Bemerkenswert

Keine für Alle! – Lara Finesse

Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

 

Bemerkenswert

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

 Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Der BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis in ausgewählten Galerien erhältlich, darunter bei Kunst & Eros, Hauptstraße 15 in Dresden, bei Büchers Best, Louisenstraße (Äußere Neustadt) und in der Galerie mit Weitblick auf der Oberen Bergstraße 13 in Radebeul. Einige Exemplare sind außerdem über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

Das erste Buch Vivaldi: Weitgereiste Streuner-Geschichten von Jens-Uwe Sommerschuh

buchcover-jus-vivaldiautorenfoto-jens-uwe-sommerschuh

Vorsicht, Schmusetiger, dem keiner was vormacht! Kater Vivaldi und Autor und Kolumnist Jens-Uwe Sommerschuh. Er schreibt über Tiere und Menschen, über Kunst und Musik, über Sinn und Unsinn des Lebens.  In Nordhausen am Harz geboren, lebt er heute abwechselnd in Dresden und auf der Mittelmeerinsel Alicudi. Fotos: Autor

Wer könnte diesem entzückenden Katertier auf dem Buchtitel widerstehen?
Diesem tiefen, versonnenen und leicht vernebelten Blick, der das Leben kennt von allen Seiten, mit seinen hellen und dunklen Straßenecken und Plätzen von Dresden bis Neapel. Der seine Augen und Lauscher überall aufsperrt, wo er hinkommt und das, was er sieht und hört kundtut. Der Kater Vivaldi beobachtet die Menschen. „Da Katzen sich als hochentwickelte Wesen sehen, denen im Universum keiner was vormacht, sind sie nicht scharf darauf, sich mehr als nötig mit Geschöpfen abzugeben, die sich erst am Anfang ihrer Entwicklung befinden, beziehungsweise schon wieder fast am Ende. Flache Evolutionskurve nennt man das in gelehrten Katzenkreisen“, verriet das Katertier Jens-Uwe Sommerschuh. Ebenso wie den großen Unterschied zu ihnen: „Katzen existieren. Menschen haben zu tun. Menschen sind beschäftigt. Sie betätigen Stopp- und Stechuhren, Gangschaltungen und Telefontastaturen, Manschettenknöpfe und Sprengköpfe. Sie schieben Zettel durch Schlitze und nennen es Demokratie.“

Was Sommerschuh und der gewitzt-gelassene, mal genüsslich schnurrende und mal die Krallen ausfahrende Kater Vivaldi und der weise Rabe Amasis auf ihren Alltags-Streifzügen so alles erleben, schreibt der Dresdner Autor und Kolumnist seit 1992 auf. Fast 700 Kolumnen hat er bislang in der Sächsischen Zeitung veröffentlicht. Das „Erste Buch Vivaldi – Verkaterte Geschichten aus dem Elbtal bei Dresden“ (erschienen bei Zwiebook – ein Imprint des Dresdner Buchverlages, 2016) versammelt 44 der schönsten, erheiterndsten, erstaunlichsten und eindrücklichsten, weitgereisten Streuner-Geschichten von Jens-Uwe Sommerschuh aus den Jahren 2002 bis 2008. Da geht es um Nixen, Obdachlose und eine Hebamme im Ruhestand. Die Mafia, das Theater, der Fußball und die Politik spielen eine Rolle. Saddam, Bush und Berlusconi. Schröder, Tillich, Merkel und die Jagd nach dem kleineren Übel als Würfelspiel der Demokratie, steht auf der Buch-Rückseite. Nichts und niemand bleibt verschont von der spitzen Feder des Kolumnisten. Ein abwechslungsreiches, Herz und Geist erfrischendes Büchlein für zwischendurch, um vom Alltagslärm zu entspannen. Mal schmunzelt man, mal muss man laut lachen und manchmal vergeht es einem und kann man den Kater Vivaldi und sein Naserümpfen über diese seltsamen, unbegreiflichen Menschen gut verstehen!

Bisherige Veröffentlichungen u.a.:

„Mimi“ (2016)
„Vom Schönsten das Beste“ (2010)
„Coyote“ (2002)
„Carcassonne“ (2001)

Weitere Infos unter: http://www.zwiebook.de

 

Advertisements

Vom Wein-Wanderführer bis zum Politthriller – der NOTschriften-Verlag Radebeul auf der Leipziger Buchmesse

Mit originellen und spannenden Neuerscheinungen fährt Verleger Jens Kuhbandner vom NOTSchriften-Verlag Radebeul zur Leipziger Buchmesse.

Es ist wieder soweit. Mit fünf Neuerscheinungen ist Verleger Jens Kuhbandner vom NOTSchriften-Verlag Radebeul, der letztes Jahr sein 20jähriges Jubiläum feierte, in diesem Jahr bei der Leipziger Buchmesse dabei. Bereits zum vierzehnten Mal baut er seinen Stand – in Halle 3, E208 – auf neben den großen Verlagen bei diesem internationalen „Fest der Bücher“ vom 23. bis 26. März.

