Poesie & Musik: „Vom Zauber endloser Anfänge“ zu erleben in der Karl-Preusker-Bücherei Großenhain

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Mit viel Wortlust & Musizierfreude kommt die neue Gedicht-Lesung mit Musik „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Lilli Vostry, Autorin und Gabriel Jagieniak, Musiker, auf die Bühne. Zauberhaftes, abwechselnd fröhlich beschwingtes und leise, sehnsuchtsvolles Akkordeonspiel und lebhafte, helle, dunkle, zarte und raue Saxofonklänge begleiten und mischen sich mit bilderreicher Poesie und erzählender Lyrik über die Wandlungen im Leben und den Zauber des Augenblicks. Herzlichen Dank an Galeristin Janett Noack, die uns den Probenraum in ihrer Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden zur Verfügung stellte und die Fotos aufnahm! Im Hintergrund Malerei von Helena Zubler in der derzeitigen Ausstellung „Sweet Spot“ (noch bis 20.11.2021)

Wort- und Klangzauber in der  Bücherei Großenhain

Mit der Premiere der Gedicht-Lesung mit Musik „Vom Zauber endloser Anfänge“ sind Lilli Vostry, Autorin und Gabriel Jagieniak, Musiker, am 12. Oktober, 19 Uhr in der Karl-Preusker-Bücherei Großenhain zu Gast.

Die Strandtasche flüstert was vom Meer, das unendlich weit erscheint. Fast allein am windzerzausten Strand mit den kreisenden, kreischenden und immer hungrigen Möwen, ist alles anders als sonst. Erinnerungen steigen auf an vertraute Orte, an Verlorenes, Liebgewordenes und das Meer kommt mit an den neuen Ort, wo die Zeit stehen geblieben scheint und wunderbare neue Entdeckungen warten.

Poesie und Musik lassen sich mitreißen vom Spiel der Wellen mit dem Wind, bewegen und davon tragen vom „Zauber endloser Anfänge“. So heißt die neue Gedicht-Lesung mit Musik, mit der Lilli Vostry, Autorin und Lyrikerin und Gabriel Jagieniak, Musiker (Akkordeon, Saxofon), am 12. Oktober, 19 Uhr in der Karl-Preusker-Bücherei in Großenhain zu Gast sind. Es ist die erste deutsche Volksbücherei, gegründet 1828.

Sie trägt den Namen ihres Gründers, auf dessen Spuren die Besucher im historischen Preusker-Zimmer ebenso wie im Lesegarten wandeln, verweilen und natürlich ausgiebig in Büchern blättern können. Auf dem Programm der Erlebnis-Bücherei stehen Führungen, Lesenächte für kleine Geschichtenlauscher, Buchvorstellungen, Autorenlesungen, Ausstellungen und Jahreszeitenfeste mit Spiel- und Bastelangeboten.
(www.buecherei-grossenhain.de )

Der Libèrtango von Astor Piazolla eröffnet die Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“. In den Gedichten geht es um Natur und Zwischenmenschliches, um die Veränderungen und Wandlungen im Leben und den Zauber des Augenblicks und Neubeginnens. Sie erzählen von „Bildern im Kopf“, vom „Garten Eden“, kleinen Faltern, ungestümen Katzen, wildem Mohn und einem seltsamen Hörnertier.

Lilli Vostry lebt und arbeitet als freie Journalistin, u.a. auch für die Sächsische Zeitung, in Dresden und schreibt seit zehn Jahren Lyrik. Sie hat bereits vier BilderGedichtKalender mit verschiedenen Künstlern im Zeitraum von 2013 bis `016 veröffentlicht. Zu hören in diesem Programm sind frühe und neue Gedichte und Texte, auch zum Leben in Corona-Zeiten.

Gabriel Jagieniak (soundcloud.com/gabriel-jagieniak) bewegt mit seinem virtuosen Akkordeonspiel, mit und ohne Gesang, bekannten Melodien und eigenen Kompositionen, auf humorvolle Weise frei vorgetragen, immer wieder das Publikum. Aktuelle Bandprojekte von ihm sind ein Trio „Gamaleon“ sowie ein Duett „Solna“, welches mit Lina Tayem an der Klarinette vorwiegend Klezmer, klassische Musik und osteuropäische Folkore interpretiert.

Na, neugierig geworden?

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Gern zeigen wir dieses Poesie-Programm mit Musik an weiteren Aufführungsorten in und außerhalb von Dresden und der Region.

Herzliche Grüße

Lilli Vostry & Gabriel Jagieniak

Text + Fotos (2) (lv)


Aus meinem Wortgarten in die Welt: Neues Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ startklar

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Den Zauber des Moments im Blick: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry
Schneckenreise. Einladung zum Innehalten, Interagieren und Neues ausprobieren.

Der Zauber endloser Anfänge geht weiter

Nach der Premiere des Gedicht-Programms „Vom Zauber endloser Anfänge“ im Mai im KlangLabor Dresden sind neue Texte zum Leben in Corona-Zeiten eingeflossen. Damit kommt die Autorin Lilli Vostry gern mit musikalischer Begleitung an neue Auftrittsorte in Dresden und der Region.

Ich werde ältere und neue Texte gemischt lesen, die vor und während der Zeit des Lockdowns entstanden sind. Die Zuhörer können die Lyrik und Kurzprosa auf sich wirken lassen und für sich herausfinden, wie zeitlos die Stimmungen sind, wie sie sich wandeln, wo es Berührungsmomente, Reibung und Brüche gibt und wie sich der Blick auf das eigene Leben und die Welt in Corona-Zeiten verändert. Zu den Gedichten aus den Jahren von 2012 bis 2020 sind außerdem Notizen aus meinem Corona-Tagebuch zu hören, die auch auf Einträge und Reaktionen auf Texte auf meiner FB-Seite zurückgreifen und diese reflektieren. Daraus entsteht ein Puzzlebild verschiedenster Stimmen und Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen von Menschen, die von ihrem Umgang mit dem rätselhaften Virus, den Auswirkungen im Alltag und der Gesellschaft erzählen. Die Puzzleteile kann jeder für sich betrachten, sortieren, anders und neu zusammensetzen.

Dieses Programm will anregen, den Blick über das Maske tragen hinaus wieder für Begegnungen, Gespräche, ein offenes, lebendiges Miteinander mit allen Facetten zu öffnen, um aus Abständen nicht neue Barrieren werden zu lassen, sondern gemeinsam zu schauen was möglich ist.

Während des Lockdowns und den sozialen Kontaktbeschränkungen waren das Internet und Facebook mit seinen sozialen Foren monatelang nahezu mein einziges Fenster zur Welt, um mit anderen Menschen in Kontakt zu sein.

Das Live-Erlebnis wie Lesungen haben bei mir immer Vorrang. Darüber hinaus betreibe ich bereits seit fünf Jahren einen eigenen Kultur-Blog im Internet:  www.meinwortgarten.com  Dieser bietet über das reale Leben hinaus  kulturinteressierten Lesern und Kulturmachern die Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu bleiben und aktuelle Projekte und Veranstaltungen zu veröffentlichen.

Als neuestes, interaktives Angebot wird bald ein virtuelles Erzählcafé „Lebendige Beziehungen“ hier auf dem Blog eröffnen, wo man sich rund um Kunst, Kultur, Zwischenmenschliches und Umwelt austauschen, interagieren und neue
Formen der Kommunikation zusammen ausprobieren kann. Wo Platz ist für Ideen, Träume, Reifendes, das wahrgenommen und weiterentwickelt werden will. Natürlich gern auch Eindrücke und Feedback über das aktuelle Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ dalassen. Mit diesem komme ich gern auch mit musikalischer Begleitung in Spielstätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Cafés und Gartenlokale, Senioren- und Pflegeheime in Dresden und der Region (bitte an mich wenden per mail: lilli-vostry-journalistin@gmx.de )

Mein Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ und der interaktive Ausbau des Kultur-Blogs meinwortgarten.com werden gefördert mit einem zweimonatigen Arbeitsstipendium „Denkzeit“ der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Text + Fotos (lv)

Hier ein Gedicht aus dem neuen Programm:

Schneckenreise

Im Regenrauschen im Takt
der Tropfen tauchen sie
lautlos auf
im Schneckentempo aufwärts
am Stamm der alten Weide
gehen sie auf weite Reise

halb außen halb in ihrem farbflirrenden
Gehäuse
gleiten galant über rissige Rinde
auf der winzige Käfer vorbeiflitzen
schnellen Fühler vor und zurück
bei leiser Berührung
rollen sich ihre Körper feingliedrig
an Blättern ein und auf

fallen in Love
folgen ihrem Weg
sehr agile Winzlinge
Regenperlen gleich mit durchsichtig
schimmerndem Gehäuse
hinauf bis in die Weidenkrone

Lilli Vostry
22.8.2020

Überall Welt: Buchpremiere von Volker Sielaff im Zentralwerk & Neuer Gedichtband „Barfuß vor Penelope“

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Die Edition AZUR lädt ins neue Verlagsbüro im ZENTRALWERK – ein neues Domizil der Dresdner kreativen Szene – zur Vorstellung von Volker Sielaffs Journal „Überall Welt“ am 7. März 2017, um 20 Uhr auf der Riesaer Straße 32 ein. Mit Lesung und Gespräch mit dem Buchautor. Der Eintritt ist frei.

Ein Tagebuch kann vieles sein: Archiv, Versuchslabor, Ideenspeicher. Volker Sielaffs Journal passt in keine dieser Schubladen – und sein Schreibgrund ist wohl am ehesten mit dem vergleichbar, den Victor Klemperer einmal für seine Tagebücher formulierte: »Nur Leben sammeln. Immer sammeln. Eindrücke, Lektüre, Gesehenes, alles. Und nicht fragen, wozu und warum.«
Nach den gefeierten Lyrikbänden »Selbstporträt mit Zwerg« und »Glossar des Prinzen« legt Volker Sielaff erstmals eine Auswahl von Prosaaufzeichnungen aus zehn Jahren vor: unverstellte, berührende Notate vom Rand der Wahrnehmung. Sie berichten vom Glück des Lebens mit einem Kind, von Begegnungen, Streifzügen, Lektüren und Beobachtungen. Überall Welt!

