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Keine für Alle! – Lara Finesse

Hervorgehoben

Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

Hervorgehoben

Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

Kuchenduft & Gemütlichkeit wie bei Oma – Neues Café in der JohannStadthalle


Magie der Musik: Klein und groß lauschen verzückt dem „Märchenzauberer“, der auch dieses Jahr wieder mit einem „verzauberten Kindermitmachkonzert“ am 25.8., um 15 Uhr in die JohannStadthalle kommt. Zum Zuhören und Mitmachen lädt wieder die Band Zugabe ein. Foto: Veranstalter


Das rührige Team des Kulturzentrums auf der Holbeinstraße 68 will mit seinem vielfältigen Programm – wie Filmreihen, Konzerten, Workshops, Vorträgen, Kursen und Treffs – alle Generationen ansprechen.


Ein neues Café mit Wohnzimmer-Flair wie früher bei Oma eröffnet heute, am 16.5., um 17 Uhr in der JohannStadthalle. Mit Livemusik, Sekt, Kuchen uvm. Den gemütlichen Ort zum Verweilen hat Josephine Böhm innerhalb ihres freiwilligen sozialen und kulturellen Jahres eingerichtet.

Mehr Text zum Angebot folgt. Text + Fotos (lv)

 

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Lesung „Handgewundert“ zu Bildern von Viktoria Graf in der Werkgalerie im Galvanohof


„Time is passing“, Öl auf Leinwand, 2018

Lyrik & Bilder in der Ausstellung „All in All“

Zur Lesung: HANDGEWUNDERT l Lyrik von Susanne Engelhardt  in der Ausstellung „ALL IN ALL“ am 13. Mai 2018,  15.00 Uhr lade ich Sie recht herzlich in die WERKGALERIE in den Galvanohof, Bürgerstraße 50 in Dresden ein. Es ist eine gute Gelegenheit für alle  die es zur Eröffnung leider nicht geshafft haben, meine neuen Arbeiten zu sehen. Ich werde selber anwesend sein und freue mich auf ein Wiedersehen!

Text: VIKTORIA GRAF

Sensation der Sinne

Ausstellung von Viktoria Graf im Café emoi.

In die neonbunte Märchenwelt der Moderne mit ihren Verlockungen entführt die Künstlerin Viktoria Graf mit ihrer derzeitigen Ausstellung “sensesation“ in den Cafés emoi auf der Augsburger Straße 48 und der Kamenzer Straße 40. Sie zeigt Malerei und farbige Zeichnungen, die schmunzeln und tief blicken lassen zwischen Traum und Wirklichkeit, schönem Schein und Sinnlichem, Anmut und Abgründigem. Da hält ein Junge „Mc Beth“ eine Art Zauberschlüssel in eine künstliche Wunderwelt in der Hand.

Ein anderer schaut im Bild „Die große Suche“ in ein Zelt aus Netzen, die auffangen oder in die man sich verstricken kann. Außerdem sind zum Reinbeißen schöne Zeichnungen voller Farb- und Sinneslust zu sehen (noch bis 10. Juli). Viktoria Graf wurde in Dresden geboren, studierte hier von 2005 bis 2010 an der Kunsthochschule und ist nach ihrer Meisterschülerzeit seit 2013 als freischaffende Künstlerin tätig.

Text + Fotos (lv)


Künstlerin Viktoria Graf

http://www.cafe-emoi.de

 

Gruselspaß, Winnetou-Fest und das Geheimnis der Hebamme auf der Felsenbühne Rathen

Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen

Eröffnung der Saison auf der Felsenbühne Rathen am 12. Mai 2018, 15.00 Uhr mit einem Märchen von Manuel Schöbel nach den Gebrüdern Grimm (ab 6 Jahre). Kleine Gespenster sind am 12. und 13.5. mit freiem Eintritt eingeladen.

An diesem Wochenende darf sich auf der Felsenbühne Rathen gegruselt werden, denn dann spuken nicht nur auf der Bühne in „Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen“ Gespenster rum, sondern hoffentlich auch viele kleine und größere Gespenster im Zuschauerraum. Denn an diesen beiden Tagen bekommen Kinder bis 14 Jahren, die als Gespenst verkleidet kommen, freien Eintritt.

Karl (Felix Lydike), der jüngere Sohn des Korbmachers, ist so ganz anders geraten als sein Bruder. Stellt sich dieser geschickt und gescheit an, will Karl einfach nichts gelingen. Und begeistern kann er sich auch für nichts. Das Markttreiben pulsiert: da wird gefeilscht, gescherzt und gestritten, gegessen und gefeiert und bewundert, doch Karl kann sich nicht freuen. Vielleicht, weil er sich vor nichts fürchtet? Der Junge ahnt, dass man das Leben nicht genießen kann, wenn man vor nichts Angst hat. Und so sehnt er sich danach, sich endlich einmal richtig zu gruseln.

Zu Hause hat er nichts zu verlieren, denn niemand kann etwas mit ihm anfangen – das glaubt er zumindest. Dabei übersieht er Suse, die ihm auf seiner Suche nach der Furcht mit Herz und Rat und Tat zur Seite stehen wird.

