Start der Schreib- und Geschichtenwerkstatt für Kinder „Fantasius Firlefanz“

Hervorgehoben

Geschichten-Abenteuer erleben – Jeder hat Fantasie!

Für alle, die in den Sommerferien noch nichts vorhaben, startet für neugierige, spiel- und erzählfreudige Kinder und Jugendliche die Schreib- und Geschichtenwerkstatt „Fantasius Firlefanz“ mit Lilli Vostry, freie Journalistin und INhaberin des KulturBlogs meinwortgarten.com als neues Angebot im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Heute am 4.7., von 16 – 18 Uhr das erste Mal. Ab 11. Juli dann immer mittwochs von 17 – 19 Uhr. Ich freu mich auf Euch.

Hallo, liebe Kinder!

Hier könnt Ihr die kreative Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche „Fantasius Firlefanz“ kennen lernen. Der bewegliche kleine Holzvogel ist unser Begleiter, der unsere Fantasie beflügeln möchte. Bei den Geschichten-Abenteuern, die uns zuflattern aus der großen Welt der Worte.

Gemeinsam entdecken wir den Spaß am Erzählen, sprachlichen Gestalten in spielerischer Form und Umsetzen der selbsterdachten Geschichten.

Wenn Ihr gern träumt, erfindet, neugierig seid, Euch lesend und schreibend ausprobieren wollt, ist die Schreib- und Geschichtenwerkstatt ein guter Ort, dies miteinander zu tun.

Zu meiner Person: Ich heiße Lilli Vostry, schreibe selbst gern seit meiner Kindheit und arbeite hauptberuflich als freie Journalistin, außerdem als Kinderbetreuerin und in der Deutsch-Nachhilfe in Dresden. Es sind auch spezielle Angebote für Kinder mit ADHS möglich.

Kosten pro Teilnehmer pro Nachmittag: 5 Euro

Kontakt: Lilli Vostry, Tel. (0351) 848 75 03 oder 0177 – 524 88 48
email: Lilli.Vostry@freenet.de

 

Keine für Alle! – Lara Finesse

Hervorgehoben

Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

Hervorgehoben

Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

Mallust & Gemeinsam Tun: Das verbindet die Künstler der „Kunstspuren Radebeul“


„Gemeinsam sind wir stärker!“, sagt die Künstlerin Christa Günther über das Projekt „Kunstspuren Radebeul“. Ihr neuestes Bild heißt „Tanzendes Universum“.
Blick ins Atelier von ihr in der alten Schuhfabrik auf der Gartenstraße 72A in Radebeul.

Miteinander im Farbfluss des Lebens

Im Projekt „Kunstspuren Radebeul“ laden derzeit 15 Künstlerinnen und Künstlern zu Gemeinschaftsausstellungen und offenen Ateliers ein. Eine von ihnen ist Christa Günther.

Auf der Staffelei steht das neueste Bild. Lebhafte, farbige
Linienschwünge umkreisen das tiefe Blau der Leinwand.
“Das tanzende Universum“, sagt Christa Günther und lächelt.
Sie trägt ein bunt bekleckstes, weißes Tshirt und rote Handwärmer.
Ihre Liebe zur Farbe, aus der sich Formen entwickeln, die Träume,
Erlebtes und Sinneseindrücke aus der Natur widerspiegeln, verbindet sie mit den anderen Künstlern der „Kunstspuren Radebeul“.

Die Initiatorin Silvia Ibach lernte Christa Günther 2015 kennen, als sie ihr Atelier in der alten Schuhfabrik auf der Gartenstraße 72A in Radebeul besuchte. Dieses öffnet sie für Besucher alljährlich zu Pfingsten unter dem Motto: „Kunst offen in Sachsen“. Silvia Ibach brachte ihre Erfahrungen aus dem Projekt „Kunstspuren in Hamburg“ mit, das sie mit aufbaute und sie suchte nach ihrem Umzug nach Radebeul neue Kontakte und Gleichgesinnte. „Ich war zunächst skeptisch, da ich eigentlich kein Gruppenmensch bin, sondern mehr alleine im Atelier beschäftigt“, sagt Christa Günther. „Doch dann fand ich die Idee ganz gut, etwas zusammen zu machen.“

Einerseits, weil es als einzelner Künstler immer schwieriger wird, Ausstellungsorte zu finden. Andererseits sei der Gedankenaustausch mit den anderen Künstlern, zusammenkommen und miteinander etwas tun, schön. Inzwischen gehören 15 Künstlerinnen und Künstler, vor allem aus der Lößnitzstadt, aber auch aus Dresden zur Initiative “Kunstspuren Radebeul“. Die Treffen finden aller zwei bis drei Monate an wechselnden Orten, in Ateliers oder auch mal der Wohnung von Silvia Ibach statt.