ISBN: 978-3-942375-24-5
152 S., Klappenbroschur, 19,90 EUR

Der Chamisso-Preisträger Gino Chiellino schrieb in einer DNN-Kritik unter dem Titel „Ein Entwicklungsroman besonderer Art: Volker Sielaff legt mit „Überall Welt“ ein außergewöhnliches Buch vor“ u.a.: „Zwar werden Reisberichte, Tagebücher und Autobiographien wichtiger und unwichtiger Akteure mit Erfolg veröffentlicht, aber welcher Schriftsteller würde es wagen, wie es Volker Sielaff getan hat, ausgehend von einer existentiellen Veränderung im Leben des Protagonisten eine elfjährige Beobachtung der Welt um das Leben des Journalverfassers niederzuschreiben? Mir ist auf jeden Fall kein zweiter bekannt!“

Siehe dazu auch den Text auf meinwortgarten.com zur Lesung „Unmöglich, gegen eine Amsel anzulesen…“ von Volker Sielaff aus seinem Buch „Überall Welt“.

Mehr Text zu diesem Buch folgt.

Rezension zum neuen Gedichtband „Barfuß vor Penelope“ von Volker Sielaff (edition Azur, 2020)

Kleiner Vorgeschmack: In diesen Texten, freien Versen und mit End- und Binnenreim, spricht oft die Liebe, in allen Facetten, zärtlich, rau und sanft. Diogenes spricht zu einem Maler; eine wortwitzreiche-poetische Welt- und Alltagsreise ist der Zyklus „Mystische Aubergine“ und kleine schöne Momentaufnahmen des Seins verankert Sielaff im letzten Kapitel mit dem Bekenntnis: „Ich bin in hohem Bogen ein Diesseitiger“.
Ein luftig-leichtes, gedankenreiches Buch für warme und kühle Tage, voller Farb- und Sprachreichtum über die Liebe zu allem, zum Leben mit allen Höhen und Tiefen. Prägnant und geheimnisvoll wie im Klappentext auf der Buchrückseite mit dem doppeldeutigen Titel „Liebe endlich“: „zum Umbruch, zur Wut. Zu den achtzig Thesen des Pandas zum Blut. Zu jedem, der noch gern barfuß geht. Zum Hut, zur Kokotte, zum Widergänger, zum Nestbeschmutzer und Zettelaufhänger. Zu Aphrodites Tattoo. Zu allen Tasten auf deiner Haut, zu jedem Ganoven, jeder Braut. Zu Else Laske-Schüler und dem Blauen Klavier auf deinem Kühler.“

Text (lv)

Genuss pur. Poesie & Kuchen – auch zu buchen…

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Genuss für Geist & Sinne. Mit Rhabarber – Ein Gedicht aus dem Backofen fing alles an. meinwortgarten-Inhaberin und Autorin Lilli Vostry liebt Poesie & Kuchen und bringt beides gern zu Lesungen mit.

Wenn die Worte und Aromen auf der Zunge tanzen

Die erste Kostprobe gab es bei der Premiere meiner Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ am 16. Mai im KlangLabor in Dresden, das angesichts Corona-Einschränkungen gut gefüllt war. Vom ersten selbst gebackenen Rhabarberkuchen, dem ich ein eigenes Gedicht widmete, blieb fast kein Krümel übrig. Das spornte mich an zu weiteren Backversuchen. Ich mag Poesie & Backen. Das Spiel mit Worten & Zutaten & der betörende Duft & Aromen, die auf der Zunge tanzen & Gestalt annehmen. Zum Zuhören, Probieren und Genießen einladen und etwas Bleibendes schaffen.

So entstand mein neues Angebot unter dem Motto: „Poesie & Kuchen – auch zu buchen“ eigene Gedichte und selbst gebackenen Kuchen zu Lesungen mitzubringen. Und diese zwei Leidenschaften zu verbinden. Genuss für Geist und Sinne.

Ich lese gern vor neugierig aufgeschlossenem Publikum, ob in Spielstätten, in einem Gartenlokal, auf privaten Feiern oder in Senioren- und Pflegeheimen in Dresden und der Region. Gedichte über Zauberhaftes in der Natur und Zwischenmenschliches, Veränderungen und Wandlungen im Leben und den Zauber des immer wieder Anfangens. Viele meiner Gedichte, die in den letzten zehn Jahren entstanden und für die ich als nächstes einen passenden Verlag suche, stehen hier auf meinem wortgarten-Blog.

Wer Interesse an meinen Lesungen hat, auch mit musikalischer Begleitung möglich, kann mir gern schreiben an folgende e-mail-Adresse:
lilli-vostry-journalistin@gmx.de

Text + Fotos (lv)

Licht & Schatten: meinwortgarten in der Corona-Krise

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Liebe LeserInnen meines wortgartens,

zuerst das Erfreuliche: dieser Kultur-Blog nähert sich der 70 000-Marke an Aufrufen. Es geht stetig aufwärts. Mein Traum-Ziel ist die 100 000 bald zu erreichen und hoffentlich auch mal Einnahmen, auch aus den täglichen Anzeigen, die bereits seit einer Weile rings um meine vielen Beiträge stehen…

Es sind besondere, zwiespältige Zeiten gerade. Ich lebe, genieße im Moment, doch die Sonne vertreibt die existenziellen Sorgen nicht… Habe kaum Einnahmen momentan aufgrund der einschneidenden Corona-Maßnahmen.

Daher meine Bitte an Euch, vor allem die langjährigen Stammleser: Wenn Ihr meine Arbeit als freie Journalistin schätzt und unterstützen möchtet, könnt Ihr das jetzt mit einer Spende für das Weitergedeihen meines Kultur-Blogs: http://www.meinwortgarten.com tun.

Dieser wird seit nunmehr fünf Jahren von mir liebevoll gehegt und wächst… Das alles unentgeltlich. Viel Zeit steckt im wortgarten, bin oft unterwegs und Ihr bekommt immer neue, vielfältige Kulturgewächse zu lesen und sehen in Form von Bildern…
(Die Tagesmedien haben längst Bezahlsperren für ihre online-Angebote eingerichtet.)

Doch allein von Luft und Liebe kann auch ich nicht leben.

Herzlichen Dank an alle Leser und Unterstützer.

Bleibt schön neugierig, teilt und empfehlt meinwortgarten.com weiter.

Eine gute Zeit und Bleibt gesund!

Lilli Vostry
Inhaberin meinwortgarten.com

Herzlichen Dank für ihre Spende:

Kathrin Krüger-Mlaouhia, Redakteurin in Großenhain

Hartmut Maihöfer vom mai hof puppentheater in Dresden-Weißig

Günter Gläser, Emaillebilder-Künstler in Radebeul

Michele Cyranka, Malerin, Grafikerin und Keramiikerin in Tharandt

Spendenkonto:

Lilli Vostry
Bankverbindung: IBAN DE 88 8707 0024 0525 231700 bei Deutsche Bank
Kennwort: wortgarten-Spende

Fotos (lv)

Start der Schreib- und Geschichtenwerkstatt für Kinder „Fantasius Firlefanz“

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Geschichten-Abenteuer erleben – Jeder hat Fantasie!

Für alle, die in den Sommerferien noch nichts vorhaben, startet für neugierige, spiel- und erzählfreudige Kinder und Jugendliche die Schreib- und Geschichtenwerkstatt „Fantasius Firlefanz“ mit Lilli Vostry, freie Journalistin und INhaberin des KulturBlogs meinwortgarten.com als neues Angebot im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Heute am 4.7., von 16 – 18 Uhr das erste Mal. Ab 11. Juli dann immer mittwochs von 17 – 19 Uhr. Ich freu mich auf Euch.

Hallo, liebe Kinder!

Hier könnt Ihr die kreative Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche „Fantasius Firlefanz“ kennen lernen. Der bewegliche kleine Holzvogel ist unser Begleiter, der unsere Fantasie beflügeln möchte. Bei den Geschichten-Abenteuern, die uns zuflattern aus der großen Welt der Worte.

Gemeinsam entdecken wir den Spaß am Erzählen, sprachlichen Gestalten in spielerischer Form und Umsetzen der selbsterdachten Geschichten.

Wenn Ihr gern träumt, erfindet, neugierig seid, Euch lesend und schreibend ausprobieren wollt, ist die Schreib- und Geschichtenwerkstatt ein guter Ort, dies miteinander zu tun.

Zu meiner Person: Ich heiße Lilli Vostry, schreibe selbst gern seit meiner Kindheit und arbeite hauptberuflich als freie Journalistin, außerdem als Kinderbetreuerin und in der Deutsch-Nachhilfe in Dresden. Es sind auch spezielle Angebote für Kinder mit ADHS möglich.
Ich gebe auch Kurse in spielerischem Schreiben für Kinder auf Anfrage in Schulen.

