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Start der Schreib- und Geschichtenwerkstatt für Kinder „Fantasius Firlefanz“

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Geschichten-Abenteuer erleben – Jeder hat Fantasie!

Für alle, die in den Sommerferien noch nichts vorhaben, startet für neugierige, spiel- und erzählfreudige Kinder und Jugendliche die Schreib- und Geschichtenwerkstatt „Fantasius Firlefanz“ mit Lilli Vostry, freie Journalistin und INhaberin des KulturBlogs meinwortgarten.com als neues Angebot im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Heute am 4.7., von 16 – 18 Uhr das erste Mal. Ab 11. Juli dann immer mittwochs von 17 – 19 Uhr. Ich freu mich auf Euch.

Hallo, liebe Kinder!

Hier könnt Ihr die kreative Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche „Fantasius Firlefanz“ kennen lernen. Der bewegliche kleine Holzvogel ist unser Begleiter, der unsere Fantasie beflügeln möchte. Bei den Geschichten-Abenteuern, die uns zuflattern aus der großen Welt der Worte.

Gemeinsam entdecken wir den Spaß am Erzählen, sprachlichen Gestalten in spielerischer Form und Umsetzen der selbsterdachten Geschichten.

Wenn Ihr gern träumt, erfindet, neugierig seid, Euch lesend und schreibend ausprobieren wollt, ist die Schreib- und Geschichtenwerkstatt ein guter Ort, dies miteinander zu tun.

Zu meiner Person: Ich heiße Lilli Vostry, schreibe selbst gern seit meiner Kindheit und arbeite hauptberuflich als freie Journalistin, außerdem als Kinderbetreuerin und in der Deutsch-Nachhilfe in Dresden. Es sind auch spezielle Angebote für Kinder mit ADHS möglich.

Kosten pro Teilnehmer pro Nachmittag: 5 Euro

Kontakt: Lilli Vostry, Tel. (0351) 848 75 03 oder 0177 – 524 88 48
email: Lilli.Vostry@freenet.de

 

 

Keine für Alle! – Lara Finesse

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Kolumne: Neue Mauern…

Wie es zu meinem Namen kam, das bleibt mein Geheimnis. Ob es mich wirklich gibt? Nun ja. Wie heißt es so schön: Ich denke, also bin ich. Was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist. Neulich hörte ich im Radio in einer Humorsendung, es war gerade Fasching, den unglaublichen Satz: Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Das habe kein Geringerer als Aristoteles einst festgestellt, wie auch die gefährliche und befreiende Wirkung auf die Lachenden und Ausgelachten zeitlos ist.

Wer lacht, zeigt, dass er etwas erkannt und verstanden hat. Oder es zumindest meint. Während Tiere, wenn sie lachen mit heraushängender Zunge oder fiependen Lauten,gar nichts denken, sondern sich einfach ihres Daseins freuen. Das unterscheidet Tiere tatsächlich sehr von Menschen.

Manche von letzteren verziehen keine Miene, egal was um sie herum passiert. Es ist ja nicht zu übersehen, dass sich gerade ein großer Wandel in der Welt von draußen nach drinnen – damit meine ich nicht nur die über Ländergrenzen hinweg ziehenden Flüchtlingsströme – vollzieht. Neue Mauern tun sich auf, mit denen wir uns selbst umgeben. Man sehe sich nur die Leute an, die draußen unentwegt nach unten auf diese glatten, flimmernden Teile starren und darauf herumtippen und die Ohren oft verstöpselt halten.

Wie ferngesteuert laufen sie durch die Gegend, manche rennen einen fast um. Ich frage mich dann immer: Was ist so ungeheuer wichtig, dass diejenigen dieses Teil kaum eine Minute mehr aus den Augen lassen?! Was würde passieren, wenn sie es verlieren? Was taten sie, bevor es Smartphones gab?

Mittlerweile braucht man gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Man bekommt alles aus dem weltweiten Netz. Man kann Tag und Nacht einkaufen, mit den Augen überallhin reisen, sich vergnügen, den idealen Partner per Fragebogen zusammenpuzzeln, für zwischendurch, nur virtuell oder auch mal in echt. Heldenhafte Essensbringer aus dem Internet (die nennen sich wirklich so!) gibt es auch inzwischen.

Anderes wie Postkarten und Briefe schreiben, stirbt allmählich aus. Vielleicht werden Briefkästen deshalb auch immer seltener?

Neulich fragte tatsächlich jemand auf Facebook, ob es eigentlich noch Schreibpapier gäbe! Als ob es davon abhinge. Wenn man das Bedürfnis hat, kann man auf allem schreiben. Oder? Nur gehen mir leider allmählich die Empfänger aus. Es wird noch soweit kommen, dass ich mir selbst Karten und Briefe mit schönen Briefmarken schreibe, nur um mir die unverhoffte Freude, dass jemand an einen denkt und überrascht, zu erhalten neben all dem Werbekram und Rechnungen, die mir beim Gang zum Briefkasten täglich entgegen grienen.

Warum gehen wir manchmal trotzdem noch hinaus? Um zu schauen, ob da draußen noch alles da ist, noch andere außer uns und wie die Luft ist. Warm oder kalt. Auf den Wetterbericht ist ja kein Verlass mehr trotz moderner Technik. Das Wetter macht, was es will. Einmal richtig Schnee muss reichen, dann geht der Winter schon wieder. Statt Schlitten und Skier fahren schnelles Surfen im Internet. Merkt doch eh keiner. Seit Ende Januar, draußen ist noch alles kahl und grau, bestürmen einen schon in knallbunten Farben grinsende Schokohasen und Eierallerlei im Supermarkt, obwohl man gerade erst die Silvesterknallerei überstanden hat und das Schatzkästchen auf dem Tisch mit den erfüllten, vergessenen und neuen Wünschen für das neue Jahr noch auf Durchsicht wartet. Indes grüßen schon die ersten Schneeglöckchen auf der Wiese, wird es wieder früher hell und später dunkel. Was manche Nachbarn schon zu eifrig geräuschvollem Frühjahrsputz derart treibt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und das Leben rauscht vorbei.

Macht was draus.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lara Finesse

BilderGedichtKalender 2016 „Von Tier zu Mensch“

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Vom Raubtier Mensch

Skurill-poetische Gedichte und Bilder versammelt der neue BilderGedichtKalender von Lilli Vostry und Babak Nayebi.

Ein Mann mit Hahn im breitkrempigen Hut, den nichts zu erschüttern scheint, ist auf dem Titelblatt des Kalenders zu sehen. Gut behütet schaut er in die Welt. Skurril-poetische, heitere und ernsthafte, beherzt geborgene Gedankenflüge und Gefühlssprünge versammelt der neue BilderGedichtKalender für 2016 unter dem Titel „Von Tier zu Mensch“. 

Es ist der nunmehr dritte Kalender, den Lilli Vostry, freie Journalistin und SZ-Autorin, zusammen mit dem iranischen, in Dresden lebenden Bildenden Künstler Babak Nayebi in limitierter Auflage herausgegeben hat im Typostudio SchumacherGebler in Dresden. In Abwandlung der Redewendung „Von Mensch zu Mensch“ wird in reizvollem Kontrast von Bildern und Lyrik das Verhältnis von Mensch und Tier betrachtet. Das Raubtier Mensch, der mal Jäger, mal Getriebener ist, mal innige Nähe und Ausgeliefertsein, Stärke und Ohnmacht erfährt und die verletzte, leidende Kreatur stehen sich gegenüber in den farbigen Ölzeichnungen auf Papier. Es geht außerdem facettenreich, vieldeutig um Zwischenmenschliches. Etwa im Gedicht „Frei Wild“ um Fortschnurren in fremde Galaxien, um Fortträumen, Sehnsucht nach der Ferne und Neues entdecken. Da tauchen Fledermäuse am Strand auf, ergibt sich ein Admiral auf Landgang duftenden Blüten. Da bringt ein rätselhaftes Wesen mit roten Augen, das sich Lori nennt, Schatten zum Leuchten. Und begrüßt eine Robbe das neue Jahr und sucht im unendlichen Weiß nach wärmenden Worten. 

