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Ausstellung „Archiv der Modelle“ in der Galerie Ursula Walter


„Zimmer mit Aussicht“, Pfelder 2008

Kunst am Bau

Die Ausstellung „Unrealised projects – Archiv der Modelle“  eröffnet am kommenden Samstag ab 16 Uhr in der Galerie Ursula Walter am Neustädter Markt 10. Diese ist der erste Teil einer Ausstellungsreihe Kunst im und für den öffentliche Raum und wird von Claudia Reichardt kuratiert. Eingeladen sind 17 Künstler*innen mit nicht realisierten Modellen und Entwürfen aus Kunst-am-Bau-Wettbewerben bzw. Ausschreibungen für Kunst im öffentlichen Raum.

SVEA DUVE, PAUL ELSNER, KERSTIN FRANKE-GNEUSS, INGO GÜTTLER, SEBASTIAN HEMPEL, BRITTA JONAS, MATTHIAS LEHMANN, STEFAN NESTLER, PFELDER, UTE RICHTER, URSULA SAX, STEFAN SCHRÖDER, BIRGIT SCHUH, TOBIAS STENGEL, ANDRÉ TEMPEL, PATRICIA WESTERHOLZ, AREND ZWICKER

Eröffnung: Samstag 16.03.2019, 16 – 21 Uhr
Einführung: Claudia Reichardt, 18 Uhr

Ausstellung: 16.03. – 27.04.2019

Die Ausstellungsreihe Kunst im und für den öffentlichen Raum wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

GALERIE URSULA WALTER
Neustädter Markt 10
Am Goldenen Reiter
01097 Dresden

Geöffnet: Do – Fr 15 – 18 Uhr, Sa 12 – 16 Uhr

www.galerieursulawalter.de

Das Jahresprogramm 2019 wird gefördert von der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz und den Paten des Fördervereins Galerie Ursula Walter e.V.

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Premiere „Ich bin Kain“ im Theater Junge Generation


Zwei Brüder, zwei Weltsichten: Vom Umgang mit Unterschieden und Konflikten erzählt das Stück „Ich bin Kain“ im TJG. Foto Marco Prill

Wie lange ist für immer?

Die biblische Geschichte über den Brüder- und Glaubenszwist hat als Puppentheater-Stück mit Videoprojektion „Ich bin Kain“ (Regie: Nis Søgaard, ab 12) Premiere am Sonnabend, den 23. März, 18 Uhr, im Kraftwerk Mitte, Kleine Bühne. 

                
Laut Kains Vater Adam ist die Welt kompliziert. Kain möchte sie verstehen und hat viele Fragen: Wieso müssen wir sterben? Ist tot sein besser oder schlechter als lebendig sein? Wo ist meine Heimat? Wie lange ist „für immer“? Diese Neugier findet Kains Vater übertrieben. Und Schlange, ein alter Bekannter aus früheren Tagen, pflichtet ihm bei: „Seht auf jeden Fall zu, dass euer nächster Sprössling anders wird als Kain. Einer, der die Welt nicht komplizierter macht, als sie eh schon ist.“

Dann bekommt Kain tatsächlich einen kleinen Bruder: Abel. Kain will ihm alles beibringen, was er weiß. Aber Abel ist nicht interessiert. Während Kain Antworten auf seine Fragen sucht, forscht und Dinge erfindet, vertraut Abel auf eine unsichtbare Macht: „ER sagt mir alles, was ich wissen muss.“ Die beiden Brüder sind so unterschiedlich, dass die Konflikte nicht lange auf sich warten lassen. Dabei gerät sogar Kains Überzeugung ins Wanken, dass das Leben das Wertvollste ist, was es gibt.

Regisseur Nis Søgaard beschäftigt sich mit den innerfamiliären Konflikten der aus dem Paradies verstoßenen Eltern und ihrer Söhne. Er fokussiert – mit den Mitteln des Puppentheaters und Videos – auf das Zusammenprallen zweier verschiedener Weltsichten und Glaubensweisen.

Text: Norbert Seidel/TJG

Die nächsten Premieren:
Sa 23. Mrz ~ Ich bin Kain ~ von Jens Raschke ~ 12+    
Di 02. Apr ~ #nofilter UA ~ eine analoge Suche nach dem Ich im Digitalen ~ von Sophia Keil und Anna Lubenska ~ 12+
Sa 13. Apr ~ Der starke Wanja ~ nach dem Buch „Die Abenteuer des starken Wanja“ von Otfried Preußler ~ 6+
Sa 25. Mai ~ Auf der Suche nach dem unschätzbaren Wert der Dinge UA ~ von Konradin Kunze ~ eine Zusammenarbeit des tjg. und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ~ 8+        
So 02. Jun ~ Ginpuin – Auf der Suche nach dem großen Glück ~ von Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson ~ spartenübergreifend~ 5+        

http://www.tjg-dresden.de                  

 

Premiere „Die Legende vom heissen Sommer“ im Boulevardtheater Dresden


Mit der Schwalbe, Kassettenrekorder und heißer Ostmusik durch die Zeit vor und nach dem Mauerfall brausen die jungen Darsteller im Stück „Die Legende vom heissen Sommer“ im Boulevardtheater Dresden. Kultverdächtig!
Fotos: Robert Jentzsch

Zündende musikalische Zeitreise mit viel Ost-Feeling

Ostmusik hat eine besondere Aura, da unter besonderen Umständen entstanden. Sie ist und bleibt unverwüstlich, lebendig, Herz und Geist gleichermaßen berührend. Zu erleben im Stück „Die Legende vom heissen Sommer“ im Boulevardtheater Dresden.

