Aus meinem Wortgarten in die Welt: Neues Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ startklar

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Den Zauber des Moments im Blick: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry
Schneckenreise. Einladung zum Innehalten, Interagieren und Neues ausprobieren.

Der Zauber endloser Anfänge geht weiter

Nach der Premiere des Gedicht-Programms „Vom Zauber endloser Anfänge“ im Mai im KlangLabor Dresden sind neue Texte zum Leben in Corona-Zeiten eingeflossen. Damit kommt die Autorin Lilli Vostry gern mit musikalischer Begleitung an neue Auftrittsorte in Dresden und der Region.

Ich werde ältere und neue Texte gemischt lesen, die vor und während der Zeit des Lockdowns entstanden sind. Die Zuhörer können die Lyrik und Kurzprosa auf sich wirken lassen und für sich herausfinden, wie zeitlos die Stimmungen sind, wie sie sich wandeln, wo es Berührungsmomente, Reibung und Brüche gibt und wie sich der Blick auf das eigene Leben und die Welt in Corona-Zeiten verändert. Zu den Gedichten aus den Jahren von 2012 bis 2020 sind außerdem Notizen aus meinem Corona-Tagebuch zu hören, die auch auf Einträge und Reaktionen auf Texte auf meiner FB-Seite zurückgreifen und diese reflektieren. Daraus entsteht ein Puzzlebild verschiedenster Stimmen und Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen von Menschen, die von ihrem Umgang mit dem rätselhaften Virus, den Auswirkungen im Alltag und der Gesellschaft erzählen. Die Puzzleteile kann jeder für sich betrachten, sortieren, anders und neu zusammensetzen.

Dieses Programm will anregen, den Blick über das Maske tragen hinaus wieder für Begegnungen, Gespräche, ein offenes, lebendiges Miteinander mit allen Facetten zu öffnen, um aus Abständen nicht neue Barrieren werden zu lassen, sondern gemeinsam zu schauen was möglich ist.

Während des Lockdowns und den sozialen Kontaktbeschränkungen waren das Internet und Facebook mit seinen sozialen Foren monatelang nahezu mein einziges Fenster zur Welt, um mit anderen Menschen in Kontakt zu sein.

Das Live-Erlebnis wie Lesungen haben bei mir immer Vorrang. Darüber hinaus betreibe ich bereits seit fünf Jahren einen eigenen Kultur-Blog im Internet:  www.meinwortgarten.com  Dieser bietet über das reale Leben hinaus  kulturinteressierten Lesern und Kulturmachern die Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu bleiben und aktuelle Projekte und Veranstaltungen zu veröffentlichen.

Als neuestes, interaktives Angebot wird bald ein virtuelles Erzählcafé „Lebendige Beziehungen“ hier auf dem Blog eröffnen, wo man sich rund um Kunst, Kultur, Zwischenmenschliches und Umwelt austauschen, interagieren und neue
Formen der Kommunikation zusammen ausprobieren kann. Wo Platz ist für Ideen, Träume, Reifendes, das wahrgenommen und weiterentwickelt werden will. Natürlich gern auch Eindrücke und Feedback über das aktuelle Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ dalassen. Mit diesem komme ich gern auch mit musikalischer Begleitung in Spielstätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Cafés und Gartenlokale, Senioren- und Pflegeheime in Dresden und der Region (bitte an mich wenden per mail: lilli-vostry-journalistin@gmx.de )

Mein Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ und der interaktive Ausbau des Kultur-Blogs meinwortgarten.com werden gefördert mit einem zweimonatigen Arbeitsstipendium „Denkzeit“ der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Text + Fotos (lv)

Hier ein Gedicht aus dem neuen Programm:

Schneckenreise

Im Regenrauschen im Takt
der Tropfen tauchen sie
lautlos auf
im Schneckentempo aufwärts
am Stamm der alten Weide
gehen sie auf weite Reise

halb außen halb in ihrem farbflirrenden
Gehäuse
gleiten galant über rissige Rinde
auf der winzige Käfer vorbeiflitzen
schnellen Fühler vor und zurück
bei leiser Berührung
rollen sich ihre Körper feingliedrig
an Blättern ein und auf

fallen in Love
folgen ihrem Weg
sehr agile Winzlinge
Regenperlen gleich mit durchsichtig
schimmerndem Gehäuse
hinauf bis in die Weidenkrone

Lilli Vostry
22.8.2020

Überall Welt: Buchpremiere von Volker Sielaff im Zentralwerk & Neuer Gedichtband „Barfuß vor Penelope“

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Die Edition AZUR lädt ins neue Verlagsbüro im ZENTRALWERK – ein neues Domizil der Dresdner kreativen Szene – zur Vorstellung von Volker Sielaffs Journal „Überall Welt“ am 7. März 2017, um 20 Uhr auf der Riesaer Straße 32 ein. Mit Lesung und Gespräch mit dem Buchautor. Der Eintritt ist frei.

Ein Tagebuch kann vieles sein: Archiv, Versuchslabor, Ideenspeicher. Volker Sielaffs Journal passt in keine dieser Schubladen – und sein Schreibgrund ist wohl am ehesten mit dem vergleichbar, den Victor Klemperer einmal für seine Tagebücher formulierte: »Nur Leben sammeln. Immer sammeln. Eindrücke, Lektüre, Gesehenes, alles. Und nicht fragen, wozu und warum.«
Nach den gefeierten Lyrikbänden »Selbstporträt mit Zwerg« und »Glossar des Prinzen« legt Volker Sielaff erstmals eine Auswahl von Prosaaufzeichnungen aus zehn Jahren vor: unverstellte, berührende Notate vom Rand der Wahrnehmung. Sie berichten vom Glück des Lebens mit einem Kind, von Begegnungen, Streifzügen, Lektüren und Beobachtungen. Überall Welt!

ISBN: 978-3-942375-24-5
152 S., Klappenbroschur, 19,90 EUR

Der Chamisso-Preisträger Gino Chiellino schrieb in einer DNN-Kritik unter dem Titel „Ein Entwicklungsroman besonderer Art: Volker Sielaff legt mit „Überall Welt“ ein außergewöhnliches Buch vor“ u.a.: „Zwar werden Reisberichte, Tagebücher und Autobiographien wichtiger und unwichtiger Akteure mit Erfolg veröffentlicht, aber welcher Schriftsteller würde es wagen, wie es Volker Sielaff getan hat, ausgehend von einer existentiellen Veränderung im Leben des Protagonisten eine elfjährige Beobachtung der Welt um das Leben des Journalverfassers niederzuschreiben? Mir ist auf jeden Fall kein zweiter bekannt!“

Siehe dazu auch den Text auf meinwortgarten.com zur Lesung „Unmöglich, gegen eine Amsel anzulesen…“ von Volker Sielaff aus seinem Buch „Überall Welt“.

Mehr Text zu diesem Buch folgt.

