Aus meinem Wortgarten in die Welt: Neues Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ startklar

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Den Zauber des Moments im Blick: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry
Schneckenreise. Einladung zum Innehalten, Interagieren und Neues ausprobieren.

Der Zauber endloser Anfänge geht weiter

Nach der Premiere des Gedicht-Programms „Vom Zauber endloser Anfänge“ im Mai im KlangLabor Dresden sind neue Texte zum Leben in Corona-Zeiten eingeflossen. Damit kommt die Autorin Lilli Vostry gern mit musikalischer Begleitung an neue Auftrittsorte in Dresden und der Region.

Ich werde ältere und neue Texte gemischt lesen, die vor und während der Zeit des Lockdowns entstanden sind. Die Zuhörer können die Lyrik und Kurzprosa auf sich wirken lassen und für sich herausfinden, wie zeitlos die Stimmungen sind, wie sie sich wandeln, wo es Berührungsmomente, Reibung und Brüche gibt und wie sich der Blick auf das eigene Leben und die Welt in Corona-Zeiten verändert. Zu den Gedichten aus den Jahren von 2012 bis 2020 sind außerdem Notizen aus meinem Corona-Tagebuch zu hören, die auch auf Einträge und Reaktionen auf Texte auf meiner FB-Seite zurückgreifen und diese reflektieren. Daraus entsteht ein Puzzlebild verschiedenster Stimmen und Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen von Menschen, die von ihrem Umgang mit dem rätselhaften Virus, den Auswirkungen im Alltag und der Gesellschaft erzählen. Die Puzzleteile kann jeder für sich betrachten, sortieren, anders und neu zusammensetzen.

Dieses Programm will anregen, den Blick über das Maske tragen hinaus wieder für Begegnungen, Gespräche, ein offenes, lebendiges Miteinander mit allen Facetten zu öffnen, um aus Abständen nicht neue Barrieren werden zu lassen, sondern gemeinsam zu schauen was möglich ist.

Während des Lockdowns und den sozialen Kontaktbeschränkungen waren das Internet und Facebook mit seinen sozialen Foren monatelang nahezu mein einziges Fenster zur Welt, um mit anderen Menschen in Kontakt zu sein.

Das Live-Erlebnis wie Lesungen haben bei mir immer Vorrang. Darüber hinaus betreibe ich bereits seit fünf Jahren einen eigenen Kultur-Blog im Internet:  www.meinwortgarten.com  Dieser bietet über das reale Leben hinaus  kulturinteressierten Lesern und Kulturmachern die Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu bleiben und aktuelle Projekte und Veranstaltungen zu veröffentlichen.

Als neuestes, interaktives Angebot wird bald ein virtuelles Erzählcafé „Lebendige Beziehungen“ hier auf dem Blog eröffnen, wo man sich rund um Kunst, Kultur, Zwischenmenschliches und Umwelt austauschen, interagieren und neue
Formen der Kommunikation zusammen ausprobieren kann. Wo Platz ist für Ideen, Träume, Reifendes, das wahrgenommen und weiterentwickelt werden will. Natürlich gern auch Eindrücke und Feedback über das aktuelle Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ dalassen. Mit diesem komme ich gern auch mit musikalischer Begleitung in Spielstätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Cafés und Gartenlokale, Senioren- und Pflegeheime in Dresden und der Region (bitte an mich wenden per mail: lilli-vostry-journalistin@gmx.de )

Mein Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ und der interaktive Ausbau des Kultur-Blogs meinwortgarten.com werden gefördert mit einem zweimonatigen Arbeitsstipendium „Denkzeit“ der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Text + Fotos (lv)

Hier ein Gedicht aus dem neuen Programm:

Schneckenreise

Im Regenrauschen im Takt
der Tropfen tauchen sie
lautlos auf
im Schneckentempo aufwärts
am Stamm der alten Weide
gehen sie auf weite Reise

halb außen halb in ihrem farbflirrenden
Gehäuse
gleiten galant über rissige Rinde
auf der winzige Käfer vorbeiflitzen
schnellen Fühler vor und zurück
bei leiser Berührung
rollen sich ihre Körper feingliedrig
an Blättern ein und auf

fallen in Love
folgen ihrem Weg
sehr agile Winzlinge
Regenperlen gleich mit durchsichtig
schimmerndem Gehäuse
hinauf bis in die Weidenkrone

Lilli Vostry
22.8.2020

Überall Welt: Buchpremiere von Volker Sielaff im Zentralwerk & Neuer Gedichtband „Barfuß vor Penelope“

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Die Edition AZUR lädt ins neue Verlagsbüro im ZENTRALWERK – ein neues Domizil der Dresdner kreativen Szene – zur Vorstellung von Volker Sielaffs Journal „Überall Welt“ am 7. März 2017, um 20 Uhr auf der Riesaer Straße 32 ein. Mit Lesung und Gespräch mit dem Buchautor. Der Eintritt ist frei.

Ein Tagebuch kann vieles sein: Archiv, Versuchslabor, Ideenspeicher. Volker Sielaffs Journal passt in keine dieser Schubladen – und sein Schreibgrund ist wohl am ehesten mit dem vergleichbar, den Victor Klemperer einmal für seine Tagebücher formulierte: »Nur Leben sammeln. Immer sammeln. Eindrücke, Lektüre, Gesehenes, alles. Und nicht fragen, wozu und warum.«
Nach den gefeierten Lyrikbänden »Selbstporträt mit Zwerg« und »Glossar des Prinzen« legt Volker Sielaff erstmals eine Auswahl von Prosaaufzeichnungen aus zehn Jahren vor: unverstellte, berührende Notate vom Rand der Wahrnehmung. Sie berichten vom Glück des Lebens mit einem Kind, von Begegnungen, Streifzügen, Lektüren und Beobachtungen. Überall Welt!

ISBN: 978-3-942375-24-5
152 S., Klappenbroschur, 19,90 EUR

Der Chamisso-Preisträger Gino Chiellino schrieb in einer DNN-Kritik unter dem Titel „Ein Entwicklungsroman besonderer Art: Volker Sielaff legt mit „Überall Welt“ ein außergewöhnliches Buch vor“ u.a.: „Zwar werden Reisberichte, Tagebücher und Autobiographien wichtiger und unwichtiger Akteure mit Erfolg veröffentlicht, aber welcher Schriftsteller würde es wagen, wie es Volker Sielaff getan hat, ausgehend von einer existentiellen Veränderung im Leben des Protagonisten eine elfjährige Beobachtung der Welt um das Leben des Journalverfassers niederzuschreiben? Mir ist auf jeden Fall kein zweiter bekannt!“

Siehe dazu auch den Text auf meinwortgarten.com zur Lesung „Unmöglich, gegen eine Amsel anzulesen…“ von Volker Sielaff aus seinem Buch „Überall Welt“.

Mehr Text zu diesem Buch folgt.

Rezension zum neuen Gedichtband „Barfuß vor Penelope“ von Volker Sielaff (edition Azur, 2020)

Kleiner Vorgeschmack: In diesen Texten, freien Versen und mit End- und Binnenreim, spricht oft die Liebe, in allen Facetten, zärtlich, rau und sanft. Diogenes spricht zu einem Maler; eine wortwitzreiche-poetische Welt- und Alltagsreise ist der Zyklus „Mystische Aubergine“ und kleine schöne Momentaufnahmen des Seins verankert Sielaff im letzten Kapitel mit dem Bekenntnis: „Ich bin in hohem Bogen ein Diesseitiger“.
Ein luftig-leichtes, gedankenreiches Buch für warme und kühle Tage, voller Farb- und Sprachreichtum über die Liebe zu allem, zum Leben mit allen Höhen und Tiefen. Prägnant und geheimnisvoll wie im Klappentext auf der Buchrückseite mit dem doppeldeutigen Titel „Liebe endlich“: „zum Umbruch, zur Wut. Zu den achtzig Thesen des Pandas zum Blut. Zu jedem, der noch gern barfuß geht. Zum Hut, zur Kokotte, zum Widergänger, zum Nestbeschmutzer und Zettelaufhänger. Zu Aphrodites Tattoo. Zu allen Tasten auf deiner Haut, zu jedem Ganoven, jeder Braut. Zu Else Laske-Schüler und dem Blauen Klavier auf deinem Kühler.“

Text (lv)

Genuss pur. Poesie & Kuchen – auch zu buchen…

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Genuss für Geist & Sinne. Mit Rhabarber – Ein Gedicht aus dem Backofen fing alles an. meinwortgarten-Inhaberin und Autorin Lilli Vostry liebt Poesie & Kuchen und bringt beides gern zu Lesungen mit.

