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Start der Schreib- und Geschichtenwerkstatt für Kinder „Fantasius Firlefanz“

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Geschichten-Abenteuer erleben – Jeder hat Fantasie!

Für alle, die in den Sommerferien noch nichts vorhaben, startet für neugierige, spiel- und erzählfreudige Kinder und Jugendliche die Schreib- und Geschichtenwerkstatt „Fantasius Firlefanz“ mit Lilli Vostry, freie Journalistin und INhaberin des KulturBlogs meinwortgarten.com als neues Angebot im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Heute am 4.7., von 16 – 18 Uhr das erste Mal. Ab 11. Juli dann immer mittwochs von 17 – 19 Uhr. Ich freu mich auf Euch.

Hallo, liebe Kinder!

Hier könnt Ihr die kreative Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche „Fantasius Firlefanz“ kennen lernen. Der bewegliche kleine Holzvogel ist unser Begleiter, der unsere Fantasie beflügeln möchte. Bei den Geschichten-Abenteuern, die uns zuflattern aus der großen Welt der Worte.

Gemeinsam entdecken wir den Spaß am Erzählen, sprachlichen Gestalten in spielerischer Form und Umsetzen der selbsterdachten Geschichten.

Wenn Ihr gern träumt, erfindet, neugierig seid, Euch lesend und schreibend ausprobieren wollt, ist die Schreib- und Geschichtenwerkstatt ein guter Ort, dies miteinander zu tun.

Zu meiner Person: Ich heiße Lilli Vostry, schreibe selbst gern seit meiner Kindheit und arbeite hauptberuflich als freie Journalistin, außerdem als Kinderbetreuerin und in der Deutsch-Nachhilfe in Dresden. Es sind auch spezielle Angebote für Kinder mit ADHS möglich.

Kosten pro Teilnehmer pro Nachmittag: 5 Euro

Kontakt: Lilli Vostry, Tel. (0351) 848 75 03 oder 0177 – 524 88 48
email: Lilli.Vostry@freenet.de

 

 

Keine für Alle! – Lara Finesse

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Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

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Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

7. Bibliothekskongress Leipzig 2019: „Bibliotheken verändern“

Fake News und verbale Ausfälligkeiten: Bibliotheken stellen sich als Informationsvermittler gegen Spaltung der Gesellschaft

7. Bibliothekskongress gibt wichtige Impulse für die Zukunft / Bibliotheken in der digitalen Welt unverzichtbar und diskursfördernd

Die Gesellschaft wandelt sich rasant. Bibliotheken begegnen dieser Dynamik mit innovativen Konzepten für Medienzugang und Teilhabe. So lautet das positive Fazit, mit dem der 7. Bibliothekskongress in Leipzig zu Ende ging. Vier Tage lang hatten sich mehr als 4.000 Teilnehmer von öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken im Congress Center Leipzig getroffen, um gemeinsam das Motto „Bibliotheken verändern“ intensiv zu diskutieren und Lösungsansätze konsequent auf den Weg zu bringen. Dabei stand die Positionierung als sogenannter Dritter Ort – als Schnittstelle für Wissenserwerb und Möglichkeit zur Teilhabe in der modernen Gesellschaft – genauso auf der Tagesordnung wie Fragen rund um die Digitalisierung.

Der Bibliothekskongress hat sprichwörtlich ein neues Kapital in der Zukunft der Bibliotheken aufgeschlagen. Wir haben die digitale Aufbereitung von Forschungsdaten und somit Themen wie Open Access, Open Data oder Open Science intensiv beleuchtet. Zudem haben wir eruiert, wie Blockchain-Technologien unsere Arbeit verändern werden“, lobt Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Präsident des BID den hohen Stellenwert der Veranstaltung. Er betont: „Mit unserem klaren Fokus auf die Weiterentwicklung von Bibliotheken als Kommunikations-, Interaktions- und Erlebnisräume schaffen wir attraktive Angebote für die Alphabetisierung. Mit Blick auf die aktuellen technischen Entwicklungen kommt die digitale Alphabetisierung – also der Zugang sowie Kenntnisse über die sinnhafte Nutzung der digitalen Welt – als zusätzliche Aufgabe für Bibliotheken hinzu. Dem stellen wir uns aktiv, um als Ermöglicher für gesellschaftliche Teilhabe Verantwortung zu übernehmen.

Partnerland Niederlande: Royales Engagement für Leseförderung

Zahlreiche Anregungen dafür gab es auch durch das Gastland Niederlande. Denn mit der Etablierung der Bibliotheken als Dritter Ort nehmen die Niederlande international eine Vorreiterrolle ein. Dies zeigte die niederländische Prinzessin Petra Laurentien Brinkhorst, die sich zugleich als ehrenamtliche UNESCO-Botschafterin für Alphabetisierung engagiert, deutlich. Die Prinzessin erläuterte beispielsweise die in den niederländischen Bibliotheken eingeführten Sprachhäuser. In diesen wird die Alphabetisierung sowohl der einheimischen Bevölkerung als auch von Migranten kontinuierlich gefördert. Zudem können die Bürger dank e-Government in den Bibliotheken zahlreiche Verwaltungsgänge komfortabel realisieren.

Bibliotheken für bessere Diskussionskultur und gegen Fake News

Um die richtige Umsetzung ging es auch in den mehr als 260 Vorträgen innerhalb der Plenarpanels. Hier richteten die Vertreter der Bibliotheken nicht nur den Blick auf die eigene Branche, sondern nutzten die Kompetenzen externer Profis, um den eigenen Horizont zu erweitern. Besonderes Interesse erfuhr dabei der Vortrag der renommierten niederländischen Architektin Francine Houben, die für zahlreiche Bibliotheksbauten in aller Welt verantwortlich zeichnet und aktuell bei der Sanierung der New York Public Library federführend ist. Die bereits mehrfach ausgezeichnete Architektin besitzt große Expertise bei der Gestaltung von Bibliotheken als Dritte Orte und stellte zugleich ihre Initiative „Eye opener“ vor. Diese soll Entscheidern die „Augen öffnen“, um Innovationen von Bibliotheken konsequent voranzutreiben.

Gerade mit Hinblick auf die immer häufigeren unsachlichen und emotional aufgeladenen Debatten in der Öffentlichkeit können Bibliotheken eine wichtige Schnittstelle für respektvollen Meinungsaustausch werden. Dr. Lorenzen: „Immer häufiger werden extreme Meinungen ohne sachliche Argumente ausgetauscht und die Gesellschaft auf diese Weise in zwei Lager getrennt. Als Bibliotheken wollen wir uns dem verstärkt entgegenstellen. Wir brauchen neue Ideen für Inhalte und Veranstaltungen. Auf dem Bibliothekskongress gab es zahlreiche Impulse dafür. Jetzt gilt es diese in naher Zukunft umzusetzen.“

Ein neues Denken und strukturierte Aktivitäten braucht es auch beim Thema Fake News. Da waren sich die Teilnehmer nach den vier Veranstaltungstagen einig. Denn immer häufiger werden gezielt falsche Informationen über alle Kommunikationskanäle gestreut, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen oder um anders denkende Menschen zu diskreditieren. Porträtfotos mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, die vielfach über soziale Netzwerke verbreitet werden, sind dabei nur die Spitze des Eisberges. In ihrer Rolle als Informationsvermittler müssen die Bibliotheken dem entgegentreten und immer mehr Menschen dazu befähigen, Fake News von tatsächlichen Nachrichten zu unterscheiden. Anregungen für entsprechende Formate für die Arbeit vor Ort – insbesondere für die Jugend – gab es dazu in Leipzig zur Genüge.

