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Ausstellung „Blickwechsel“ von Mechthild Mansel in der Stadtgalerie Radebeul


Aus dem Weinberg in die Ausstellung: Künstlerin Mechthild Mansel

Farbreiche Muntermacher

Wieder zu sehen ist die Ausstellung mit Malerei, Grafik und Keramik zum 60. Geburtstag von Mechthild Mansel in der Stadtgalerie Radebeul. Am 14. Juni, um 15 Uhr gibt es ein Gespräch mit der Künstlerin in der Ausstellung.

Heftig wirbelnde Farbwogen treffen auf Lichtblitze im Dunklen, eine beschwingte „Windorgel“ auf zarten „Sphärenklang“. Hinter den zunächst wie hingeschleudert, unruhig und undurchdringlich wirkenden Farblandschaften kann der innehaltende Betrachter eine Menge entdecken in der Ausstellung „Blickwechsel“. So heißt die derzeitige Ausstellung mit Malerei, Grafik und Keramik von Mechthild Mansel in einer Retrospektive-Schau anlässlich ihres 60. Geburtstages in der Stadtgalerie Radebeul in
Altkötzschenbroda 21.

„Wir sind froh, dass die Galerie wieder geöffnet hat und diese Ausstellung bis 21. Juni verlängert wurde“,sagt Stadtgalerist Alexander Lange. Zu beachten sind die Hygieneregeln wie Mindestabstand von 1,5 Meter und Mund-Nasenschutz. Maximal fünf Besucher können auf einmal in die Galerieräume. “Sie hat die Farbe und Struktur für sich entdeckt, die sich kontinuierlich in ihren Grafiken und auch neuen Werken widerspiegeln“, sagt er über das Schaffen von Mechthild Mansel, Sie hat ihr Atelier jetzt in der alten Schuhfabrik in Radebeul.

In der Stadtgalerie zeigt sie rund 70 Arbeiten, Ölbilder, Lithografien, Radierungen und Keramik. Darunter frühe figürliche Arbeiten, die in lebhaften Linienschwüngen ausdrucksreich Tanzende, steigende und fallende Figuren mit filigranem Netz, Paare, Träumende und eine schwarz schattenhafte Gestalt, den „Rufer“ nach Lyrik von J.L. Borges zeigen. Zwei Kopf-Bilder erinnern in der Handschrift an ihren geschätzten Lehrer Bernhard Heisig, wegen dem Mechthild Mansel 1993 zum Malerei- und Grafikstudium nach Leipzig ging und 1997 als Meisterschülerin abschloss.
Außerdem war sie mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen
Austauschdienstes 1994 bis `95 für das Studium in Malerei und Skulptur
an der Accademia di Belle Arti in Florenz. Seitdem ist Mechthild Mansel
als freischaffende  Künstlerin und als freie Dozentin u.a. an der Volkshochschule Radebeul tätig.

Ihre abstrakte Malerei ist in ebenso bewegtem Farb- und Linienspiel gehalten wie die Grafiken. Diese halten mal expressiv, energiegeladen, kantig und in luftig-leichten Formen und intensiv leuchtenden, zuweilen grellen Farbtönen Landschaften, Orte, Meer und Hafen als Ausdruck innerer Befindlichkeit und Reibung mit der Außenwelt fest. Viele Bilder hängen in schönen alten Rahmen aus ihrer Sammlung. Die Titel stehen versteckt unten am Bildrand. Der Betrachter soll erst die Arbeiten ansehen und sich seine eigenen Gedanken machen.

Ihre Bilder sind „Muntermacher“, „Lichtgesang“, „mehrstimmig“, schwingen auch mal farbbrodelnd die “Kopf-Keule“, führen an „Zauberorte“, sie lässt eine “Eis-Blume“ rot leuchten und die „Wintersonne“ hell strahlen. Dazu gesellen sich große Vasen und Schalen blau und grün bemalt mit Tanzenden, Blättern und Blumen. „Man kann die Bilder wie Musik auf sich wirken lassen“, sagt Mechthild Mansel über ihre Arbeiten.

Die Ausstellung von Mechthild Mansel ist noch bis 21. Juni in der Stadtgalerie Radebeul zu sehen. 

