Aus meinem Wortgarten in die Welt: Neues Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ startklar

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Den Zauber des Moments im Blick: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry
Schneckenreise. Einladung zum Innehalten, Interagieren und Neues ausprobieren.

Der Zauber endloser Anfänge geht weiter

Nach der Premiere des Gedicht-Programms „Vom Zauber endloser Anfänge“ im Mai im KlangLabor Dresden sind neue Texte zum Leben in Corona-Zeiten eingeflossen. Damit kommt die Autorin Lilli Vostry gern mit musikalischer Begleitung an neue Auftrittsorte in Dresden und der Region.

Ich werde ältere und neue Texte gemischt lesen, die vor und während der Zeit des Lockdowns entstanden sind. Die Zuhörer können die Lyrik und Kurzprosa auf sich wirken lassen und für sich herausfinden, wie zeitlos die Stimmungen sind, wie sie sich wandeln, wo es Berührungsmomente, Reibung und Brüche gibt und wie sich der Blick auf das eigene Leben und die Welt in Corona-Zeiten verändert. Zu den Gedichten aus den Jahren von 2012 bis 2020 sind außerdem Notizen aus meinem Corona-Tagebuch zu hören, die auch auf Einträge und Reaktionen auf Texte auf meiner FB-Seite zurückgreifen und diese reflektieren. Daraus entsteht ein Puzzlebild verschiedenster Stimmen und Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen von Menschen, die von ihrem Umgang mit dem rätselhaften Virus, den Auswirkungen im Alltag und der Gesellschaft erzählen. Die Puzzleteile kann jeder für sich betrachten, sortieren, anders und neu zusammensetzen.

Dieses Programm will anregen, den Blick über das Maske tragen hinaus wieder für Begegnungen, Gespräche, ein offenes, lebendiges Miteinander mit allen Facetten zu öffnen, um aus Abständen nicht neue Barrieren werden zu lassen, sondern gemeinsam zu schauen was möglich ist.

Während des Lockdowns und den sozialen Kontaktbeschränkungen waren das Internet und Facebook mit seinen sozialen Foren monatelang nahezu mein einziges Fenster zur Welt, um mit anderen Menschen in Kontakt zu sein.

Das Live-Erlebnis wie Lesungen haben bei mir immer Vorrang. Darüber hinaus betreibe ich bereits seit fünf Jahren einen eigenen Kultur-Blog im Internet:  www.meinwortgarten.com  Dieser bietet über das reale Leben hinaus  kulturinteressierten Lesern und Kulturmachern die Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu bleiben und aktuelle Projekte und Veranstaltungen zu veröffentlichen.

Als neuestes, interaktives Angebot wird bald ein virtuelles Erzählcafé „Lebendige Beziehungen“ hier auf dem Blog eröffnen, wo man sich rund um Kunst, Kultur, Zwischenmenschliches und Umwelt austauschen, interagieren und neue
Formen der Kommunikation zusammen ausprobieren kann. Wo Platz ist für Ideen, Träume, Reifendes, das wahrgenommen und weiterentwickelt werden will. Natürlich gern auch Eindrücke und Feedback über das aktuelle Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ dalassen. Mit diesem komme ich gern auch mit musikalischer Begleitung in Spielstätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Cafés und Gartenlokale, Senioren- und Pflegeheime in Dresden und der Region (bitte an mich wenden per mail: lilli-vostry-journalistin@gmx.de )

Mein Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ und der interaktive Ausbau des Kultur-Blogs meinwortgarten.com werden gefördert mit einem zweimonatigen Arbeitsstipendium „Denkzeit“ der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Text + Fotos (lv)

Hier ein Gedicht aus dem neuen Programm:

Schneckenreise

Im Regenrauschen im Takt
der Tropfen tauchen sie
lautlos auf
im Schneckentempo aufwärts
am Stamm der alten Weide
gehen sie auf weite Reise

halb außen halb in ihrem farbflirrenden
Gehäuse
gleiten galant über rissige Rinde
auf der winzige Käfer vorbeiflitzen
schnellen Fühler vor und zurück
bei leiser Berührung
rollen sich ihre Körper feingliedrig
an Blättern ein und auf

fallen in Love
folgen ihrem Weg
sehr agile Winzlinge
Regenperlen gleich mit durchsichtig
schimmerndem Gehäuse
hinauf bis in die Weidenkrone

Lilli Vostry
22.8.2020

Überall Welt: Buchpremiere von Volker Sielaff im Zentralwerk & Neuer Gedichtband „Barfuß vor Penelope“

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Die Edition AZUR lädt ins neue Verlagsbüro im ZENTRALWERK – ein neues Domizil der Dresdner kreativen Szene – zur Vorstellung von Volker Sielaffs Journal „Überall Welt“ am 7. März 2017, um 20 Uhr auf der Riesaer Straße 32 ein. Mit Lesung und Gespräch mit dem Buchautor. Der Eintritt ist frei.

Ein Tagebuch kann vieles sein: Archiv, Versuchslabor, Ideenspeicher. Volker Sielaffs Journal passt in keine dieser Schubladen – und sein Schreibgrund ist wohl am ehesten mit dem vergleichbar, den Victor Klemperer einmal für seine Tagebücher formulierte: »Nur Leben sammeln. Immer sammeln. Eindrücke, Lektüre, Gesehenes, alles. Und nicht fragen, wozu und warum.«
Nach den gefeierten Lyrikbänden »Selbstporträt mit Zwerg« und »Glossar des Prinzen« legt Volker Sielaff erstmals eine Auswahl von Prosaaufzeichnungen aus zehn Jahren vor: unverstellte, berührende Notate vom Rand der Wahrnehmung. Sie berichten vom Glück des Lebens mit einem Kind, von Begegnungen, Streifzügen, Lektüren und Beobachtungen. Überall Welt!

ISBN: 978-3-942375-24-5
152 S., Klappenbroschur, 19,90 EUR

Der Chamisso-Preisträger Gino Chiellino schrieb in einer DNN-Kritik unter dem Titel „Ein Entwicklungsroman besonderer Art: Volker Sielaff legt mit „Überall Welt“ ein außergewöhnliches Buch vor“ u.a.: „Zwar werden Reisberichte, Tagebücher und Autobiographien wichtiger und unwichtiger Akteure mit Erfolg veröffentlicht, aber welcher Schriftsteller würde es wagen, wie es Volker Sielaff getan hat, ausgehend von einer existentiellen Veränderung im Leben des Protagonisten eine elfjährige Beobachtung der Welt um das Leben des Journalverfassers niederzuschreiben? Mir ist auf jeden Fall kein zweiter bekannt!“

Siehe dazu auch den Text auf meinwortgarten.com zur Lesung „Unmöglich, gegen eine Amsel anzulesen…“ von Volker Sielaff aus seinem Buch „Überall Welt“.

Mehr Text zu diesem Buch folgt.

Rezension zum neuen Gedichtband „Barfuß vor Penelope“ von Volker Sielaff (edition Azur, 2020)

Kleiner Vorgeschmack: In diesen Texten, freien Versen und mit End- und Binnenreim, spricht oft die Liebe, in allen Facetten, zärtlich, rau und sanft. Diogenes spricht zu einem Maler; eine wortwitzreiche-poetische Welt- und Alltagsreise ist der Zyklus „Mystische Aubergine“ und kleine schöne Momentaufnahmen des Seins verankert Sielaff im letzten Kapitel mit dem Bekenntnis: „Ich bin in hohem Bogen ein Diesseitiger“.
Ein luftig-leichtes, gedankenreiches Buch für warme und kühle Tage, voller Farb- und Sprachreichtum über die Liebe zu allem, zum Leben mit allen Höhen und Tiefen. Prägnant und geheimnisvoll wie im Klappentext auf der Buchrückseite mit dem doppeldeutigen Titel „Liebe endlich“: „zum Umbruch, zur Wut. Zu den achtzig Thesen des Pandas zum Blut. Zu jedem, der noch gern barfuß geht. Zum Hut, zur Kokotte, zum Widergänger, zum Nestbeschmutzer und Zettelaufhänger. Zu Aphrodites Tattoo. Zu allen Tasten auf deiner Haut, zu jedem Ganoven, jeder Braut. Zu Else Laske-Schüler und dem Blauen Klavier auf deinem Kühler.“

Text (lv)

Genuss pur. Poesie & Kuchen – auch zu buchen…

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Genuss für Geist & Sinne. Mit Rhabarber – Ein Gedicht aus dem Backofen fing alles an. meinwortgarten-Inhaberin und Autorin Lilli Vostry liebt Poesie & Kuchen und bringt beides gern zu Lesungen mit.

Wenn die Worte und Aromen auf der Zunge tanzen

Die erste Kostprobe gab es bei der Premiere meiner Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ am 16. Mai im KlangLabor in Dresden, das angesichts Corona-Einschränkungen gut gefüllt war. Vom ersten selbst gebackenen Rhabarberkuchen, dem ich ein eigenes Gedicht widmete, blieb fast kein Krümel übrig. Das spornte mich an zu weiteren Backversuchen. Ich mag Poesie & Backen. Das Spiel mit Worten & Zutaten & der betörende Duft & Aromen, die auf der Zunge tanzen & Gestalt annehmen. Zum Zuhören, Probieren und Genießen einladen und etwas Bleibendes schaffen.

So entstand mein neues Angebot unter dem Motto: „Poesie & Kuchen – auch zu buchen“ eigene Gedichte und selbst gebackenen Kuchen zu Lesungen mitzubringen. Und diese zwei Leidenschaften zu verbinden. Genuss für Geist und Sinne.

Ich lese gern vor neugierig aufgeschlossenem Publikum, ob in Spielstätten, in einem Gartenlokal, auf privaten Feiern oder in Senioren- und Pflegeheimen in Dresden und der Region. Gedichte über Zauberhaftes in der Natur und Zwischenmenschliches, Veränderungen und Wandlungen im Leben und den Zauber des immer wieder Anfangens. Viele meiner Gedichte, die in den letzten zehn Jahren entstanden und für die ich als nächstes einen passenden Verlag suche, stehen hier auf meinem wortgarten-Blog.

Wer Interesse an meinen Lesungen hat, auch mit musikalischer Begleitung möglich, kann mir gern schreiben an folgende e-mail-Adresse:
lilli-vostry-journalistin@gmx.de

Text + Fotos (lv)

Licht & Schatten: meinwortgarten in der Corona-Krise

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Liebe LeserInnen meines wortgartens,

zuerst das Erfreuliche: dieser Kultur-Blog nähert sich der 70 000-Marke an Aufrufen. Es geht stetig aufwärts. Mein Traum-Ziel ist die 100 000 bald zu erreichen und hoffentlich auch mal Einnahmen, auch aus den täglichen Anzeigen, die bereits seit einer Weile rings um meine vielen Beiträge stehen…

Es sind besondere, zwiespältige Zeiten gerade. Ich lebe, genieße im Moment, doch die Sonne vertreibt die existenziellen Sorgen nicht… Habe kaum Einnahmen momentan aufgrund der einschneidenden Corona-Maßnahmen.