«Wenn‘s mir nur gruselte! Wenn‘s mir nur gruselte!», wünscht er aus tiefster Seele und versucht es um Mitternacht auf dem dunklen, unheimlichen Kirchturm, bei den Gehenkten auf dem Ziegenberg und schließlich in einem verwunschenen Schloss. Schafft er es, die Gespenster zu besiegen, wird er das halbe Königreich und die Prinzessin zum Lohn bekommen. Er nimmt es also mit großen schwarzen Katzen, einem fahrenden Bett, halben Männern und mit Gerippen auf und erweist sich als viel klüger und gewitzter als alle glaubten. Doch das Gruseln will und will sich nicht einstellen. Bis er plötzlich Suse aus den Augen verliert …

Inszenierung: Steffen Pietsch; Ausstattung: Tilo Staudte; Kostüme: Katharina Lorenz

Musik; Sebastian Undisz; Choreografie: Michal Sandor

Darsteller: Karl, Nachbar – Felix Lydike;  Suse,- Forellenfriedel, Nachbarin, Gehenkter –Luca Lehnert/ Cordula Hanns; Heringshanne, Küsterin, Wirtin, Höfling, Gehenkter, Katze, Halber, Gerippe – Julia Vincze; Korbmacher, Anderer, – Michael Heuser; Anton, Haushofmeister, Fuhrmann, – Grian Duesberg; Marktschreier, König, – Olaf Hörbe;, Küster, Wirt- Holger Uwe Thews;  Arco, , Katze, Halber, Gerippe – Michal Sandor

Nächste Vorstellungen:

3.6., 15 Uhr, Von Einem, der auszog…;
28.6., 11 Uhr, Von Einem, der auszog…;
30.6., 16 Uhr, Von einem, der auszog…; 
 

Der Sommer 2018 auf der Felsenbühne Rathen

Vom 12. Mai bis 2. September stehen insgesamt 84 Vorstellungen, neun Inszenierungen und vier Gastspiele im Programm.

Große und kleine Abenteuer erwarten Alle, wenn sie den romantischen Aufstieg zur Felsenbühne Rathen mitten im Nationalpark Sächsische Schweiz bewältigen. Egal ob sie die Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand in „Winnetou I“  im Wilden Westen oder die Jägerburschen Max und Kaspar im Ringen um die schöne Agathe in der Oper „Der Freischütz“ erleben wollen.

Winnetou und Old Shatterhand ritten vor 80 Jahren erstmals durch die sächsischen Berge. Deshalb feiern wir am 19. Mai ein Großes Winnetou-Fest mit zahlreichen ehemaligen Darstellern der berühmten Helden Karl Mays auf der Bühne und im Kurort Rathen.

Jeden Sommer sind sie aber auch voller Neugier auf die neuen Helden. Im Sommer 2018 wird der sagenumwobene „Zorro“ über die Bühne reiten und im gleichnamigen Musical für Gerechtigkeit und gegen seinen Bruder anfechten.

Ebenso dramatisch – nur in einer andern viel länger zurückliegenden Zeit- geht es im neuen Stück „Das Geheimnis der Hebamme“ nach dem vielgelesenen Roman von Sabine Ebert zu. Es erzählt die Geschichte einer Hebamme, die durch das mittelalterliche Sachsen irrt, zwischen die Machtkämpfe von Rittern und Landesfürsten gerät und um Anerkennung ihrer Liebe und nicht zuletzt um ihr Leben kämpfen muss.

Grimms Märchenfreunde sind herzlich willkommen  zu „Von Einem, der auszog das Gruseln zu lernen“, „Die Goldene Gans oder was wirklich kleben bleibt“  und „Schneeweißchen und Rosenrot“.

In Lakomys Familienmusical „Die Sonne“ erleben die Kinder mit Benjamin und Quingel eine spannende Reise.

Abenteuer, Helden, Prinzessinnen, schöne Stimmen, Pferde und auch Märchen, all dies bietet die Felsenbühne Rathen im Sommer 2018.

Text: Petra Grubitzsch/LB Sachsen

Premieren

Von Einem, der auszog, das Gruseln zu lernen ( 10 x)

Sb, 12. Mai -15.00 Uhr
Märchen von Manuel Schöbel nach den Brüdern Grimm (ab 6),
Regie Steffen Pietsch

Das Geheimnis der Hebamme – UA – ( 10 x)

Fr 8. Juni – 18.30 Uhr
Von Sabine Ebert, Nach dem  gleichnamigen Roman für die Bühne adaptiert von Odette Bereska,
Regie Manuel Schöbel

Zorro – Das Musical  (9 x)

Fr 22. Juni – 19.30 Uhr,
Buch und Gesangstexte: Stephen Clark, Musik: The Gipsy Kings, Co-Komponist und musikalische Anpasssung: John Cameron, Originalgeschichte: Stephan Clark und Helen Edmundson, Deutsch von Holger Hauer (Gesangstexte) und Jürgen Hartmann (Buch),
Regie Manuel Schöbel 

Ausstellung „SMS – Sprösslinge Mit Spaß“ in der Stadtgalerie Radebeul


Aus der Provinz in die weite Welt: Ralf Kerbach, Professor für Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule, kehrt mit seiner Klasse eigensinniger Sprösslinge, wie er selbst, an den Ursprungsort seiner Kunst nach Radebeul zurück.