Rezension zum neuen Gedichtband „Barfuß vor Penelope“ von Volker Sielaff (edition Azur, 2020)

Kleiner Vorgeschmack: In diesen Texten, freien Versen und mit End- und Binnenreim, spricht oft die Liebe, in allen Facetten, zärtlich, rau und sanft. Diogenes spricht zu einem Maler; eine wortwitzreiche-poetische Welt- und Alltagsreise ist der Zyklus „Mystische Aubergine“ und kleine schöne Momentaufnahmen des Seins verankert Sielaff im letzten Kapitel mit dem Bekenntnis: „Ich bin in hohem Bogen ein Diesseitiger“.
Ein luftig-leichtes, gedankenreiches Buch für warme und kühle Tage, voller Farb- und Sprachreichtum über die Liebe zu allem, zum Leben mit allen Höhen und Tiefen. Prägnant und geheimnisvoll wie im Klappentext auf der Buchrückseite mit dem doppeldeutigen Titel „Liebe endlich“: „zum Umbruch, zur Wut. Zu den achtzig Thesen des Pandas zum Blut. Zu jedem, der noch gern barfuß geht. Zum Hut, zur Kokotte, zum Widergänger, zum Nestbeschmutzer und Zettelaufhänger. Zu Aphrodites Tattoo. Zu allen Tasten auf deiner Haut, zu jedem Ganoven, jeder Braut. Zu Else Laske-Schüler und dem Blauen Klavier auf deinem Kühler.“

Text (lv)

Genuss pur. Poesie & Kuchen – auch zu buchen…

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Genuss für Geist & Sinne. Mit Rhabarber – Ein Gedicht aus dem Backofen fing alles an. meinwortgarten-Inhaberin und Autorin Lilli Vostry liebt Poesie & Kuchen und bringt beides gern zu Lesungen mit.

Wenn die Worte und Aromen auf der Zunge tanzen

Die erste Kostprobe gab es bei der Premiere meiner Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ am 16. Mai im KlangLabor in Dresden, das angesichts Corona-Einschränkungen gut gefüllt war. Vom ersten selbst gebackenen Rhabarberkuchen, dem ich ein eigenes Gedicht widmete, blieb fast kein Krümel übrig. Das spornte mich an zu weiteren Backversuchen. Ich mag Poesie & Backen. Das Spiel mit Worten & Zutaten & der betörende Duft & Aromen, die auf der Zunge tanzen & Gestalt annehmen. Zum Zuhören, Probieren und Genießen einladen und etwas Bleibendes schaffen.

So entstand mein neues Angebot unter dem Motto: „Poesie & Kuchen – auch zu buchen“ eigene Gedichte und selbst gebackenen Kuchen zu Lesungen mitzubringen. Und diese zwei Leidenschaften zu verbinden. Genuss für Geist und Sinne.

Ich lese gern vor neugierig aufgeschlossenem Publikum, ob in Spielstätten, in einem Gartenlokal, auf privaten Feiern oder in Senioren- und Pflegeheimen in Dresden und der Region. Gedichte über Zauberhaftes in der Natur und Zwischenmenschliches, Veränderungen und Wandlungen im Leben und den Zauber des immer wieder Anfangens. Viele meiner Gedichte, die in den letzten zehn Jahren entstanden und für die ich als nächstes einen passenden Verlag suche, stehen hier auf meinem wortgarten-Blog.

Wer Interesse an meinen Lesungen hat, auch mit musikalischer Begleitung möglich, kann mir gern schreiben an folgende e-mail-Adresse:
lilli-vostry-journalistin@gmx.de

Text + Fotos (lv)

Licht & Schatten: meinwortgarten in der Corona-Krise

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Liebe LeserInnen meines wortgartens,

zuerst das Erfreuliche: dieser Kultur-Blog nähert sich der 70 000-Marke an Aufrufen. Es geht stetig aufwärts. Mein Traum-Ziel ist die 100 000 bald zu erreichen und hoffentlich auch mal Einnahmen, auch aus den täglichen Anzeigen, die bereits seit einer Weile rings um meine vielen Beiträge stehen…

Es sind besondere, zwiespältige Zeiten gerade. Ich lebe, genieße im Moment, doch die Sonne vertreibt die existenziellen Sorgen nicht… Habe kaum Einnahmen momentan aufgrund der einschneidenden Corona-Maßnahmen.

Daher meine Bitte an Euch, vor allem die langjährigen Stammleser: Wenn Ihr meine Arbeit als freie Journalistin schätzt und unterstützen möchtet, könnt Ihr das jetzt mit einer Spende für das Weitergedeihen meines Kultur-Blogs: http://www.meinwortgarten.com tun.

Dieser wird seit nunmehr fünf Jahren von mir liebevoll gehegt und wächst… Das alles unentgeltlich. Viel Zeit steckt im wortgarten, bin oft unterwegs und Ihr bekommt immer neue, vielfältige Kulturgewächse zu lesen und sehen in Form von Bildern…
(Die Tagesmedien haben längst Bezahlsperren für ihre online-Angebote eingerichtet.)

Doch allein von Luft und Liebe kann auch ich nicht leben.

Herzlichen Dank an alle Leser und Unterstützer.

Bleibt schön neugierig, teilt und empfehlt meinwortgarten.com weiter.

Eine gute Zeit und Bleibt gesund!

Lilli Vostry
Inhaberin meinwortgarten.com

Herzlichen Dank für ihre Spende:

Kathrin Krüger-Mlaouhia, Redakteurin in Großenhain

Hartmut Maihöfer vom mai hof puppentheater in Dresden-Weißig

Günter Gläser, Emaillebilder-Künstler in Radebeul

Michele Cyranka, Malerin, Grafikerin und Keramiikerin in Tharandt

Spendenkonto:

Lilli Vostry
Bankverbindung: IBAN DE 88 8707 0024 0525 231700 bei Deutsche Bank
Kennwort: wortgarten-Spende

Fotos (lv)

Start der Schreib- und Geschichtenwerkstatt für Kinder „Fantasius Firlefanz“

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Geschichten-Abenteuer erleben – Jeder hat Fantasie!

Für alle, die in den Sommerferien noch nichts vorhaben, startet für neugierige, spiel- und erzählfreudige Kinder und Jugendliche die Schreib- und Geschichtenwerkstatt „Fantasius Firlefanz“ mit Lilli Vostry, freie Journalistin und INhaberin des KulturBlogs meinwortgarten.com als neues Angebot im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Heute am 4.7., von 16 – 18 Uhr das erste Mal. Ab 11. Juli dann immer mittwochs von 17 – 19 Uhr. Ich freu mich auf Euch.

Hallo, liebe Kinder!

Hier könnt Ihr die kreative Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche „Fantasius Firlefanz“ kennen lernen. Der bewegliche kleine Holzvogel ist unser Begleiter, der unsere Fantasie beflügeln möchte. Bei den Geschichten-Abenteuern, die uns zuflattern aus der großen Welt der Worte.

Gemeinsam entdecken wir den Spaß am Erzählen, sprachlichen Gestalten in spielerischer Form und Umsetzen der selbsterdachten Geschichten.

Wenn Ihr gern träumt, erfindet, neugierig seid, Euch lesend und schreibend ausprobieren wollt, ist die Schreib- und Geschichtenwerkstatt ein guter Ort, dies miteinander zu tun.