Dieser zeitlose BilderGedichtKalender „Von Tier zu Mensch“ ist jetzt zum Schnäppchenpreis erhältlich. Einige Exemplare sind noch über die Autorin Lilli Vostry auf Anfrage zu beziehen.

Wildcard für Sichtbarkeit im Bücherdschungel

Die Leipziger Buchmesse (21. bis 24. März 2019) vergibt an Autoren Standplatz für innovatives Ausstellungskonzept

Über 70.000 Bücher erscheinen jährlich auf dem deutschen Buchmarkt – für den Autor bedeutet dies eine große Herausforderung, um beim Publikum Aufmerksamkeit zu erregen. Die Leipziger Buchmesse sucht zur kommenden Veranstaltung herausragende Marketingideen und vergibt dafür einen besonderen Preis: einen kostenfreien Stand auf der Leipziger Buchmesse.

„Die Sichtbarkeit im Markt ist die oberste Herausforderung für Autoren und Verlage“, sagt Buchmessedirektor Oliver Zille. „Mit unserer Wildcard möchten wir einen Leuchtturm auszeichnen, der dieses Problem kreativ und innovativ aufgreift – auch um andere Aussteller zu inspirieren.“ Die Wildcard wird in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und richtet sich an die Zielgruppe Autoren. Neben einem kurzen Standkonzept sollen auch die Fragen nach Marketing und Kommunikationsmaßnahmen vorgestellt werden.

Bewerben dürfen sich AutorInnen, die erstmals auf der Leipziger Buchmesse ausstellen möchten. Reine Verlagspräsentationen sind von der Bewerbung ausgeschlossen. Für den Gewinner gibt es das Komplett-Rundum-Wohlfühl-Paket: Ausstellungsfläche, Klassik-Standausstattung, eine Veranstaltung im Rahmen von Leipzig liest sowie zusätzliche Ausstellungsdienstleistungen. Der Bewerbungsschluss ist am 15. November. Die Gewinner werden im Januar benachrichtigt.

Weitere Infos sowie die ausführlichen Teilnahmebedingungen finden Sie hier: www.leipziger-buchmesse.de/wildcard

Über die Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC) in Halle 1. Parallel dazu findet die 25. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

Text: Julia Lücke/Pressestelle Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse im Internet:
www.leipziger-buchmesse.de
www.leipziger-buchmesse.de/buecherleben
www.preis-der-leipziger-buchmesse.de

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„Franzi“ & „Die Poeten“: Lesung mit Klaus Funke in der Buchhandlung „LeseZeichen“ in der Neustadt


„Feste lesen“: Unter diesem Motto gratulierten Autorinnen und Autoren zum
20-jährigen Bestehen der Dresdner Buchhandlung „LeseZeichen“ Anfang August.
Im Bild: Musiker Frank Fröhlich lieferte den Sound; der Inhaber der Buchhandlung Jörg Scholz-Nollau, die Autoren Patrick Beck und Volker Sielaff und der Bildende Künstler Klaus Liebscher.


Lesebühne Open Air mit Blick in den Garten.


Die Wände des Buchladens schmücken außerdem „Autorenfotos“ von Fotograf Dirk Skiba in der gleichnamigen Ausstellung (noch bis 20. Oktober).
Fotos (lv)

Eine rätselhafte junge Frau und ein ironischer Blick hinter die Fassade des Literaturbetriebs

Klaus Funke liest aus seinem im September 2018 erschienenen Roman „Franzi“ und aus dem Erzählungsband „Die Poeten“ am 20. Oktober, um 17 Uhr in der Buchhandlung „LeseZeichen“ auf der Prießnitzstraße 56 in der Dresdner Neustadt.

Im Sommer feierte die kleine, feine Buchhandlung ihr 20-jähriges Bestehen und das 10-jährige Bestehen des Literaturforums e.V., naheliegend mit einer Lesenacht und köstlichem Buffet zusammen mit Freunden, Lesern, Autorinnen und Autoren, die ihr schon länger oder frisch verbunden sind. Mit Kurzlesungen von Jens Wonneberger, Klaus Funke, Dieter Krause, Volker Sielaff, Marit Heuß, Undine Materni, Ralf Günther, Patrick Wilden, Patrick Beck und Kerstin Polzin.

Nun ist es schon wieder Herbst im Bücherwald und viele neue Bücher warten auf ihre Entdeckung und Leser.

Darunter zwei Neuerscheinungen von Klaus Funke. Jörg Scholz-Nollau sagt über die Bücher:

„Franzi ist eine rätselhafte junge Frau. Niemand weiß so recht, wo sie herkommt, was ihr Leben bisher ausgemacht hat. Auch ihr neuvermählter Ehemann kommt ihr nicht näher. Klar ist, es gibt eine dunkle Seite in ihrem Leben. Will sie sich rächen für sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit? Hat sie gar einen oder mehrere Morde begangen? Woher kommt ihre Kleptomanie? War sie früher einmal eine Prostituierte? Ihre Mutter liebt sie beinahe abgöttisch, verzeiht ihr alles. Franzi ist eine schöne, verführerische und intelligente Frau. Sie kann sich vor Anbetern kaum retten. Als Ihr Ehemann verunglückt und ins Krankenhaus kommt, könnte das für Franzi eine Wende bedeuten. Wird sie den richtigen Weg finden oder im letzten Moment alles in Frage stellen?
„Franzi“ ist ein Psychothriller, wie er raffinierter kaum ersonnen werden kann, spannend bis zur letzten Zeile.

Die Poeten: Ganz im ironischen Kontext seiner Novelle Kammermusik, legt Funke hier zwei Erzählungen vor, die die Tragik und Komik des Literaturgewerbes vergnüglich aufzeigen. Er scheut sich dabei nicht, die Sprachtonart Thomas Bernhardts aufzugreifen. Wie Bernhardt liebt Funke das scharfe Schwert der Ironie, um das Absurde der Literaturbranche zu beleuchten. In der ersten Erzählung geht es um einen Literaten, der über der Dichtkunst und den Dichtern den Verstand verliert. Im zweiten Text wird gezeigt, wie Verlage nach Gutsherrenart über die Dichter herrschen, wie Bestsellerautoren gemacht werden und wie überholt und moralisch verkommen eine ganze Branche erscheint. Ein Lesevergnügen ersten Ranges.“

Klaus Funke, geboren 1947, studierte nach seinem Abitur im Jahr 1965 Agrarwissenschaften. Obwohl er schon früh mit dem Schreiben begann, veröffentlichte er seine ersten Texte erst im Alter von 55 Jahren. Seitdem entstanden zahlreiche Romane, Erzählungen und Novellen. Als freiberuflicher Schriftsteller verfasst Funke aber ebenso Rezensionen, Feuilleton- und Theatertexte. 2006 erhielt er das Literaturstipendium des Freistaates Sachsens.
Klaus Funke lebt heute in seiner Heimatstadt Dresden, ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Eintritt frei


Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56, 01099 Dresden
Inh.: Jörg Scholz-NollauTel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

„Die Lust am Spiel, an der Konfrontation…“ Bei einer Theaterprobe mit Jörg Berger in der St. Pauli Ruine


Regisseur Jörg Berger bei der Probe zu „Lysistrata oder Der Weiberkrieg“

Theater mit Leidenschaft und Power

Mit einem bunt gemischten Spielerensemble im Alter von 13 bis 80 Jahren bringt Regisseur Jörg Berger Stücke mit Humor und Anspruch auf die Bühne der St. Pauli Ruine.

