Start der Schreib- und Geschichtenwerkstatt für Kinder „Fantasius Firlefanz“

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Geschichten-Abenteuer erleben – Jeder hat Fantasie!

Für alle, die in den Sommerferien noch nichts vorhaben, startet für neugierige, spiel- und erzählfreudige Kinder und Jugendliche die Schreib- und Geschichtenwerkstatt „Fantasius Firlefanz“ mit Lilli Vostry, freie Journalistin und INhaberin des KulturBlogs meinwortgarten.com als neues Angebot im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Heute am 4.7., von 16 – 18 Uhr das erste Mal. Ab 11. Juli dann immer mittwochs von 17 – 19 Uhr. Ich freu mich auf Euch.

Hallo, liebe Kinder!

Hier könnt Ihr die kreative Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche „Fantasius Firlefanz“ kennen lernen. Der bewegliche kleine Holzvogel ist unser Begleiter, der unsere Fantasie beflügeln möchte. Bei den Geschichten-Abenteuern, die uns zuflattern aus der großen Welt der Worte.

Gemeinsam entdecken wir den Spaß am Erzählen, sprachlichen Gestalten in spielerischer Form und Umsetzen der selbsterdachten Geschichten.

Wenn Ihr gern träumt, erfindet, neugierig seid, Euch lesend und schreibend ausprobieren wollt, ist die Schreib- und Geschichtenwerkstatt ein guter Ort, dies miteinander zu tun.

Zu meiner Person: Ich heiße Lilli Vostry, schreibe selbst gern seit meiner Kindheit und arbeite hauptberuflich als freie Journalistin, außerdem als Kinderbetreuerin und in der Deutsch-Nachhilfe in Dresden. Es sind auch spezielle Angebote für Kinder mit ADHS möglich.
Ich gebe auch Kurse in spielerischem Schreiben für Kinder auf Anfrage in Schulen.

Kosten pro Teilnehmer pro Nachmittag: 5 Euro

Kontakt: Lilli Vostry, Tel. (0351) 848 75 03 oder 0177 – 524 88 48
email: Lilli.Vostry@freenet.de

 

Keine für Alle! – Lara Finesse

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Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

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Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

16. Kunst: offen in Sachsen: Dosierte Kunst-Improvisationen im KlangLabor


Wort & KlangGebilde: Aerdna Harp an der Harfe und Lilli Vostry, Inhaberin von meinwortgarten bringen wieder sphärische Klänge und Gedichte zusammen zu Gehör. Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia

Klang-Wort-Mal-Tanz-Bild

Verschiedene Künste treffen aufeinander in besonderem Ambiente am 30. Mai, von 12 bis 18 Uhr im KlangLabor, Lommatzscher Staße 6 in Dresden. Es beteiligt sich beim „16. Kunst: Offen in Sachsen“, bei dem Künstler sachsenweit ihre Ateliers und Kunsträume für Besucher öffnen über Pfingsten vom 30.5. bis 1. Juni.

Wortklänge, Klangmalerei, Tanzbilder und Musik in Bewegung erfüllen den Raum, verbinden und regen sich gegenseitig an. Dazu lädt unter dem Motto „Dosierte Kunst-Improvisationen“ Andrea Dorschner, Inhaberin des KlangLabors in Dresden wieder Neugierige und Kulturinteressierte am Sonnabend ab mittag ein.

Zu sehen ist eine Ausstellung mit Dosenkeramik von Karin Dorschner und farbenfrohe Musikerbildnisse von Christopher Simpson.

Außerdem sind Einzelaufführungen um 12, 14 und 16 Uhr. Den Reigen verschiedener Künste eröffnen Aerdna Harp (Andrea Dorschner) mit Harfenspiel und Lilli Vostry mit eigenen, neuen und älteren Gedichten, in denen es um den Zauber des immer neu Anfangens, Wandlungen in der Natur und im Leben geht.

14 Uhr ist Musik und Malerei für alle angesagt.

16 Uhr Tanz und Musik mit Tanzkunst Anna Ameno, Matthias Baumgart am Saxofon und Aerdna Harp an der Harfe.

Die Beteiligten freuen sich über reges Interesse und Kommen.