„Die kleinen Verlage sind das Salz in der Suppe“, weiß Jens Kuhbandner. Die Bandbreite reicht daher von sächsischer Heimatliteratur, Romanen, Erzähl- und Bildbänden, kleinen, feinen Kunstbüchern bis zu Lyrik und Kurzprosa von Autorinnen und Autoren aus der Region. Darunter „Mein Radebeuler Skizzenbuch“ und „Dresdner Skizzen“ mit Zeichnungen von Thilo Hänsel.

Außerdem ein neuer Bildband von Werner Böhme, „Die Sächsische Weinstraße – Ein Pilgerpfad für Bacchusjünger“ mit zahlreichen farbigen Fotografien zum 25jährigen Jubiläum der Weinstraße. Der versierte Weinkenner erkundete in seinem vorherigen Buch „Auf den Straßen des Weins“ Rebsorten und Weingeschichte von Mitteleuropa bis in den Kaukasus und wanderte „Entlang der Via Vino“ in seinem 2014 erschienenen Italien-Buch.

Von dem aus Radebeul stammenden Autor, gelernten Koch und Schauspieler Veit Stiller, Jahrgang 1952  stammt der Erzählband „Begegnungen“. In den zwölf Geschichten schildert er Menschen, die ihn prägten oder beeindruckten wie der Sänger, den die Stasi in der DDR wegen seiner Homosexualität erpresste, die deutsche Bäuerin in den Masuren, ein Winzer, der in der Nachwende-Zeit ein barockes Weingut wieder belebte oder der junge Maler, der seine Umwelt als skurriles Panoptikum wahrnimmt. Eine Lesung mit Veit Stiller aus seinem Buch gibt es am 14. Mai, um 17 Uhr im Atelier “Oberlicht“ in Radebeul-Altkötzschenbroda.

Vom Lebensalltag auf einem Bauernhof im Erzgebirge und seinem unaufhaltsamen Niedergang in der heutigen Zeit erzählt bewegend Siegfried Schlegel in seiner biografischen Erzählung „Der Dehmel-Bauer“. Er teilt das Schicksal von vielen anderen Bauern im Mittelgebirgsraum im 20. Jahrhundert. Der Autor Siegfried Schlegel, Jahrgang 1928, verbrachte seine Kindheit im Oberen Westerzgebirge und lebt heute in der Oberlausitz.

Mit „Die 24 Stunden von Berlin“ legt der Drehbuchautor und Kurzfilmregisseur Rafael Kühn, 1978 in Dresden geboren, seinen ersten Thriller in Buchform im NOTSchriften-Verlag vor. Er erzählt hochaktuell von einem scheinbar islamistischen Bombenanschlag, der Berlin erschüttert. Während die Verantwortlichen in Polizei und Politik harte Entscheidungen treffen müssen, kommt der ermittelnde Kommissar Mertens dem wahren Plan der Attentäter auf die Spur. Ihm bleiben nur wenige Stunden, um eine noch viel größere Katastrophe zu verhindern. Auch für den Verleger steigt die Spannung. „Ich freue mich auf das interessierte, aufgeschlossene Publikum zur Leipziger Buchmesse, auf anregende Gespräche und auf das lebhafte Flair während der vier Tage“, sagt Jens Kuhbandner.

Weitere Infos unter http://www.notschriften.com

Leipziger Buchmesse: „Paper Dreams“ und Phantastik-Lounge

Neben vielen neuen Büchern locken eine Ausstellung mit Fotografie-Kunst zum Träumen,  eine Phantastik-Buchhandlung und weitere Neuheiten im Programm für ein vielfältiges Publikum bei der Leipziger Buchmesse vom 23. bis 26. März.

Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017

Wie in jedem Jahr hat die Leipziger Buchmesse es sich zur Aufgabe gemacht, Literatur und Gesellschaft der Mittel- und Osteuropäischen Länder den Messebesuchern näher zu bringen. Im Messejahr 2017 führt diese literarische Reise in die Mitte Europas – nach Litauen. Mit etwa 100 Mitwirkenden und in rund 60 Veranstaltungen präsentiert Litauen –Schwerpunktland 2017 – nicht nur seine einheimische Literatur, sondern auch Kultur und Gesellschaft. Zahlreiche Autorinnen und Autoren machen sich von Litauen auf den Weg nach Leipzig, um ihre 26 Neuerscheinungen dem literaturbegeisterten Publikum zu präsentieren. Für das Programm der litauischen Literaten und Poeten ist Ausrine Zilinskiene, Direktorin des Lithuanian Culture Institute, verantwortlich.