Ein Mann und eine Frau schieben einen Einkaufswagen hin und her auf der Bühne über das rot-weiße Absperrband hinweg. Am Wagen klebt ein Zettel: „Kuscheldecken für kühle Stunden!“ Doch danach ist den beiden gerade nicht zumute. Die Luft ist heiß, nicht nur vom Wetter. Er klagt, wie sehr sie ihm fehle und ob ihr das Kind nicht leid tue. Sie beugt sich über den Wagen mit den Decken und tröstet es liebevoll, als läge dort wirklich ein Baby. Als er sich ihr nähern will, wehrt sie ihn ab.

„Noch mal!“, unterbricht Regisseur Jörg Berger die Szene. Myrrhine hat ihren Mann Kinesias noch zu liebevoll umarmt. Sie soll es noch verführerischer, berechnender tun. Um ihn dann kalt abblitzen zu lassen. Keine Liebe und Zärtlichkeit mehr, bis die Männer ihre gewaltsamen Machtkämpfe und Kriege beenden! So lautet das Motto der Frauen im Stück „Lysistrata oder Der Weiberkrieg“.

Die zeitlos aktuelle Komödie von Aristophanes steht seit Sommer im Spielplan der St. Pauli Ruine und ist noch bis 9. Oktober zu sehen in dem urig-romantischen Backsteingemäuer der ehemaligen, kriegszerstörten Kirche am Königsbrücker Platz im Hechtviertel. Mit viel Witz, Spielfreude und Power agieren die spielbegeisterten Laiendarsteller. Da wird umgarnt, gestritten, aus Wasserpistolen gespritzt, verhandelt und fröhlich Versöhnung gefeiert. Und Kinesias, gespielt von Ronald Kieschnik, kann endlich seine geliebte Myrrhine, dargestellt von Steffi Gerber, wieder in die Arme schließen. Die Lysistrata verkörpert mit ansteckender Energie Yvonne Dominik, eine diplomierte Sängerin.

„Die Lust am Spiel, an der Konfrontation, sich beweisen zu wollen und am Ende der Beifall der Zuschauer. Einen erfolgreichen Abend zusammen mit der Gruppe zu haben, der auch nachwirkt“, darin liegt für den künstlerischen Leiter der Theaterruine, Jörg Berger der Reiz am Inszenieren. Er stammt aus Magdeburg, hat Hydrologie, die Wissenschaft vom Wasser, an der TU Dresden studiert. Entscheid sich dann aber für das Theater als ein Ort, um zusammen mit anderen etwas zu entwickeln und bewegen.

Nach dem Studium arbeitete Berger drei Jahre als Dramaturg am TJG und dann am Puppentheater. Sein erstes Stück an der Studentenbühne der TU, die er auch einige Zeit leitete, war „Das blaue Licht“ von Franz Fühmann. Drei Jahre führte er Regie beim „Rocktheater Dresden“ mit Aufführungen zur Jiddischen Musik- und Theaterwoche und nach dessen Auflösung inszenierte Jörg Berger mit einer kleinen Gruppe, dem „Theater von unten“ ab 1999 in der damals noch unsanierten Theaterruine. Ihr erstes Stück hieß „Herkules und der Stall des Augias“.

Inzwischen gibt es den Verein TheaterRuine St. Pauli e.V. mit mehr als 90 Mitgliedern, davon rund 65 Spieler zwischen 13 und 80 Jahren. Wenn sie nicht auf der Bühne stehen, kümmern sie sich bei den rund 150 Veranstaltungen pro Saison um Eintritt, Gastronomie und Aufräumen. Sie alle bringen viel Energie, Engagement, freie Zeit, aber auch Unterschiede ins sozial bunt gemischte Spielerensemble mit. „Die Kunst ist, alles unter einen Hut zu bringen, dazu braucht es Fingerspitzengefühl, Geduld und Durchsetzungsvermögen“, so Berger. Erzählt werden Geschichten, die die Akteure selbst spannend finden, mit viel Humor, nah am Publikum und Bezug zur Gegenwart. Nach dem Ausbau der Theaterruine mit Glasdach, WC-Trakt und Lärmschutz sind neben Schauspiel wieder verstärkt Musiktheater und Konzerte in allen Klangfarben angesagt. Gespielt werden Klassiker wie Shakespeares „Sommernachtstraum“, Komödien wie Molières „Der Bürger als Edelmann“ bis zum flippigen Goethical „Faust rockt“.

Im Herbst startet das Projekt „TheaterKids“, einer Gruppe für spielfreudige Leute zwischen acht und 21 Jahren im Hechtsalon (Anmeldungen im Büro der Theaterruine). Unterstützung dafür kommt von den Dresdner Lionsclubs, die den Reinerlös des 11. Dresdner Entencups auf der Elbe für dieses neue Angebot spenden. „Wenn ich leidenschaftlich für etwas brenne, kann ich auch leichter überzeugen. Das ist eigentlich das Geheimnis“, so Jörg Berger. Sein 10jähriger Sohn Tamino kommt auch gern hierher, schaut manchmal bei den Proben zu und hat schon in einem Schultheaterstück auf der Ruinebühne mitgespielt.

Text + Fotos (lv)

KulturTipp:

am 19. und 20. Oktober, um 19.30 Uhr kommt „Ein Sommernachtstraum“ – ein Liebesspiel von William Shakespeare letztmals in dieser Saison in der Theaterruine.

http://www.pauliruine.de

Premiere „Leon zeigt Zähne“ im Theater Junge Generation


Foto: Marco Prill

Wie man Mut lernt

Das erfahren kleine und große Zuschauer (ab 6 Jahre) im Stück „Leon zeigt Zähne“ nach dem Roman von Silke Wolfrum in einer Fassung von Andreas Steudtner. Die Premiere ist am 20. Oktober, um 16 Uhr im Theater Junge Generation im Kulturkraftwerk Mitte.

Leon ist schüchtern. Doch das möchte er nicht länger sein, er will endlich einmal seine Meinung laut sagen können. Sein Vater, der ebenfalls ein Hasenfuß ist, kann ihm da auch nicht weiterhelfen. „Zeig Zähne!“ ist sein einziger Ratschlag. – Aber wie geht das?

Bei seiner Oma findet Leon in der Frauenzeitschrift „Cordula“ die Antwort. Mit den vermeintlichen Kommunikationstipps und -tricks beginnen Vater und Sohn ihre Mission. Zunächst müssen sie ihre „Problemzonen“ benennen, auf eine Liste schreiben und an den Kühlschrank hängen, danach werden diese abgearbeitet. So kauft Leon seinem Gitarrenlehrer Udo Zahnbürste und Mundwasser, damit dieser beim Unterricht keinen Mundgeruch mehr hat. Auch seinem Mitschüler Quentin macht er klar, dass er in der Pause ab sofort beim Fußball mitspielen wird. Und als Leon sich schließlich mit Ida anfreundet, ist selbst der Sprung vom Drei-Meter-Brett nur noch ein Klacks.

Silke Wolfrum erzählt in ihrem Roman humorvoll davon, wie man seine eigenen Schwächen akzeptieren lernt und daraus Stärken werden, wie man mit Mut über seinen eigenen Schatten springt und dabei manchmal auch etwas aufs Spiel setzen muss.

Text: Norbert Seidel/TJG

Ahoj Leipzig! Tschechien – Gastland der Buchmesse 2019 gibt Neuerscheinungen bekannt

Vom romantischen Liebesepos „Máj“, „Orangentagen“
bis zu Graphic Novels

Klassiker und Neuentdeckungen der tschechischen Literatur im deutschsprachigen Raum werden zur Leipziger Buchmesse im Frühjahr 2019 vorgestellt.