Zu meiner Person: Ich heiße Lilli Vostry, schreibe selbst gern seit meiner Kindheit und arbeite hauptberuflich als freie Journalistin, außerdem als Kinderbetreuerin und in der Deutsch-Nachhilfe in Dresden. Es sind auch spezielle Angebote für Kinder mit ADHS möglich.
Ich gebe auch Kurse in spielerischem Schreiben für Kinder auf Anfrage in Schulen.

Kosten pro Teilnehmer pro Nachmittag: 5 Euro

Kontakt: Lilli Vostry, Tel. (0351) 848 75 03 oder 0177 – 524 88 48
email: Lilli.Vostry@freenet.de

 

Keine für Alle! – Lara Finesse

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Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

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Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

Festival „Literatur Jetzt“: Lesung mit Daniel Kehlmann aus „Tyll“ & Zentralwerk der Poesie

Von moderner Lyrik bis Reporter Slam

Ein pralles Programm mit bekannten und neuen Erzählstimmen lockt zur 13. Ausgabe des Festivals LITERATUR JETZT vom 22. bis zum 26. September 2021 im ZENTRALWERK in Dresden-Pieschen, Riesaer Str. 32.

Wie jedes Jahr präsentieren das Festival LITERATUR JETZT im Zentralwerk ein vielfältiges Programm, das sich um die Grenze zwischen Hoch- und Subkultur nicht kümmert und anspruchsvolle wie populäre Lesungen bietet.

Heute startet das fünftägige Festival „Literatur JETZT“ mit der Lesung des Bestsellerautors Daniel Kehlmann. Dafür gibt es noch Restkarten, im Vorverkauf und an der Abendkasse.

Wir freuen uns besonders auf die Eröffnung, wenn Daniel Kehlmann im Gespräch mit Ijoma Mangold seinen Roman „Tyll“ vorstellt (22.9., 19 Uhr). In den folgenden Tagen könnt ihr Erfolgsromane wie den von Stefanie Sargnagel ebenso leibhaftig erleben wie Lyrik beim Zentralwerk der Poesie, komische Geschichten bei der Lesebühne Fuchs & Söhne und das multimediale Experiment Kurz & klein mit Schmalfilm, Musik und Literatur. Genreübergreifend wird es auch bei der Pop & Poesie-Show mit Mario Cetti und Falk Töpfer zugehen – zu Gast ist u.a. Sarah Lesch! Neben prominenten Autoren und Autorinnen wie Peter Richter kommen bei unseren Lesungen auch junge Talente wie Lisa Krusche zu Wort. Journalistinnen und Journalisten messen ihre Erzählkunst beim 3. Dresdner Reporter Slam. Ulrike Almut Sandig und Karosh Taha treffen mit ihren beiden neuen Romanen zum Gespräch zusammen.

Es gibt auch ein Programm für Kinder: einen Poedu – Poesie-Workshop für Leute ab acht Jahren am Sonnabend, ab 10 Uhr (Eintritt frei !) und eine Lesung mit Finn-Ole Heinrich aus seinem Roman für Jung und Alt, „Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes“ am Sonnabend, um 11 Uhr im Zentralwerk. Als Matinee liest am Sonntag schließlich Antje Rávik Strubel aus ihrem neuem Buch „Blaue Frau“.

Do 23.09.

18 Uhr, Zentralwerk Pieschen, Heidestraße (gegenüber Mälzerei)

Lyrik

Zentralwerk der Poesie

mit Martina Hefter, Arne Rautenberg und Nadja Küchenmeister

„Zentralwerk der Poesie“ ist der Lyrikabend von Literatur JETZT! und längst eine feste Größe im Programm. Hier kann man neue und bekannte Stimmen der modernen Poesie bei etwa fünfzehnminütigen Lesungen an wechselnden Orten kennenlernen und sich dabei auch in drei sonst nicht zugänglichen Ateliers des Zentralwerks umsehen. Das lyrische Erlebnis wird musikalisch begleitet. In diesem Jahr mit: Nadja Küchenmeister, Martina Hefter und Arne Rautenberg. Mario Faust wird das Publikum mit seiner unverwechselbaren Trompete zu den drei Lesestationen führen. Auch hierfür sind Karten im Vorverkauf erhältlich, solange der Vorrat reicht (Besucherzahl begrenzt), auch noch kurzfristig an der Abendkasse im Zentralwerk.

Einlass: 17.30 Uhr

Näheres und Kartenvorverkauf:

https://literatur-jetzt.de

Mit besten Empfehlungen
Jörg Scholz-Nollau

-- 
Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr

Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

Lesung „Seezeichen“ mit Holger Teschke im Stadtmuseum Dresden


Eng verbunden mit dem Meer. Als Maschinist auf Fischereikuttern unterwegs und als Regisseur und Regielehrer weitgereist in die USA, nach Australien und Südostasien. Foto: Veranstalter

Gedichte über die Ostee, Heringe und Cape Cod

Zur einer Lesung mit dem Lyriker Holger Teschke lädt das Literaturforum Dresden e.V.  am Mittwoch, 15. September 2021, 19.30 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum,  Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2 ein.

Holger Teschke liest Gedichte aus „Seezeichen“ und anderes aus „Mein Cape Cod“, „Rügen und Hiddensee“ sowie „Heringe“

„Mein Hass läuft ins Leere Meine Feinde
Sind freundliche Angestellte Die nach Vorschrift arbeiten
Wie immer in Deutschland Der Dienstweg geht über Gräber“
 
„Das Rauschen der See und der Felder am Morgen
Der Schrei der Kraniche über dem Strom
Kirchenglocken und das Flüstern im Reed
Der Schrei am Kreuz in der kleinen Kapelle von Waase“

Holger Teschke, geboren 1958 in Bergen auf Rügen, fuhr als Maschinist auf Fischereikuttern zur See, bevor er Schauspielregie in Berlin studierte, wo er anschließend als Dramaturg und Autor arbeitete. Von 2000 bis 2010 war er als Regisseur und Regielehrer in den USA, Australien und Südostasien unterwegs, seit 2010 ist er Dozent für Theatergeschichte und Dramaturgie. In der Reihe Naturkunden erschien von ihm der Band „Heringe“ (2014) und zuletzt das Buch „Mein Cape Cod“ (mare Verlag, 2015) und der Gedichtband „Seezeichen“ (Rugerup, 2018).

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Text: Patrick Beck

Zur Einstimmung auf die Lesung

Ein Hörspiel von Holger Teschke, welches er zum Hundertsten von Patricia Highsmith geschrieben hat, als Podcast des DLF verfügbar. Hier für alle, die sich auf Teschkes Lesung am Mittwoch im Stadtmuseum einstimmen möchten, der Link zu seinem „Requiem für eine Katze“. Ein Tipp von Volker Sielaff, Autor.

Der Hörspiel-Link:

https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm%3Aaudio_id=894491&fbclid=IwAR26Y7jreFXuLUGCgZ1HSB1H5RWM-rl87daSviNLJJv2YPPZAdK16pr1Ogk

Benefiz-Kunstauktion mit Werken von Klinger, Chagall und Mattheuer im Coselpalais


Wolfgang Mattheuer, Der Nachbar will fliegen, 1995


Max Klinger, Bär und Elfe, Radierung, 1880

Die Fotos zeigen Bilder, die mit versteigert werden. Quelle: Auktionshaus

Zum Ersten, zum Zweiten. zum Dritten…

Bei einer Benefiz-Kunstauktion im Coselpalais werden Werke von Klinger, Chagall und Mattheuer versteigert.