Positives Fazit und nächster Termin

Spannende Diskussionen, gewinnbringende Plenarpanels, ein sechsprozentiges Teilnehmerplus und eine ausgebuchte Fachausstellung mit rund 150 Ausstellern machten den 7. Bibliothekskongress zu einer gelungenen Veranstaltung. Die nächste Bibliothekskongress in Leipzig findet 2022 statt und wird wieder eng mit der Leipziger Buchmesse verankert sein.

Über den Bibliothekskongress Leipzig

Der Bibliothekskongress (zugleich Deutscher Bibliothekartag) ist der größte nationale Fachkongress in Europa. Als wichtigster Treffpunkt der Informations- und Bibliotheksbranche für internationale Fachbesucher aus dem Bibliothekswesen findet der Kongress im Vorfeld der Leipziger Buchmesse in einem dreijährigen Turnus im Congress Center Leipzig (CCL) statt. Die Fachausstellung dient mit einer Gesamtnettofläche von 2.213 qm Messeausstellern als Forum, um ihre Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen. Zu den zentralen Ausstellungsbereichen gehören: Archivierungssysteme, Aus- und Weiterbildung, Bibliotheks- und Informationssysteme, Bibliothekseinrichtungen/Mobiliar, Bibliotheksmaterialien und -zubehör, Buchhandel/Verlage, Datenbanken, Fachbücher und -zeitschriften, Information-Retrievalsysteme, Konversion und Digitalisierung, Mikroformen, OCR, Recherche- und Informationsdienstleistungen, Restauration und Pflege, Scanner und Codierung, Selbstverbuchungssysteme, Sicherheit und Sicherungssysteme, Software, Verbände und Organisationen. Die Fachausstellung zum Bibliothekskongress Leipzig wird vom Veranstalter Leipziger Messe GmbH organisiert und durchgeführt.

Über Bibliothek & Information Deutschland (BID) e. V.

Bibliothek & Information Deutschland (BID) e. V. ist der Dachverband der Institutionen- und Personalverbände des Bibliothekswesens und zentraler Einrichtungen der Kulturförderung in Deutschland. BID vertritt deren Gesamtinteressen auf nationaler und europäischer Ebene sowie in internationalen Gremien.

Text: Frank Schütze/priori-relations

Bibliothekskongress Leipzig im Internet:
bid-kongress-leipzig.de 

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Premiere für Tanzstück „Freie Radikale“ an den Landesbühnen Sachsen

Alles wandelt sich 

„Freie Radikale“ heißt ein zweiteiliger Tanzabend von Wencke Kriemer de Matos und Fabio Liberti (ab 16 Jahre). Die Uraufführung ist am 5. April, um 19.30 Uhr an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Was auch immer im Universum entsteht und sich entwickelt, ist dazu verurteilt wieder zu vergehen – Gesellschaftsformen ebenso wie das menschliche Leben jedes Einzelnen. Wencke Kriemer de Matos betrachtet in ihrer Choreografie den individuellen „Lebensbogen“ eines Menschen und befasst sich mit dem so gern verdrängten Phänomen des Alterns, für das „Freie Radikale“ verantwortlich gemacht werden, die bei vielen zellbiologischen Prozessen eine wichtige Rolle spielen.

Fabio Liberti dagegen nähert sich den Begriffen FREI und RADIKAL aus politischer Perspektive und untersucht bedrohliche Transformationsprozesse, die sich gegenwärtig in unserer Gesellschaft mit und durch uns vollziehen.

Ein spannender Theaterabend, der es sich zum Anliegen gemacht hat, mit Tabus zu brechen und konfliktbehaftete Themen von gesellschaftlicher Relevanz mit den Mitteln des modernen Tanztheaters neu zu beleuchten.

Es tanzt die Tanzcompagnie der Landesbühnen:  Aurora Fradella, Leonardo Germani, Anita Suzanne Gregory, Brian Scalini, Adam Sojka, Camilla Bizzi,  Afonso Pereira, Adam Sojka, Oleksandr Khudimov, Kassandra Cruz, Zhiyelun „Alan“ Qi

Choreografie: Wencke Kriemer de Matos, Fabio Liberti
Ausstattung: Annett Hunger

Text: Petra Grubitzsch/LB Sachsen

Weitere Termine

7.4., 19.00 Uhr, 13.4., 19.30 Uhr, 17.5.2019, 20.00 Uhr, Landesbühnen Sachsen

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

Der Rausch der Freiheit – Podiumsdiskussion im Kulturrathaus Dresden

Freiheit – Traum und Wirklichkeit

Die Volkshochschule Dresden geht der Frage nach, was das Wort heute bedeutet in einer Podiumsdiskussion am 26. März, um 19 Uhr im Kulturrathaus Dresden.

Die Zahl neun hat eine beinahe schicksalhafte Bedeutung in unserer Geschichte: Seit der Französischen Revolution 1789 elektrisiert der Freiheitsbegriff die Menschen. 1849 versuchte man in Deutschland, diese Impulse aus Frankreich umzusetzen, was vorerst nicht gelang. In Weimar wurde 1919 die erste freie deutsche Verfassung errungen und 1989 führte schließlich die Friedliche Revolution zum Sturz der letzten deutschen Diktatur. Do ch was verstehen wir unter Freiheit? Wo liegen ihre Grenzen und wie weit reicht die Freiheit der Andersdenkenden? Diesen Fragen geht die Volkshochschule Dresden am 26. März in der Podiumsdiskussion „Freiheit: Traum und Wirklichkeit“ nach. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Clara-Schuman-Saal des Kulturrathauses (Königstraße 15) statt.

Seit gut 200 Jahren ringen die Menschen in Zentraleuropa um ihre Freiheit. Durch viel Blut und Tränen wurden Königtümer gestürzt und Ständeprivilegien gebrochen. Für die Frage, was diese Veränderungen heute für uns bedeuten und warum es gilt, die Freiheit heute und in Zukunft zu verteidigen, hat die Volkshochschule Dresden drei Experten eingeladen: Prof. Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte und Direktor des „Global and European Studies Institute“ der Universität Leipzig. Oliver Reinhard arbeitet als stellvertretender Leiter des Feuilletons bei der Sächsischen Zeit und Prof. Dr. Hans Vorländer ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte und er leitet als Direktor das „Zentrum für Verfassungs- und Demokratieforschung“ an der Technischen Universität Dresden. Gemeinsam tauschen sie sich über die Rolle der Freiheit heute aus.