Daher meine Bitte an Euch, vor allem die langjährigen Stammleser: Wenn Ihr meine Arbeit als freie Journalistin schätzt und unterstützen möchtet, könnt Ihr das jetzt mit einer Spende für das Weitergedeihen meines Kultur-Blogs: http://www.meinwortgarten.com tun.

Dieser wird seit nunmehr fünf Jahren von mir liebevoll gehegt und wächst… Das alles unentgeltlich. Viel Zeit steckt im wortgarten, bin oft unterwegs und Ihr bekommt immer neue, vielfältige Kulturgewächse zu lesen und sehen in Form von Bildern…
(Die Tagesmedien haben längst Bezahlsperren für ihre online-Angebote eingerichtet.)

Doch allein von Luft und Liebe kann auch ich nicht leben.

Herzlichen Dank an alle Leser und Unterstützer.

Bleibt schön neugierig, teilt und empfehlt meinwortgarten.com weiter.

Eine gute Zeit und Bleibt gesund!

Lilli Vostry
Inhaberin meinwortgarten.com

Herzlichen Dank für ihre Spende:

Kathrin Krüger-Mlaouhia, Redakteurin in Großenhain

Hartmut Maihöfer vom mai hof puppentheater in Dresden-Weißig

Günter Gläser, Emaillebilder-Künstler in Radebeul

Michele Cyranka, Malerin, Grafikerin und Keramiikerin in Tharandt

Spendenkonto:

Lilli Vostry
Bankverbindung: IBAN DE 88 8707 0024 0525 231700 bei Deutsche Bank
Kennwort: wortgarten-Spende

Fotos (lv)

Start der Schreib- und Geschichtenwerkstatt für Kinder „Fantasius Firlefanz“

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Geschichten-Abenteuer erleben – Jeder hat Fantasie!

Für alle, die in den Sommerferien noch nichts vorhaben, startet für neugierige, spiel- und erzählfreudige Kinder und Jugendliche die Schreib- und Geschichtenwerkstatt „Fantasius Firlefanz“ mit Lilli Vostry, freie Journalistin und INhaberin des KulturBlogs meinwortgarten.com als neues Angebot im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Heute am 4.7., von 16 – 18 Uhr das erste Mal. Ab 11. Juli dann immer mittwochs von 17 – 19 Uhr. Ich freu mich auf Euch.

Hallo, liebe Kinder!

Hier könnt Ihr die kreative Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche „Fantasius Firlefanz“ kennen lernen. Der bewegliche kleine Holzvogel ist unser Begleiter, der unsere Fantasie beflügeln möchte. Bei den Geschichten-Abenteuern, die uns zuflattern aus der großen Welt der Worte.

Gemeinsam entdecken wir den Spaß am Erzählen, sprachlichen Gestalten in spielerischer Form und Umsetzen der selbsterdachten Geschichten.

Wenn Ihr gern träumt, erfindet, neugierig seid, Euch lesend und schreibend ausprobieren wollt, ist die Schreib- und Geschichtenwerkstatt ein guter Ort, dies miteinander zu tun.

Zu meiner Person: Ich heiße Lilli Vostry, schreibe selbst gern seit meiner Kindheit und arbeite hauptberuflich als freie Journalistin, außerdem als Kinderbetreuerin und in der Deutsch-Nachhilfe in Dresden. Es sind auch spezielle Angebote für Kinder mit ADHS möglich.
Ich gebe auch Kurse in spielerischem Schreiben für Kinder auf Anfrage in Schulen.

Kosten pro Teilnehmer pro Nachmittag: 5 Euro

Kontakt: Lilli Vostry, Tel. (0351) 848 75 03 oder 0177 – 524 88 48
email: Lilli.Vostry@freenet.de

 

Keine für Alle! – Lara Finesse

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Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

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Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

Ausstellung „Vertraute Orte“ von Reinhard Springer bei art + form

Reinhard Springer

»Vertraute Orte«
Ausstellung vom 19. Juli bis 2. September 2021

Zur Ausstellung wird als Vorzugsgrafik die Radierung „Klosterruine Oybin“ in imitierter Auflage von 30 Exemplaren angeboten.
Kunstfreunde können die Ausstellung vor Ort in den Galerieräumen besuchen und ab 22. Juli im virtuellen Rundgang

Statt einer Vernissage im gewohnten Rahmen wird es auf der Homepage von art + form ab 30. Juli 2021 ein Ausstellungsvideo geben, in dem Worte von Prof. Dr. Harald Marx und Gitarrenklänge von Silvio Schneider zu den Bildern von Reinhard Springer zu hören sind.
Galerie und Künstler freuen sich auf Euer Interesse!

GALERIE RAHMUNGEN SPECIALS
Bautzner Straße 11 / Albertplatz
01099 Dresden-Neustadt
Tel. 0351-803 13 22 – Fax 0351-803 13 23
Montag-Freitag 11-19 Uhr, Samstag 11-16 Uhr
info@artundform.de
www.artundform.de

Ausstellung „Codes of Nature“ von Erika Richter & Jonas Engelhardt, Meisterschüler der HfBK Dresden beim Kunstverein Meißen


Titelbild von Erika Richter: Erosion VI (Bloßstockwand) 2021, Öl auf Leinwand und Jonas Engelhardt, ohne Titel, Digitaler Prototyp, 2021

Wie sich alles fügt

Erika Richter & Jonas Engelhardt, MeisterschülerInnen der HfBK Dresden zeigen ihre Arbeiten noch bis 29. August in den Räumen des Kunstverein Meißen e.V. Eine Kooperation des Kunstverein Meißen e.V. mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Kuratiert von Nina Fischäss.

Wir sind umgeben von Strukturen, von Gesetzmäßigkeiten und Kompositionen inmitten der scheinbaren Entropie der Welt. Langjährige Beobachtung und Erforschung ermöglichen es manchen von uns, die Regeln, nach denen unsere Umwelt aufgebaut ist, zu durchschauen und wiederum andere vermögen es auch, diese Gefüge aufzuschlüsseln, zu dekonstruieren und darzustellen, auf das sie auch uns Einblick und Verständnis gewähren können.

«CODES OF NATURE» ist der Titel der diesjährigen Ausstellung, in der Erika Richter und Jonas Engelhardt, in unterschiedlichen Medien und Techniken erforschen, wie sich Strukturen auflösen, umordnen und zu neuen Gefügen aufbauen lassen.

Erika Richter, geboren 1994 in Dresden, schloss 2020 ihr Diplom an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ab und studiert seitdem als Meisterschülerin von Professor Macketanz. In ihren Arbeiten untersucht sie Aufbau und Gesetzmäßigkeiten von Gestein und öffnet den Blick für die künstlerischen Formen im Alltäglichen.

Jonas Engelhardt wurde 1990 in Dormagen geboren und studiert bei Professor Kerbach und Professor Honert an der HfBK. Seit seinem Diplom 2020 ist er Meisterschüler von Professor Honert. Seine Arbeiten in variierenden Medien reichen von provokativ-humoristischen Darstellungen des Menschen zu aufwändigen Soundinstallationen und 3D-gedruckten Plastiken.

Seit drei Jahren kooperiert der Kunstverein Meißen mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und lädt MeisterschülerInnen ein, ihre Werke zu präsentieren.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Katalogpräsentation und KünstlerInnengespräch am 28. August, 17 Uhr in der Ausstellung.

Text + Foto: Matthias Lehmann

Kunstverein Meißen e.V. · Burgstraße 2 · 01662 Meißen · Tel. / Fax: 03521 476650 · kontakt@kunstverein-meissen.de · http://www.kunstverein-meissen.de · Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag 12 – 18 Uhr. Eintritt frei.
WIE KÖNNEN SIE UNS UNTERSTÜTZEN

Der Verein arbeitet auf ehrenamtlicher und gemeinnütziger Basis. Eine kontinuierliche Vereinsarbeit ist nur möglich mit Hilfe von öffentlichen Fördermitteln und privaten Spenden. Bereichern auch Sie das kulturelle Angebot der Regionen Meißen und Sachsen, indem Sie die Arbeit des Kunstvereins mit einer Spende unterstützen! (Spenden an gemeinnützige Vereine sind steuerlich voll abzugsfähig.)
Spendenkonto: Kunstverein Meißen e.V. · IBAN DE86 85055000 3150000202 · BIC SOLADES1MEI · Sparkasse Meißen · Wir stellen nach Eingang Ihrer Spenden eine Spendenbescheinigung aus. Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Oder werden Sie Mitglied bzw. Fördermitglied. So sorgen Sie mit Ihren Mitgliedsbeiträgen für eine kontinuierliche Unterstützung. Das Anmeldeformular gib es auf unserer Webseite.

Uraufführung „Gefährten“ – ein inszenierter Hörspaziergang durch das Ostragehege


Den Fährten der Tiere folgen… Und wie sie uns Menschen sehen, erfährt man neugierig, staunend, gerührt und erschüttert in der Open-Air-Inszenierung „Gefährten“ im Ostragehege. Fotos: Sebastian Hoppe

Menschliche Tiere und tierische Menschen

Was unterscheidet, trennt, eint und verbindet Mensch und Tier und wie kann ein besserer Umgang gelingen? Dem geht mit viel Ironie, Situationskomik, Wut, Wehmut und Fantasie die Aufführung „Gefährten“ auf einem inszenierten Hörspaziergang im Ostragehege nach. Ein bewegendes Projekt der Bürger:Bühne des Staatsschauspiels Dresden.

Wie fühlt es sich an Tiere zu haben? Was ist artgerechte Haltung? Bleibt der Mensch oder die Tiere und Natur als letztes zurück oder schafft er sich am Ende selber ab, nachdem er alles andere ausgerottet hat?! Spannende Fragen, die sich die Akteure der Aufführung „Gefährten“ zu Beginn stellen. Die Besucher lauschen ihnen mit Kopfhörern im Garten der Börse Dresden im Messegelände, auf der Wiese sitzend zur Einstimmung. Die Antworten darauf sind so unterschiedlich und konträr, dass bald eine lebhafte Diskussion zwischen den Akteuren entsteht, die das Heikle und die Tragweite des Themas schon deutlich vor Augen führen.

„Wir haben die Freiheit in uns“, sagt eine Akteurin. „Die Tiere begleiten mich oder ich begleite die Tiere.“ Sie würde nie sagen, dass sie die Tiere hat. Wir alle würden irgendwie Tiere einsperren und wir haben in der Gesellschaft eine Verantwortung auch für die Tiere.