Die Leidenschaft zum künstlerischen Schaffen eint sie ebenso wie der Gedanke: „Gemeinsam sind wir stärker!“ „Wir helfen uns gegenseitig bei den Ausstellungen in der Gruppe und beim Hängen, nehmen aber auch Anteil und gehen zu den Ausstellungen der anderen Künstler. Dass man weiß, was der andere macht. Was der eine nicht kann, macht der andere“, erzählt Christa Günther. Sie ist die Finanzfrau im Kunstspuren-Projekt. Künftig soll es einen Jahresbeitrag für jeden beteiligten Künstler geben, woraus anfallende Ausgaben wie der Druck der Flyer finanziert werden. Außerdem wird die Webseite der „Kunstspuren“ neu gestaltet.

Es gab bereits mehrere Gemeinschaftsausstellungen der Künstlergruppe in beachtlicher Vielfalt der Ausdrucksweisen von Malerei, Grafik bis Fotografie. Die erste Ausstellung fand im April 2016 in der Stadtbibliothek Radebeul im Kultur-Bahnhof statt. „Ein Höhepunkt war unsere Ausstellung ,Spiegelungen` im Frühjahr im Foyer der Landesbühnen in Radebeul, wo von jedem Künstler mehrere Bilder zu sehen waren“, sagt Christa Günther. Das Angebot der offenen Ateliers innerhalb der „Kunstspuren“ sei ebenfalls sehr gut angenommen worden. „Anschließend wurden auch einige Bilder gekauft.“ Dazukommt ein erster gemeinsamer Auftritt der „Radebeuler Kunstspuren“ bei der Kunstmesse „Neue Art“ Anfang 2019 in Dresden. Für das kommende Jahr sei ein größeres Ausstellungsprojekt geplant. Außerdem im Oktober 2020 eine Gemeinschaftsausstellung in der Galerie „Falkenbrunnen“ in Dresden.

„Außerdem hat jeder noch seine eigene Sachen“, schmunzelt Christa Günther. Mit Blick auf eine Serie farbintensiv leuchtender, neuer Meer-Bilder, angeregt vom Rhythmus, der Bewegung der Wellen bei einem Zypern-Urlaub im Herbst. Die Bildtitel “Ekstase“ und „Silence“ (Stille) erzählen von intensiver Malleidenschaft ebenso wie vom intensiven Wahrnehmen mit allen Sinnen. „Malen, das ist meine Insel in der heutigen lauten Welt. Wenn andere Betrachter etwas drin finden in dem Bild für ihr Leben und ich Freude weitergebe, habe ich etwas in die Welt getragen außerhalb des rein Rationalen“, sagt Christa Günther. Mit ihren Bildern kann man eintauchen, verweilen, neue Anregungen finden im Farbfluss des Lebens.

Text + Fotos (lv)

Kontakt zu den „Radebeuler Kunstspuren“: www.kunstspuren-radebeul
si.silvia.ibach@t-online.de oder christamaler@gmx.de
Eintauchen und Träumen in den Bilderlandschaften. Dazu regt auch das Bild „Silence“ (Stille) von Christa Günther den Betrachter an.

Und der Haifisch, der hat Zähne… Die Dreigroschenoper von Brecht & Weill in der Staatsoperette Dresden


Gentleman und Gauner: Macheath besucht die Spelunken Jenny im Freudenhaus. Foto: Kai-Uwe Schulte-Bunert

Leben im Zwielicht

Mit grotesk-abgründigem Humor und den großartig zeitlosen Songs über Glück, Liebe und Doppelmoral kommt die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill auf die Bühne der Staatsoperette Dresden im Kulturkraftwerk Mitte. Heute, am 13.12. wieder um 19.30 Uhr.

Ein riesiger Kopf, aus dem Flammen lodern, mit weit aufgerissenen Augen und Schlund ragt über der Bühne. Aus dem Inneren tritt wie aus einer Geisterbahn eine illustre Figurenschar hervor. Es ist Jahrmarkt in Soho, wo Armut, billiges Vergnügen, Not und Verbrechen nah beieinander wohnen und man sich Moral nicht leisten kann. Ein Moritatensänger mit Zylinder singt mit tiefer Stimme den Mäckie Messer-Song „Und der Haifisch, der hat Zähne… Die im Dunkeln sieht man nicht.“

Not macht erfinderisch und vor nichts halt. Das zeigt ins Milieu der trostlos abgehängten Vorstädte mit viel grotesk-abgründigem Humor entführend, vor morbider Industriebaukulisse mit Glitzerlichtketten überzogen die Inszenierung „Die Dreigroschenoper“. Das Stück von Bertolt Brecht mit Musik von Kurt Weill nach John Gays „The Beggar´s  Opera, aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Hauptmann, kommt heute, am 13.12., um 19.30 Uhr wieder auf die Bühne der Staatsoperette Dresden im Kulturkraftwerk Mitte. Großartig zeitlos, packend und mitreißend sorgen die düster gefühlreichen Klänge und bekannten Songtexte wie der „Mond über Soho“, „Ein Schiff wird kommen“ und „Soldaten wohnen auf den Kanonen“ oder über das Glück, dem alle nachjagen und nie einholen noch immer abwechselnd für Lachen, Sehnsucht und Gänsehaut in dieser Aufführung unter der musikalischen Leitung von Christian Garbosnik, einfallsreich in Szene gesetzt unter Regie von Sebastian Ritschel. Schön verrucht-schräg auch Kostüme und Tanzszenen (Choreografie: Simon Eichenberger).