Die Podiumsdiskussion findet in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Geschichtsverein, der Gedenkstätte Bautzner Straße und der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung statt. Sie ist zudem Auftakt einer Reihe rund um das Thema „Freiheit“. Hierin betrachtet die Volkshochschule Dresden den Begriff aus verschiedenen Blickwinkeln. Beispielsweise stehen im ersten Halbjahr vor allem die historischen Ereignisse der Jahre 1789, 1849, 1919 und 1989 im Vordergrund.

Der Eintritt zur Diskussion ist frei. Um eine Anmeldung wird gebeten, da nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen: Entweder über die VHS-Dresden-Webseite, in der Geschäftsstelle Annenstraße 10 (Montag bis Freitag 9 Uhr bis 13 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag 14 Uhr bis 18 Uhr) sowie im Standort Gorbitz (Helbigsdorfer Weg 1, Montag und Dienstag 15 Uhr bis 18 Uhr sowie Mittwoch 9 Uhr bis 13 Uhr) und telefonisch unter 0351 254400 möglich.

Weitere Infos: www.vhs-dresden.de

Leipziger Buchmesse: 286 000 Buchbegeisterte kamen


Auf dem Weg zur Leipziger Buchmesse gab es manch lustige Überraschung. Und eine Fülle zu entdecken und erleben an den drei Messetagen. Fotos (lv)

Literatur als sensible Zeitzeugin der Gegenwart und Seismographin der Zukunft

Dem Sog der Worte folgten vom 21. bis 24. März 286.000 Besucher zur Leipziger Buchmesse (2018: 271.000) und dem Lesefest Leipzig liest. Sie entdeckten die Neuerscheinungen der 2.547 Aussteller aus 46 Ländern, tauschten sich mit Branchenexperten aus und ließen sich vom geschriebenen und gesprochenen Wort faszinieren. Letzteres war vor allem bei Europas größtem Lesefest Leipzig liest zu erleben: Auf dem Messegelände und in der ganzen Stadt wurden in 3.400 Veranstaltungen die Novitäten des Frühjahrs vorgestellt und ließen damit einmal mehr ein lebendiges Fest für die Literatur erklingen.

Sichtbarkeit für das Medium Buch im Dschungel der Medienangebote und für einzelne Werke sowie ihre Macher im Meer der Bücher zu schaffen, sind die großen Anliegen der Leipziger Buchmesse, ihrer Aussteller und Partner. Bereits zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus zu Leipzig mahnte Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: „Ohne Menschen, die das Buch wertschätzen, wird es nicht gehen.“ Fazit der Leipziger Buchmesse 2019: Es geht! „286.000 Besucher haben ihre Begeisterung für Bücher, Autoren und Verlage zum Ausdruck gebracht und bestätigen damit einmal mehr die Kraft und Faszination des Wortes“, erklärte Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe.

Die Buchbranche zeigte sich auf der Leipziger Buchmesse in Aufbruchsstimmung. Verlage und Buchhandlungen gehen selbstbewusst neue Wege, um das Buch wieder stärker in den Alltag der Menschen zu bringen“, so Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „Innovative Veranstaltungsformate, Lesungen und Diskussionen machten die Vielfalt und die Stärken des Buches sichtbarer denn je. Die Branche hat sich in Leipzig für ein faires Urheberrecht stark gemacht und ein deutliches Zeichen für Toleranz, Freiheit und Vielfalt sowie ein solidarisches und demokratisches Europa gesetzt.“

Tschechien: Türen auf dem internationalen Buchmarkt geöffnet

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, betonte in seiner Rede zur Eröffnung, dass ein Gastlandauftritt Besuchern die Möglichkeit biete, zu lesen, zu lernen und zu verstehen, warum es in anderen Ländern andere Ansichten gebe. Tatsächlich nutzten die 55 tschechischen Autorinnen und Autoren in 130 Veranstaltungen diese Gelegenheit. Sie erläuterten im Rahmen des Gastlandauftritts ihre Gedanken zur Geschichte und Gegenwart ihrer Heimat in der Mitte Europas. Auf dem Leipziger Messegelände und in der Innenstadt erlebten die Besucher in gut gefüllten Veranstaltungen ein reiches Programm in allen Genres – Poesie, Roman, Sachbuch, Comic, Graphic Novel, Kinder- und Jugendliteratur, Film, Theater, Musik und Fotografie. „Der Gastauftritt der Tschechischen Republik auf der Leipziger Buchmesse war außerordentlich erfolgreich“, resümierte Antonín Staněk, Kulturminister der Tschechischen Republik. „Es ist uns gelungen, den deutschsprachigen Leserinnen und Lesern über 70 neue Übersetzungen aus der tschechischen Literatur vorzustellen und damit hoffen wir, unseren Autorinnen und Autoren die Türen zu weiteren internationalen Märkten zu öffnen. Diese Aussicht, aber insbesondere der aktuelle Erfolg bereitet uns große Freude und motiviert uns, die Verbreitung der tschechischen Literatur weiterhin besonders zu fördern. Nun bleibt, uns bei all den Menschen und Institutionen aufs Herzlichste zu bedanken, die zu diesem großen Erfolg beigetragen haben, der alle unsere Erwartungen übertroffen hat.“

Raus aus der Zeitschleife: The Years of Change 1989-1991

30 Jahre nach der Wende stieß die Premiere des neuen Programmschwerpunkts der Bundeszentrale für politische Bildung und der Leipziger Buchmesse „The Years of Change 1989-1991. Mittel-, Ost- und Südosteuropa 30 Jahre danach“ auf großes Interesse. In acht Diskussionsrunden reflektierten Schriftsteller, Journalisten, Publizisten, Zeitzeugen und Mitgestalter der Wende aus Deutschland, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und der Slowakei die Entwicklungen ihrer Länder und der Europäischen Union. Im Mittelpunkt der Debatten stand die Sorge um den Erhalt und die Stärkung demokratischer Werte in Europa. „Wir hängen in dieser Zeitschleife fest und kämpfen wieder um unsere Freiheit“, so einer der Teilnehmer, Schriftsteller und Dissident Jáchym Topol aus Tschechien, der sich bereits zum Prager Frühling 1968 und der Samtenen Revolution 1989 für eine freiheitliche Demokratie einsetzte. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, zog eine positive Bilanz: „Einmal mehr hat sich gezeigt, wie wertvoll es ist, neue Allianzen einzugehen: Literatur als Kommunikationsmittel, sensible Zeitzeugin der Gegenwart und Seismographin der Zukunft bereichert die politische Bildung mit ungewöhnlichen Perspektiven, Brüchen und Bildwelten, die aufhorchen lassen, Leerstellen füllen und neue Fragen aufwerfen. Und wir sind ein gutes Stück weitergekommen bei der Suche nach Antworten auf die Frage: Wie lassen sich die vielen Erfahrungen des Widerstands, des Undergrounds und politischen Engagements für die Wiederherstellung des Vertrauens in Demokratien nutzen?“