Wenn die Worte und Aromen auf der Zunge tanzen

Die erste Kostprobe gab es bei der Premiere meiner Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ am 16. Mai im KlangLabor in Dresden, das angesichts Corona-Einschränkungen gut gefüllt war. Vom ersten selbst gebackenen Rhabarberkuchen, dem ich ein eigenes Gedicht widmete, blieb fast kein Krümel übrig. Das spornte mich an zu weiteren Backversuchen. Ich mag Poesie & Backen. Das Spiel mit Worten & Zutaten & der betörende Duft & Aromen, die auf der Zunge tanzen & Gestalt annehmen. Zum Zuhören, Probieren und Genießen einladen und etwas Bleibendes schaffen.

So entstand mein neues Angebot unter dem Motto: „Poesie & Kuchen – auch zu buchen“ eigene Gedichte und selbst gebackenen Kuchen zu Lesungen mitzubringen. Und diese zwei Leidenschaften zu verbinden. Genuss für Geist und Sinne.

Ich lese gern vor neugierig aufgeschlossenem Publikum, ob in Spielstätten, in einem Gartenlokal, auf privaten Feiern oder in Senioren- und Pflegeheimen in Dresden und der Region. Gedichte über Zauberhaftes in der Natur und Zwischenmenschliches, Veränderungen und Wandlungen im Leben und den Zauber des immer wieder Anfangens. Viele meiner Gedichte, die in den letzten zehn Jahren entstanden und für die ich als nächstes einen passenden Verlag suche, stehen hier auf meinem wortgarten-Blog.

Wer Interesse an meinen Lesungen hat, auch mit musikalischer Begleitung möglich, kann mir gern schreiben an folgende e-mail-Adresse:
lilli-vostry-journalistin@gmx.de

Text + Fotos (lv)

Licht & Schatten: meinwortgarten in der Corona-Krise

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Liebe LeserInnen meines wortgartens,

zuerst das Erfreuliche: dieser Kultur-Blog nähert sich der 70 000-Marke an Aufrufen. Es geht stetig aufwärts. Mein Traum-Ziel ist die 100 000 bald zu erreichen und hoffentlich auch mal Einnahmen, auch aus den täglichen Anzeigen, die bereits seit einer Weile rings um meine vielen Beiträge stehen…

Es sind besondere, zwiespältige Zeiten gerade. Ich lebe, genieße im Moment, doch die Sonne vertreibt die existenziellen Sorgen nicht… Habe kaum Einnahmen momentan aufgrund der einschneidenden Corona-Maßnahmen.

Daher meine Bitte an Euch, vor allem die langjährigen Stammleser: Wenn Ihr meine Arbeit als freie Journalistin schätzt und unterstützen möchtet, könnt Ihr das jetzt mit einer Spende für das Weitergedeihen meines Kultur-Blogs: http://www.meinwortgarten.com tun.

Dieser wird seit nunmehr fünf Jahren von mir liebevoll gehegt und wächst… Das alles unentgeltlich. Viel Zeit steckt im wortgarten, bin oft unterwegs und Ihr bekommt immer neue, vielfältige Kulturgewächse zu lesen und sehen in Form von Bildern…
(Die Tagesmedien haben längst Bezahlsperren für ihre online-Angebote eingerichtet.)

Doch allein von Luft und Liebe kann auch ich nicht leben.

Herzlichen Dank an alle Leser und Unterstützer.

Bleibt schön neugierig, teilt und empfehlt meinwortgarten.com weiter.

Eine gute Zeit und Bleibt gesund!

Lilli Vostry
Inhaberin meinwortgarten.com

Herzlichen Dank für ihre Spende:

Kathrin Krüger-Mlaouhia, Redakteurin in Großenhain

Hartmut Maihöfer vom mai hof puppentheater in Dresden-Weißig

Günter Gläser, Emaillebilder-Künstler in Radebeul

Michele Cyranka, Malerin, Grafikerin und Keramiikerin in Tharandt

Spendenkonto:

Lilli Vostry
Bankverbindung: IBAN DE 88 8707 0024 0525 231700 bei Deutsche Bank
Kennwort: wortgarten-Spende

Fotos (lv)

Start der Schreib- und Geschichtenwerkstatt für Kinder „Fantasius Firlefanz“

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Geschichten-Abenteuer erleben – Jeder hat Fantasie!

Für alle, die in den Sommerferien noch nichts vorhaben, startet für neugierige, spiel- und erzählfreudige Kinder und Jugendliche die Schreib- und Geschichtenwerkstatt „Fantasius Firlefanz“ mit Lilli Vostry, freie Journalistin und INhaberin des KulturBlogs meinwortgarten.com als neues Angebot im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Heute am 4.7., von 16 – 18 Uhr das erste Mal. Ab 11. Juli dann immer mittwochs von 17 – 19 Uhr. Ich freu mich auf Euch.

Hallo, liebe Kinder!

Hier könnt Ihr die kreative Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche „Fantasius Firlefanz“ kennen lernen. Der bewegliche kleine Holzvogel ist unser Begleiter, der unsere Fantasie beflügeln möchte. Bei den Geschichten-Abenteuern, die uns zuflattern aus der großen Welt der Worte.

Gemeinsam entdecken wir den Spaß am Erzählen, sprachlichen Gestalten in spielerischer Form und Umsetzen der selbsterdachten Geschichten.

Wenn Ihr gern träumt, erfindet, neugierig seid, Euch lesend und schreibend ausprobieren wollt, ist die Schreib- und Geschichtenwerkstatt ein guter Ort, dies miteinander zu tun.

Zu meiner Person: Ich heiße Lilli Vostry, schreibe selbst gern seit meiner Kindheit und arbeite hauptberuflich als freie Journalistin, außerdem als Kinderbetreuerin und in der Deutsch-Nachhilfe in Dresden. Es sind auch spezielle Angebote für Kinder mit ADHS möglich.
Ich gebe auch Kurse in spielerischem Schreiben für Kinder auf Anfrage in Schulen.

Kosten pro Teilnehmer pro Nachmittag: 5 Euro

Kontakt: Lilli Vostry, Tel. (0351) 848 75 03 oder 0177 – 524 88 48
email: Lilli.Vostry@freenet.de

 

Keine für Alle! – Lara Finesse

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Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

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Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

Neue Lyrik: Der Seifenblasenmann & Unter Bäumen & Worte & Abwehr & Wenn Männer heulen und mehr

Der Seifenblasenmann

Er wankte torkelte ein wenig
als er seine Sachen zusammenpackte
fast wie die vielen lustigen Kringel
aus Seifenschaum
die er in die Luft auf Reisen schickte

allein stand er auf dem Platz vor dem Supermarkt
am alten Straßenbahnhof
umringt von drei Polizisten mit Masken
die ihn mitnahmen

neben ihnen ein Rettungswagen
ein Rucksack und die zwei langen Stäbe
die er in den Händen hielt
wenn er sein schillerndes Heer
überschäumender Freude
aus dem Wassereimer empor steigen ließ

wie beim Diabolo dirigierte
hin und her schwenkte
und tanzen ließ

die Kinder hüpften vergnügt
den Seifenblasen nach sie zu fangen
Erwachsene schauten ihnen
versonnen nach
bis nur noch eine Pfütze auf dem Asphalt
übrig blieb

der Seifenblasenmann saß manchmal
auf dem Fensterbrett eines Geschäfts
ein junger etwas wunderlicher Zausel
der nie bettelte einige warfen ihm Münzen zu
in seiner Welt lebte

vor sich hin murmelte lachte
manchmal einen Schluck zu viel trank
und rauchte mit klammen Fingern
bei Wind und Wetter draußen

wovon träumte er
mit ihm ging etwas verloren

LV
12.5.2021

Unter Bäumen
(Für Mutter Erde)

Beraubt seines stürmischen Gemüts
oder berauscht vom Duft
streift der Wind sacht durch die Blütenbäume
an der Elbpromenade
die ihre knorrigen Glieder vergessen
keck in verschwenderischer Pracht
wie im Tanz die Blütenköpfe wiegen