Text (lv)

Das ganze Programm steht unter http://www.kunst-offen-in-sachsen.de


Musiker Matthias Baumgart und Tänzerin Anna Ameno

Frivol als auch! – Eine Musikalische Zeitreise in die Goldenen Zwanziger im Dresdner Comedy & Theater Club


Charmant und frivol: Kathy Leen und Holger Miersch lassen die 20er Jahre aufleben in ihrem Programm. Foto: Dresdner Comedy & Theater Club

Gigolo, Vamp und Tingeltangeleuse

Ein Programm mit Ohrwürmern aus den Goldenen Zwanziger Jahren mit Sängerin Kathy Leen und Holger Miersch am Klavier. Zu erlebgn in der ersten Nach-Corona-Veranstaltung am 29. Mai, um 20 Uhr im Dresdner Comedy  & Theater Club, der sich im Gewölbekeller im Kügelgenhaus auf der Hauptstraße 13 befindet.

Mit Swing, Chansons & Nonsens-Schlagern begeben sich Kathy Leen und Holger Miersch mit ihrem Publikum auf eine „Zeitreise“ einhundert Jahre zurück. In einem charmanten Streifzug sind die Ohrwürmer dieser Ära zu hören, mit ihren ach so herrlichen Texten, mal frech, mal nachdenklich oder eindeutig zweideutig. Ein Blick in die Etablissements der Zeit, wo sich Gigolo, Vamp & Tingeltangeleuse die Hand gaben, um Charleston zu tanzen und die Vergnügungsindustrie bebte!

Als die ersten Tonfilme liefen, Rundfunkgeräte für Begeisterungsstürme sorgten und aus einfachen Mädchen Filmgöttinnen wurden. Alles oder nichts! Eine Zeit der Superlative, die bis heute nachwirkt und teilweise erschreckend aktuell erscheint. Für Kenner ein Wiedertreffen mit den schönsten Melodien der Zeit und für alle anderen eine wahre Neuentdeckung. Humorvoll, erotisch, unterhaltsam – eben „Frivol, als auch“.

Text: Heike Jack

DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB Gewölbekeller im Kügelgenhaus Hauptstraße 13 01097 Dresden Telefon 0351 – 46 44 877
www.comedytheaterclub-dresden.de 

Neue Lyrik: Rhabarber – Ein Gedicht aus dem Backofen & Im Rausch der Regensinfonie

Rhabarber

Intensivrote und zartgrüne
feste Stangen
wie Fernrohre der Blick
nach innen gerichtet

offenbaren nach dem Schälen
feinfaserig zerteilt und aufgelöst
in weiche Stücke beim Kochen
ihre eigenwillige Süße

die mich als Kind schon faszinierte
wenn ich meiner Großmutter in ihrer
geblümten Schürze zusah
wie aus den unscheinbar sperrigen Stielen
solch köstliches Kompott entstehen kann

in dem die Säfte der Natur
und feine Fäden verschmelzen
zu einem rosa fruchtigen Brei
betörender Duft kitzelt die Nase

die Aromen tanzen auf der Zunge
wie es Worte nicht vermögen
in ihrer unwiderstehlichen Mischung
aus herb sauer und frühlingssüß
auf ofenwarmem Teig
zur Feier des Lebens

LV
16.5.2020
geschrieben vor dem Backen und vor der Premiere meiner ersten Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ im KlangLabor Dresden

Fotos (lv)

Lichtblick

Letzte Nacht lag
ich wach und hörte dem Regen zu
er rann flüsterte streichelte
floss zu mir herüber
das Wasser stieg
und stieg
fast bis zu den Bäumen
in denen die Vögel sangen
am Morgen im Rausch
der Regensinfonie

stand ich in der Frische
am Fenster und sah dich
ein winziges Herzblumenleuchten
umwuchert von Gräsern
wogend im Wind
überstrahlte alles

Verlorene ich vermisse mich
schrieb einer im Netz
ich bin bei mir
doch habe mich
noch nicht gefunden

LV
23.5.2020

Premiere der Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Harfenspiel im KlangLabor Dresden


Wort & KlangZauber: die Musikerin Aerdna Harp an der Harfe und die Autorin Lilli Vostry bei der Premiere ihres Programms „Vom Zauber endloser Anfänge“ am 16. Mai im KlangLabor, Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia

Poetische Wolken und Töne
aus dem All

Lilli Vostry und Aerdna Harp stellten erstmalig ihre Wort- und Klanggebilde im KlangLabor Dresden vor.