Kosten pro Teilnehmer pro Nachmittag: 5 Euro

Kontakt: Lilli Vostry, Tel. (0351) 848 75 03 oder 0177 – 524 88 48
email: Lilli.Vostry@freenet.de

 

Keine für Alle! – Lara Finesse

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Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

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Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

Neue Lyrik: Amaryllis-Gemeinschaft & Zweisam & Sternenkind

Amaryllis-Gemeinschaft

Am Morgen sprang
der grüne Kokon auf
die erste Blüte leuchtet auf
eine zweite ihr gegenüber
strecken ihre Fühler

aus weiten Blütenkelchen heraus
warmrot schimmernde Hülle
feine Liniengeflechte zweigen
von außen ins Innere
gelb betupft

die Blätter umeinander gelegt
steht jede Blüte für sich
und halten sich doch
nah beieinander

aus der Mitte des Stängels
wachsen fast unbemerkt über Nacht
noch zwei Blüten hervor
es wird eng scheint es

kann sein während ich dies schreibe
geht schon die letzte Knospe auf
und umschließe den wogenden Blütenkreis
in inniger Umarmung

LV
15.1.2022

Zweisam

Als die Knospe aufsprang
teilte sie sich zweisam
öffneten sich die Blütenkelche
aus einem Stängel

Flimmerrot und Blütenstaub
fließen in mein gespaltenes Herz
die Blüten schaukeln
bei jeder Bewegung

wenn ich näherkomme
als würden sie gleich
herabfallen

LV
24.12.2019

Sternenkind

Seh die Bilder der Frau
ihr Kind liegt
bei ihr
auf der Stelle
am Herzen

sie hält die Arme
darüber streichelt es
die Augen geschlossen
wie ihr Kind

es wird nie die Augen öffnen
doch es bewegt sich
wenige Stunden
verbunden beide

Du bist nie auf die Welt
gekommen
doch ich hab Dich kurz
in mir gespürt

Du wärst mein Licht
geworden
fühlte mich wie das Mädchen
mit den Schwefelhölzern

doch ich konnte es
nicht sehen
der Schatten vor mir
war größer

ich werde Dich ewig
vermissen
und in mir tragen

LV
18.1.2022

Neue Lyrik: Lichterbaum & Neujahr auf Samtpfoten & In der Wunderwerkstatt & Nachtbilder

Lichterbaum

Der letzte Tag des Jahres
trägt grelles Rouge
die Schminke zerfließt
in grauen Wolkenballen

wie eine Diva die mit dem Feuer spielt
knallt donnert und zischt es
an allen Ecken
kreiseln Feuerräder steigen Leuchtraketen
im Akkord in den dunklen Himmel

begleitet von Johlen und Rufen
als gelte es all das Versäumte zu feiern
an einem Abend nachzuholen
die dunklen Geister mit Getöse
zu vertreiben

mich zieht es noch einmal zum Lichterbaum
allein steht er auf dem weiten Platz
keine Absperrung mehr
unterm Gezweig stilles hohes
Lichterrauschen umfängt mich

gelbe Sterne schaukeln im Wind
über den Zweigen ausgebreitet wie
Schwingen
ihr Licht in die Welt zu tragen

seine Zeit ist bald vorbei
könnt es ihn doch mit aller Pracht
wieder in den Wald verschlagen
was wird aus dem stattlichen Baum

unten am Stamm die grüne Rinde
schon abgerieben helle Holzschimmer Risse
und Sägespäne am Boden verstreut
bald ihn nichts mehr hält

den Duft von frischem Harz
an den Händen
ein aufgesammelter Zweig
und eine kleine Baumscheibe mit Jahresringen
begleiten mich nachhaus

LV
31.12.2021

Neujahr auf Samtpfoten

Das neue Jahr kommt sacht
feierliche Ruhe zieht ein
nach dem Feuerwerk
das die Lebensgeister
aufs Neue frei setzt

vor deinem Bild brennen Kerzen
ich halte es an meine Wange
in den Neujahrshimmel
Licht fällt von dir
zu mir
im Hintergrund spielt leise Nachtmusik

aus der Küche miaut es
im Karton rappelt es
ein Rasselball fällt heraus
die getigerte Madam springt
hinterher

von Müdigkeit keine Spur
sie liebt Bewegung sehr
zu jeder Tag und Nachtzeit
stürmt sie mit Freudengeheul
voran treibt mich und die kleine schwarz-weiße an

ihre Scheu haben Wolke und Wirbelwind
überwunden
sogar das Feuerwerk mit mir angesehen
ein Jahr leben sie mit mir

du bist nicht mehr hier
mein Liebstes Felliges
doch längst ein Teil von mir
dein Sanftmut Willensstärke und Energie
fließen weiter zu den beiden Katzentieren
die bei aller Ungleichheit
in ihrer Beharrlichkeit und Verschmustheit
doch dir gleichen

Wolke und Wirbelwind nannte ich sie
abwechselnd am Anfang
flüchtig scheu unauffindbar
und unglaublich geschwind
nichts unerreichbar für sie

nahm die getigerte gern meine
Glücksschornsteinfeger auseinander
immer wieder klebte ich sie zusammen
ließ es irgendwann

nun schaut wieder ein kleiner schwarzer
Mann mit Leiter aus dem Glücksklee
und ein Glücksschwein mit Federboa und Krone
zwinkert mich an
bleib nicht stehen das Glück liebt es
immer weiter zu gehen

LV
1.1.2022

In der Wunderwerkstatt
(Für V.)

Weiße Wolken segeln im Abendrot
wie Laternen
in stiller Bewegung in metallenem Glanz
drehen sich Kugeln wie Gestirne unentwegt
im Werkstattfenster brennt noch Licht

du winkst mir zu
die Tür geht auf
in die Werkstatt Wunderwelt
die sonnengelben und roten Primeln mit
dem Glückspilz zum neuen Jahr
stellst du zaudernd nicht unerfreut
auf einen Tisch

ich schiebe mein Rad in den Raum
Dynamo und Licht springen
nicht mehr an
und das Schloss schließt schwer
schon hinfällig und rostig
doch mein Diamantrad fährt immer noch
und ich liebe es sehr
wie es Wind und Wetter stand hält

ich mag alte Dinge
die alle Zeiten überstehen
eigen sind

manche frisieren neue Räder
auf alt und verlangen dafür viel Geld
verdrehte Welt

sehe dir gern zu
wie du Dinge am Leben hältst
die andere längst wegwerfen
gerührt mit wie viel Geduld Güte
und Akribie du das alte Gefährt
und sein Innenleben untersuchst

dynamisch viel Bedacht
und Energie in deinem achtzigsten Jahr
schwarzes Käppi im grauen Haar und
bequeme Jacke scheint es wie ein Kinderspiel

wenn du Drähte neu anbringst und desolate Teile
ersetzt an Lampe und Klingel
die krächzt wie ein Rabe
nun wieder hell und klar
läutet wie das fröhliche Kind einst
mit dem Rad um die Ecke bog

immer noch der Tüftler und Erfinder
der gern herum schraubt hinter die Dinge schaut
in der großen Welt wie im Kleinen
immer noch Neues entdeckt

aus dem Wasserhahn in der Werkstatt tropft
verrinnt die Zeit
neue Tropfen klopfen leis an
leuchten auf
fallen
widerhallen

ein Wassereimer
zerbrochen am Rand
doch bis oben voll
steht gleich neben dem Eingang

überall Werkzeuge
Bohr- Schleif und Poliermaschinen erzählen
von regem Gebrauch
goldglänzende Spiralen und Metallspäne
auf Werkbänken und am Boden
Gläser mit Pinseln zum Streichen Leimen
und Zusammenfügen
ein Bleistift daran klebt ein Insektenflügel
ein kleiner dunkler Schraubstock Bandmaß
und Notizzettel liegen da

viele wundersame Dinge in Kisten und Regalen
wohlverwahrt und griffbereit
für den nächsten Schritt im Kreislauf des Lebens
von Werden Wachsen Vollenden
und Vergehen

Rohre aus Edelmetall in allen Größen
Drahtrollen und polierte Findlingssteine die ihre
Farben und Formen betonen
von Reisen

warten darauf Gestalt anzunehmen
als Handschmeichler Kleinod filigrane Metallleuchter
mit Kugeln oder farbigen Steinen
in der Mitte
von feinen Gespinsten aus Draht
gehalten und umhüllt

vieles schon geschaffen
manches noch im Entstehen
mit der Kamera in faszinierende Bildwelten
eintauchen als Fotograf und Lebenskünstler
auch mal Seelenklempner und Herzenskenner
all das bist du

irgendwann es dunkelt schon
hast du das Wunder vollbracht
leuchtet doch wieder Licht vorn und hinten
am alten Diamantrad
schwing mich glückstrahlend hinauf

du schaust in den Himmel zum schwungvollen
Sichelmond in unendlicher Weite

LV
7.1.2022

Nachtbilder

Letzte Nacht träumte
ich von einer Ausstellung
alle Bilder umgehängt
übermalt
weiß nicht mehr was im einzelnen
zu sehen war

doch alles war anders
als vorher
grau verwaschen
nicht erkennbar
und ein dumpfes Geräusch
das alles andere übertönte
drang herein

ich rannte aus dem Raum
voller Leute die gespenstig
starr und blicklos
vor den Wänden standen

eine Frau kam auf mich zu
streckte die Arme nach mir aus
schrie versuchte mich
aufzuhalten
ihr gehörten die Bilder

ich warf ihr zwei Ringe zu
sie rief nach Briefmarken
am Morgen krächzten Raben
sah ich noch einmal die Kette aus
Lichterblumen am Fenster gegenüber

die nachts groß in warmen Farben
leuchten bei Tag verblassen
mich doch nie verlassen
nie ganz verlöschen

vor deinem Bild sage ich
ich verrate dich unsere Träume
nicht
das Wahrhaftige verbindet
uns weiter

LV
9.1.2022

Texte + Fotos: Lilli Vostry

Neue Lyrik: Adventszeit & Verzauberung & Wunderreiche Zeit & Rückkehr des Lichts & Weihnachtsmorgen & Vor der Winterruhe


Unvergessen: Seit einem Jahr bist Du jetzt bei den Sternen und sind wir uns weiter nah, meine liebste und langjährige Begleiterin Lola. Stolze 18,5 Jahre wurdest Du alt.
Foto: VF