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di, Mi, Do von 14 – 18 Uhr und So von 13 – 17 Uhr

Kultur-Demo „Jetzt erst recht!“ am 5. Juni auf dem Theaterplatz in Dresden

„Ohne uns ist Stille!“

Eine DEMO der Veranstaltungsbranche „Jetzt erst recht!“ zur aktuellen Situation findet am 5. Juni 2020, ab 10.30 Uhr auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden statt. Unternehmer der Branche und ihre Mitarbeiter, Künstler und SoloSelbstständige tragen schwarz. 1 000 Leere Stühle, LKW- Korso vom Ostragehege, vorbei am Sächsischen Landtag zum Theaterplatz mit 30 Fahrzeugen. Grosse Bühne / Live-Act´s PurpleDiscoMachine & Eskei83 

 
Mit Unterstützung prominenter Gäste wird das soeben beschlossene Konjunkturpaket im Fokus stehen. Noch immer ist das Fazit: „Ohne uns ist Stille!“ Das vom Bund beschlossene Konjunkturpaket wird als Anfang gewertet. Allerdings stellt es eher einen Flickenteppich dar. Gäste: Sächsische Staatsministerin für Tourismus Barbara Klepsch; Sächsischer Staatsminister für Regionales Thomas Schmidt; Helge Leinemann, Vorstandsvorsitzender Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e. V. (VPLT), Live-Act´s PurpleDiscoMachine & Eskei83
*
Die Aktion wird unterstützt von: Peter Maffay, Silbermond, Juliane Neigel, Glasperlenspiel, Silly, Maschine, City, Michael Schulte, Lotte, DJ Hell, Gregor Meyle, Purple, DiscoMachine & Eskei83, Verbände der Veranstaltungswirtschaft, Veranstaltern, Veranstaltungsstätten, Künstlern, Logistikern
Facts zu Ergebnis Koalitionsausschuss Corona, 3. Juni 2020, Zitat: „Der Anfang ist gemacht, aktuell ist es noch ein Flickenteppich.“
Bezug: Zu 1. „Zur Stärkung der Binnennachfrage in Deutschland wird befristet vom 1.7.2020 bis zum 31.12.2020 der Mehrwertsteuersatzvon 19% auf 16% und von 7% auf 5% gesenkt.“ Kommentar: Da die Veranstaltungsbranche derzeit (und voraussichtlich bis Ende des Jahres) keine Einnahmen zu verzeichnen hat, ist damit keine Hilfe gegeben. Der gesenkte Mehrwertsteuersatz sollte mindestens bis 2022 gelten.
*
Bezug: Zu 13. Zur Sicherung der Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen wird für Corona-bedingten Umsatzausfall ein Programm für Überbrückungshilfen aufgelegt… Schaustellern, Unternehmen der Veranstaltungslogistik etc.Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Coronabedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind,sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen. Erstattet werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten.
Kommentar an einem Beispiel: „Am 1. Juli hören die Stundungen der Leasinggesellschaften (bei den meisten nach 3 Monaten) von Ton-/Licht-/Bühnenfirmen auf. Ab diesem Zeitpunkt geht es für viele Unternehmen, die investiert haben, wieder richtig zur Sache. Hinzukommt, dass die Regelung zur Mietstundung ausläuft. Wenn eine Firma XYZ also max. 5 Mitarbeiter hat, erhalten sie einen Zuschuss von 3.000 Euro je Monat. Tatsächlich belaufen sich die Kosten in diesem Bereich aktuell im Durchschnitt bei 18.000 bis 20.000 Euro. Hinzukommt, dass ab September keine Zuschüsse zu erwarten sind. Das bedeutet, dass, so nicht nachgebessert wird, zahlreiche Firmen aus unserer Branche direkt Insolvenz anmelden, da die kommenden Monate keine Aussicht auf Einnahmen besteht bzw. die Zuschüsse die Kosten bei weitem nicht tragen werden. Ebenso müssten dann alle Mitarbeiter, die bisher noch über Kurzarbeitergeld gehalten werden konnten, direkt in die Arbeitslosigkeit geschickt werden.“
Weitere Forderungen u.a.: • Die Anerkennung eines Betrages als Beihilfe für den Lebensunterhalt von Einzelunternehmern und Solo-Selbstständigen • Erweiterung des Mietschutzgesetzes

Factsheet Aktion „Ohne uns ist Stille“ am 5.6.2020 AUTOKORSO

In einem eindrucksvollen Autokorso, bestehend aus 32 LKWs, Transportern und Aktionswagen werden wir durch die Dresdner Straßen, vorbei am Landtag bis hin zur Semperoper fahren. Ziel ist es, dass die teilnehmenden Fahrzeuge die Vielseitigkeit unserer großen Branche zeigen.