Ein Koffer mit persönlichen Erinnerungsstücken, ein Liebesbrief, Schlafsack und Filmplakate aus zwei legendären Defa-Filmen wecken Erinnerungen und sind die zündenden Zutaten im Stück „Die Legende vom heissen Sommer“ von Michael Kuhn und E.B. Marol. Die Aufführung vereint grandios die 50 größten Amiga-Hits aller Zeiten. Die Premiere war am Sonntagabend im Boulevardtheater Dresden.

Vor der Kulisse einer Kirche mit hohen, regenbogenbunten Fenstern probt eine junge Band. Der umtriebige John (Andreas Köhler), Sohn des ehemaligen Amiga-Produzenten, plant eine Konzerttournee, um das historische Ereignis 30 Jahre Mauerfall und gleichzeitig den Sound des Ostens zu feiern. Für einigen Wirbel sorgt Sängerin Nina (kess-selbstbewusst: Katharina Eirich), die unerwartet aus Hamburg auftaucht, weder Ernst Thälmann noch einen einzigen Osthit kennt, aber im heissen Sommer `89 gezeugt wurde. Neben dem coolen John ist auch der schüchterne Bandleader Richi (Janis Masino) in Nina verliebt, was zu Spannungen führt, so dass das Konzert beinahe platzt.

Liebessongs und echtes Leben kommen sich während der Konzertproben gefühlreich in die Quere, nebenbei werden Ost-West-Klischees humorvoll auf die Schippe genommen in dieser wunderbaren musikalischen Zeitreise unter Regie von Olaf Becker, die Musik kuratierte Jörg Stempel, der letzte Amiga-Chef. Mittendrin im Publikum saßen viele bekannte Ostmusiker, eine Reihe vor mir Dieter „Maschine Birr“ von den Puhdys, neben ihm Jäcki Reznicek, Bassist auch bei „Silly,“ in der Reihe neben mir Wolfgang Ziegler, Petra Zieger, Angelika Mann…

„Tourneemutti“ Helga in Blümchenschürze (trocken humorvoll: Julia Henke bei ihrem  ersten Auftritt im Boulevardtheater) schmiert Fettbemmen, erzählt von früher, auch ungehörige politische Witze, singt und moderiert im schrillen Nina-Hagen-Outfit das Konzert und lüftet ein Geheimnis um John und Ninas Herkunft.

Die Dialoge sind voller Anspielungen auf Amiga-Hits, sie begleiten die Handlung und spiegeln Eindrücke aus der DDR-Zeit und dem Lebensgefühl. Da wechseln Kinderlieder, Kampf- und Arbeiterlieder, Gute-Laune-Medley und das aufrüttelnd-zeitlose „Sag mir wo du stehst“ vom Oktoberklub. Vom ersten bis zum letzten Song sprang der Funke sofort aufs Publikum über, wurde geklatscht und mitgesungen. Begonnen bei Holger Bieges „Sagte mal ein Dichter“ über „Jugendliebe“ von Ute Freudenberg, “König der Welt“ und „Über sieben Brücken“ von Karat, „Casablanca“, „Purpursonne“ und „Am Fenster“ von City, „Katzen bei Nacht“ von Petra Zieger, „Heute bin ich allein“ von Reinhard Lakomy, „Als ich fortging“ von Karussell bis „Bataillon d`amour“ von Silly. Zu Filmbildern aus „Paul und Paula“ und „Heißer Sommer“ erklingen die Hits „Geh zu ihr“ und „Alt wie ein Baum“ von den Puhdys und Ohrwürmer von Frank Schöbel.

Stehende Ovationen gab es bei dem berührenden Titel „Gib mir Asyl hier im Paradies“, den Silly-Sängerin Tamara Danz kurz vor ihrem Tod aufnahm. Ob kraftvoll rockig oder liedhaft poetisch, diese Musik kann sich immer noch hören lassen und hat etwas zu sagen. Wer Ost-Feeling erleben und verstehen will, ist hier bestens aufgehoben! Stürmischen Beifall gab es dafür vom Publikum.

Eine Doppel-CD zur Legende vom heissen Sommer mit den
Amiga-Originalen und dem Soundtrack zur Theater-Show erscheint übrigens am 7. Mai und ist im Boulevardtheater erhältlich.

Text (lv)

http://www.boulevardtheater.de

Premiere „Mit Herz & Promille – Die Königs von Elbflorenz“ in der Comödie Dresden


Eine schrecklich nette Familie: die Königs von Elbflorenz. Foto: Robert Jentzsch

Eine rauschhafte Liebeserklärung an die Stadt

Mit viel schrägem Humor und gefühlvollen Songs erzählt die Musicalcomödie „Mit Herz & Promille“ von bösen und wundersamen Überraschungen einer vom Leben gebeutelten Familie in Dresden-Pieschen.