Keine Scheu vor der Provinz

Für frischen Wind sorgen derzeit 27 Kunststudenten der Kerbachklasse der Dresdner Kunsthochschule farb- und Formreich und experimentierfreudig in ihrer ersten Gemeinschaftsausstellung in der Stadtgalerie Radebeul in Altkötzschenbroda 21.

Einige Jungpflanzen sprießen schon keck in die Höhe, andere ruhen noch in der Schale. Nur ein Sprössling schafft es nach oben. Doch eins ist unverkennbar allen gemeinsam auf dem witzig-ironischen Titelbild zur Ausstellung. Der
Name ist Programm: „SMS – Sprösslinge Mit Spaß“.

Unter diesem Motto zeigen derzeit 27 Kunststudenten, darunter vier Meisterschüler aus der Kerbachklasse, ihre Arbeiten in der Stadtgalerie Radebeul in einem Kooperationsprojekt mit der Dresdner Kunsthochschule. Für Ralf Kerbach, Jahrgang 1956, der dort zu DDR-Zeiten als junger unangepasster Künstler exmatrikuliert wurde und seit 1992 als Professor für Malerei und Grafik unterrichtet, ist diese Ausstellung auch eine Rückkehr zu seinen künstlerischen Anfängen. Er wuchs in Radebeul-Zitschewig auf, besuchte den Zeichenzirkel im damaligen Klubhaus und bezog mit 19 Jahren sein erstes Atelier in Radebeul. Seinen „Sprösslingen“ lässt Kerbach viel Freiraum, die stilistisch sehr unterschiedlich sich selbst als eine „Gruppe von Individualisten“ sehen mit Schwerpunkt in der menschlichen Figur.

So viel junges Publikum sah man lange nicht in den Galerieräumen zur Eröffnung am Mittwochabend, in Grüppchen auf der Wiese hockend, sich bei Wein und Bier lebhaft unterhaltend und musizierend bis Mitternacht. Ebenso viele neue, neugierig machende, künstlerische Handschriften voll ungezügelter Farb- und Formlust. Unkonventionell war auch die musikalische Umrahmung mit Trommeln auf einem Farbeimer und Gitarrenklängen zu sommerleichten Songs von drei Kunststudenten der Gruppe „Pfürsichkompott“. Besonders und experimentierfreudig sind ebenso die Inhalte, Ausdrucksweisen und Hängung der Arbeiten im Innen- und Außenraum der Stadtgalerie. Von Malerei, Grafik, Zeichnungen bis zu Installationen, konkret-figürlich bis abstrakt, ist alles dabei. Beginnend bei einem Bild von Merlin Grund im Baum vor der Stadtgalerie, das einen Mann mit Eselsohren oder Flügeln mit Wein und Zigarette über einen Zaun lugend zeigt. Ein paar farbige Kästen, bepflanzt und mit Wasserhahn auf der Wiese werden zu „Bird`s Dinner – Was wäre junge Liebe ohne Zwitschern“ in einer Installation von Lion Hoffmann, der außerdem skurril-kafkaeske Wartende in schwarz-weißen Tuschezeichnungen zeigt.

„Vertragt euch“, verlangt in einem Bild mit bekannten Politikerköpfen Anna Ditscherlein. Eindringlich das großformatige Ölbild von Hamidreza Yaraghchi „Under the trees“, das lauschig unter Bäumen zwei Erhängte und die wegschauende, gleichgültige Masse zeigt. Farbenfroh verspielt und vieldeutig das Ölbild „See jou in the universe“ mit einem jungen Mann mit Wunderkerzen und Luftschlange oder Gewehr umgehängt, von Michaela Fenzl, die zudem als leidenschaftliche Sängerin mit Gitarre und Blumenhut mit zwei Mitstudenten für Stimmung sorgte. Von Auf- und Abbrüchen erzählt „Das gebrochene Teil“ aus Ton/Gips auf einer Holzpalette von Carlotta van der Heyden-Rynsch. Farb- und formspielerisch harmonieren der aufgespannte „Regenschirm“ von Albert Gouthier und der Holzschnitt „In der Nacht“ von Ana Pireva, von ihr ist auch eine schwarze Tuschezeichnung mit einer nackt-verletzlichen Eva, fast umzingelt von Äpfeln.

Berührend und ausdruckstark sind insbesondere drei Bilder „The farewell I – III“ von Helena Zubler, die in wechselnder Perspektive ein Paar in inniger Umarmung mit Betonung der Hände zeigen. Helena ist 25 Jahre alt, bekam letztes Jahr ihr Diplom und studiert nun als eine von vier Meisterschülern bei Kerbach. Zwei Jahre dauert das Meisterstudium. Diese Zeit sei noch mal „wie eine Schonfrist, um sich umzuschauen, sich vorzubereiten auf das freie Künstlerleben, in der man auch weiterhin Seminare, Werkstätten nutzen und auf Erfahrungen von Dozenten zurückgreifen, noch eine zweite Meinung hören kann.“ „Das A und O sind Ausstellungen. Dafür muss man über seinen Schatten springen und auf Menschen offen zugehen, präsent sein. Man ist ja nicht nur Maler, sondern muss sich auch um die Werbung kümmern, Eigeninitiative an den Tag legen. Da muss man Energie reinstecken, bis etwas zurückkommt“,
zählt Helena auf.