Text/Info: Kathleen Parma, Initiative „Leere Stühle“ e.V. in Gründung

Neue Lyrik. Holunderzeit & Lichtblick & wild umherwandernde Träume & Herzblumenleuchten & Kind Sein

Holunderzeit

Vor grauschwerer Wolkenherde
wachsen holla
tausende Blütensterne in die Höhe
einige pflückte schon der Wind
mit heftiger Gebärde
verstreut die Lichtschimmer
auf steinigem Boden und weicher Erde

ziehen die Blütenpracht und der magische Duft
winzige Flatterwesen und Glückskäfer an
die Unterschlupf finden oder versonnen vom Zauber
diesen kosten wollen

der sich weithin holunder sonnenwärts
kaum greifen lässt
die schönsten Früchte hängen immer oben
da reicht keine Leiter hin

doch dem Traum sich nähern
heran wagen über sich
hinaus wachsen
treibt an

den Gang hinter das Geländer
der Uferböschung steil abwärts
ein paar Blütendolden angeln
begleitet von einem dunklen Augenpaar
Neugier und Verlangen im Blick
sammle ich noch mehr

geb die schönsten Blüten her
und erklär wie daraus Gelee wird
dem Mädchen das mir zusieht
ihr Papa isst so gern Marmelade

LV
27.5.2020

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Lichtblick

Letzte Nacht lag
ich wach und hörte dem Regen zu
er rann flüsterte streichelte
floss zu mir herüber
das Wasser stieg
und stieg
fast bis zu den Bäumen
in denen die Vögel sangen
am Morgen im Rausch
der Regensinfonie

stand ich in der Frische
am Fenster und sah dich
ein winziges Herzblumenleuchten
umwuchert von Gräsern
wogend im Wind
überstrahlt alles

Verlorene ich vermisse mich
schrieb einer im Netz
ich bin bei mir
doch habe mich
noch nicht gefunden

LV
23.5.2020

Haus der Liebe

Durchs Dachgebälk
leuchtet der Himmel
Fenster und Türen
starren ins Leere
im Haus der Liebe

keiner geht
ein und aus
die Außenhaut
verfallen begehren
wild umher wandernde
Träume Einlass

Nimmersatte Poeten
Herzriesen Zwerge und Vagabunden
fliegende Fische im herabtriefenden
Blumenwasser

ziehen ihre Kreise
in den Untiefen wuchernder Unkrautblüten
tauchen nach verborgenen Schätzen

an die Wand geschmiegt hält sich
Klimts Liebespaar
in einer letzten Umarmung
auf bröckligem Grund
hinter dem Baugerüst

LV
25.10.2012,
(angeregt von Wandgemälden an einem Abrisshaus an der Antonstr./Nähe Albertplatz.)

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Kind Sein

Sie hält kurz inne
vor dem Fenster schwirren
Kinderstimmen
sie hängt Wäsche auf
das Sonnenkleid
das sie einmal trug

ihre Finger sind klamm
sie wartet auf einen Anruf
ein Wort ein Zeichen
Warten auf Godot
wer ist das

Der Eine der nie kommen wird
weil es ihn nicht gibt

Sie tritt ans Fenster
die Kinderstimmen haben sich entfernt

Sie denkt an das Kind
das alle anlächelte
bevor es in den Wald ging
keiner es hörte

LV
14.6.2018

Herzblumenleuchten

Gerade noch verschlossen
in der Knospe
Flüstern innen
wie ein vergessener Brief
der heraus will
und nicht weiß an wen

trifft mich inniges Leuchten
unzähliger Herzblumen
lege mich zu ihnen ins hohe Gras
nah am Fluss dunkel von Gewitterwolken
und einsam krächzenden Raben
berührt vom zarten kecken wilden
und anmutigen Zittern Beben und Schweben
vor mir
der kleinen Blütensegel im Wind
hin und hergeworfen
öffnen sie ihre Blätter weiter

aus einer roten Blüte
schaut ein Wesen mit Krönchen
fast hätte ich es übersehen
bereit zum Herzsprung
nach langer Nacht
küsst du mich wach
aus erstarrten Träumen