Auf der Frankfurter Buchmesse haben die Veranstalter von „Tschechien – Gastland der Leipziger Buchmesse 2019“, das Kulturministerum der Tschechischen Republik, die Mährische Landesbibliothek und die Leipziger Buchmesse, die tschechischen Neuerscheinungen vorgestellt: Anlässlich des Gastlandauftritts in Leipzig (21. bis 24. März 2019) werden knapp 60 Bücher ins Deutsche übersetzt, viele davon gefördert vom Kulturministerium der Tschechischen Republik sowie dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

1995 war die damalige Tschechoslowakei Gastland der Leipziger Buchmesse. 2019, nach 24 Jahren, kann die Anzahl der Neuübersetzungen versechsfacht werden. Während damals Autoren wie Václav Havel, Pavel Kohout, Milan Kundera, Jiří Gruša oder Bohumil Hrabal die tschechische Literatur repräsentierten, wird der tschechische Buchmarkt heute durch eine neue, von diesen Persönlichkeiten inspirierte Generation geprägt.

Katerina Kalistová, die Vize-Kulturministerin der Tschechischen Republik, hob hervor: „Wir freuen uns, hier in Frankfurt schon nach Leipzig zu blicken und heute verkünden zu dürfen, dass im Frühjahr 2019 knapp 60 tschechische Werke auf dem deutschsprachigen Markt verfügbar sind, insbesondere Werke von tschechischen Gegenwartsautoren. Mehr als 50 von ihnen kommen zu Lesungen und Gesprächen nach Leipzig zum tschechischen Auftritt, dessen Ausrichtung gesamteuropäisch und international sein wird. Viele der Schriftsteller mit neu übersetzten Titeln werden zeigen, dass die Qualität ihrer Werke von ebenso großem Potential ist wie diejenige der bereits international gefeierten: Hrabal, Kundera oder Hašek.“

Der Leipziger Buchmesse-Direktor Oliver Zille betonte: „Im Rahmen des Gastlandauftritts ‚Ahoj Leipzig!‘ werden zur kommenden Leipziger Buchmesse knapp 60 Werke ins Deutsche übersetzt. Die damit verbundene Aufmerksamkeit ist ein starker Antrieb für den tschechischen Literaturmarkt – für uns Deutsche bietet die Präsentation vielfältige Entdeckungen neuer literarischer Blickwinkel. Ich freue mich sehr auf den spannenden Austausch.“ 

Begleitend zum Gastlandauftritt bei der Leipziger Buchmesse 2019 findet das Tschechische Kulturjahr statt, das am 13. Oktober 2018 mit dem Leipziger Opernball unter dem Motto „Ahoj Česko!“ eröffnet wurde, und am 8. November 2019 in der Oper Leipzig endet mit Leoš Janáčeks „Jenufa“, einem Gastspiel des Nationaltheaters Brünn.

60 Neuübersetzungen begleiten den tschechischen Gastlandauftritt

Die tschechischen Neuerscheinungen umfassen Romane, Erzählungen, Tagebücher, Gedichte, Theatertexte, Graphic Novels, Sach- und Kinderbücher. Darunter sind die bereits im deutschsprachigen Raum bekannten Schriftstellerinnen und Schriftsteller: Radka Denemarková (Hoffmann und Campe), der Pfarrer und herausragende tschechische Intellektuelle Tomáš Halík (Herder Verlag), die Schriftsteller-Legende Pavel Kohout (Osburg Verlag), die international gefeierten Graphic-Novel-Autoren Jan Novák und Jaromir 99 (Verlag Voland & Quist), Iva Procházková, deren erfolgreiches Kinderbuch „Orangentage“ (Fischer Verlag) verfilmt wird und zur Leipziger Buchmesse Film-Premiere feiert, Kult-Autor und aktueller Literaturhäuser-Preisträger Jaroslav Rudiš, der seinen ersten Roman auf deutsch publiziert (Luchterhand Literaturverlag), Jáchym Topol, der einen neuen Roman im Suhrkamp Verlag veröffentlicht, die tschechische Bestseller-Autorin und Leiterin des Literaturfestivals „Meeting Brno“ sowie Residenzautorin in Leipzig im Monat November Kateřina Tučková (Klak Verlag), zudem Petr Borkovec, eine Schlüsselfigur der tschechischen Poesie-Szene, der dieses Mal nach Leipzig mit einem neuen Kurzgeschichten-Band kommt (Edition Korrespondenzen).

Auch Klassiker der tschechischen Literatur werden vertreten sein: So kommt die 10-bändige Werkausgabe des international renommierten Schriftstellers und Diplomaten Jiří Gruša zum Abschluss (Wieser Verlag). Außerdem wird das berühmte, 1836 erschienene romantische Liebesepos „Máj“ („Mai“, Kētos-Verlag) von Karel Hynek Mácha neu ins Deutsche übersetzt, ein Werk, das den Beginn der tschechischen Moderne markiert und aufgrund seines wilden Bilderschaffens nicht nur den tschechischen Surrealisten als eines ihrer Vorbilder diente. Ein weiterer neu übersetzter Klassiker ist der Schriftsteller und Satiriker Karel Poláček (Reclam Verlag), hoch geschätzt wegen seiner Alltagsdramen über das Leben „kleiner Leute“.

Highlights unter den neuen Gedichtbänden sind der tschechische Lyriker und Redakteur der Zeitschrift „Host“ Petr Hruška (edition AZUR), dessen Gedichte bereits mehrfach übersetzt und preisgekrönt sind sowie Sylva Fischerová (Klak und Balaena Verlag), kürzlich zur „Poetin der Stadt Prag“ ernannt, Jaromír Typlt (hochroth Verlag), der aktuelle tschechische Residenzautor in Leipzig, sowie die im Wunderhorn Verlag erscheinende Sammlung tschechischer Gedichte in der Übersetzung deutscher Kolleginnen und Kollegen VERSschmuggel.

Zu den Neuentdeckungen der tschechischen Literatur im deutschsprachigen Raum gehören unter anderem Michal Ajvaz, in Amerika bereits ein Bestseller, in Leipzig mit „Die Wiederkehr des alten Basilisks“ (Wieser Verlag) erstmals vertreten, ein Buch, das sich zwischen magischem Realismus und realistischer Erzählung bewegt, und Jiří Hájíček (Karl Rauch und Wieser Verlag), der bereits zweimal den renommierten Magnesia-Litera-Preis bekommen hat, sowie der Lyriker und Frontman der Band Krch-off Jiří H. Krchovský, der bereits vor der Wende engagiert im Underground schrieb und publizierte. Petr Stančík (edition clandestin), Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker, gehört in Tschechien zu den Bestseller-Autoren, und kommt nach Leipzig mit „Perak – der Sprungfedermann“, der literarischen Verarbeitung einer berühmten tschechischen Wandersage aus der Zeit der deutschen Besatzung und einem Helden, Perak, der die deutsche Kriegswirtschaft auf ungewöhnliche Weise sabotierte.

Tschechische Kinderbücher sind seit vielen Jahren nicht nur im deutschsprachigen Raum populär. Zur Leipziger Buchmesse wird unter anderem das Buch von Pavel Šrut und Galina Miklínová „Die Sockenfresser“ präsentiert. Bereits zur Frankfurter Buchmesse wird „Tippo und Fleck: Von Fleckenteufeln und anderen Kobolden“ des Autorenpaars Barbora Klárová und Tomáš Končinský vorgestellt.

Zu den Neuentdeckungen unter den jüngeren Literaten, der Generation der 80er Jahre, gehören insbesondere die Dichterin und Fotografin Zuzana Lazarová (Kētos-Verlag), der Romanautor und TV-Redakteur Vratislav Maňák (Karl Rauch Verlag), die Dichterin Natálie Paterová (hochroth Verlag), die Roman- und Drehbuchautorin Tereza Semotamová (Verlag Voland & Quist) sowie der in Tschechien bereits mehrfach preisgekrönte Marek Šindelka (Residenz Verlag).