Neue Kuratorin für Europa21

Ein neues Gesicht beim Programmschwerpunkt Europa21 – Denkraum für die Gesellschaft von morgen: Die inhaltliche Gestaltung und Konzeption der Veranstaltungen übernimmt 2017 die neue Kuratorin Esra Küçük, Leiterin des Gorki Forums am Berliner Maxim Gorki Theater für kritisch-konstruktive Diskurse. Zur zweiten Auflage des Programmschwerpunkts der Robert Bosch Stiftung und der Leipziger Buchmesse dreht sich alles um das „WIR in Europa“. In sechs Salongesprächen, einer Autor*innenwerkstatt und beim interaktiven Theaterabend sind Besucher der Messe daher herzlich eingeladen, sich an den Debatten zu beteiligen und über das moderne Europa zu reflektieren. Zu Gast sind unter anderem der ehemalige Museumsdirektor Martin Roth aus London, die Schauspielerin Katja Riemann und die türkische Journalistin Banu Güven.

Reformation

2017 jährt sich der Thesenanschlag Luthers zum 500. Mal. Auch die Leipziger Buchmesse reflektiert dieses Jubiläum und macht sich anlässlich des Lutherjahres Gedanken über die Folgen der Reformation für die heutige Gesellschaft. Die Themenreihe Reformation bildet unter anderem den Auftakt für die bundesweite Poetry-Slam-Reihe „machtWORTE!“. Feridun Zaimoglu wird zu Gast sein, um seinen neuen Roman vorzustellen.

Manga-Comic-Con 2017

Auch in diesem Jahr wird Leipzig wieder zur Anlaufstelle für alle Manga-, Comic- und Animefans. Zur vierten Auflage der Manga-Comic-Con sind zahlreiche internationale Ehrengäste geladen, darunter Yusei Matsui, Kyoko Kumagai, Mike Deodato, Michael Witwer und Scott Koblish. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Anime- und Pop-Sängerin Desi. Sie wird jeweils am Messe-Samstag und -Sonntag auf der Großen Bühne in Halle 1 zu sehen sein. Beim Leipziger Cosplay Wettbewerb treten am 25. März die Teilnehmer um den Platz des schönsten Kostüms an. Zu gewinnen gibt es dieses Jahr unter anderem. eine Reise nach Paris zur Japan Expo, zur Connichi oder die neue Nintendo Switch.

FACHPROGRAMM

Die ersten future!publish-Nachwuchstage feiern ihre Premiere auf der Leipziger Buchmesse. Teilnehmer*innen des zweitägigen Programms am 22. und 23. März dürfen sich auf ein vielseitiges Programm mit zahlreichen interessanten Themen rund um die Zukunft des Publizierens unter den Bedingungen der Digitalisierung freuen.

Die zunehmende Digitalisierung und Innenstadtpolitik haben auch Folgen für den stationären Buchhandel. Mit dieser Thematik beschäftigt sich die neue Themenreihe für den Buchhandel zu lokalen Allianzen „Wohin? Läuft? Der? Kunde?“, die am 24. und 25. März jeweils von 15 bis 16 Uhr im Fachforum 2 (Halle 5, Stand E600) stattfindet. Das Programm beschäftigt sich dabei unter anderem mit der Frage, was in deutschen Innenstädten passieren muss, um deren Attraktivität als Einkaufsort zu steigern und inwiefern der Buchhandel dazu beitragen kann.

Neues gibt es auch im Fokus Bildung. Die Themenreihe „Politik und Schule“ zu Bildungspolitik und politischer Bildung nimmt 2017 vorwiegend die politische Bildung im Unterrichtsalltag unter die Lupe. Dabei stehen vor allem die Herausforderungen im Politikunterricht, wie der Umgang mit extremen Meinungen, im Mittelpunkt der Diskussion. Unter anderem wird sich auch Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth zu dieser Thematik äußern.

MESSE

Fotografie-Kunst zum Träumen

Große Kunst-Premiere auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse: Bevor sie unter anderem nach Berlin, Warschau, Paris, Mailand, Singapur, Tokio, New York und Doha geht, ist die Wanderausstellung „Paper Dreams” erstmalig vom 23. bis 26. März in Leipzig zu sehen. Kurator, Ausstellungsdesigner und Verleger Gerhard Steidl verwandelt Teile der Messehalle 3 (Stand B 502) in eine Galerie für zahlreiche Sofortbilder aus dem Archiv des polnischen Fotografen Tomasz Gudzowaty, dessen Arbeiten bereits in Magazinen wie The Guardian, National Geographic, L’Equipe und Vogue Italia veröffentlicht wurden.

Am 23. März um 13 Uhr wird die Ausstellung mit feierlicher Vernissage und einer Ausstellungsführung eröffnet. Anwesend sein werden neben Kurator Gerhard Steidl auch Fotograf Tomasz Gudzowaty und Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse.

