36. Internationales Pantomime Festival abgesagt, nun auch Workshop mit Anton Adasinski vom Derevo Laboratorium


Die Kunst der Körpersprache: Mimekünstler Anton Adasinski vom Derevo Laboratorium bei einem Auftritt. Foto: PR

Von Comedy bis Artistik – Die verblüffende Vielfalt der „Kunst ohne Worte“

Das 36. Internationale PantomimeTheaterFestival Dresden plante ein abwechslungsreiches Programm vom 11. bis 15. November. Doch es musste leider wegen des erneuten Lockdowns abgesagt werden. Das Festival wird laut Veranstalter ins nächste Jahr verschoben. Zunächst gab es noch Hoffnung für den Workshop mit Anton Adasinsky, der Anfang Dezember stattfinden sollte. Doch nun wurde auch dieser abgesagt.

Pantomime ist die Grundlage vieler darstellender Künste und beeinflusst zahlreiche Genres vom Tanztheater über Comedy bis hin zur Popkultur. Vom 11. bis 15. November 2020 wollte der Mimenstudio Dresden e.V. diese Vielfalt erlebbar machen und mit dem 36. Internationalen PantomimeTheaterFestival Dresden. Acht Vorstellungen standen im Programm, um die faszinierende Vielfalt an Spielarten der „Kunst ohne Worte“ zu entdecken. Der gastgebende Mimenstudio Dresden e.V. hatte in diesem Jahr sieben Ensembles bzw. Solokünstler aus vier Nationen eingeladen. Auch eine Vorstellung für Kinder ab vier Jahren war geplant.

Das Pantomimefestival konnte dieses Jahrs wegen des corona-bedingten Lockdowns nicht stattfinden. Es wird ins nächste Jahr verschoben.

Auch der Workshop mit Anton Adasinskiy vom Derevo Laboratorium im Dezember wurde aufgrund der anhaltenden Corona-Einschränkungen nun abgesagt.

Der Workshop sollte sich insgesamt über fünf Tage erstrecken. Die drei Teile könnten auch einzeln besucht werden. Neben einem 21-stündigen Kurs zum Thema Körperarbeit bietet er einen Special Workshop an, der sich an Bühnenkünstler und Amateure mit Erfahrung im Bewegungstheater richtet. Außerdem sollte es einen Workshop zum Thema Rhythmus und Bewegung geben, an dem sogar Kinder ab 10 Jahren teilnehmen können.

Workshop 1: Körperarbeit durch das DEREVO-System lehren,
19 Stunden, geeignet für jedermann.

Workshop 2: Den „Selbstgesteuerten“ unterrichten, 5 Stunden, für Profis
(Bühnenkünstler v. Tanz, Theater, Zirkus u.a. und in Körperarbeit erfahrene Amateure)

Workshop 3,  auch für Kinder ab 10 Jahren:
Lektionen in Rhythmus und Bewegungen, 4 Stunden.

Interessenten können sich beim Mimenstudio Dresden e.V. gern melden und werden benachrichtigt, wenn die neuen Termine feststehen.

Anmeldung für die Workshops:

info@mimedresden.de

T +49 (0)151 55 61 98 99

Text + Foto: Sabine Mutschke

Festival Fast Forward 2020 am Staatsschauspiel Dresden mit digitaler Bühne & Residenzpreis für Inszenierung „Supersocial“

Einladung ans Publikum, miteinander ins Gespräch zu kommen

Für ihre kommunikative Inszenierung „Supersocial“ erhält eine Künstlergruppe aus Estland den Residenzpreis vom Förderverein des Staatsschauspiels Dresden, der ihnen die Umsetzung dieses Projekts ermöglicht.

Gestern Nacht, am Sonntag, dem 15. November 2020, ging das Europäische Festival für junge Regie FAST FORWARD am Staatsschauspiel Dresden zu Ende. Ursprünglich war natürlich nicht geplant, die 10. und damit eine Jubiläums-Ausgabe dieses renommierten Festivals mit dem Zusatz AT WORK zu versehen – und für alle Beteiligten war bis kurz vor dem Start des Festivals auch nicht zu erahnen, wie sehr sich dieser Zusatz noch bewahrheiten würde.

