsachlicher Kritik oder Drohungen militanter Zirkusgegner nicht einschüchtern oder abhalten zu lassen, solcher Stil spricht schon für sich, ist unangemessen, unwürdig und stattdessen sollten weiterhin sachlich fundiert „heiße Themen“ wie Wildtiere im Zirkus und auch Natur- und Tierschutz insgesamt weiter gebührend Beachtung und Aufmerksamkeit finden. Denn Tiere sind auch Lebewesen, sollten endlich als solche anerkannt werden, und die Natur unser größter Schatz überhaupt, für die es sich lohnt aktiv einzusetzen.

Herzliche Grüße und viel Resonanz für Ihre Beiträge weiterhin, wünscht Ihnen,

Lilli Vostry
Freie Journalistin
www.meinwortgarten.com

P.S.: Inzwischen stimmte der Bundestag mehrheitlich gegen das geforderte Verbot von Wildtieren in Zirkussen in Deutschland.

Werbeanzeigen

Premiere „Geisterritter“ nach dem Roman von Cornelia Funke im Schauspielhaus Dresden


Wunderschöne und gruslige Momente mit guten und bösen Geistern hält das zauberhafte Stück „Geisterritter“ nach dem Roman von Cornelia Funke im Schauspielhaus Dresden bereit. Fotos: Sebastian Hoppe

Wundervolle Geisterjagd mit viel Witz und Grusel

In eine Welt alter verwunschener Gemäuer voller Geschichten und Geheimnisse entführt das diesjährige Familienstück zur Weihnachtszeit „Geisterritter“ im Schauspielhaus Dresden.

Es ist ein grauer Tag im Leben des elfjährigen Jon Witcroft. Weder der ulkige Schaffner mit Zwirbelbart in schwarzer Uniform am Bahnsteig noch die Gummibärchen seiner neuen Mitbewohner können ihn trösten, als seine Mutter ihn aufs Internat nach Salisbury schickt. Kaum angekommen in der mehr als tausendjährigen, todlangweiligen Stadt, verfolgen ihn nachts schaurige Gestalten, da auf seiner Familie ein alter Fluch lastet. In eine Welt alter, verwunschener Gemäuer voller Geschichten und Geheimnisse entführt das Stück „Geisterritter“ nach dem Roman von Cornelia Funke, für die Bühne bearbeitet von Beate Heine und Christina Rast. Das diesjährige Familienstück zur Vorweihnachtszeit hatte am Sonntag Premiere im Schauspielhaus Dresden.

Nachdem bereits die Buchhelden aus Reckless, Tintenherz und
Herr der Diebe der beliebten Kinderbuchautorin auf der Bühne lebendig wurden, geht es diesmal auf Geisterjagd hinter den Mauern eines englischen Internats und anderer sagenumwobener Orte. Spannend, zauberhaft, einfallsreich und liebevoll ist diese Reise in die Geisterwelt mit viel Witz und Grusel inszeniert, die von der Überwindung von Ängsten, Freundschaft, Vertrauen und Mut erzählt und kleine wie große Zuschauer in Bann zieht, unter Regie von Nikolai Sykosch. Atmosphärisch klangreich begleitet, mal gruslig-komisch mit der Mundharmonika-Melodie „Spiel mir das Lied vom Tod“ nach der Ankunft im grau-gespenstigen Internat, mal heiteren altenglischen und schottischen Klängen auf Flöte, Geige und  Dudelsack, feurig wirbelndem Schlagzeug und geisterhaften Tönen der drei Musiker Marc Dennewitz, Matthias Macht und Friedemann Seidlitz.

Magisch schön ist auch das Bühnenbild aus bewegten Videobildern, mehrdimensional projiziert auf einer Leinwand, vor der die Darsteller agieren und das Publikum an die geheimnisvollen Orte mitnehmen. Darunter die imposante, lichtdurchflutete Kathedrale, das Wahrzeichen von Salisbury, wo der Steinsarg des vergifteten Ritters William Longspee steht. Der wird um Hilfe gerufen von Jon, der sich bald immer mehr zutraut (Mario Neumann) und seiner so bezaubernden wie aufgeweckten Mitschülerin Ella mit rotem Lockenschopf (Isabella Krieger). Ihre Großmutter Zelda (herrlich schrullig: Philipp Lux) bietet Geistertouren an und weiß viel über sie zu erzählen, umgeben von ihren munter quakenden, lebensgroßen Kröten auf der Gartenterrasse. Ein Kröterich fährt gar Skateboard. Überaus komisch auch der gemeinsame Ausflug im rosa Bus nach Stonehenge, wo eine Kröte wie in Trance nach dem vergrabenen Ritterherz sucht und eine Touristengruppe in knallbunten Sachen und quietschenden Turnschuhen durch  Stonehenge und die Kathedrale durchtrippelt.