Das tschechische Theater spiegelte immer auch die Geschicke der böhmischen Länder und hat deren Geschichte und politische Entwicklung mit beeinflusst. Gesellschaftlich engagierte neue Theatertexte sind in der von Barbara Schnelle herausgegebenen Anthologie neuer tschechischer Dramatik sowie im Spezial-Heft „Tschechien“ des Magazins Theater der Zeit zu finden.

Text: Julia Lücke/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Infos über die tschechischen Autoren und ihre Werke unter http://ahojleipzig2019.de

Vom Magischen Realismus bis zum Historischen Roman: eine thematische Einordnung der tschechischen Gegenwartsliteratur von Prof. Phdr. Tomáš Kubíček, Projektleiter des tschechischen Gastlandauftritts und Leiter der Mährischen Landesbibliothek, unter http://ahojleipzig2019.de/de/press

Tschechien – Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 wird veranstaltet vom Kulturministerium der Tschechischen Republik und der Mährischen Landesbibliothek sowie der Leipziger Buchmesse, mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Tschechischen Republik in Deutschland, dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden, der Partnerstädte Leipzig und Brünn, der Tschechischen Zentren in Deutschland und Österreich, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und des Goethe Instituts Prag sowie zahlreicher weiterer Partnerinstitutionen.

Buchvorstellung „Wozu ich geboren wurde“ – 44 Autoren wollen Glück bescheren


Herausgeber Michael Hillmann mit seinem neuen Buch „Wozu ich geboren wurde“ mit den Autorinnen Katrin Huß (re. im Bild) und Sandra Cegla.

44 Lebensgeschichten voller Glücks-Momente

Diesen Samstag, 20. Oktober 2018, wird das Buch im Rahmen des Tages der offenen Tür im Unternehmensbüro „WIEDER AUF KURS“ (Haydnstraße 20 in 01309 Dresden) in der Zeit von 10 Uhr bis 14 Uhr das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert.
Moderiert wird die Eröffnung um 11 Uhr von Katrin Huß und Fußball-Versteher Gert Zimmermann, die beide auch die anwesenden Autoren (ein großer Teil der 44 Co-Autoren ist dabei) interviewen werden.

Fußball war sein Leben. Sei es als Geschäftsführer des brandenburgischen Fußballverbands oder als Chronist bei Brieske/Senftenberg. Nach 19 Jahren hauptberuflicher Tätigkeit für König Fußball dachte er sich, es muss noch etwas anderes geben und schaute sich um. „Der Mann zum Reden, der ‚Frauenversteher‘, das war ich schon immer“, sagt Michael Hillmann über sich selbst. „Ich kann mich ganz gut in andere Menschen hineinversetzen und bin sehr intuitiv veranlagt.“ Nachdem er sich bei einer Dampferfahrt auf der Elbe vor zwei Jahren in eine Rand-Dresdnerin verliebte und mittlerweile seit einem Jahr mit ihr verheiratet ist, trennte er sich mit einem weinenden und einem lachenden Auge vom hauptberuflichen Fußball in Cottbus und zog nach Sachsen. Nach mehreren Weiterbildungen machte er sein Hobby zum Beruf und ist inzwischen als Unternehmens- und Seelenberater mit seinem eigenen Büro WIEDER AUF KURS in Dresden vor Anker gegangen.

Dieses persönliche Glück, das oftmals auch mit beruflichem Glück einhergeht, wollte und will Hillmann gerne teilen. Da er sehr kommunikativ ist und auch Anfang des Jahres das Buch „Zurück in die Kindheit – Eine Seelenreise auf der Elbe“ mit vielen, auch historischen Bildern über seine geliebte Sächsische Dampfschiffahrt veröffentlichte, lag nun nahe, ein weiteres Buch herauszugeben: „Tue Gutes und rede darüber. Ich hätte nie gedacht, dass ich es schaffe, in einem knappen halben Jahr 44 Autoren dazu zu bewegen, sich mit einem eigenen Beitrag am Buch ‚Wozu ich geboren wurde‘ zu beteiligen.“

Seit langem verfolgte Hillmann schon das Leben der langjährigen MDR-Fernsehmoderatorin Katrin Huß. Mittlerweile auf LinkedIn verbunden, tauschte man sich regelmäßig aus. Inzwischen fand sie zum Yoga und lehrt den Sport auch anderen in ihrer eigenen Yoga-Schule. Seit erst drei Wochen ist ihre Lebensgeschichte „Die traut sich was“ auf dem Markt. „Diesen Sommer war ich fünf Wochen 800 km zu Fuß auf dem Jakobsweg unterwegs, um zu mir zu finden und mein Buch zu schreiben. Dennoch fand ich auch die Zeit, am Werk ‚Wozu ich geboren wurde‘ mitzuschreiben“, so Huß. „In all den Jahren bin ich immer wieder meiner Intuition gefolgt, habe auf meinen Bauch und mein Herz gehört. Nie habe ich versucht, mich zu verstellen oder zu verbiegen, für niemand. Auch wenn ich nicht mehr regelmäßig im Fernsehen zu sehen bin – die Zuschauer hatten mich über Jahre hinweg immer wieder zur Lieblingsmoderatorin gewählt. Von diesem Glücksgefühl zehre ich heute noch und gebe dieses gerne weiter.“

Sandra Cegla, ehemalige Polizeikommissarin in Berlin, war dort fast 15 Jahre lang vor allem in Kreuzberg mit Gewaltverbrechen aller Art beschäftigt. „Nach einigen Jahren der kriminalpolizeilichen Ermittlungstätigkeit, also viele Aktenberge, SEK-Einsätze, Durchsuchungen und Vernehmungen später, wuchs in mir der Wunsch, nicht mehr nur in Einzelfällen in Schicksale einzugreifen, sondern auch den Erfahrungsschatz, den ich gesammelt hatte, in die Breite zu tragen“, sagt Cegla. Sie gründete die Agentur „SOS Stalking“, die sich zum Ziel gesetzt hat, politischen Einfluss zu nehmen und zu beraten. „Gerade erst durfte ich die Bundesregierung beim neuen Gesetzestext zum Thema Stalking mit meinem Fachwissen unterstützen“, so Cegla weiter. „Es ist wichtig, dass wir mehr über dieses Thema reden und helfen, Stalking rechtzeitig wahrzunehmen und den Betroffenen Hilfestellung geben.“

Hillmann, der im Rahmen einer Pressekonferenz auf einem Elbdampfer in Dresden gemeinsam mit Huß und Cegla das Buch vorstellte, ist sich sicher, dass dieses, verlegt beim Cottbuser Verlag „Druckerei Schiemenz“, gut ankommen wird: „Es ist auf jeden Fall eine spannende Lektüre, die bei all den vielen Geschichten, die das Leben so schreibt, immer ein gutes Ende findet und den Lesern Glück beschert.“

Weitere Infos: www.michael-hillmann.com

Text + Foto: meeco Communication Services

Premiere „Dantons Tod“ an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

Ein groteskes Spiel um Macht und Verführung

Wohin führen grenzenlose Freiheit und der Ruf nach härteren Gesetzen für mehr Ordnung im Land? Das hinterfragt bilderstark und eindringlich Peter Kubes Inszenierung von Georg Büchners Drama „Dantons Tod“. Die Premiere war am Sonnabend an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

In heroischer Pose erstarrt wie Denkmäler oder Spielfiguren, stehen inmitten ihrer Anhänger zu Beginn Danton und Robespierre und singen die Marsellaise. Die einstigen Kampfgefährten und Anführer der Französischen Revolution sind zu erbitterten Feinden geworden, die am Volk vorbei ihre Machtkämpfe austragen. Davon erzählt das Drama „Dantons Tod“ von Georg Büchner passend zum Motto der neuen Spielzeit “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Die Premiere war am Sonnabend an den Landesbühnen
Sachsen in Radebeul.