Blütentrauben biegen sich herunter
zu denen die auf Picknickdecken liegen
im konfettibunten Gras zwischen zerzausten
Gänseblümchen und gaukelnden Schmetterlingen
nach denen ein kleines Mädchen in weißem
Kleid und Schleife im Haar hascht
eine Frau steckt Blüten an ihre Schuhe

Breite deine Arme aus
über den Bäumen
über allen die im Geäst
unter den Zweigen
Geborgenheit und Schutz suchen
Stürme überstehen
im Fallen das Schöne nie übersehen

Besänftige die Lauten
schenke Licht denen die frieren
und den Unverfrorenen
wenn Bäume und Gräser Schatten werfen
dass sie das Dahinter sehen

Lass im Azurblau des Morgens
den Tag an Blässe verlieren
nimm der Nacht ihre Schwärze
wenn wir unsere Erdhaut fühlen

der Wind weht Blütenblätter aufs Papier
ins Haar sammle ein paar auf
von diesem Moment unendlicher Fülle
in deinem Gesicht Mutter Erde Pachamama

LV
9.5.2021

Worte

Worte geben uns
wider hallen nach

wir hören uns
andere Worte
spielen PingPong
ein Wort gibt das andere

hören wir auf uns
wann werden wir stumm
im blinden Wortgestöber

ob ich auch mal in den Schuhen
eines anderen gehe fragst du mich
als ginge dann alles besser
die auf meinen Worten herumtrampelt

sie mir entreißt verdreht wegschreit
all die fröhlichen Menschen im Frühling
draußen sehe ich wie durch einen Film

LV
29.4.2021

Abwehr
(Für A.)

Der Abstand wurde größer
unser Schweigen immer länger
Nun ist es heraus:
Hoffnungslose Ignorantin nennst du mich
ein kleiner Stich ins Herz
mit großer Wirkung
stärker als jeder Virus

wie kannst du dir so sicher sein
alle die anders denken über C.
sind „Schwachomaten“ für dich
doch wer hat die Deutungshoheit darüber

auf Bildern kneifst du oft
die Augen zusammen
blinzelst in die Sonne
blendet sie dich oder
was hindert dich klar zu sehen

wer bist du ohne alles andere
Mann Kinder Arbeit
wehrlos wirfst mir vor
ich würde mich nicht wirklich
für andere Menschen interessieren
doch ich lebe nicht nur für mich selbst

der Riss geht tief zwischen uns
bis in Kindertage
die Seele früh mit Stachelhaut überzogen
wir beide
nach und nach abgestreift
uns eingerichtet

doch noch längst nicht alles verwunden
voll auf Abwehr nun
immun zeigen gegen jegliche Eigenart
Auffälligkeit Verletzbarkeit
vermeintlicher Schutz

doch aus jeder stachlig unscheinbaren Raupe
schlüpft eines Tages
ein prachtvoller Schmetterling
der fliegt wohin er mag

LV
11.4.2021

Zerbrechliche Welt

Ein kalter Wind zaust
den bunten Osterstrauch
hinterm Haus
in der Natur regt sich vieles
unentwegt vieles geht entzwei
wird nie ausgebrütet
außer in Gedanken

wie der Spruch im Netz
über ein Ei das durch äußere Kraft
gebrochen wird
womit Leben endet
bevor es begann
doch wenn die Schale von innen
aufbreche
beginne Leben

Wann beginnt wann endet etwas
was hält uns noch zusammen
was ist zerbrochen in dem Mann
der vorm Neustädter Bahnhof steht
wirres Haar und Zigarette im Mundwinkel
neben sich einen Einkaufswagen voll
Habseligkeiten die ein Wollpullover wie eine
Decke umhüllt
er bindet seine beiden Hunde an
einen hellen halb blinden und einen
schwarzen mit weißen Pfoten der erst den Mann
dann mich ansieht mit fragenden Augen
ich lege ihnen fünf Euro in die noch leere Mütze
die Hälfte des Scheins für mein Osterbrot

ein älterer braunhäutiger Mann rutscht vom
Fensterbrett am Bahnhofsgebäude
mit nur einem Bein und sieht mir nach
vor sich hin murmelnd
ich habe keine Münzen mehr

die ersten Forsythia leuchten am Straßenrand
die Knospen der Magnolien springen bald auf
der Himmel zerfällt in grauschwere Wolken
und hellblaue Flecken
ich komme an zwei Uhren vorbei
jede geht anders und freue mich
über die gewonnene Zeit

die mich einen Moment davon trägt mit den
Zeilen an einem Ampelmast: Ich träume von
einer Welt, in der jeder sein kann wie er will
ohne deswegen Angst haben zu müssen,
gezeichnet von #gelbe Zettel

Ich stehe im Regen und denke an den Mann
und seine zwei Hunde
die ihm und er ihnen beim Überleben helfen

LV
27.3.2021

Vor dem Flug

Den ganzen Tag stand die Sonne
hoch über der grauen Wolkenherde
doch die Nachtschatten fielen
nur langsam ab
ein Vogel sang leis in der Früh
Raben krächzten ich dachte an die Nüsse die
ich ihnen zu knacken gab
die sie erfreut im Schnabel forttrugen
die innen faul waren
wie ich später bemerkte

aus der Wolkenburg fällt Sonnenglanz
in den Fluss
ein Entenpaar erhebt seine Flügel
ein Entenjunges setzt an zum Flug

zwei Jungen stehen am Ufer
und schlagen mit Stöcken um sich
ein Kind weint im Wagen
es ist blass und ballt die Fäustchen
ich kann dich nicht immer tragen
sagt seine Mutter
das Kind weint stärker

weinend läuft ein Steppke im blauen
Kosmonautenanzug neben seinem Vater her
ich denke an ein Kinderbild
auf dem Arm meiner Mutter im Schnee

wie oft hat sie mich gehalten
ich weiß es nicht mehr
wie gern würde ich sie noch einmal
umarmen
ein rötliches Band am Horizont
begleitet mich

LV
22.3.2021

Der SchuhBaum

Unten am Fluss schreien
Wildgänse in die Stille
umfließt Abendrot
dunkle Baumumrisse
voll verirrter Dinge

ich hielt sie zuerst für Vögel
doch dort hängen Schuhe paarweise
an den Schnürsenkeln in den Zweigen
nichts drückt drängt trägt
veranlasst sie mehr zum Gehen

sacht bewegt vom Wind
halten sie sich in der Luft
Schuhe von kleinen und großen Füßen
wie klobige Elbkähne und elegante Ballerinas
zwei rosafarbene nah am Stamm
ein einzelner Turnschuh mit schwarzem
Schnürsäckchen
ein paar Badelatschen abgelegt auf einem
Strauch unweit vom Ufer

Keiner wundert sich
keiner bleibt außer mir stehen
die aufgehängten Schuhe im Baum
anzusehen

Wer hat sie verloren ausgezogen hergegeben
Wer kletterte mit ihnen bis hinauf
in die Baumkrone
heraus aus ausweglosen Spuren

von weitem sehen sie aus wie Vögel
ein Rabe lässt sich kurz nieder
putzt sein Gefieder neben dem
festhängenden Schuhschwarm

Vorn vor dem erleuchteten Ball- und Brauhaus
vis a vis zum Fluss
steht eine Warteschlange
und lässt hohe Bierkrüge für daheim
nachfüllen

LV
6.3.2021

Frühlingszeit

Halb Winterblässe halb Frühlingslau
ziehen die letzten Sonnenstrahlen des Tages
mich hinaus
Bares zu regeln
auf der Fensterbank vor der Bankfiliale
sitzt ein älterer Mann
als warte er auf etwas
schaut in den Himmel
fast ein wenig scheu
ins wolkenlos strahlende Nichts

ich sehe ihm nach
die Sonne wärmt mich nicht
doch sein still versunkener Blick
er lächelt in sich hinein
und ich wüsste gern was mit ihm ist
doch ich trau mich nicht ihn zu stören

vorn im Gebüsch hängen Bälle mit Vogelfutter
aber keine Vögel
schwirren umher wie sonst
die Eiszapfen mit den dazwischen gurrenden
Tauben unterm Dachsims sind längst getaut
eine Taube schaut sich oben um

unten am Fluss randvoll und matt
schimmernd ragen Bäume aus dem Wasser
schnattern Enten und Wildgänse
schauen Männer schweigend rauchend und
Bier trinkend an der Böschung ins Ungewisse
ein Kind läuft über die Ufermauer der
Abendhimmel ist leicht gerötet wie meine
Wangen hast du Rotkehlchen gefangen
fragte mich meine Großmutter dann lange her

ich hab noch kein Rotkehlchen gesehen
freue mich auf die Rückkehr der Singvögel
am Morgen mit ihrer ansteckenden
Leichtigkeit
Vielleicht schaffe ich es morgen zur
Krokusswiese