Wie darf man sich den Zauber endloser Anfänge vorstellen? Als ein Wunschbild, das nie in Erfüllung geht? Wie Kopfkino ohne Eintrittskarte?

Warum Lilli Vostry, Journalistin und Bloggerin, diesen Titel für ihre erste Lesung mit Musik im KlangLabor in der Lommatszscher Straße 6 in Dresden wählte, wird schnell klar. Ihre Poesie hat etwas Endloses, nicht Fassbares, Vergängliches, das immer neu geboren wird.

Seit vielen Jahren formuliert Lilli Vostry Erlebtes und Empfundenes in lyrischer Form. Sie hat schon mehrere Gedicht-Kalender veröffentlicht, ihre „Wortgebilde“ kann man auf ihrem Blog oder auf Facebook finden. Aber noch nie konnte man sie bei einer öffentlichen Lesung von ihr selbst hören. Die 53-Jährige fand ihre Gedanken viel zu persönlich, um sie so direkt vor fremden Ohren auszubreiten.

Dass sich dies nun änderte, ist Aerdna Harp alias Andrea Dorschner zu verdanken. Die Harfen-Improvisatorin wurde Lillis Freundin in Zeiten der Corona-Einsamkeit. Gemeinsam entdeckten die beiden Frauen, wie gut die Worte der einen und die Klänge der anderen miteinander harmonieren. Aerdna Harp, Inhaberin des KlangLabors, zupft aus ihrer Elektroharfe solch sphärische Klänge, dass man meint, sie kämen direkt aus dem All.

Auf wundersame Weise können sie sich mit den poetischen Wolken Lilli Vostrys vereinigen. Sie lassen gerade aufkommende Gedanken weiterfliegen, lenken sie in eine andere Richtung, lösen sie auf oder machen sie zu einem enormen Stimmungsgewitter. Manchmal wäre es allerdings vielleicht besser gewesen, Gedichte und Töne nicht ineinanderfließen zu lassen, sondern jedem für sich Raum zu geben.

Dennoch war die Premiere – für Lilli Vostry wie für das Publikum – ein gelungen-angenehmer Frühsommerabend. Ein Anfang, dessen Zauber nach Wiederholung ruft. Mit oder ohne Mikro. Mit neuen Gedichten. Oder ohne.
Kathrin Krüger-Mlaouhia

Die Autorin ist Redakteurin bei der Sächsischen Zeitung in Großenhain.


Ausstellung „Traffic“ des Berliner Künstlers DAG eröffnet in der Artbox Dresden


DAG, Club Watergate. 2017 Mural (Wandmalerei), 300 x 300 cm

Geregeltes Chaos

Die zweite Ausstellung in der Artbox Dresden zeigt abstrakte Wandmalerei des Berliner Künstlers DAG.  

Die Eröffnungsveranstaltung entfällt aufgrund der aktuellen Bestimmungen.

Geöffnet ab: Freitag | 15.5.2020 | 19 h
Einführung auf Video: John Hinnerk Pahl (Kunsthistoriker)
Ausstellungsdauer: 16.5. – 28.6.2020 im 24 h Ausstellungsraum an der Ecke Hafenstraße/Uferstraße

„Die Artbox Dresden präsentiert ab dem 15. Mai 2020 die Ausstellung „TRAFFIC“ des Berliner Künstlers DAG. Seine abstrakten Bildwelten werden bevölkert von geometrischen Formen wie Dreiecken, Kreisen und Rechtecken, die durch ihre serielle Aneinanderreihung in Bewegung geraten.
Der 1964 in Eberswalde geborene Dag Przybilla entwickelte seine Kunst in den 90er Jahren im Umfeld der Berliner Techno-Kultur. Ausstellungen folgten in Paris, Tel Aviv, Chicago, Tokio, Zürich, Singapur, Amsterdam, Brüssel, London und vielen anderen Städten weltweit. DAG vermag es, „Strukturenfelder“, so nennt er seine Murals und Gemälde, mittels präziser Linienführung beinahe wie gedruckt erscheinen zu lassen.
„Es ist ein geregeltes Chaos“, erläutert der Künstler, „aber es muss kontrolliert ablaufen“. Im Gegensatz zur Perfektion technisch produzierter Bilder, die unseren Alltag heute prägen, lässt DAG auch Abweichungen, vermeintliche Fehler, zu. So vermag er es, die Welt in elementare Formen zu zerlegen und neue Welten zu bauen, die doch trotz ihrer Ungegenständlichkeit den Bezug zur Wirklichkeit nicht verlieren.“ John Hinnerk Pahl
Die Artbox Dresden, Kunstschaufenster wird gefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz in Dresden.