Neue Phantastik-Buchhandlung und Phantastik-Lounge

Die Leipziger Buchmesse wartet 2017 mit einer neuen Phantastik-Buchhandlung auf. Gemeinsam mit den Organisatoren der Messebuchhandlung gestaltet die Leipziger Buchmesse 2017 die Premiere der neuen Phantastik-Buchhandlung in Halle 2 (Stand G400). In den Regalen der Buchhandlung werden sich nicht nur die auf der Buchmesse präsentierten phantastischen Bücher wiederfinden. Experten der Berliner Science-Fiction- und Fantasy-Buchhandlung „Otherland“ gestalten die Buchhandlung im Vorfeld der Messe inhaltlich mit und beraten anschließend die Besucher vor Ort beim Kauf.

Autoren phantastischer Literatur sollten auch an Stand J310 in Halle 2 vorbeischauen. Gemeinsam mit dem Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN) e.V. entsteht 2017 hier die Phantastik-Lounge, die neue Komfortzone für Autoren der Phantastik.

DIGITALE ANGEBOTE

Neuland 2.0: Die Veranstaltung der zukunftsweisenden Ideen für die Buch- und Medienbranche geht zur Leipziger Buchmesse 2017 in die zweite Runde. 15 ausgewählte Startups präsentieren ihre innovativen Konzepte, darunter eine Open-Source-Software für den gesamten Prozess der Buchherstellung, eine kuratierte Talentplattform zur Vernetzung von Autoren und Verlagen oder ein durch Klang und Licht verbessertes Leseerlebnis. Neben dem Jurypreis für die erfolgversprechendste Idee wird auch der Publikumsliebling mit einem Preis geehrt. Im Alten Landratsamt berichten Unternehmen am 24. März vom Scheitern und geben ihre wertvolle Erfahrung weiter. Im Anschluss feiern die Bewohner des Neulandes ihre erste Startup-Party.

Literaturvermittlung im virtuellen Raum stärken: Erstmals bietet die Leipziger Buchmesse dafür, gemeinsam mit dem Leipziger Unternehmen Thadeus Roth, ein transmediales Erzählprojekt an, das Inhalte über verschiedene Alltagsmedien direkt zum Leser bringt. Zusätzlich startet die Leipziger Buchmesse die Social-Media-Kampagne „Autoren-Shelfie mit deinem Buch“ als einen ersten Piloten zum Aufbau einer Autoren-Community.

Eine weitere digitale Neuerung wartet mit dem auditiven Livestream auf alle Besucher und Fans der Leipziger Buchmesse. Erstmals wird das Programm von 25 Foren live per Audiostream übertragen. Mehr als 1.500 Lesungen, Vorträge und Diskussionen werden darüber hinaus schon während der Messelaufzeit als Podcast verfügbar sein. Den Livestream sowie das digitale Archiv finden Sie unter https://voicerepublic.com/users/leipziger-buchmesse.

EINFACH SICHER

Erweiterte Besucherführung auf dem Messegelände

Jährlich locken das Buch und seine Macher hunderttausende Bücherfreunde nach Leipzig. Die Leipziger Buchmesse reagiert auf das gestiegene Publikumsinteresse mit einer erweiterten Besucherführung, einer veränderten Verkehrsorganisation und einem angepassten Sicherheitskonzept. Für einen schnelleren Zugang werden für Besucher mit Vorverkaufstickets zusätzliche Eingänge zum Messegelände geschaffen. Über diese neuen Eingänge können Besucher mit Vorverkaufstickets alle Hallen auch direkt betreten. Wer mit seinem Ticket einmal den Zutritt zur Leipziger Buchmesse erlangt hat, kann sich innerhalb des gesamten Ausstellungsgeländes frei bewegen. Einfach sicher – unter diesem Motto wird das Sicherheitskonzept der Leipziger Buchmesse an die gestiegenen Anforderungen angepasst. Der Zutritt zum Gelände erfolgt über Sicherheitsbereiche, die den Eingangsbereichen zu den Messehallen jeweils vorgelagert werden. In diesen Bereichen werden Taschen und Gepäckstücke stichprobenhaft kontrolliert. Gäste der Leipziger Buchmesse werden daher gebeten, frühzeitig anzureisen und möglichst auf große Gepäckstücke zu verzichten. Aussteller gelangen über eine Fastlane schnell und pünktlich an ihre Stände. Für Cosplayer wird ein extra Eingang eingerichtet, der zu den beiden Requisitenchecks an Halle 1 bzw. Halle 5 führt. Taschen- und Gepäckkontrollen finden ebenfalls im Pressezentrum am Übergang zur Halle 1 statt.