LV
1.3.2021

Herzblumen

Die Sprache der Blumen
ist leis
sie schauen mich an
ich schaue sie an
in der großen Vase
finden sie keinen Halt
fallen zur Seite
auseinander
hängen die Köpfe
die ich aufrichte
die mich aufrichten

ihre offenen herzförmigen Blüten
mit farbensattem Lächeln
hell tiefrot und violett
mit dunkel raunendem Augenaufschlag
im Licht aufscheinende Umrisse
wellig rund sperrig schwellende Erhebungen
und Vertiefungen

umfassen Blüten Blätter
in feinnervig gefiederter Umarmung
kreisen die Blumenflügel einer Windmühle
wie sie Kinder haben
Wie schön sagt die rundliche Frau mit dem
silbergrauen Haar an der Supermarktkasse
Warum holt sie sich nicht selbst eine

LV
20.2.2021

Wilder Garten

Aufgefaltet meine Schmetterlingsflügel
öffne weite ich mich
von innen
schäle mich aus meiner Haut
nach langem Winterschlaf
ans Licht aus jeder Körperpore
flüstert es

lege die Fingerspitzen auf den Mund
lausche dem sachten Kreisen
und Antworten der Lippen
lasse mich ein
wage einen Blick
in den wilden Garten

aus tiefer Erde leuchten Blumen
in allen Farben
ihre Blütenblätter breiten sich aus
wie feine Sensoren
die ausschwirren schwingen sich verweben

meine Sinne wachkitzeln
benetzen
mein Innerstes erblühen lassen
im pulsierenden Tanz der Körperzellen
und einer Tango Umarmung von Piazolla
fliege ich schmetterlingsleicht

LV
15.2.2021

Foto/Quelle: Ilan Stefani

Weiße Inseln

Der Himmel bleiern seit Tagen
erschüttert von donnerndem Flockengewitter
als bräche ein Riese auf der dünnen
Wolkendecke ein
sie zersplittert in unzählige
watteweiche Inseln

kühles Weiß
unberührt
ungeborgen
sehnsuchtsstarr wandert der Blick
über das strahlende Nichts

pudrig überzogen dunkles Geäst
darauf ein weiß gefaltetes Tuch
noch vom Sommer vom Balkon nebenan
hergeflogen

hinter den Bäumen
das schneebemalte graue Gemäuer
mit den vergitterten Fenstern
hinter denen Wesen sitzen
warten wie ich
dass Türen aufgehen
in jemandes Herz

die weissbunte mit den magisch
entrückten Augen die mich nicht loslassen
die dunkle schildpatt mit den Sonnenflecken
schnurrt sofort wie meine schwarzfellig
sternäugige aus der Ferne

zwei gelbe Augen treffen mich
noch scheu legt die kleine grauweiß getigerte
ihre Pfote durch die Gitterstäbe
auf das Fell der schildpattfarbenen
beide sehen mich an
auf dem Weg zu mir

wenn ich sie hole wird eine woanders sein
bereits vergeben
Doch wir werden einen langen Augenblick
uns weiter nah sein

LV
17.1.2021

Wenn Männer heulen

Wehklagende Möwenschreie
und Meeresrauschen
tragen von flauschigen Decken-Inseln
uns an dunkle Strände der Erinnerung

reißen ferne Melodien auf
was in der Tiefe festgefroren
auftaut Wellen schlägt
überfließt

keine Schulter zum Ausheulen
aber im Rücken
greifbar nahe
fließen Männertränen

als klopfe einer Steine weich
holpernd erschütternd stoßweise
brechen die Wellen sich Bahn
rollen aus in mir

LV
23.2.2013

Gedichte + Fotos (lv)

Sarkastisch & Solidarisch: Bisher schwieg die Kulturszene zur Corona-Politik. Das ändert sich jetzt mit der Aktion #allesdichtmachen von Schauspielern, die für Aufruhr sorgen.

Von der Zwei-Zimmer-Atmung bis zum Abstand von sich selbst

Künstler bleiben nicht länger still im Lockdown. Gut so. Satire darf auch weh tun. Die Corona-Maßnahmen tun es auch. Rund 50 Film- und Fernsehschauspieler, darunter bekannte wie Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Nadja Uhl und Wotan Wilke Möhring,  sorgen derzeit für Aufsehen mit einer Internetaktion mit ironischen Videos zur Corona-Politik unter dem Motto #allesdichtmachen.

Dass die Wellen der Entrüstung derart hoch schlagen, wundert nicht nur die Beteiligten, sorgt für viel Diskussionsstoff vor allem in den sozialen Netzwerken und wirft viele Fragen auf. Vom Vorwurf, die SchauspielerInnen würden mit ihrer Aktion #allesdichtmachen die Corona-Maßnahmen und an Covid Erkrankte „verhöhnen“, „veräppeln“, sich darüber „lustig machen“ bis „schäbig“ reicht die Medienschelte in Zeitungen und im Fernsehen.

33 Videos stehen noch auf der Seite #allesdichtmachen auf Youtube. Sie sind sehr unterschiedlich gelungen in Machart, Aussage und Wirkung. Alle rufen auf eigene Weise zur Unterstützung der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung auf.

Beispielsweise der Vorschlag von Thorsten Merten, der wegen des gebotenen Abstands die Bundesregierung auffordert, Familien entsprechend größere Wohnungen, Häuser oder Villen a la Spahn zu geben. Schön sarkastisch Cem Ali Gültekin, der als seinen „solidarischen  Beitrag“ früh reihum die Kinder in der Nachbarschaft weckt zum Schnelltesten für die Schule und sie stramm stehen lässt. Anrührend Maxim Mehmet, der seine Frau und Tochter nur noch per Skype sieht und die Kinder voneinander trennen musste, damit sie nicht zusammen spielen. Und einen Geburtstagskuchen mit Kerzen vor die Zimmertür der Tochter stellt, die er kaum noch sieht. „Doch ob drei, fünf oder zehn Jahre, wir können warten!“

Absurdkomisch macht sich Nina Gummich in ihrem Video für Meinungsfreiheit stark, indem sie sich gleich von ihrer eigenen Meinung befreit, bevor sie noch mehr infiziert. „Und für die Karriere ist es auch besser. Keine Meinung ist die beste Meinung…“

Schauspieler Hanns Zischler distanziert sich „vom Social Distancing, von all meinen Mitmenschen und mit aller gebotenen Schärfe von mir selbst. Ich distanziere mich von morgens bis abends. Mit anderen Worten: Ich halte Abstand.“

Fast schon kafkaesk wünscht sich Volker Bruch von der Regierung „mehr Angst, um sich an ihr festzuhalten.“ Sein Gesichtsausdruck mit ernster Miene, standhaft verzweifeltem Zusammenreißen und abgerungenem Lächeln lässt einen nicht los. Beeindruckend!

Einige Schauspieler haben ihre Videos wegen der heftigen Reaktionen inzwischen von der Seite genommen, die eigentlich ganz witzig waren wie das Video mit der Zwei-Zimmer-Atmung, wo ein Mann und eine Frau ständig die Zimmer wechseln, um den anderen zu schützen. Alternativ dazu zwei Tüten zum Ein- und Ausatmen, damit die Luft rein bleibt. Dieses Video hat Richy Müller inzwischen zurückgezogen. Auch das Video von Heike Makatsch ist nicht mehr zu sehen, in dem sie im Wohnzimmer saß und weder Paketbote noch Pizzalieferferdienst die Tür öffnete, um sich und die Nachbarn zu schützen und kein Infektionsrisiko einzugehen.

Anderes fand ich übertrieben, wie das ebenfalls zurückgezogene Video  einer Schauspielerin, die erzählte, wie sie die überlastete Polizei in der Corona-Zeit unterstützt, auch vor hartnäckigen Gegnern auf Demos. Indem sie ihre Kinder statt von ihnen lieber selbst mit dem Gummiknüppel verprügele.

Felix Klare hat sein Video wieder auf die Seite gestellt, gute Entscheidung!, in dem der Schauspieler und Vater von vier Kindern mit viel Ironie vom Homeschooling mit ihnen erzählt und klare Ansagen macht, damit sie spuren.