Wie passen Freiheit und Haustiere überhaupt zusammen? Und was ist ihre eigentliche Umgebung heute? Von Tieren, die ursprünglich in der Wildnis lebten, die aber seit vielen Jahrhunderten von Menschen gehalten werden? Eine Frau erzählt, dass sie monatelang mit einer Spinne zusammenlebte. „Bis sie sich entschied auszuziehen…“ Der einzige Mann in der Runde lacht bei dem geäußerten Gedanken, dass wir mehr Wale bräuchten, die das angeschwemmte Plastik aus dem Meer fressen. Eine Veganerin findet, allein mit dem Fleischverzicht sei den Tieren nicht geholfen. Es brauche Lösungen, die die Leute wachrütteln. So wie bisher könne es nicht weitergehen.,

Sieben Spielerinnen und Spieler mit unterschiedlichen Ansichten, Erfahrungen und Verbindungen zu Tieren folgen deren Fährten und ergründen das zwiespältige Verhältnis zwischen Mensch und Tier, die geliebt, geschätzt, genutzt und getötet werden, auf einem inszenierten. surrealen und dokufiktionalen Hörspaziergang durch das Ostragehege, wo ehemals Europas größter Schlachthof war. Regie, Raum und Sound lag in den Händen von Juliane Meckert und Diana Wesser in dieser Produktion der Bürger:Bühne des Staatsschauspiels Dresden.

Die nächste Vorstellung am 21.7., um 19.30 Uhr ist bereits ausverkauft! Für die letzten zwei Vorstellungen am  22. Juli, um 17 + 19.30 Uhr sind noch Karten erhältlich.  Start ist an der Börse Dresden, Messering 7.

Die sieben Darsteller erzählen und spielen mit viel Ironie und Situationskomik, Unbehagen, Wut und Wehmut, nahegehend und streitbar, fantasiereich kostümierte Mischwesen aus Tier und Mensch, die mal belustigt, mal bedrückend, beängstigend und grotesk-komisch mit den Zuschauern spielen – als Versuchsobjekte für ein Experiment. Zuerst geht es hinauf in den Festsaal der Börse mit nachgebildeten Tiertrophäen, Läufer aus Tierhaut und eine ausgestopfte weiße Eule auf dem Kaminsims. Wo es wissenschaftlich ausführlich und eindringlich um Objekt, Subjekt und Abspaltung der Spezies Mensch, die Naturausbeutung als Ressource des Industriekapitals, die Höherbewertung von Kultur gegenüber der Natur und die Suche nach Alternativen geht, die aus ökologisch feministischen Naturvorstellungen heraus auf gleichberechtigten Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Tieren beruhen.

Das Publikum folgt den Gestalten mit Tierköpfen, die Hasenkopf, Federkleid, Bärenfell oder eine durchsichtige, kugelige Hülle wie eine Qualle tragen. Ein gefiedertes Wesen (Ivana Kromat), vielleicht ein Huhn in golden schimmernder Jacke zieht eine lange rote Schleppe wie eine blutrote Spur durch eine helle, leere helle Messehalle, auf dem Boden die weiß gezeichneten Umrisse von Tieren, die einst hier geschlachtet wurden.  Es sind Tiergeräusche zu hören, Schweine grunzen, Schafe mähen, Kühe muhen und Pferde wiehern. Ein Mann erklärt die Bewegungsabfolge, welche die Zuschauer mit ausführen sollen: „Greif mit der linken Hand in die Luft, zieh etwas an dich heran und stich mit der rechten Hand zu! So geht das.“ Und wiederholt die Worte immer wieder und die meisten Zuschauer machen es mit. Fast 700 Millionen Geflügel, 60 Millionen Schweine und 30 Millionen Rinder sterben jährlich in Deutschland auf die Art. Rund 30 000 Arbeiter in Schlachthöfen töten im Akkord die Tiere.

Eine Gestalt mit Federrock und Fernglas (Hayret Ulusoy) steht im Gestrüpp hinter einem Gitterzaun und klagt über die Gitterkäfige und die ständige Beleuchtung. Die Augen tun so weh, dass sie den Sternenhimmel nicht mehr sieht, dafür stinkt es nach faulen Eiern und Tod. Ihr habt doch schon alles von mir! Was wollt Ihr noch?!, kreischt sie verzweifelt dramatisch die Zuschauer an. Ein Bär (Karl Theodor Uschner) wühlt in einer Mülltonne nach Essbarem.

Hinter den verfallenen Schlachthofbaracken und den Brombeerhecken versammelt sich das Publikum zu einem geheimen Treffen mit einer Gruppe von radikalen Tierrechtsaktivisten am imaginären Lagerfeuer, die überlegen und erbittert streiten, wie sie das sinnlose Machtspiel zwischen Mensch und Tier beenden und die Erde retten können. Im Chor verkünden sie kämpferisch ihre neue fantastische Gesellschaftsutopie: „Menschliche Tiere und tierische Menschen!“ Sie wollen die Grenze auflösen, Einssein mit den Tieren.

Sie malen sich aus wie es wäre als Mischwesen, Chimäre. Zu fliegen wie die Vögel oder im Wasser gleiten wie die Fische. Den Kopf frei machen und nichts tun. Pure Freiheit. Es gäbe keine Zoos mehr und man könnte in den natürlichen Lebensraum der Tiere mit einfließen.

Im nächsten Moment beschimpfen sie sich mit Tierausdrücken als „dumme Gans“, „fettes Schwein“, „Opferlamm“… Der Hase, das Versuchskaninchen zeigt stolz das gläserne Versuchslabor für die neuen Mischwesen unter der Holzbrücke. Unterdessen ziehen Gewitterwolken herauf am Himmel.

Auf einer begrünten Rampe werden die Zuschauer von den Tiergestalten einer gründlichen Selektion unterzogen, sie drehen den Spieß um, nehmen drastisch die Einteilung in Nutz- und Haustiere auf die Schippe und überlegen gruslig-komisch, was brauchbar ist am Menschen und wie er zu optimieren sei. „Sex ist unhygienisch! Wer braucht das noch?! Und wozu dann noch Geschlechter?“, ruft eine Frau, die Leiterin des Experiments (Romy Kunert) im schwarz-weiß karierten Kostüm mit vier Händen spöttisch in die Runde. Gipfelnd in der Frage, ob es dann überhaupt noch Menschen brauche?! Tiere haben bessere Sinne, sie sehen und hören viel mehr als Menschen. Der Hase (Sarah-Luisa Bracke) erzählt von schlimmen Tierversuchen, seitdem zuckt er ständig. Zusammen mit der Frau, die unter ihrem karierten Mantel eine Haut wie ein Reptil trägt, verteilt er Tierfelle an die Zuschauer. Jetzt ist Rundumerneuerung angesagt. Sich häuten, alles schön und neu wachsen lassen… Ein paar Hände, Klauen und Flügel würde die Reptilfrau auch gern nehmen. Die Qualle (Lydia Müller) balanciert auf einem Seil und sagt weise: „Bekommt etwas zu viel Gewicht, gerät es aus dem Gleichgewicht. Wir alle kämpfen, um nicht unterzugehen.“

Über die Straße geht es hinüber in den Wald, in naturgeschütztes Gebiet mit entsprechender Beschilderung. Dort sind Insekten und Grün streng geschützt. Der Widerspruch stößt den anderen Tiergestalten auf. Eine Spaziergängerin mit vier Galgohunden schaut neugierig auf den bunten Tierumzug. Im Wald hält der Bär hungrig ein Gewehr, an seiner Seite sitzt auf einem roten Stuhl eine schwarze Gestalt (Paula-Sophie Graband) mit einer Krone aus Zweigen und einem roten Herz in der Hand. Ein Schuss und ein Tierschrei sind zu hören. Sie erzählen von Jagd und Töten von Wildtieren berührend und zwiespältig. Gerade hat das Reh noch gelebt, jetzt liegt es tot am Boden und sein Herz pulsiert noch warm in der Hand. Ein unangenehmes Gefühl. Doch das Tier wäre auch gestorben, wenn sie nicht da gewesen wäre, tröstet sich die Frau. Sein Herz bekommt, in Scheiben geschnitten, ihr Hund, der zur Jagd mitlief und dem sie damit etwas Gutes getan habe, er freut sich.

Auf einer Waldlichtung sitzen die Zuschauer auf der Wiese auf den Tierfellen und lauschen meditativen Klängen. Eine Stimme sagt salbungsvoll: „Wir sollten diese Verbindung immer wieder sehen – jede Blume ist eine Welt für sich. Jeder Baum. Jede Bewegung.“ Die Tiergestalten verteilen wie für ein Festmahl silberne Teller. Die Vogelfrau zerteilt ein Tier mit dem Messer, das sei doch auch ein „Teil von Kultur“!, und wirft den Zuschauern rohe, rote  Fleischstücke samt Fell und Krallen zu. Guten Appetit!

Man fühlt sich hin und her gerissen bei diesem Rundgang an konkrete und symbolische Orte und Szenen, in denen an das Leid der Tiere dieser Welt erinnert wird. Das geschieht ergreifend, traurig, aberwitzig und schmerzlich, aber auch feierlich und würdevoll wie bei einer Zeremonie. Mit abschließendem Ritual an der Elbe für all die getöteten und täglich weiter sterbenden Tierarten durch Naturzerstörung. Währenddessen bricht die Sonne durch die Wolken, Die Tiergestalten teilen Spiegel aus, den sich jeder Zuschauer vors Gesicht hält und sich vorstellt, welches Tier er ist, Wild- oder Haustier und mit der Energie dieser Wesen in Resonanz geht. Auf der Spiegelrückseite steht: „Wir werden gemeinsam oder wir werden gar nicht“. Ein Zitat der Wissenschaftshistorikerin Donna Haraway aus ihrem letzten Buch „Unruhig bleiben“. Die ganze Aufführung ist ein Experiment mit wechselnden Mensch-Tier-Perspektiven. Ob es geglückt ist und etwas bewirkt, kann jeder für sich entscheiden.

Es ist auf jeden Fall an der Zeit, das Verhältnis Mensch – Tier neu zu gestalten, sie als fühlende Geschöpfe und Lebewesen anzuerkennen, ihre natürlichen Lebensräume zu erhalten, zu schützen und sie einfach in Ruhe leben zu lassen. Mensch und Tiere können nicht ohne einander, sondern nur miteinander Wege finden, sie naturnah und verträglich zu halten und auf die Bedürfnisse der Tiere zu achten. Nicht die Tiere brauchen ein Bewusstsein, sondern die Menschen mehr Bewusstsein und Mitgefühl für einen angemessenen, besseren Umgang mit Tieren als Mitlebewesen.

Viel Beifall für ein besonderes Theatererlebnis, das einen nicht so schnell loslässt.

Text + Fotos (2) (lv)

Weitere Infos + Tickets unter http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Skurril und gruslig-komisch: das Experiment mit Mischwesen aus Mensch und Tier und eine Zeremonie, auf der schmerzlich, wütend und würdevoll an das Tierleid in der Welt erinnert wird. Fotos: Sebastian Hoppe
Nach dem Abschlussritual an der Elbe. Die „Gefährten“ und die sie begleitenden Menschen bekamen reichlich Beifall zur Uraufführung. Fotos (2) (lv)

Kunst geht in Gärten in Radebeul & ein Plenair mit KünstlerInnen im Areal von Schloss Wackerbarth


Refugium, Rückzugs- und Schaffensort in einem ist sein Garten mitten im Wald
im Radebeuler Lößnitzgrund: der Bildhauer und Sozialarbeiter Friedemann Dietzel vor seinem Sägebild „Ikarus“.