Natürlich fragt sie sich wie die anderen Kunststudenten, was danach kommt. Das aus einer starken Zwiesprache zwischen sich und seinen Werken Entstandene nach außen zu tragen, falle vielen Künstlern schwer, andererseits will man wahrgenommen, gesehen werden. „Man kann die Kunst nicht vom Leben trennen“, sagt Helena. Das macht sie aufregend, spannend, aber auch immer wieder herausfordernd der Umgang damit für den Kunstschaffenden.

Da war nicht nur die Stadtgaleristin Karin Baum positiv überrascht, wie die Kunststudenten aus dem zunächst bunten Durcheinander in kurzer Zeit eine gut gemischte, durchdachte, einfalls- und spannungsreiche Gemeinschaftsausstellung aufbauten. „Wir sind gespannt auf die Reaktionen der Besucher“, so die Stadtgaleristin. Von den Kunststudenten stammt auch das Banner an der Scheunenwand vor der Stadtgalerie mit der Aufschrift: „Nur der Provinzielle hat Angst vor der Provinz!“

Die Ausstellung ist noch bis 24. Juni zu sehen.

Beteiligte Künstler (Reihenfolge lt. Ausstellungskarte): Swantje Ahlrichs, petar Bocin, Anne-Cathrin Brenner, Michael Broschmann, Robert Czolkoß, Anna Ditscherlein, Lena Dobner, Marcus Eck, Michaela Frenzl, Albert Gouthier, Merlin Grund, Dany Hermann, Carlotta Heyden-Rynsch, Teresa Hilliger, Lion Hoffmann, Gene Hünniger, Julia Johansson, Joo Young Kim, Sina Neuberger, Murat Önen, So Young Park, Ana Pireva, Mona Pourebrahim, Hamidreza Yaraghchi, Tillmann Ziola, Shengjie Zong, Helena Zubler

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di, Mi, Do, So von 14 bis 18 Uhr
Helena Zubler vor ihrer Bilderserie „The farewell I – III“
Manchem wachsen beim Malen Flügel. Das Bild von Merlin Grund hängt im Baum vor der Stadtgalerie Radebeul.

Ausstellung „Einem bestimmten Glück nahe“ von Wieland Richter in der Galerie Kunst & Eros

Zweisam im Rhythmus der Natur

Von der Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und Inseln des Glücks erzählen die Bilderlandschaften von Wieland Richter in der Galerie Kunst & Eros.

Halb offen, halb verborgen offenbart sich subtil Sinnliches und Erotisches, verwoben mir urwüchsigen Landschaften in den Arbeiten von Wieland Richter. Unter dem Titel “Einem bestimmten Glück nahe“ zeigt er derzeit Malerei und eine Vielzahl Zeichnungen aus den letzten drei Jahren in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden.

Da tauchen aus türkisblauen Tiefen, umgeben von wogenden Blättern und verlockenden Früchten nachtdunkle Gesichter, licht- und schattenreiche Körperumrisse auf. Da sieht man winzige dunkle Gestalten, Männer und Frauen mit Speeren und Bogen jagend, in langen Booten auf dem Fluss dahintreibend und Paare, auf Klippen stehend, sich haltend, zweisam im Rhythmus der Natur, so ein Bildtitel. Lockt, wogt und umgarnt in erdigen und leuchtenden Farbtönen gestaltreich „Fremde Schönheit“ in einer Miniaturen-Serie. In der Bildwelt von Wieland Richter mischen sich innere Traumwelten und reale Reiseeindrücke, Sanftheit und Wildheit, Schönes und Raues.

Auf Leinwänden und Papier mit der ihm eigenen, archaischen Symbolik, kalligrafischen Schriftzeichen und teilweise kreisenden Formaten taucht der Betrachter ein in grenzen- und zeitlose Sehnsuchtsorte, ferne Paradiese und Inseln des Glücks. Die in Mischtechnik entstandenen Bilderlandschaften, in denen sich Acryl- und chinesische Tuschfarben mit körnigen Sanden überlagern, erwecken dabei den Eindruck, als lege der Künstler nur fast Vergessenes, Verborgenes frei, um sich wieder der ursprünglichen Schönheit zu erinnern.

„Einem bestimmten Glück nahe fühle ich mich, wenn ich in die Natur eintauche, in meinem Garten und auf Reisen. Wenn ich eins mit der Landschaft bin “, sagt Wieland Richter. Diese Momente stellen sich aber ebenso im Atelier ein, in der Auseinandersetzung mit dem Bild. Wenn er wie ein Alchemist arbeite und selber in den Farben schwelge. Gerade ist der 1955 in Dresden geborene Künstler, der inzwischen in einem ausgebauten Bauernhof in Putzkau bei Bischofswerda wohnt und arbeitet, von einer Reise nach Neuseeland wiedergekommen. Davon erzählt eins der großen, vielschichtig-farbspiegelnden Ölbilder. Von den farbigen Steinen, Geysiren, blubberndem Schlamm und Schwemmholz, das Skulpturen ähnelte am Meer. Aus diesen eingesogenen und verinnerlichten Stimmungen schöpft er in seinen Bildern, dazu brauche er keine Skizzen. Teils großformatige, expressive Landschaften entstanden außerdem nach Reisen nach Island letztes Jahr, Norwegen und Australien.