Adventszeit
(Für Lola)

Vor mir sitzt ein kleines
zappelndes Fellwesen
das auf einen besonderen
Leckerbissen hofft
die andere getigerte liebt es
mit Wasser aus dem Napf zu panschen
und Blüten zu zupfen

davor der Blumentopf verwelkt
bringe es nicht übers Herz
ihn wegzuwerfen
die Blumenreste stehen an der Stelle
an der sich alles änderte
vor einem Jahr

du fielst mir fast vor die Füße
ein kleiner dumpfer Aufprall eines Nachts
hob dich auf erschüttert wir beide
dein Herzpochen immer schneller
der Atem immer leiser
hielten uns aneinander fest

bis zum Abschied
eine gefühlte Ewigkeit
mein Seelentier

als der Moment wieder naht
streifen zwei Katzentiere
um mich herum
gerührt als wüssten sie alles
bricht alles wieder auf
sie hören es still an und ich merke
wie sehr sie mir schon ans Herz
gewachsen

im Schlafzimmerfenster steht ein
Kerzenlicht
am Morgen brennt es noch immer
der erste Schnee fällt
bleibt nicht liegen
die Lichterblumen am Fenster gegenüber
leuchten wieder

und an deinem Bild öffnet sich
am Weihnachtskaktus gerade
die erste rote Blüte

LV
4.12.2021

Adventszauber mit Lina & Jade

Verzauberung

Als ich aufwache
dunkelt es schon
verkehrte Welt
nachts war ich wach
schrieb und schrieb
mich träumend ins WeihnachtsZauberland
bis es tagte und Sonnenlicht den Raum
flutete

das ich einen Augenblick lang sah
all die Lichtfiguren standen
vor leerer Kulisse
auf dem weiten Platz im Herzen der Stadt
ohne Buden anders als sonst
erfüllt nur von den Klängen
der Posaunen Gloria in excelsis Deo
und den Menschen

ihrem andächtigen Schauen
Verweilen und Staunen wie die Kinder
unterm leis rauschenden Lichterbaum
und der Krippe mit dem neuen Erdenkind
als sähen sie alles zum ersten Mal

beim Teekochen Holunder Minze
sehe ich an der Regalunterseite
eine zierliche Spinne sie hält sich
auf einem Bein oder unsichtbaren Faden
die anderen anmutig in die Höhe erhoben
wie die Lichterspinnen Leuchter

immer noch verzaubert
will ich bleiben
scheue mich in die Welt der „Flüchtigen“
zurückzukehren
wie sie Alain Damasio* beschreibt
voll digitalisiert ein alles überwachendes
Auge
von Suchtrupps die Flüchtige jagen
mit Blicken die töten

wenn sie die wundersamen Wesen
aufspüren
in den verirrten toten Winkeln
menschlicher Wahrnehmung
in denen sie ihre Fantasie und Eigenes
verstecken und bewahren

LV
12.12.2021

* Zum neuen Roman „Die Flüchtigen“ des französischen Autors Alain Damasio (erschienen bei Matthes & Seitz Berlin) erscheint demnächst eine Buchrezension auf diesem Blog. Unbedingte Leseempfehlung!

Texte + Fotos (lv)

Wunderreiche Zeit

Der Himmel weiß verhangen
die Flocken bleiben
noch bei Frau Holle oben
Regentropfen rieseln herab
und der Lichterglanz scheint
durch eine Nebelwand

watteweich umhüllt
die Welt ungewisses Schweben
der Weihnachtsmann spannt dennoch
den Rentierschllitten an
Herzen pochen in Vorfreude
Kinderaugen strahlen
über das Lichterfunkeln am Baum
und in den Fenstern
in der Dunkelheit

süßer Duft nach gebrannten Mandeln
Plätzchen und Pfefferkuchen
hängt in der Luft
nebenan ertönt wie eine Fanfare
ein heller Kinderschrei
noch ganz neu auf Erden

einen Moment später läutet
es an meiner Tür
der Nachbar überbringt mir
welch Überraschung
ein großes Weihnachtspaket
aus einem Zeitungshaus
bedruckt mit hoffnungsfrohen Symbolen
und Weihnachtsgrüßen in vielen Sprachen
verschickt in die Welt hinaus

Sterntaler hält unter einem gelben Weihnachtsstern
seine Schürze auf im Zauberwald
auf dem Altmarkt wo sonst Buden stehen
in einer Galerie nahe beim Goldenen Reiter
brennt noch Licht
eine Frau und ein kleines Mädchen in weißen Kitteln
bemalen und behüten zauberhafte Dinge
wunderreiche Zeit
aus weißem Porzellan

verlockend und liebevoll schwirrende Mensch und Tierwesen
erfüllt mit Freude
ihr Lächeln steckt mich an

LV
17.12.2021

Rückkehr des Lichts

Wir saßen lange
zusammen in der längsten Nacht
des Jahres
vor dem Fenster hielten
weiße Sterne Wacht

es gab ein Festessen
und wir schütteten unsere Herzen aus
nicht nur sacht

wer keine roten Linien mehr kennt
wie kann man dem noch trauen
Kopf oder Arm frei
weg oder hinschauen
wie hältst Du`s mit dem G

schutzlos ausgeliefert anderen
wie weit geht Nächstenliebe
was löscht sie aus
alles dreht sich nur noch um das Eine
bleibt es was vertreibt es
verbindet oder trennt uns

man kann auch in Liebe auseinander gehen
sagst Du
das Licht von Neuem sehen
seit gestern Nacht kann ich es

mit der Wintersonnenwende
kamst Du
der Tag badet im Licht
Abendrot hinter dunklen Bäumen

ein Feuer knistert unterm Geäst
brennt meine Ängste nieder

LV
22.12.2021

Weihnachtsmorgen

Lichtflecken wandern
über die Wände
verwandeln alles
graue Mattigkeit zerfließt
tanzende Körperumrisse
treten aus einem Bild

das hohe Baumpaar vorm
Wintergartenfenster funkelt
wie mit Sternen behängt
in der Sonne
unterm weißen Schneepelz
ein Vogel flattert auf die Baumspitze

Glocken läuten in der Ferne
weißer Rauch steigt auf
wie Atemhauch
in unmerklich leichter
gleißender Helligkeit

das Bild der schwarzen Sternäugigen
getaucht in Licht
zwei Katzentiere zieht es ins Helle
von Eiseskälte wissen sie
noch nichts

und ich denke an Gülsary
das alte Pferd und den alten Mann
aus der Erzählung von Aitmatow
die zusammen ihren letzten Weg gehen
über die Schlucht nachhause
schaffen sie es nicht mehr

der Funkenflug am Feuer wärmt sie
ein letztes Mal und erhebt sie noch einmal
in die Größe vergangener Tage

LV
26.12.2021

Vor der Winterruhe

Der Himmel blassgesichtig
gefrorener Tag
überlass mich der Winterruhe
ein Schimmer Licht fällt herein
lässt mich kurz aufsehen
und erschrecken

das grazile Baumpaar vorm Wintergartenfenster
reißt es fast mittenzwei
hin und her geworfen vom Wind
der weiße Glanz in den Zweigen
schon wieder geschmolzen

bricht die Sonne unversehens
aus ihrem Verlies
färbt den Himmel golden
hinter dunklen Bäumen
folge der Lichtspur

in immer neuen Farben
wie sehen wir andere
und uns wirklich

alles zu seiner Zeit oder
wonach mir zumute
nichts bleibt wie es ist
sehnendes Vergewissern
in allem
Sichergehen

ich ziehe die neuen blauen Ringelsocken an
und träume mich ans Meer
backe Vanillekipferl und andere Plätzchen
nach Weihnachten der Winter ist lang
mache gern die Nacht zum Tag

werfe meinen Wollschal wie ein Lasso
nach dem getigerten Katzentier
das gern Fangen spielt
und mich um den Finger wickelt

schäle eine Mandarine oder
Clementine
wo liegt der Unterschied
Hauptsache süß und saftig
Alles kann ganz anders sein

LV
27.12.2021


Jade im Wintergarten

Alle Texte + Fotos: Lilli Vostry

BilderAlbum: Im WeihnachtsWunderland

Die wundersame Verwandlung des Altmarkts –
Weihnachtszauber ohne Budengewimmel

Der 587. Dresdner Striezelmarkt auf dem weithin leeren Altmarkt erfreut kleine wie große Besucher mit einem prächtigen Lichterbaum, einer  drehenden Pyramide, Krippenfiguren,  Märchenzauberwald und spontanen Musikerauftritten, die viel Beifall finden.

Die Lichter der Stadt spiegeln sich im Fluss, während ich mit dem Rad die Marienbrücke überquere. Der Himmel ist grau verhangen und es dunkelt schon.
Der sonst vielbesuchte Zwinger ähnelt einem Geisterschloss und auf einmal fällt mir dieses Lied aus Schulchorzeiten ein: „Alles schweiget… Nachtigallen locken mit süßen Melodien/ Tränen ins Auge/ Schwermut ins Herz…“  Es passt vielleicht nicht in diese Jahreszeit, aber in meine Stimmung. Es ist Samstagabend vor dem dritten Advent. Die Stadt strahlt im Lichterglanz, doch wo sind all die Menschen, die sonst in der Adventszeit zahlreich den Liedern, Klängen und Düften auf den Flaniermeilen nachgehen? Die zu Weihnachten gehören, bei denen einem warm ums Herz wird, es weit werden lassen, leichter, froh und vergnügt, innehaltend vom Alltag und diese besondere Zeit im Jahr genießend?