Reichhaltige Figurenwelt und Freiluft-Atelier

Der Bildhauer Friedemann Dietzel ist erstmals dabei bei der Veranstaltung “Kunst geht in Gärten“ am 17. und 18. Juli, von 13 bis 18 Uhr in Radebeul. Und es gibt ein Plenair mit 16 Künstlern im Areal von Schloss Wackerbarth.

Umgeben von hohen Bäumen im Lößnitzgrund taucht das bezaubernd urwüchsige Gartenreich von Friedemann Dietzel auf. Von Grün umwucherte Treppenstufen führen den Hang hinauf zu seinem Garten mit Sommerhaus. Das Dach ist üppig berankt mit Weiß- und Blauregen. Davor steht eine Bank und ein alter Holztisch. Ein Stück weiter eine hohe, farbig bemalte Holzskulpur mit erhobenen Armen wie eine Tanzende. Kleine und größere Skulpturen wachsen aus dem Grün und zwischen blühenden Hortensien hervor. Begleitet von kaukasischen Vergissmeinnicht, Kugeldisteln, Flox, Rosen und Dahlien. Noch eine Terrasse höher befindet sich Dietzels Werkstatt „PrijArtzwo“ (auf russisch: Obdach). Hier hat er ein neues “Obdach für die Kunst“ errichtet aus hellem Fichtenholz, mit großem Fenster und weitem Blick auf die Lößnitzlandschaft, nachdem seine Werkstatt 2015 nach einem Kurzschluss abbrannte.

Verkohlte Skulpturen erinnern daran. Neben ihnen steht eine grazile Figur in blauen und sonnigen Farbtönen. Eine „Himmelsguckerin“, die vom Scheitern und Fliegen erzählt, sagt Friedemann Dietzel. Er ist erstmals dabei bei der letztes Jahr ins Leben gerufenen Aktion „Kunst geht in Gärten“, initiiert vom Kulturamt der Stadt Radebeul, am 17. und 18. Juli von 13 bis 18 Uhr. Die Besucher können Natur, Kunst und Gartenlust an 23 Stationen mit rund einhundert Künstlern erleben.

Bei Friedemann Dietzel in seinem Garten auf dem Langenwiesenweg 64 unweit der Schefflermühle lockt eine reichhaltige Figurenwelt aus meterhohen Holzskulpturen und kleinen, filigranen Bronzegussfiguren. Sie haben auffallend große Hände und verkörpern mal kraftvoll, raumgreifend, springend, tänzerisch bewegt und mit Krücken das Zerbrechliche des menschlichen Seins.

Da kann man poetische Texte und Notizen von ihm zu seinem bildhauerischen Schaffen an der Werkstattwand lesen, stehen philosophische Zitate entlang des Treppenaufgangs zum Garten und wird zum Verweilen und Genießen bei Kaffee und Kuchen und Wein vom Winzer Michail Kruchak nebenan in die Kunstoase im Grünen eingeladen. Außerdem können die Gäste den Klängen der in den Gärten umherwandelnden Musiker lauschen.

„Alles Leben begann in Gärten. Sie erzählen wie der Mensch sich in der Welt einrichtet“, sagt Friedemann Dietzel. Der Garten sei sein Refugium, Rückzugsort für die Seele und Schaffensort seiner Skulpturen. Darunter ein Figurenzyklus mit dem Titel „Zeichen der Zeit“, zu denen „die Haltung“ und „die Hoffnung“ gehören. Diesen Winter entstanden „die Dankbarkeit“ und „die Würde“, „die Versöhnung“ ist gerade im Entstehen. Die über zwei Meter hohen Eichenholzskulpturen stehen in einem weiteren Garten in der Nähe, den Dietzel für Interessierte öffnet. „Das Spiel zwischen Freiheit und Begrenzung und einen Umgang damit finden“, darum geht es ihm vor allem in seinem Werk. Zusammen mit seinem Vater kümmert er sich außerdem um zwei Bienenvölker mit je 50 000 summenden Insekten und bald im Sommer wird der Honig geerntet.

Friedemann Dietzel wurde 1968 in Dresden geboren. Er lernte bei einem Tischlermeister, der viel in Künstlerkreisen unterwegs war, arbeitete in diesem Handwerk mit Herz und Seele und studierte nach der Wende Sozialpädagogik. Er ist als Sozialarbeiter in der Wohnungsnotfallhilfe in einer Beratungsstelle in Dresden tätig. Berufsbegleitend absolvierte Dietzel ein Bildhauerstudium in Bonn. Seit 2006 ist er künstlerisch tätig. In seinem Tun verbinden sich drei Energien, die effizient handwerkliche, die emphatische, einfühlende und die künstlerische, die sich ausdrücken möchte, so Dietzel. Diese werden vielfältig sichtbar in seinem Garten. Das Werden und Vergehen in der Natur immer vor Augen, finden sich hier Erschaffenes und Unfertiges nebeneinander, hegt und pflegt er das Kreative und Intuitive. Der Genuss liegt im Wilden, Verspielten, so Dietzel, nicht im akkurat Abgezirkelten.

„Nach einer Weile fallen die Schnitte wie sie wollen/Sie fressen und schlürfen sich hungrig und rasend/einen eigenen Rhythmus findend/der Sound hallt durch das Tal/malt die Begleitmusik“, beschreibt er die Arbeit mit der Kettensäge an den Skulpturen. Im Sommerhaus hängen Sägebilder, in denen die Kettensäge zum Pinsel wird in einer Mischung aus Bildhauerei, Grafik und Malerei. Da verbrennt sich “Ikarus“ die Flügel und funkelt ein „Sternenhimmel von van Gogh“.

Außerdem wird innerhalb der Veranstaltung „Kunst geht in Gärten“ erstmals zu einem Plenair mit 16 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region im Areal von Schloss Wackerbarth eingeladen. Der Rotary Club Radebeul veranstaltet dieses gemeinsam mit dem Erlebnisweingut. Ein ganzes Wochenende (täglich ab 10 Uhr, Eintritt frei) verwandelt sich die barocke Anlage in ein Freiluft-Atelier, wo die Besucher den Künstlern beim Zeichnen, Malen, Drucken und plastischen Gestalten über die Schulter schauen können. Zudem gibt es Musik, Wein und kulinarische Genüsse. Wackerbarth ist seit 20 Jahren das Clublokal des Rotary Club Radebeul mit derzeit 32 Mitgliedern aus verschiedenen Berufen.

Neulinge, die sich auf Empfehlung vorstellen, sind in der Runde gern gesehen. „Wir wollen mit dem Plenair Künstler unterstützen, die nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen, aber dennoch hervorragende Arbeit leisten und oft mit Zweit- und Drittjobs ihren Lebensunterhalt sichern müssen“, sagt Matthias Kratschmer, amtierender Präsident des Rotary Clubs für ein Jahr. Als freiberuflicher Grafik- und Industriedesigner kennt er die Sorgen und Nöte freiberuflicher Kunst- und Kulturschaffender.

Letztes Jahr startete er mit einer “KünstlerKartenBox“, die 34 Kunst-Faltkarten in einer Auflage von 500 Stück für 29 Euro (85 Cent pro Karte) enthält. „Aktuell ist ungefähr die Hälfte verkauft. Der Verkauf war im letzten dreiviertel Jahr coronabedingt fast komplett unterbrochen“, so Kratschmer. Von den Einnahmen wird u.a. das Plenair finanziert, bei dem die teilnehmenden Künstler eine Aufwandsentschädigung von 250 Euro erhalten. Hier ist die Kunstbox auch weiterhin zu erwerben. Außerdem wird eine Ausstellung mit den Künstlerfaltkarten in einer Ausstellung unter dem Mott „Manufakturzauber“ in der Vorweihnachtszeit im Schloss Wackerbarth zu sehen sein und die Werke vom Plenair sollen in einer Dokumentation erscheinen und ebenfalls ausgestellt werden.

Die Besucher von „Kunst in Gärten“ bringen ihr eigenes Glas mit und wer will, das eigene Picknickkörbchen mit. Getränke sind vor Ort erhältlich.
Einritt frei.
Die Künstler freuen sich über eine Spende in den Hut.

Weitere Infos + Orientierungsplan mit den Veranstaltungsorten unter http://www.radebeul.de

Teilnehmende KünstlerInnen am Plenair auf dem Gelände von Schloss Wackerbarth in Radebeul

Gorsleben, Anna
Gräfe, Roland
Hennig, Sebastian
Koschnik, Karen
Kunath, Franziska
Liebscher, Klaus
Mansel, Mechthild
Neumeyer, Karla
Pautze, Stefan
Rauch, Joachim
Uhlig, André
Uhlig, Ralf
Wieland, Irene
Winkler, Renate
Wittwer, Susan
Wolf Tobias

Text + Fotos (lv)

Genuss im Grünen: Im Garten am Hang stehen alte Pflaumen-, Kirschen- und Apfelbäume und die Zucchini auf dem Teller stammen auch aus eigenem Anbau.

Lesung aus „Fest der Folgenlosigkeit“ von Friedrich von Borries im Societaetstheater


Geht ein Leben ohne Eingriff und Folgen für die Natur überhaupt? Und wie? Zum Nachdenken darüber lädt  der Roman „Fest der Folgenlosigkeit“ von Friedrich von Borries ein. Foto: Hannah Jonas

Der Traum vom Leben ohne Folgen

FreundInnen produktiven Zukunftsgedanken sind herzlich eingeladen zu einem spannenden literarischen Abend am 12. Juli, um 20 Uhr im Societaetstheater.

Friedrich von Borries liest aus seinem druckfrischen Roman »Fest der Folgenlosigkeit«, zum allerersten Mal überhaupt. Borries ist Architekt, 2008 war er Generalkommissar des Deutschen Beitrags auf der Architekturbiennale in Venedig. Er lehrt als Professor für Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Doch in seinem Buch geht es um Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Gibt es etwas Langweiligeres als Thema für einen Roman? Ja. Ein langweiliges Buch. Und das ist »Fest der Folgenlosigkeit« ganz sicher nicht!

Die Managerin Cornelia bittet den Kurator Florian, für die »Stiftung Nachhaltigkeit der Deutschen Industrie« ein Museum für ökologische Kunst zu entwickeln. Florian trifft John, der als radikaler Öko-Aktivist gegen die Kohleindustrie und die Abholzung des Goldbacher Forstes kämpft, den Flüchtling Issa, der Florians Selbstgewissheiten hinterfragt, die frustrierte PR-Frau Suzanna, die für die EU Umweltpolitik macht, aber lieber Bienen züchten will, und den Bergmann Ronald, der Sorge um seinen Arbeitsplatz hat. Selbstüberschätzung trifft auf Lebensangst, Verzweiflung auf Hoffnung, Aktivismus auf Gewalt. All das gipfelt in einem verschwenderischen Fest.