Seine figürlichen Darstellungen erinnern an die Höhlenmalerei von Naturvölkern. Sie erscheinen klein und fragil, reizvoll und schutzlos, verloren angesichts der mächtigen Naturkräfte. Mehr seiner urwüchsigen Arbeiten zeigt Wieland Richtern gern in seiner als Atelier ausgebauten Scheune beim diesjährigen „Kunst offen in Sachsen“-Wochenende über Pfingsten (So und Mo von 10 – 18 Uhr). Die Ausstellung in der Galerie Kunst & Eros ist noch bis 14. Juli zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

http://www.kunstunderos.de


Bezaubernde Klänge zu den Bilderlandschaften mit Katharina Müller an der Harfe gab es zur Ausstellungseröffnung am vergangenen Freitagabend. Galeristin Janett Noack hatte innerhalb der „Langen Nacht der Galerien und Museen“ bis Mitternacht volles Haus. Zum Verweilen lud mit mitreißendem Klezmer und Tango auch das Fabry Duo, verstärkt durch einen Cellisten vor der Galerie Kunst & Eros ein. 

Sächsischer Theaterpreis 2018 an zwei Inszenierungen verliehen

 Foto: Sebastian Hoppe
Preisverleihung zum Abschluss des 10. Sächsischen Theatertreffens am Sonntagabend. Vertreter der Preisträger-Häuser, darunter Joachim Klement, Intendant Staatsschauspiel Dresden; Roland May, Generalintendant Theater Plauen Zwickau; gemeinsam mit der Kulturbürgermeisterin der Stadt Dresden, Annekatrin Klepsch und Christoph Dittrich, Vorsitzender des LV Sachsen im Deutschen Bühnenverein.
Zuvor war das Publikum reichlich zwei Stunden hin und her hergerissen von der furios-verrückten, mal luftig leicht perlenden bis brutal-dämonischen, grotesk-komischen Selbsterfahrungs-Reise vom Faust des Nordens, „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen mit gleich sechs hervorragenden Darstellern in der Titelrolle inmitten von Seifenschaumbergen in diesem Gastspiel des Schauspiels Leipzig (Regie: Philipp Preuss) – eine streitbare Inszenierung, die ebenfalls den Sächsischen Theaterpreis verdient hätte. Eine ausführliche Rezension zu „Peer Gynt“ folgt. (lv)

Sächsischer Theaterpreis 2018 geht an „German History“ und „Das große Heft“

Von 2. bis 6. Mai fand in Dresden das 10. Sächsische Theatertreffen statt.  Gastgeber waren das Staatsschauspiel Dresden, die Staatsoperette und das tjg. theater junge generation. Dreizehn Inszenierungen aus ganz Sachsen wurden auch von einer Fachjury gesehen – und zwei Arbeiten gleichberechtigt mit dem Sächsischen Theaterpreis ausgezeichnet: „German History“ von Heiner Müller unter der Regie von Roland May (Theater Plauen-Zwickau) und „Das große Heft“ von Ágota Kristóf in der Regie von Ulrich Rasche (Staatsschauspiel Dresden) – siehe dazu auch die Rezension auf http://www.meinwortgarten.com

Dazu Dr. Christoph Dittrich, Vorsitzende des Landesverbands Sachsen im Deutschen Bühnenverein: „Das 10. Sächsische Theatertreffen ist mit umjubelten Inszenierungen und der Preisverleihung  zu Ende gegangen. Die Dresdner Theater waren großartige Gastgeber für den Jubiläumsjahrgang. Das Treffen war geprägt von einer Vielfalt, die die Potenz und Kreativität der sächsischen Theaterszene widerspiegelt. Besonders attraktiv wurde das Treffen auch die vier sehr unterschiedlichen Spielstätten. Der Saal des tjg-Theater Junge Generation, der einen tollen Rahmen bot für intime Produktionen, die Staatoperette, die bei diesem Treffen auch großes Musiktheater ermöglichte, die große Bühne im historischen Schauspielhaus und das moderne Ambiente des Kleinen Hauses.

Ebenso vielgestaltig und bunt waren die Inszenierungen, die die Zuschauer*innen des 10. Sächsischen Theatertreffens genießen konnten. Vom Monolog bis zum Musical, vom chorischen Sprechtheater bis zum Liederabend – selten hat man als Theaterbesucher den Genuss, so viele hochkarätige und spannungsreiche Abende in so kurzer Zeit zu erleben. Meinen Glückwunsch an die Gewinner des Preises des Sächsischen Theatertreffens. Der Preis ist Anerkennung für das Erreichte und Ansporn, die vitale Theaterlandschaft Sachsens auch weiterhin mit viel Individualität weiter zu gestalten.“

Die Jury des 10. Sächsischen Theatertreffens war prominent besetzt durch Irina Simona Barca, Thomas Irmer, Dr. Joachim Lange, Johanna Lemke und Christine Wahl.