Zuerst fallen mir die vielen, allein vor sich hin funkelnden Weihnachtsbäume vor Gebäuden mit dunklen Fenstern und verschlossenen Türen auf. Hotels, Gaststätten, Geschäfte und Kultureinrichtungen. Die wenigen geöffneten Läden, Lokale und Cafés in der Dresdner Innenstadt sind fast leer. Es scheint als trauten sich die Leute nicht nach draußen und noch weniger in Innenräume. Als lauere überall eine unsichtbare Gefahr, der man nicht entrinnen kann. Das Coronavirus in immer neuen Mutationen ist allgegenwärtig, will partout nicht wieder verschwinden und bisher ist kein wirklich wirksames Mittel für seinen Rückzug gefunden. Das hält die Menschen nicht nur auf Abstand. Sie meiden zunehmend von sich aus den öffentlichen Raum, nehmen von der Politik beschlossene Kontaktbeschränkungen und Zutrittsverbote wie die 2G-Regel, die nur Geimpften und Genesenen den Zugang zu Veranstaltungen, in Hotels, Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants erlaubt, größtenteils hin. Und fühlen sich dennoch nicht sicher.

Die Innenstadt ist an diesem Adventswochenende weder voll pulsierendem Leben, noch menschenleer. Weder laut, noch ruhig. Nicht himmelhoch jauchzend und nicht zu Tode betrübt. Es ist eine anders feierliche und schöne Weihnachtsstimmung als sonst. Damit wird angenehm überrascht und beschenkt, wer sich ein Herz fasst und hinaus geht. Auch wenn es weder Stollenfest noch den gewohnten Striezelmarkt und auch keine Weihnachtsbuden an jeder Ecke wie sonst gibt. Keine Adventskonzerte im Kulturpalast und kein Theater zur Weihnachtszeit. Das wundervolle Stück „Der Zauberer von Oz“, ähnlich dem im ostdeutschen Raum noch bekannteren Kinderbuchklassiker „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ von Alexander Wolkow über Freundschaft und Zusammenhalt in brenzligen Situationen, welche das Mädchen Elli, die Strohpuppe Scheuch, der eiserne Holzfäller und ein ängstlicher Löwe einander näherbringen, hatte letztes Jahr seine Streaming-Premiere und war nur wenige Male im Schauspielhaus zu sehen. Bevor dieses wie alle anderen Kultureinrichtungen wegen der neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung Mitte November wieder schließen musste. Auf der Empore des Schauspielhauses leuchtet ein Weihnachtsbaum. Seitlich an der Wand steht auf einem Transparent: „Impfen schützt auch die Kultur!“ Das leuchtet derart pauschal jedoch nicht ein. Zumal Theater und Konzerthäuser bekanntlich nicht zu den sogenannten Corona-Hotspots, wo sich viele infizieren, zählen.

Fast wie ein lichtergeschmücktes Ufo wirkt die „Käseglocke“ am Postplatz, ein kleiner Rundbau mit Flachdach, ehemals ein Fahrkartenkiosk und jetzt ein Ausschank mit Kaffee und anderen heißen Getränken, vor dem einige Besucher verweilen. Der nunmehr 587. Dresdner Striezelmarkt auf dem Altmarkt, der älteste Weihnachtsmarkt in Deutschland, hat zwar kein buntes Budengewimmel, aber dennoch viel Weihnachtszauber zu bieten. Am Schwibbogen-Eingang stehen vor leuchtender Kulisse Weihnachtsfiguren Spalier: Nussknacker, Lichterengel, Weihnachtsmann mit Tannenbaum, Kurrende-Chorsänger, ein Schneemann mit Schal und Zylinder schwingt einen Reisig-Taktstock und ein Räuchermann pafft gemütlich Pfeife. Davor stehen staunend Kinder. Hereinspaziert ins Weihnachts-Wunderland!

Während die Händler der umliegenden Kaufhäuser und Geschäfte derzeit über massive Umsatzrückgänge wegen ausbleibender einheimischer Kunden und Touristen klagen, geht eine wundersame Verwandlung auf dem weithin leeren Altmarkt vor sich. Der weite Platz belebt sich zusehends. Vor dem hohen Lichterbaum und der Weihnachtskrippe mit holzgeschnitzten Figuren und der drehenden Pyramide voll bezaubernder Gestalten stehen andächtig Erwachsene, stille Freude in den Gesichtern, hüpfen fröhlich Kinder umher, werden Erinnerungsfotos gemacht. Junge und Ältere, von hier und aus anderen Teilen der Welt, erfreuen sich an der besinnlich zauberhaften Atmosphäre, jeder für sich und doch alle irgendwie miteinander verbunden im Erleben in diesem Moment. So geben sie ebenso wie die Musiker mit ihren ergreifenden, herzerwärmenden Melodien in schwieriger Zeit Weihnachten seine Würde und Schönheit im ursprünglichen Sinn zurück. Festliche Bläserklänge erfüllen den Platz. Eine weitere Posaunengruppe musiziert aus der Höhe vom Turm der Kreuzkirche aus. Sie spielen lange und mit Hingabe bekannte Weihnachtsweisen, kirchliche- und Kinderlieder und auch mal einen swingend heiteren Ohrwurm. Von „Maria durch ein` Dornwald ging“ über „Hosianna“, „Hört der Engel helle Lieder/Gloria in excelsis Deo“ bis zu „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Lasst uns froh und munter sein“. Und sie bekommen viel Applaus von den ihnen lauschenden, großen und kleinen Zuhörern. Und wer mag, summt und singt die Lieder mit.

Eine Augenweide sind die liebevoll zusammengestellten Szenen aus der Märchenwelt der Gebrüder Grimm. Mit Hänsel und Gretel vorm Pfefferkuchenhaus, Schneeweißchen und Rosenrot mit dem sanftmütigen Bär in ihrer Mitte. Der gestiefelte Kater stapft durch Tannengrün, dahinter trifft Rotkäppchen auf den Wolf, der sich als ihre Großmutter mit Spitzenhaube ausgibt. Ein großer gelber Weihnachtsstern hängt im Abendhimmel. Darunter hält Sterntaler seine Schürze auf und schüttelt Frau Holle die Betten, auf dass es bald schneit. Das Puppentheater-Häuschen ist geschlossen und auch das Karussell aus dem Zauberwald steht still auf den Schienen. Das Kassenhaus ist leer. Die Kinder stehen traurig davor oder wollen aus Mutters Arm dorthin auf Reise ins Märchenland und verstehen nicht, warum das gerade nicht geht.

Dafür lockt ein paar Meter weiter am Rande des Altmarkts eine wunderschöne Weihnachtsbude, in der es himmlisch nach gebrannten Mandeln und anderen süßen Leckereien duftet, Pfefferkuchenherzen und rot kandierte Liebesäpfel, letztere vorerst nur als Blickfang, ohne langes Warten zu haben sind. Neue, echte Liebesäpfel gibt es am Montag wieder, sagt der Verkäufer. Weiter vorn auf der Prager Straße gibt es an einem Kiosk Crepes, nebenan Bratwurst. Straßenmusiker sorgen dafür, dass es nicht zu trist zugeht auf der sonst sang- und klanglosen Einkaufsmeile, gesäumt von den Lichterketten der Kaufhäuser. Am Freitagabend waren mittelalterliche Klänge mit Dudelsack und Trommel zu hören. Ein Stück weiter spielte ein Mann an der Gitarre bekannte Rocksongs wie „Wind of Change“ von den Scorpions, der Hymne aus der Wendezeit. Tags darauf ist der Musiker wieder da, begleitet von einem Percussionisten, der auf einer Kiste trommelt und spielt „Imagine“ von John Lennon, er singt über Schatten und Träume. Zwei junge Mädchen tanzen und umarmen sich fröhlich und ein vorbeikommendes Paar tanzt spontan mit.

Vor einem großen Modegeschäft warten ein paar Leute auf Einlass. Zwei Männer mit Maske kontrollieren sie nach der 2G-Regel. Draußen stehen vorsichtshalber zwei blaue Polizeiwagen. Drinnen im fast leeren Geschäft steht ein Weihnachtsbaum und daneben ein Bild mit einem lebensgroßen Nussknacker in grünem Frack, Krone und starrer Miene. Der Kontrolleur in der neonfarbenen Weste schaut ebenso streng drein, kommt heraus aus der gläsernen Wand und fragt, was ich mache?! Ich fotografiere den leeren Raum, antworte ich. Die beiden wollen nicht auf dem Foto zu sehen sein. Ihre Gesichter werden durch das Schild an der Ladentür verdeckt.

Mittlerweile bin ich durchgefroren und fahre zurück aus der Stadt, im Zwingerteich spiegeln sich helle Lichter, vor dem Gerätehaus sehe ich noch ein winziges Weihnachtsbäumchen und die Hausfassade gegenüber leuchtet wie ein großer farbenfroher Adventskalender. Die Wiesen sind puderzuckrig mit Schneeresten bestreut. Zuhause erwarten mich zwei lebhafte, ungeduldige Katzen, die sich weniger für meine glückselige Weihnachtsverzauberung als für einen vollen Futterteller und ausgiebiges Streicheln interessieren und ich sehe den Zauber schon schwinden.
Beim Anschauen der Bilder und Schreiben dieser Zeilen schwelge ich dann wieder ganz ergriffen mitten im Weihnachts-Wunderland.

In diesem Sinne allen einen zauberhaften Dritten Advent und Frohe Weihnachten!

Text + Fotos (lv)

Leerstand in der Dresdner Innenstadt alarmierend


Leere Schaufenster am Altmarkt, wenig los auch auf der Bummelmeile Prager Straße im Dresdner Stadtzentrum. Kaum ein Mensch in den Geschäften, Cafés und Lokalen zu sehen. Viele haben geschlossen. Die Lichterketten funkeln einsam vor sich hin. Ein ungewohnter Anblick in der Adventszeit, in der die Innenstadt sonst voller Trubel ist und rund um den Striezelmarkt und die Kaufhäuser an jeder Ecke Weihnachtsbuden mit Leckereien zum Verweilen locken. Die aktuelle Corana-Situation dämpft die Stimmung und die von der Politik verhängten Maßnahmen wie Kontaktbeschränkung und 2G-Regel mit Zutritt nur für Geimpfte und Genesene in Läden und Restaurants
zeigen ihre Wirkung, sorgen für Zurückhaltung, Unsicherheit und Verdruss statt entspanntem Genuss.