Der Bettlerkönig Peachum (Elmar Andree) und seine Frau Celia (Silke Richter), beide ganz in Schwarz gekleidet, wollen auch ein Stück vom Kuchen abhaben. Er schlägt aus dem Elend Kapital, indem er gesunde Menschen wie Krüppel ausstaffiert und betteln schickt. Er stellt die Grundtypen des Elends und die hohe Schule der Bettelkunst vor und hat vor diesem Lug und Trug keine Skrupel. „Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlecht genug und sein Streben nur Selbstbetrug“, singt Peachum ebenso stolz wie schlau-gerissen. Seine Tochter Polly (naiv-romantisch: Olivia Delauré) im adrett hochgeschlossenen Kleid mit Rüschenkragen ist verliebt in Macheath (Marcus Günzel), den Chef einer Bande von Straßenbanditen. Sie fühlt sich von seiner dunkel-geheimnisvollen Ausstrahlung angezogen und weil er vor nichts und niemand Angst hat. Halb Gauner, halb Gentleman und mit seinem weiß geschminkten Gesicht Dracula ähnelnd und zugleich das Maskenhafte, Unbescholtene betonend, tritt Macheath auf und gibt mal den galanten Herzensbrecher und mal den eiskalten Verbrecher.

Seine Bande wirkt wie Clowns, die mit grellfarbigen, spitz abstehenden Frisuren wild, ungelenk umherrennen und die Macheath wie Marionetten barsch dirigiert. Die Hochzeit mit Polly findet in einem Pferdestall mit in der Luft schwebenden Karussell-Pferden statt. Nebenher geht er im Freudenhaus ein und aus. Eine der Prostituierten wird ihn später verraten. Der Polizeichef Tiger Brown (wehleidig: Christian Grygas) ist ein Jugendfreund von Macheath, der ihn warnt vor Razzien, wegschaut und laufen lässt. Als er dann doch ins Gefängnis eingesperrt in einem Käfig steht, steht die Menge neugierig und mitleidig zugleich um den Gauner. Während die im Dunklen, die man nicht sieht, davonkommen. Herzergreifend komisch, wie Macheaths Braut Polly und seine Geliebte Luzy (Julia Danz), die Tochter des Polizeichefs sich um den Eingesperrten streiten und prügeln. Zum Schluss wird der gewiefte Macheath begnadigt von der Königin, in den Adelsstand erhoben und erhält eine Rente bis zum Lebensende, erzählt der Moritatensänger (Andreas Sauerzapf) über die wundersame Rettung des Ganoven. Und gibt parodierend den Rat, das Unrecht nicht zu sehr zu verfolgen, denn in Bälde erfriert es schon selbst, denn es ist kalt… Viel Beifall für eine witzig-doppelbödig über die Welt und die Zustände, die den Menschen machen, nachdenkende Aufführung der „Dreigroschenoper“.

Text (lv)

Nächste Termine: 13.12., 19.30 Uhr

http://www.staatsoperette.de


Wo die Liebe hinfällt: Macheath und seine Braut Polly. Foto: Stephan Floß

Premiere „Picasso“ – ein Tanzabend von Carlos Matos an den Landesbühnen Sachsen

Auf den Klippen der Kunst

Von der Schönheit, Leidenschaft, Macht und Ohnmacht künstlerischen Schaffens auf der Suche nach immer neuen Ausdrucksformen erzählt in intensiv-lebendigen Bildern der Tanztheaterabend „Picasso“ von Carlos Matos an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Weiße Leinwände stehen auf der Bühne, die sich puzzelartig mit Farben und Formen füllen. Ein blaues und ein orangenes, grafisches Zeichen, aus denen Tänzer hervorkommen und sich mit den Bildflächen bewegen. Ein Knäuel von Körpern, die sich an den Händen halten, auseinander und zueinander streben. Die Männer tragen meerblaue Anzüge und helle, luftige Hemden. Sie betrachten, umkreisen und zeichnen die Umrisse der Frauen, die zumeist fleischfarbene BH`s und Unterhosen anhaben. Sie tanzen in offenen Bilderrahmen, die über die Bühne hin und her geschoben werden. Davor, dazwischen und dahinter entstehen immer neue, ausdrucks- und assoziationsreiche, lebendige Tanzbilder zum Leben und Schaffen von Pablo Picasso.

Der gleichnamige Tanztheaterabend von Carlos Matos, der unlängst Premiere hatte an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul, betrachtet Picassos Werk und Persönlichkeit in der ihm eigenen kubistischen Sichtweise, von den verschiedensten Seiten und Blickwinkeln her. Das reiche schöpferische Potenzial, die Ansprüche an seine Kunst, der sich alles andere unterzuordnen hatte, und Gefühlskonflikte kommen bilderstark, energie- und spannungsgeladen und emotionsreich auf die Bühne in dieser Urauffaufführung.