Besonders heftiger Gegenwind schlug Jan Josef Liefers entgegen, der in seinem Video ohne Umschweife, pointiert ironisch allen Medien unseres Landes dankt, die seit über einem Jahr „unermüdlich, verantwortungsvoll und mit klarer Haltung“ dafür sorgen, dass der „Alarm ganz oben bleibt“ und „kein unnötiger kritischer Disput uns ablenken kann von der Zustimmung zu den sinnvollen und immer angemessenen Maßnahmen unserer Regierung.“ Natürlich ist er mit seiner ostdeutschen Herkunft besonders sensibilisiert bei diesem Thema und für Zwischentöne. Mit schräg geneigtem Kopf und gutgläubig schaut Liefers in die Kamera, wenn er feststellt, dass schließlich „nur ganz wenige Spezialisten wissen, was wirklich gut für uns ist.“  Wer es anders sieht, wird eindringlich gemahnt. Liefers Rat: „Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht!“ Sein Video hat mittlerweile über 1,3 Millionen Aufrufe.

Ein TV-Interview mit Jan Josef Liefers auf WDR über sein medienkritisches Video wurde zur Realsatire! Es glich einem Verhör, das der Moderator mit Liefers führte, der sichtlich mitgenommen vom Wirbel um die Aktion und die dauernden Rechtfertigungen dazu wie er sagte, war. Der Medienmann fühlte sich wohl persönlich angegriffen von Liefers Video. Getroffene Hunde bellen.

Im Interview in der TV-Sendung „drei nach neun“ ging es zwar sachlicher zu in der Diskussionsrunde über die Aktion #allesdichtmachen im Beisein von CDU-Kanzlerkandidat Laschet, der Liefers Meinung nicht teilt, aber andere Meinungen in einer Demokratie für unerlässlich hält. Die Frage stand im Raum, und auch Liefers, der zugeschaltet war, schien auf einmal verunsichert bis reuevoll, ob Ironie das geeignete Mittel für die heikle Corona-Thematik sei.

Mit welchen Mitteln, wenn nicht der Ironie, hätten sich die Schauspieler denn sonst Gehör verschaffen sollen? Aktionen wie „Stumme Künstler“ brachten alle nichts. Nun weiß man warum. Satire tut weh, da schreien alle auf. Sie lebt von der Übertreibung, um auf den wahren Kern zu stoßen. Wenn der Beifall dann auch noch von der falschen Seite kommt, wie Liefers dem Moderator im WDR-Interview erwiderte, ist das erst recht schlimm und ja es polarisiert. Wie das Land schon vor Corona gespalten war.

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht oder so: wie tief das Land schon in der Lethargie, im Gleichmut versunken ist. Und dass mit den Schauspielervideos doch einige wunde Punkte getroffen wurden und eine Auseinandersetzung damit not tut. Bezeichnend der Satz eines Regisseurs, Winkelmann (noch nie gehört und ich geh viel ins Theater): den Schauspielern habe man das Drehbuch (!) weggenommen… Deswegen sei das Ganze nach hinten losgegangen. Das erinnert mich ein bisschen an die Situation 89, als die Schauspieler nach der Vorstellung aus ihrer Rolle heraustraten und ihre persönliche Meinung zu den Zuständen äußerten.

Nichts anderes haben sie in den Videos getan, unverblümt, spontan, satirisch zugespitzt bis albern und beängstigend kafkaesk. Dass das manche derart vor den Kopf stößt, sie es missverstehen oder gar nicht, konnten die Schauspieler nicht ahnen, die aber auch Betroffene vom Lockdown wie wir alle sind und ihre eigenen Erfahrungen damit gemacht haben.

Vielleicht müssten manch andere mal ihr Drehbuch einen Moment weg legen und mehr auf sich selbst und das Leben hören und sehen. Die Videos von #allesdichtmachen sind Leben pur mit allen Emotionen, Widersprüchen, Wut, Schmerz, Traurigkeit, Angst und der leisen Hoffnung, zumindest gehört zu werden und ein paar Denkanstöße zu geben. Das ist doch die Aufgabe von Kunst, sich einzumischen in die Zeit, die Menschen zu bewegen und nicht klein beizugeben.

Dies ist  ein freies Land, wo jeder sagen und tun kann, was er will. Dachten auch die Schauspieler der Videos, die wohl nach über einem Jahr im Lockdown und geschlossenen Theatern einfach ihrem Spieltrieb nachgegeben und Corona und die Folgen und den Umgang damit von ganz oben bis unten weidlich ausgeschlachtet haben. Herausgekommen ist ein unschön verzerrtes Spiegelbild der Gesellschaft, damit die Öffentlichkeit endlich wahrnimmt, wie komplex die Corona-Misere tatsächlich ist.

Fazit: Wer offen ist, auch bereit zum Nach- und Mitdenken, wird in den teils klaren, teils absurd-hintersinnigen bis beklemmenden Szenen nicht nur Kritik an den Corona-Maßnahmen, sondern auch Anregungen finden. Nicht nur die Wortwahl, auch Stimme, Tonfall, Betonung, Körpereinsatz sagen viel aus. Entweder man sieht und versteht es oder nicht. Ganz wie im echten Polittheater.

Danke den SchauspielerInnen für diese selbstbewusste Aktion, die zeigt, dass Corona eben alle angeht, keinen kaltlässt und daher alle gemeinsam überlegen sollten, was zu tun ist, damit nicht alles dicht bleibt. Sondern wir alle uns bald wieder mitten im Leben wiederfinden.

Bis es soweit ist, vertreiben weitere kulturelle Aktionen wie Danser Encore den Lockdown-Blues. Die Welle der Lebensfreude von im öffentlichen Raum singenden und tanzenden Menschen aus Frankreich ist nun auch hierzulande angekommen. Der erste Flashmob dieser Art fand letzten Freitag nachmittag auch in Dresden am Blauen Wunder statt, leider griff die Polizei ein, wie vorher schon bei einem spontanen Straßencafé mit Kaffee und Kuchen und Begegnung vor dem Weimarer Theater und dem Denkmal mit Goethe und Schiller. Wenn die wüssten!

Text (lv)

Ausstellung „Schwarzes Band“ von Lars Breuer in der Artbox Dresden


Alles Nichts oder Anfang ?!

Darüber dürfen die Betrachter des Schrift-Bandes von Lars Breuer rätseln. Zu sehen ist die bereits siebente Ausstellung in der Artbox Dresden, aufgrund der aktuellen Corona-Situation muss die Eröffnung entfallen, ab 17. April, 19 Uhr. Gezeigt wird das Werk bis 23. Mai.

Ein schwarzes Band aus kantigen Buchstaben umhüllt die Artbox. Buchstaben, die eigenwillig gebrochen zu Silben und Worten werden und den Satz „NICHTS IST AM ANFANG“ bilden. Der Kölner Künstler Lars Breuer bewegt sich mit der Arbeit und seiner formalistischen Schrift auf Wand und Fenster zwischen abstraktem Bild und Text.

Die Flaneure an der Artboxecke werden aufgefordert, die fragmentarischen Blickwinkel zu erforschen und die Worte zu konstruieren. Beim Entziffern des Schriftbandes sind die Assoziationen vielfältig. Das technische Raster gibt den dynamischen Rahmen vor, aber lässt Raum für die eigene Interpretation: Bildet beispielsweise im umlaufenden Schriftzug das „Nichts“ das Zentrum oder der „Anfang“? Es ergeben sich unweigerlich Anklänge an die biblischen Schöpfungsberichte, wo das Wort im Anfang steht, oder ist hier vielleicht das „Schwarze Band“ die Reminiszenz an die Geschichte der zerstörten Stadt an der Elbe?

Durch das Kunstwerk ergeben sich Konnotationen zum Ort, zur Geschichte oder zur Mystik des Nichts. Der Philosoph Schelling stellt unter anderem fest: „Warum ist nicht nichts, warum ist überhaupt etwas?“ Diese diversen Bedeutungswelten und Zwischenräume streift Lars Breuer mit dem vieldeutigen Werk, das er eigens für die Artbox inszeniert hat. Es lädt zur Deutung ein und öffnet zur Frage – „IST AM ANFANG NICHTS“?
Dr. Michael Wächter (Kunsthistoriker)

Abbildung: OPPOSITION … EKLEKTIZISMUS | Acryl auf Wand | Foto: Carl Brunn 2009


gefördert durch
Amt für Kultur und Denkmalschutz

Artbox Dresden – 24h Ausstellungsraum – Kunstschaufenster | Ecke Hafenstraße / Uferstraße | 01097 Dresden

„Zeitbrüche“ – Livestream-Lesung mit Thomas Kunst & Jens Wonneberger aus der Zentralbibliothek im Kulturpalast Dresden

Einladung_Zeitbrueche_1-2EINLADUNG

„Zandschower Kliniken“ von Thomas Kunst
und „Mission Pflaumenbaum“ von Jens Wonneberger

Die Lesung wird am 14. April, um 19.30 Uhr per Livestream aus der Zentralbibliothek im Kulturpalast Dresden übertragen.