Medienbildung als Chance eines demokratischen Miteinanders

Zum ersten Mal öffnete auf der Leipziger Buchmesse die Werkstatt+, ein Gemeinschaftsprojekt der Leipziger Buchmesse, des Bundesverbands Bibliothek Information Deutschland e.V. und der Verlagsgruppe Westermann, koordiniert von der gemeinnützigen European Learning Industry Group (ELIG.org). In spannenden Workshops wurden Kinder- und Jugendliche zu Meinungsmachern, die zu gesellschaftlichen Themen Beiträge für Print-, Online-, Hörfunk- und TV-Beiträge entwickelten. „Wir haben vier Tage lang junge, inspirierte Menschen erlebt, die Lust haben, mit der Vielfalt an Medien ihre Meinung zu unserem demokratischen Miteinander auszudrücken“, so Buchmessedirektor Oliver Zille. „Medienbildung gehört auf die Leipziger Buchmesse und stärkt damit die Stimme der jungen Leser – das haben die vier Tage auf der Leipziger Buchmesse einmal mehr gezeigt.“

Das Projekt war Teil des Forums Politik- und Medienbildung, in dem während der gesamten Messelaufzeit aktuelle, gesellschaftliche Trends in experimentellen Foren diskutiert wurden. Einen Höhepunkt bildete der Democracy Slam am Messefreitag: Im Vorfeld hatten Schülerinnen und Schüler an zehn mitteldeutschen Schulen gemeinsam mit Slammern Texte zu ihren Werten entwickelt. Das Ergebnis war beeindruckend mutig und sorgte für tosenden Applaus bei den Zuhörern.

Leipzig liest – ganz Leipzig!

Einmal mehr war der Name des Lesefests Leipzig liest Programm. Vier Tage lang präsentierten 3.600 Mitwirkende an 500 Orten auf dem Messegelände und in der ganzen Stadt ihre Novitäten des Frühjahrs. Vom kleinsten Café bis zum großen Forum war Leipzig von Literatur erfüllt und sorgte für nachdenkliche Momente, spitze Diskussionen, erheiternde Gedanken und jede Menge Inspiration.

Preiswürdige Begegnungen versprachen dabei zahlreiche Autoren, die im Rahmen der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Den Reigen eröffnete am Messemittwoch die Vergabe des Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung an Masha Gessen. Am Donnerstag erhielten Anke Stelling (Belletristik), Harald Jähner (Sachbuch/Essayistik) und Eva Ruth Wemme (Übersetzung) den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse. Es folgten mehr als 20 Preisverleihungen im Rahmen der Leipziger Buchmesse.

104.000 Besucher bei der 6. Manga-Comic-Con

Wenn auf der Manga-Comic-Con sanfte Teddybären wilde Krieger umarmen, oder Aragorn Sailor Moon über die Schwelle hilft, ist dies ein wunderbarer Beleg, was Literatur leisten kann: gemeinsam in Geschichten einzutauchen und füreinander einzustehen. Die Manga-Comic-Con begeisterte einmal mehr damit 104.000 Besucher (2018: 104.000 Besucher). Große Stars aus Übersee wie Hiro Mashima, Erubo Hijihara und suu Morishita zogen Besucher in den Bann. Schwerpunktthema in diesem Jahr war „Übersetzen im Comic“.

Die kommende Leipziger Buchmesse im Verbund mit der Manga-Comic-Con findet vom 12. bis 15. März 2020 statt.

Über die Leipziger Messe

Die Leipziger Messe gehört zu den zehn führenden deutschen Messegesellschaften und den Top 50 weltweit. Sie führt Veranstaltungen in Leipzig und an verschiedenen Standorten im In- und Ausland durch. Mit den fünf Tochtergesellschaften und dem Congress Center Leipzig (CCL) bildet die Leipziger Messe als umfassender Dienstleister die gesamte Kette des Veranstaltungsgeschäfts ab. Dank dieses Angebots kürten Kunden und Besucher die Leipziger Messe – zum fünften Mal in Folge – 2018 zum Service-Champion der Messebranche in Deutschlands größtem Service-Ranking. Der Messeplatz Leipzig umfasst eine Ausstellungsfläche von 111.900 m² und ein Freigelände von 70.000 m². Jährlich finden mehr als 270 Veranstaltungen – Messen, Ausstellungen, Kongresse und Events – mit über 15.500 Ausstellern und über 1,2 Millionen Besuchern aus aller Welt statt. Als erste deutsche Messegesellschaft wurde Leipzig nach Green Globe Standards zertifiziert. Ein Leitmotiv des unternehmerischen Handelns der Leipziger Messe ist die Nachhaltigkeit.

Text: Julia Lücke/Pressebüro Leipziger Buchmesse

http://www.leipziger-buchmesse.de/buecherleben 

Ausstellung „Tapetenwechsel – Das goldene Leder“ im Schloss Moritzburg

Ein Schatz historischer Goldledertapeten

Die neue Sonderausstellung im Schloss Moritzburg ist seit   dem Wochenende noch bis 3. November 2019 zu sehen.

Die Goldledertapeten des ehemaligen sächsischen Kurfürsten August der Starke ließen all seinen Besuchern einst den Atem stocken. Wer heute durch die Räume von Schloss Moritzburg schlendert, erahnt die Pracht, die die Tapetenschätze aus Venedig und den Niederlanden ausgestrahlt haben müssen. Noch heute erzählen sie von ruhmreichen Königszeiten.

Die neue Sonderausstellung »Tapetenwechsel – Das goldene Leder im Schloss Moritzburg« gibt die einmalige Gelegenheit, die Strahlkraft, die dieser Schatz zu seiner Entstehungszeit hatte, zu erleben.

Schloss Moritzburg beherbergt bis heute die weltweit größte Sammlung barocker Goldledertapeten – auch wenn in 300 Jahren Schlossgeschichte einige Stücke verloren gegangen sind. Als König August der Starke ab 1723 sein geliebtes Jagdschloss Moritzburg in die heutige Form umbauen und vergrößern ließ, befahl er seinen Architekten alle 60 Gästeräume mit den kostspieligen und repräsentativen Luxustapeten auszustatten. Hauptsächlich aus Venedig, aber auch aus den Niederlanden wurden 17 verschiedene Goldledermuster herangeschafft. Zwei der großen Säle bemalte der Venezianer Lorenzo Rossi mit lebensgroßen Figuren auf Leder.

Im 19. Jahrhundert verschwanden einige Zimmerausstattungen bei Umbauten, im frühen 20. Jahrhundert verkauften die Wettiner – das ehemalige sächsische Königshaus – nicht mehr gebrauchte Tapeten an das polnische Königsschloss, den Krakauer Wawel, wo man große Staatsräume restaurieren und mit Goldleder neu ausstatten ließ. Dazu erlernte ein polnischer Restaurator die längst vergessene Herstellungstechnik neu und schuf Hunderte neue Ledertapetenstücke, die noch heute zu bewundern sind.

Sowohl in Moritzburg, als auch im Wawel blieb die Zeit nicht stehen, die goldenen Wandverkleidungen alterten und verloren ihren einst goldenen Glanz. Heute bemühen sich Restauratoren diesen Alterungsprozess aufzuhalten. Aufwendig werden die Stücke bearbeitet und wieder an die Wand gebracht.