Über die Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC) in Halle 1. Parallel dazu findet die 23. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

Text: Pressestelle Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse im Internet:
http://www.leipziger-buchmesse.de
Leipziger Messe im Internet:
http://www.leipziger-messe.de
Die Leipziger Buchmesse im Social Web:
http://www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
http://twitter.com/buchmesse
https://www.instagram.com/leipzigerbuchmesse

Talk im Kunstkeller: Prüderie und Aktfotografie

Die Mini-Bühne im Kunstkeller lädt zu einer neuen Veranstaltungsreihe ein. Der erste Talk am 24. März, um 20.30 Uhr auf der Radeberger Straße 15 in Dresden beleuchtet „Prüderie und Aktfotografie“ im Wandel der Zeiten näher.

Barocke Sinnlichkeit

Ein Rundgespräch mit dem Galeristen und Fotokünstler Volkmar Fritzsche und den Besuchern zu Wandlungen im Umgang mit Nacktheit. Fokus: Freizügigkeit und Prüderie – im Zeitbezug. Zur Diskussion gestellt werden Fragen und Themenbereiche wie:  Was ist Prüderie? Wo liegen Wurzeln und Ursachen?  Welche Rolle spielen die Religionen?

Außerdem geht es darum: Wo verspüren wir Prüderie hier und heute? (globale Unterschiede im Vergleich zu Deutschland – rückschauend auch ein Blick auf unterschiedliche Entwicklungen BRD-DDR)

Im zweiten Teil des Abends soll über Körperfotografie als Kunstform, insbesondere deren Möglichkeiten und Grenzen diskutiert werden.

Als Ausgangspunkt dafür wird eine Beamershow gezeigt unter dem Titel „Woher wir kommen“.

Gesprächsleitung: Volkmar Fritzsche und Solvig Frey

Eintritt inkl. Ausstellungsbesichtigung: 8.- €
Einlass ab 20 Uhr, Platzreservierung (empfohlen!):

http://www.kunstkeller-dresden.de/veranstaltungen.php

Aktuelle Ausstellung

 „NATUR – IN MEINEN AUGEN – phantastische Naturphotographien“

von Ralf Lehmann  – ein konzeptioneller Seitensprung…

Gezeigt werden Naturfotografien des Künstlers Ralf Lehmann, die auf dessen Reisen von Hawaii über Island, die Kanaren und Seychellen bis zum Mittelmeerraum, aber auch in heimischen Gefilden entstanden. Die Fotografien sind von solcher Brillanz, Dichte und Faszination, dass Volkmar Fritzsche sich entschloss, ausnahmsweise mal vom langjährigen Konzept seiner Galerie abzuweichen. Nicht ganz – denn im vierten Raum spielt auch der Akt inmitten der Natur eine Rolle.

Text + Foto: Kunstkeller

Unter  http://www.kunstkeller-dresden.de/ausstellung.htm einige Bildbeispiele.

Öffnungszeiten: Dienstag 15-21.30 Uhr; Mi + Do 16.30-18.30 Uhr; und fast jederzeit nach tel. Absprache über 0162 682 93 79                                                                                                                                      

Medea: Bitter-komische Rache einer Außerirdischen im Schauspielhaus Dresden

Fotos: Matthias Horn/Staatsschauspiel Dresden

Medea und ihre Kinder tauchen aus einem Ufo auf dem Bühnenrund auf und werden grausame Rache nehmen an den Menschen, die ihnen Schutz und Zuflucht verweigern. Eine intensive, streitbare Aufführung.

Bevor Medea selbst die Bühne betritt, ist vor dem tiefroten Vorhang das Getuschel und Gezischel der einheimischen Frauen in Korinth über die Fremde und das ihr widerfahrene Leid zu hören. Erst im Unglück erkennt sie, was es heißt, kein Vaterland mehr zu haben. Die Tragödie von Euripides, aus dem Griechischen übersetzt von Simon Werle, hatte gestern Premiere im Schauspielhaus Dresden.

Ein weißer magischer Kreis mit dem Buchstaben „M“ auf dem Vorhang steht für den Mythos um Medea. Für die schöne und rebellische Frau, Mutter, Zauberin, Heilkundige und Kindsmörderin. Letzteres wird sie aber erst in der Fassung von Euripides, wo Medea grausame Rache an ihrem untreuen Mann Jason nimmt, dem sie half das goldene Vlies zu erobern und der sie später allein und heimatlos mit ihren Kindern zurückließ.

Ein Chor von drei Männern spielt die Frauenrollen wie im alten Griechenland üblich, begleitet von drei Musikern mit mal düster-bedrohlichen Klängen, mal gebetartig mahnenden Gesängen, kuscheligem Schlageridyll und wild rockigem Sound. Die Männer tragen schwarze Sachen, weiße Masken vorm Gesicht und Kopftücher, sie flüstern und gestikulieren als Frauen von Korinth viel sagend über das rätselhafte Wesen Medeas. Außerdem treten sie als Herrscher und Helden auf, die Medea nacheinander aufsuchen, sie zu beschwichtigen versuchen, ihr mit Verbannung drohen und Teil ihres Racheplans werden.