Der Roman erzählt die Geschichte eines Kampfes: des Kampfes zwischen ‚Versuchen‘ und ‚Aufgeben‘, zwischen ‚Gelingen‘ und ‚Scheitern und der Ausweglosigkeit aus einem Kapitalismus des 21. Jahrhunderts, in dem Konzerne subversive Kunstprojekte sponsern. Zugleich hinterfragt er sich permanent selbst. Auf einer Meta-Ebene kommentiert der Autor sein eigenes Erzählen, hinterfragt seine Figuren, stellt selbst die Parallelen zur Wirklichkeit her. Verstörend. Amüsant. Anregend. Ein Buch, das den Leser zum Mitdenker macht.

Friedrich von Borries hat aber nicht ‚nur‘ einen Roman geschrieben, über den es sich zu sprechen lohnt – mit einer Ausstellung, einer App, einem Stipendium des Nichtstuns und Symposien kommt er auf breiter Front mit der Frage: Wie sähe ein Leben aus, das – im ökologischen Sinne – möglichst folgenlos bleibt?

Tickets gibt es hier: https://www.societaetstheater.de/veranstaltung/fest-der-folgenlosigkeit/

Text: Team des Societaestheaters & Büchers Best

Karl May-Fest: „Abseits des Pfades“ in Radebeul


Voll Abenteuerlust Neues entdecken in der Lößnitzstadt: Old Shatterhand, Karl May und Ganove Locci entführen fabulierfreudig und humorvoll in die Geschichtenwelt des großen Radebeuler Schriftstellers. Fotos: André Wirsig

Winnetou und Westernmusik am Kulturbahnhof und
Fernöstliche Klänge auf den Streuobstwiesen in Altkö.

Am 10 und 11. Juli findet in Radebeul die Veranstaltung „Karl May – Abseits des Pfades“ statt. Angelehnt an die traditionellen Karl-May-Festtage, die in diesem Jahr Corona-bedingt ausfallen mussten, veranstaltet die Stadt Radebeul mit freundlicher Unterstützung des Karl May Museums ein Wochenende rund um das Thema Karl May.

In diesem Jahr wandert Karl May abseits des gewohnten Pfads im Lößnitzgrund raus in die Weiten der Stadt. Angelehnt an die Fantasiereisen Karl Mays, begeben sich die Besucher am 10. Und 11. Juli auf unbekannte Pfade in urbane Gefilde. Dabei begegnen ihnen rauflustige Ganoven, orientalische Tänzer und Karl May höchstpersönlich, der von seinen abenteuerlichen Reisen berichtet.

Bereits Karl Mays angeborener Tatendrang führte ihn hinaus in die Welt und so wagen auch die Organisatoren in außergewöhnlichen Zeiten einen Schritt ab des gewohnten Weges zu gehen und locken unter dem Motto „Karl May – Abseits des Pfades“ in die Stadt. An fünf Standorten in der Lößnitzstadt tauchen die Besucher in die Zeit des Wilden Westens ein, erhalten Einblick in fremde Kulturen oder träumen sich in ferne Welten. Wild und lebhaft geht es in der Wahnsdorfer Prärie zu. Ein tollkühner Apache vollzieht waghalsige Stunts auf seinem Pferd. Nach einem gelungenen Banküberfall stellt sich zwischen Halunke Big Eddy und Ganove Locci die Frage, welcher Anteil der geraubten Beute jedem zu steht. Da ist der Ärger schon vorprogrammiert, handfeste Raufereien werden vom Zaun gebrochen und auch vor arglosen Besuchern nicht Halt gemacht.

Tonangebend für einen mitreißenden Rhythmus sind die Fünf Patronenhülsen.
Poetisch, frech und witzig wird es am Bahnsteig des Santa-Fe-Express‘ am Kultur-Bahnhof Radebeul mit einer modernen, komödiantischen Inszenierung von „Winnetou“ der Theaterfirma Erfurt. Für ausgelassene und tanzlustige Stimmung sorgen Countrymusik und Westerntanz. Die Eastside Linedancer legen eine flotte Sohle aufs Parkett und animieren Tanzwillige, um dann bei waschechtem Folk der Band „The Road
Brothers“ selbst das Tanzbein zu schwingen.

Neben Amerika führten Karl Mays Fantasiereisen auch in den Orient. Fernöstliche Klänge und fröhliche Tänze locken in die Oase der Streuobstwiesen am Elbufer in Altkötzschenbroda und verleiten zum gemeinsamen Tanzen. Märchen und Geschichten entführen die Besucher in eine Welt wie aus Tausendundeine Nacht.
In Karl und Klara’s Orientzelt im Karl-May-Hain begrüßen der Schriftsteller und seine Romanfigur Kara Ben Nemsi persönlich ihre Gäste und berichten von ihren spannenden Abenteuern. Auf dem Gelände des Karl May Museums geht es vielfältig und lebhaft zu. Mit Tänzen, Gesängen und Erzählungen geben Akteure der ostdeutschen Indianistikszene, unter der Leitung von Hartmut Felber, Einblicke in die indigene Kultur.

Große und kleine Besucher können beim Westernschießen ihre Zielgenauigkeit unter Beweis stellen und beim KarlMay-Puppenspiel in Kindheitserinnerungen schwelgen.
Bei der Führung „Auf den Spuren von Karl May durch Radebeul“ erfahren Interessierte bei einem gemeinsamen Spaziergang Wissenswertes zu den Wirkungsstätten des Meisters. Abenteuerlust treibt alle kleinen Entdecker in den Lößnitzgrund. Im Lößnitz-River können sie nach verborgenen Goldvorkommen schürfen und an Seilen durch urige Wälder hangeln. Während Neugierige vom Eselrücken aus die Umgebung erkunden und am Lagerfeuer den Klängen der Natur lauschen.

Text: Kulturamt Radebeul

Mehr Infos & Tickets:
http://www.karl-may-fest.de
http://www.facebook.com/karlmayfesttage


Seilklettern für kleine Entdecker im Lößnitzgrund.

PROGRAMM „KARL MAY – ABSEITS DES PFADES“ (10. und 11. Juli 2021)

An diesem besonderen Wochenende haben alle Gäste freien Eintritt in das Karl May Museum! Das Museum hat am Samstag exklusiv bis 22 Uhr auf.

Öffnungszeiten:

Samstag: 9 bis 22 Uhr
Sonntag: 9 bis 18 Uhr

  • „Indian Dance Show“ – Traditionelle und moderne indianische Tänze aus der Indianistik-Szene

Ort: Event-Tipi

Uhrzeiten: Samstag: 12 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr, 18 Uhr und 21:45 Uhr                              Sonntag: 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr

Dauer: jeweils ca. 30 Minuten

  • Karl-May-Puppentheater (Bauchladen)

Ort: Museumspark und Karl-May-Hain

Künstler: Thomas Szymanski (Frankfurter Puppentheater)

Uhrzeiten:  ganztägig

  • Büchertisch (antiquarischer Verkauf)

Ort: Vordach Villa Nscho-tschi

Uhrzeiten:  12 bis 20 Uhr

  • Bogenschießen

Ort: Schießstand links neben der Villa Bärenfett

Uhrzeiten: Samstag: 12 bis 18 Uhr, Sonntag: 11 bis 17 Uhr

  • Kreativangebot Orientlampen

Ort: rechts neben dem Teich

Uhrzeiten: Samstag: 12 bis 20 Uhr, Sonntag: 11 bis 18 Uhr

  • Karl Mays Orientzelt – Programm mit Karl May und Kara Ben Nemsi

Ort: Karl-May-Hain

Künstler: Roland Wichmann (Kara Ben Nemsi) und Robby Langer (Karl    May)

Uhrzeiten:  Samstag: 12 bis 21 Uhr (21 Uhr: Gutenacht-Geschichte)
Sonnatg: 12 bis 17 Uhr                  

  • Führung: Karl May in Radebeul

Uhrzeiten: Samstag und Sonntag jeweils 11 Uhr (Route 1) und 15 Uhr (Route 2)

Route 1: Schwerpunkt Wohnhäuser

Route 2: Karl May Grab

Startpunkt: Eingang Karl May Museum

Dauer: jeweils ca. 90 Minuten

  • Kurzführung zum Grab von Karl May

Uhrzeiten:  Samstag 18 Uhr und Sonntag 17 Uhr

Startpunkt: Eingang Karl May Museum

Dauer: jeweils ca. 60 Minuten

  • Lesung indianische Märchen und Geschichten

Ort: Event-Tipi

Künstlerin: Kerstin Groeper (Traumfänger Verlag)

Uhrzeiten: Samstag: 13, 15, 17 und 19 Uhr
Sonntag: 11, 13 und 15 Uhr

  • Informationsstände:

Traumfänger Verlag und Leonard-Peltier-Support-Group Rhein/Main

Ort: Vordach Villa Bärenfett

Uhrzeiten:  ganztägig

Info: Kevin Sternitzke/Karl-May-Museum

Weitere Informationen unter www.karl-may-museum.de

Sommerfest der Jugendkunstschule Dresden am Schloss Albrechtsberg

Junge Leute bringen Ideen für das neue Programm der JugendKunstSchule ein

Am 4. Juli zwischen 16 und 22 Uhr lädt das Team der JugendKunstschule (JKS) Dresden zusammen mit den jungen GestalterInnen des Beteiligungsprozesses „Meine JugendKunstschule“ zum Sommerfest am Schloss Albrechtsberg ein.

Seit einigen Wochen arbeitet eine Gruppe von jungen Dresdnerinnen zwischen 14 und 18 Jahren gemeinsam an neuen Themenschwerpunkten für das Kursprogramm der JKS. Im kreativen Beteiligungsprozess „Meine JugendKunstschule“ suchte das neu gegründete „Dreamteam“ nach Themen, die für sie als Vertreterinnen ihrer Altersgruppe von Bedeutung sind. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden zum Sommerfest künstlerisch dargestellt. Gleichaltrige Besucherinnen haben die Möglichkeit ihre Meinung einzubringen und per Abstimmung Einfluss auf die Themenauswahl zu nehmen. Das meistgewählte Thema dient als Grundlage für die inhaltlichen Angebote der JKS zwischen Januar und Juli 2022.

Für die zukünftige Ausrichtung der JugendKunstschule Dresden ist eine solche aktive Teilhabe und Gestaltung durch junge Menschen in der Stadt eine unabdingbare Voraussetzung, um neue Wege der Zusammenarbeit von Jugendlichen und Erwachsenen zu erproben“, so Leiterin Valentina Marcenaro.

Neben dem Angebot des „Dreamteams“ finden weitere kreative Mitmachangebote von Mitarbeiterinnen der JKS statt. Von der Schmuckwerkstatt, über Upcycling-Angebote, bis hin zu Tanzdarbietungen und einer Keramikwerkstatt – Kinder und Erwachsene können sich, wie jedes Jahr, kreativ am Sommerfest beteiligen.

Um 18 Uhr findet die Aufführung des Theaterprojektes „Hate Speech“ statt. Im Rahmen des Projektes „Wege ins Theater – Kultur macht stark“ setzten sich Jugendliche der Oberschule Weixdorf mit dem Thema des verbalen Mobbings künstlerisch auseinander. Die Ergebnisse präsentieren die Projektteilnehmerinnen auf der Bühne der JKS.