Die Ausstellung erzählt erstmals über die Herstellungstechnologie der vom 16.-18. Jahrhundert einst europaweit hochgeschätzten Goldledertapeten. Um sich eine Vorstellung des fantastischen ursprünglichen Glanzes vorstellen zu können, sind neben neu hergestellten Stücken aus Frankreich auch mühselig erstellte digitale Farbrekonstruktionen aller Moritzburger Muster zu sehen.

Aus dem Wawel, dem Deutschen Tapetenmuseum Kassel und dem Kunstgewerbemuseum Pillnitz kommen originale Musterstücke als Leihgaben, denn nicht alle Muster haben sich in Moritzburg erhalten.

Während des Sommerhalbjahres können Ausstellungsbesucher werktags auch den Restauratoren über die Schulter schauen, wenn in einem der Gästezimmer an den Tapeten restauriert wird. Medienstationen geben Auskunft über Materialien, Technologien und Arbeitsgänge.

Dazu gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Themenführungen und Workshops.

»Tapetenwechsel – Das goldene Leder im Schloss Moritzburg« Neue Sonderausstellung vom 23. März bis 3. November 2019

Text: Uli Kretzschmar/Schlösserland Sachsen
»Königlich erwacht. Fürstlich eröffnet«
Feierliche Saisoneröffnung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

Starten Sie mit uns in die Saison – Wir laden Sie herzlich ein!
Im exklusiv geöffneten Palais im Großen Garten stellen die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten die spannendsten Highlights der Saison 2019 vor und bieten Aktionen zum Anfassen und Mitmachen für Groß und Klein.

Wann: am 14. April, 10-17 Uhr
Wo: im Palais Großer Garten Dresden
Motto:   »Hochzeiten gestern & heute«

Eintritt ist frei!

Leipziger Buchmesse: Großes Besucher-Echo auf Gastland Tschechien

„Ahoj Leipzig!“ – Gastland Tschechien zieht Bilanz 

Am letzten Buchmessetag zieht Gastland Tschechien in Leipzig eine überaus positive Bilanz: Auf dem Leipziger Messegelände und in der Innenstadt erlebten die Besucherinnen und Besucher in zumeist übervollen Veranstaltungen ein reiches Programm in allen Genres – Poesie, Roman, Sachbuch, Comic, Graphic Novel, Kinder- und Jugendliteratur, Film, Theater, Musik und Fotografie. 55 tschechische Autorinnen und Autoren traten an vier Buchmessetagen auf, präsentierten ihre neu übersetzten Werke und diskutierten über zentrale Themen der tschechischen Literatur und Gesellschaft. Sogar die tagesaktuelle tschechische Messe-Zeitung hatte bereits eine Fangemeinde, die ihre tägliche Auslieferung um 10 Uhr an der Trabi-Skulptur in der Glashalle und am tschechischen Nationalstand erwartete.

Antonín Staněk, Kulturministers der Tschechischen Republik, resümiert: „Es ist uns gelungen, den deutschsprachigen Leserinnen und Lesern über 70 neue Übersetzungen aus der tschechischen Literatur vorzustellen, und damit hoffen wir, unseren Autorinnen und Autoren die Türen auch zu weiteren internationalen Märkten zu öffnen. Diese Aussicht, aber insbesondere der aktuelle Erfolg bereiten uns große Freude und motivieren uns, die Verbreitung der tschechischen Literatur weiterhin besonders zu fördern. Nun bleibt uns, uns bei all den Menschen und Institutionen aufs herzlichste zu bedanken, die zu dem großen Erfolg beigetragen haben, der alle unsere Erwartungen übertroffen hat.“

„Die Tschechische Republik hat zur Leipziger Buchmesse einen fulminanten Gastlandauftritt hingelegt, der nachhaltig zum besseren gegenseitigen Verständnis der Nachbarn Tschechien und Deutschland beitragen wird“, erklärte Buchmessedirektor Oliver Zille. „Denn 286.000 Besucher der Leipziger Buchmesse und des Lesefestes ‚Leipzig liest‘ hatten hier die Gelegenheit, mit tschechischen Autorinnen und Autoren über deren Arbeit und unser Zusammenleben als Nachbarn in Europa zu diskutieren.“

Tomas Kubíček und Martin Krafl, die Veranstalter des tschechischen Gastlandauftritts heben hervor: „Mehr als 70 Übersetzungen und Premieren, 55 Autoren, 15 Moderatoren, 20 Übersetzer, 11 Dolmetscher im Dauereinsatz – unsere Gastland-Präsentation war ein phänomenaler Erfolg! Auch das begleitende Tschechische Kulturjahr hat weit mehr Aufmerksamkeit auf die tschechische Literatur lenken können als jemals erwartet und neue Zielgruppen angesprochen. Überall war unser Slogan ‚Ahoj’ zu hören. Ab der Eröffnung drängte sich das Publikum bei uns, auch die Veranstaltungen gemeinsam mit den österreichischen, schweizerischen und slowakischen Partnern sowie beim Lesefest ‚Leipzig liest’ in der Stadt waren hervorragend besucht. Das Echo von Leipzig wird bei Messe- und Festivalauftritten sowie bei Lesereisen weiterklingen – und auch auf der nächsten Leipziger Buchmesse noch nachhallen.“

Echo Leipzig 2019

Zentrales Anliegen der Veranstalter des Gastlandauftritts ist es, das Interesse an der tschechischen Literatur wach und lebendig zu halten und auch im Nachgang der Buchmesse weiterhin kontinuierliche Anreize zu bieten. „Echo Leipzig 2019“ heißt daher die Veranstaltungsreihe, die bereits in der kommenden Woche in München stattfinden wird, darauf in Zürich. Außerdem sind weitere Auftritte tschechischer Autorinnen und Autoren unter anderem beim Buchsommer „Kapitäne Ahoi!“ in der Stadtbibliothek Leipzig geplant sowie bei den Festivals „Zürich liest“ und „globale Bremen“ (Oktober), „Buch Basel“ und „Buch Wien“ (November), zudem ein Themenschwerpunkt „Charta 77“ im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig (September).

Die Themen des Leipziger Auftritts sollen auch auf der Konferenz des Europäischen Verlegerverbands in Brünn (Mai) weitergeführt werden. Darüber hinaus gibt es in Tschechien eine Tandem-Reihe mit tschechischen und deutschen Autorinnen und Autoren, etwa beim Prager Festival „Literatur im Park“ (September). Die gemeinsamen Auftritte finden in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut statt und beginnen bereits im April mit Vladimíra Valová und Falko Hennig, Michal Ajvaz und Michael Stavarič, Viktorie Hanišová und Dörte Hansen sowie Kateřina Tučková und Simone Kucher.

Tschechien – Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 sagt herzlichen Dank dem Kulturministerium der Tschechischen Republik, der Leipziger Buchmesse, der Botschaft der Tschechischen Republik in Deutschland, dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden, den Partnerstädten Leipzig und Brünn, den Tschechischen Zentren in Deutschland und Österreich, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und dem Goethe Instituts Prag sowie allen weiteren Partnerinstitutionen!