Ein Teil der Erlöse ist für die Kunsttherapie des Sonnenstrahl e.V. bestimmt. Werke von Max Klinger, Marc Chagall und Wolfgang Mattheuer kommen am 19. September für den guten Zweck „unter den Hammer“. Das Leipziger Buch- und Kunstantiquariat Ulbricht versteigert etwa 50 Bilder bei einer Benefiz-Kunstauktion im Piano Salon des Coselpalais an der Frauenkirche.

Von den Einnahmen gehen 15 Prozent an den Sonnenstrahl e.V. zur Finanzierung der Kunsttherapie für krebskranke Kinder und Jugendliche, die der Verein seit 20 Jahren anbietet. Eine Kunsttherapeutin besucht die kleinen Patienten und Patientinnen in der Klinik und begleitet sie behutsam dabei, ihre Gefühle und Ängste mit Mitteln der Kunst auszudrücken und besser zu verarbeiten.

Auktionator Michael Ulbricht hat sich vor allem auf Künstler der „Leipziger Schule“ spezialisiert. Er bringt Gemälde, Zeichnungen und Originalgrafiken zahlreicher Künstler mit, darunter auch von Michael Triegel, Werner Tübke, Gerhard Marcks, Rosa Loy und Joseph Beuys.

Bereits ab 11 Uhr kann man die Bilder anschauen. Die Versteigerung beginnt um 16 Uhr. Sie wird mit Klaviermusik umrahmt und von einem kleinen kulinarischen Angebot begleitet.

„Eine wunderbare Empfehlung für einen Sonntagnachmittag am Neumarkt“, schwärmt Michael Ulbricht von der exponierten Lage des Coselpalais. „Wir nehmen ab 11 Uhr auch Ferngebote an, wenn es den Gästen nicht möglich ist, zur Auktion selbst vor Ort zu sein.“ Die Bilder sind zum größten Teil gerahmt. Die Gebote beginnen bei 60 Euro. Nach Einschätzung des Auktionators kommen junge Kunstfreunde hier ebenso auf ihre Kosten wie Sammler, die gern in Sachwerte investieren. Zusätzlich bietet Michael Ulbricht zwischen 11 und 15 Uhr eine kostenlose Schätzung von Bildender Kunst aus dem 20./21. Jahrhundert an. Gern können Interessenten im Vorfeld zu ihm Kontakt aufnehmen. http://www.ulbricht-kunstauktionen.de/

Termin: 19.9.2021, Beginn 16 Uhr, Besichtigung ab 11 Uhr
Ort:     Piano Salon im Coselpalais, An der Frauenkirche 12, 01067 Dresden

www.sonnenstrahl-ev.org

Text: Sabine Mutschke

Ausstellung „Sweet Spot“ von Helena Zubler in der Galerie Kunst & Eros

Körper kopfüber in der Schwebe. Sehnsucht nach Berührung, Halt, Gehaltensein. Bilder kennen keine Abstandsregeln. Hier das Titelbild aus der neuen Ausstellung „Sweet Spot“ von Helena Zubler, die am 17. September, um 19 Uhr in der Galerie Kunst & Eros eröffnet wird. (lv)

»SWEET SPOT« Helena Zubler

Malerei · Zeichnung

  1. September bis 20. November 2021

Vernissage am Freitag, 17. September 2021 · Beginn 19 Uhr

Begrüßung: Janett Noack

Einführende Worte: Solvig Frey

Musik: Musik-Duo mit Hanna Mütze (Trompete) & Franz Josef Schneider (E- Piano/ Drum & Bass)

Zur Vernissage der Ausstellung »SWEET SPOT« der Dresdner Künstlerin HELENA ZUBLER am Freitag, den 17. September 2021 um 19.00 Uhr sind Kunstinteressierte herzlich eingeladen.

Die Künstlerin ist anwesend.

HELENA ZUBLER studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Seit Abschluss Ihres zweijährigen Meisterschülerstudiums bei Prof. Ralf Kerbach ist sie als freischaffende Künstlerin in Dresden tätig. Die junge aufstrebende Künstlerin stellt in ihrer Ausstellung neue Malerei auf Papier und Leinwand sowie Zeichnungen vor.

Es gelten die Maßgaben der Sächsischen Corona-Schutzverordnung.

Text + Foto: Janett Noack

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 8024785

„Weltenwanderer“: Spätsommerlesung mit Joachim Sartorius in der Buchhandlung „LeseZeichen“

Die Nacht wäscht das Meer.

Am Morgen ist das Wasser neu.

Auf der Netzhaut wird Licht

mit Gischt bezahlt.

„Wohin mit den Augen“

Eine Spätsommerlesung – Open Air (bei Regen im Laden) aus dem gleichnamigen, neuen Lyrikband von Joachim Sartorius gibt es am 8. September, um 20 Uhr im Garten der Buchhandlung „LeseZeichen“, Prießnitzstraße 56 in Dresden. Eintritt frei.

Joachim Sartorius liest aus seinem neuen Gedichtband und spricht mit Volker Sielaff über mittelmeerische Städte, weiße Katzen und den Süden im Gedicht.

Als Orhan Pamuk 2005 – ein Jahr vor dem Literaturnobelpreis – in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandles entgegen nahm, hielt er die Laudatio: Joachim Sartorius. Fast die Hälfte seines Lebens hat der Dichter, Herausgeber, Übersetzer und Kulturmanager Sartorius im Ausland verbracht: in Nordafrika, Istanbul, Zypern.

In Tunis ist er aufgewachsen und zur Schule gegangen, in Berlin war er von 2001 – 2011 Intendant des größte Kulturfestivals des Landes, der Berliner Festspiele. Dazwischen liegt mehr als ein Leben.

In seinem neuen Buch Wohin mit den Augen, einer Art lyrischen Lebensreise, erweckt Joachim Sartorius unermüdlich die Schönheit der Welt im Wort zu neuem Leben. Diese Gedichte handeln von Ruinenstädten, dem Bauchtanz, der Nymphe Aretusa, Eidechsen und Friseuren. Sie sind mittelmeerische Meditationen, getragen von einer großen Sinnlichkeit des Blicks. Sartorius ist – der vieldeutige Titel seines aktuellen Buches verrät es – ein Augenmensch: »Damals hatte ich Zeit, die Dinge herbeizusehnen.«

https://literaturnetz-dresden.de/veranstaltungen/joachim-sartorius-wohin-mit-den-augen/

Theater. Vorschau auf die neue Spielzeit an Dresdner Bühnen


Spiel um Macht. Wer wird die Krone aufsetzen in „König Lear“? Mit dem Shakespeare- Stück eröffnet am 18.9. die neue Spielzeit am Staatsschauspiel Dresden.