Von der berauschenden Schönheit der Stadt haben sie wenig. Familie König aus Pieschen ist vor allem reich an Sorgen. Sie wohnen im „Souterrain des Lebens“ und der alleinerziehende Familienvater erträgt sein Dasein nur, wenn er blauer als der Himmel ist. Tief ins Glas und ins Leben schaut die Musicalcomödie „Mit Herz & Promille – Die Königs von Elbflorenz“ von Martin Lingnau, Heiko Wohlgemuth und Mirko Bott in einer mit viel Lokalkolorit angereicherten Bearbeitung von Christian Kühn, der auch Regie führt. Die Premiere war am Sonnabend in der Comödie Dresden.

Voll beschwipstem Humor, liebevoll schrullig, turbulent und ehrlich führt die Inszenierung hinter die barocke Dresdner Fassade und erzählt von den Alltagskämpfen einer Unterschichten-Familie. Die manch böse, aber auch wundersame Überraschung erleben und gemeinsam durchstehen. In der Haushaltskasse herrscht ständig Ebbe. Dann droht der siebenköpfigen Familie auch noch die Räumungsklage wegen Mietschulden. Eine Woche bleibt ihnen Zeit, das Geld aufzutreiben.

Der alleinerziehende Familienvater Käpt`n König (umwerfend komisch: Christian Kühn)  ist Stammgast in der Nachtbar Klax im Viertel. Er ersäuft seinen Kummer, wenn er nicht gerade spottlustig philosophiert und politisiert über Kapital und Bourgeoisie, über “Buddha, Marx, Hilbert (OB) und ich.“ Schön ironisch singt er auf dem Tresen mit lustigem Flaschen-Ballett als Backgroundchor. Klaut einen Spielautomaten und stellt ihn in der bröckligen Altbauwohnung auf, flugs verwandelt in „Familie Königs Keller Casino“. Tochter Marie (Lina Gerlitz) kümmert sich rührend um Haushalt und Familie und hat keine Zeit zum Studieren, und soll gar noch strippen wie ihre Mutter früher, um die Haushaltskasse aufzubessern. Ihr Freund Alex (Tom Wagenhammer) hilft die Oma zu betreuen und versucht Marie aus ihrer Tristesse zu holen, außerdem tritt er als rabiater Drogenhändler auf. Schwester Pamela ist allein mit ihrem Baby, flucht gern mit „Fuck!“ und sammelt von ihren Exlovern Geld ein als mögliche Kindesväter.

Dann sind da noch die Zwillingsbrüder Benny und Björn (Nico Went), der eine jobbt als Drogendealer und Björn bringt als Maskottchen im Elefantenkostüm für den Fußballverein FC Aue seinen Vater als Dynamo Dresden-Fan in Rage.
In mehreren Rollen als Wolle Förster vom Klax, Priester auf erotischen Abwegen, Exlover Ranjid mit Turban, Oma und schillernde Glücksfee erheitert köstlich Philipp Richter. Die Nachbarin Nu Nong (amüsant: Dorothea Kriegl), eine schwäbelnde Asiatin, ist fürsorglich, hilfsbereit und scharf auf den Käpt`n, der bei ihr in See stechen soll. Sie bringt ihn gehörig auf Trab, wenn sie rittlings auf ihm sitzt und La paloma ohé singt samt Showballett im Seerosenkostüm. Witzig wie beide hochkant im rosa Wandbett liegen und die Segel neu setzen. Es ist nie zu spät, das Ruder noch einmal herumzureißen. Mit viel schwarzem Humor und  wandlungsreich spielen, singen und tanzen die sieben Darsteller, in einer Szene mit den lichtfunkelnden Dresdner Wahrzeichen im Schlepptau. Reichlich Beifall gab`s zur Premiere für einen mitreißend-unterhaltsamen Abend, der Dresden mal von einer anderen Seite zeigt.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de

Echo Leipzig 2019 – Tschechische Kultur in München

Eröffnung mit „Winterbergs letzte Reise“ von Jaroslav Rudis, nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse & seiner Kafka-Band

Kurz vor der Leipziger Buchmesse kommt das diesjährige Gast-Land mit tschechischer Kultur vom 15. März bis 22. Mai nach München: Literatur. Film. Musik. Geschichte.

Kurz vor dem Start der Leipziger Buchmesse (21.-24.3.2019), bei der Tschechien in diesem Jahr mit 55 Autorinnen und Autoren, 70 Neuerscheinungen und 130 Veranstaltungen zu Gast ist, stellt sich das Leipziger Schwerpunktland in München vor: „Echo Leipzig 2019“ heißt die Reihe, die aktuelle Themen der tschechischen Literatur, Geschichte, Musik und des Films vom 15. März bis 22. Mai nach München bringt und in fünf Kulturinstitutionen präsentiert: im Tschechischen Zentrum, im Literaturhaus München, in der Münchner Volkshochschule im Gasteig sowie Einstein 28, im Arena Filmtheater und im Muffatcafé.