LV
6.6.2020

16. Kunst: offen in Sachsen: Dosierte Kunst-Improvisationen im KlangLabor. Poesie & Apfelkuchen & Tanzbilder


Wort & KlangGebilde: Aerdna Harp an der Harfe und Lilli Vostry, Inhaberin von meinwortgarten bringen wieder sphärische Klänge und Gedichte zusammen zu Gehör. Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia

Klang-Wort-Mal-Tanz-Bild

Verschiedene Künste treffen aufeinander in besonderem Ambiente am 30. Mai, von 12 bis 18 Uhr im KlangLabor, Lommatzscher Staße 6 in Dresden. Es beteiligt sich beim „16. Kunst: Offen in Sachsen“, bei dem Künstler sachsenweit ihre Ateliers und Kunsträume für Besucher öffnen über Pfingsten vom 30.5. bis 1. Juni.

Wortklänge, Klangmalerei, Tanzbilder und Musik in Bewegung erfüllen den Raum, verbinden und regen sich gegenseitig an. Dazu lädt unter dem Motto „Dosierte Kunst-Improvisationen“ Andrea Dorschner, Inhaberin des KlangLabors in Dresden wieder Neugierige und Kulturinteressierte am Sonnabend ab mittag ein.

Zu sehen ist eine Ausstellung mit Dosenkeramik von Karin Dorschner und farbenfrohe Musikerbildnisse von Christopher Simpson.

Außerdem sind Einzelaufführungen um 12, 14 und 16 Uhr. Den Reigen verschiedener Künste eröffnen Aerdna Harp (Andrea Dorschner) mit Harfenspiel und Lilli Vostry mit eigenen, neuen und älteren Gedichten, in denen es um den Zauber des immer neu Anfangens, Wandlungen in der Natur und im Leben geht.

14 Uhr ist Musik und Malerei für alle angesagt.

16 Uhr Tanz und Musik mit Tanzkunst Anna Ameno, Matthias Baumgart am Saxofon und Aerdna Harp an der Harfe.

Die Beteiligten freuen sich über reges Interesse und Kommen.

Text (lv)

Das ganze Programm steht unter http://www.kunst-offen-in-sachsen.de


Musiker Matthias Baumgart und Tänzerin Anna Ameno

WortKlänge und TanzBilder

Neue und ältere, noch unveröffentlichte Gedichte las Lilli Vostry, freie Autorin und Inhaberin von meinwortgarten.com beim Kunst: offen in Sachsen am 30.5. im KlangLabor Dresden. Anschließend gab es eine Musik- und Tanzperformance mit Anna Ameno, Matthias Baumgart an der E-Gitarre und Aerdna Harp an der Harfe. Fotos: AD und LV

Mittags war es noch ruhig am gestrigen Sonnabend im KlangLabor. Bereits ab 10 Uhr luden Künstler wieder sachsenweit in ihre Ateliers und Ausstellungsräume ein. Doch Kunst ist wohl eher nichts für Frühaufsteher. Und die Sonne strahlte gar so schön und verlockend zu Beginn des Pfingst-Wochenendes.

Doch unser Warten wurde belohnt. Am frühen Nachmittag schauten die ersten Besucher herein. Inge Tometschek und ihr Mann aus Langebrück, die sich ein beachtliches Atelier-Besuchs-Programm ungeachtet ihrer Gehbehinderung vorgenommen hatten. Sie erzählte, dass weitaus weniger Künstler als sonst dieses Jahr beim „Kunst: offen in Sachsen“ mitmachen. Statt sonst vier Seiten seien es diesmal gerade mal eine reichliche Seite künstlerische Angebote für alle drei Tage. Vielleicht auch wegen der Corona-Einschränkungen und Unsicherheit.

Sie lauschten interessiert und aufmerksam eine Stunde lang unserer musikalischen Gedicht-Lesung, was sowohl ihnen als auch uns viel Freude bereitete. Hinterher kamen wir ins Gespräch, zu den Gedichten und Frau Tometschek erzählte, dass sie im Oktober wieder einen Kunstmarkt in Langebrück veranstaltet und dort werden auch Bücherschätze getauscht. Eine schöne Idee. Werde es mir anschauen.