Handel, Gastro, Dienstleistungen, Soziales, Kunst und Kultur
unter einem Dach sind gefragt für eine lebendige Innenstadt in Zukunft

Eine Studie im Auftrag des City Management Dresden e.V. empfiehlt der Stadt dringend ein neues Einzelhandels- und Zentrenkonzept und den Erhalt des Branchenmix.

Gähnend leere Schaufenster und Ladenlokale. Wenige Menschen zu sehen auf den ehemals gut belebten, attraktiven Flanier- und Einkaufsmeilen rund um den Altmarkt, die Wilsdruffer Straße, Ringstraße, Prager Straße und Hauptbahnhof. Ein trostloser Anblick in Top-Lagen in der Dresdner Innenstadt.

Derzeit stehen 93 Objekte in Erdgeschoss-Zonen im Stadtzentrum leer. Die ehemaligen Einzelhandelsgeschäfte und gastronomischen Einrichtungen verfügten einmal über insgesamt ca. 22.000 Quadratmeter Ladenfläche. Damit hat sich der Leerstand seit 2015 verschärft.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur “Erhebung der Leerstände in der Dresdner Innenstadt“, welche im Auftrag des City Management Dresden e.V. seit Frühling bis August 2021 von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) mbH, Büro Dresden durchgeführt wurde.

Besonders alarmierend: Die Leerstände seien weniger durch ruinösen Bauzustand bzw. unattraktives Umfeld geprägt, sondern meist durch kleinere Geschäfte im wieder bezugsfertigen Zustand. Die Nachfrage nach „traditionellen“ Nutzungen ist laut Studie fast zum Erliegen gekommen und es sind weitere Leerstände zu erwarten.

Zahlreiche Objekte werden auf Grund ihrer Lage, der generellen Entwicklung im Einzelhandel und im Verbraucherverhalten für Handelsfunktionen nicht wieder vermiet- bzw. nutzbar sein, so die düstere Prognose. Daher sind die Einzelhandels- und Zentrenstruktur für die Innenstadt, aber auch die peripheren Bereiche neu zu durchdenken und konzeptionell festzulegen.

Die Stadt Dresden muss mit dem Einzelhandelskonzept sowie in weiteren Maßnahmen wie Mobilitätskonzept, Gestaltungs- und Grünflächenkonzept sich klar zur vordergründigen Aufwertung der Innenstadt bekennen, um weiterem Qualitätsverlust vorzubeugen, legt die Studie nahe.

„Die Dresdner Innenstadt ist trotz des Landeshauptstadt-Bonus nicht ausgenommen vom allgemeinen Trend, dass die Leerstände in den Innenstädten zunehmen und einen Umfang erreicht haben, was ein aktives, gemeinschaftliches Gegensteuern unabdingbar macht.“ so der Leiter der GMA, Dr. Eddy Donat.

Die Situation der Leerstände hat sich während- und nach Corona weiter verschärft. Aus den Untersuchungen, zahlreichen Gesprächen mit Akteuren und der Auswertung diverser Veröffentlichungen geht der Studie zufolge aber auch hervor, dass der zunehmend sichtbare Leerstand in der Innenstadt auch durch allgemein fehlende Frequenz in den Fußgängerzonen zustande kommt. Branchenabhängige Umsatzrückgänge von 50 bis 80 Prozent haben Auswirkungen auf die Erhaltung des Branchenmix.

Für die Innenstadt sei besonders nachteilig, dass PKW-Besucher in Dresden vorwiegend um die Kernstadt herumgeleitet werden, außerdem wenig Menschen direkt im Zentrum wohnen und eine besondere Aufenthaltsqualität, Flair, moderne Stadtmöblierung bis zur Vernetzung mit digitalen Angeboten im Stadtzentrum der sächsischen Landeshauptstadt fehlt.

Dennoch habe die Innenstadt von Dresden mit Prager Straße, Altstadt und Hauptstraße viel Potenzial, was aber nur mit nachhaltigen politischen Entscheidungen zur Unterstützung dieser Einkaufszentren entwickelt werden kann. Erforderlich sind laut Studie intelligente Mobilitätskonzepte (P+R, ÖPNV, Parkraum), gezielte Strukturverbesserung, finanzielle Anreize und Förderprogramme für die Aufwertung der Innenstadt bereitzustellen.

Der Trend gehe zu Mixed-Used-Konzepten, auch in den Einkaufszentren mit Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie, Soziales, Kunst und Kultur unter einem Dach. Vielseitigkeit ist Trumpf im Gesamtkonzept für Immobilien und eine lebendige Innenstadt in Zukunft. Außerdem sind Lokalität, Regionalität und Identifizierung mit den Angeboten bei den Kunden gefragt, so das Resümee der GMA-Studie. Daher sollte alles getan werden seitens der Stadt, Centermanagements, Händler und Eigentümer, um dem Leerstand und weiterer Verödung der Innenstadt aktiv zu begegnen, um diese wieder anziehend zum Besuch, Verweilen, Erleben und Shopping-Bummel zu gestalten.

„Eine Erhaltung und punktuelle Attraktivitätssteigerung des Einzelhandels in der Dresdner Innenstadt liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir die Ergebnisse der Leerstandsanalyse mit Interesse und auch Sorge betrachten. Erfreulicherweise konnten wir in den letzten Wochen fünf neue Mietverträge in der Altmarkt-Galerie abschließen, weshalb wir nur noch sechs Leerstände haben und auch diesbezüglich optimistisch in die Zukunft schauen“, sagt Christian Polkow, Center Manager der Altmarkt-Galerie Dresden

„Mit dem Gutachten der GMA liegt eine qualifizierte und objektive Analyse zur Leerstandssituation des Einzelhandels in der Dresdner Innenstadt vor. Auch wir beobachten die Entwicklung in der Innenstadt mit großer Sorge, denn mit den Leerständen sinkt die Attraktivität des Einkaufsstandortes Innenstadt Dresden insgesamt. Vor diesem Hintergrund schließen wir uns der Forderung des Büros GMA wie auch Dr. Lademann & Partner (2020) an, dringend ein neues Zentrenkonzept für die Stadt Dresden zu erstellen, welches die Basis für die Entwicklung des Einzelhandelsstandortes Dresden bildet.“, so Dr. Dirk Fittkau, Manager bei Klepierre und Interimsmanager der Centrum Galerie.

Text + Fotos (lv)

Auszeichnung mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2022 für Karl-Markus Gauß: „Die unaufhörliche Wanderung: Reportagen“

„Feinfühlige Geschichten von besonderen Orten und Menschen in Europa“

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2022 wird dem österreichischen Schriftsteller und unermüdlichen Aufklärer Karl-Markus Gauß für sein Buch „Die unaufhörliche Wanderung: Reportagen“ verliehen. Der Preis wird am 16. März 2022 im Rahmen der Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen.

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2022 wird dem österreichischen Schriftsteller und unermüdlichen Aufklärer Karl-Markus Gauß für sein Buch „Die unaufhörliche Wanderung: Reportagen“ verliehen. Das Buch versammelt feinfühlige Geschichten von besonderen Orten und Menschen in Europa. Es erschien im Oktober 2020 im Paul Zsolnay Verlag Wien. Der Preis wird zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse am Abend des 16. März 2022 im Gewandhaus zu Leipzig verliehen. Die Laudatio hält die österreichische Germanistin, Literaturkritikerin und Essayistin Daniela Strigl.

In der Begründung der Jury heißt es: „Europa? Wer heute an Europa denkt, dem fallen zunächst Verfallsgeschichten ein, Auflösungserscheinungen, Untergänge, verzankte und zerstrittene Parlamente, die auf nationalen Sonderrechten bestehen und die europäische Einigung aus dem Blick verloren haben. Und wenn von Vielfalt die Rede ist, dann fallen dem einen die aussterbenden Tierarten ein, dem anderen Käsesorten oder Reiseziele.

Wenn Karl-Markus Gauß an Europa denkt – und wahrscheinlich gibt es keinen Schriftsteller in Europa, der öfter und nachhaltiger über dieses kleine Gebiet westlich des russischen Reiches nachdenkt –, dann denkt er über die Minderheiten nach, die sich immer noch in den Rissen dieses einsturzgefährdeten Gebäudes halten: über die Bewohner der Zips und der Batschka, über die chaldäischen Christen in der syrisch-orthodoxen Kirche, die sich Assyrer nennen und möglicherweise im Nebenhaus wohnen, über die Aromunen, die eine eigenständige Sprache sprechen und im Norden Griechenlands, in Bulgarien, Nordmazedonien und Albanien leben, oder über die Roma, die in der Slowakei und überall da zu finden sind, wo man nicht nur die Paragrafen der Ausgrenzung, sondern die (ungeschriebenen) Gesetze der Gastfreundschaft kennt und ihnen einen Platz anbietet.

Alle diese Minderheiten mit ihren seltsamen Sitten, Sprachen, Gebräuchen, Literaturen und Religionen haben in Karl-Markus Gauß, der selbst aus einer sogenannten donauschwäbischen Familie kommt, ihren unermüdlichen, treuen, neugierigen, aufmerksamen Chronisten gefunden. Seit mehr als vierzig Jahren nimmt dieser für seine stilistischen Feinheiten gelobte, jedes besserwisserische Pathos meidende Reisende die kulturellen Verluste (besonders in Südosteuropa) wahr und hält ihnen den historisch angehäuften tatsächlichen Reichtum entgegen. Er leistet die Arbeit eines Sisyphos – das heißt, er weiß auch, dass trotz aller Anstrengungen der mühsam auf den Berg geschleppte Stein wieder hinunterrollt.