Weiterführende Informationen

Das Programm des Tschechischen Jahres

Digitale Ausgaben der tschechischen Messezeitungen

Text: Susanne Meierhenrich/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Im BücherReich: Entdeckungen auf der Leipziger Buchmesse


Reges Interesse am Eröffnungstag der Leipziger Buchmesse am Donnerstag. Ins BücherReich zog es auch erfreulich viele junge Leute (auch außerhalb der Manga-Comicmesse) quer durch die fünf Messehallen. Noch bis zum Sonntag, den 24. März (von 10 – 18 Uhr) lockt ein pralles, breitgefächertes Programm für kleine und große Besucher. Die neuesten Bücher, Literatur aus Tschechien, dem Buchmesse-Gastland 2019 mit vielen interessanten Autorinnen und Autoren, eine Ausstellung ehrt Milan Kundera und neue innovative Buchlese- und Gestaltungsmöglichkeiten und vieles mehr sind zu erleben. Da wird das Buch buchstäblich zum Erlebnis!

Text + Fotos (lv)


Witzige Poesie & dekadente Wortkaskaden. Felix Kaden bringt nicht nur fantasievoll gestaltete Bücher von Autoren aus der Poetry Slam-Szene mit seinem Tinx-Verlag heraus. Er holt auch die Bühne ins Buch. Dank erweiterter Realität kann man sich seine Bühnentexte mit Hilfe einer App per Handy auch im virtuellen Raum von ihm vortragen lassen. Wie`s geht, führt er gern vor an seinem Gemeinschafts-Stand zusammen mit dem Umland-Verlag, die fröhlichbunte, witzige Kinderbücher vorstellen, deren Figuren lustig anzuschauen, handgehäkelt Gestalt annehmen (F 113, Halle 5).

http://www.facebook.com/tinxverlag
http://www.umland-verlag.de


Poetry Slammer und Verleger Felix Kaden vom Tinx Verlag. Bild re.: Papp-Häuser, die zusammenklappbar ins Bücherregal passen, zum Selber bemalen, Dekorieren, Spielen und Geschichten erfinden stellt die Grafikdesignerin Antje Stumpe alias „Pappka“ am Stand von MuseKind auf der Büchermesse vor. http://www.pappka.de


Blick auf die Anwärter für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019
Geht nicht zimperlich mit selbsternannten „Weltrettern“ um, die sich in ihrem Gutsein sonnen: Anke Stelling erzählte und las aus ihrem neuen Buch „Schäfchen im Trockenen“ (Verbrecher Verlag) im MDR Kultur-Studio, vorher gab es ein Gespräch mit Jaroslav Rudis aus seinem witzig-berührenden Roman „Winterbergs letzte Reise“ (Luchterhand Verlag) (im Bild re. beim Bücher signieren). Beide nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse, Belletristik.
Die Buchpreis-Jury kürte dann die zornigen Schäfchen zum Gewinner.
Spannender Ort für Lesungen & Gespräche: Café Europa, Halle 4, Stand E401:
Sa., 23.3., 11 – 12 Uhr, Sylva Fischerová, Martina Lisa, Tereza Semotamová, Reiner Neubert, Daniele Pusch. Die Weltuhr klemmt. Neue Texte aus Tschechien. 14 -15 Uhr,
Radka Denemarková, Tomás Kafka, Irena Brezná. Die Sezession: Tschechien und Slowakei. Bild re: am Nationalstand des Gastlandes Tschechien, in Form eines Bücherschiffes: Halle 4, D401: So., 24.3.10., 10.15 – 11 Uhr, Tomás Glanc. Literatur der Beunruhigung – ein ausgewiesener Russlandexperte, Kulturwissenschaftler und Ausstellungskurator. Lesung. 11.15 – 11.45 Uhr, Jaromír Typlt. Oder Schnurstracks. Der Autor arbeitet am liebsten an der Grenze von Wort und Bild, Wort und Klang, Wort und Performance.


Eigene Zeitung auf der Buchmesse, täglich neu: Ahoj Leipzig 2019 Zeitung  1 – Literatur im Ausnahmezustand und eine Ausstellung über Leben und Werk des großen tschechischen Schriftstellers Milan Kundera, der dieses Jahr seinen 90. Geburtstag feiert.


Wort & Sehlust in der Ausstellung über Milan Kundera. Bild re.: Über Männer und Macht, Politik und Wirklichkeit denkt sehr witzig-ironisch, klug und unterhaltsam Sophie Passmann in ihrem Buch „Alte weiße Männer im Schlichtungsversuch“ (KiWi Verlag) nach.


Farbenfrohe Bilder mit Witz & Tiefgang: die Radebeuler Künstlerin Dorothee Kuhbandner zeigt an ihrem Stand im Bereich Druckgrafik & Künstlerbücher ihre neuesten Werke. Picture upcycling – alte Zeichnungen neu komponiert – und mit originellen Sprüchen garniert. Noch bis Sonntag


Schön war`s im BücherReich. Blick aus der großen Glashalle. Noch beim Sichten, Sortieren und Lesen der vielen Literatur-Journale, Frühjahrsprogramme der Verlage und neuen Lieblingsbücher.

Weitere Infos zum Programm unter www.leipziger-buchmesse.de

Die Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2019


Gespräch und Lesung mit Anke Stelling im MDR-Kulturstudio in der Messehalle. Da wusste sie noch nicht, dass sie den Preis der Leipziger Buchmesse bekommt. Auf die Frage des Moderators, ob sie aufgeregt vor der Preisverleihung sei, sagte sie, sie habe ja schon alles erreicht. Das Buch sei da, im Gespräch und viele Zuhörer hatte sie auch bei dem Live-Interview am Donnerstagnachmittag. Foto (lv)

Schäfchen im Trockenen, die wehtun

Die Gewinner sind: Anke Stelling, Harald Jähner und Eva Ruth Wemme erhalten Preis der Leipziger Buchmesse am Donnerstag.

Unter dem Applaus der geladenen Gäste kürte die Jury der Leipziger Buchmesse die drei diesjährigen Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse. In der Kategorie Belletristik wurde Anke Stelling für ihr Werk „Schäfchen im Trockenen“ ausgezeichnet. Über den Preis in der Kategorie Sachbuch/Essayistik freute sich Harald Jähner für das Buch „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955“. Die Auszeichnung in der Kategorie Übersetzung ging an Eva Ruth Wemme für die Übersetzung des Werkes „Verlorener Morgen“ von „Gabriela Adameşteanu“ aus dem Rumänischen. Die Jury unter dem Vorsitz von Jens Bisky wählte aus 359 eingereichten Titeln aus.

Kategorie Belletristik

Anke Stelling | Schäfchen im Trockenen | Verbrecher Verlag

Zur Begründung:

Schäfchen im Trockenen“ ist ein scharfkantiger, harscher Roman, der wehtun will und wehtun muss, der protestiert gegen den beständigen Versuch des besänftigt Werdens, der etwas aufreißt in unserem sicher geglaubten Selbstverständnis und dadurch den Kopf frei macht zum hoffentlich klareren Denken.