Nachmittag kamen zwei junge Männer, der eine von ihnen Sozialarbeiter und der andere Heavy Metal-Fan, die sichtlich angetan vom freien, expressiven und experimentellen Spiel von Aerdna Harp (Andrea Dorschner) an der E-Harfe waren. Sie empfahlen uns weitere Musikorte, wo Musiker sich auch spontan zu Sessions zusammenfinden.

Viel Zeit, Muße und Offenheit für neue Angebote brachten zwei Zuhörerinnen mit, die unsere komplette Gedicht-Lesung mit Harfenspiel und eine Tanzperformance erlebten, wobei der Musiker Matthias Baumgart an der E-Gitarre und Aerdna Harp erstmals zusammenspielten, mit mal energisch treibenden, mal sanft fließenden Klängen, die Anna Ameno in assoziative Tanzbilder verwandelte zwischen Stille und Bewegung, in sich hinein hören und aus sich heraus gehen. Wir erfuhren von den Zuhörerinnen, wie es ihnen gefiel, erhielten Anregungen für weiteren Feinschliff am Programm – wie weniger Ansagen, mehr die Texte für sich sprechen lassen, abgestimmt mit dem Harfenspiel – saßen und aßen zusammen selbst gebackenen Apfelkuchen zu Kaffee, Tee und Wein bis abends.

Nicht zu wissen wer kommt und so unmittelbar Resonanz auf das eigene Tun zu erhalten, erlebt man nicht so oft und es macht Mut für weitere solcher Angebote im Zusammenspiel verschiedener Künste im KlangLabor.

Weitere Veranstaltungen des 16. Kunst: offen in Sachsen  am 31. Mai und 1. Juni stehen unter http://www.kunst-offen-in-sachsen.de

Text (lv)

Frivol als auch! – Eine Musikalische Zeitreise in die Goldenen Zwanziger im Dresdner Comedy & Theater Club


Charmant und frivol: Kathy Leen und Holger Miersch lassen die 20er Jahre aufleben in ihrem Programm. Foto: Dresdner Comedy & Theater Club

Gigolo, Vamp und Tingeltangeleuse

Ein Programm mit Ohrwürmern aus den Goldenen Zwanziger Jahren mit Sängerin Kathy Leen und Holger Miersch am Klavier. Zu erlebgn in der ersten Nach-Corona-Veranstaltung am 29. Mai, um 20 Uhr im Dresdner Comedy  & Theater Club, der sich im Gewölbekeller im Kügelgenhaus auf der Hauptstraße 13 befindet.

Mit Swing, Chansons & Nonsens-Schlagern begeben sich Kathy Leen und Holger Miersch mit ihrem Publikum auf eine „Zeitreise“ einhundert Jahre zurück. In einem charmanten Streifzug sind die Ohrwürmer dieser Ära zu hören, mit ihren ach so herrlichen Texten, mal frech, mal nachdenklich oder eindeutig zweideutig. Ein Blick in die Etablissements der Zeit, wo sich Gigolo, Vamp & Tingeltangeleuse die Hand gaben, um Charleston zu tanzen und die Vergnügungsindustrie bebte!

Als die ersten Tonfilme liefen, Rundfunkgeräte für Begeisterungsstürme sorgten und aus einfachen Mädchen Filmgöttinnen wurden. Alles oder nichts! Eine Zeit der Superlative, die bis heute nachwirkt und teilweise erschreckend aktuell erscheint. Für Kenner ein Wiedertreffen mit den schönsten Melodien der Zeit und für alle anderen eine wahre Neuentdeckung. Humorvoll, erotisch, unterhaltsam – eben „Frivol, als auch“.