König Kreon (Benjamin Pauquet) begegnet ihr mit Furcht und Verachtung, während ihre Kinder sich hilfesuchend an ihm festklammern. Jason (Sebastian Wendelin) ist ein bequemer, eitler Mann und gewiefter Taktiker, der durch die Heirat mit Kreons Tochter Macht erlangen und aus seinen Kindern Königssöhne machen will. Dem missmutigen kinderlosen König Aigeus (Sascha Göpel) verspricht Medea ein Mittel dagegen, wenn er ihr Asyl gewährt.

Medea und ihre Kinder tauchen in der klang- und bilderreichen, bitter-komischen Inszenierung von Christina Rast wie Außerirdische aus einem schwarzen, über der Bühne schwebenden Gehäuse auf, das wie ein Ufo aussieht mit gleißenden Scheinwerfern. Ihr weißes, unter dem Tüll rauchschwarzes Brautkleid zerknüllt sie und schlingt es um ihren Leib, kommt nicht davon los. In weißem Mieder und Hosen erhebt Medea, die Paula Dombrowski abwechselnd kühl-überlegt, zornig und stolz verkörpert, verzweifelt umher rennend im schutzlosen Bühnenrund, Klage gegen ihren Mann Jason. Sie reißt ihre schwarze Langhaar-Perücke ab, unter der raspelkurzes Haar verborgen ist und ihre Härte unterstreicht. Sie schleift ihn verächtlich am Handgelenk umher, er pariert mit akrobatischem Körpereinsatz. Sie begehren und bekämpfen sich verbittert.

Eine Gruppe von Kindern, die mal Uniformen und Gewehre tragen, mal Blumenkränze und weiße Kleider, begleiten Medea, beschützen sie und leiden stumm mit ihr. Die Vielschichtigkeit, Widersprüchlichkeit und Magie dieser tragischen Frauenfigur, die hasserfüllt auf eine männerdominierte, sozial ungerechte Umwelt reagiert, ist leider kaum zu spüren in dieser Aufführung, die mehr plakativ als tiefschürfend das Thema Fremdenfeindlichkeit darstellt. Die Spielkulisse mit der Aufschrift „Willkommen“ und Schildern wie „Heimat“, „mein Ich“ und „mein Ausland“ bleibt Fassade.

Der Konflikt und grausame Racheakt Medeas wird in traurig-komischer Szenerie vor allem auf der persönlichen Ebene der beiden Gegenpole Mann – Frau ausgetragen zulasten der Kinder, die stumm und Popcorn essend in der Mitte sitzen und ihren meist abwesenden Vater ignorieren. Und ironisch zugespitzt, wenn Medea mit naiv verstellter Stimme sich Jason scheinbar geschlagen gibt und heile Familienidylle vorgaukelt. Bis zum düsteren Höhepunkt, wenn unter ihrem weißen Rock immer neue kleine Kindersoldaten zum Vorschein kommen.

Medea ringt bis zuletzt mit ihren zwei Söhnen, die sich wehren im sie umschlingenden Todeskampf, quälend lang für den Zuschauer. Um schließlich nackt im grellen Scheinwerferlicht des Ufos wieder in die Ferne zu entschwinden. Vereinzelte Buh-Rufe für das Regieteam und viel Beifall für die Schauspieler und Kinderdarsteller gab es vom Publikum zur Premiere.

Nächste Vorstellungen: 21. und 27.3. und 6.4., 19.30 Uhr

Leipziger Buchmesse: Für die Freiheit des Wortes

Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan wird am 23. März  per Live-Schaltung aus Istanbul zu Gast auf der Leipziger Buchmesse sein.

Für Asli Erdogan: „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“

Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan, die in der Türkei auf ihr Urteil wartet, ist eine Symbolfigur für das Recht und die Bedeutung der freien Meinungsäußerung. Aus diesem Anlaß findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse auf dem „Blauen Sofa“ (Glashalle) eine Veranstaltung „Für Asli Erdogan“ und die Freiheit des Wortes statt, in der ihre politischen Essays „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ präsentiert werden. Sie erscheinen zur Messe erstmals auf Deutsch, in der Türkei können sie derzeit nicht publiziert werden.

Die Veranstaltung am Donnerstag, den 23. März um 13.30 Uhr, wird getragen von der Leipziger Buchmesse, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, „Das Blaue Sofa“, dem gemeinsamen Autorenforum von Bertelsmann, Deutschlandradio Kultur und ZDF“, dem PEN-Zentrum Deutschland e.V. sowie dem Knaus Verlag in der Verlagsgruppe Random House, die gemeinsam für Presse- und Meinungsfreiheit einstehen. Die Beteiligten bedauern sehr, dass die Autorin die Einladung, nach Leipzig zu kommen, nicht annehmen kann, nachdem soeben ein Antrag auf Aufhebung des Ausreiseverbots von der türkischen Justiz abgelehnt wurde.