Wovon träumen junge Leute heute? Davon erzählt Büchners Lustspiel „Leonce und Lena“ ab 17.9. in einer Aufführung der Bürgerbühne im Kleinen Haus. Fotos: Sebastian Hoppe

Staatsschauspiel Dresden
Spiel mit Autos auf dem Neumarkt
und König Lears Töchter an der Macht

Nach fast einem Jahr Spielpause coronabedingt, hat sich das Staatsschauspiel Dresden viel vorgenommen für die neue Spielzeit. Insgesamt 27 Premieren, davon zehn Uraufführungen stehen auf dem Plan, die bisher nicht oder nur eingeschränkt gezeigt werden konnten. Die Bandbreite reicht vom Roadtrip „Asphalt“ als Spiel mit vierzig Autos auf dem Neumarkt (Premiere: 19.9.) über das Lustspiel „Leonce und Lena“ von Georg Büchner mit jungen Akteuren der Bürgerbühne im Kleinen Haus (17.9.) bis zu Schillers Monumentaldrama „Wallenstein“ unter Regie von Frank Castorf, der erstmals in Dresden inszeniert (Premiere: 9.4.2022). Beginnend mit Shakespeares „König Lear“ (18.9.) stehen die Zeichen auf Veränderung. Ein Machtwechsel steht an. Die junge Regisseurin Lily Sykes erzählt die Geschichte aus der Perspektive der Töchter Lears.
Außerdem kommt endlich die Inszenierung des Dresden-Romans
“Die rechtschaffenen Mörder“ von Ingo Schulze unter Regie von Claudia
Bauer im Oktober auf die Bühne im Großen Haus.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Alternder Junggeselle auf Freiersfüßen. Da prallen Ansprüche, Liebes- und Moralvorstellungen aberwitzig aufeinander. Foto: Peter Förster

Sommertheater im Bärenzwinger
Molieres Frauen – schlau und verführerisch

Alle träumen vom Himmel auf Erden. Der alte, selbstgefällige Junggeselle auf
Brautschau und das einsame, schöne Waisenmädchen. Die üppig, direkte
und lebensfrohe Zofe und der in Liebe entflammte, junge Dichter.
Ihre Wege kreuzen, verlieren und finden sich wieder. Jeder will und verlangt etwas anderes vom anderen. Das führt zu mehr oder weniger komischen, widersinnigen Situationen und doppeldeutigen Dialogen in der Inszenierung „Molières Frauen – ein Shakespeare aus Paris“ (Buch und Regie: Peter Förster) in der bereits 18. Spielzeit des Sommertheater Dresden im Bärenzwinger. Sein bester Freund und seine Verlobte Sophie sind entsetzt als sie erfahren, dass der alte Schwerenöter dessen Sohn im Keller einsperrte, da er ihm die Braut wegschnappen wollte. Ein vergnügliches Stück über die Irrungen und Wirrungen der Liebe mit überraschenden Wendungen und ein absurdes Spiel mit Männer- und Frauenrollen, Wünschen und Erwartungen, Schein und Sein. Gespielt wird täglich außer Montag, 20 Uhr, auch bei Regen im überdachten
Innenhof noch bis 5.9.

http://www.sommertheater-dresden.de


„Lustgarantie“: Entertainerin Dagmar Frederic gibt ihr Comödie-Debüt in der Komödie um ein quirliges Damentrio jenseits der 70. Foto: Robert Jentzsch

Comödie Dresden
Sternstunden mit Lustgarantie
zum 25jährigen Jubiläum

Kurz vor seinem 25jährigen Jubiläum geht das beliebte Privattheater
endlich wieder an den Start. Mit der Premiere von „Alice im Wunderland“
begann die Comödie Dresden nach monatelanger Zwangspause im Juni wieder mit dem Spielbetrieb und eröffnete die Open-Air-Saison am Elbschloss Übigau.
Noch bis Mitte September entführt dort das verrückt-komische Musical in eine
zauberhafte Welt zwischen Utopie und Wirklichkeit. Hochprozentige Unterhaltung liefert das Dresden-Musical “Mit Herz & Promille“ (18.8. – 5.9.), in dem die Pieschener Großfamilie König humorvoll und mit typisch sächsischem Charme die Lachmuseln strapaziert. In der Spielstätte der Comödie im WTC gibt es ab September wieder temporeiche Komödien und Kultproduktionen mit bekannten TV-Gesichtern zu sehen. Darunter die französische Boulevardkomödie „Sternstunden“ (ab 28.9.) mit Cosma Shiva Hagen und die Premiere von „Lustgarantie“ am 8. Oktober, in der die Sängerin und Moderatorin Dagmar Frederic ihr Comödien-Debüt gibt als Teil eines illustren und noch sehr lebensfrohen Damen-Trios jenseits der 70.

http://www.comoedie-dresden.de


Aus dem Leben eines Sonnyboys: Die „Frank Schöbel Story“ kommt nach seiner Autobiographie im Boulvardtheater auf die Bühne. Foto: Boulvardtheater Dresden

Boulevardtheater Dresden
Ansteckende Lebenslust, Frank Schöbel & Olsenbande

Mit viel Lust und Spielfreude öffnet auch das Boulevardtheater Dresden
wieder seine Türen. Mit der Premiere von „Herr Käpt`n, die Schaluppe leckt!“
kommt am 28. August die neueste frivole Komödie für Zuschauer ab 18 Jahren auf die Bühne. Kurz nachdem das kleine, exklusive Kreuzfahrtschiff „Flotte Welle“ unter Kapitän Florian Goldeisen in See sticht, sticht einige Passagiere der Hafer. Gäste und Crew verhalten sich übermütig und freizügig und das ganze Schiff scheint erfüllt von einer mysteriösen Wollust. Alles scheint aus dem Ruder zu laufen, nur die alte Frau Leutheuser-Schnarrenthal zeigt sich erstaunlich immun und wehrhaft gegen das um sich greifende Phänomen. Da bleibt sicher kein Auge trocken bei diesem maritim-intimen Stück über neu gewonnene Lebenslust. Als nächstes feiert am 8.9. „Die Frank Schöbel Story“ Premiere über sein Leben, seine Lieben und Lieder, gespielt von ihm selbst, seiner Band und dem Ensemble (beide Vorstellungen sind bereits ausverkauft!). Die Kultkomödie „Die Olsenbande dreht durch“ (vom 5. – 17.10.) sorgt wieder für reichlich komischen Nervenkitzel und herzerfrischenden Humor.

http://www.boulevardtheater.de


Schöne Traumwelt: „Die Fantasticks“ Foto: Pawl Sosnowski

Staatsoperette Dresden
Von Cinderella bis Casanova

Träume und Sehnsüchte stehen nach fast zwei Jahren voller Einschränkungen
im Mittelpunkt der neuen Spielsaison 2021/`022 in der Staatsoperette Dresden im Kraftwerk Mitte. Sie erzählen von Sehnsucht nach der Ferne, von neuer Liebe, Glück und Reichtum und dem Traum von einer idealen Welt. Losgeht`s mit einem Dauerbrenner des Musiktheaters, „Im weissen Rössl“ (Premiere: 10.9.) in einer schmissigen Fassung mit Band und Streichquintett. „Blondinen bevorzugt“ heißt die zweite Premiere (ab 23.10.), ein Kultstück, das in der Verfilmung mit Marilyn Monroe weltberühmt wurde. Der Märchenklassiker „Cinderella“ erfreut zur Adventszeit die Herzen als mitreißendes Musical. Temporeich, voll spritziger Dialoge und mit Musik von Tango bis Foxtrott kommt die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ auf die Bühne. In der turbulenten Kabarett-Revue „Zwei Krawatten“ wird ein mittelloser Kellner im Handumdrehen zum Gentleman. Mit „Casanova“, einer weiteren Revue-Operette, schließt die Spielzeit.