Die Reihe startet mit einem Vortrag der Bohemistin Zuzana Jürgens über die tschechische Gegenwartsliteratur am 15. März um 10.30 Uhr im Gasteig: Welche Themen stehen im Vordergrund der neuen tschechischen Bücher? Wie sieht die tschechische Gesellschaft aus, die darin abgebildet wird? Wie wurden diese Texte in Tschechien aufgenommen? An insgesamt sechs Abenden treten darauf herausragende tschechische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in München auf: Jaroslav RudišRadka DenemarkováPetr BorkovecJáchym TopolKateřina TučkováTereza Semotamová sowie die Kinderbuch-Autoren Tomáš Končinský und Barbora Klárová. Sie lesen aus ihren aktuellen Werken und sprechen über Tschechien und deutsch-tschechische Beziehungen.

Gleich zur Eröffnung der Reihe wird am 27. März ein literarisch-musikalischer Hochgenuss im Literaturhaus München zu erleben sein: Jaroslav Rudiš, mit seinem neuen Buch für den Leipziger Buchpreis nominiert, tritt dort mit der Kafka Band auf und spielt Songs des neuen Albums „Amerika“ (2019), das vom gleichnamigen Roman Franz Kafkas inspiriert ist.

Am 1. April feiert das Literaturhaus München den 90. Geburtstag des großen tschechischen Romanciers Milan Kundera und zeigt die legendäre Romanverfilmung „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Eine andere besondere Literaturverfilmung stellt das Arena Filmtheater am 3. April vor: „Diebe der grünen Pferde“ von Jiří Hájíček, einem der bekanntesten und vielfach preisgekrönten tschechischen Gegenwartsschriftsteller. Am Abschluss der Reihe „Echo Leipzig 2019“ steht die Podiumsdiskussion „1989: Ende und Anfang. Das Umbruchjahr und seine Folgen in der DDR und der Tschechoslowakei“ am 20. Mai im Gasteig. Die Diskussion beschäftigt sich mit dem dreißigjährigen Jubiläum seit dem Mauer-Fall und fragt: Welche politischen und gesellschaftlichen Ereignisse waren für die Wende entscheidend, und wie haben sich Deutschland und Tschechien im Hinblick auf das bürgerschaftliche Engagement sowie den Umgang mit der eigenen Geschichte nach 89 weiterentwickelt?

Echo Leipzig 2019 ist ein Projekt des Vereins Mittel Punkt Europa e. V. und des Tschechischen Literaturzentrums in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München. Weitere Kooperationspartner sind: Adalbert Stifter Verein, Collegium Carolinum, Filmtheater Arena, Institut für slavische Philologie an der LMU München, Literaturhaus München, Muffatwerk, Münchner Stadtbibliothek, Münchner Volkshochschule und Tschechische Schule ohne Grenzen. Mit freundlicher Unterstützung des Generalkonsulats der Tschechischen Republik in München und der Mährischen Landesbibliothek.

Informationen zum Programm und Ticketverkauf

Echo Leipzig. Tschechische Kultur in München

Text: Susanne Meierhenrich/Pressebüro Leipziger Buchmesse

www.ahojleipzig2019.de

Zum Frauentag 2019: „Wir wollen lieber fliegen als kriechen“ – Grafik von Angela Hampel

Macht Euch die Welt, wie sie Euch gefällt!

„Zerreiß deine Pläne. Sei klug und halte dich an Wunder.
Sie sind lange schon verzeichnet im großen Plan.
Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.“

(aus dem Gedichtband von Mascha Kaléko: „Sei klug und halte dich an Wunder“, dtv)

Überall nur noch Struwwelpeter? – Wie gehen wir heute miteinander um? Fragt Axel Hacke in seinem Vortrag im Dresdner Rathaus


Rau, rüpelhaft, respektlos. Woher kommt das weit verbreitete Struwwelpeter-Verhalten der heutigen Generation? Fragt der bekannte Journalist und Autor Axel Hacke.

Über den Ton in unserer Gesellschaft

Axel Hacke spricht über die Rolle des Anstandes in unserer Gesellschaft in seinem Vortrag anlässlich des 100-jährigen Volkshochschul-Jubiläums am 12. März im Plenarsaal des Dresdener Rathauses. Vortrag verschoben!! Aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung des Referenten findet die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt statt, teilte die VHS am Montag mit.

Der Vortrag mit Axel Hacke findet nun am 7. April, um 19 Uhr im Festsaal des Rathauses Dresden statt (Anmeldung über VHS).

„Der Friederich, der Friederich, der war ein arger Wüterich!“ So beginnt die Geschichte vom bösen Friederich im Kinderbuch Struwwelpeter. Setz dich ordentlich hin! Mit dem Essen spielt man nicht! Oder: Benimm dich anständig! Diese Rufe der Eltern mahnen zum geordneten Miteinander und sind vielen aus Kindertagen vertraut. Doch mit Blick auf manch rauen Zungenschlag in sozialen Medien und Politik stellt sich schnell die Frage, wie es um diese Tugenden in der heutigen Erwachsenenwelt bestellt ist. „Wo bleibt der Anstand“ fragt der Vortrag Axel Hackes am 12. März um 19 Uhr. Dieser findet anlässlich des 100-jährigen Volkshochschul-Jubiläums im Plenarsaal des Dresdner Rathauses statt.