Am 2. November kam – durch den Erlass zur Eindämmung der Corona-Pandemie – das Aus für alle Veranstaltungen, die analog in verschiedenen Dresdner Spielstätten stattfinden sollten. Alle Kräfte konzentrierten sich von da an darauf, auf der digitalen Bühne fastforw.art dem Publikum eine möglichst breite Palette an zeitgenössischen jungen Regiearbeiten zeigen zu können. Als aber 24 Stunden vor Beginn zwei Mitarbeiter*innen der Technik, die den komplexen digitalen Teil von FAST FORWARD At Work betreuten, in Quarantäne mussten, schien es kurzzeitig, als könne das Festival in diesem Jahr gar nicht stattfinden.

„Durch den außergewöhnlichen Einsatz und die Kreativität aller Beteiligten war es möglich, dass wir trotz allem in den vergangenen Tagen eine große Bandbreite an Arbeiten erleben konnten. Es ist nicht nur Not, die erfinderisch macht – das beweist das Festival FAST FORWARD seit einem Jahrzehnt mit jeder Ausgabe aufs Neue als ein Garant für Überraschendes, für neue Sichtweisen und Ästhetiken. Und auch in diesem Jahr luden auf der von Studio Beisel gestalteten digitalen Bühne junge Künstlerinnen und Künstler zu Inszenierungen, Interviews, Arbeitsgespräche und vielem mehr ein.“, so der Intendant des Staatsschauspiels Joachim Klement.

Charlotte Orti, die Kuratorin des Festivals: „Ganz so wörtlich hatten wir das mit dem AT WORK nicht genommen, aber so sind die Zeiten. Wir haben die Inszenierungen, die wir für Dresden geplant hatten, sehr vermisst. Gleichzeitig war das online-Format eine spannende Erfahrung und es wird ebenso spannend sein, diesen Laborversuch auszuwerten. Ich freue mich außerdem sehr, dass der Förderverein des Staatsschauspiels Dresden sich trotz der Umstände entschieden hat, den von ihm neu gestifteten Residenzpreis zu vergeben.“

Der Residenzpreis 2020 geht an eine Gruppe und an ein Projekt, das gerade aus Dresdner Perspektive Neugierde erweckt: die estnischen Künstler*innen Üüve-Lydia Toompere und Siim Tõniste und ihre Arbeit SUPERSOCIAL. Die Inszenierung wird eine Einladung an das Publikum sein, miteinander ins Gespräch zu kommen, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, um Unterstützung zu werben, mitunter mit der eigenen Meinung alleine da zu stehen, sich selbst zu hinterfragen oder andere zu bestärken. Dieses spannende Projekt in Dresden umzusetzen ermöglicht der Residenzpreis, der vom Förderverein Staatsschauspiel Dresden e.V. ausgelobt wurde.

Zu den Künstler*innen: Üüve-Lydia Toompere (*1990) und Siim Tõniste (*1987) arbeiten als Performer, Choreograf*innen, Dozenten und Stückentwickler in unterschiedlichen Projekten und Disziplinen. Toompere studiert aktuell Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin. Tõniste lebt als freier Künstler in Tallin. Vom Theater, über soziale Bildung und Vermittlungsarbeit bis zur Clubszene beschäftigen sie sich mit verschiedenen kommunikativen und sozialen Aspekten ihrer Kunst. Seit 2015 erarbeiten sie als Autoren- und Regie-Team eigene Theaterstücke, SUPERSOCIAL ist ihre dritte gemeinsame Inszenierung.

Wir freuen uns, dass eine ganz besondere Inszenierung, die im Rahmen des Festivals nicht stattfinden konnte, nun doch noch realisiert werden kann. Die Teilnahme am Audiowalk HOW TO DISAPPEAR COMPLETELY der ungarischen Künstler Ambrus Ivanyos und Bálint Tóth (meetlab) ist ab dem 21. November möglich. Detaillierte Informationen zum Format und zum Erwerb von Karten finden Sie ab dem 17. November auf unserer Webseite unter http://www.staatsschauspiel-dresden.de.