Ab 20 Uhr können die Besucherinnen im Hof unter freiem Himmel bei der Musik von DJ Hafi tanzen und bis 22 Uhr den Abend vor der Kulisse des Schlosses Albrechtsberg ausklingen lassen.

Text: JKS
Fotos: Katrin Silbermann

http://www.jks-dresden.de

13. Ostrale: 3. Ostrale Biennale öffnet Schaufenster nach Osteuropa

Atemwende

Internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste des OSTRALE Zentrums für zeitgenössische Kunst

Robotron-Kantine, DresdenRobotron-Kantine als Kunstort

Bis kurz vorher wird gebaut und eingerichtet: Die 13. internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste, OSTRALE, wird am Abend des 1. Juli eröffnet und ist ab Freitag für den Besucherverkehr geöffnet. Zum dritten Mal als Biennale stattfindend, versteht sich die OSTRALE als „Schaufenster nach Osteuropa“, was aktuell auch in der Wahl der vier Kuratoren (Natasa Bodrozic und Ivana Mestrov/Kroatien, Patricija Gilyte/Litauen, Krisztián Kukla/Ungarn) zum Ausdruck kommt. Deren kuratorischem Konzept folgend sind unter dem Titel „Atemwende“ („Breathturn“) 557 Werke verschiedener Genres zu sehen. Die 138 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler kommen aus 34 Ländern, sie stammen überwiegend aus Osteuropa oder ehemals sozialistischen Ländern Südeuropas. Mit „Atemwende“ beschäftigt sich die OSTRALE künstlerisch mit den Grenzen des Wachstums, mit Fragen der Nachhaltigkeit und des Lebens am Wasser. Die Ostrale Biennale O21 ist Teil des Projektes „Flowing Connections“, das durch das Creative Europe Programm der Europäischen Union kofinanziert wird. Unter diesem Titel wird im kommenden Jahr eine Präsentation ausgewählter OSTRALE-Werke in Budapest, Split sowie in der Europäischen Kulturhauptstadt 2022, Kaunas (Litauen) folgen, Städte, die mit Dresden durch ihre jeweilige Lage am Wasser verbunden sind. Das OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst ist damit im Jahre 2022 wie auch in den vergangenen Jahren erneut ein wichtiger Partner einer Europäischen Kulturhauptstadt.

Passend zum Selbstverständnis der OSTRALE Biennale als „Schaufenster nach Osteuropa“ findet die Hauptausstellung in diesem Jahr in der „Robotron-Kantine“, einem Zeugnis der ostdeutschen Architekturmoderne statt (circa 3.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche). Der typische Pavillonbau der siebziger Jahre wurde zwischen 1969 und 1972 vom Architektenkollektiv Herbert Zimmer, Peter Schramm und Siegfried Thiel errichtet.

„Als einer der letzten noch verbliebenen Einzelbauten in Dresden steht die Robotron-Kantine exemplarisch für modernes Bauen in der DDR. Sie bietet ideale Voraussetzungen für die Präsentation zeitgenössischer Künste im Zentrum Dresdens und natürlich einen wunderbaren architektonischen Rahmen für den Blick nach Osteuropa“, so OSTRALE-Direktorin Andrea Hilger.

Neben der Hauptausstellung umfasst die 13. OSTRALE auch Interventionen im Klärpark Kaditz der Stadtentwässerung Dresden sowie erneut in der Gedenkstätte Bautzner Straße. Erstmals öffnet sich zudem auch die „OSTRALE.Basis“ in Dresden-Übigau für Besucher, wo während der Biennale Artists in Residence leben, arbeiten und mit den Besuchern in Kommunikation treten werden.

Das OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst bereitete die Ausstellung unter schwierigsten Umständen vor. Unter Pandemiebedingungen musste zusätzlich zur Ausstellungsorganisation erneut eine leerstehende Immobilie gefunden und mit großem Aufwand für den Besucherverkehr ertüchtigt werden. Für dieses Jahr stellt das Immobilienunternehmen Gateway Real Estate diese freundlicherweise temporär zur Verfügung. http://www.ostrale.de

Tickets und Öffnungszeiten:

Ticket-Vorverkauf über http://www.etix.com   http://www.etix.com/ticket/online/newHomePage.do?method=getLuceneResult&sortBy=relevance&keywords=Ostrale

Robotron-Kantine: Mi-Fr 10-19 Uhr, Sa-So 11-20 Uhr

Gedenkstätte Bautzner Straße (ab 6.7.): Mo-So 10 bis 18 Uhr

Stadtentwässerung Dresden, Klärpark Kaditz (ab 6.7.): Di, Do, Sa: Führungen um 10, 12, 15 Uhr

OSTRALE.Basis, Übigau, Rethelstr. 45 (ab 17.7.): Di-Sa 12 bis 18 Uhr

Internationales Kuratorenteam

Kuratorischer Ansatz

„In den Flüssen nördlich der Zukunft / werf ich das Netz aus“ (Paul Celan) – verbunden mit diesem Zitat des Lyrikers Paul Celan haben die Kuratorinnen und der Kurator der „O21“ den Titel ATEMWENDE gegeben. Die unter der künstlerischen Leitung von Andrea Hilger und Antka Hofmann, eingeladenen Kuratoren sind: Natasa Bodrozic und Ivana Mestrov (Kroatien), Patricija Gilyte (Litauen) und Krisztián Kukla (Ungarn). Ihr gemeinsames Statement erläutert den kuratorischen Leitgedanken, unter dem sie die Ausstellung zusammengestellt haben:

„Mensch sein ist nicht genug und doch schon zu viel. Manchmal verhalten wir uns wie Roboter, möchten aber wie Tiere fühlen. Wie können wir Arbeit und Vergnügen, Kunst und Industrie, Politik und Poetik neu atmen und denken, wenn alles ineinanderfließt, wie Ströme in einen Fluss? Ist der ganze Planet unser Zuhause oder nur die Quadratmeter, die wir einnehmen? Zwischen Desorientierung und Neuorientierung, um neue Wege zu finden und Sackgassen zu vermeiden, müssen wir anders atmen. Wir müssen die Perspektive wechseln und auf die achten, die am Rande unseres Blickfeldes stehen: die Außenseiter, die Unterdrückten, die Unbekannten, aber auch Biosphären, Bauwerke und soziale Räume. Am Tor einer neuen, post-pandemischen Ära, erschöpft aber hoffnungsvoll, neugierig und bereit für eine Wende erforscht die OSTRALE in 2021, wie wir mit unseren Mitmenschen, Tieren und unserer komplexen Umwelt zusammenleben.“

Zitat der Schirmherrin:

„Ich freue mich sehr, dass die OSTRALE als eine große internationale Biennale der bildenden Kunst hier in Dresden und in Sachsen stattfindet und wir wieder erleben, dass die Welt in Wirklichkeit rund, real und riesig ist. Wir haben gerade in den letzten Jahren gelernt, dass gesellschaftliche Debatten – etwa über Menschenrechte, über Werte, über die wünschenswerte Struktur von Gesellschaften und nicht zuletzt über Identitäten – auch in die Kunst hineinragen. Gleichzeitig können überzeugende Kunstwerke der Gegenwart dazu beitragen, dass wir alle mehr und Tieferes über unsere Gegenwart erfahren und erleben und Anstöße gewinnen zum Weiterdenken. Ich danke allen Kunstschaffenden, den Kuratierenden, dem OSTRALE-Team sowie den Förderern und Unterstützern aus dem öffentlichen und privaten Bereich, welche die OSTRALE möglich machen“, so die Kulturministerin des Freistaates Sachsen, Barbara Klepsch.

Almost Nothing (Film)

Wie Jean-Luc Nancy sagt, ist unser Vergnügen am Sehen, Riechen und Hören seit der Geburt Europas ein Politikum. Die Idee einer Landschaft hat nichts mit der Idee der unberührten Natur gemeinsam. Landschaften werden durch geplante Abholzung, Aufforstung und kontrollierte Bepflanzung geformt. Diese Prozesse werden von wirtschaftlichen, gesundheitspolitischen und anderen Richtlinien beeinflusst und im Grundbuch dokumentiert. Durch die Kartierung der Inselflora und die Aufzeichnung des vegetativen Widerstandes gegen den Wind sowie der daraus resultierenden Reibungsgeräusche, dokumentiert die Künstlerin Klangsignale, die die Veränderungen, Moden und wirtschaftlichen Bedingungen eines Ortes widerspiegeln. Diese Anbaustrategien kehren wie der Wind in unsere Behausungen zurück und schaffen eine komplexe Rückkopplungsschleife zwischen Innen- und Außenräumen. „Almost Nothing“ nimmt auch Bezug auf Luc Ferraris wegweisendes, gleichnamiges Stück, das 1968 auf der Insel Korcula komponiert wurde.

A Room for Living (Film)

Der Film problematisiert den Raum des Wohnzimmers und die Ereignisse, die dort stattgefunden haben könnten. Diese möglichen Ereignisse, die auf Erinnerung oder auf Vermutungen beruhen, wurden durch Ton – dokumentarisches Material, Studioaufnahmen und Hintergrundgeräusche – nachgestellt und finden im realen Raum und in mehr oder weniger realistischen Nachbildungen eines bestimmten Wohnzimmers statt. Genau wie der Rest der Wohnung ist das Wohnzimmer nur ein Raum, der durch architektonische Maße und gesellschaftliche Normen geregelt wird, die seinem Zweck entsprechen. Es ist ein Raum, der auch der Öffentlichkeit (den Gästen) ausgesetzt ist, ein repräsentativer Ort innerhalb eines privaten Raumes, und ein immer weniger genutzter Raum, da er mehr freie Zeit für seine Bewohner beansprucht – was sich durch die jüngste pandemische Heimeinschließung geändert haben könnte. Die menschliche Präsenz im Film wird durch Dialoge aus verschiedenen literarischen und theoretischen Quellen manifestiert: „Daten der Architekten“ (E. Neufert), „Narratologie“ (M. Bal), „Garten, Asche“ (D. Kis) und „Das Hausbuch“ (T. Conran).

studio ASYNCHROME – Marleen Leitner, Michael Schitnig (Österreich)
http://www.asynchrome.com

RESISTANCE / INFLUENCE / AWARENESS / BORDER? / DISTRIBUTION (UV-Druck auf Plexiglas)

Diese narrative Installation thematisiert die Verbreitung, den Einfluss und die Macht von (Fake-)News. Wie werden Geschichten erzählt und was sind die Konsequenzen unserer Entscheidungen? Die Plexiglasscheiben der Arbeit erscheinen wie Fenster zu Ereignissen der Vergangenheit und der Gegenwart. Die Künstler zeigen eine subjektiv ausgewählte und auf den ersten Blick heterogene Fülle von Begebenheiten und Situationen in einem turbulenten, überladenen Bild. Die einzelnen Elemente bilden kein linear lesbares Panorama, sondern ein Netz von Bedeutungen und Nicht-Bedeutungen, die zwischen den einzelnen Bildern gewebt werden können. Die Transparenz der Tafeln ermöglicht es dem Betrachter, je nach Blickwinkel – und dem Hintergrundwissen des Besuchers – verschiedene Teilerzählungen zu erfassen. Es wird also keine Behauptung im Sinne einer Abfolge von Ursache und Wirkung aufgestellt, vielmehr geht es darum, das eigene Bild von (vermeintlichen) Realitäten zu konstruieren.