Deutschlandweit bekannt geworden ist Axel Hacke allen voran als Schriftsteller der feinen und fantasievollen Wortspiele. Seine Kolumne „Der kleine Erziehungsberater“ im Magazin der Süddeutschen Zeitung sowie seine Bücher „Der weiße Neger Wumbaba“ und „Der kleine König Dezember“ erfreuen sich bei Jung und Alt großer Beliebtheit. Für den Schriftsteller und Journalisten ist der viel beschworene Anstand indes kein verstaubter Begriff aus Kindertagen. Ihm geht es nicht um ungewaschene Haare eines Struwwelpeters, sondern weit grundsätzlicher um die alltagsmoralische Tugend und jene Haltung, die den gegenseitigen Respekt der Menschen zueinander sowie die wechselseitige Solidarität zwischen ihnen in den Blick nimmt. Er fragt, warum heute in den Medien ein oft aggressiver und verletzender Ton herrscht und was man dagegen tun kann. Wie wollen wir als Einzelne sein? Wie wollen wir in der Gesellschaft mit anderen zusammenleben? Und was bedeuten uns Freundlichkeit, Zugewandtheit, Interesse, Neugier und Wohlwollen heute? Axel Hacke versucht hierauf Antworten zu finden.

Der Festvortrag findet im Rahmen der Reihe „Grundfragen der Zeit“ statt. Im Mittelpunkt dieser Vortragsreihe steht die Auseinandersetzung mit den Fragen: Woran können sich Menschen des 21. Jahrhunderts orientieren? Welche Entwicklungen und Faktoren bestimmen das soziale und gesellschaftliche Miteinander? Vor welchen Herausforderungen steht die Gegenwartskultur – Musik, Kunst und Architektur? Zu Gast waren bisher unter anderen Wolfgang Thierse, Uwe Steimle, Christian Wulff und Kurt Biedenkopf. Der Eintritt zur Diskussion ist frei.

Um eine Anmeldung wird gebeten, da nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen: Entweder über die VHS-Dresden-Webseite, in der Geschäftsstelle Annenstraße 10 (Montag bis Freitag 9 Uhr bis 13 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag 14 Uhr bis 18 Uhr) sowie im Standort Gorbitz (Helbigsdorfer Weg 1, Montag und Dienstag 15 Uhr bis 18 Uhr sowie Mittwoch 9 Uhr bis 13 Uhr) und telefonisch unter 0351 254400 möglich.

Weitere Infos: www.vhs-dresden.de

Text + Foto: meeco Communication Services

Leipziger Buchmesse: Fachprogramm für Autoren & Wege zum Bucherfolg

Schreiben, Gestalten, Vermarkten: Von Erfahrungen profitieren

autoren@leipzig – Fachprogramm für und von Autoren

Die Geschichte ist blendend. Der Erzählstil hinreißend. Doch leider reicht dies oft nicht allein, um sich am Markt durchzusetzen. Erfolgsautoren, Buchmarktexperten oder Marketinggurus informieren im Fachprogramm der Leipziger Buchmesse für Autoren – autoren@leipzig – über die Wege zum Bucherfolg.

Im Fachprogramm von und für Autoren der Leipziger Buchmesse autoren@leipzig finden angehende und erfahrene Wortkünstler während der gesamten Messelaufzeit Wissenswertes über das Schreiben und Publizieren. Das Themenspektrum der vielfältigen Veranstaltungen reicht vom Schreibkurs über das Training des Selbstbewusstseins oder der Social Media Kompetenzen bis zur Wahl des jeweils passenden Publikationsweges. Branchenexperten erläutern die Vor- und Nachteile von Self-Publishing und Verlagsverträgen. Marketingexperten zeigen Vermarktungsmöglichkeiten für Einzelkämpfer auf oder informieren über die Zusammenarbeit mit den Marketing- und Presseabteilungen der Verlage. Coaches geben Tipps zu überzeugenden Klappentexten oder erfolgreichen Online-Kampagnen.

Was können Autoren in Verhandlungen mit Verlagen fordern und was ist bei der Zusammenarbeit mit Lektoren zu beachten? Wann ist es sinnvoll, Bücher um eine Virtual und Augmented Reality zu erweitern? Ist Science Publishing eine Veröffentlichungsalternative im Hochschulsektor? Dies sind nur einige der Fragen, auf die Autoren in Leipzig Antworten finden. Neben Experten beteiligen sich Autoren, die bereits Bücher veröffentlicht haben und andere von ihren Erfahrungen profitieren lassen wollen, am Programm. Zudem stellen Autoren sich und ihre Werke auf der Leseinsel Autorengemeinschaftspräsentation in Halle 5 vor.