Text: Gertrud Aringer

Leiterin Presse-und Öffentlichkeitsarbeit
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden

Telefon +49 351 4913 755
Fax          +49 351 4913 760

www.staatsschauspiel-dresden.de

„Kunst und Kultur sind Lebensmittel.“ – Offener Brief sächsischer Theaterleiter und Künstler an Ministerpräsident Michael Kretschmer gegen die Zwangsschließung

„Ohne Live-Kultur wird es nicht nur still, sondern kalt!“

Die Unterzeichner des Offenen Briefes wollen mit der Landesregierung ins Gespräch kommen, wie eine Öffnung der Kultureinrichtungen in Pandemiezeiten und somit auch eine bessere und sinnvollere Planung umsetzbar wäre.

Ministerpräsident Michael Kretschmer
Sächsische Staatskanzlei
Archivstraße 1
01097 Dresden
Dresden, 16. November 2020
offener Brief
per Mail: direkt@michaelkretschmer.de
buergerbuero@sk.sachsen.de

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmer,

seit dem 02. November unterliegen nun unsere Theater zum zweiten Mal der Zwangsschließung. Während unsere Schauspielerinnen und Schauspieler, Musikerinnen und Musiker, Technikerinnen und Techniker auf unseren Bühnen mit bewundernswertem Optimismus ins Ungewisse proben, verwaisen unsere – in den letzten Monaten (auch mit staatl. Förderung) für die Virenminimierung hochgerüsteten – Zuschauersäle und Foyers.

Wir, die unterzeichnenden sächsischen Theaterleiterinnen und -leiter, nehmen, so wie auch unsere Ensembles, die Covid-19-Pandemie sehr ernst und leisten selbstverständlich einen Beitrag zur Eindämmung des Virus, auch wenn dafür unsere Theater zeitweise geschlossen werden müssen. Auch die versprochenen Staatshilfen zum Ausgleich der durch die Zwangsschließung verursachten Einnahmeneinbrüche stimmen uns zuversichtlich, dass wir unsere Häuser finanziell über Wasser halten können.

Seit spätestens Mitte März bestimmt die Pandemie das Leben in unserem Land. Am Anfang fehlten wissenschaftliche Erkenntnisse über das Virus, entsprechend grob und undifferenziert fielen die Schließungsmaßnahmen zur Bekämpfung aus. Dafür hatten wir Verständnis. Aber heute fragen wir uns, warum es die politisch Verantwortlichen in den letzten acht Monaten versäumt haben, feinere Instrumente zur Pandemiebekämpfung gemeinsam mit uns zu entwickeln und notwendige Schließungen auf wissenschaftliche Grundlagen und Nachvollziehbarkeit zu gründen. Bis heute konnte deutschlandweit keine einzige Ansteckung in einen Theatersaal zurückverfolgt werden. Die Theater haben kluge und kostenintensive und von den Gesundheitsämtern überprüfte Hygienekonzepte entwickelt, die Zuschauer sitzen vernünftig auf Abstand und tragen Maske, Frischluftsysteme wurden aufwändig eingebaut oder aufgerüstet, manche Theater haben sogar hochmoderne Ionisierungsanlagen installieren lassen … kurz: Die Theater haben alles getan, um den Besuch der Veranstaltungen für ihre Zuschauer sicher zu machen.

Für uns als Kreative ist es irritierend, ernüchternd und nicht zuletzt auch demotivierend, wenn von Politikern Kultur als reines Freizeitvergnügen eingeordnet und mal eben einfach von einem Tag auf de auf den anderen ersatzlos abgeschaltet werden kann. Kultur ist für Menschen relevant. Lebenswichtig.

Oder wie es unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier formulierte: „Kunst und Kultur sind, in einem sehr buchstäblichen Sinn, Lebensmittel.“ Wir möchten ergänzen: Lebensmittel für Menschen, die in Kulturveranstaltungen Trost, Erbauung, Hoffnung, Meinungsaustausch, Widerspruch und Gehör suchen.

Live-Kultur ist wichtig für die seelische Gesundheit, weil sie Hirn, Herz und Bauch gleichermaßen zu berühren vermag – eine Fähigkeit, die kein digitales Ersatzangebot leisten kann. Ohne Live-Kultur wird es nicht nur still, sondern auch kalt, weil Populisten ohne lauten Widerspruch die Gesellschaft weiter spalten können, weil die Angst, Ratlosigkeit und die Wut vieler Menschen keine anderen Räume mehr finden, um durch Gegenvorschläge, Lachen oder Schönheit aus der Dumpfheit geholt zu werden.