Die Begründung der Jury: „Wir haben in den letzten Tagen 13 bemerkenswerte Inszenierungen aus ganz Sachsen gesehen. Sie sind hinsichtlich ihrer Produktionsbedingungen, ihrer lokalen Kontexte oder Genres nur schwer miteinander zu vergleichen. Das hat unsere Arbeit als Jury sowohl bereichert als auch erschwert.

Wir zeichnen zwei Inszenierungen gleichberechtigt mit dem Sächsischen Theaterpreis 2018 aus: „German History“ vom Theater Plauen-Zwickau in der Regie von Roland May und „Das große Heft“ vom Staatschauspiel Dresden in der Regie von Ulrich Rasche.

Beide Inszenierungen zeigen auf unterschiedlichen Wegen, wie literarisch bedeutende Texte gegenwartsdurchlässig auf die Bühne gebracht werden können. Durch die chorische Inszenierung von Ágota Kristófs Roman „Das große Heft“ sehen die Zuschauer*innen einen bekannten, in viele Sprachen übersetzten Text völlig neu. Die Verrohungsgeschichte der Zwillingsbrüder im Krieg fräst sich durch die monumentale Verfremdungsästhetik und die starke formale Setzung geradezu in die Köpfe der Zuschauer*innen.

Einen anderen Weg geht „German History“. Hier stehen kanonische Texte Heiner Müllers im Mittelpunkt, die die deutsche Geschichte vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart verdichten. Das stringente Konzept und die dramaturgische Konsequenz führen zu einer Doppelbelichtung, die einerseits Heiner Müllers Texte mit großer Präzision für die Gegenwart wiedergewinnt und andererseits die Gegenwart durch Müllers Brille neu hinterfragt. Dieser Aspekt wird dadurch unterstrichen, dass der Theaterjugendclub unangestrengt in die Inszenierung einbezogen wird.

Beide Arbeiten sind produktive Herausforderungen für ihr Publikum und stellen auf je eigene Art außergewöhnliche Positionen in der sächsischen Theaterlandschaft dar.“

Text: Gertrud Aringer/Staatsschauspiel Dresden

Die nächsten Vorstellungen von „Das große Heft“ finden am 16. Mai und am 5. Juni im Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden statt.

Die nächsten Vorstellungen von „German History“ finden in Zwickau am 8. Mai im Theater an der Mühle sowie am 11. und 12. Mai in Plauen auf der Kleinen Bühne statt.

Aktion für Grün statt Beton – Jane`s Walk am Alten Leipziger Bahnhof in Dresden


Jane Jacobs, die New Yorker Stadtaktivistin und Namensgeberin der Dresdner Aktion.

Eine Sonnenblume für: Stadtspaziergang Jane`s Walk für lebendige Stadtteile

„Aufgepasst! Hier geht noch was!“

Aktion für einen lebendigen Stadtteil mit viel Grün. Die Stadt plant ein Einkaufscenter an der Grenze zwischen der Neustadt und Pieschen. Treff: 6. Mai, 16 Uhr, Neustädter Bahnhof, Ausgang Hansastraße.

Das Thema ist immer noch nicht entschieden! Im Namen der Bürgerinitiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“ laden daher die Grünen-Stadträtin Kati Bischoffberger und Prof. Erika Schmidt heute am 6. Mai, von 16 bis 17 Uhr zu einem Spaziergang entlang des Areals ein, um Interessierten die Schönheit und den besonderen Reiz dieses Ortes nahezubringen, der mehr verdient hat als zu einer Betonfläche mit tausend Parkplätzen zu mutieren!

Treff: 16 Uhr, Neustädter Bahnhof, Ausgang Hansastraße

Das erste Mai-Wochenende in Dresden steht ganz im Zeichen von Jane Jacobs, der legendären Stadtaktivistin in New York der 1960er Jahre. Vor 50 Jahren hat sie sich als streitbare und kompetente Bürgerin eingemischt, argumentiert, motiviert, mobilisiert. Und so dafür gesorgt, dass es Stadtteile wie Greenwich Village heute noch gibt.

Solche Menschen und solches Engagement braucht es heute wieder – gerade jetzt, wo „nach 30 Jahren neoliberaler Stadt- und Wohnungspolitik immer deutlicher wird, dass der Markt, allein gelassen, alles andere als lebenswerte Städte hervorbringt.“ (sinngemäß zitiert aus einem Beitrag von Laura Weißmüller in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Bauwelt, Nr. 127)

Daran knüpfen die Jane`s Walks-Spaziergänge an, die der Verein „Dresden zu Fuß“ zwischen dem 3- und 6. Mai stadtweit organisiert.

Auch der Alte Leipziger Bahnhof wird nicht ausgelassen. Unter dem Motto: „Aufgepasst! Hier geht noch was!“ stellen Prof. Erika Schmidt und die Grünen-Stadträtin Kati Bischoffberger das Areal vor und laden Interessierte ein zum Entdecken neuer Möglichkeiten zwischen den architektonischen Resten eines Ortes mit bewegender und bewegter Geschichte.