Die Autorin:

Anke Stelling lebt als Autorin in Berlin. Sie hat das Kinderbuch „Erna und die drei Wahrheiten“ (cbt bei Random House, 2017) sowie sieben Romane, zwei davon gemeinsam mit Robby Dannenberg, verfasst, die bei Ammann, Fischer und im Verbrecher Verlag erschienen. „Bodentiefe Fenster“ (2015) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und bekam den Melusine-Huss-Preis auf der Hotlist für Bücher aus unabhängigen Verlagen.

Kategorie Sachbuch/Essayistik

Harald Jähner | Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955 | Rowohlt Berlin

Zur Begründung:

Wer hätte gedacht, dass ein Land in Schutt und Asche, voller Schuld und Schande, eine narrative Wundertüte sein kann? Harald Jähner beleuchtet die deutsche Nachkriegsgeschichte neu. Er nimmt uns mit in völlig zerstörte Innenstädte. Er erzählt von Ausgebombten, von Trümmerfrauen und von landauf, landab verhassten Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten. Durch den Frauenüberschuss nach dem Krieg kam es zuerst zu einer Scheidungswelle und dann zu einer Heiratswelle. Und Beate Uhse klärte die Leute auf, bevor sie ihr Versandgeschäft für Ehehygiene startete. Selten hat ein Sachbuch Anschaulichkeit, dramaturgisches Gespür und Eloquenz so gekonnt in sich vereint. Wer dachte, über die Nachkriegszeit schon alles gewusst zu haben, wird hier noch fündig werden.

Der Autor:

Harald Jähner ist Journalist und Kritiker und war bis 2015 Feuilletonchef der Berliner Zeitung. Zuvor arbeitete er als freier Mitarbeiter im Literaturressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, als Leiter der Kommunikationsabteilung im Haus der Kulturen der Welt und als Redakteur bei den Berliner Festspielen. Seit 2011 ist er Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin.

Kategorie Übersetzung

Eva Ruth Wemme | Verlorener Morgen von Gabriela Adameşteanu | Die Andere Bibliothek

Zur Begründung:

Eva Ruth Wemme hat sich schon im vergangenen Jahr mit „Humbug und Variationen“, humoristischer Kurzprosa und Szenen des rumänischen Nationalabsurdisten Ion Luca Caragiale als spracherfinderische, den gewagtesten Wortverdrehungen gewachsene Übersetzerin hervorgetan. Adameşteanus „Verlorener Morgen“ bringt ihr schöpferisches Talent erneut zum Vorschein. Denn zu den Zeitebenen, die hier aufeinanderprallen, kommen die Sprachebenen. Was die verarmte und in der Ehe mit einem Faulpelz vereinsamte Schneiderin Vica Delca, eine Frau von 70 Jahren, erst auf dem Weg zu ihrer Schwägerin und dann zur etwas bessergestellten Tochter ihrer früheren Arbeitgeberin an einem einzigen langen Bukarester Wintertag so alles denkt und erinnert, reicht von saftigen Flüchen bis zum Sprachunfall in schiefen Sätzen. Eva Ruth Wemme hat dieses charmante Ätzen und Giften in ein überzeugendes Deutsch gebracht.

Die Autorin:

Eva Ruth Wemme arbeitet als Übersetzerin aus dem Rumänischen, Autorin, Regisseurin und Migrationsberaterin in Berlin. Für ihre Übersetzungen von Werken u.a. Mircea Cărtărescus, Nicoleta Esinencus, Nora Iugas und Ion Luca Caragiales erhielt sie mehrere Stipendien u.a. des Deutschen Übersetzerfonds. Ihre eigenen literarischen Arbeiten erscheinen im Verbrecher Verlag, zuletzt „Amalinca“ (2018).

Über den Preis der Leipziger Buchmesse

Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin. Medienpartner sind das Magazin buchjournal und Deutschlandfunk Kultur. Der Jury gehören an: Jens Bisky (Vorsitz), Gregor Dotzauer, Tobias Lehmkuhl, Wiebke Porombka, Marc Reichwein, Elke Schmitter und Katrin Schumacher.

Text: Julia Lücke/Pressebüro Leipziger Buchmesse

http://www.leipziger-buchmesse.de

„Ahoj Leipzig!“ – Gastland Tschechien eröffnet Leipziger Buchmesse-Programm

Ein Schiff im Büchermeer und Ausstellung über Milan Kundera

Bekannte und neue Literatur aus Tschechien, Lesungen, Musik, Film und Fotografie stehen drei Tage lang – vom 21. bis 24. März – im Blickpunkt der Leipziger Buchmesse und in der Innenstadt bei vielen Veranstaltungen.

Mit dem ersten Buchmessetag am Donnerstag startet auch das tschechische Gastland-Programm, das mit 55 Autorinnen und Autoren und insgesamt rund 130 Veranstaltungen Interessierte und Freunde der tschechischen Literatur in Atem halten wird. Zentrum des Messe-Auftritts ist der Tschechische Nationalstand, Halle 4 D401, entworfen von dem Architekten und Designer Martin Hrdina. Inspiriert durch das Motto des Gastlandauftritts „Ahoj Leipzig“ hat Hrdina die visuelle Grundidee eines Schiffes umgesetzt, mit Segeln und Kapitänsbrücke, das ein Bücher-Meer durchstreift.

Die Farbgebung des Standes knüpft eine Verbindung zwischen Tschechien, Deutschland und der Leipziger Buchmesse und ist durch vier Hauptfarben geprägt: schwarz wie die Textfarbe in einem Buch, rot, blau und gelb wie die Farben der Tschechischen Republik und darin auch der Bundesrepublik Deutschland. Einen weiteren tschechischen Stand gibt es für Kinder-, Jugend- und Comic-Literatur, Halle 2 H 301.

Feierlich eröffnet wird der Tschechische Nationalstand am Messe-Donnerstag um 12 Uhr unter Anwesenheit des Kulturministers der Tschechischen Republik Antonín Staněk, des Direktors der Leipziger Buchmesse Oliver Zille, des Leiters des tschechischen Gastlandauftritts Tomáš Kubíček sowie von Vertretern der Stadt Brünn und tschechischen Autorinnen und Autoren.

Hommage an Milan Kundera

Blickfang des tschechischen Standes ist eine von Tomáš Kubíček konzipierte Ausstellung über Milan Kundera. Der große tschechische Romancier wurde 1968 zu einer Galionsfigur des politischen Widerstands. 1975 ging er ins Exil nach Frankreich, wo er seither lebt und publiziert. Am 1. April 2019 wird Milan Kundera 90 Jahre alt. Die Ausstellung ist konzipiert als Bild- und Textcollage: mit Titelillustrationen seiner weltweit übersetzten Bücher, mit Autorenportraits verschiedener Epochen, eigenen Zeichnungen und Zitaten sowie redigierten und handschriftlich verfassten Manuskriptseiten, die seinen Schaffensprozess dokumentieren.

Tagesaktuelle tschechische Messezeitung

Besucher des Tschechischen Nationalstandes erwartet neben der Kundera-Ausstellung und einer Arena mit zahlreichen Buchvorstellungen und Gesprächen der Lesegenuss einer täglichen tschechischen Messezeitung: An jedem Buchmessetag erscheint eine neue Ausgabe, die das aktuelle Messe-Programm vorstellt, begleitet von Artikeln über tschechische Autorinnen und Autoren und ihre Neuerscheinungen sowie kulturpolitische Essays namhafter Publizisten und Intellektueller.