Da fechten die Geisterritter heftig gegeneinander und gibt es eine lustige Geisterjagd auf dem Friedhof im Mondschein mit Käuzchenrufen, wo die Großmutter mit Krückstock und schlagkräftiger Handtasche, Jon und sein Stiefvater mit Gewehr bereitstehen, um die von Geisterrittern entführte Ella zurückzuholen. Zum Schluss finden alle ihr Glück und stehen gemeinsam unter dem blauen Sternenhimmel. Begeisterter Beifall für ein Theatervergnügen für klein und groß, das augenzwinkernd zeigt: Das Leben ist voller Wunder.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

 

 

Premiere „Barock Me Gräfin Cosel“ im Boulevardtheater Dresden


Fotos: Robert Jentzsch

Eine aufregend-verrückte Zeitreise in sächsische Geschichte

Mit viel Witz und Spielleidenschaft erzählt das Musical „Barock Me Cosel“ die außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Gräfin Cosel und August dem Starken im Boulevardtheater Dresden.

Rote Lichter tanzen über der Altdresdner Kulisse. August der Starke küsst seine neue Flamme, Anna Constantia, die spätere Gräfin Cosel stürmisch. Als er ihr an die Wäsche will, wehrt sie ihn ab. Sie will nicht nur verführt und erobert werden, sondern selber herrschen. Nicht nur seine Mätresse, sondern seine Frau sein und ringt ihm sogar ein Heiratsversprechen ab. Er liebkoselt sie auf`s Stärkste und ihr Ehrgeiz und ihre Machtlust werden immer größer. Das wird ihr zum Verhängnis. Die aufregend verrückte, schöne wie tragische Liebesgeschichte, Aufstieg und Fall der Gräfin Cosel am Hofe des berühmten Sachsenkönigs erzählt in einer turbulent-spannenden Zeitreise die Inszenierung „Barock Me Gräfin Cosel – ein perücktes Musical über Macht, Mätressen und Magie“, das unlängst im Boulevardtheater Dresden Premiere feierte.

Romantisch, originell, lust- und liebevoll inszeniert ist das historische Spektakel (Regie: Olaf Becker, BuchHolger Metzner) vor der Kulisse einer Wanderbühne, dem Circus Fantasticus aus Florenz. Mit aufklappbaren Türen, wo in Grossaufnahmen von Schloss, Spiegelsaal und Zwinger Sachsens Glanz und Gloria aufleben mit prunkvollen Hoffesten, aber auch der Stadtbrand, Geldnot und Intrigen. Hofdamen in reizvollen Kleidern, offenherzig kurzen Reifröcken und Zuckerwattefrisuren umtanzen August. Aus einer Art Orgel mit Grammophon ertönt barocke Musik im Wechsel mit flottem Popgesang und bezaubernden Tanzeinlagen. Eine schöne Idee, die historische Geschichte um die Gräfin Cosel und August den Stücken zu erzählen mit dem Blick einer Wandertheatertruppe. Luise, ein Landei aus Stolpen spielt die Cosel (schön kratzbürstig: Stefanie Bock). Ihre Rivalin Isabella (Laura Mann) entzückt mit frech-frivolen Kommentaren. Anton, der Verehrer Luises (schelmisch-charmant: OliverMorschel) gibt August den Starken. Als galanter Bösewicht mit Perücke und Augenklappe wirbelt Manuel Krstanovic umher. Doch dann taucht überraschend Gräfin Cosel auf, trickst ihn aus und rettet die Wanderbühne. Reichlich Beifall für diesen gewitzt-herzerfrischenden Blick hinter die barocke Dresdner Fassade. „Barock Me Cosel“ ist ein opulentes Theatervergnügen, das ganz sicher viele Zuschauerherzen entflammen wird.

Text (lv)

http://www.boulevardtheater.de

Veranstaltungen zum 9. November – 30 Jahre Mauerfall


Szene aus „Wer seid Ihr“, Schauspiel von Oliver Bukowski. Es ist am 9.11., um 19.30 Uhr in der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul zu sehen.
Foto: Hans Ludwig Böhme                                 

Die Mauer muss weg! – 30 Jahre Friedliche Revolution und Vergangenheit als kreative Fundgrube

Ein reichhaltiges Programm mit Ausstellung, Zeitzeugen, Lesungen und Stücken über dieses Ereignis und die Zeit der Wende lädt am 9. November, ab 14.30 Uhr an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung ein.

Am 9. November verwandelt sich das Stammhaus der Landesbühnen Sachsen in ein offenes Haus der Begegnung. 30 Jahre nach dem Fall der Mauer wollen wir Ihre Erinnerungen an diese Zeit wecken, denn „jede Stimme im politischen Diskurs und beim historischen Gedenken ist wichtig“ (Dr. Roland Löffler). Kommen Sie mit uns und einander ins Gespräch!