Wir laden Sie recht herzlich zur ersten Lesung unserer neuen Literaturreihe „ZEITBRÜCHE: Von gesellschaftlichem Wandel und familiären Zäsuren.“ ein.

An fünf Abenden stellen Autor*innen in Tandem-Lesungen und moderiertem Gespräch ihre neuesten Romane vor, die anhand von Familiengeschichten, die wechselvolle deutsche Geschichte des 20. Jahrhundert erfahrbar machen.

Die Lesung findet als LIVESTREAM statt. Nutzen Sie den QR-Code oder den angegebenen Direktlink.

Wir freuen uns auf Sie!

Text: Elke Ziegler

Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Landeshauptstadt Dresden
Geschäftsbereich Kultur und Tourismus
Städtische Bibliotheken Dresden

Telefon +49 (0)351 8648103 | Fax +49 (0)351 8648102
e.ziegler@bibo-dresden.de
Schloßstraße 2, 01067 Dresden
www.bibo-dresden.de

Da zur Zeit Präsenzlesungen auf Grund der coronabedingten Beschränkungen nicht möglich sind, veranstalten die Städtischen Bibliotheken Dresden Lesungen im LIVESTREAM.

Literatrurfreunde können signierte Bücher von Thomas Kunst und Jens Wonneberger per email an: info@buchlesen oder unter Tel. 0351-8033914 bestellen!

Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Ihr könnt die Bücher abholen, Buchhändler Jörg Scholz-Nollau kann diese verschicken oder bringt die Bücher vorbei.

Näheres zu den Büchern findet Ihr hier:

https://buchlesen.buchkatalog.de/Product/3000003362634/66212/10002/-3/Buecher_Romane/Thomas-Kunst/Zandschower-Klinken/4099276460822241225/4099276460822241224/4099276460822241224

https://buchlesen.buchkatalog.de/Product/3000002135095/66212/10002/-3/Buecher_Romane/Jens-Wonneberger/Mission-Pflaumenbaum/4099276460822241225/4099276460822241224/4099276460822241224

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Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr

Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

Neue Aktionen im „Institut für gute Laune“


„Wir forschen an einem gut gelaunten Menschen und Wegen dahin.“ Thomas Preibisch, Inhaber des „Instituts für gute Laune“ auf dem Martin-Luther-Platz im Herzen der Dresdner Neustadt. Dort befindet sich auch sein Atelier.

Von der „Freude-Impfung“ bis zu „Kuchen-Konzerten“

Freude an der Kunst und gute Laune weiter verbreiten. Einfallsreich lädt Thomas Preibisch dabei andere Menschen zum Tauschen künstlerischer Talente ein.

Glücklichsein ist eine Kunst. Sich erfreuen können an dem, was man hat und Freude weiter verschenken. Darum dreht sich alles im “Institut für gute Laune der Neuen Symphatischen Moderne“.

„Es ist ein Ort, an dem Forschung und Kunst zu etwas Neuem verschmelzen“, sagt Thomas Preibisch (47), der Inhaber des „Instituts für gute Laune“. Außerdem ist er Kartoffeldruckkünstler, Autor, Liedermacher, Sänger und Radiomoderator. Er forscht über gute Laune und wie man sie weiterverbreitet. “Wenn man schon einmal eine Krise hat, sollte man sie auch nutzen, um etwas positiv zu verändern“, lautet sein Motto. „Wir forschen an einem gut gelaunten Menschen und Wegen dorthin.“ Ein Weg ist die „Freude-Impfung“, empfiehlt er, beispielsweise mit einem Kompliment, Lob oder Geschenk an andere Menschen. Oder man reicht eine „kleine gute Laune“ weiter, ein geldstückgroßes Minikunstwerk aus Pappe, bedruckt mit einer fröhlichbunten Menschenkette.

Manchmal liegt das Glück auch auf der Straße. Wenn Preibisch Cent- oder Euromünzen, auf einer Seite bemalt mit lachenden Gesichtern, einfach draußen „verliert“ und damit die Finder erfreut. “Lebendig wird die gute Laune nur, wenn man sie verschenkt“, so Preibisch. Sein „Institut für gute Laune“ sieht er daher als ein Aktionskunstwerk, das mit den Mitteln der Kunst immer auch an einer zukünftigen Gesellschaft forsche, in der es für jeden stimmt. Wichtige „Mitarbeiter des Instituts“ seien J.W. von Goethe mit seinen Forschungen zu Farbenlehre, Naturgesetzen, Metamorphose und zur Bestimmung des Menschen und Joseph Beuys mit seiner Überzeugung, dass jeder Mensch ein Künstler ist und seiner Idee der sozialen Plastik, die alle verbindet. Diese Ideen werden lebendig gehalten und weiterentwickelt im „Institut für gute Laune“.

Bildnisse von ihnen und anderen großen Dichtern und Denkern zieren die Krone, die Preibisch aufsetzt, wenn er unterwegs ist mit seiner Aktionskunst. Er hat auch eine eigene Währung, die Kartoffelmark, erfunden, die man eintauschen kann durch eigene, kreative Dinge und Talente. Seit 2009 gibt es das “Institut für gute Laune“. Sein Atelier mit eigenem Bild- und Tonstudio befindet sich am Martin-Luther-Platz in der Dresdner Neustadt.

Wie vertreibt er bei sich schlechte Laune? „Indem ich etwas Abstand zu mir nehme, nicht alles zu ernst sehe und über mich selber lachen kann“, sagt Thomas Preibisch. Gute Laune habe er, wenn er das Leben und Probleme wie ein Kind spielerisch betrachtet. Er ist ein humorvoller Mensch und philosophiert gern. Beim Loslassen trüber Gedanken hilft ihm eine Übung: „Sich morgens vor den Spiegel stellen. Mit dem Finger auf sich zeigen und sagen: Das soll ich sein?!“ Dann muss er schon schmunzeln über sein Spiegelbild. Thomas Preibisch ist künstlerischer Autodidakt. Sein Geld verdient er mit Vorträgen und Workshops für Firmen und andere Interessierte zu Teambildung und Kreativität.

Er hat außerdem eine eigene Sendung „Frühstücksradio mit Spaß“ auf Coloradio, immer sonntags um 12 Uhr und seine Youtube-Show „Wunderbares für Wahres“ soll Ende März starten. Sobald der Lockdown es zulässt, will Thomas Preibisch „Kuchen-Konzerte“ im Stadtteilhaus Äußere Neustadt, zugleich Ausstellungsort seines Instituts, jeweils Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr veranstalten. Jeder Zuschauer bringt zwei Stück Kuchen mit, eins für sich selber und eins für den Künstler. Dafür singt und musiziert Thomas Preibisch zur Gitarre und am Klavier, danach wird gemeinsam geschmaust und unterhalten. Backen ist schließlich auch eine Kunst, und weitere Künste und Künstler sind immer gern gesehen im „Institut für gute Laune“.

Text + Fotos (lv)

Mehr Infos zum Künstler Thomas Preibisch unter WWW.fischbild.de

Weltlügenball per Livestream & Ostern to go mit Überraschungen aus dem Lügenmuseum

Zum Weltlügenball am 1. April gibt es einen Livestream,19 Uhr

https://youtu.be/m-hWa7jsTzk

Danach geht es weiter:
19.50 Uhr, MDR, Außenseiter Spitzenreiter/Spezial, eine Sendung aus dem Lügenmuseum

OSTERN to go – zum Stubenarrest  kommt das Lügenmuseum zu Dir nach Haus.