Internationale Vernetzung / OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst erneut Partner einer Europäischen Kulturhauptstadt

Die vom Creative Europe Programm der Europäischen Union kofinanzierte Kooperation „Flowing Connections“ http://flowingconnections.eu (FLOC spielt bei der Gestaltung der OSTRALE Biennale O21 eine entscheidende Rolle: Denn das Projekt ermöglicht die europäisch-interkulturelle Zusammenarbeit insbesondere im kuratorischen Prozess. Die von den Kuratoren gemeinsam erarbeitete Ausstellung wird zunächst im Rahmen der OSTRALE Biennale O21 in Dresden gezeigt. Im Anschluss wird eine Auswahl der Kunstwerke in Zusammenarbeit mit dem Art Quarter Budapest (Ungarn), Slobodne Veze (Kroatien) und dem ECOC-Büro Kaunas 2022 (Litauen) jeweils in Budapest, Split sowie abschließend in der Europäischen Kulturhauptstadt Kaunas 2022 (Litauen) präsentiert.

Robotron-Kantine als Kunstort

Andrea Hilger, Leiterin des OSTRALE Zentrums für zeitgenössische Kunst: „In der Robotron-Kantine steht der OSTRALE Biennale dank der Unterstützung durch die Immobiliengesellschaft Gateway erstmals im Zentrum Dresdens eine Ausstellungsfläche von circa 3.500 Quadratmetern zur Verfügung (weitere circa 1.000 Quadratmeter an den dezentralen Ausstellungsorten). Das Gebäude ist ein wertvolles Zeitzeugnis der Ostmoderne und als oft übersehener Teil der Architektur- und Sozialgeschichte der Stadt Dresden derzeit leider im Verfallen begriffen. Mit Zwischennutzungen durch das Kunsthaus Dresden und die OSTRALE Biennale zeigen wir der Öffentlichkeit einen Raum, der prädestiniert ist für Kunst und Kultur.“

Ausstellende KünstlerInnen

Die Ausgabe OSTRALE Biennale O21 präsentiert 138 KünstlerInnen aus 34 Ländern, Deutschland, Litauen, Kroatien, Ungarn, Schweden, Serbien, Türkei, Indien, Nordmazedonien, Singapur, Italien, Frankreich, Togo, Niederlande, Russland, USA, Polen, Österreich, China, Ukraine, Slowenien, Moldawien, Tschechien, Bulgarien, Finnland, Bangladesch, Luxemburg, Aserbaidschan, Peru, Kosovo, Irland, Norwegen, Schweiz, Großbritannien.

Nils Agdler & Timo Menke (http://konstnarshuset.org/medlemmar/alla/nilsagdler/) (SE), Emil Andersson (http://emilandersson.net) (SE), Sanja Anđelkovic (http://sanjandjelkovic.com) (RS), Katharina Andress (http://katharinaandress.de) (DE), Aleksas Andriuskevicius (http://www.mmcentras.lt/autoriai/aleksas-andriuskevicius/7807) (LT), Aurelija Maknyt (http://maknyte.com) (LT), Seçkin Aydin (TR), Devadeep Bani Sarmah Gupta (http://devadeepgupta.com) (IN), Gildo Bavcevic (https://gildo-bavcevic-portfolio.tumblr.com/) (HR), Dávid Biró (http://www.birodavid.com) (HU), Bojan Mrđenovic (http://www.bojanmrdenovic.com) (HR), Jana Borsche (http://janaborsche.1100101.de) (DE), Viktor Brim (https://viktorbrim.com) (DE), Janos Brückner (http://www.brucknerjanos.com) (HU), Gaby Burckhardt (http://www.ckdt.de) (DE), Daniel Burkhardt (http://www.danielburkhardt.de) (DE), Nadja Buttendorf (https://nadjabuttendorf.com/) (DE), Elena Chemerska (MK), Daniel Chong (https://danielchongart.com/) (SG), István Csákány (http://www.csakanyistvan.com) (HU), Mauro Cuppone (http://www.maurocuppone.com) (IT), Márta Czene (http://czenemarta.hu) (HU), Etienne de France (http://www.etiennedefrance.com) (FR), Abdoul-Ganiou Dermani (https://artfacts.net/artist/abdoul-ganiou-dermani/409928) (TG-DE), Tibor Dieters (http://www.instagram.com/tibor.dieters) (NL), Alexei Dmitriev (http://www.alexeidmitriev.info) (RU), Katerina Duda (http://katerinaduda.net) (HR), Gabriele Engelhardt (http://www.gabriele-engelhardt.com) (DE), Lucy Cordes Engelman (http://lucycordesengelman.com) (US), Anna Fabricius (https://vimeo.com/annafabricius) (HU), Zsolt Ferenczy (https://www.works.io/zsolt-ferenczy-1) (HU), Mona Freudenreich (DE), Márk Fridvalszki (http://markfridvalszki.com) (HU), Áron Galambos (HU), Nadia Galbiati (http://www.nadiagalbiati.eu) (IT), Mindaugas Gapsevicius (http://triple-double-u.com)(LT), Gabriel Gervickait (http://www.gabrielegervickaite.com/) (LT), Bron Sofija Gideikait (http://gideikaite.lt) (LT), Harald Gnade (http://www.haraldgnade.de) (DE), Goran Skofic (http://www.goranskofic.com) (HR), Igor Grubic (https://www.igorgrubic.org/) (HR), Michael Grudziecki (http://michael.grudziecki.com) (PL-DE), Marko Gutic Mizimakov (http://performing.site) (HR), László GyÖrffy (https://www.varfok-galeria.hu/muveszek/laszlo-gyorffy/?lang=en) (HU), Péter Tamás Halász (http://petertamashalasz.com/) (HU), Willem Harbers (http://www.willemharbers.nl) (NL), Michael Heindl (http://www.michaelheindl.net) (AT), Roland Hermanns (http://bbk-aachen.de/author/roland-hermanns/) (DE), Di Hu (CN), Ana Husman (http://anahusman.net) (HR), doplgenger (http://www.doplgenger.org) (Isidora Ilic & Bosko Prostran, HR), Alexander Jakimenko (UA-DE), Yuki Jungesblut (http://www.yukijungesblut.net) (DE), Nikita Kadan (http://nikitakadan.com/) (UA), Eginhartz Kanter (DE), Anuschka Kilian-Buck (http://anuschka-kilian-buck.de) (DE), Neza Knez (http://www.nezaknez.com/) (SI), Eugenijus Kolmogorcevas (http://lukaskolm.com) (LT), KOLXOZ (Maxim Polyakov, Anton Polyakov & Viktor Vejvoda, MD & CZ), Vikenti Komitski (http://www.vikentikomitski.com) (BG), Endre Koronczi (http://www.koronczi.hu) (HU), Volker Kreidler (http://volkerkreidler.de) (DE), Áron Kútvölgyi-Szabó (http://aronkutvolgyiszabo.com) (HU), Marcus Lerviks (http://marcuslerviks.com) (FI), Irma Lescinskait (http://www.irmalescinskaite.com) (LT), Glorija Lizde (http://glorijalizde.com) (HR), Larion Lozovoy (http://cargocollective.com/lozovoy) (UA), Dean Maassen (http://www.dean-maassen.com) (DE), Éva Magyarósi (https://www.instagram.com/magyarosi.eva/) (HU), Firoz Mahmud (http://www.academia.edu/43378598/Firoz_Mahmud_Artworks_on_Time) (BD), Casey McKee (http://caseymckee.com) (US), Toni Mestrovic (http://www.macaknara.hr) (HR), studio ASYNCHROME (http://www.asynchrome.com) (Marleen Leitner & Michael Schitnig, AT), Niko Mihaljevic (http://www.nikomihaljevic.com) (HR), Péter Lichter (http://peterlichter.com) (HU), Ivan Milenkovic (https://www.behance.net/IvanMilenkovic) (RS), Judit Lilla Molnár (https://www.works.io/judit-lilla-molnar) (HU), Sarvenaz Mostofey (IR), Petra Mrsa (http://petramrsa.com) (HR), Christoph & Sebastian Mügge (http://www.christophmuegge.com) (SE), Sali Muller (https://www.salimuller.com/) (LU), Csaba Nemes (http://nemescsaba.com/) (HU), Thomas Neumaier (http://www.thomas-neumaier.de) (DE), Klára Orosz (http://www.klaraorosz.hu) (HU), Andrea Palasti (http://andreapalasti.com) (RS), Lav Paripovic (HR), Predrag Pavic (https://predragpavic.com) (HR),Julija Pocit (https://www.julijapociute.com/)(LT), Renata Poljak (http://www.renatapoljak.com) (HR), Ghenadie Popescu (MD), Marko Rodics (http://markorodics.com) (HU), Ivan Ramljak (HR), Farid Rasulov (http://www.faridrasulov.com) (AZ), Jens Rausch (http://www.jensrausch.de) (DE), Melanie Richter (http://www.melanierichter.de) (DE), Jana Rinchenbachová (http://www.rinchenbachova.com) (CZ), Fátima Rodrigo (https://liviabenavides.com/expos-artistas/fatima-rodrigo/) (PE), Sandra Rosenstiel (http://rosenstiel.eu) & Hanne Lange (http://hanne-lange.de/) (DE), Nika Rukavina (https://nikarukavina.wordpress.com) (HR), Neli Ruzic (http://neliruzic.com) (HR), Catherine Sanke (http://catherine-sanke.de) (DE), Remis Scerbauskas (LT), Philipp A. Schäfer (http://www.philippalexanderschaefer.de) (DE), Jan Sebesta (https://jansebesta.ch/) (CZ), Driton Selmani (https://dritonselmani.com/) (XK), Stipan Tadic (http://stipantadic32.blogspot.com) (HR), Lana Stojicevic (HR), Kamen Stoyanov (http://www.kamenstoyanov.com) (BU), Attila Szabó (https://szatsan7.wixsite.com/antiflicker) (HU), Ottó Szabó (http://www.robotto.eu) (HU), Eszter Szabó (HU), Zsuzsanna Szegedi-Varga (http://ghostoflukacs.com/) (US), Kamilla Szij (http://www.szijkamilla.hu) (HU), Hajnal Szolga (http://hajnalszolga.com) (HU), József Szolnoki (HU), Casper ter Heerdt (https://casperterheerdt.com) (NL), Ivana Tkalcic (https://ivanatkalcic.com) (HR), Laura Erika Urbanski (http://lauraurbanski.de) (DE), Philipp Valenta (http://www.philippvalenta.de) (DE), Arturas Valiauga (LT), Daina Vanagait-Belzaikien (LT), Vangjush Vellahu (http://vangjushvellahu.com) (AL), Xueying Wang (http://xueyingwang.site) (GB), Guido Weggenmann (http://guidoweggenmann.de) (DE), Anette Wörner (http://www.anette-woerner-fotografie.de) (DE), xtro realm (http://www.xtrorealm.hu) (HU), Dia Zékány (http://zekanydia.blogspot.com/) (HU), Yinglin Zhou (CN), Die Zukunft – Studenten der Kunsthochschule Dresden und Wrocław (Ida Sielska, Jarosław Słomski, Taina L. Bemmerlein & Veronika Pfaffinger, PL & DE)