Die Ausstellung „Zeitenwende 1989“, sowie eine Talkrunde am Abend, moderiert von Doreen Reinhard (Freie Journalistin, u.a. ZEIT online), bieten die Möglichkeit, regionale Erlebnisse mit den Ereignissen in Europa zu verknüpfen. Gäste auf dem Podium sind die Zeitzeugen Béla János Bács, Thomas Förster, Wolf-Dieter Gööck und Kemal Pervanić.

Am „Zentralen Runden Tisch“ wollen die Landesbühnen den Besuchern ein offenes Gesprächsforum bieten. Indem an die progressiven Ideen der Verfassung erinnert wird, die 1989/90 am Zentralen Runden Tisch der DDR entstand, kann nach alternativen Formen politischer Praxis gesucht und über eine Erneuerung des Gesellschaftsvertrags nachgedacht werden.

Beim „Speed-Dating mit Zeitzeugen“ freuen die Theaterleute sich auf Geschichten als Zeitzeuge oder Fragen aus der Sicht von heute. Die interaktive Installation des Künstler*innenkollektivs POLIZEIKLASSE stellt den „Schicksalstag der Deutschen“ in weitere historische Zusammenhänge, an deren Bilderwelt die Besucher aktiv teilnehmen können. „Zwischen Pitti und Stern Meißen“ bietet eine Vorschau auf das Rechercheprojekt des jungen.studio zur Kindheit in der DDR.

Eine unterhaltsame Lesung und Live-Musik mit „Wendehits“ runden den Tag ab, und die Landesbühnen laden dazu ein, die „Vergangenheit als kreative Fundgrube“ (Bénédicte Savoy) zu begreifen und Phantasie, Spaß und gesellschaftlichen Fortschritt zusammen zu denken!

PROGRAMM

14:30 Foyer      –  Eröffnung der Ausstellung ZEITENWENDE 1989 durch die Landeszentrale für politische Bildung

Ab 15:00 durchgehend im Werkstattraum-  SCHICKSALSTAG DER DEUTSCHEN – eine interaktive Installation der POLIZEIKLASSE DRESDEN

Ab 15:00 durchgehend im Ballettsaal –    DER ZENTRALE RUNDE TISCH – offene Gesprächsrunden

15:30 und 17:30 Glashaus          –  ZWISCHEN PITTI UND STERN MEISSEN – KINDHEIT IN DER DDR, eine Vorschau

16:30 Foyer- SPEED-DATING – Gespräche mit Zeitzeugen

18:30 Goldne Weintraube –  WIR SEHEN UNS IM WESTEN –  Roman von Dorit Linke, Lesung mit Tammy Gierke und Johannes Krobbach

19:30 Studiobühne    WER SEID IHR –  Schauspiel von Oliver Bukowski (UA)

19:30 Glashaus –   Podiumsdiskussion ZEITENWENDE 1989, Moderation Doreen Reinhard (Freie Journalistin, u.a. ZEIT online)

Gäste auf dem Podium sind die Zeitzeugen Béla János Bács, Thomas Förster, Wolf-Dieter Gööck und Kemal Pervanić.

21:30 Glashaus –    WENDEHITS– Live-Musik mit Holger Uwe Thews (Gitarre/Gesang) und Thomas Richter (Gitarre/Gesang)

Der Eintritt ist frei (außer zu der Vorstellung WER SEID IHR
Die Theaterkasse wird ab 14:00 geöffnet sein.

Text: Petra Grubitzsch/LB

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152,  01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0  http://www.landesbuehnen-sachsen.de

Premiere „Transit“ von Anna Seghers & Fast Forward Festival für junge Regie 2019


Leben aus dem Koffer. Szene aus „Transit“ nach dem Roman von Anna Seghers in einer Spielfassung von Julia Weinreich. Im Bild Henriette Hölzel. Foto: Sebastian Hoppe

Vom Albtraum des Wartens

TRANSIT nach dem Roman von Anna Seghers in der Regie von Data Tavadze, feiert am 8. November 2019 im Kleinen Haus 2 des Staatsschauspiels Dresden Premiere. Geschrieben hat Seghers ihren berühmten Roman zu großen Teilen in Marseille, während ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten. Es ist der Alptraum des Wartens und des Nicht-Wissens in einer klaustrophobischen Welt, den sie mit kristallklarer Sprache beschreibt.

Als diesjähriges Kinder- und Familienstück kommt am 10. November 2019 im Schauspielhaus. GEISTERRITTER von Cornelia Funke (Regie: Nicolai Sykosch) auf die Bühne. Die Geschichte des elfjährigen Jons, der ins Internat geschickt wird ins mehr als tausend Jahre alte und in seinen Augen ebenso langweilige Salisbury. Doch schon bald sorgen schaurige Geisterritter und ein alter Familienfluch für mehr Abwechslung, als ihm lieb sein wird.