Text: Heike Jack

DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB Gewölbekeller im Kügelgenhaus Hauptstraße 13 01097 Dresden Telefon 0351 – 46 44 877
www.comedytheaterclub-dresden.de 

Neue Lyrik: Rhabarber – Ein Gedicht aus dem Backofen & Im Rausch der Regensinfonie

Rhabarber

Intensivrote und zartgrüne
feste Stangen
wie Fernrohre der Blick
nach innen gerichtet

offenbaren nach dem Schälen
feinfaserig zerteilt und aufgelöst
in weiche Stücke beim Kochen
ihre eigenwillige Süße

die mich als Kind schon faszinierte
wenn ich meiner Großmutter in ihrer
geblümten Schürze zusah
wie aus den unscheinbar sperrigen Stielen
solch köstliches Kompott entstehen kann

in dem die Säfte der Natur
und feine Fäden verschmelzen
zu einem rosa fruchtigen Brei
betörender Duft kitzelt die Nase

die Aromen tanzen auf der Zunge
wie es Worte nicht vermögen
in ihrer unwiderstehlichen Mischung
aus herb sauer und frühlingssüß
auf ofenwarmem Teig
zur Feier des Lebens

LV
16.5.2020
geschrieben vor dem Backen und vor der Premiere meiner ersten Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ im KlangLabor Dresden

Fotos (lv)

Lichtblick

Letzte Nacht lag
ich wach und hörte dem Regen zu
er rann flüsterte streichelte
floss zu mir herüber
das Wasser stieg
und stieg
fast bis zu den Bäumen
in denen die Vögel sangen
am Morgen im Rausch
der Regensinfonie

stand ich in der Frische
am Fenster und sah dich
ein winziges Herzblumenleuchten
umwuchert von Gräsern
wogend im Wind
überstrahlte alles

Verlorene ich vermisse mich
schrieb einer im Netz
ich bin bei mir
doch habe mich
noch nicht gefunden

LV
23.5.2020

Premiere der Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Harfenspiel im KlangLabor Dresden


Wort & KlangZauber: die Musikerin Aerdna Harp an der Harfe und die Autorin Lilli Vostry bei der Premiere ihres Programms „Vom Zauber endloser Anfänge“ am 16. Mai im KlangLabor, Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia

Poetische Wolken und Töne
aus dem All

Lilli Vostry und Aerdna Harp stellten erstmalig ihre Wort- und Klanggebilde im KlangLabor Dresden vor.

Wie darf man sich den Zauber endloser Anfänge vorstellen? Als ein Wunschbild, das nie in Erfüllung geht? Wie Kopfkino ohne Eintrittskarte?

Warum Lilli Vostry, Journalistin und Bloggerin, diesen Titel für ihre erste Lesung mit Musik im KlangLabor in der Lommatszscher Straße 6 in Dresden wählte, wird schnell klar. Ihre Poesie hat etwas Endloses, nicht Fassbares, Vergängliches, das immer neu geboren wird.

Seit vielen Jahren formuliert Lilli Vostry Erlebtes und Empfundenes in lyrischer Form. Sie hat schon mehrere Gedicht-Kalender veröffentlicht, ihre „Wortgebilde“ kann man auf ihrem Blog oder auf Facebook finden. Aber noch nie konnte man sie bei einer öffentlichen Lesung von ihr selbst hören. Die 53-Jährige fand ihre Gedanken viel zu persönlich, um sie so direkt vor fremden Ohren auszubreiten.

Dass sich dies nun änderte, ist Aerdna Harp alias Andrea Dorschner zu verdanken. Die Harfen-Improvisatorin wurde Lillis Freundin in Zeiten der Corona-Einsamkeit. Gemeinsam entdeckten die beiden Frauen, wie gut die Worte der einen und die Klänge der anderen miteinander harmonieren. Aerdna Harp, Inhaberin des KlangLabors, zupft aus ihrer Elektroharfe solch sphärische Klänge, dass man meint, sie kämen direkt aus dem All.

Auf wundersame Weise können sie sich mit den poetischen Wolken Lilli Vostrys vereinigen. Sie lassen gerade aufkommende Gedanken weiterfliegen, lenken sie in eine andere Richtung, lösen sie auf oder machen sie zu einem enormen Stimmungsgewitter. Manchmal wäre es allerdings vielleicht besser gewesen, Gedichte und Töne nicht ineinanderfließen zu lassen, sondern jedem für sich Raum zu geben.

Dennoch war die Premiere – für Lilli Vostry wie für das Publikum – ein gelungen-angenehmer Frühsommerabend. Ein Anfang, dessen Zauber nach Wiederholung ruft. Mit oder ohne Mikro. Mit neuen Gedichten. Oder ohne.
Kathrin Krüger-Mlaouhia

Die Autorin ist Redakteurin bei der Sächsischen Zeitung in Großenhain.