http://www.staatsoperette.de

Semperoper Dresden
Starke Frauen, Blues Brothers
und Peer Gynt

Mit 15 Neuproduktionen, 22 Wiederaufnahmen und Repertoirestücken in Oper, Ballett und Junge Szene öffnet sich ein Füllhorn von aufregend neuen Stücken in großartiger Besetzung. Unter dem Spielzeitmotto “Starke Frauenpersönlichkeiten“ sorgen gleich drei italienische Opern von Bellini, Verdi und Rossini für Leidenschaft und starke Töne: Mit Peter Konwitschnys „Norma“-Inszenierung, Vera Nemirovas Regiearbeit „Don Carlo“ und der in Kooperation mit dem Théatre de Champs-Èlysées, Paris entstandenen Neuproduktion “La Cenerentola“. Chefdirigent Christian Thielemann dirigiert die Aida-Premiere, inszeniert von der bekannten Schauspielerin
Katharina Thalbach. Für die Oper „Madama Butterfly“ kreierte
Modedesigner Kenzo die Kostüme. Als Highlight der Jungen Szene
locken die Musicals „Blues Brothers“ als Dresdner Erstaufführung
und Stephen Sondheims „Into the Wood/Ab in den Wald“ und als
Tanz-Höhepunkt tanzt das Semperoper Ballett erstmals „Peer Gynt“ in einer
Choreografie von Johan Inger.

http://www.semperoper.de

Texte (lv)

Ausstellung „Kostbares Schweigen“ in der Galerie mit Weitblick in Radebeul

Vielfarbige Gräserlandschaften
und filigrane Tierplastiken

Die derzeitige Ausstellung „Kostbares Schweigen“ zeigt Malerei von Constanze Hohaus und Tierplastiken von Jürgen Kümmel in der Galerie mit Weitblick.

Die Natur malt mit. Von Sonnenlicht, Wolken und Wind begleitete und geformte Landschaften in bewegtem Farb- und Linienspiel zeigt die derzeitige Ausstellung “Kostbares Schweigen“ mit Malerei von Constanze Hohaus sowie urwüchsigen, leicht beschwingten Holzplastiken von Jürgen Kümmel in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstr. 13 in Radebeul.

Da treffen strahlendes Gelb und stahlblaue Farbwogen in den Leinwänden aufeinander. Felder mit Strohbündeln, die mit ihrer leuchtenden Farbkraft zuweilen stark an Vincent van Gogh erinnern. Farbige Linienbündel von Halmen, Getreide und Blüten erstrecken sich auf- oder eingerollt, wild wuchernd und fein verästelt, ungeordnet, kreuz und quer wie beim Mikado-Spiel auf den Bildflächen. Es gibt kein Oben und Unten. Alles ist miteinander verwoben. Unruhe, Unordnung und Bewegung sind vorherrschend in den Arbeiten von Constanze Hohaus, vor denen man still verweilen, aber auch einen Ausdruck unserer Gegenwart mit ihren Wirrnissen sehen kann.

Gleichwohl spiegeln die Ölbilder auch Sehnsucht nach Ruhe und Harmonie der Künstlerin. Ihre Gräserlandschaften sind nuancenreich, hauchfein gestrichelt und getupft, in mal warmen und kühlen Farbtönen gehalten und tragen oft poetische Bildtitel. „Halme im Winterlicht“, „Gräserwalze“, „Windgelegt“. Die Formen erinnern an Wogen, Wellen, Strudel, Auge, Höhle oder Nest. Da schlängelt ein Bachlauf, zahllose Steine am Ufer beidseits. Ein Blick auf Radebeul. Das Spitzhaus im Weinberg. Elblandschaften und weiter Himmel über dem Rapsfeld. In stillem Weiß verströmt sich „Absichtslose Schönheit“, die in der Natur wie in uns zu finden ist.

Inneren und äußeren Wandel symbolisieren auch zwei pastellene Farbholzschnitte, „Rotunde“ und „Gräserrolle“. Zu den Bildern gesellen sich auf Stelen die filigranen, figürlichen Holzplastiken von Jürgen Kümmel. Er wurde 1948 in Greifswald geboren. Nach einer Lehre als Forstarbeiter studierte Kümmel von 1976 bis `81 an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee mit dem Abschluss als Diplombildhauer. Jürgen Kümmel lebt in Buddenhagen bei Wolgast als freischaffender Holzbildhauer. Dorothee Kuhbandner lernte ihn über einen Bekannten kennen.
Von ihm sind archaisch reduzierte Tierplastiken, im Rudel oder Schwarm auftretend, in luftigen Holzrahmen zu sehen. Flächig und aus einem Stück geschnitzt mit faszinierendem Schattenspiel. Darunter eine dunkle Hundemeute und in hellem Holz Seeschwalben im Flug. Katzen, Zwergziegen und junge Esel  gesellen sich zu ihnen vis a vis zu den hügeligen Gräserlandschaften.

Constanze Hohaus wurde 1967 in Dresden geboren. Sie absolvierte ein
Fachschulstudium Physiotherapie an der Medizinischen Hochschule in Dresden.
1999 bis 2002 erhielt sie eine künstlerische Ausbildung durch den Dresdner Maler und Grafiker Siegfried Adam. Seit 2002 ist Constanze Hohaus freischaffend als Malerin und Grafikerin in Dresden tätig. Dorothee Kuhbandner lernte sie beim Radebeuler Grafikmarkt kennen. Sie will den Stammgästen Abwechslung in die Galerie bringen, sagt sie, indem sie auch die Werke neuer, noch unbekannter Künstler zeigt. Die Ausstellung ist noch bis 19. September zu sehen. Am kommenden Sonntag, dem 12. September, um 17 Uhr ist die Finissage der Ausstellung mit Laudator Thomas Gerlach und Musik von Karl Wenzel.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Sa und So von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

LeseFest zum Buchhandlungspreis in der Buchhandlung „LeseZeichen“ in der Neustadt


„Bücher sind auch ein Grundnahrungsmittel!“ Auch während des Lockdowns musste keiner auf seine Lieblingslektüre verzichten. Buchhändler Jörg Scholl-Nollau brachte sie auf Wunsch den Lesern in Dresden und Radebeul bis vor die Haustür.

LeseFest zum Buchhandlungspreis 2020

Bekannte Dresdner Autorinnen und Autoren und die derzeitige Stadtschreiberin, die Schriftstellerin Kathrin Schmidt lesen aus ihren neuesten Werken am Mittwoch, dem 18. August, ab 19 Uhr im Garten der Buchhandlung „LeseZeichen“, Prießnitzstraße 56.