Der große spanische Künstler begegnet dem Publikum in vielerlei Gestalt, von mehreren Tänzern verkörpert. Neben dem Maler und Bildhauer ist Picasso als Macho, Egomane, Verführer, Torero und als „Stier“, der zeitlebens mit einer großen Angst vor dem Tod kämpft und seinen Alter Egos zu erleben. Außerdem geht es natürlich um Picasso und die Frauen, fünf seiner wichtigsten Musen und seine Beziehungen zu ihnen werden von sinnlich knisternd bis dramatisch, zerstörerisch auf die Bühne gebracht. Sehr unterschiedliche Frauencharaktere: Olga Khoklova, die Tänzerin und Aristokratin; sein Modell Marie-Thérèse Walter, das „neue Gesicht“; die Fotografin Dora Maar, die Exzentrische und verzehrende Liebe; die Künstlerin Francoise Gilot, die Skeptische, die ihn als Einzige verließ und Jaqueline Roque, die Frau im Schatten und letzte Gefährtin  seines langen Künstlerlebens.

Picasso, das zeigt die Inszenierung, sah Frauen vor allem als Mal-Objekte. Ihre Reize, Körper, Fähigkeiten und Gaben, die ihn faszinierten, die er nahm und zur Seite legte, wenn Neugier und Lust gestillt waren. Die Tänzer umlagern jede neue Eroberung, streifen um die Frauen herum, heben sie hoch, lassen sie kopfüber fast fallen und tragen sie wie Gegenstände weg auf die kantigen Kubus-Flächen, wo sie rauf und runter rutschen, hangeln und nach Halt suchen. Leidenschaft, Begehren, Halten, Gehen und rastloses Ringen des Künstlers auf der Suche nach größtmöglicher Ausdruckskraft  und Wahrhaftigkeit wechseln in den Szenen zu mal wehmütigen Geigentönen und sich staccatoartig steigernden, expressiven Klängen.

Zum Schluss wird die Musik immer lauter, wild-archaischer und aggressiver. Wenn Picassos Alter Egos rücksichts- und kompromisslos, allein seiner Kunst verpflichtet, umherspringen und miteinander kämpfen. Kraftstrotzende Männlichkeit und ein Künstler, der die Form bezwingt, von allen Konventionen und Grenzen befreit und doch in seiner Kunst gefangen bleibt. In den großen Farbkuben stehen verlockend Frauen, die auf Picasso zutanzen, ihn umringen zu disharmonischen Klängen. Das Bild vom Anfang schwebt aus dem Bühnenhimmel, davor und hinter dem Bilderrahmen stehen die Modelle. Der Maler betrachtet sie aufmerksam. Das Spiel beginnt von vorn.

Viel Beifall und Bravos für einen intensiven, fesselnden Tanztheaterabend, der vom Streben nach immer neuen Ausdrucksformen, Offenheit, Freisein, Schönheit, Macht und Ohnmacht im Künstlerleben Picassos erzählt und was Kunst überhaupt bewirken kann.

Text (lv)

Nächste Aufführungen: 1.2.2020, 19.30 Uhr, 8.3., 15 Uhr, 13.3., 20 Uhr und 21.3., 19.30 Uhr.

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

Ausstellung „Zeige dem Engel die Welt“ von Ju Sobing in der Stadtgalerie Radebeul

Baummuse und Rapswurzelvolk

Zum Träumen, Besinnen und Nachdenken lädt die Ausstellung „Zeige dem Engel die Welt“ mit Malerei, Grafik und Objekten von Ju Sobing in der Stadtgalerie Radebeul ein.

Eine wundersame Gestalt in einem Papierkleid, aus deren Kopf Zweige wie Antennen, Fühler wachsen, steht im Eingangsraum der Stadtgalerie Radebeul. Die „Baummuse“ ist umhüllt von Zeitungsseiten und übersät mit Gedichtversen in schwarzer Tusche, die Natur und Menschsein in aller Fülle, Schönheit und Abgründen zeigen. Hinter ihr an der Wand wirbeln Farben und Formen heftig durcheinander in der Collage-Serie „Chaoszeit“ aus dem Jahr 2014, daneben leuchtend farbig über schwarzen Umrissen
der „Sommertanz“.

Zum Träumen, Innehalten, Besinnen und Nachdenken lädt die Ausstellung von Ju Sobing “Zeige dem Engel die Welt“ zum 75. Geburtstag der Radebeuler Künstlerin ein. Zu sehen sind Malerei, Grafik und Objekte von Mitte der 90er Jahre bis heute.
Da mischen sich Traumhaft-Surreales, Konkretes, Abstraktes, Ernstes, Poetisches und leise Komisches, Bilder und Sprache auf den Leinwänden, oft Mischtechniken, übermalten Collagen, Zeichnungen und Dingen. Da erhebt sich ein knorrig-lustiges, kleines „Rapswurzelvolk“ auf Steinsockeln, aus Wurzeln und Seidenpapier gestaltet, auf dem Fensterbrett. Blickt man in den Collagen, die farb- und kontrastreich Lebensmomente spiegeln, in Gesichter von Menschen, kleinen, großen, jungen, alten, unbekannten und Politikern.