Die packende, leidenschaftliche und bildhaft-poetische Sprache Büchners kam in der Inszenierung von Peter Kube in eindringlichen, beklemmenden bis grotesken Szenen, jedoch etwas einseitig überspitzter Darstellung der zwei politischen Kontrahenten auf die Bühne. Büchners zeitloses Stück legt den Finger auf die Wunden der Gesellschaft, indem es Ideale ebenso wie niedere Instinkte des Menschen und ihre Verstrickungen in der Politik schmerzhaft genau offenlegt. Es hinterfragt: „Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?“ Es geht um den Umgang mit Macht, Konflikten, Schuld und Verantwortung in Umbruchzeiten.

Auf der schwarzen Bühnenschräge, die immer rotbefleckter wird im Laufe des Stücks, steht inmitten der konträren politischen Lager eine Frau in weißem Kleid (kraftvoll: Julia Vincze) mit Tricolore in der Hand wie eine Statue der Freiheit, die die Männer umarmen. Es ist Julie, Dantons Frau, die weitaus mehr Mut zeigt als er. Danton wird von Alexander Wulke als tragikomische, widersprüchliche Figur gespielt. Der zunächst in rotem Kleid närrisch, verrucht mit einer und mehreren Gespielinnen sich vergnügt. Nichts vom einstigen Revolutionär übrig, wehleidig und trotzig ignoriert Danton die Warnungen seiner Gefährten, wie den ihn immer wieder anstachelnden, besorgten Lacroix (Grian Duesberg). Berührend die Szene mit dem jungen Paar, dem Danton-Anhänger Camille (Felix Lydike) und seiner Liebsten Lucille im blauen Kleid (Julia Rani), ihr Hin und Her geworfen sein, sich An- und Auflehnen für ihr eigenes Glück und große Ideen und die Verletzlich-Zerbrechlichkeit alles Lebendigen. Im Kontrast dazu die Rede des Aufwieglers Hérault (Johannes Krobbach), der zwischen Natur- und menschlicher Zerstörungsgewalt nicht unterscheiden will.

Der Jakobiner-Anführer Robespierre, genannt „Blutmessias“ predigt Ordnung und Tugendhaftigkeit und windet sich zwischen Gewissensbissen und hart durchgreifen (Holger Uwe Thews). Erst als die Gewalt immer mehr um sich greift und das Volk Dantons Kopf verlangt als Sündenbock, regt sich Widerstand in Danton. Die Gegner attackieren sich gegenseitig mit Stühlen oder verschanzen sich dahinter Reden haltend. Bevor allen Verstand und Vernunft erstickend das Eisenmesser der Guillotine krachend niedersaust. Viel Beifall.

Text (lv)

Matinee zur Schauspiel-Spielzeit  jetzt am 4.11.2018, 11.00 (Glashaus)

Die Matinee zur Inszenierung «Dantons Tod» und zur Spielzeit 18/19 der Sparte Schauspiel wird vom 7.10.18 auf den 4.11.18, 11.00 Uhr verschoben. Die Landesbühnen konnten für diesen Termin den Seelsorger der Polizei, Christian Mendt, gewinnen, der bis 2014 Pfarrer der Lutherkirche Radebeul war.

«Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit», die Schlagworte der Französischen Revolution, vor deren Hintergrund «Dantons Tod» spielt, sind das Motto dieser Spielzeit. Ringen die politischen Parteien heute noch um diese Ideale? Wird die Radikalisierung, die auf den Straßen stattfindet, wirklich wahrgenommen oder geht es um die Sicherung der Machtpositionen von Politikern?

Als Polizeipfarrer ist Christian Mendt immer wieder mit diesen Fragen konfrontiert. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Lage stellen wir Ihnen den Spielplan dieser Spielzeit vor und kommen mit Darstellern und Regisseur Peter Kube ins Gespräch.

Text: Petra Grubitzsch/LB

KlangLabor – ein neuer Kunst- und Begegnungsort in Dresden


Ein Raum für Bilder, Klänge aller Art und Bühne für Lesungen, Theater, Konzerte… Dazu lädt KlangLabor-Inhaberin Andrea Dorschner alias Aerdna Harp an der Harfe  ein, das Angebot mitgestalten will auch Annabell Schmieder, freie Schauspielerin. Foto: Lilli Vostry

Farbreiche Klangwelten

Im KlangLabor von Andrea Dorschner trifft Harfenspiel auf moderne Malerei und freie Improvisation zum Mitmusizieren für alle.

Farben und Klänge aller Art treffen im „KlangLabor“
aufeinander. Einem neuen Kultur- und Begegnungsort im Erdgeschoss eines Wohnhauses auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden-Pieschen. Durch das große Schaufenster des vorherigen Kosmetiksalons sieht man farbenfrohe
Musikerbildnisse, Ölbilder und Zeichnungen. Gemalt hat sie der aus England stammende Künstler Christopher Haley Simpson. Er agiert gern mit anderen Künstlern zusammen, das spiegeln auch seine Arbeiten in der ersten Ausstellung in diesem Kunst- und Klangraum.

Solche musischen Angebote fehlten bisher im Stadtteil, der mit seiner malerischen Lage am Elbbogen am Pieschener Hafen und urigem Flair jedoch immer schon auch Künstler anzog. Ein frühes Bild „punkiger Malerei“ von Otto Dix zeige den Matrosen Fritz Müller aus Pieschen, erzählt Simpson. Auf seinen Bildern im „KlangLabor“ begegnet man Tangomusikern an Bandoneon und Gitarre, einer Frau am Klavier, einem Cellisten, Geiger und dem Saxofonist und Jazzmusiker Heribert Dorsch alias Hartmut Dorschner, der auch als Komponist und Pädagoge tätig ist. Mit ihrem Bruder teilt Andrea Dorschner, die Betreiberin des „KlangLabors“ ihren Spaß an freier Improvisation.

Zusammen-Klang vieler Einflüsse

Der Raum steht immer mittwochs von 19 bis 21 Uhr offen für alle zur freien Improvisation, zum Zuhören und gemeinsamen Musizieren mit Harfe und anderen Instrumenten, die bereitliegen oder von den Mitmusizierenden mitgebracht werden. „Dazu braucht man natürlich etwas Mut, um sich reinzuhören und dann ein paar Töne mitzuspielen“, weiß Andrea Dorschner. „Das Gute ist, bei der Freien Improvisation
kann man nie falsch spielen. Denn man spielt intuitiv, alles hat Einfluss auf die Musik, die Zuschauer, die Musiker, der Raumklang, die Blicke, eigene Sorgen und Nöte, Erlebnisse…“ Vom Klang lernen wir das Leben, so Andrea Dorschner, vom Zusammen-Klang das Zusammen-Leben und alle Künste sind herzlich willkommen.

Sie selbst malt, dichtet und musiziert seit ihrer Kindheit. Als Jugendliche leitete sie einen Theater- und Puppenspielzirkel für Grundschüler. Mit der Gründung des „KlangLabors“ im März 2018 ist einer ihrer Träume Wirklichkeit geworden, verschiedene Künste zusammenzubringen und selbst künstlerisch tätig zu sein. Sie lernte als Kind Klavier spielen. Nach einem erlebten Harfenkonzert als Erwachsene wollte Andrea Dorschner dieses wunderbare Instrument unbedingt selbst erlernen. Die Grundlagen lernte sie an einer Musikschule und eignete sich danach vieles autodidaktisch an. Sie spielte manchmal fünf bis zwölf Stunden Harfe am Tag, erzählt sie. “Wenn ich einmal anfange, dann spiele und spiele ich und muss mich teilweise zwingen, aufzuhören.“

Andrea Dorschner spielt ihre freien Improvisationen auf der akustischen und elektronischen Harfe, einer Fülle zart fließender, rinnender, raschelnder, inniger und schneller Töne. Sie gibt Konzerte, spielt zu Vernissagen und veranstaltet Märchenlesungen im „KlangLabor“. Aller zwei Wochen Mittwoch findet von 17 bis 19 Uhr „KlingKlang“, freie Improvisation für Kinder, statt. Dabei können sie Instrumente aus dem Klangraum ausprobieren und auf eigenen Musikinstrumenten gemeinsam zur Harfe gemeinsam mit Andrea Dorschner musizieren. Ihr zehnjähriger Sohn Elias unterstützt sie tatkräftig im „KlangLabor“, er spielt Ukulele und Harfe.