Die OSTRALE Biennale ist eine der großen temporären Ausstellungen für zeitgenössische Künste in Deutschland. Sie ist keine Verkaufsausstellung per se, was ihr die Freiheit gibt, gesellschaftlich relevante Themen abseits des Marktgeschehens zu diskutieren. Die Leitgedanken der OSTRALE, wie unter anderem friedliches Miteinander, Akzeptanz des Fremden bzw. Unbekannten, respektvoller Umgang, religiöse Vielfalt und Internationalität, spiegeln sich in den Ausstellungen inhaltlich wieder. Das Team der OSTRALE hat bereits mehrfach große Teile des Programms zeitgenössischer Künste Europäischer Kulturhauptstädte gestaltet, wie 2010 in Pécs, 2016 in Breslau, 2018 in Valletta/Malta, in der Rijeka/Kroatien (2020), wo allerdings wegen der Covid-19 Pandemie nur digital (https://rijeka2020.eu/dogadjanja/digitalna-izlozba-watergate-ostrale-bijenale-suvremene-umjetnosti/) präsentiert werden konnte, und eine Präsentation einer Auswahl von OSTRALE-Werken in der Europäischen Kulturhauptstadt 2022 Kaunas/Litauen folgt. In den Jahren 2021-2022 ist die OSTRALE federführend am Projekt Flowing Connections (https://vimeo.com/487416772), (https://vimeo.com/544940287) beteiligt, das vom Creative Europe Programm der Europäischen Union co-finanziert wird. In Zusammenarbeit mit dem Art Quarter Budapest (Ungarn), Slobodne Veze (Kroatien) und dem ECOC-Büro Kaunas 2022 (Litauen) umfasst das Projekt die OSTRALE Biennale O21 in Dresden und OUT of OSTRALE-Ausstellungen in Budapest, Rijeka, Split, Zagreb und Kaunas im Jahr 2022, ergänzt durch ein Artist in Residence-Programm und mehrere Workshops zu digitalem Kulturmanagement, postindustriellen Kulturräumen, Kunstvermittlung und der Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

Text: blaurock markenkommunikation Inh. Tobias Blaurock

Die Bürger:Bühne entführt mit „Gefährten“ auf einen Hörspaziergang im Ostragehege


Ein wildes Wesen, dem Menschen nicht unähnlich. Was unterscheidet uns
von Tieren, was verbindet uns? Dem geht die Aufführung „Gefährten“ ab Freitag auf einem Hörspaziergang auf dem neuen Messe- und früheren Ostrale-Gelände im Dresdner Ostragehege nach. Foto: Sebastian Hoppe


Den Fährten der Tiere nachgehen, die wir lieben, nutzen, schützen, töten…
Diana Wesser und Juliane Meckert bringen mit „Gefährten“ ein heikles Thema zur Sprache. Foto: Lilli Vostry

Skurriles Spiel zwischen Mensch und Tier

Vorab zur Uraufführung „Gefährten“ der Bürger:Bühne am Staatsschauspiel Dresden am 2.7., 17 Uhr im Ostragehege sprach ich mit Juliane Meckert und Diana Wesser, die den Hörspaziergang entwickelten. Sieben Spieler ergründen das zwiespältige Verhältnis von Mensch und Tier näher auf dem Gelände des einst größten Schlachthofs Europas.

Ein Gesicht mit gelben Augen, ein Wesen zwischen Mensch und Tier, schaut halb versteckt aus grünem Dickicht hervor auf dem Titelbild von „Gefährten“. Das gleichnamige Theaterprojekt der „Bürger:Bühne“ des Staatsschauspiel Dresden entführt die Zuschauer zu einem surrealen doku-fiktionalen Hörspaziergang auf dem neuen Messe- und ehemaligen Ostrale-Gelände im Ostragehege.

Die Uraufführung ist am 2. Juli, 17 und 19.30 Uhr. Der Rundgang startet in Gruppen mit jeweils maximal fünfzehn Teilnehmern am Treffpunkt Börse Dresden, Messering 7. Mit dieser Aufführung betritt die “Bürger:Bühne“ rätselhaftes Neuland nicht weit von der Innenstadt entfernt auf einem Gelände, das einst Europas größter Schlachthof war.

„Es geht um das Thema Nachhaltigkeit und das zwiespältige Verhältnis von Menschen zu ihren Tieren, wobei wir die Tiere mehr in den Fokus rücken“, sagt Diana Wesser. Gemeinsam mit Juliane Meckert führt sie Regie, entwickelten sie den Raum und Sound für den Hörspaziergang. Um Szenografie und Kostüme kümmerte sich Louise Walleneit. Eigentlich sollte es ein Bühnenstück werden und die Premiere ursprünglich im September 2020 sein. Doch wegen Corona ging das nicht. So hielten sie nach  einem Aufführungsort draußen Ausschau, auch der Große Garten war im Gespräch. Bevor sie sich für das Ostragehege entschieden, das schon der Maler Caspar David Friedrich in seinem geheimnisvollen Gemälde „Das große Gehege“ verewigte und den Soziologen Bruno Latour veranlasste, das Verhältnis, die Hierarchie der Über- und Unterordnung zwischen Mensch und Umwelt neu zu bestimmen.

Zu erleben ist eine Stückentwicklung mit sieben Spielern, unter ihnen eine
Tierärztin, eine Pferdetherapeutin, eine Frau, die mit Tieren zusammenlebt, eine
Tierschutzaktivistin und ein Jäger, der noch nie geschossen hat. Sie verkörpern
skurrile Wesen zwischen Tier und Mensch, radikale Tierrechtsaktivisten und denken in ihren Texten und Szenen nach über den Umgang mit Tieren, über Fleischkonsum, Haustiere, Zoonosen, Zucht und den eigentlichen Ursprung des Menschseins. Die Akteure führen das Publikum per Kopfhörer über das Gelände, rund um den ehemaligen „Schweinedom“, die Fettschmelze und den Amtsschlachthof. “Die Zuschauer tauchen ein in die Welt der Tiere, die ihre Fährten legen und sie an verschiedene Orte im Gelände führen“, sagt Juliane Meckert. Als Kulisse dienen morbide Ruinen, gähnend leere Messehallen und idyllische Natur im Landschaftsschutzgebiet, in dem sich immer noch zahlreiche Tiere tummeln. Es sei aber kein Stationen-Theater, sondern es wird eine durchgehende akustische Spur über den weiträumigen Spielort gelegt.

“Bei diesem Hörspaziergang in Verbindung mit szenischen Bildern und wechselnden Blickrichtungen erfährt der Besucher den Raum im Messegelände neu“, so Diana Wesser (51). Die gebürtige Stuttgarterin hat Medienkunst und Grafikdesign in Leipzig studiert. Juliane Meckert (39) stammt aus Leipzig, studierte Schauspiel am Mozarteum in Salzburg und hat bereits in mehreren Theaterprojekten genreübergreifend im öffentlichen Raum u.a. in Wien, Bremerhaven und in Leipzig mitgearbeitet. Dort lud sie zusammen mit Diana Wesser 2017 in ein „Kasino der Werte“ in einer Ladenpassage ein. “Gefährten“ ist ihr viertes gemeinsames Theaterprojekt.

Der Ausgang bleibt offen. „Es gibt nicht die eine Antwort, aber klare Warnhinweise wie das weltweite Artensterben, Klimakatastrophen und Corona-Krise“, sagt Juliane Meckert. „Wir müssen wieder erkennen, dass wir Teil der Natur sind. Sie kann ohne uns leben.“ Insgesamt zehn Vorstellungen von „Gefährten“ sind bis 22. Juli, jeweils 17 und 19.30 Uhr im Ostragehege geplant.

Text + Fotos (3) (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Bilder-Album: Premiere Wald-Theater „Luftholen“ in der Dresdner Heide

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Im Wald, über den Dächern muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…, sang
Regina Felber angelehnt an ein bekanntes Lied von Reinhard Mey.

Wundersame Begegnungen im Wald mit Riesen, Scherzkobolden und flirrenden Sonnenflecken

Die Natur wurde zur Bühne für „Luftholen“, ein vergnüglich fantasiereiches Erlebnis für kleine und große Zuschauer mit 15 Künstlerinnen und Künstlern unter Regie von Regina Felber am Sonntagnachmittag im Stechgrund in der Dresdner Heide.

„Das wahre Theater ist, wo man fühlt und lacht, wo es mit einem im Innern was macht….“, begrüßte die Schauspielerin und Initiatorin des Projekts Regina Felber vergnügt die Zuschauer am Eingang zum Wald-Theater. Von Bildschirmbildern habe sie genug. Darum zog es sie nach draußen in die Natur, genauer, in den Stechgrund in der Dresdner Heide. Diese gibt eine traumhafte Kulisse für ein besonderes künstlerisches Erlebnis. „Luftholen“ – ein musikalisch-theatralischer Spaziergang hatte am Sonntagnachmittag Premiere. Gleich zwei Vorstellungen, beide ausverkauft!

Bei schönstem Sommerwetter luden insgesamt fünfzehn Künstlerinnen und Künstler, Schauspielerinnen, Komödianten, Musiker und Tanzende ihr Publikum ein zum Schauen, Innehalten und Genießen mit allen Sinnen mitten im Grünen. Flirrende Sonnenflecken auf den Waldwegen und würzige, angenehm kühle Waldluft. Weite Aussicht, dem Himmel nah, Vogelgezwitscher, Bachplätschern. In mehreren Gruppen gingen Zuschauer und Akteure gemeinsam vom Waldpark Weißer Hirsch aus auf dem ca. zweistündigen Spaziergang auf unebenen, romantisch-verschlungenen Pfaden immer tiefer hinein in den Wald, gab es an zehn Spielorten Wundersames, Urwüchsiges, Lustig-Versponnenes und Bezauberndes zum Thema Luft und Wald zu sehen und zu hören, lauschten, lachten und ließen sich kleine wie große Zuschauer verzaubern von der Kunst im Wald. In der Natur Vorgefundenes entfachte die Fantasie der Künstler. Wie ein umgefallener, „sprechender“ Baum, dem Schauspieler Thomas Stecher seine Stimme lieh per Toneinspielung in berührenden Worten über Zeit und Vergänglichkeit. Da taucht auf einer Holzbrücke plötzlich ein Riese auf, dem das Luftholen schwer fällt und der verwundert die vielen vor ihm schwebenden Seifenblasen betrachtet.

Mehr Text zur Aufführung folgt.

Fazit. Bitte mehr davon! Die Natur als Bühne und Raum für Träume und neue Erfahrungen.

Text + Fotos (lv)