FAST FORWARD Europäisches Festival für junge Regie findet vom 14. bis 17. November 2019 bereits zum dritten Mal in Dresden statt. Acht Inszenierungen junger Regisseure aus der Tschechischen Republik, Belgien, Ungarn, Großbritannien, Slowenien, Deutschland und Frankreich sind dann zu erleben – eine wunderbare Gelegenheit, den europäischen Theaternachwuchs persönlich kennenzulernen! Spielorte sind das Kleine Haus des Staatsschauspiels Dresden, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, HfBK Dresden und Semper Zwei.

Mit Richtfest von Lutz Hübner und Sarah Nemitz (Regie: Tom Kühnel) gibt es am 23. November 2019 eine Kömödie im Schauspielhaus. Wer schon einmal selbst gebaut – oder Freunde auf dem langen und steinigen Weg zum Traumhaus begleitet hat, der kann ein Lied davon singen. Schlimm genug, wenn man sich mit dem eigenen Partner auf ein bestimmtes Wasserhahnmodell oder einen Lichtschalter einigen muss! Doch wenn dann zusätzlich in einer Baugemeinschaft auch noch die unterschiedlichen Wünsche, Vorstellungen und Lebensmodelle aufeinanderprallen, dann ist das Desaster fast schon vorprogrammiert.

In mein kampf (Regie: Daniela Löffner), das am 30. November 2019 im Kleinen Haus 1 Dresdner Premiere feiert, blickt der ungarische Theatermacher George Tabori mit dem Witz der Farce und einem Humanismus, der keine Unschuld kennt, in den Abgrund einer Epoche. Tabori erzählt die Geschichte einer persönlichen Beziehung: Ein junger Mann namens Hitler, der noch kein Politiker, nicht einmal ein Kunstmaler ist, landet ohne Geld in einem Männerasyl und trifft dort auf den Juden Schlomo Herzl, der ein Buch schreibt mit dem Titel mein kampf. Hitler wird ihm diesen Titel stehlen, aber das ist nicht das Ende der Geschichte!

Und am 29. November 2019 gibt es im Kleinen Haus 3 wieder eine Folge der Reihe der Assistent*innen des Staatsschauspiels Dresden mit dem optimistischen Titel Happily ever after.

Das Programm der diesjährigen Festivalausgabe Fast Forward.

Acht Stücke aus ganz Europa in vier Tagen: Das europäische Festival für junge Regie Fast Forward findet vom 14. bis 17. November 2019 in Dresden statt. Das jährlich stattfindende Festival widmet sich  der Nachwuchsförderung im europäischen Theater. Es ist eine Plattform für Entdeckungen und die Vielfalt zeitgenössischer Theaterformen. Mit dem Fast-Forward-Preis trägt eine internationale Festival-Jury dafür Sorge, dass eine*r der Regisseur*innen in der folgenden Spielzeit für eine neue Inszenierung an das Staatsschauspiel Dresden zurückkehrt.

Erstmal in diesem Jahr stiftet das Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025 in Zusammenarbeit mit Fast Forward für eine*n der acht Regisseur*innen der aktuellen Festivalausgabe eine vierwöchige Künstler*innen-Residenz zum Thema „Neue Heimat“. Der Preis wird am letzten Festivalabend von einer Bürgerjury vergeben wird, die durch eine öffentliche Ausschreibung gebildet wurde. Jeder ist eingeladen, sich zu bewerben!

Ebenfalls neu ist das Format: ARBEITSPLATZ EUROPA – Künstlerresidenzen in Deutschland und Frankreich, das Fast Forward  in Zusammenarbeit mit  HELLERAU, dem Goethe-Institut und dem  Institut Français Dresden veranstaltet. Referent*innen aus Deutschland und Frankreich berichten über unterschiedlichste Modelle europäischer Residenzprogramme.

Auch für das Publikum gibt es eine Neuheit. Bei der Europa-Tour können Zuschauer, gemeinsam mit anderen Festivalbesuchern, begleitet von einem Moderator/einer Moderatorin, Inszenierungen erleben und diskutieren, was den europäischen Theaternachwuchs bewegt.

Weitere Spielstätten sind neben dem Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden, das zugleich Festivalzentrum ist, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, das Labortheater der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Semper Zwei.

Text: Gertrud Aringer/Staatsschauspiel Dresden

Theaterstraße 2, 01067 Dresden,
Telefon +49 351 4913 755
Fax          +49 351 4913 760
Mobil    +49 171 2910 549

www.staatsschauspiel-dresden.de

Musik verbindet: „Nacht der Lieder“ im Herzschlag der Großen Trommel in der Stephanuskirche Dresden

Fotos (lv)

Viele Stimmen können etwas bewegen

Singfreunde und Musikinteressierte sind eingeladen zu der Benefizveranstaltung im Rahmen der „Nacht der spirituellen Lieder“, die bereits zum sechsten Mal deutschlandweit stattfindet am 2. November, 18 bis 21 Uhr in der Stephanuskirche Dresden auf der Meußlitzer Straße 113.