Kindergruppen aus Kitas oder Schulen, Kinder und Erwachsene, die anders sind, können auch hierher zu Sonderveranstaltungen kommen. Der Eintritt ist meist frei. Manchmal verlangen professionelle Künstler Eintritt oder eine Aufwandsentschädigung. Spenden sind willkommen. Ihren Lebensunterhalt verdient Andrea Dorschner nicht mit der Kunst, wie es leider vielen Künstlern geht, sondern durch einen festen Job an einer Berufsschule in Dresden. In Ihrer freien Zeit widmet sie sich dem „KlangLabor“.

Lesungen, Theater, Erzählcafé und Schreibwerkstatt für Kinder sollen hinzu kommen

„Das Angebot soll langsam wachsen mit kleinen, feinen Veranstaltungen“, sagt sie. Es passen maximal 30 Zuschauer in den Raum. Vorgesehen sind wechselnde Ausstellungen, Lesungen, musikalisch-literarische Programme, kleine Konzerte, Bilder-Talk mit Musik, Puppenspiel, Theater, eine Schreibwerkstatt für Kinder und ein Erzähl-Café mit interessanten Gesprächsgästen im Austausch mit den Besuchern. Wer selbst auftreten oder etwas anbieten möchte, ist herzlich willkommen im „KlangLabor“.

Text + Fotos (lv)


Eröffnet neue KlangWelten: Andrea Dorschner alias Aerdna Harp mit ihrer Harfe.

Mimenbühne Dresden hört auf – Das PantomimeTheaterFestival findet aber statt


Bleiben der stillen Kunst und dem August-Theater mit Gastspielen weiterhin  verbunden: der junge Mimekünstler Arne König und der gestandene Pantomime Ralf Herzog.

Die Mimenbühne beendet den Spielbetrieb

Eine eigene Spielstätte ohne Förderung ist für den Verein nicht mehr zu halten. Die Tradition des jährlichen Internationalen PantomimeFestivals soll jedoch erhalten bleiben.

Ein Ende ohne Wende – die Mimenbühne Dresden unter Intendanz von Ralf Herzog stellt den Spielbetrieb ein. Das Ensemble zeigt zum PantomimeTheaterfestival im November die letzte Vorstellung und löst sich im Anschluss auf. Bereits in den nächsten Wochen ziehen die Mimen aus dem August Theater aus.

Die Kraft ist zu Ende, die Finanzen sind es auch“, begründet Ralf Herzog die Entscheidung, die das Ensemble in den letzten Monaten und sogar Jahren immer wieder abgewogen hat. „Zu wenige Besucher finden den Weg zu uns.“, erklärt Ralf Herzog. „Wir müssten viel stärker in die Werbung investieren, aber dafür fehlen die Mittel – weil die Besucher fehlen und wir finanziell nicht gefördert werden. Und eine Förderung bekommen wir nicht, obwohl wir uns mehrfach im Rathaus bemüht haben.“

Das 35. PantomimeTheaterFestival findet ohne Einschränkungen statt

Auf das 35. PantomimeTheaterFestival vom 8. bis 11. November 2018 hat das Ende der Mimenbühne keine Auswirkungen. Im Gegensatz zum ganzjährigen Spielbetrieb ist das Festival förderfähig und kann damit wirtschaftlich abgesichert werden. In diesem Jahr werden neben Workshops sechs Vorstellungen angeboten, darunter eine Kindervorstellung und die beliebte Improvisationsshow zum Abschluss. Zwei Ensembles aus Russland und eins aus Frankreich werden erwartet. Die organisatorische Leitung übernimmt Arne König vom Mimenstudio Dresden e.V. Auch künftig soll die Tradition des jährlichen Festivals erhalten bleiben. Dafür will sich das August Theater engagieren in Zusammenarbeit mit Jan Romberg, einem langjährigen Mitglied des Mimenstudio Dresden e.V., der inzwischen in Berlin zu Hause ist und mit Pantomimen in aller Welt eng vernetzt ist.

Die Mimenbühne wurde durch einen Verein getragen

Der Mimenstudio Dresden e.V. ist Träger der Spielstätte „Mimenbühne“ und organisiert den Spielbetrieb seit Jahren im Ehrenamt. „Unsere Ensemblemitglieder sind gleichzeitig Vereinsmitglieder. Sie zahlen Mitgliedsbeitrag und spenden zusätzlich die Einnahmen aus den Vorstellungen an den Verein, um die Fixkosten für Miete und Techniker zu zahlen“, erklärt Ralf Herzog. „Das funktioniert so lange, wie genügend Besucher kommen. Bei dem riesigen Kulturangebot in Dresden hat es das Genre Pantomime aber sehr schwer. Wir haben lange gekämpft und ziehen nun das Fazit: Eine eigene Spielstätte ohne Förderung ist für uns als Verein auf Dauer nicht zu stemmen.“

Erst 2014 war die Mimenbühne nach drastischen Mieterhöhungen im Theater auf der Maternistraße in das Rathaus Pieschen gezogen, wo das August Theater mit Puppenspiel für Kinder und Erwachsene ansässig ist. Schon damals sah Ralf Herzog die Existenz der Mimenbühne zunächst gefährdet. Neue Impulse brachte die Bühnenpartnerschaft mit dem August Theater und gemeinsame, die Genres verbindende Inszenierungen. Den Durchbruch bei den Besucherzahlen haben die Mimen jedoch nicht geschafft.

Das August Theater führt die Sparte Pantomime mit Gastspielen fort

Theaterleiter Grigorij Kästner –Kubsch bedauert das Ende der Mimenbühne und will die Sparte Pantomime auch nach dem Auszug des Ensembles fortführen. So plant er regelmäßige Gastspiele. Beispielsweise war Arne König vom bisherigen Ensemble der Mimenbühne am 16.9. mit seinem Zwei-Mann-Stück „Urknall“ hier zu Gast.

Gastspiele sind in unserem Genre generell der Trend“, weiß Ralf Herzog. „Wer davon leben will, reist als Solist oder als Duo. Auch ich zeige weiterhin meine Soloprogramme. Aber künstlerisch gesehen bietet eine Inszenierung mit großem Ensemble viel mehr Facetten. Doch alles hat wohl seine Zeit. Also Deckel zu und Blick nach vorn.“

Text + Foto: Sabine Mutschke

www.pantomimefestival-dresden.de

www.august-theater.de

Tickets für das Pantomimefestival können über reservix bereits gekauft oder telefonisch unter Telefon 0351/32371528 bestellt werden.

künstlerische Leitung: Ralf Herzog
Koordination: Arne König
Website: Jan Romberg
Träger: Mimenstudio Dresden e.V., Telefon: +49351/32371528

Hintergrund zur Mimenbühne und zur Historie

Die Mimenbühne Dresden wurde 1992 vom Dresdner Pantomimen Ralf Herzog gegründet. Sie ist eine der wenigen Pantomime-Bühnen in Deutschland mit eigener Spielstätte. Zum Ensemble gehören rund zehn Darsteller – eine Seltenheit in der heutigen Zeit, in der der Solo- und Duo-Darbietungen dominieren.

Der Verein Mimenstudio Dresden e. V. ist Träger der Mimenbühne und Organisator des Spielbetriebs. Er wurde 1999 gegründet. Für die Mitglieder ist die Pantomime ein Hobby neben ihrer Berufstätigkeit. Sie zahlen Mitgliedsbeiträge, außerdem spenden sie die Einnahmen aus Ticketverkäufen an den Verein, der daraus den Spielbetrieb, Miete, Techniker, Nebenkosten und anderes finanziert.