  • Im Gespräch: Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
  • Moderation: Daniel Fiedler, ZDF Redaktionsleiter Kultur Berlin
  • Lesung: Oliver Kontny, Übersetzer aus dem Türkischen
  • Gespräch mit Asli Erdogan (Live-Schaltung aus Istanbul)
  Text: Pressestelle/Leipziger Buchmesse
Leipziger Buchmesse im Internet:
http://www.leipziger-buchmesse.de
Leipziger Messe im Internet:
http://www.leipziger-messe.de
Die Leipziger Buchmesse im Social Web:
http://www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
http://twitter.com/buchmesse
https://www.instagram.com/leipzigerbuchmesse

„Garbald in Dresden“ – Uta Hauthal geht in ihrem Roman den Lebensspuren einer Schweizer Poetessa und verschütteten Erinnerungen an der Elbe nach

Was es mit dem geheimnisvollen, etwas nostalgisch klingenden Buchtitel auf sich hat, erzählte die Autorin Uta Hauthal im Gespräch mit der Berliner Schriftstellerin Tanja Dückers bei der Buchpremiere im Literaturhaus „Villa Augustin“/Kästnermuseum am Albertplatz in Dresden.

Uta Hauthal (im Foto li.) im Gespräch mit Tanja Dückers.

Wenn Uta Hauthal nicht schreibt oder moderiert, dann singt, vertont oder rezitiert sie Gedichte. Manchmal fragt die vielseitige Künstlerin auch Passanten auf Straßen und Plätzen, ob sie diese mit einem Gedicht erfreuen darf. Wenn sie mit ihrem Rad mit der Aufschrift „Poesietankstelle“ unterwegs ist. Sie trat schon mit einigen literarisch-musikalischen Programmen im Literaturhaus Villa Augustin/Kästnermuseum am Albertplatz auf. Hier stellte sie nun am Donnerstag abend ihren druckfrischen ersten Roman „Garbald in Dresden“ vor, der im NOTSchriften-Verlag Radebeul (www.notschriften.com) erschienen ist.

Im Gespräch mit der Berliner Schriftstellerin Tanja Dückers erzählte Uta Hauthal, wie sie ursprünglich ausgelöst vom Streit um die Waldschlößchen-Brücke einen Roman über Dresdner Eigenarten und Geschichte schreiben wollte. Wie sie dann bei einem Besuch in der „Villa Garbald“, erbaut von Architekt Gottfried Semper im schweizerischen Bergell, von der bewegten Lebens- und Familiengeschichte von Johanna Garbald, Ehefrau, Mutter und Schriftstellerin, die sich ihren Traum Poetessa zu werden erfüllte Mitte des 19./Anfang 20. Jahrhunderts, erfuhr und daraufhin beschloss, ihre Geschichte „mit einzubauen“ in den Roman.

Mehr zum Buch und zur Lesung folgt.

Text + Fotos (lv)

Verleger Jens Kuhbandner vom NOTSchriften-Verlag Radebeul freut sich mit Autorin Uta Hauthal über die gelungene Buchpremiere.

Mit Wodka & Humor: Aus dem Tagebuch des Karrusselführers und Poeten Pratajev

Lasen mit viel russischem Witz und Seele die Geschichten über Pratajev bei Büchers Best: Solvig Frey und Hans Jürgen Scholz, musikalisch begleitet von Rainer Herbert Herzog an der Erlenholzgitarre und einem Trommelschemel.

Kennen Sie Pratajev?, so lautet der Titel des neuen Programms des Dresdner Erzählkunst-Duos Solvig Frey und Hans Jürgen Scholz. Diesmal musikalisch verstärkt durch den Musiker und Sänger Rainer Herbert Herzog, der eine Budjonny-Mütze mit rotem Stern trug und Lieder wie den Ohrwurm „Katjuscha“ auf deutsch und russisch zur Gitarre nebst Trommel- und Marschklängen beisteuerte. Gemeinsam sorgten sie im äußeren Erscheinungsbild, samt Souvenirs, witzig-deftig lebensprallen Gedichten und Geschichten über Pratajev, dem Dichter, Sänger, Karusselführer im Auf und Ab des Lebens, Hilfszahnarzt, Wodkavernichter und Jungfrauenversteher, bis zum obligatorischen Gläschen Wodka in der Pause mit Hingabe für russische Stimmung bei ihrer gut besuchten Lesung am Mittwochabend in der Buchhandlung Büchers Best in der Äußeren Neustadt.