Gemeinsames Singen einfacher Lieder aus den Kulturen der Welt zu Trommel, Akkordeon u.a. Instrumente ist das Besondere dieser Liedernacht. Musik, die bewegt – mit Momenten der Stille im Herzschlag der Großen Trommel.

„Singen verbindet uns, auch wenn wir uns nicht kennen – viele Stimmen können Großes bewirken und bewegen…“, sagt Corynna Kilian. Sie lädt wieder zum Liedertrommeln zusammen mit Gabriel Jaginiak, freischaffender Musiker, zur diesjährigen Liedernacht in der Stephanuskirche Dresden ein.
Es ist eine Veranstaltung im Rahmen der ‚Nacht der spirituellen Lieder‘, die deutschlandweit in vielen Städten stattfindet. Es werden Spenden für eine soziale Einrichtung/ Organisation/ Initiative und natürlich auch für die Abdeckung der Kosten der Musiker gesammelt.
In diesem Jahr haben Corynna Kilian und Gabriel Jaginiak zum ersten Mal eine CD dabei. Wer möchte, kann einen Eindruck mit nach Hause nehmen, weiterreichen, verschenken etc.  Ein Mitschnitt von der Liedernacht 2019, eine Auswahl. Einige Lieder davon werden sie auch in diesem Jahr wieder singen.
Die Veranstalter freuen sich auf viele Stimmen… Bringt also Eure Freunde, Verwandten, Bekannte, Nachbarn mit 🙂
Text: Corynna Kilian
gabriel.jagieniak@posteo.com
dolma@gmx.de
Gabriel Jaginiak, freischaffender Musiker:
• handgemachte Musik für allerlei Anlässe,
• Sing-Zeremonien für die Erde, vernetzendes Singen
mit Akkordeon oder PianoCorynna Kilian:
• Bären-Herz-Frauen: Indianische Jahresgruppe
• eigene Lieder, Klezmer und
• Stille, Urkraft und Gesang: Arbeit mit der True Voice®
Balkan Musik sowie Barpiano
• 48h-Trommeln – Traumzeit für Reinigung und Vision
• Akkordeon-Unterricht
• Singtreffen an der Großen Trommel

Matinee zur Tanz-Uraufführung „Picasso“ an den Landesbühnen Sachsen

Von der Leidenschaft zur Kunst

Matinee zu „Picasso“ am 3. November, um 19 Uhr auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen.

Choreograph Carlos Matos, Dramaturgin Gisela Zürner sowie die Tänzerinnen und Tänzer der Companie geben einen ersten Einblick in ihren neuen Tanzabend „Picasso“. Ausstatterin Kerstin Laube stellt ihre Bühne und die Kostüme vor.

„Picasso“, ein Tanzabend von Carlos Matos hat am 10. November, um 19 Uhr in den Landesbühnen Sachsen Uraufführung.

Malergenie, Macho und Musen

Der Spanier Pablo Picasso (1881-1973), eigentlich: Pablo Diego José Francisco de Paula Juan Nepomuceno María de los Remedios Cipriano de la Santísima Trinidad Ruiz y Picasso, Maler, Grafiker und Bildhauer, gilt als eine der bedeutendsten und produktivsten Künstlerpersönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts.

Zu den bekanntesten seiner ca. 50.000 Werke zählen als Schlüsselbild der klassischen Moderne „Les Demoiselles d‘ Avignon“ von 1907 oder das Gemälde „Guernica“ von 1937, eine  künstlerische Umsetzung der Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs.

Picasso hatte die Fähigkeit, durch Reduktion auf die Essenz das Wesen der Dinge mit nur wenigen Strichen erfassen zu können. Dies ist es, was den Choreografen Carlos Matos an diesem außergewöhnlichen Künstler interessiert. Und – selbstverständlich! – die Faszination, die er auf Frauen ausgeübt hat.

Auf welche Weise haben Frauen als Geliebte und Musen das Leben und Schaffen des Künstlers beeinflusst, bzw. wie haben sie sich als Künstlerkolleginnen – Tänzerin, Fotografin oder Malerin – an seiner Seite gefühlt?

Der „Macho“ Picasso liebte den Wechsel – vielleicht auch, weil er sich den Frauen gegenüber nicht wie ein Kavalier des 20. Jahrhunderts, sondern eher wie ein Spanier des 19. Jahrhunderts verhielt, was zu Spannungen und leidvollen Trennungen führte. Denn vor allem liebte Picasso seine Kunst und – sich selbst.