„Vom Zauber endloser Anfänge“ – Premiere im KlangLabor Dresden


KlangLabor im Freien: Lilli Vostry und Aerdna Harp bei einer Klangprobe auf den Elbwiesen in Dresden

Wort- und Klanggebilde über den Zauber des Augenblicks und
die Wandlungen im Leben

Die Premiere der Gedicht-Lesung mit Musik: „Vom Zauber endloser Anfänge“ ist am 16. Mai, um 18 Uhr im KlangLabor, Lommatzscher Str. 6 in Dresden.

Musik- und Poesieliebhaber sind herzlich eingeladen zu meiner ersten öffentlichen Gedicht-Lesung: “Vom Zauber endloser Anfänge – Wort- und Klanggebilde
von Lilli Vostry (freie Journalistin und Autorin) und Aerdna Harp an der Harfe“. Eigentlich sollte sie am 21. März zu Frühlingsbeginn stattfinden und wird nun infolge der Corona-Regelungen am 16. Mai, um 18 Uhr im KlangLabor, Lommatzscher Str. 6 in Dresden Premiere feiern unter Beachtung der Hygienevorschriften wie Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz.

Zu hören sind ältere und neue Texte, darunter aus den bereits vier veröffentlichten GedichtBilderKalendern, die zwischen 2012 und 2020 entstanden und auch einige Texte zum Leben in Corona-Zeiten.

Meine Wortgebilde sehe ich wie Wolken, die beständig ihre Form ändern,
in offener Weite die Fantasie anregen und in denen man immer etwas Neues entdecken kann. Die mal unbeschwert, mal bewölkt, von den Wandlungen im Leben, von Licht und Schatten, dem Zauber des Augenblicks und Neuanfangs erzählen.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Herzliche Grüße
Lilli Vostry und Aerdna Harp

Eintritt: 7 Euro… günstiger als eine Kinokarte und viel Kopfkino!

Kontakt für Rückfragen & Anmeldung (da begrenzte Platzzahl)
e-mail: Lilli-Vostry-Journalistin@gmx.de
Handy: 0177 – 524 88 48

Hier ein Gedicht aus dem Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“.

Weisses Tier

Auf der Wiese
hinterm Fluss
im Schatten der Altstadttürme
sitzt ein weiß gehörntes Tier
wie gemeißelt im Gras
gefesselt an die Blicke der Passanten
die rätseln welcher Art es sei
sich weiden am seltsamen Anblick
ohne seine Herde

weit weg
schüttelt das anmutige Tier sein Haupt
in sanften Wellen rudern
gebogene Hörner Zeichen in die Luft
fließt dunkler Sonnenglanz in den Augen

zwischen uns
frisst allen Schmerz auf
fallen unter mattem Wimpernschlag kreisende Fliegen
weiter her über das gesträubte Fell
während hinten im roten Zelt die Musik
ohne das Hörnertier weiterspielt
ein fernes Rauschen
wie lange noch
LV

Kunstprojekt „Das weite Land“ mit Christina Wildgrube im Kunstverein Meißen

Die Künstlerin Christina Wildgrube realisiert im April und Mai 2020 unter dem Titel „Das weite Land“ im Kunstverein Meißen ihr für das Residenzstipendium eingereichtes künstlerisches Vorhaben. Sie zeichnet und sammelt dafür Formen, Ornamente und Muster der Albrechtsburg Meissen und überträgt diese in einen neuen Kontext.
Besucher haben die Möglichkeit am Entstehungsprozess der künstlerischen Arbeit, über die Schaufenster des Kunstvereins oder zu bestimmten Terminen im persönlichen Gespräch mit der Künstlerin, teilzuhaben:
jeweils Mittwoch, den 6., 13. und 20. Mai, von 16 – 18 Uhr
Daran können zeitgleich max. 5 Besucher teilnehmen. Bitte haben Sie Ihre Gesichtsmasken dabei.