In dieser Museumsbox kann der Wandel von der Wunderkammer zum Künstlermuseum, vom Kunstwerk als Sammelobjekt zur Sammlung als Kunstwerk erlebt werden. Als Auflagenkunst enthält es eine Collage, eine Skulptur und andere Kunststücke, eine Gebrauchsanweisung, einen Orientierungsstein und ein Mojo. Das Mojo kam ursprünglich aus Afrika nach Amerika als magisches Objekt. Weltweit wurde es bekannt durch Blues-Songs wie: Got My Mojo Working von Ann Cole 1957. Im Mojo ist der Zauber des Lügenmuseums und Sternenstaub, denn die Lüge im Dienste der Wahrheit wäscht den Staub des Alltags von den Sternen.

https://luegenmuseum.de/shop/

Seit dieser Woche ist die neue Website vom Lügenmuseum freigeschaltet. Gefördert vom NEUSTART Sofortprogramm.

Kunstwerk in der Museumsbox             

Liebe Museumsbesucher, in diesem MUSEUM to go kann der Wandel des Museums von der Wunderkammer zum Künstlermuseum erlebt werden.“ So beginnt ein Brief in einer Museumsbox, die als Museum to go per Post zu seinen Besuchern nach Hause reist.

Künstler eroberten immer wieder neue Formen, sie griffen das als bürgerlicher Fetisch geltende Kunstwerk an, opponierten mit unbrauchbarer Kunst gegen ideologische Kunstausrichtung. Sie erweiterten den Kunstbegriff oder ritten in halsbrecherischem Galopp durch die Moderne hinein in das Künstlermuseum, um fern jeglicher Begrenzungen durch ihr eigenes Paralleluniversum zu schweben. In diesem Museum to go kann nachvollzogen werden, wie aus einem Kunstwerk als Sammelobjekt eine Sammlung als Kunstwerk wird.

Das MUSEUM to go enthält als Auflagenkunst eine Collage, eine Skulptur und andere Kunststücke, eine Gebrauchsanweisung, einen Orientierungsstein auf dem Jakobsweg und ein Mojo. Das Mojo kam ursprünglich aus Afrika nach Amerika als magisches Objekt. Weltweit wurde es bekannt durch viele Blues-Songs wie: Got My Mojo Working von Ann Cole 1957, das oftmals Muddy Waters zugeschrieben wird. Das Mojo enthält den Zauber des Lügenmuseums in Form von Sternenstaub, denn die Lüge im Dienste der Wahrheit wäscht den Staub des Alltags von den Sternen.

Das ganze Leben wird zum Kunstwerk, egal, ob es dadurch besser oder schlechter gerät.

 
Corona ist die ideale Gelegenheit für das Lügenmuseum, sich neu zu erfinden. Mit einer Oster-Edition macht sich eine Milchstraße von Ideen auf den Weg zu seinen Besuchern, direkt nach Hause aufs Sofa. Es führt in die faszinierende Welt von Dingen, die es überhaupt nicht gibt. In der Box finden sich ein Orientierungsstein, ein Lügenmantra, ein Klangobjekt, ein Fragebogen, ein Gästebuch und ein originales Kunstwerk. Das Auspacken begleitet freundlich ein Stück Lebenszeit, regt zum Lachen an und gibt ein bisschen Auftrieb. Eines ist sicher, Kunstobjekte zur eigenen Belustigung steigern sich bei wiederholtem Anblick.
 
Museum to go kann auch als persönliches Orakel genutzt werden: Es gibt Antwort auf jede Frage, die gerade in den Sinn kommt. Es kann auch als Geburtstagsfeier, als Freiflugschein der Fantasie, als Auftakt für eine eigene Kunstsammlung oder als Tankstelle für Lebensinspiration genutzt werden. Zu Ostern ist das Museum to go auch zum Verstecken geeignet.
 

Text + Fotos:

Osterwerkstatt Zauberkunst in den Landesbühnen Sachsen


Als Mitglied des Magischen Zirkels von Deutschland (MzVD) ist Oliver Mehl „geprüfter Zauberkünstler“. Seit Gründung der Zauberschule Dresden vor 6 Jahren wird Zauberkunst von ihm im Rahmen von Workshops und Animation an Kinder und Erwachsene weitergegeben. Ausprobieren könnt ihr meine Zauberer gleich hier:  zauberschule-dresden.de/onlinezauberei

Fotos: PR

Was war zuerst, das Ei oder der Zauberer?

Nach der erfolgreichen Zauberwerkstatt in den Februarferien gibt es jetzt auch in den Osterferien eine Zauberwerkstatt. Zeitiges Anmelden ist wichtig.                                                                       

In der Osterwerkstatt mit Zauberer Olivier dreht sich alles ums EI. Zauberhaft lassen wir es verschwinden, erscheinen, wandern, Färben es etc…  Ihr lernt die besten Zauberkunststücke, Techniken und Methoden für Ostern. Einzig den Hasen werden wir nicht verschwinden lassen. Olivier wird mit euch ausgewählte Kunststücke für die kleine und große Bühne einstudieren, mit denen zum Abschluss Familie und Freunde aus allernächster Nähe begeistert und unterhalten werden. Ihr könnt verschiedene Tricks ausprobieren und von den großen Meistern der Täuschungskunst alte Prinzipien kennenlernen. Zaubern macht Spaß. Mit etwas Übung erzielt ihr schnell eure ersten Vorführerfolge und lernt eure eigenen magischen Momente zu gestalten. Wir lernen Bühnengesetze aus Sicht des Zauberers kennen und gestalten gemeinsam ein Programm. Die Winterwerkstatt geht über drei Tage. Am dritten Tag gibt es eine zauberhafte Abschlusspräsentation.

Anmeldung unter: Tel. 0351 8954 299

E-Mail:   junges.studio@landesbuehnen-sachsen.de

Wann: 31. März 2021, immer zwischen 15 und 17 Uhr Abschlussperformance am 1.April 2021 um 15 Uhr

Wo?  Werkstatt des jungen.studios, Theater Radebeul oder online (senfcall.de Raum: zauberschuledresden PW: simsalabim)

 Wer? Alle interessierten Menschen ab 10 Jahren bis max. 14 Jahren  

(Teilnehmerzahl in Präsenz bis 16 Teilnehmer. Online 12  (Mit Warteliste))

Text: Petra Grubitzsch/LB

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

35 Jahre brachiale Romantik aus dem Zimmer in die Welt mit dem Duo Sonnenschirm

Komödiantentum & Satire vom Feinsten

Mit Musik voll schräger Klänge und absurdkomischen Texten über den Zustand der Welt, Düsternis und Kleingeistigkeit in den Hirnen und Herzen. erfreuen Dieter Beckert und Jürgen B. Wolff seit vielen Jahren ihr Publikum und spannen ihren Sonnenschirm auf, um Frohsinn und Licht zu verbreiten. Wie im folgenden Video, einem Querschnitt durch ihr reiches Schaffen. Das Lust macht auf mehr und ein hoffentlich baldiges Jubiläumskonzert! (lv)

Hier ist ein kleines Liedchen bebildert worden, das gerade ganz gut zum Thema der sozialen Distanzierung paßt und zum 35. Geburtstag des Duo Sonnenschirms.

„Am Morgen geht die Sonne auf, am Abend geht sie unter
Und zwischendurch und zwischendurch geht alles drüber und drunter“
Aber dieses „drüber und drunter“ ist auch genau der Stoff aus dem die BRACHIALROMANTIK schöpfert.
Die Sonne der Hoffnung, das Licht der Verheißung, die Fackel im Dunkel – die Sonne auf Ärmeln,  Fahnen und Parteitagen – ist ein Symbolzen der Hitze, gegen den wir nun schon seit 35 Jahre einen poetischen Schirm aufgespannt haben, um einen gewissen Schatten zu pflegen.
Nun gehts auf den kirchlichen Feiertag mit 6 Buchstaben zu – und es braucht positive Lieder.
ALLES ÜBEL DIESER WELT …
Text: Diederot the Beckert  

Montagscafé im Kleinen Haus: Der Begegnungsort für Menschen verschiedener Kulturen ist gefährdet


Montagsgala digital: Versteigerung origineller Dinge zugunsten des Montagscafés im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Auf dem Bild: Philipp Lux, Schauspieler und Sophia Keßen, Assistentin. Foto: Klaus Gigga


Siebdrucken mit #Rosenwerk im Montagscafé. Foto: Staatsschauspiel Dresden

Kultur und Kochen über den Tellerrand hinaus

Das Montagscafé im Kleinen Haus, das 2015 als Treffpunkt für Geflüchtete und Dresdner startete und inzwischen als bundesweites Vorzeigeprojekt der integrativen Kraft der Kultur gilt, bangt zurzeit um finanzielle Förderung zur Weiterarbeit. Spenden helfen, das Angebot weiterzuführen.