Text + Fotos: Kati Bischoffberger

Weitere Infos:

Vollständiges Programm Jane’s Walk Festival Dresden 2018

Aktion am Alten Leipziger Bahnhof am So, 6. Mai, 16 Uhr

In Gesichtern lesen – Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv des Kupferstich-Kabinetts


Bilder: Hegenbarth-Archiv

Geschichten um Hegenbarths anoyme Köpfe

Mit Josef Hegenbarths Porträts von unbekannten Personen wird am Sonntag eine neue Ausstellung eröffnet. Ergänzt werden die Arbeiten des großen Zeichners durch Texte von Autoren , u.a. Marcel Beyer, Ingo Schulze, Undine Materni, Florian Illies und Volker Sielaff.

Eröffnung: am ‎6. Mai 2018, um 15 Uhr, im Josef-Hegenbarth-Archiv des Kupferstich-Kabinetts, Calberlastraße 2, 01326 Dresden.

Mehr Infos zur Ausstellung unter:

Veranstaltungstipp:

Lesung in der Ausstellung, am 16. September 2018, 16 Uhr mit Undine Materni und Volker Sielaff.

Text/Fotos: Stephanie Buck, Andreas Quermann und das Hegenbarth Team

Ballast über Bord! Mach dein Leben leichter…

Frühjahrsputz zuhause! Zeit für mehr Licht, Leichtigkeit und Unbeschwertheit…. Altkram raus, aussortieren, weg damit. Alles neu macht der Mai!

Von manchen alten Dingen trennt man sich leicht, von anderen unheimlich schwer und sie liegen wie Blei in der Wohnung, man weiß nicht wirklich mehr etwas damit anzufangen. Wozu hebt man die abgelebten Sachen dennoch auf, was hindert uns, sie wegzuwerfen? Abschied zu nehmen und anzuerkennen, dass ihre Zeit vorbei ist? Um außen und innen Raum zu schaffen für Neues?

Das beschäftigt mich gerade sehr. Darum geht es auch im Vortrag „Ballast über Bord! Mach dein Leben leichter“ mit Birte Dreßler, Aufräumexpertin und Lebensberaterin,
heute, am 4. Mai, um 19.30 Uhr in der Weinstube Altnaundorf (einrittfrei).

Die wichtigsten fünf Schritte zum Ausmisten:

Sofort beginnen!
Systematisch
Simply first
Small Steps
Weg mit dem, was sich nicht gut anfühlt!

Mehr Text zum Thema folgt. (lv)

 

 

Ausstellung zur Moritzburger Kulturlandschaft im Fasanenschlösschen

„Ich ging im Walde so für mich hin, …   –
Die Moritzburger Kulturlandschaft im Foto um 1900“

Zwei faszinierende Ausstellungen locken ab 1. Mai bis 31. Oktober ins Fasanenschlösschen Moritzburg.

Ab 1. Mai 2018 öffnet das Fasanenschlösschen Moritzburg und startet in diesem Jahr gleich mit zwei Sonderausstellungen im und am Rokoko-Schlösschen und im Besucherzentrum im Hofküchengebäude.

Eine noch unbekannte Privatsammlung von 100 historischen Dias erzählt von der Schönheit und der Harmonie der königlichen Gärten sowie der umgebenden Wald-und Teichlandschaft Moritzburgs.

Als im 19. Jahrhundert die Wanderlust erwachte und die Bürger aus den wachsenden Städten hinaus in die nahen Wälder und Wiesen strömten, wurde auch die Moritzburger Landschaft mit ihren Schlössern, dem Tiergarten und den Fischteichen neu entdeckt. Zu Tausenden fielen die Städter und Touristen ein, Wirtshäuser mit Gästegärten entstanden, Infrastrukturen veränderten sich. Das brachte auch die ersten denkmalpflegerischen und Naturschutzmaßnahmen mit sich. 1908 gründete sich der Landesverein Sächsischer Heimatschutz, der sich allerorts der Pflege der Natur, der Baudenkmäler, der dörflichen Strukturen und des sächsischen Brauchtums annahm. Die Moritzburger Dia-Serie ist ein beredtes Zeugnis dafür, das Wissen über die Geschichte der Kulturlandschaft, ihrer Naturbesonderheiten und des sie umgebenden Ringes alter Bauerndörfer in Schulen und öffentlichen Vorträgen zu verbreiten.

Die Kulturlandschaft Moritzburg entstand in ihren wesentlichen Bestandteilen im Verlauf des 16. bis 19. Jahrhunderts. Dazu zählen die Schloss-und Gartenanlagen um das Barockschloss, dessen Ursprünge in der Mitte des 16. Jahrhunderts liegen, sowie dem Fasanenschlösschen im Fasanengarten aus dem späten 18. Jahrhundert. Die künstlich angelegten Fischteiche mit Dämmen und Ablaufsystemen stellten seit dem 16. Jahrhundert die Versorgung des sächsischen Hofes mit Karpfen und anderen Fischen sicher. Das jährliche Abfischen der Teiche im Herbst bietet bis heute Anlass für Fischerfeste.

Das ausgedehnte Waldgebiet nordwestlich Dresdens – Friedewald genannt – diente den sächsischen Herrschern neben der Dresdner Heide und dem Tharandter Wald frühzeitig als wichtiges Forstgebiet für die Holzgewinnung und war ein willkommener Ort für die höfische Jagd. Kilometerlange Bruchsteinmauern zeugen noch heute vom einstigen Tiergarten zur Hege des Wildes. Im 19. Jahrhundert richtete der sächsische König Albert eine erste öffentliche Wildfütterung ein: das heutige Wildgehege ist der Nachfolger dieser traditionsreichen Einrichtung. Ein anderer jagdlicher Bau ist das heute leider ruinöse Hellhaus im Mittelpunkt eines sternförmigen 8-strahligen Schneisensystems im Friedewald für die Ausübung der Parforcejagd, einer Hetzjagd zu Pferde.