Licht und Schatten, Glück und Leid, Hunger, Gewalt und lautes Schweigen liegen nah beieinander in diesen Bildern aus aller Welt, zusammengesetzt aus  Zeitungsausschnitten, die die „Unerreichbarkeit des Paradieses“ vor Augen führen und zugleich ein achtsames Erinnern daran sind. In einer Ecke liegt ein Stapel alter Zeitungen und Bücher als gesammelte „Zeitpäckchen“. Die wunderbare Collage „Tundra“ in grünen und erdigen Tönen, als Malgrund dient eine vergilbte Schulwandkarte, mit einem durch die weite Steppe im Rentierschlitten fahrenden Paar entführt in eine Welt, wo noch die Natur den Lauf des Lebens bestimmt. Am Treppenaufgang zum oberen Galerieraum wirft die Künstlerin ihre reichhaltigen Ideen- und Gedankennetze aus, die an einer Pinnwand festgehalten als „Kleine Zeitsammlung“ voller Skizzen, Notizzettel mit Künstlerzitaten und Lebensweisheiten und einem Artikel über „Die Sprache des Sehens“ zum Werk von Andreas Feininger ebenso spannend wie anregend sind für den Betrachter.

Ins ausdrucksreiche „Eigenland“ von Jo Sobing führt zeichen- und wortspielreich ein von der Decke bis zum Boden reichendes, leuchtend rotes Wandbild. „Wenn die Worte verschwinden, verschwinden auch die Bilder“, heißt es da. Und: „Das Zeitrad dreht sich/Du siehst seine Spur in deinem Antlitz – Aufgebrochenes Erdreich zeigt dir/die Wunden die nicht mehr verheilen Verletzungen/Aufgelöste Zeichen des Herzens und Gewinn“, so ihr Blick auf Veränderungen und Vergänglichkeit und Bleibendes. Ju Sobing ist seit 1989 freischaffend tätig als Bildende Künstlerin und Autorin. Sie lebt und arbeitet in Radebeul und in Sorbolongo/Italien.

„Frei von Meinungen und Tendenzen arbeite ich, umkreise meine Themen mit spielerischem Ernst. Bilde, baue, zerstöre, überarbeite, lasse die Natur zuweilen mitarbeiten“, sagt Ju Sobing über ihre Arbeiten. “Kunst heißt umkreisen von Leben und Sterben in allen Facetten.“ Die Ausstellung ist noch bis 15. Dezember in der Stadtgalerie Radebeul zu sehen.

Text + Foto (lv)

Geöffnet:  Di., Mi, Do., So. von 14 bis 18 Uhr

Auszeichnung für das Dresdner Musikprojekt „Erkenne Dich selbst im Fremden“


Musik kennt keine Grenzen: Konzert des Ensembles „Wirbeley“ mit Bassem Hawar am 28. September 2019 in Chemnitz. Fotos: Heike Neubauer-Antoci

Dresdner Musikprojekt erhält Preis der Bundeszentrale für politische Bildung

Das Projekt „Erkenne Dich selbst im Fremden“ der Musikgruppe WIRBELEY wird im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2019“ ausgezeichnet.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt der Bundeszentrale für politische Bildung zeichnet jährlich Projekte aus, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und für kulturellen Austausch einsetzen. In diesem Jahr wurde u.a. der gemeinnützige Verein Erkenne Dich selbst im Fremden e. V. in Dresden aus 254 eingereichten Vorschlägen mit dem Prädikat „vorbildlich“ ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld von 2 000 Euro.

Das Ensemble WIRBELEY, das seine Arbeit programmatisch unter den Titel „Barrierefreie Volksmusik“ stellt, startete 2018 die Konzert- und Workshopreihe „Erkenne Dich selbst im Fremden“, in der Gastmusiker aus einem fremden Kulturkreis zu einer konzertanten Begegnung mit der Gruppe eingeladen werden. Ziel ist es, eine gemeinsame musikalische Sprache und Vertrautheit zu entwickeln und den Prozess der Annäherung greifbar zu machen. Das Programm richtet sich an ein breites Publikum, das mitunter wenig interkulturelle Vorerfahrung hat. Es fanden mittlerweile 22 Konzerte in Ostdeutschland mit 18 beteiligten Künstlern aus Sizilien, Griechenland, Irak, Brasilien, Syrien, Indien, Iran u. a. statt.

Für das nächste Jahr sind konzertante Begegnungen mit Musikern aus Japan („Die Rückkehr des Samurai mit der Laute“, 28.02.2020), Jamaika und Tschechien geplant sowie ein Ferienprojekt mit Kindern aus sozialen Brennpunkten.