Vorankündigung:

Das weite Land – Christina Wildgrube
Stipendiat*innenausstellung 2020
23. Mai bis 20. Juni
von Christina Wildgrube, Rückkehr, Linotype 12 Cicero, 2020
Ausstellungs-Eröffnung „Das weite Land“ am Samstag, 23. Mai  17- 20 Uhr
Zur Eröffnung besteht die Möglichkeit mit Christina Wildgrube über ihre realisierte Arbeit ins Gespräch zu kommen.
Dazu lädt der KV Meißen unter Vorbehalt einer begrenzten Besucherschaft ein. Es werden zeitgleich nur 5 Besucher eingelassen. In der Zwischenzeit können die Besucher sich die Arbeiten über die großen Schaufenster anschauen. Bitte etwas Geduld und Gesichtsmasken mitbringen.
Text: Matthias Lehmann
Kunstverein Meißen e.V. · Burgstraße 2 · 01662 Meißen · Tel. / Fax: 03521 476650 · www.kunstverein-meissen.de · Öffnungszeiten: Donnerstag bis Freitag 12 – 18 Uhr und Samstag 10 – 15 Uhr  ·  Sonntag bis Dienstag und zwischen den Ausstellungen geschlossen. Eintritt frei.

Der Verein arbeitet auf ehrenamtlicher und gemeinnütziger Basis. Eine kontinuierliche Vereinsarbeit ist nur möglich mit Hilfe von öffentlichen Fördermitteln und privaten Spenden. Bereichern auch Sie das kulturelle Angebot der Stadt und Region Meißen, indem Sie die Arbeit des Kunstvereins mit einer Spende unterstützen! (Spenden an gemeinnützige Vereine sind steuerlich voll abzugsfähig.)
Spendenkonto: Kunstverein Meißen e.V.
IBAN DE86 85055000 3150000202 · BIC SOLADES1MEI · Sparkasse Meißen · Wir stellen nach Eingang Ihrer Spenden eine Spendenbescheinigung aus. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Oder werden Sie Mitglied bzw. Fördermitglied. So sorgen Sie mit Ihren Mitgliedsbeiträgen für eine kontinuierliche Unterstützung. Das Anmeldeformular gib es auf unserer Webseite: www.kunstverein-meissen.de, ausfüllen und versenden an kontakt@kunstverein-meissen.de, Vielen Dank!

Museen der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten öffnen wieder

Nach Museums-Tour auf dem Sofa können Besucher wieder durch das Schlösserland spazieren

Ab 4. Mai öffnen die Museen der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) wieder. In den eintrittspflichtigen Parks und Gärten gilt ab diesem Zeitpunkt wieder der reguläre kostenpflichtige Eintritt. Dann sind auch die Pflanzenhäuser im Park Pillnitz geöffnet und die sanitären Anlagen in allen Parks und Gärten ebenfalls wieder öffentlich zugänglich. Die Öffnung und geltenden Hygienerichtlinien richten sich nach der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung.

Mund-Nasen-Bedeckung ist Pflicht, Bezahlen möglichst kontaktlos

Beim Besuch der Museen in den staatlichen Schlössern, Burgen und Klöstern ist bis auf weiteres die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung zwingend erforderlich, um Mitarbeiter und Gäste zu schützen. Auf den Mindestabstand von 1,5 Meter ist zu achten.

Wir bitten unsere Besucher, beim Besuch der eintrittspflichtigen Angebote in unseren Häusern und Anlagen möglichst auf das kontaktlose Bezahlen bspw. mit der EC-Karte zurückzugreifen, um sich selbst aber auch unsere Mitarbeiter an den Eintrittskassen zu schützen.