Vereinsvorsitzender Ralf Herzog fungiert als Intendant und künstlerischer Leiter und unterrichtet die Mitglieder ehrenamtlich im Handwerk der Pantomime. Rund 20 eigene Inszenierungen hat das Ensemble unter seiner Leitung erarbeitet, z.B. das nonverbal obskure Maskentheater-Stück „Restaurant Fatal“ oder die Oper ohne Worte „Die Zauberflöte“. Neben den Inszenierungen am eigenen Haus leistete das Ensemble

unzählige kulturelle Beiträge in und für Dresden, zum Beispiel beim Elbhangfest, beim Stadtfest, in der Reihe der Dresdner Schülerkonzerte oder im Rahmen der Theaternacht.

Vorläufer des Vereins war das Pantomimestudio, das 1982 gemeinsam mit dem Volkskunst-podium das renommierte Internationale Pantomimefestival Dresden ins Leben rief.

Dieses findet vom 8. bis 11. November 2018 zum 35. Mal statt. Die Kunst des Improvisationstheaters unter Leitung von Ralf Herzog ist eine besondere Stärke des Ensembles. Herzogs Workshops zur Improvisation werden beim Festival jedes Jahr sehr gut besucht, die „Dresdner Schule“ wird international sehr geschätzt.

Die Mimenbühne und damit auch der Verein haben viele Höhen und Tiefen erlebt und sind mehrfach umgezogen. Aus dem Stadtteilhaus Neustadt auf der Prießnitzstraße musste der Verein im Juni 2004 nach einem Brand ausziehen und wechselte in das Haus des Theaters wechselbad auf die Maternistraße.

Im Jahr 2014 mussten sich die Pantomimen wieder eine neue Spielstätte suchen. Auslöser war eine neu festgesetzte Miete, die um 300 Prozent höher lag als vorher.

Nach Gesprächen mit dem AUGUST Theater im Rathaus Pieschen wagten die Mimen dann doch den Umzug und den Neustart und gründeten mit den Puppen- und Schauspielern Randi und Grigorij Kästner-Kubsch eine Bühnengemeinschaft.

Premieren-Wochenende: „We are family“ und „Dantons Tod“ an den Landesbühnen Sachsen

Die Macht der Liebe und Kampf um Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Die Beziehungskomödie „We are family oder Warum nicht…“ von Murray Schisgal, deutsch von Wolfgang Spier, hat am 12. Oktober, um 19.30 Uhr Premiere. Das Drama „Dantons Tod“ von Georg Büchner am 13. Oktober, um 19 Uhr an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Sam Kogan ist ein erfolgreicher Bühnenautor. Nach drei gescheiterten Ehen und etlichen Seitensprüngen hat er eine eklatante Wahrheit entdeckt: nachdem «man» die Frauen Jahrtausende lang unterdrückt und niedergeknüppelt hat, mussten sie das ändern. Sie mussten kämpfen, um anständig und vernünftig behandelt zu werden. Und nun, da sie sich geändert haben, sei es dringend an der Zeit, dass sich auch die Männer ändern. Und so hat Sam beschlossen, die traditionelle Mann-Frau-Beziehung für gescheitert zu erklären und schwul zu werden. Auch der Karriere kann das nur dienlich sein. Also überredet er seinen alten Collegefreund Billy, einen renommierten Universitätsprofessor für amerikanische Geschichte, zu einem homoerotischen Experiment. Mit wachsender Begeisterung unterwirft sich Billy der Versuchsanordnung, flüchtet schließlich aber doch zurück in die Arme seiner Frau Laura, die sich allerdings nach neunzehn Jahren Ehe von ihm trennen will.

Sam muss auf Mario zurückgreifen, der schon immer für ihn schwärmte und dessen Ehe mit einer Polizistin in den letzten Zügen liegt. Dessen überschäumende Liebesgunst überfordert Sam reichlich. Da trifft er unverhofft auf Laura, mit der er als Teenager eine Affäre hatte. Zum zweiten Mal erliegt er ihren weiblichen Reizen. Das Chaos scheint perfekt. Wenn Billy nicht bereits ein Auge auf Mario geworfen hätte …

Eine turbulente Beziehungskomödie, die pointenreich mit gängigen Klischees jongliert.

Inszenierung: Marcus Staiger
Ausstattung: Irina Steiner

Besetzung:

Sam – Matthias Henkel; Billy – Michael Heuser;  Mario – Moritz Gabriel; Laura – Sandra Maria Huimann

Termine

Premiere Fr., 12.10.; 19.30 Uhr  | | So., 4.11., 19.30 Uhr  | Mi., 21.11., 19.00 Uhr/ Sonntag, 16.12.,19.00 Uhr / Fr., 4.1.2019, 19.30 Uhr Studiobühne der Landesbühnen Sachsen

Dantons Tod

Peter Kube inszeniert „Dantons Tod von Georg Büchner passend zum Spielzeitmotto „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ .

1794 sind George Danton und Maximilien de Robespierre, einst Kampfgefährten und Anführer der Französischen Revolution, zu erbitterten Feinden geworden. Unter Robespierre haben die Jakobiner eine Schreckensherrschaft errichtet, deren Inbegriff die Guillotine ist. Danton leidet an seiner Schuld für die einst von ihm verantworteten «Septembermorde» an Gefangenen und wendet sich nun gegen eine Tugend- und Rechtsvorstellung, die mit Terror und Gewalt erzwungen werden soll. Beide sind taub für den Protest der Straße, wo das im fünften Revolutionsjahr immer noch hungernde Volk Gerechtigkeit und Wohlstand fordert.

Doch mit welchen Mitteln soll der Kampf fortgeführt werden? Wie lassen sich die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit mit der Grausamkeit vereinbaren, die der Preis für ihre Durchsetzung zu sein scheint? Geht es wirklich noch um die Revolutionierung der Verhältnisse oder beschränkt sich die politische Vision auf Machterhalt? Was passiert, wenn die Parteien hinter verschlossenen Türen verbissen ihre Positionen verteidigen, während sich draußen der «Bürger» radikalisiert?

Das 1835 entstandene kraftvolle Drama ist eines der ersten dokumentarischen Theaterstücke, das mit der Verwendung wörtlicher Zitate und Umgangssprache in Bann zieht. Indem Büchner die Motive politischen Handelns untersucht und zeigt, wie politische Morde inszeniert werden, berührt er die großen Themen der menschlichen Existenz wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Utopie und Realität, Aktion und Resignation, Egoismus und gesellschaftliche Verantwortung.

I: Peter Kube; A: Tom Böhm;  Regiemitarbeit: Ute Raab

Darsteller:
Danton- Alexander Wulke;  Robespierre – Holger Uwe Thews; Saint Just, 2. Bürger, Payne, Barère, Deputierter  -Johannes Krobbach; Simon, Lacroix, Laflotte-Grian Duesberg;  Camille, Dillon, Junger Mensch -Felix Lydike; 1.Bürger, Collot, Herman, Bettler, Mercier, Schliesser – Mario Grünewald; Julie, Adelaide– Julia Vincze;  Marion, Fouquier, Dame, Weib–  Sophie Lüpfert; Lucile, Rosalie – Julia Rani;  Simons Weib, Legendre, Knabe, Weib – Luca Lehnert

Termine:

Sa   13.10.2018   19:00   Hauptbühne; Sa   20.10.2018   19:30   Hauptbühne; Fr    09.11.2018   20:00   Hauptbühne; So   18.11.2018   15:00   Hauptbühne; Sa   19.01.2019   19:30   Hauptbühne; So   27.01.2019   19:00    Hauptbühne

Text: Petra Grubitzsch/LB

Auskünfte und Kartenverkauf:  Kasse der Landesbühnen Sachsen GmbH , Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/ 89 54 214, Fax 0351/ 89 54 213, www.landesbuehnen-sachsen.de