Text + Fotos: Anna Katharina Schumann

mailto:info@erkenne-dich-selbst-im-fremden.de
http://www.erkenne.dich-selbst-im-fremden.de
http://www.wirbeley.de

Weitere Neuigkeiten immer wieder unter:
https://www.facebook.com/wirbeley/

Premiere „Mein Kampf“ von George Tabori im Kleinen Haus


Vom wilden, ungeliebten Außenseiter zum größenwahnsinnigen, skrupellosen Führer der Nationalsozialisten: Bedrückend und befreiend zugleich mit der Kraft des Humors erzählt Taboris „Mein Kampf“ über Adolf Hitler und wie er ihn besiegte. Fotos: Sebastian Hoppe

Das Nutella-Ungeheuer

Das Bild des bösen Verführers erscheint in frisch gerösteten, schokobraunen Toastscheiben zusammengesetzt in der absurd-komischen Farce „Mein Kampf von George Tabori. Das Stück über Glauben und Werte hatte einen Tag vor dem ersten Advent Premiere im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

In der kältesten Nacht des Jahres kommt ein junger Mann mit zotteligem Haar, Bartund Rucksack in ein Wiener Männerasyl. Er sucht ein Obdach für die Nacht und trifft auf Juden, die ihn gastfreundlich aufnehmen, obwohl er sie hasst. Ein absurd-komisches Spiel auf Leben und Tod, Sieg oder Niederlage zwischen dem Juden Schlomo Herzl und dem jungen Adolf Hitler entfacht das Stück “Mein Kampf“ von George Tabori in der deutschen Übersetzung von Ursula Grützmacher-Tabori.
Die Premiere war am 30. November im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Taboris Farce „Mein Kampf“, 1987 von ihm selbst am Akademie Theater des Wiener Burgtheaters uraufgeführt, greift eine historische Episode aus Hitlers Leben auf, versucht hinter die Maske des Feindes zu schauen, ihn weder dämonisierend noch verharmlosend und regt furchtlos, tragikomisch und streitbar zur Auseinandersetzung mit dem Wegbereiter des deutschen Nationalsozialismus an.

In der tristen Absteige mit grauen Wänden und kalt weiß glitzernden Zweigen führt der Jude Herzl (großmütig: Hans-Werner Leupelt) gerade einen Streit mit Gott, in Gestalt eines extravaganten Ex-Koscher-Kochs Lobkowitz, der sich dafür hält (Moritz Dürr). Herzl verweigert den Gehorsam und schreibt an einem geheimnisvollen Buch. In dem Moment kommt der junge Hitler (zwischen Mitleid und Entsetzen erregend: Philipp Grimm) zunächst ohne anzuklopfen herein. Dann wird sein Klopfen immer lauter, dröhnender, beunruhigender. Er fühlt sich als verkanntes Künstlergenie, allein, ungeliebt, leidet unter Verstopfung, lässt die Hosen runter, schreit, heult, röchelt und rennt ungelenk in weißer Unterhose panisch umher und steht schließlich splitternackt da.

Ein packender, dramatisch-komischer Zweikampf um das Gute und Böse, Zwiespältige im Menschen entbrennt zwischen Schlomo Herzl und Hitler in dieser spannenden, aufregenden, emotions- und wandlungsreichen Inszenierung zwischen Staunen, Lachen und Beklemmung unter Regie von Daniela Löffner. Beide belauern sich gegenseitig. Wie der Dompteur ein Raubtier, das er bändigen will. Das jeden Moment ausbrechen, ihn überwältigen und töten kann. Der Geruch von heißem Toastbrot hängt in der Luft. Hitler schmiert sich Nutella ins Gesicht und bestreicht Toastscheiben damit. Aus weißen und schokobraunen Toastscheiben fügt er ein riesiges Bildnis an der grauen Bühnenwand zusammen.

Anfangs noch ein absurdes Spiel, wandelt sich Hitler als Politiker und selbsternannter Weltretter. Immer ernster, kälter und unberechenbar wird sein Auftreten und Gebaren. Er trägt jetzt einen braunen Anzug, weißes Hemd und Schlips, schwarz gegeltes Haar und Lippenbärtchen und steht hoch auf einem Gerüst auftrumpfend, angestachelt von seiner blonden Geliebten Gretchen (machtlüstern: Ursula Hobmair). Seinen Gegner Schlomo lässt er auf einem Stuhl festbinden, den Mund vollgestopft mit Nutellabrot, bis er sein Buch rausrückt. Die Dreckarbeit wie das Huhn schlachten überlässt Hitler anderen, sein Gefolgsmann Heinrich (Sven Hönig) erklärt detailliert die Zubereitung von Hühnerkotelett in delikater Blutsoße. Zum Schluss reicht Hitler dem Tod, kahlköpfig und elegant in schwarzem Kleid (schön sarkastisch: Christine Hoppe) galant die Hand: “Gnädige Frau, ich werde Sie nicht enttäuschen!“ Viel Beifall für einen außergewöhnlichen, bitterkomischen Theaterabend.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Zeitreise ins Mittelalter mit Musik, Gaukelei & Leckereien im „Prinzenkeller“


Spielleute und Gaukler sorgen für Spaß und Kurzweil im mittelalterlichen
Erlebnisgasthaus „Prinzenkeller“ in Niederwartha. Foto: Veranstalter

Feiern wie im Mittelalter

In die Welt des Mittelalters kann man eintauchen im Erlebnisgasthaus
Prinzenkeller in Niederwartha. In dem urigen Sandsteingewölbe sitzen die Gäste an riesigen Holztafeln. Fackel- und Kerzenlicht sorgen für eine zugleich behagliche und geheimnisvolle Atmosphäre.