Leipziger Autorenrunde mit Bestseller-Autor Markus Heitz

Zum siebten Mal in Folge richtet Leander Wattig gemeinsam mit der Leipziger Buchmesse die Leipziger Autorenrunde aus.
Am 23. März können sich Autoren klassischer und neuer Verlage, etablierte und Jungautoren, Self-Publisher, Blogger, Texter und Publizisten von 10:00 bis 17:00 Uhr mit Autoren und Branchenexperten in 54 hochkarätig besetzten Tischgesprächsrunden austauschen. In diesem Jahr hält Fantasy-Bestseller-Autor Markus Heitz (Droemer Knaur) die Keynote. Er berichtet von seinem Weg auf die Bestsellerlisten. Erfolgreiches Publizieren steht auch auf der Agenda der weiteren Referentinnen und Referenten der Leipziger Autorenrunde. Hierzu gehören Experten wie Friederike Diaz, Head of Amazon Publishing DE, Diana Hillebrand, Schriftstellerin und Schreib-Dozentin, Hauke Hückstädt, Leiter Literaturhaus Frankfurt, und Kristine Listau, Verlegerin Verbrecher Verlag, oder Monika Pfundmeier, Autorin und Gewinnerin des Deutschen Selfpublishing Preises 2018. Die Tischrundengespräche drehen sich beispielsweise um Leserbindung dank guter Lesungen, spannendes Schreiben, das „perfekte“ Cover oder die erfolgreiche Suche nach dem „richtigen“ Lektor oder Verlag.

Details zum Programm der Leipziger Autorenrunde erfahren Interessierte hier.

Meet & Greet: Der schnellste Weg zum Buchprojekt

In zehn Minuten zum Buchprojekt? Zum Meet & Greet Speeddating haben Autorinnen und Autoren, Verlage und Literaturagenturen wieder die Gelegenheit, im Rahmen eines Speedmeetings gemeinsam neue Buchprojekte zu planen. Am Sonntag, den 24. März (10.15 Uhr bis 13 Uhr) geht das Meet & Greet Speeddating des Bundesverbandes junger Autoren und Autorinnen (BVjA) und der Leipziger Buchmesse in seine fünfte Runde. Autoren konnten sich im Vorfeld der Messe für maximal drei Treffen mit Verlagsvertretern bewerben.

Das vollständige Fachprogramm autoren@leipzig finden Interessierte hier.

Öffnungszeiten und Preise

Die Leipziger Buchmesse in Verbund mit der Manga-Comic-Con öffnet vom 21. bis 24. März täglich von 10 bis 18 Uhr. Tickets gibt es seit dem 5. Dezember im Online-Shop. Früh sein, lohnt sich, denn das spart gegenüber den Tageskarten nicht nur bares Geld, sondern auch Wartezeit in langen Schlangen.

Über die Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC) in Halle 1. Parallel dazu findet die 25. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

Text: Julia Lücke/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Ausstellung „Realität ist heilbar“ von Thomas Kleemann in der Galerie Ines Schulz

Thomas Kleemann
REALITÄT IST HEILBAR

Haben Bilder die Aufgabe Realität abzubilden oder sind sie vielmehr in ihrer physischen Präsenz selbst Realität? In der neuen Ausstellung „Realität ist heilbar“ mit Werken von Thomas Kleemann aus Berlin haben wir die Möglichkeit, diese Ambivalenz zu ergründen.

Malerei
08.03.–06.04.2019

INES SCHULZ • CONTEMPORARY ART
Obergraben 21, 01097 Dresden

Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, den 7. März 2019, um 19 Uhr statt.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Der Künstler über seine Arbeiten

Realität ist heilbar

Dieser Sinnspruch stammt aus der Netflix-Serie „Maniac“, die die menschliche Psyche ergründet und in der die Protagonisten als Probanden einer Pharma-Studie Drogen ausgesetzt werden, die versprechen alle Neurosen, Depressionen und Traumata zu heilen. Die Darsteller befinden sich hierbei immer wieder zwischen Schein und Wirklichkeit.

Dieser spekulative Satz  – Realität ist heilbar. – inspiriert in anderer, spezieller Weise auch meine aktuelle Malerei.

Meine Arbeiten stellen nicht die heikle Frage wie Realität wiederzugeben sei – die Glaubwürdigkeitsfalle des heutigen Bildjournalismus im Zeitalter von Fake News – sondern: wie man sie herstellt.

Meine Bilder zeigen – von der Malerei erzeugte – Realität.

Die Werke bewegen sich im Spannungsfeld von Wahrnehmung und Erfindung. Sie illustrieren nicht die Welt da draußen, sie schaffen originäre Bildgefüge und bleiben dabei eng mit den bildnerischen Möglichkeiten auf der Bildfläche und deren Imaginationspotential verbunden. So entstehen pastose, reliefartige Werke, die der Wirklichkeit Referenz erweisen ohne dabei ihr ureigenes Bildsein zu verlieren.

Dahinter steht auch das Anliegen – dem Wahnsinn hässlicher, brutaler Bilderfluten, dem wir täglich ausgesetzt sind, durch die Malerei etwas Hoffnungsvolleres, Eigenes entgegen setzen zu wollen. Z.B. in der Serie: Optimisten des Willens, habe ich nicht den eilfertigen Euphemismus (Susan Sonntag) im Sinn, sondern viel mehr bemühe ich mich, in der Abstraktion des Bildgefüges eine autonome Bildwirklichkeit zu schaffen, die auch eine Idee der in Ungnade gefallenen Schönheit offenbart.