Wenn er nicht unterwegs ist, schreibt er in Salzburg Reiseberichte über seine unaufhörlichen Wanderungen, die in mehr als zehn Büchern vorliegen, oder er redigiert die literarische Zeitschrift „Literatur und Kritik“, die er schon seit mehr als dreißig Jahren herausgibt. Und wenn er mal das Haus hüten muss, dann begibt er sich auf eine „Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer“, eines seiner großartigen Bücher. Und da er offenbar wenig schläft, schreibt er auch noch umfangreiche Journale, die einen politisch wachen, parteipolitisch ungebundenen Zeitgenossen zeigen, der gottlob über so viel Ironie und Witz verfügt, dass man sich von ihm gerne in die Abgründe unserer Gesellschaft einführen lässt. Denn kaum einer hat sich so klar gegen Rechtspopulismus ausgesprochen und sich so deutlich für eine humane Flüchtlingspolitik eingesetzt.

Mit der Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung wird ein großer europäischer Schriftsteller ausgezeichnet, der die glanzvolle Reihe mitteleuropäischer Preisträger von Aleksandar Tišma bis Claudio Magris fortführt.“ Der Jury des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2022 gehören Dr. Skadi Jennicke (Bürgermeisterin für Kultur der Stadt Leipzig), Michael Krüger (Autor, Verleger, Übersetzer, München), Johannes Riis (Verleger, Kopenhagen), Elisabeth Ruge (Autorin, Verlegerin, Literaturagentin, Berlin) und Daniela Strigl (Essayistin, Kritikerin, Dozentin, Wien) an.

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, seit 1994 jährlich vergeben und mit 20.000 Euro dotiert, zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Das Preiskuratorium bilden der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. und die Leipziger Messe. Kooperationspartner ist die Bundeszentrale für politische Bildung.

Ausführliche Informationen zum Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, den bisherigen Preisträgern, dem Kuratorium und der Jury sind unter http://www.leipzig.de/buchpreis zu finden.

Text: Julia Lücke/Pressestelle Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse im Social Web:
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Weihnachtsausstellung „Erotischer Advent“ in der Galerie Kunst & Eros


Traumwandlerisch: Mit der Sehlust und Fantasie des Betrachters spielen die Bilder der Künstlerin Peggy Berger. Sie stellt erstmals in der Galerie Kunst & Eros in Dresden aus. Galeristin Janett Noack strahlt, dass es doch noch geklappt hat mit der traditionellen Weihnachtsausstellung „Erotischer Advent“.

Farb- & Sinnenfreudig: Blumen- und Aktbilder von Leo Lessig und Aktzeichnungen „Am Meer“ von Manuela Neumann.

Wie große, bemalte Weihnachtskugeln: Verlockende Körper-Bilder von Peggy Berger und ein Vogelkäfig mit Porzellanfiguren von Sören Zschocke.

“Die Liebe ist unbesiegbar!“

Sinneslust und menschliches Miteinander in widrigen Zeiten spiegelt farb- und facettenreich die Gruppenausstellung „Erotischer Advent“ mit Arbeiten von neun zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern in der Galerie Kunst & Eros.

Adam und Eva schauen, jeder für sich, aus einem aufgeschnittenem Apfelgehäuse hervor. Nackte Schöne tummeln sich in paradiesisch farbenprächtigen Blumengärten. Goldfarbe umspielt schimmernd Körperlinien und Verführerisches aus edlem Porzellan lockt. Reizvolles für die Sinne hält die Weihnachtsausstellung “Erotischer Advent“ in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden bereit.

Zu sehen sind Arbeiten von neun zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, darunter Malerei, Grafik, Zeichnungen über Keramik, Porzellankunst bis zu Häkelsternen mit lustvollen Aktbildern in der Mitte. Eigentlich wollte Galeristin Janett Noack (39) die Ausstellung schon absagen. Als private Galerie gehört sie zwar zum Einzelhandel und darf weiter öffnen, aber nur mit 2G-Regel. „Vieles ist zurzeit unsicher, die Leute sind verunsichert und zurückhaltend. Aber das Leben geht weiter. Und jetzt, wo die Ausstellung hängt, bin ich glücklich“, sagt die gelernte Porzellanmalerin. Zurzeit muss sie wieder den Spagat zwischen Kinderbetreuung und Galerie bewältigen und ihre kleine Tochter zu Hause beschulen.

Doch sie liebt die Kunst. „Durchhalten und weitermachen!“, lautet daher ihre Devise. “Natürlich mit Auflagen. Aber das Licht brennt. Man kann auch am Schaufenster gucken. Auf jeden Fall geht es weiter“, so Janett Noack. Sie findet das Miteinander, Achtsamkeit, Liebe und Verstehen untereinander ebenso wichtig wie den schönen Dingen des Lebens Beachtung zu schenken. Gerade in dieser Zeit: “Die Liebe ist unbesiegbar!“ Das spiegelt sich auf vielerlei Weise auch in der derzeitigen Weihnachtsausstellung wider.

Gleich mehrere Porzellankünstler zeigen hier ihre neuesten Werke: Ein liegender
Männerakt mit lustigem Vogel und eine träumende „Chimäre“ stammen von
Olaf Stoy. Extravagant die kleine, bemalte Porzellanfigur „Conchita“ von Sören Zschocke, der den als Mannfrau bekannten Sänger mit roter Mähne, Bart
und Abendkleid zeigt. In einen offenen, filigranen Vogelkäfig aus Blattkupfer
setzte er zwei Porzellanfiguren mit venezianischen Masken, die sich ihrem Vergnügen hingeben. Ein neues Kaffee- und Teeservice aus bemaltem Porzellan mit dem Titel „Schnecken-Liebe“ von Janett Noack vereint außerdem innige Insekten-Paarungen mit Libellen und Schmetterlingen. Voll intensiver Farbkraft sind die verlockenden Blumen- und Aktbilder mit Pastellkreide auf dunklen Flächen gezeichnet von Leo Lessig. Originelle Bilder mit Porzellanfiguren und -paaren, die lebendig wie Menschen aussehen und mit dem schönen Schein spielen, stellt die spanische Künstlerin Ainara Torrano aus.

Traumwandlerisch und heiter-beschwingt zugleich mit in der Luft kreisenden Kringeln, scheint ein männlicher Körper mit Tutu in weißblau winterlichen Farben geradewegs dem Ballett „Schwanensee“ entstiegen. „Lollipop“ heißt dieses von Peggy Berger gemalte Titelbild der Weihnachtsausstellung. Ihre Bilder sind erstmals in der Galerie Kunst & Eros zu sehen. Sie ist gelernte Porzellanmalerin und hat Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule bei Prof. Max Uhlig von 1997 bis 2002 studiert. Faszinierend vielseitig in der Ausdrucksweise, bleibt auf ihren Leinwänden oft in der Schwebe, was in dem Moment wirklich geschieht.

Ist der mit dem Kopf an der Wand lehnende Mann „Egon“, anspielend auf den Maler Schiele, nun erschöpft oder in erotischem Genuss versunken? Was hat es mit dem Mann mit dem Adoniskörper, der vor einem „Glasperlenspiel“ im Neonlicht sitzt, auf sich? Wieso umarmt sich das junge Paar so zaghaft? Das bleibt ganz der Fantasie des Betrachters überlassen.

„Ich male aus reiner Sinneslust“, sagt Peggy Berger. Ungewöhnliche Bildperspektiven und mal kleine, große oder runde Formate sind das Besondere an ihren Arbeiten, in denen sich Abstraktes und Figürliches oft mischen. Sie wirken wie aquarelliert mit Ölfarben. Die Farben werden wie Gewürze in mal feinen und kräftigen Nuancen abgemischt, sagt Peggy Berger, die auch eine „leidenschaftliche Köchin“ ist. Die Weihnachtsausstellung „Erotischer Advent“ wird über Januar 2022 hinaus verlängert, damit sie noch mehr Besucher sehen können.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet:

am 2. Adventswochenende am 5. + 6.12. zusätzlich von 11 bis 18 Uhr,
Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

Tel.: 0351 – 802 47 85

http://www.kunstunderos.de


Reizvolles für Liebhaber des Schönen: Kleinplastiken von Manuela Neumann, Malerei und Zeichnungen von Helena Zubler und ein bemaltes Tee- und Kaffeeservice mit Insekten-Paarungen von Janett Noack.

Schönes für den Gabentisch: ein Buch mit Grafiken von Michael Hofmann und Texten von Thomas Gerlach und ein neuer wunderbarer Jahreskalender 2022 mit Bildern von Gudrun Trendafilov.

Leipziger Buchmesse: 441 Neuerscheinungen wetteifern um Preis der Leipziger Buchmesse

„Den Blick weit öffnen“

441 Bewerbungen für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022
Juryvorsitzende Insa Wilke: „Literaturpreise sollen diese starke Literatur feiern, die wir in unserem Land lesen können.“

Der Wettbewerb für den Preis der Leipziger Buchmesse ist eröffnet. 441 Werke aus 169 Verlagen wurden für den hochkarätigen Preis eingereicht. Die siebenköpfige Jury liest sich nun durch die Einreichungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Am 17. Februar werden die Nominierten bekanntgegeben. Weitere vier Wochen heißt es dann Hochspannung: Am Eröffnungstag der Leipziger Buchmesse, dem 17. März 2022, wird der begehrte Preis in der Glashalle vergeben. Die Preisverleihung wird per Stream übertragen.

Insa Wilke übernimmt in diesem Jahr den Juryvorsitz beim Preis der Leipziger Buchmesse. Im Interview spricht sie über die Bedeutung von Literaturpreisen und die Aufgabe von Literatur.