Wie in alten Zeiten trinkt man zur Begrüßung den Met, Honigwein aus echten Bullenhörnern. Die üppigen Speisen nimmt man nur mit Dolch und Fingern zu sich. Außerdem kann man  mehrgängige Prinzenmahle genießen. Hier wird die Zeit der Ritter, Gaukler und Spielleute für einen Abend lebendig, die das Volk einst auf Marktplätzen und in Schankwirtschaften amüsierten. Für die stimmungsvolle Umrahmung beim Speisen und Feiern sorgen Minnesänger, Schauspieler, Bauch- und Schlangentänzerinnen, Herolde oder Zauberer aus ganz Deutschland in den wechselnden Shows im „Prinzenkeller“. Es erklingt mittelalterliche Musik, Gaukelei und Animation sorgen für Spaß und Kurzweil. Im Laufe des Abends weihen die Künstler die Gäste in die Rituale des Mittelalters ein, das hier ebenso unterhaltsam wie humorvoll und einzigartig erlebbar wird in Verbindung mit hervorragender Gastronomie. Das weihnachtliche Mahl wird serviert vom 15.1. bis 18.1.2020. Aufgetischt wird gebratenes Federvieh mit verschiedenen Beilagen und hausgemachten Pfifferlingssemmelknödeln. Als Nachtisch gibt es weihnachtliche Krapfen. Angeboten wird auch ein vegetarisches Menü u.a. mit frischer Pasta mit soutiertem Gemüse und frittiertem Rucola.

Text (lv)

Nächste Vorstellung: 11.12., Beginn: 19 Uhr

http://www.Prinzenkeller.de

 

Ausstellung „Sieben Leben“ von Lutz Bleidorn in der Galerie Himmel


Lutz Bleidorn, „Die Rauhnächte“, Öl auf Leinwand, 2017
„Change of Season“, Öl auf Leinwand, 2018

„Der Sonntagsspaziergang“, Öl auf Leinwand, 2019 Fotos: Galerie Himmel

Wunderbare Farb-Spaziergänge

Die Ausstellung „Sieben Leben“ zeigt Malerei, Collagen & Zeichnung von Lutz Bleidorn in der Galerie Himmel. Im Kabinett sind zeitgleich Radierungen und Lithografien des Hallenser Malers Albert Ebert zu sehen.

In der Ausstellung sind über dreißig Gemälde, Collagen und Zeichnungen des Malers Lutz Bleidorn (Jg. 1973) zu sehen. Er  studierte 2003 bis 2009 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und war Meisterschüler bei Elke Hopfe. 2011 erhielt Lutz Bleidorn das Hegenbarth-Stipendium der Kulturstiftung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, das der Förderung herausragender Nachwuchskünstler dient. In den Jahren 2015 und 2016 lehrte Lutz Bleidorn an der Dresdner Kunstakademie, heute lebt und arbeitet er in Dresden und im schleswig-holsteinischen Rendsburg.

Die Malerei von Lutz Bleidorn ist inspiriert von der Landschaft seiner Heimat Schleswig-Holstein. Sie erzählt fein verwoben, oft textile Flächengebilde eines Bildteppichs evozierend, von Eindrücken und Erinnerungen. Mit besonderer Imagination begibt sich der Künstler auf Spurensuche, im Hier und Jetzt sowie in Ereignissen und Träumen der Kindheitstage. Die aus der Tiefe leuchtenden Bilder wachsen in aufwendigen, farblich subtil orchestrierten Schichtungen, der bewegte Pinselstrich changiert zwischen Linie und pastosem Auftrag.

Im Kabinett präsentiert die Galerie Himmel zeitgleich Radierungen und Lithografien des Hallenser Malers Albert Ebert (1906-1976). Kleinformatige, in altmeisterlicher Manier behandelte Gemälde sowie Druckgrafiken von Albert Ebert waren bei Kunstliebhabern und Sammlern hoch begehrt. Eberts hintergründiger Witz und sein autodidaktisch entwickelter künstlerischer Ausdruck blieben unberührt von den kulturpolitischen Forderungen der DDR. Die Bildwelten des „Rousseau von der Saale“ reichen vom märchenhaft glücklichen Kinderfest bis zur abgründigen Groteske, sie schildern auf poetische Weise den Alltag der „kleinen“ Leute.

Die Ausstellungen „Lutz Bleidorn – Sieben Leben“ und „Albert Ebert – Der müde Amor“ sind noch bis 25. Januar 2020 während der Öffnungszeiten Montag-Freitag von 10-18 Uhr und Samstag von 10-16 Uhr zu sehen.

Text: Anja Himmel & Michael Böhlitz

GALERIE HIMMEL
Obergraben 8
01097 Dresden 
0351-4843578

email@galerie-himmel.de
www.galerie-himmel.de

Premiere „XV Magische Momente“ – Jubiläumsshow 15 Jahre Sarrasani Trocadero Varieté

Zauberland voller Wunder

Spektakulär, spannend und berührend feiert Sarrasani Trocadero mit seiner neuen Show 15 Jahre Dinner-Variètheater in Dresden.