Seit 23 Jahren ist das LeseZeichen ein fester Bestandteil des literarischen Lebens in Dresden. Im Jahr 2020 erhielt die Buchhandlung den Buchhandlungspreis als eine der besten acht in Deutschland. Daher wollen wir mit einem LeseFest im Garten der Buchhandlung diese Auszeichnung feiern.

Es lesen: Undine Materni, Volker Sielaff, Dieter Krause, Kerstin Becker, Klaus Funke, Thilo Krause und die diesjährige Stadtschreiberin Kathrin Schmidt.

Für die musikalische Rahmung der Lesung sorgt Frank Fröhlich.

Alle sind eingeladen, an einem lauen Sommerabend unter dem Holunder und dem großen Nußbaum Texte zu hören, der Musik zu lauschen
und mit einem Glas Wein zu gemeinsamen Gesprächen zu verweilen.

Eine Empfehlung von
Jörg Scholz-Nollau

Buchhandlung „LeseZeichen“ bietet Lieferservice frei Haus

Jörg Scholz-Nollau steckt mit seiner Bücherleidenschaft an

Inmitten der Bücherregale stehen einladend ein Stuhl und ein Tisch mit Leselampe und dem neuesten Lesestoff. Davor liegen kleine Bücherstapel mit liebevoll illustrierten Kinderbüchern und Romane auf einer Decke bereit. Diese bringt Jörg Scholz-Nollau, Inhaber der Buchhandlung „LeseZeichen“ zu den Lesern auf Wunsch an die Haustür.

Sein kostenloser Lieferservice wurde in den letzten Wochen und Monaten während des Lockdowns gern in Anspruch genommen. So bietet er diesen weiterhin an. Auch wenn er seinen Buchladen auf der Prießnitzstraße 56 in der Neustadt als Geschäft des  täglichen Bedarfs seit März wieder öffnen darf. “Bücher sind auch ein Grundnahrungsmittel`“, freut sich Jörg Scholz-Nollau. Zwei Mal täglich außer samstags, zwischen 13 und 15 und nach 18 Uhr, ist der 54jährige mit vollen Büchertüten auf dem Fahrrad unterwegs, weitere Routen bis nach Radebeul fährt er mit dem Auto und beliefert auch die Bibliothek in Klotzsche.

Es sind fünf bis zehn Stationen pro Büchertour. Das „Lesefutter“ ist bunt gemischt. Darunter bei Kindern beliebte Reihen wie „Gregs Tagebuch“, „Die magischen Tiere“ oder das Jugendbuch “Das Haus der Monster“ von David Williams mit humorvollen Alltagsgeschichten. Er bringt auch Schulbücher und Arbeitshefte fürs Homeschooling nach Hause. Die Buchbestellungen nehmen Scholz-Nollau und eine Mitarbeiterin telefonisch oder über seinen Webshop (www.buchlesen.de) per mail entgegen.

Dort stehen auch die derzeitigen LeseZeichen-Bestseller:
auf Platz 1 Lutz Seiler mit seinem Wenderoman „Stern 111“, Platz 2 Ingo Schulze und sein Dresden-Roman „Die rechtschaffenen Mörder“ und auf Platz 3 Volker Sielaff mit seinem Gedichtband „Barfuß vor Penelope“.

Die Bücher bekommt Scholz-Nollau über einen Großhändler und kann sie schon am nächsten Tag an die Kunden ausliefern. „Die Umsatzeinbußen durch den Lockdown haben sich in Grenzen gehalten, sie betragen höchstens zehn bis 20 Prozent“, sagt Scholz-Nollau. Das habe ihn selbst überrascht. „Die Stammkundschaft ist uns treu geblieben.“ Beim zweiten Lockdown brachen auch die Weihnachtsumsätze weg, als die Buchhandlung „LeseZeichen“ erneut schließen musste. „Besucher fragten, ob sie offen bleiben kann, da sie doch mehr als ein Laden, sondern auch ein beliebter Kulturort seit längerem ist“,  so Scholz-Nollau. Seit der Eröffnung seines Buchladens vor 22 Jahren finden hier regelmäßig Ausstellungen mit Bildender Kunst namhafter Künstler wie Carlfriedrich Claus, Detlef Schweigger und derzeit Hubertus Giebe sowie Buchpremieren und Autorenlesungen statt. Die Buchhandlung „LeseZeichen“ veranstaltete 1999 die erste Lesung aus dem Epos „Nautilus“ mit dem damals noch unbekannten Schriftsteller Uwe Tellkamp, der später mit seinem Roman „Der Turm“ Erfolge feierte. Der gebürtige Dresdner Scholz-Nollau hatte schon immer eine Leidenschaft für Bücher, Belletristik und Lyrik, erzählt er.

Nach seinem Architekturstudium eröffnete er im Frühjahr 1998 die Buchhandlung „LeseZeichen“. Genau richtig kam im Herbst letzten Jahres für Scholz-Nollau die Auszeichnung mit dem Deutschen Buchhandlungspreis für sein Engagement für Literatur aus Bundeskulturmitteln, um den sich rund 500 Buchhandlungen aus ganz Deutschland bewarben. Er gehört zu den rund zehn Preisgekürten. „Das Preisgeld von 15 000 Euro gibt eine gewisse Sicherheit. Davon wird die Beleuchtung im Buchladen erneuert und für Autorenhonorare für Lesungen verwendet“, sagt Scholz-Nollau. Die Buchpremiere „Ein Schlitten mit zu viel Schnee“ mit dem Lyriker Lutz Rathenow konnte wegen des Lockdowns leider nicht am 29. April  stattfinden. Als Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bestellt er schwer erhältliche Bücher mit Literatur vor `89 und zu DDR-Zeitgeschichte für die Bibliothek im Landtag gern beim versierten Kenner Scholz-Nollau. Im Sommer will er eine Festlesung zum Buchhandlungspreis mit Dresdner Autoren im Garten hinter dem Buchladen veranstalten.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Mo – Fr  von 10 – 13 und 15 – 19 Uhr, Sa von 10 – 14 Uhr

http://www.buchlesen.de


So viel Zeit muss sein. Jörg Scholz-Nollau liest am Büchertisch in Neuerscheinungen.

„Sommersalon“ & Tanzperformance in der Galerie Kunst & Eros


Sinnliche Porträts & Neue Sachlichkeit: Galeristin Janett Noack vor Bildern von Juan Miguel Restrepo Valdes im „Sommersalon“ bei Kunst & Eros.
„Traumfrau“ von Viktoria Graf

„Das verlorene Paradies“ von Viktoria Graf
Reizvolles für die Sinne in Malerei, Zeichnungen und Porzellan.

Lustvoll-verspielte Porzellanfiguren von Olaf Stoy
„Leda und Schwan“ von Leonore Adler
Entzückend: „Badende mit Fisch“ von Michael Hofmann
„Überwältigt“: Paar aus patiniertem Ton von Olaf Stoy

Überwältigende Sinneslust

Verführerische, fantasievolle und vieldeutige Arbeiten, Malerei, Grafik und Plastik rund um Lust und Liebe zeigt die Gruppenausstellung „Sommersalon“ in der Galerie Kunst & Eros noch bis 11. September.