Leitmotiv 1989

Der Fall der Mauer bedeutete eine radikale Wende für die tschechische Literaturszene, insofern nun der intellektuelle Austausch über die Grenzen hinweg möglich war, der Zugang zu Büchern unbegrenzt und für alle offen. In Leipzig, 30 Jahre später, erinnert daran die Skulptur „Quo Vadis“ von David Černý. Gleich am Eingang der Messe – kurz vor der Begegnung mit der großen Bücherwelt – steht der Trabi auf vier Beinen, dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig entliehen. Die Skulptur ist ein Symbol für die Verbindung der Städte Leipzig und Prag, indem sie die Ausreise der damaligen Botschaftsflüchtlinge visualisiert und die Ereignisse in Mittel- und Osteuropa nach 89 zitiert – ein Thema, das im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen des tschechischen Gastland-Auftritts steht.

Tschechische Literatur, Musik, Film und Fotografie in Leipzigs Innenstadt

Auch in Leipzigs Innenstadt wird Interessierten aller Genres – Poesie, Roman, Sachbuch, Comic, Graphic Novel, Kinder- und Jugendliteratur, Film, Theater, Musik und Fotografie – ein reiches Programm geboten. Bereits Mittwochabend tritt Jaroslav Rudiš mit der Kafka-Band in der Schaubühne Lindenfels auf. Zudem läuft dort während der Messetage die Filmreihe „Tschechische Meister“, am Donnerstag, 21.15 Uhr, mit der Literaturverfilmung „Krakatit“ nach Karel Čapek und am Sonntag, 19 Uhr, mit „Der brave Soldat Schwejk“ nach Jaroslav Hašek.

Einen herausragenden Eindruck tschechischer Fotografie gibt die Leipziger Stadtbibliothek mit der Foto-Ausstellung „Gesichter der tschechischen Literatur“ von Karel Cudlín. Der mehrfach preisgekrönte ehemalige Fotograf Václav Havels hat beeindruckende Bilder zeitgenössischer tschechischer Literaten eingefangen, Gesichter von melancholischer Schönheit, vorgestellt im Wechsel mit Fotos von Menschen in Grenzsituationen – Roma, Flüchtlinge und Soldaten. „ZIRKUS in der Druckerei – Tschechische Avantgardebuchkunst“ heißt die Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum, durch die Kuratorin Anne Hultsch am 22. März um 10 Uhr und am 23. März um 16 Uhr führt.

Zentren der literarischen Veranstaltungen mit tschechischen Autorinnen und Autoren und ihren Übersetzern sowie deutschen Kollegen sind das Café Telegraph, die Diskothek der Schaubühne Lindenfels, die Galerie KUB, die Leipziger Stadtbibliothek und das UT Connewitz. Ein Highlight wird zudem in der Kunsthalle der Sparkasse zu erleben sein: Hier tritt am 23. März, 19 Uhr Tomáš Sedláček, Chefökonom der größten tschechischen Bank und Mitglied des Nationalen Wirtschaftsrats in Prag, zum Thema „Die Dämonen des Kapitals“ auf. In seinem gleichnamigen Buch zeigt er klug und mit Esprit, dass unser Wirtschaftssystem zutiefst gestört ist. Denn die Wirtschaft funktioniert nicht nach den Gesetzen der Logik, sondern spiegelt vielmehr die persönliche Verfassung ihrer Akteure.

Weiterführende Informationen

„Ahoj Leipzig!“ – das komplette Buchmesse-Programm

Liste der tschechischen Neuerscheinungen

Text: Susanne Meierhenrich/Pressebüro Leipziger Buchmesse

http://www.ahojleipzig2019.de

BilderAlbum: Ausstellung „Alltagsrausch“ von Mirjam Moritz bei art + form

Die Poesie der kleinen Dinge

Farbe und Form, Natur und Alltagsdinge verbinden sich in den mal zarten, mal kraftvollen, leuchtenden, stillen und kargen Grafikblättern, Monotypien und Mischtechniken. Sie versetzen den Betrachter in einen wundervollen, stimmungsreichen „Alltagsrausch“ in der gleichnamigen Ausstellung von Mirjam Moritz in der Galerie art + form (noch bis 21. März zu sehen). Sie ist Künstlerin, Gärtnerin und Gastgeberin. Kunst und natürlich Gewachsenes sprießen nah beieinander in ihrem Wohnhaus mit Atelier und Gästewohnungen am Stadtrand von Dresden, wo sie mit ihrer Familie lebt und arbeitet.

Der Garten ist Mirjam Moritz Ruhe- und Kraftort, Platz zum Gestalten und Inspirationsquelle in einem. Bevor sie zur Kunst kam, betrachtete und erfreute sie sich schon als Kind an der Schönheit der Natur, am Reifen, Blühen und Ernten. Ihr Opa war Gärtner. Ersten Zeichenunterricht nahm sie bei dem Bildhauer Michael Weihe. Während ihres Restaurierungsstudiums an der FH für Werbung und Gestaltung Potsdam von  1992 bis `95 lernte sie nicht nur Vergolden und Versilbern, sondern auch Grundieren der Leinwände und Herstellen von Temperafarben. Diese handwerklichen Grundlagen helfen ihr noch heute. Von 1995 bis 2001 studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. In dieser Zeit zeichnete sie oft Stillleben, während ihr Sohn Jannis schlief, ein, zwei Stunden blieben zum Arbeiten. Mit dem Abwasch, der dastand und zu einer Kohlezeichnung wurde, machte sie ihr Diplom an der Kunsthochschule, erzählt sie schmunzelnd rückblickend.

Seitdem finden Alltag und Kunst in ihren Arbeiten, meist auf kleinen Formaten, sehr atmosphärisch zusammen. Vorwiegend sind es Monotypien, bei der Eigenschaften von Malerei, Zeichnung und Druckgrafik zusammenfließen. Jede ein Unikat. Sie geht sehr sparsam mit Linien und Farbe um. Mal konkret, mal abstrahiert, luftig-leicht, poetisch und fantasievoll. „Die Monotypie führt ein Eigenleben, sie druckt mit, hinterlässt Spuren und mit den Händen kommt etwas von außen hinzu“, sagt Mirjam Moritz. „Dieser unkontrollierbare Moment ist der Reiz für mich.“ Der Anlass zum Sehen, Spielen und Beobachten biete, anrege. Daraus entwickle sich das Bildmotiv. Und sie lässt sich selbst gern überraschen.

Der Blick aus dem Fenster, Zweige in der Vase, Schale mit Blüten, Apfel und Tasse, Licht auf einer Teekanne. Oder auch mal eine „fliegende Untertasse“. Die Künstlerin erholt sich am besten im Schaffensrausch, wenn die Dinge fließen.

Beim diesjährigen „Tag der offenen Gartenpforte“ Anfang Juni steht ihr Kunst- und Gartenreich wieder für Besucher offen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo – Fr 10 – 20 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr

http://www.artundform.de