Es formen sich Bilder – keine Abbilder. Und darin liegt ihre Chance, die Malerei zeigt der Welt: Realität ist heilbar.

Berlin, im Januar 2019

Thomas Kleemann

Copyright © 2019, INES SCHULZ • CONTEMPORARY ART
All rights reserved.
INES SCHULZ
CONTEMPORARY ART

Obergraben 10+21
01097 DresdenTel:  0351–801 22 43
Mobil: 0170–475 71 88
info@galerie-ines-schulz.de
www.galerie-ines-schulz.deMontag–Donnerstag 10.00–18.30 Uhr
Freitag 10.00–18.00 Uhr
Samstag 11.00–16.00 Uhr.

 

Erste Yoga Conference Dresden: Eine Balance aus Kraft und Weichheit finden

Ausflüge in Achtsamkeit, Selbstliebe und weibliche Power auf der Matte

Inhalt und Qualität der Angebote waren sehr unterschiedlich auf der ersten Yoga Conference Dresden. Hier ein Rückblick auf besonders berührende und inspirierende Begegnungen.

„Yoga ist das zur Ruhe bringen der Bewegung im Geist“, steht auf einem kleinen Tischbild im Foyer. Der Geist darf sich zurücklehnen und zuschauen, während wir das tun, wonach uns gerade der Sinn steht. Sehen und auf das hören, was Körper und Seele uns sagen, wenn wir sie gewähren lassen. Dazu luden verschiedene Angebote ein am Wochenende auf der ersten Yoga Conference Dresden.

Der Sonnabend beginnt mit einer Yogastunde zu Selbstliebe mit Ina Bellmann, Yogalehrerin und Initiatorin der ersten Yoga Conferenz Dresden. Es geht um die Verbindung zu uns selbst. Wie wir mit anderen und uns umgehen. Liebe und Anerkennung oft im Außen suchen, statt sie uns selbst zu geben, als sei dies weniger wert. Warum ist das so? Weil unser inneres Selbstbild ein anderes ist als es von außen scheint, wir meinen nicht zu genügen und unser strengster Kritiker sind. Sich das bewusst machen, aus dem Widerstand gehen und sich selbst akzeptieren wie man ist, ist der erste Schritt zur Selbstliebe. Yoga kann dabei helfen, sich selbst (wieder) näher zu kommen und kennenzulernen im Kontakt mit dem Körper. Dazu zeigt uns Ina Bellmann Übungen, die den Brust- und Herzraum öffnen und weiten. Die Arme strecken sich in die Höhe und in Seitbeuge, Körperdrehungen versinnbildlichen die nicht nur geraden Wege im Leben.

Wir legen eine Hand aufs Herz, fühlen hinein und hören zu leiser, meditativer Musik Kraftsätze, was wir alles sein können, wenn wir es nur zulassen: „Frei durchs Leben tanzen und still in uns ruhen“, „Du  bist ein Wunder, umgeben von anderen Wundern“, „alles mit Liebe tun“…

Zu Selbstliebe gehört Geduld, Mitgefühl für sich selbst und Mut zu sich zu stehen, um andere Menschen frei und bedingungslos lieben zu können. Sich mit sich selbst wohlzufühlen und auch den Schatten zu begegnen. „Du bist alles und nichts“, so Ina Bellmann. Das beflügelt und erdet zugleich, macht gelassener.

Teils hatte man aber auch den Eindruck, dass der Begriff Yoga heute für alles mögliche herhalten muss und nicht mehr viel mit der ursprünglichen Bedeutung zu tun hat. Yoga mit Pilatis, kurz Yogilatis mit Maria Lösch, einer Physiotherapeutin, ging für mich gar nicht zusammen. Bei ihr sah es mehr nach Fitnessstudio aus, es lagen lange Rollen und eine Art Surfbretter bereit, auf die man sich mal setzen, mal mit dem Rücken legen und auf und ab gleiten bzw. hin und her rollen sollte, dazu gleichzeitig sich auf den Atem konzentrieren und die Bewegungen mit der Rolle koordinieren. Mehr Stress als Entspannung, wo bleibt da der Spirit des Yoga?! Wer auf Schmerzpunkte im Körper stieß, den beruhigte sie mit: „Das wird irgendwann besser…“ Mir tat hinterher der Rücken weh, während ich vorher keine derartigen Schmerzen hatte.

Es gab außerdem einen Workshop zu Thai Yoga Massage, „Yoga – Lotus Love“ und „Espresso Shot-Yoga“ statt Café, was auch immer dabei geschah.