Text:  Petra Grubitzsch/LB

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

Premiere „Von der Ehe und anderen Irrtümern“ mit Jörg Bretschneider im Dresdner Figurentheater


Ein Waschbär als zweites Ich von Jochen, der frisch getrennt von seiner Frau, Besuch von einer flotten Katzendame erhält. Eine tierisch heitere Beziehungsposse. Foto: Dresdner Figurentheater

Ein humorvoller Achtsamkeitsratgeber für Mann, Frau und Tier

Am 1. November ist die Premiere des neuen Stückes „Von der Ehe und anderen Irrtümern“ von und mit Puppenspieler Jörg Bretschneider im Dresdner Figurentheater, in seinem Atelier im Künstlerhaus, Pillnitzer Landstraße 59 – Parterre. Die Regie hat Cornelia Fritzsche inne, die einigen bekannt ist durch ihre Stücke mit der gewitzten  Rättin. Wenn sie nicht mindestens drei Mal lachen können, bekommen sie ihr Eintrittsgeld zurück, verspricht Bretschneider.

Fr   01.11.2019   19.30 Uhr   Von der Ehe und anderen Irrtümern

Eine analoge Beziehungsposse oder ein Achtsamkeitsratgeber für Mann, Frau und Tier oder die Halbzeitbilanz eines Ehegatten.

Komik, der die tiefere Bedeutung nicht fehlt.

Sabine ist weg. Das Gasthaus zum grünen Kloß läuft nicht mehr. Seine Mutter macht ihn ein schlechtes Gewissen. Sein Vater sagte immer: „Das einzige, was du auf der Welt verändern kannst, ist die Lage deines Kopfkissens.“ Es gibt Tage, da läuft nichts. Da taucht ein Waschbär auf und behauptet das zweite Ich zu sein, zu wissen, was Jochen denkt und fühlt. Sein Vater sagte immer: „Das Einzige, was dich zuverlässig in die Irre führt, ist dein zweites Ich.“ Und so begibt sich Jochen Würzig mit seinem zweiten Ich auf die Reise zu sich.

Nächste Vorstellungen 

08.11.2019   19.30 Uhr   Von der Ehe und anderen Irrtümern
16.11.2019   19.30 Uhr   Ein Mann räumt auf oder das verliebte Einweckglas
29.11.2019   19.30 Uhr   Der Nächste bitte oder Hypophyse an Kleinhirn. 

Eine heiter – skurrile Reise ins Innere des Körpers und des Gehirns

Herr Meier kommt mit Magenbeschwerden zum Doktor. Ein schneller Schnitt, der Magen landet auf dem Tisch und er klagt sein Leid … Aber die Ursache liegt wohl eher im Kopf – und so begibt sich der Arzt auf eine ab – und hintergründige Reise in das Gehirn seines Patienten. Dort wirkt alles normal: Ein Gedanke jagt den nächsten und der innere Schweinehund verlangt sein Recht. „Wenn meine Patienten wüssten, was ich alles nicht weiß“, sinniert der Mediziner. Aber er gibt nicht auf. Ein Abend mit tiefsinniger Komik, der dem Zuschauer ganz nebenbei das Gefühl vermittelt: Ich bin nicht allein mit meinen Problemen.

30.11.2019   19.30 Uhr   Der Nächste bitte oder Hypophyse an Kleinhirn
06.12.2019   19.30 Uhr   Der Nächste bitte oder Hypophyse an Kleinhirn
28.12.2019   19.30 Uhr   Von der Ehe und anderen Irrtümern
31.12.2019   19.30 Uhr   Von der Ehe und anderen Irrtümern

Text: Jörg Bretschneider

Kartenbestellung über dresdner-figurentheater@gmx.de oder 01726072730

www.dresdner-figurentheater.de

Ausstellung „GefährteN“ von Heike Herzog in der Galerie mit Weitblick Radebeul

Wundervolle Wesen

Fantasiereich-skurrile Gestalten zeigt die Künstlerin Heike Herzog in ihrer Ausstellung „GefährteN“ derzeit in der Galerie mit Weitblick in Radebeul.

Heike Herzog hat einen ganz speziellen Sinn für noch nicht entdeckte Tierarten. Ihre Bilder und Objekte aus dem Wunderland der Natur, so ein Bildtitel, zeigt sie zurzeit in der Ausstellung „GefährteN“ in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstraße 13 in Radebeul. Darunter versteht die Künstlerin sowohl Gefährte zum Fortbewegen als auch Wegbegleiter. Halb Pflanzen- und Insektenwesen, die durchaus auch menschliche Züge und Verhaltensweisen zeigen.