Live-Kultur mangels fehlender Weitsicht zur Tragweite solcher Entscheidungen, klügere Konzepte zu entwickeln, abzuschalten, sie gar als verzichtbares Unterhaltungsvergnügen zu behandeln, ist gefährlich für die Demokratie und den Frieden zwischen Menschen mit unterschiedlichen Haltungen.

Wir bitten Sie, sowie jeden politischen Entscheider, jeden, der zur Meinungsbildung in Pandemie-Gremien und Sondersitzungen beiträgt, zu helfen, in Zukunft differenzierte Lösungen zu finden, die eine Öffnung der Kultureinrichtungen einschließt. Geben Sie uns, den Kulturschaffenden dadurch bitte die Möglichkeit, unseren gesellschaftlichen Beitrag in dieser Zeit zu leisten.

Abschließend möchten wir Sie bitten, uns die Möglichkeit eines persönlichen Gespräches einzuräumen, um mit Ihnen in den Dialog zu kommen. Auch wir möchten unseren Beitrag leisten, haben uns Gedanken gemacht und möchten Ihnen aus unserer Sicht ein paar Vorschläge vorstellen, wie eine Öffnung der Kultureinrichtungen in Pandemiezeiten und somit auch eine bessere und sinnvollere Planung umsetzbar wäre, ohne von Langzeitkollateralschäden der gesamten Kreativwirtschaft zu sprechen und dauerhaft deren Arbeitsplätze zu erhalten.

Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und freuen uns auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.

Unterzeichnende

Comödie Dresden, Olaf Maatz, Direktor
Dresdner Comedy & Theaterclub, Agentur Kulturperlen Dresden, Heike Jack
Herkuleskeule Dresden, Philipp Schaller, Künstlerischer Leiter
Kammerspiele Dresden, Peter Förster, Theaterleiter
1001 Märchen GmbH, Reiner Petrovsky, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter
Central Kabarett Leipzig, Henrik Dantz, Geschäftsführer
Blauer Salon, Karla Wachsmuth, Betriebsleiterin
Komödie Leipzig, Irene Holzfurtner und Mathias Engel, Schauspieler und Geschäftsführung
August Theater Dresden, Grigorij Kästner-Kubsch, Theaterleiter
Close Up Night Dresden, Torsten Pahl, Matthieu Anatrelle, Andre Kursch, Zauberkünstler und Theaterleiter
Kabarett Leipziger Pffermühle gGmbH, Dieter Richter, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter
Kabarett Academixer Leipzig, Dörte Waurick, Geschäftsführerin
Weil die Schließung der Theater auch viele freiberufliche Künstlerinnen und Künstler betrifft, schließen sich
diesem Brief an:
Matthias Machwerk, Kabarettist und Autor, Dresden
Ellen Schaller, Schauspielerin und Kabarettistin, Dresden
Kathleen Echterhoff-Miersch, Sängerin, Klipphausen/Dresden
Dr. Stephan Reher, Unterhaltungskünstler und Regisseur, Dresden
Jörg Lehmann, Pianist und Kabarettist, Dresden
Dimitrij Sacharow, Regisseur und Produzent Sandtheater Leipzig und Dresden
Annemarie Schmidt, Kabarettistin, Leipzig
Roman Raschke, Kabarettist, Leipzig
Jürgen Fliegel, Kabarettist, Leipzig
Simone Danaylow, Musikerin und Theaterregisseurin, Leipzig
Katrin Tröndle, Kabarettistin, Leipzig
Martin Joost, Musiker, Leipzig
Helga Werner, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Sabine Alex, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Michaela Tschubenko, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Evelyn Kitzing, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Babette Kuschel, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Kirsten Balbig, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Kerstin Doelle, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Daniel Minetti, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden und Krefeld
Stephan Reher, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Wolf Dieter Gööck, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Radebeul
Ulrich Thiem, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Peter Röttig SKABA, Entertainer, Dresden
Frank Weiland, Schauspieler, Kabarettist Dresden
Anke Geißler, Kabarettistin, Leipzig
Wolfgang Schaller, Autor, Dresden
Hannes Sell, Schauspieler, Dresden
Michael Specht, Schauspieler, Bannewitz
Andreas Leuschner, Musiker, Dresden
Meigl Hoffmann, Kabarettist & Autor, Leipzig
Heike Ronniger, Schauspielerin & Kabarettistin, Leipzig
Carolin Fischer, Kabarettistin, Leipzig
Olaf Hais, Schauspieler & Regisseur, Dresden
Michael Rümmler, Kabarettist, Dresden
Alexander Fabisch, Schauspieler & Musiker, Leipzig
Felix Constantin Voigt, Schauspieler, Dresden
Tom Quaas, Schauspieler, Dresden
Mario Grünewald, Schauspieler & Regisseur, Dresden
Anne Konstanze Lahr, Designerin & Bühnenbildnerin, Dresden
Cornelia Fritzsche, Puppenspielerin, Dresden
Dieter Richter, Geschäftsführer, Künstlerischer Leiter und Kabarettist
Ute Loeck, Kabarettistin, Leipzig
Elisabeth Sonntag, Kabarettistin, Leipzig
Rainer Koschorz, Kabarettist, Leipzig
Burkhard Damrau, Kabarettist, Leipzig
Bernard Paschke, Kabarettist, Leipzig
Hans-Jürgen Silbermann, Kabarettist, Leipzig
Rebekka Köbernick, Kabarettistin, Leipzig
Sascha Kiesewetter, Kabarettist, Leipzig
Heinz Klever, Gastkabarettist, Leipzig
Hartmut Schwarze, Pianist, Leipzig
Steffen Reichelt, Schlagzeuger, Leipzig
Ingo Volkmer, Ton- und Beleuchtungstechniker, Leipzig
Florian Zwiener, Ton- und Beleuchtungstechniker, Leipzig
Ines Richter, Stellvertretung der Geschäftsführung Pfeffermühle, Leipzig
Stephan Richter, Fotograf und Kassierer, Leipzig
Dimitrij Sacharow, Regisseur und Produzent Sandtheater, Leipzig und Dresden
Roman Raschke, Kabarettist, Leipzig
Jürgen Fliegel, Kabarettist, Leipzig
Simone Danaylow, Musikerin & Theaterregisseurin, Leipzig
Katrin Tröndle, Kabarettistin, Leipzig
Martin Joost, Musiker, Leipzig
Erik Lehmann, Kabarettist, Arnsdorf
Michael Feindler, Kabarettist, Leipzig
Maxim-Alexander Hofmann, Kabarettist, Leipzig
Benjamin Gerlach, Cellist, Radebeul
Andrea Müller, Comedian, Weinböhla
Tino Liebe, Comedian, Dresden