Liebe Insa Wilke: Warum braucht es Literaturpreise?
Literaturpreise sind wichtig, um klar zu machen, was für eine Literatur wir als Lesende für unsere Gegenwart und Gesellschaft wichtig finden. Und zwar außerhalb von Quoten und Verkaufszahlen. Das heißt: Sie sollen Autor:innen in ihrem Eigensinn bestärken und uns Lesende auffordern, wach zu bleiben, uns nicht sedieren zu lassen. Und, vielleicht am wichtigsten: Sie sollen diese starke Literatur feiern, die wir in unserem Land lesen können!

Der Preis der Leipziger Buchmesse zeichnet die Arbeit von Autor:innen und Übersetzer:innen in gleich drei Kategorien aus. Worin liegt der Wert dieser Besonderheit?
Den Preis der Leipziger Buchmesse zeichnet seine Umsicht aus: Durch die drei Sparten Literatur, Sachbuch und Übersetzung ist er in der Lage, den Blick relativ weit zu öffnen. Durch die Kontinuität in der Jury geht es nicht nur um „das beste Buch“ der Saison, sondern um eine grundlegende Verständigung, auf welche Bücher aus welchen Gründen Aufmerksamkeit gelenkt werden soll. Es geht in Leipzig nicht um den Superlativ, sondern um Relevanz. Das haben mir zumindest die Listen und Auszeichnungen der vergangenen Jahre so vermittelt.

Gerade ausgezeichnete Literatur erreicht ein großes Publikum. Welche Aufgabe erfüllen diese Werke im Speziellen aber auch Literatur im Allgemeinen für ihre Leser:innen?
Literatur hat keine Aufgaben. Manche Autor:innen sind sich aber einer auch gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, weil sie die Gabe haben, Verhältnisse präzise zu sehen und auf den Begriff zu bringen. Die Aufgaben schreiben aber eher wir Lesenden der Literatur zu. Und da ist die wichtigste wohl tatsächlich: Mehr zu sehen, die eigene Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit lesend weiter zu verfeinern. Ich behaupte schon, wer Literatur liest, hat zumindest die Möglichkeit, auch gesellschaftliche Verhältnisse lesen zu lernen, also nicht nur den ästhetischen, sondern auch einen in ethischer und politischer Hinsicht kritischen Sinn zu bilden.

Über den Preis der Leipziger Buchmesse
Der Preis der Leipziger Buchmesse wird von einer siebenköpfigen Jury – bestehend aus Insa Wilke (Juryvorsitz), Moritz Baßler, Anne-Dore Krohn, Andreas Platthaus, Miryam Schellbach, Shirin Sojitrawalla, Katharina Teutsch – vergeben. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin. Medienpartner sind das Kundenmagazin buchjournal und Deutschlandfunk Kultur. Die Preisträgerinnen 2021 waren in der Kategorie Belletristik Iris Hanika mit „Echos Kammern“ (Literaturverlag Droschl), in der Kategorie Sachbuch/Essayistik Heike Behrend für „Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung“ (Matthes & Seitz Berlin) und in der Kategorie Übersetzung Timea Tankó für „Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus“ von Miklós Szentkuthy (Die Andere Bibliothek).
Text: Julia Lücke/Pressestelle Leipziger Buchmesse

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Dinnershows „Die Wunderlandklinik“ & „Der Schöne und das Biest“ können nicht stattfinden


Erkennt er den Ernst der Lage nicht oder fühlt sich zum Narren gehalten durch die Corona-Politik?! Wird die Kultur demnächst zum Notfallpatient? Dauerpatient Herr Pechmarie, gespielt von Vollblutmime Rainer König, musste schon viel über sich ergehen lassen und wollte dem Chef der „Wunderlandklinik“, Prof. Brinkmann (Dieter Beckert) jetzt endlich Paroli bieten. Doch nun bleibt diese geschlossen. Die neue Dinnershow darf wegen der neuen Sächsischen Corona-Notfallverordnung auch dieses Jahr nicht stattfinden. (lv) Fotos (2): Michael Schmidt

Statt Humor als Medizin erneut Stillstand und Frust

Ob „Wunderlandklinik“ oder „Der Schöne und das Biest“ – auch in diesem Jahr können die geplanten Dinnershows von First Class Concept nicht stattfinden. Grund ist die Sächsische Corona-Notfallverordnung vom 19.11., die eine Durchführung der Shows unmöglich macht.

Erst im September hatte Inhaber Mirco Meinel die aufwändige  Jubiläumsproduktion „Mafia Mia“ auf 2022 verschoben und als Plan B die Shows „Die Wunderlandklinik“ und „Der Schöne und das Biest“ in den „Ostra-Studios“ vorgestellt. Die Spielstätte wurde extra mit einer modernen Lüftungs- und Raumdesinfektionsanlage ausgestattet.

„Dass wir nun doch nicht spielen können, das bedeutet für mein Team, für Künstler, Techniker, Partner und Lieferanten erneut Stillstand und Frustration“, so Mirco Meinel. „Das ist wie ein mehrfaches „Déjà-vu“, denn auch die Schlössernacht haben wir schon zweimal verschoben. Es tut mir unendlich leid für alle Beteiligten, die sich so motiviert und flexibel engagiert haben. Und für die vielen Gäste, die schon Karten gekauft hatten und für die eine Dinnershow in der Vorweihnachtszeit einfach dazu gehört.“

Bereits bezahlte Tickets werden in Wertgutscheine umgewandelt und den Gästen zugeschickt. Reservierungen ohne Zahlungseingang werden automatisch storniert.

Bei Fragen kann man sich an das Ticketbüro wenden unter E-Mail info@dinnershows-dresden.de und Telefon 421 99 99.

Text: Sabine Mutschke
PR i.A. der First Class Concept


Wundersame Apparatemedizin: Mit von der Partie in der „Wunderlandklinik“ als Krankenpfleger ist das urkomische Duo „Schlicht & Kümmerling“, die sich als chinesische Wunderheiler versuchen, um ihren Niedriglohn aufzubessern. Foto: Michael Schmidt

Verhüllungen – Ausstellung „Sweet Spot“ von Helena Zubler in der Galerie Kunst & Eros


Sehnsucht nach Nähe, Verbundenheit und Vertrautheit: Galeristin Janett Noack vor den Bildern von Helena Zubler.

Körper kopfüber im Traum verloren

Sinnliche bis ironische Spiegelbilder einer aus dem Lot geratenen Welt zeigt zurzeit Helena Zubler in ihrer Ausstellung „Sweet Spot“ in der Galerie Kunst & Eros, Hauptstraße 15 in Dresden. Noch bis 20. November.

Innere Welten und Auflösung. Sehnsucht nach Nähe, Verbundenheit und Vertrautheit. Mit dem Umgang damit in Corona-Zeiten spielt die Künstlerin Helena Zubler eindrucksvoll, berührend, witzig-sinnlich und verführerisch in ihren Bildern in der derzeitigen Ausstellung „Sweet Spot“ in der Galerie Kunst & Eros in Dresden.

Der Ausstellungstitel nimmt mehrdeutig Bezug auf eine Gegenwart, in der sogenannte „Hot Spots“ plötzlich überall auftauchen und gänzlich ihres ursprünglichen Wortsinns beraubt, von sinnlich, erotischen, heißen Körperpunkten zu Gefahrenzonen werden, die man besser meidet. Diese Umwertung von Begriffen bis ins Gegenteil verkehren aus dem zwischenmenschlichen Bereich ist eine ebenso traurige wie absurde Begleiterscheinung in der Corona-Krise samt all ihren einschränkenden Maßnahmen.

In diesem Spannungsfeld bewegen sich die figürlichen Arbeiten vorwiegend in Grautönen vor leuchtend gelben Flächen und Körperformen. Malerei auf Papier, Leinwand und Karton sowie Zeichnungen mit schwarzer Tusche und Bleistift von Helena Zubler. Entstanden sind diese im Zeitraum von 2018 bis 2021. Das großformatige Bild mit einem sich innig umarmenden Paar scheint aus einer anderen Zeit zu stammen. Auf den anderen Bildern begegnen einem Körper kopfüber mit verdrehten Gliedern wie eine aus dem Lot geratene Welt. „Im Traum verloren“ heißt ein Bildtitel, das eine Frau im gelben Kleid kopfstehend, versunken, in fließenden Körperlinien zeigt. Immer wieder tauchen Hände auf, die nach Berührung verlangen, sich über Begrenzungen hinweg einem anderen nähern, sich halten oder verspielt und lustvoll von Früchten vor der Körpermitte naschen. Zwei Paar Hände und Füße geben sich wohligem „Bettgeflüster“ hin. Eine Serie mit Zeichnungen dreht sich um „Entfesselungskunst“, die Vertrauen und Hingabe erfordert.

In einem Selbstporträt zeigt sich Helena Zubler mit der Zunge an einem stachligen Kaktus. Lust und Schmerz, Empfindsamkeit und Verletzlichkeit gehören zusammen und wirken der Abstumpfung der Sinne entgegen.

Schön ironisch ihre schwarzen Tuschezeichnungen zum Thema „Verhüllung“ mit körperlicher Ver- und Entkleidung, die schon mal zur „Sockosophie“ werden kann bis zur Maskerade mit Unterhose und drei kleinen Ölbildern mit aufreizend roter „Schnute“. Eine Hand hält ein Herz – frei und ungeschützt.

Helena Zubler studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Seit Abschluss ihres zweijährigen Meisterschülerstudiums bei Prof. Ralf Kerbach ist sie als freischaffende Künstlerin in Dresden tätig.

Die Ausstellung „Sweet Spot“ ist noch bis 20. November zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo bis Sa von 11 bis 15 Uhr

Tel.: (0351) 802 47 85

http://www.kunstunderos.de