Die Formen erinnern an Schalen, Blätter, Boote oder auch eine Arche Noah, in der die zarten Wesen Zuflucht finden. Ihre fantasiereich-skurrilen Naturwesen bewegen sich an Land, in der Luft und im Wasser, schaukeln auch mal in der Hängematte. Die Insekten und Fabelwesen schwirren und schweben als Objekte an langen Fäden als Windspiele. Darunter Ostseesteine eingesponnen und eingehäkelt in farbige Hüllen, manche halboffen, wie Kokons. Einige Objekte haben große Kulleraugen und Kugelkörper, mit und ohne Flügel, Stacheln und Fühlern. Gestaltet sind sie aus Peddigrohr, Papierkaschée, Strick und Nägeln. Sie tummeln sich außerdem auf Leinwänden und Tuschezeichnungen auf Papier.

Ein Mikrokosmos von winzigen Lebewesen, deren Leiber Kreise, Spiralen und Kugeln wie Eier oder Perlen zieren, festgehalten mit Pinsel und Feder. „Eine kleine Welt auf der Reise“, so ein Bildtitel. Von ihren Beobachtungen und Erlebnissen der Naturwesen, vom Werden, Leben, Vergehen und Veränderung erzählt Heike Herzog einfallsreich, witzig und poetisch in ihrer Bilderwelt in leuchtenden und erdigen Farben.
„Mit dem Sonntagsmantel in die Höhe“, „nach oben gleiten“ und „Etwas Kleines kommt mit“ heißen die Werke. „Zeit für eine neue Verbindung“, „Vorsichtig in die Tiefe“ und „Etwas Wertvolles behüten“ stehen sinnbildlich für den Umgang von Mensch und Umwelt. Es ist auch „ein Mahnmal für einen Krieger“ in Form eines Raubfisches zu sehen.

Ein Bild spiegelt ihr Lebensmotto: „Mein Lieblingsweg ist leicht“. Mit einer ganz entspannt in ihrer Schale sitzenden Schote in sonnigen Farbtönen. Schon als Kind war Heike Herzog fasziniert von den Hülsenfrüchten, Zuckerschoten samt heraus fallenden Kernen. In ihrem Gartenatelier in der Hellersiedlung in Dresden, umgeben von reichlich sprießenden Gewächsen, findet sie immer noch viele Anregungen für ihre Kunstwerke. Heike Herzog wurde 1964 in Dresden geboren. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie mit einem Abendstudium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, wo sie von 1988 bis `93 Bühnen- und Kostümbild studierte und von 1994 bis `96 ein Studium für Kunsttherapie anschloss. Sie war als wissenschaftlich-künstlerische Mitarbeiterin an der Hochschule tätig und arbeitet seit 2000 als Kunsttherapeutin und freischaffende Künstlerin. Die Ausstellung „GefährteN“ ist noch bis 26. Januar 2020 in der Galerie mit Weitblick Radebeul noch zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Sa und So 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

http://www.doro-malerei.de/www.heike-herzog.de

Premiere „Woyzeck“ frei nach Georg Büchner im Staatsschauspiel Dresden


„Immer noch rasiert Woyzeck seinen Hauptmann, isst die verordneten Erbsen, quält mit der Dumpfheit seiner Liebe seine Marie, staatgeworden seine Bevölkerung umstellt von Gespenstern“, schrieb Heiner Müller 1985 in seiner Rede „Die Wunde Woyzeck“ über Büchners Stück „“Woyzeck“.


Wer hat die Macht, wer hält sich für mächtig? Der Mensch als Marionette gefangen in einem Netz aus Ängsten, Widersprüchen und gegenseitigen Abhängigkeiten. Davon erzählt die Inszenierung „Woyzeck“ nach dem fragmentarischen Text von Georg Büchner im Schauspielhaus Dresden. Fotos: Sebastian Hoppe

Menschliche Albträume

„Bin ich ein Mensch?“, steht auf einem Aufkleber, der im Theaterfoyer ausliegt. Was sonst, liegt einem spontan auf der Zunge. Spannend, provokant, aufwühlend und schmerzhaft bis zur Grenze des Erträglichen stellt diese Frage auch die Inszenierung „Woyzeck“ frei nach Georg Büchner, gemischt mit Auszügen aus dem Roman „Tram 83“ von Fiston Mwanza Mujila und „Die Wunde Woyzeck“ von Heiner Müller, die unlängst im Schauspielhaus Dresden unter Regie des Nestroy-Preisträgers Jan-Christoph Gockel Premiere hatte.