*
Information über den Offenen Brief:

Comödie Dresden/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

http://www.meinwortgarten.com – Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz – Inhaberin und freie Journalistin Lilli Vostry schließt sich diesem Offenen Brief und Appell der Kulturschaffenden an.

Neue Lyrik: „Der Horizont der Träume“ von Christine Matha

Am Horizont der Träume und verblassten Schatten

In ihrem neuen Gedichtband in deutscher und italienischer Sprache fängt die Bozener Lyrikerin Christine Matha in eindrucksvollen, stimmungsreichen Versen die sich ständig wandelnde und erneuernde Wirklichkeit ein. Auch wenn sie weiß: „Es fehlt stets irgendetwas, das in uns weiter bohrt und Worte sucht…“

„Zwischen den Worten/ die vielen Räume/worin sich Bilder/auf Bilder häufen…“ So beginnt eines der Gedichte der Lyrikerin Christine Matha. Manche sind ganz kurz, andere lang über mehrere Seiten, mit oder ohne Titel und alle irgendwie miteinander verbunden, stetig im Fließen wie die ständig sich wandelnde und erneuernde Wirklichkeit. „Zwischen den Worten/ die Wartezeiten, die wir Tag um Tag im Herzen sammeln. / Zwischen den Worten das schwarze Loch unlösbarer Fragen.“

In den Texten ihrer neuen Anthologie „Der Horizont der Träume/L`orizonte dei sogni“ (erschienen bei Curcu Genovese, 2019 in Trient – Italien) taucht Christine Matha in „die Träume und Galaxien vieler Zeiten“ ein und „im Schweigen bilden sich die Welten neu.“ Verlorenes, Vergessenes, Wiedergefundenes, die Bürden des Lebens, die alle Worte rauben und die Angst vor der Sprachlosigkeit sprechen aus den Zeilen und treiben Christine Matha immer wieder an.