Sarrasani liebt es, sein Publikum zu verblüffen und zu überraschen. In der Jubiläumsshow verbindet der Star-Magier und Illusionist André Sarrasani 15 magische Momente mit den Highlights der letzten vierzehn Jahre und entführt die Zuschauer in ein Zauberland voller Wunder. Der Varieté-Chef übernahm 2002 die Leitung des weltberühmten Circus Sarrasani. Vor 15 Jahren feierte die erste kulinarische Show im Trocadero Variètheater Dresden Premiere. Hier trifft Tradition auf Neues, atemberaubende Spannung auf Emotionen, Comedy auf Gaumenfreuden. Zu erleben ist wieder ein Ensemble aus internationalen Top-Artisten im Trocadero-Theater am Elbepark. Die Show steigert sich von einer Darbietung zur nächsten.

Für Staunen und Nervenkitzel sorgen The Cardenas Brothers (Chile) mit ihren atemberaubenden Stunts auf dem Todesrad in schwindelerregender Höhe unter der Kuppel. Wie „fliegende Menschen“ schwingen sie sich hinauf, vollführen teils mit verbundenen Augen waghalsige Sprünge, Hand- und Kopfstände in dem rasant auf und ab rotierenden, zweiteiligen Rad.

Das Duo Polishchuck (Ukraine) schwebt leicht wie Federn an lianengleichen Bändern durch die Luft und fesselt das Publikum mit einer eleganten Luftakrobatik-Show. Die kolumbianischen Devil Riders jagen im Motor Globe auf ihren Motorrädern umher im Rausch der Geschwindigkeit.
Noel Itquilar (Mexiko) zieht als Meister der Jonglage mit vollem Körpereinsatz, Witz und Charme die Zuschauer in Bann. Für komische Momente sorgt der Comedykünstler Pascal de Boer aus den Niederlanden. Mit Schönheit, Eleganz und tollen Choreografien  verzaubern wieder die Sarrasani Dancers.

Ebenso geheimnisvoll wie reizvoll sind die Zaubereien von André Sarrasani. Er lässt Frauen erscheinen und verschwinden im Handumdrehen. Sie entsteigen unversehrt Spiegelkisten, durchbohrt von Dolchen und befreien sich aus Käfigen. Und er beeindruckt als passionierter Wildkatzenbeschwörer. Sarrasani stellt als jüngsten Nachwuchs in der Circusfamilie das zweijährige, schwarze Panthermädchen Jada vor, die er auf eine Silberkugel setzt, sie frisst ihm aus der Hand und geht mit ihm ein Stück an der Leine, während er mit ihr spricht. Ein bewegender, mit Spannung erwarteter Moment ist der, als die weiße Tigerdame Kaya im Käfig auf der Bühne  auftaucht. Sarrasani steht davor, reicht ihr vertraut die Hand und schmust mit der Tigerin. Er sagt mit leiser Stimme, dass es an ihm lag, dass sie die letzten zwei Jahre nicht zu sehen war, und es habe sich gelohnt, dafür zu kämpfen, dass sie zusammen wieder auf der Bühne stehen können. Das geht nahe und Sarrasani bekommt herzlichen Applaus vom Publikum.

Am Schluss der Show steht die bunte, großartige Varietètruppe zusammen auf der Bühne. André Sarrasani überreicht seiner Frau rote Rosen, die ihn hinter den Kulissen sehr unterstützt und hat auch seinen kleinen Sohn schon mit der Circusbegeisterung angesteckt. Eine goldene Zehn und Luftballons schweben nach oben am Premiereabend. Bereits zum zehnten Mal verwöhnt Starkoch Mirko Reeh dieses Jahr die Gäste mit einem besonderen Gourmet-Menü, sehr lecker und originell angerichtet.
Die Sarrasani-Dinnershow ist noch bis 2. Februar 2020 zu sehen.

Text + Fotos (lv)

http://www.sarrasani.de

Von Malerei bis Buchkunst – Zweiter Kunst-Weihnachtsmarkt am Ersten Advent in Klotzsche


Augenschmaus zum Genießen und für den Gabentisch

Vorfreude, schönste Freude

Der zweite Kunst-Weihnachtsmarkt im Kunstforum von Erika Walther  auf der Rostocker Straße 12 in Dresden-Klotzsche öffnet am Ersten Advent diesen Sonntag von 11 -18 Uhr seine Türen. Es lockt ein vielseitiges Angebot von Künstlern aus Dresden und Radebeul. Malerei, Grafik, Buchkunst, Textilschmuck, Keramik und Porzellan laden zum Anschauen, Innehalten und Entdecken ein. Wer besondere Geschenke für den Gabentisch sucht, wird hier bestimmt fündig.

Zum Aufwärmen gibt es Glühwein. Man kann gemütlich am Feuer sitzen und echte ungarische Gulaschsuppe aus dem Ofen probieren und zum Kaffee selbstgebackene Kuchen der Künstler naschen.

Text+ Foto: Erika Walther/Kunstforum