Dies gilt zunächst für folgende Häuser und Anlagen:

  • Filmkuppel „Zwinger Xperience“ im Innenhof des Dresdner Zwingers
  • „Festung Xperience“ in der Festung Dresden
  • Schloss & Park Pillnitz
  • Schloss Moritzburg
  • Albrechtsburg Meissen
  • Barockgarten Großsedlitz
  • Schloss Weesenstein
  • Burg Stolpen
  • Barockschloss Rammenau
  • Schloss Nossen
  • Klosterpark Altzella
  • Burg Mildenstein
  • Burg Kriebstein
  • Schloss Rochlitz
  • Burg Gnandstein

Weiterhin keine Veranstaltungen und keine eigenen gastronomischen Angebote

Allerdings gilt die Wiedereröffnung nicht uneingeschränkt. Veranstaltungen, Führungen und kurzfristige Vermietungen sind grundsätzlich bis zunächst 31. Mai 2020 weiterhin nicht gestattet. Gastronomische Einrichtungen in den Häusern und Anlagen der SBG müssen ebenfalls bis auf weiteres noch geschlossen bleiben. Auch die Dresdner Parkeisenbahn – beliebte Freizeitattraktion nicht nur bei den Dresdner Familien – wird den Betrieb noch nicht wieder aufnehmen können. Geschlossen bleiben vorerst auch das Fasanenschlösschen Moritzburg und das Fluchtmuseum im Schloss Colditz. Das Palais im Großen Garten wird weiterhin nur für standesamtliche Trauungen genutzt.

SBG empfiehlt dringend, vor Besuch auf den Websites der entsprechenden Häuser und Anlagen oder direkt unter www.schloesserland-sachsen.de die jeweils aktuellen Öffnungszeiten zu recherchieren. Einige Einrichtungen haben am Montag, dem 4.5. noch Ruhetag.

Sonderausstellungen in den Schlossmuseen

Mit der Öffnung der Schlossmuseen bei SBG sind nun auch die für diese Saison geplanten Sonderausstellungen wieder besuchbar:

  • Schloss Moritzburg „350 Jahre Mythos August der Starke – Geschichte. Macht. Ihr.“
  • Schloss Weesenstein „Der gute Ton – Amalie von Sachsen“
  • Schloss Pillnitz „Seiner Zeit voraus! Prinz Max von Sachsen“
  • Burg Kriebstein „Dicke Luft. Burg Kriebstein und die Papierfabrik 1856 – 1945“
  • Schloss Rochlitz „Drauf geschissen 2.0 – eine kleine Kulturgeschichte des stillen Örtchens“

Zurzeit kein Ticket-Webshop für SBG

Der Webshop SBG für den Ticketverkauf (Museen, Veranstaltungen) bleibt bis auf weiteres geschlossen. Ticketkäufe für den Museumseintritt sind nur an der Kasse möglich.

Onlinetickets und bereits gekaufte Tickets für Veranstaltungen und Führungen

Die gebuchten Tickets behalten weiter ihre Gültigkeit.
Bei Fragen zur Erstattung wenden sich die Besucher bitte an die Service-E-Mail des jeweiligen Schlossbetriebes.

Rückblick auf Schließzeit: Saisonstart 2020 nur virtuell

Seit dem 14. März waren die Museen der staatlichen Schlösser und Burgen im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Corona-Virus geschlossen. Die historischen Parks und Gärten blieben – eintrittsfrei und nur bei Beachtung der allgemeinen Sicherheits- und Hygieneregeln – geöffnet. Der eigentlich für Anfang April geplante offizielle Saisonstart von SBG musste ausfallen. Als Alternative arrangierte SBG einen virtuellen Saisonstart unter dem Motto „Museumstour auf dem Sofa“ unter www.schloesserland-sachsen.de/schloesserland-sachsen-fuer-zu-hause . Nun aber, nach der Lockerung der allgemeinen Verordnung durch die sächsische Landesregierung können die Museen auch bei SBG wieder öffnen und Gäste empfangen.

Der Geschäftsführer von SBG, Dr. Christian Striefler ist erleichtert: „Das ist eine sehr gute Nachricht. Wir freuen uns, nun endlich unseren Gästen wieder die tollen Angebote in unseren historischen Baudenkmalen präsentieren zu können. Freuen Sie sich auf neue Ausstellungen und besondere Angebote, die nun, durch die aktuelle Situation etwas verzögert und unter bestimmten Regeln, wieder besuchbar sind. Entdecken Sie beispielsweise die Sonderausstellung „350 Jahre Mythos August der Starke – Geschichte. Macht. Ihr“ im Schloss Moritzburg. Denn in diesem Jahr feiert der ehemalige sächsische Kurfürst 350. Geburtstag, ein Thema, dem wir uns mit dieser Ausstellung gern widmen wollen.“