Das Montagscafé am Staatsschauspiel Dresden blickt aufgrund der ausstehenden Entscheidung über die Förderung durch das Programm „Integrative Maßnahmen“ des sächsischen Sozialministeriums in eine ungewisse Zukunft. Mit einem großen Förderantrag, der die Projekte der nächsten drei Jahre absichern würde, steht das Café derzeit auf einer Warteliste, ein kleinerer Antrag, der zumindest das laufende Kalenderjahr abdecken würde, ist noch in Bearbeitung.

Intendant Joachim Klement: „Ich bin äußerst besorgt, dass das Montagscafé, das auch bundesweit als Vorzeigeprojekt der integrativen Kraft der Kultur gilt, derzeit keine feste finanzielle Perspektive hat. Die Einmaligkeit des Montagscafés liegt darin, dass es Menschen verschiedener Kulturen mit den künstlerischen Mitteln des Theaters ermöglicht, sich auf Augenhöhe anzunähern und gegenseitig zu bereichern. Ein solcher Knotenpunkt, als der das Montagscafé als wichtiger Akteur auch von der Stadtgesellschaft wahrgenommen wird, festigt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Hier wird erprobt, wie Zusammenleben funktioniert mit Menschen, die anders sind, als man selbst. Was ein Wegfall dieses Orts des Austauschs nach sich ziehen würde, kann man nur erahnen.“

Das Montagscafé am Staatsschauspiel Dresden findet jeden Montag im Kleinen Haus statt und ist mit seinem breiten Veranstaltungsangebot längst zu einer zentralen Anlaufstelle und einem Begegnungs- und Verknüpfungsort geworden. Alle Besucher*innen werden hier in künstlerische Praxis und thematische Auseinandersetzung miteinbezogen – stets mit dem Ziel der Selbstermächtigung und Selbstorganisation.

Gegründet wurde das Montagscafé im Jahr 2015. Miriam Tscholl, damals Leiterin der Bürgerbühne, entwickelte die Idee und folgte damit auch der Bitte der damaligen sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Eva-Maria Stange an die städtischen Kultureinrichtungen um eine Reaktion auf die Entwicklungen der Flüchtlingskrise. 2016 wurde das Montagscafé durch Monika Grütters für den „Sonderpreis zur kulturellen Teilhabe geflüchteter Menschen“ nominiert: aus mehr als 150 Vorschlägen hatte eine Fachjury zehn Projekte ausgewählt. Für die Etablierung des Montagscafés als Treffpunkt für Geflüchtete und Dresdner wurde Miriam Tscholl 2017 vom damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck geehrt.

Für diejenigen, die heute ins Kleine Haus des Staatsschauspiels kommen, hat das Montagscafé als integrativer Ort über alle kulturellen, sozialen oder ökonomische Grenzen hinweg zentrale Bedeutung. 150 Menschen sind es im Durchschnitt, die sich jeden Montag treffen, sich vernetzen und unterstützen und an den vielfältigen kulturellen Angeboten des Cafés teilnehmen.

Um es mit den Worten einer Besucherin zu sagen: „In dem Land, aus dem ich komme, sind viele Dinge für Frauen verboten. Ich hatte also viele Wünsche und viele Träume, als ich nach Deutschland kam. Aber ich wusste nicht, wie ich anfangen kann, wo ich hingehen soll und wie ich neue Leute treffen kann. Das Montagscafé hat mir all diese Dinge gezeigt. Es hat eine riesige Tür zu meinen Träumen geöffnet. Und das hat mich so glücklich gemacht, gerade weil meine ersten Erfahrungen in Dresden nicht so gut waren.“ Dass sie jetzt hier arbeitet und gern in Dresden leben möchte, ist vor allem der integrativen Kraft von künstlerischen, dritten Orten wie dem Montagscafé zu verdanken.

Um das Montagscafé nach Ende des Lockdowns wieder starten zu können, wurde eine Betterplace-Spendenseite unter https://betterplace.org/p86836 eingerichtet.

Text: Gertrud Aringer/Staatsschasupiel Dresden
und Wanja Saatkamp, Projektleitung Montagscafé      

Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Telefon +49 351 4913 755
Fax      +49 351 4913 760

www.staatsschauspiel-dresden.de


Kochen im öffentlichen Raum mit Über den Tellerrand Kochen e.V. auf dem Postplatz, am 4.9.2017. Foto: Sebastian Hoppe

SandsteinSpiele sucht Mitspieler für neues Stück im Elbsandsteingebirge


Landschaftstheater vor zauberhafter Kulisse: Theaterspaß für klein und groß bei der Inszenierung „Robin Hood“ im Sommer letzten Jahres. Fotos (3) (lv)

Selbst in verschiedene Rollen schlüpfen

Der Verein SandsteinSpiele e.V. sucht Schauspieler und Helfer für ihr Landschaftstheater in Reinhardtsdorf-Schöna.

Ob Hasen, Insekten, James Bond oder Robin Hood – das Ensemble der SandsteinSpiele überrascht seit 2013 seine Zuschauer mit ausgefallenen Bühnenstücken und farbenreichen Kostümen in schönster Naturkulisse der Sächsischen Schweiz. Nachdem sie bereits im letzten Jahr allen Corona-Einschränkungen zum Trotz ihre Inszenierung im „Elbwood Forest“ sprichwörtlich auf die Wiese gezaubert haben, sind die Organisatoren auch in diesem Jahr voller Tatendrang. Am 13. März 2021 erhalten potentielle Schauspieler sowie Helfer hinter den Kulissen in einem virtuellen Informationstreffen die Möglichkeit, alles über die Pläne des Vorstandes zu erfahren und sich für die kommende Spielsaison anzumelden.

Noch ist unklar, ab wann wirklich wieder Theater gespielt werden darf und welche Auflagen die Spieler und das Publikum dafür erfüllen müssen. Doch nach der Erfahrung im vergangenen Jahr zeigt sich der Vorstand optimistisch, auch diesmal wieder ein einwandfreies Hygienekonzept umsetzen zu können. In der letzten Inszenierung zeigten sie bereits, wie man mit spielerischer Leichtigkeit die neuen Regeln mit Leben füllen kann. Kurzerhand integrierten die Spieler die Belehrungen zu Abstands- und Hygieneregeln in ihre Inszenierung. Auch in diesem Jahr zeigt sich das Ensemble aus Reinhardtsdorf-Schöna optimistisch und hat bereits mit der Planung begonnen.

Damit auch die kommende Inszenierung ein voller Erfolg wird, braucht es sowohl Schauspieler in großen und kleinen Rollen auf der Bühne als auch viele helfende Hände im Hintergrund. Gesucht werden Ehrenamtliche, die die Inszenierung musikalisch begleiten, Requisiten auf- und abbauen oder etwa beim Kartenverkauf vor Ort helfen. Gemeinsam schaffen die Aktiven inmitten des Elbsandsteingebirges ein kulturelles Highlight, auf das sich Gäste aus Nah und Fern freuen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Theater auf einer festen Bühne sorgen in diesem Landschaftstheater die Felsformationen und Tafelberge der Umgebung für eine beeindruckende Kulisse. Mal wird ein alter Schuppen am Wegesrand zum Heimatmuseum, mal eine Garage zum Büro des britischen Geheimdienstes oder eine Blumenwiese dient als Klassenzimmer der Hasenschule. Zu Fuß wandern die Zuschauer mit ihrem Klapphocker von Spielort zu Spielort und erleben so in den Vorstellungen immer neue Eindrücke und Blickwinkel.

Die Anmeldung zum virtuellen Informationsgespräch am 13. März ist unter der E-Mail-Adresse info@sandsteinspiele.de möglich.

Die Premiere ist zunächst für den 19. Juni geplant. Weitere Aufführungen sollen an folgenden Terminen in 2021 stattfinden: 20.6./26.6./27.6./10.7./11.7./17.7./18.7./24.7./25.7.

Über die Homepage können sich Interessierte für den Newsletter eintragen. Hierüber erfahren sie als erste, wann der Ticket-Vorverkauf startet und können sich die besten Plätze frühzeitig sichern.

Weitere Infos: www.sandsteinspiele.de

Text: Peter Dyroff/meeco Communication Services