In einer Mischung aus Schau- und Puppenspiel und Videosequenzen kam „Woyzeck“ auf eine Drehbühne, die an ein Bergwerk erinnert, mit höhlenartiger Behausung, in der man nur gebückt gehen kann und einer Hängematte zum Sitzen und Liegen. Darüber hebt und senkt sich bedrohlich ein roter Vorhang-Krater (Bühne: Julia Kurzweg). Die anfangs archaischen, leisen Klänge und Gesang, die das Geschehen begleiten, steigern sich im Laufe der Aufführung laut, grell, ekstatisch, eindringlich und unheimlich zugleich (Musik: Anton Berman). Drei Darsteller in grün-schwarzen Militäranzügen führen eine lebensgroße Woyzeck-Puppe mit Stirnlampe am Kopf und richten ihn auf einer Metallpritsche auf. Er hat sich für ein medizinisches Experiment bereiterklärt, für ein paar Pfennige seinen Körper verkauft. Ein halbes Jahr lang nur Erbsen zu essen bekommen und nun schaut eine Kommission aus Wissenschaftlern, was mit ihm passiert. Der Arzt (absurd-komisch: Torsten Ranft) regt sich auf, dass Woyzeck wie ein Hund auf die Straße pinkelt. Auf Befehl kann er nicht. Die Kultur soll ihn fähig machen, seinen Willen zu behaupten, poltert er.

Die Figur Woyzeck verkörpert den Mensch als willfähriges Geschöpf, leidende, geschundene Kreatur, Versuchsobjekt und menschliches Ungeheuer, das selbst zur Bestie wird. Alle brauchen, benutzen und missbrauchen ihn für ihre Zwecke, fragen ihn gar um Rat, den Außenseiter, Ausgestoßenen. Seine Liebste Marie (Luise Aschenbrenner), die mit seinem Kind sehnsuchtsvoll-verzweifelt auf Woyzeck wartet und die er erwürgt im Wahn. Der ehrgeizig-wahnsinnige Arzt, der alte Hauptmann, der nicht alleine sterben will (Lukas Rüppel) und der ratlose Schriftsteller (Matthias Reichwald). Das ist berührend und grotesk zugleich in Szene gesetzt. Grell überzogen und platt hingegen die Szenen mit Woyzeck als Wildem, Fremdem, Bedrohlichem und der Care-Pakete an Hilfsbedürftige verteilenden, großspurig-belehrenden und Dank einfordernden Entwicklungshelferin (Birte Leest). Der Tambourmajor (Jannik Hinsch)  kommt als albern-komischer, aufgeplusterter Feldherr mit Federhelm, halbnackt im Body und schwarz-gelber Schärpe in den Dresdner Stadtfarben kampfeslustig gegen alle wetternd daher. Das ist mehr billiges Kabarett als sprachlich feingeschliffenes Theater wie bei Büchner. „Seine Sätze springen einen beim Lesen heute noch an!“, sagte kürzlich in einem Interview der Schriftsteller und Theaterautor Lukas Bärfuss aus der Schweiz, der in diesem Jahr den Büchner-Preis, die höchste deutschsprachige literarische Auszeichnung erhält. Die Preisverleihung ist am 2. November in Darmstadt.

Sätze wie dieser, als Woyzeck den Doktor fragt: „Was ist das, was in uns lügt, stiehlt und mordet?!“ Doch für derart große, existenzielle und philosophische Fragen fühlt sich der Doktor nicht zuständig. Für ihn ist Woyzeck nur ein „interessanter Kasus.“ Er bekommt Zulage. Und marschiert er noch brav?

Zum Schluss, als er alles verloren hat, sagt Woyzeck noch einen dieser wunderbar klaren wie tiefen, traurigen Sätze: „Wenn man kalt ist, friert man nicht mehr.“

In faszinierendem Wechselspiel zwischen Puppe und Spieler (Puppenbau und -spiel: Michael Pietsch) ragt besonders der Woyzeck-Darsteller Ezé Wendtoin heraus in dieser Inszenierung. Er gibt der Figur ausdrucksstark eine doppelte Spielebene durch seine äußere Erscheinung, Sprache und Stimme, Gesang und kraftvolle Klänge an Trommeln und Schlagzeug. Wendtoin stammt aus Burkina Faso, studierte Germanistik und lebt als Schauspieler und Musiker in Dresden.

Eine Aufführung, die in Themen und Darstellung überfrachtet ist und polarisiert in ihrer grotesk zugespitzten Form, besonders mit ihren brutalen Gewaltszenen, in denen beispielsweise von einer Frau in schwarz glitzerndem Kostüm wie in einer Varietéshow eine kleine Puppe verhöhnt und als kleinbürgerlicher „Michel“ hingerichtet und die Woyzeck-Puppe vom Hauptmann grob umher geschleudert wird. Wer schon am Boden liegt, der kann sich nicht wehren und den kann man nicht mit Gewalt hoch zwingen. Einige Zuschauer verließen vorzeitig die Vorstellung. Und es gab neben Bravos auch Buh-Rufe zur Premiere.

Text (lv)

Nächste Vorstellung: 31.10., 19.30 Uhr im Schauspielhaus Dresden.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de