Ausstellung „Traffic“ des Berliner Künstlers DAG eröffnet in der Artbox Dresden


DAG, Club Watergate. 2017 Mural (Wandmalerei), 300 x 300 cm

Geregeltes Chaos

Die zweite Ausstellung in der Artbox Dresden zeigt abstrakte Wandmalerei des Berliner Künstlers DAG.  

Die Eröffnungsveranstaltung entfällt aufgrund der aktuellen Bestimmungen.

Geöffnet ab: Freitag | 15.5.2020 | 19 h
Einführung auf Video: John Hinnerk Pahl (Kunsthistoriker)
Ausstellungsdauer: 16.5. – 28.6.2020 im 24 h Ausstellungsraum an der Ecke Hafenstraße/Uferstraße

„Die Artbox Dresden präsentiert ab dem 15. Mai 2020 die Ausstellung „TRAFFIC“ des Berliner Künstlers DAG. Seine abstrakten Bildwelten werden bevölkert von geometrischen Formen wie Dreiecken, Kreisen und Rechtecken, die durch ihre serielle Aneinanderreihung in Bewegung geraten.
Der 1964 in Eberswalde geborene Dag Przybilla entwickelte seine Kunst in den 90er Jahren im Umfeld der Berliner Techno-Kultur. Ausstellungen folgten in Paris, Tel Aviv, Chicago, Tokio, Zürich, Singapur, Amsterdam, Brüssel, London und vielen anderen Städten weltweit. DAG vermag es, „Strukturenfelder“, so nennt er seine Murals und Gemälde, mittels präziser Linienführung beinahe wie gedruckt erscheinen zu lassen.
„Es ist ein geregeltes Chaos“, erläutert der Künstler, „aber es muss kontrolliert ablaufen“. Im Gegensatz zur Perfektion technisch produzierter Bilder, die unseren Alltag heute prägen, lässt DAG auch Abweichungen, vermeintliche Fehler, zu. So vermag er es, die Welt in elementare Formen zu zerlegen und neue Welten zu bauen, die doch trotz ihrer Ungegenständlichkeit den Bezug zur Wirklichkeit nicht verlieren.“ John Hinnerk Pahl
Die Artbox Dresden, Kunstschaufenster wird gefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz in Dresden.

„Vom Zauber endloser Anfänge“ – Premiere im KlangLabor Dresden


KlangLabor im Freien: Lilli Vostry und Aerdna Harp bei einer Klangprobe auf den Elbwiesen in Dresden

Wort- und Klanggebilde über den Zauber des Augenblicks und
die Wandlungen im Leben

Die Premiere der Gedicht-Lesung mit Musik: „Vom Zauber endloser Anfänge“ ist am 16. Mai, um 18 Uhr im KlangLabor, Lommatzscher Str. 6 in Dresden.

Musik- und Poesieliebhaber sind herzlich eingeladen zu meiner ersten öffentlichen Gedicht-Lesung: “Vom Zauber endloser Anfänge – Wort- und Klanggebilde
von Lilli Vostry (freie Journalistin und Autorin) und Aerdna Harp an der Harfe“. Eigentlich sollte sie am 21. März zu Frühlingsbeginn stattfinden und wird nun infolge der Corona-Regelungen am 16. Mai, um 18 Uhr im KlangLabor, Lommatzscher Str. 6 in Dresden Premiere feiern unter Beachtung der Hygienevorschriften wie Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz.

Zu hören sind ältere und neue Texte, darunter aus den bereits vier veröffentlichten GedichtBilderKalendern, die zwischen 2012 und 2020 entstanden und auch einige Texte zum Leben in Corona-Zeiten.

Meine Wortgebilde sehe ich wie Wolken, die beständig ihre Form ändern,
in offener Weite die Fantasie anregen und in denen man immer etwas Neues entdecken kann. Die mal unbeschwert, mal bewölkt, von den Wandlungen im Leben, von Licht und Schatten, dem Zauber des Augenblicks und Neuanfangs erzählen.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Herzliche Grüße
Lilli Vostry und Aerdna Harp

Eintritt: 7 Euro… günstiger als eine Kinokarte und viel Kopfkino!