Pratajev sei einer der noch zu hebenden Schätze des russischen Literatur- und Liedgutes, sagte Jörg Stübing, Inhaber von Büchers Best, für den dieser ebenso eine Entdeckung ist. Er überreichte dem Erzähler-Duo die erste kleine Broschüre des legendären Dichters, die 1997 erschien und nur noch antiquarisch erhältlich ist. Doch inzwischen gibt es schon ein neues Buch mit Pratajev-Geschichten, aufgeschrieben von Frank Bröker und Holger Makarios Olev, die gleichzeitig als „The Russian Doctors“ mit Texten Pratajevs musikalisch unterwegs sind.

Mehr Text dazu folgt.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.pratajev-gesellschaft.de

Länderabend Indien an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

 
Eine tänzerische Reise durch Indien und Eindrücke über dieses Land mit der Schauspielerin Julia Rani erleben Besucher dieser Veranstaltungsreihe der Landesbühnen Sachsen am 17. März, um 20 Uhr in der Gaststätte Goldene Weintraube in Radebeul.

Schauspielerin Julia Rani lädt im ersten Teil dieses Abends in den Balllettsaal zu einer tänzerischen Reise durch Indien ein. Im zweiten Teil geht es zurück in die «Goldne Weintraube», wo ein typisch indisches Gericht angeboten wird und Julia Rani im Gespräch über die ferne Welt Indiens zu erleben ist.

Seit ihrem sechsten Lebensjahr beschäftigt sich Julia Rani mit dem klassischen südindischen Tanzstil Bharata Natyam. Ausgebildet wurde sie von Padmashri Chitra Visweswaran – einer der prägendsten Tänzerinnen dieses Tanzstils im 20. Jahrhundert – an der Tanzakademie Chidambaram Academy of Performing Arts in Madras. Bei Aufritten in Indien und in Deutschland, wie z.B. bei der zentralen Jubiläumsfeier anlässlich der 50-jährigen Unabhängigkeit Indiens im Haus der Kulturen in Berlin sowie im Fernsehen, erwies sich Julia Rani als klassische Interpretin des Bharata Natyam, die sich durch besondere Ausdrucksstärke auszeichnet.

Der klassische südindische Tanz Bharata Natyam basiert auf einer mehr als 2000 Jahre alten Geschichte. Neben seiner komplexen Rhythmik, seiner hoch entwickelten Gebärdensprache und überaus kunstvollen Mimik ist er ein Tanzstil, der Körper, Geist und Seele involviert.

Text + Foto: Landesbühnen Sachsen

Von Monet, van Gogh zu Klimt: Kunst in Bewegung in multimedialer Ausstellung

Wenn Bilder auf den Leinwänden lebendig werden

Die multimediale Kunstschau „Monet2Klimt“ in der Helios Hall der Zeitenströmung in Dresden bringt berühmte Gemälde auf sinnliche und zeitgemäße Weise den Besuchern näher.

Bewegte Bilder, die zauberhaft vor dem Auge des Betrachters erstehen im Rausch der Farben und Formen, die digital lebendig werden auf Leinwänden und räumlich erfahrbar, atmosphärisch untermalt mit Musik von Eric Satie über Beethovens Ode an die Freude, Sibelius, Vivaldi u.a., versammelt seit gestern die Ausstellung „Monet2Klimt – Art in Motion“ in der Helios Hall der Zeitenströmung (Halle 7B) auf der Königsbrücker Straße 96 in Dresden. Hier kann man berühmte Gemälde von Klimt, van Gogh und Monet auf besondere Weise erleben.

Gestaltet hat die 45minütige, multimediale Schau, die große Kunst auf neue, ebenso sinnliche wie zeitgemäße Art präsentiert, eine Künstlergruppe aus Grafikern und Kompositoren aus Estland. Faszinierend, eindrucksreich und dezent abgestimmt, wirken in fließenden Übergängen Farbtöne und Klänge aufeinander von sanft, verhalten, romantisch, beschwingt bis expressiv-temporeich.

Der Betrachter kann im Raum umher wandeln,  in die wunderbaren Bilderlandschaften eintauchen, ins Paris zu Monets Zeiten mit Sommerfrische am Meer und an seinen Seerosenteichen vorbei spazieren, van Goghs farbenprächtige Blumenstillleben und Landschaften und die ausdrucksreichen figürlichen Szenen von Klimt bestaunen.

Ein rundum gelungener Kunstgenuss für alle, kleine und große Besucher, Kunstkenner, Neugierige und Genießer.

Zu sehen ist die Bilder-Schau, die zum Erleben und Entdecken mit allen Sinnen einlädt, offiziell ab Freitag, den 17. März. Täglich von Mo bis So. von 10 bis 20 Uhr. Drei Monate läuft die Schau in Dresden. Tickets gibts bei Dresden Information u.a. Vorverkaufsstellen. Weitere Infos demnächst unter http://www.monet2klimt.de

Text + Fotos (lv)

Lilli Vostry von meinwortgarten.com wandelte in den Bilderlandschaften.


Anthony Stavchansky, Projektmanager der Ausstellung „Monet2Klimt“