Text: Uli Kretzschmar/Fachteamleitung Presse & Kommunikation Subject Responsible Press & Communication
Bereich Marketing Marketing Department

 

Unbequeme Wahrheiten: Das neue Buch „Das gespaltene Land“ von Hans-Joachim Maaz

Tiefenpsychologische Wahrheiten

Warum das neue Buch „Das gespaltene Land“ von Hans-Joachim Maaz weh tut, ehrlich ist und eine konsequente Fortsetzung seiner früheren Analysen.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Hans-Joachim Maaz, Psychotherapeut und Psychoanalytiker aus Halle, hätte es mit 77 Jahren wesentlich ruhiger haben können. Statt dessen hat er bei C.H. Beck nach „Der Gefühlsstau“ 1990, „Die Liebesfalle“ 2010, „Hilfe! Psychotherapie“ 2014 oder „Das falsche Leben“ 2016 ein weiteres Werk nachgelegt. Das so schonungslos wie kein früheres die unbewussten Blockaden unseres gesellschaftlichen Miteinanders offenlegt. Niemand, auch er selbst nicht, ist bei dieser Analyse ausgenommen. Das muss Probleme bringen.
*
Haben viele den „Gefühlsstau“ noch bejubelt, weil er erstmalig und umfassend ostdeutsche Befindlichkeit erklärte. Und damit auch ehemaligen DDR-Bürgern die Augen über ihre innerseelische Lage öffnete. So war schon „Das falsche Leben“ für manchen eine unerträgliche Zumutung. Dass viele Menschen keine wirklich stabile Identität und keine gefestigten Selbstwertstrukturen haben sollen, ist eine harte Konfrontation. In der frühesten Kindheit erlittene Zurückweisungen, Liebesentzug, Beschämungen, Vernachlässigung oder körperliche bzw. seelische Übergriffigkeit sollen dafür verantwortlich sein.
*
Maaz weiß, dass das stimmt. In rund 40 Jahren Berufserfahrung hat er erlebt, wie aufgestaute Gefühle, diese berechtigte Wut, die im Kleinkindalter nicht ausagiert werden durfte, den Menschen im Inneren doch Zeit seines Lebens zu schaffen machen, ohne das er das merkt. Emotional schützende Abspaltung und Verleugnung sorgen bei den Betroffenen für Widerspruch, wenn man sie darauf aufmerksam macht. Erst in einer Krise kann sich, zum Beispiel in einer Psychotherapie, diese aufgestaute Energie intensiv entladen.
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Maaz schreibt: „Wenn die Angst, der mörderische Hass, der herzzerreißende Schmerz und die abgrundtiefe Trauer über die erlittenen frühesten Beziehungsstörungen zwischen Mutter, Vater und Kind oder anderen frühen Betreuungspersonen zur Entladung kommen, versteht man plötzlich etwas von Kriegsbegeisterung, Mordlust, Vernichtungswut, von sozialer Gewalt, Denunziation, Verfolgung und Diffamierung, von Neid, Eifersucht, Gier und Sucht.“
*
Gerade aus diesem Grund belässt es Hans-Joachim Maaz nun nicht nur bei der Betrachtung von falschem Leben Einzelner. Er sieht eine gesellschaftliche Krise gekommen, in der Ersatzbefriedigungen nicht mehr für alle ausreichend zur Verfügung stehen. Gesellschaftsanalytiker aller Colour sehen das ähnlich. Es geht aber nicht nur um materielle Werte. Es geht erneut und nun gesamtgesellschaftlich um Anerkennung, Einbeziehung, Wertschätzung. Maaz zitiiert Jakob Augstein: „Der Erfolg der Rechten ist das Fieber Europas. – Die Rechten sind das Symptom.“
*
Nur wer ernsthaft und vorurteilsfrei bei Maaz nach tiefenpsychologischen Erklärungen sucht, wird sie finden. Allerdings liest sich „Das gespaltene Land“ teilweise nur mit Anstrengung. Denn so treffende Formulierungen und schlüssige Erläuterungen der Autor auch findet – über weite Strecken schreibt er sehr intellektuell und fachspezifisch. Lesern ohne Vorbildung könnte das größere Verständnisschwierigkeiten bringen.
*
Doch schon nach den ersten Rezensionen des Buches in den Medien zeichnet sich ab, dass die düsteren Erklärungen, was unsere kollektiven Selbst-Entfremdungen anrichten, zurückgewiesen und umgedeutet werden. Maaz` Einschätzung, „es gibt keinen überzeugenden demokratischen Diskurs mehr“, wird vielfach abgelehnt, der Autor wird zum Populisten abgestempelt. Damit hatte er gerechnet. Er hat die Normopathie – also die gesellschaftliche Anpassung und das Mitläufertum, verbunden mit den entsprechenden Schutzreaktionen – ja selbst wissenschaftlich ergründet. So hat er sich selbst als Sündenbock angeboten.
*
Für alle Leser, die es ernst meinen mit der innerseelischen Demokratisierung – als Voraussetzung, damit auch gesellschaftliche Demokratie gelingt – gibt es sinnvolle Hinweise. Stichwort Schulung von Würde, Gefühlskunde, Beziehungskultur, und immer wieder Selbsterkenntnis und Auflösung unbewusster Konflikte. Das allerwichtigste aber ist, Kinder so aufwachsen zu lassen, dass ihre eigene Lebendigkeit nicht unterdrückt wird. Die nicht zu übersehende gesellschaftliche Spaltung kann überwinden, „wer sich frei durch den Dschungel der Pluralität zu bewegen weiß“. Wer den Konfliktfeldern der Kommunikation und Entscheidungsfindung „die Energie für Feindseligkeit entzieht“. Wer erkennt, dass man auch Wirtschaft und Politik am besten mit Psychologie erklären kann. Denn sie werden von Menschen bestimmt.