Kontakt für Rückfragen & Anmeldung (da begrenzte Platzzahl)
e-mail: Lilli-Vostry-Journalistin@gmx.de
Handy: 0177 – 524 88 48

Hier ein Gedicht aus dem Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“.

Weisses Tier

Auf der Wiese
hinterm Fluss
im Schatten der Altstadttürme
sitzt ein weiß gehörntes Tier
wie gemeißelt im Gras
gefesselt an die Blicke der Passanten
die rätseln welcher Art es sei
sich weiden am seltsamen Anblick
ohne seine Herde

weit weg
schüttelt das anmutige Tier sein Haupt
in sanften Wellen rudern
gebogene Hörner Zeichen in die Luft
fließt dunkler Sonnenglanz in den Augen

zwischen uns
frisst allen Schmerz auf
fallen unter mattem Wimpernschlag kreisende Fliegen
weiter her über das gesträubte Fell
während hinten im roten Zelt die Musik
ohne das Hörnertier weiterspielt
ein fernes Rauschen
wie lange noch
LV

Kunstprojekt „Das weite Land“ mit Christina Wildgrube im Kunstverein Meißen

Die Künstlerin Christina Wildgrube realisiert im April und Mai 2020 unter dem Titel „Das weite Land“ im Kunstverein Meißen ihr für das Residenzstipendium eingereichtes künstlerisches Vorhaben. Sie zeichnet und sammelt dafür Formen, Ornamente und Muster der Albrechtsburg Meissen und überträgt diese in einen neuen Kontext.
Besucher haben die Möglichkeit am Entstehungsprozess der künstlerischen Arbeit, über die Schaufenster des Kunstvereins oder zu bestimmten Terminen im persönlichen Gespräch mit der Künstlerin, teilzuhaben:
jeweils Mittwoch, den 6., 13. und 20. Mai, von 16 – 18 Uhr
Daran können zeitgleich max. 5 Besucher teilnehmen. Bitte haben Sie Ihre Gesichtsmasken dabei.

Vorankündigung:

Das weite Land – Christina Wildgrube
Stipendiat*innenausstellung 2020
23. Mai bis 20. Juni
von Christina Wildgrube, Rückkehr, Linotype 12 Cicero, 2020
Ausstellungs-Eröffnung „Das weite Land“ am Samstag, 23. Mai  17- 20 Uhr
Zur Eröffnung besteht die Möglichkeit mit Christina Wildgrube über ihre realisierte Arbeit ins Gespräch zu kommen.
Dazu lädt der KV Meißen unter Vorbehalt einer begrenzten Besucherschaft ein. Es werden zeitgleich nur 5 Besucher eingelassen. In der Zwischenzeit können die Besucher sich die Arbeiten über die großen Schaufenster anschauen. Bitte etwas Geduld und Gesichtsmasken mitbringen.
Text: Matthias Lehmann
Kunstverein Meißen e.V. · Burgstraße 2 · 01662 Meißen · Tel. / Fax: 03521 476650 · www.kunstverein-meissen.de · Öffnungszeiten: Donnerstag bis Freitag 12 – 18 Uhr und Samstag 10 – 15 Uhr  ·  Sonntag bis Dienstag und zwischen den Ausstellungen geschlossen. Eintritt frei.

Der Verein arbeitet auf ehrenamtlicher und gemeinnütziger Basis. Eine kontinuierliche Vereinsarbeit ist nur möglich mit Hilfe von öffentlichen Fördermitteln und privaten Spenden. Bereichern auch Sie das kulturelle Angebot der Stadt und Region Meißen, indem Sie die Arbeit des Kunstvereins mit einer Spende unterstützen! (Spenden an gemeinnützige Vereine sind steuerlich voll abzugsfähig.)
Spendenkonto: Kunstverein Meißen e.V.
IBAN DE86 85055000 3150000202 · BIC SOLADES1MEI · Sparkasse Meißen · Wir stellen nach Eingang Ihrer Spenden eine Spendenbescheinigung aus. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Oder werden Sie Mitglied bzw. Fördermitglied. So sorgen Sie mit Ihren Mitgliedsbeiträgen für eine kontinuierliche Unterstützung. Das Anmeldeformular gib es auf unserer Webseite: www.kunstverein-meissen.de, ausfüllen und versenden an kontakt@kunstverein-meissen.de, Vielen Dank!