Achtsamkeits-Yoga – Sich mit seiner Kraft verankern

Hingegen tat mir das anderthalbstündige Yoga „Mindful Flow“, noch einmal mit Yoga-Lehrer Timo Wahl, am Sonnabend nachmittag richtig gut. Der große Raum war wieder voll. Es ging um Achtsamkeit beim Yoga. „Das heißt aber mehr als bloße Aufmerksamkeit, man kann jemanden auch achtsam auf den Kopf schlagen“, sagt er lakonisch. „Sondern es geht um die Qualität, sich bewusst zu werden, was ist jetzt im Moment gut für mich, um sich mit seiner eigenen Kraft  zu verankern, beweglicher und geschmeidiger zu werden.“

Er erklärt sehr akribisch, manchmal einen Tick zu ausführlich und lässig-humorvoll, worauf es ankommt bei achtsamem Yoga. Was es braucht für Selbststabilität. „Wie stark muss ich in die Kraft gehen und wo kann ich loslassen?“ Achtsamkeit drücke sich im Yoga in der Form aus, in Weichheit, Entwicklung, Wachstum. „Also braucht es eine gute Balance aus Beidem, Kraft und Weichheit.“ Es gehe auch darum, sich Widerstände im Körper anzuschauen, wo man ihnen ausweiche. Die Yogapraxis könne auch von Ängsten vor dem Unbekannten, das wir nicht kennen, befreien.

Der Atem wird zum Anker, der uns Halt gibt bei den Übungen, bei denen wir den Raum in und um uns herum ausloten, Begrenzungen wahrnehmen, den Widerstand spüren und den Punkt finden, der zu uns passt, Stabilität gibt und Verspannungen im Körper löst. Was für einen Atem braucht ihr, aktiv oder passiv, kurz oder lang?, fragt Yogalehrer Timo Wahl. Es geht um Anerkennen dessen, was gerade ist. „Wenn wir immer drüber bügeln, spüren wir gar nicht mehr, wann wir Ruhe brauchen. Das zuzulassen, ist eine hohe Kunst.“

Abschließend singt Timo Wahl zur Gitarre ein Lied für uns, sanft, leise und innig klingt diese Berührung durch Töne lange nach, denen wir liegend auf unseren Matten lauschen.

Shakti Yoga – Weck deine innere Göttin und sei  die Frau, die du bist

Ein besonderes Erlebnis war auch das Yoga mit Shakti Dance – eine Reise zur Göttin in jeder Frau, die wir zusammen mit Stine Lethan zum Leben erweckten. Sie ist als Yogalehrerin und Tänzerin in Berlin tätig. Mit viel Freude und Übungen voll weiblicher Power und Sinnlichkeit ging es darum, die Frau zu entdecken, die wir sind hinter den vielen Rollen und Verhaltensmustern, den anerzogenen und erlernten in Familie, Schule, Beruf, Beziehungen, und unser ureigenes Wesen zu erkennen. Das geschieht mit fließenden, kreisenden, kraftvollen, energiegeladenen Bewegungen. Zuerst  verbinden wir uns mit Mutter Erde, indem wir die Hände auf den Schoß legen und tief hinein atmen, die Beine fest auf dem Boden. Wir ver- und entknoten und schütteln die Glieder, Stine feuert uns an, alles abzuschütteln und rauszulassen mit Löwenatem, was wir nicht sind. Wir stellen uns zum „Krieger I und II“ auf, der für die vielen Lebenskämpfe steht. Mal recken wir senkrecht unsere „Kaktusarme“, mal rollen wir unseren Oberkörper ein wie Katzen, mal verschränken wir die Hände wie Adlerflügel vor dem Herz. „Wir müssen den Mut haben, im Dunkeln zu sein, in die Tiefen unseres Herzens schauen und die Tür dahinter zu öffnen“, sagt Stine Lethan. „Wir müssen selber brennen, um Licht in anderen zu entzünden.“ Mit unserem Becken rütteln wir Kundalini wach, die als Symbol für Lebenskraft am unteren Rücken schlängelt, atmen tief und weiten unseren Herzraum. „Gut umrühren!“, sagt Stine, während unsere Hüften intensiv nach beiden Seiten kreisen, der Körperteil, in dem unsere Beziehungen gespeichert sind, weiß sie.         

Begleitet von einem Lied der indischen Göttin Kali, die Zerstörung und Transformation symbolisiert, schütteln wir ab, was wir nicht mehr wollen. Dann tanzen wir übermütig zu kraftvollen Klängen im Raum umher. Jede Frau stellt sich einer anderen gegenüber, betrachtet das Schöne, Verletzliche, sich selbst im anderen und die würdevolle Göttin.
Wir umarmen uns, legen uns mit dem Kopf zur Kreismitte, halten uns an den Händen und spüren die geballte weibliche Kraft, die aus der Gemeinschaft und Miteinander erwächst. Stine Lethan kommt übrigens zu zwei Workshops, mit jeweils zweistündiger, geführter Yoga-Reise zum inneren Wesenskern am 6. April ins Studio Yogarausch nach Leipzig (10 – 12 Uhr, Energetic Detox, 13.30 – 15.30 Uhr Insidebody-Flow).

Hinter mir liegen zwei bewegende und bewegungsreiche Yoga-Tage mit vielen schönen Momenten, von den vielen „herabschauenden Hunden“ und anderen Figuren auf der Matte, unzählige Male ausgeführt, ist mein Körper noch schwindlig, sortiert sich neu. Doch ich fühle mich auch leicht und erfrischt, der Geist ruhig und klar, geerdet. Ich will Yoga ab jetzt stärker in meinen Alltag integrieren, um in meiner Kraft zu bleiben. Inspiration dafür bekam ich genug auf der ersten Yoga Conference Dresden, die hoffentlich eine Fortsetzung findet.

Text + Fotos (lv)