Drei Grazien im Gemüse. Ganz dem Blütenrausch überlässt sich die Traumfrau. Eine beschwipste Bacchantin mit Traubenkranz räkelt sich genüsslich. Farbenfreude und Kunstgenuss pur locken in der derzeitigen Gruppenausstellung „Sommersalon“ mit Arbeiten von bekannten Künstlerinnen wie Leonore Adler und Viktoria Graf, dem Porzellankünstler Olaf Stoy, dem Grafiker Michael Hofmann und dem Maler Juan Miguel Restrepo Valdes in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden (noch bis 11. September zu sehen; Geöffnet: Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr).

Zur sinnenfrohen Malerei, Grafik und Plastik gab es eine Performance: „Letzte Tänze“ am Eröffnungsabend mit Flammendiva Ria, die nach 22 Jahren Tanz im öffentlichen Raum letztmals auftrat. Sie schwang sich an zwei roten Tüchern hinauf in luftiger Höhe an einer Hausfassade und zeigte tanz- und artistische Figuren zu Gedichten von Günter Grass, in denen es um Schönheit, Stärke und Fragilität des Seins geht. Einen verführerischen Tango zusammen mit ihrem Tanzpartner Georg Knobloch gab es auch noch im Innenhof der Galerie vor begeistertem Publikum. Ein Blickfang in der Ausstellung sind die sinnlichen Porträts des kolumbianischen, in Dresden lebenden Künstlers Juan Miguel Restrepo Valdes. Gesichter und Frauenakte gemalt in klaren Farben, angelehnt an die Neue Sachlichkeit. „Er versteht es, akribisch und subtil Sinnlichkeit zu erzeugen“, sagt die Galeristin Janett Noack über Restrepos Bilder. Außerdem gibt es von ihm schwarzweiße, figürliche Tuschezeichnungen.

Neue vieldeutige und fantasiereiche Malerei und Zeichnungen zeigt Viktoria Graf. Neben ihrer „Traumfrau“ sieht man „Das verlorene Paradies“, wo auf einem grellbunten Seerosenteich ein Paar selbstverloren im Wasser treibt, hinten am Horizont ein Schiff und fortfliegende Vögel. Farbenfroh heitere und frivole Acrylmalerei und Aquarelle steuert Leonore Adler bei. Eine üppige Frau mit blinkendem Herz in der Hand fragt in einer Collage gleich am Eingang: „Was ist Schönheit?“ Auf einem Holzfarbschnitt entzücken „Venus und Amor“ und „Badende mit Fisch“ in zarten Farbtönen von Michael Hofmann.

Romantisch, verspielt und liebevoll augenzwinkernd gestaltet Olaf Stoy seine
Porzellanfiguren und Büsten. Zwei adrette Damen mit Spitzenkleidern und Häubchen und „Frau Haase“ vergnügt mit Spitzentuch. Ein „Staunemann“ und eine prallrunde „Carmen“ stehen da. „Überwältigt“ von so viel Sinneslust hält es das frei schwebende Paar aus patiniertem Ton kaum auf seinem Platz.
Die Ausstellung kann unter Beachtung der geltenden Hygieneregeln mit Abstand und Mund-Nase-Schutz weiterhin besichtigt werden.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo bis Sa von 11 bis 15 Uhr

http://www.kunstunderos.de

Performance „Letzte Tänze“ mit  Flammendiva Ria zur Eröffnung der Vernissage „Sommersalon“ im Innenhof der Galerie Kunst & Eros

Schwerelose Leichtigkeit des Seins im Tanz. Und eine innige Tango-Umarmung. Wunderbar.

Palais.Poesie mit Lesung & Performance beim Palais Sommer & Deutsch-arabischer Lyrik-Salon im Landhaus Dresden


Zauberhafte Kulisse beim Palais Sommer: Heute am 11. August, ab 19.30 Uhr gehört die Bühne der Poesie. Foto: Lilli Vostry

Poetisches Sommervergnügen

Der kommende Mittwochabend steht im Zeichen der Palais.Poesie. Die Veranstaltung ist der 100. Ausgabe von „Ostragehege – Zeitschrift für Literatur und Kunst” gewidmet, zu der der Palais Sommer und das Literaturforum Dresden herzlich gratulieren.

„Ostragehege“ – das ist eine Melange von wunderbaren Gedichten, faszinierenden Interviews, präzisen Porträts und Beiträgen zur Bildenden Kunst (im aktuellen Heft: Peter Graf). Mit jeder Ausgabe seit 1994 probt die Redaktion den Brückenschlag zwischen west- und osteuropäischen Literaturtraditionen. Viel literarische und künstlerische Prominenz ist an diesem Abend auf und um die Palaissommer-Bühne zu erwarten. Nach der Lesung bietet die Wiese vorm Palais Raum für Begegnungen, Gespräche und: es darf gefeiert werden!

Die Lesung: Büchnerpreisträger Marcel Beyer wird dem Klassiker unter den deutschen Literaturzeitschriften den roten Teppich ausrollen und die Laudatio halten. Außerdem gratulieren und lesen auf der Open-Air-Bühne des Palais Sommer in diesem Jahr Kathrin Schmidt, Patrick Wilden, Patrick Beck und Volker Sielaff. Moderation: Axel Helbig (Ostragehege). Die Palais.Poesie ist ein poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance, bei dem namhafte Dichter und Dichterinnen dem wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörenden im Park des Japanischen Palais ihre Gedichte vortragen. In den Pausen erklingt Live-Musik von Christian Retzke alias Krischan (electronics).

https://palaissommer.de/programm/palais-poesie/

11.08.2021
ab 19:30 Uhr

Ort
Park Japanisches Palais
Palaisplatz 11, 01097 Dresden

Eintritt frei!

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Der deutsch-arabische Lyrik-Salon

Eine Begegnung der Kulturen, veranstaltet vom Literaturforum Dresden e.V. am 20. August, um 19 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2.

Diesmal  lesen: Undine Materni, Hedil Al Rachid, Angela Lohausen, Fouad EL-Auwad, Jürgen Nendza, Paul-Henri Campbell, Christoph Leisten, Anton G. Leitner, Volker Sielaff und Patrick Beck. Saz: Razgar Karim.

Verständigung und Versöhnung werden in einer Welt zunehmender Konfrontation immer wichtiger. Aufgrund ihrer Universalität und der Sinnlichkeit ihrer Metaphern ist die Sprache der Poesie in der Lage, einen lebendigen Dialog zwischen den Kulturen zu stiften. Der von dem deutschsprachigen, aus Syrien stammenden Dichter und bildenden Künstler Fouad EL-Auwad ins Leben gerufene und von ihm seit 2005 jährlich organisierte deutsch-arabische Lyrik-Salon soll ein Beispiel dafür sein. Er schafft Jahr für Jahr für die Möglichkeit, dass sich die Kulturen auf literarischer Ebene begegnen und eine neue Brücke zwischen der arabischen und der europäischen Welt bauen. Jetzt kommt der deutsch-arabische Lyrik-Salon zum bereits dritten Mal nach Dresden.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden und dem Deutsch-arabischen Lyriksalon.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Text: Patrick Beck