Hans-Joachim Maaz, „Das gespaltene Land“, C.H. Beck 2020, 16,95 Euro, als Ebook: 12,99 Euro
Leseprobe unter https://beckassets.blob.core.windows.net/productattachment/
readingsample/14597445/30262056_leseprobe%20das%20gespaltene%20land.pdf
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Kollektive Selbstentfremdung passend zu Maaz`Buch: das Bild „Die Kleinen Leiden“ des Großenhainer Künstlers Sebastian Bieler.
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Vielstimmigkeit
(zu H.J. Maaz „Das gespaltene Land“)

Gleichklang
der Worte Stimmen Schritte
im Gleichschritt marsch
versiegt Vielklang
Gleichgewicht verliert
gleichviel
bleibt
bleiern
Eintönigkeit
einig Vaterland
Gleichgültigkeit
Lilli Vostry
4.5.2020

Neue Lyrik: Blütenrausch & Pusteblumenzeit

Bütenrausch

Die Bäume stehen blütenschwer
im Abendlicht fliegen die Blätter
in lautloser Umarmung mit dem Wind
weißes Lächeln im Fallen
stecken Blüten im Gras
voller Farbsprenksel
hält ihr Leuchten an

kleine Hände greifen
nach den Blütenflocken
schütteln sie lachend von den Zweigen
im unbändigen Spiel mit der Fülle
verweht lautlos Schönheit

eine dicke Hummel nähert sich
mit Gebrumm den Blütenwogen
die Blätter verlieren
und weiter wogen
auf einem tieferen Ast sitzt ein Mädchen
halb in der Luft und am Boden
pflückt eine kleine gelbe Sonne
und verreibt die gelbe Farbe auf der Haut

auf der Wiese zeichnet sich mein Körper
ab mit den langen Baumschatten
fließe ich zu ihnen
ein Junge reicht mir tiefrote Blüten
zu all den anderen aufgesammelten
die doch nicht halten
im Arm hält er einen Teddy
strahlend blau wie der Himmel

LV
26.4.2020

Pusteblumenzeit

Grauweiß der Himmel
mit einem Sonnenlächeln
beginnt der Tag
reglos wie das Gefieder
des kleinen Vogels
am Straßenrand
eine Kohlmeise
sie lag einen Flügelschlag entfernt
vom saftigen Grün
unter dem Mauerbogen der Bahngleise

flaumig federleicht wie die Pusteblumen
auf den Wiesen bereit zum Flug
dazwischen vereinzelt Menschen
die ihren Träumen nachhängen
warten angestubst zu werden
bis die Himmelsschlüsselchen fliegen
hin zu den wohlig grasenden Schafen
die ihre Runde am Fluss
weiterdrehen

LV
28.4.2020

Fotos (lv)