Die Dia-Serie zeigt auch die uralten Wächter dieser Wälder: 500-100-jährige Eichen, die heute leider verschwunden sind, sowie Seltenheiten aus dem Pflanzenreich, wie das Wollgras, ebenfalls kaum noch zu finden.

Zuletzt sei ein Blick auf die den Friedewald umgebenden Reihendörfer geworfen, deren typische Strukturen noch heute die Dorfkerne charakterisieren. Mit ihren Kirchenbauten und Dorfweihern bildeten sie willkommene Fotomotive.

Die Entwicklung der Fotografie war um 1900 weit fortgeschritten und hatte sich dem Metier der Natur-, und Parkfotografie zugewendet. Das öffentliche Interesse an den Parks und Gärten verlangte nach einem Erinnerungsmedium, das in der Postkarte eine ausgezeichnete, massenwirksame Möglichkeit fand. Nicht zufällig gleichen einige Motive der Dias-Serie beliebten Postkartenmotiven. Besonders typisch sind die wiederkehrenden Staffagefiguren, hier besonders schön mit sommerlichen Strohhüten, die dem Bild Lebendigkeit verleihen.

Unser Dank gilt dem Leihgeber der Dia-Serie, Silvio Stelzer aus Moritzburg sowie dem Fotografen Carlo Böttger für die restauratorische Aufarbeitung der Dias und Herstellung der Vergrößerungen.

Für Besucher des Barockschlosses oder Fasanenschlösschens ist der Eintritt im Besucherzentrum frei (gegen Vorlage des entsprechenden Tickets, der Ausstellungsteil im Steinsaal des Schlosses Moritzburg kann nur mit dem Schloss- oder Kombiticket besucht werden.)

»Fabelhafte Wesen von Barbara Lenz«

Ausstellung im Fasanenschlösschen (1. Mai bis 31. Oktober 2018 im Fasanenschlösschen und im Besucherzentrum.

Wer bereits 2016 die Ausstellung der „Fabelhaften Wesen“ im Schloss Moritzburg gesehen hat, dem dürften einige der nun im Fasanenschlösschen präsentierten possierlichen Kreationen alte Bekannte sein. Aber auch die neuesten Schöpfungen, Plastiken, der Künstlerin erblicken nun erstmals das Licht der Öffentlichkeit. Einige der „Fabelhaften Wesen“ haben den Bezug nach Fernost: Wie das Fasanenschlösschen selbst, entsprangen sie der Lust am Fremden, scheinen selbst eine „Chinoiserie“ zu sein, die dem 18. Jahrhundert so geläufig war. Der Mandarin grüßt vom Dach des Schlösschens, im Inneren grüßen nun die exotischen Federtiere in Menschengestalt, im Kleid des Orientalismus. Wie das Schlösschen sind sie Miniaturen, Ausdruck einer fabulierenden, fantastischen Traumwelt.

Sachsens einziger Leuchtturm hat geöffnet:

  1. Mai bis 31. Oktober 2018 | jeden letzten Sonntag 11:00 bis 16:00 Uhr (witterungsabhängig)

Auch in diesem Jahr öffnet Sachsens einziger und zugleich Deutschlands ältester Binnenleuchtturm wieder regelmäßig seine Türen. Von Mai bis Anfang November (Saisonbetrieb am Fasanenschlösschen) haben Besucher an jedem letzten Sonntag im Monat die Möglichkeit, die 74 Stufen in geführten Aufstiegen zu erklimmen. Dabei erfährt man viel Wissenswertes über Bau und Historie der außergewöhnlichen Hafenanlage und der umliegenden Kulturlandschaft.

Tickets sind nur im Besucherzentrum erhältlich!

Öffnungszeiten

Das kleinste Königsschloss Sachsens kann vom 1. Mai bis 31. Oktober 2018 (außer 13./14. August) entdeckt werden. Möglich ist dies täglich innerhalb der angebotenen Führungen (max. 10 Personen)

Montag bis Freitag: stündlich 10:00  bis 17:00 Uhr (letzte Führung 16:00 Uhr)

Samstag, Sonntag, Feiertage, halbstündlich 11:00 bis 18:00 Uhr (letzte Führung 17:00 Uhr)

Aufgrund der stark begrenzten Kapazitäten im Fasanenschlösschen wird eine Voranmeldung (insbesondere an Wochenenden und Feiertagen) empfohlen.

Auch fremdsprachige Führungen und Sonderzeiten sind auf Anfrage möglich:

Telefon: + 49 (0) 3 52 07  87 36 10
E-Mail: fasanenschloesschen@schloesserland-sachsen.de

Das Besucherzentrum mit Sonderausstellung, Shop & Gartencafé ist täglich ab 10:00 Uhr geöffnet.

Text + Fotos: Uli Kretzschmar/Staatliche Schlösser Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH

www.schloss-moritzburg.de
www.schloesserland-sachsen.de