Das Besondere dieser Ausgabe, die durch Naturaufnahmen der Kunstfotografin Mariagrazia Bianchi einen weiteren Reiz erhält, ist ihre Zweisprachigkeit. Die Gedichte stehen in deutscher und italienischer Sprache nebeneinander. Vor einiger Zeit entdeckte ich sie im Internet, wo Christine Matha rege neue Texte publiziert in sozialen Netzwerken wie Facebook.

Die Autorin und passionierte Übersetzerin Christine Matha wurde 1943 in Brixen (Südtirol) geboren und wohnt in Bozen. In den 1970er Jahren experimentiert sie in visueller Poesie und nimmt Kontakt mit anderen konkreten Poeten wie Ugo Carrega, Sarenco in Italien und Clemente Padin in Südamerika auf und beteiligt sich an Sammelausstellungen der visuellen Poesie. Seit 1968 tätig in der Kunstrestaurierung mit Arbeitssitz in Trient, promovierte sie als Werkstudentin an der Universität Padua in Literatur und Ästhetik mit einer Dissertation über Theorie und Praxis in alten und neueren Restaurierungssystemen. Sie veröffentlichte ihre Kurzgeschichten, Gedichte und Haiku in Anthologien und einen Roman (Neuauflage als E-Book) mit dem Titel „Schenkung auf italienisch“. 2016 war Christine Matha Preisträgerin mit Liv Evju (norwegische Fotografin) des Internationalen Wettbewerbes „Il Carro delle Muse“ und bekam 2017 den Encomio Speciale per la Poesia. 2017 erschien das zweisprachige Buch „Maskerade“ mit 44 Gedichten von ihr und Bildern von Manfred Evertz im Pubblitec edizioni-Verlag, Bozen.

In den Gedichten von Christine Matha geht es viel um existenzielle Themen: immer wieder der Fluss des Lebens, das Verrinnen von Zeit, Vergänglichkeit, die Grenzen von Traum, Wirklichkeit, Sehnsucht, Schmerz, das Unbekannte, was kommt… Im nächsten Moment, am nächsten Tag, nach dem Lebensende… Die Suche und das Ringen um Antworten, auch für das Ungewisse, Unsagbare, Ungreifbare, die Räume zwischen den Worten, Gefühle, Stimmungen tauchen immer wieder auf in ihren Texten. Die Bilder dafür, oft Meer, Wellen, fliehende Stunden, Tage, Jahre die wie Flüsse wandern, sind sehr schön und berühren. Die Bilder wiederholen sich oft, mäandern, breiten sich aus, fließen über, manchmal ist es dann zu viel… Etwas gestrafft und dichter würden manche der Texte für mein Empfinden noch mehr an Atmosphäre und Aussagekraft gewinnen.

Die freien Verse sind mal konkret, klar, mal geheimnisvoll, in Metaphern gehalten und besitzen viel emotionale Kraft und regen an zum Nach- und Weiterdenken. Sie sind mal leicht, unbeschwert, lichtvoll und zuversichtlich und mal schwermütig, dunkel….
Diese Gedichte trösten, wärmen, muntern auf und erhellen dunkle Tage. Nie verliert Christine Matha in ihnen den „Horizont der Träume“ aus dem Blick. „Zeit der Reise zu den Grenzen, / ohne Umkehr, ohne Weisung / auf der Suche nach den Quellen, / um den Seelendurst zu stillen“, schreibt sie im Titelgedicht. Ein Schwingen und Wogen begleitet ihre Zeilen, das nachhallt und weiter wogt.

Text + Fotos (lv)

http://www.curcugenovese.it


Die Buchrückseite des Gedichtbandes „Der Horizont der Träume“ von Christine Matha.

Vorlesetag: „Fast alle Kinder lieben es, wenn ihnen vorgelesen wird.“

„Wir würden ja, aber es passt nicht in
unseren Alltag“ – warum Eltern wenig vorlesen

49 Prozent sagen, dass es ihnen keinen Spaß macht / wenig Bücher zuhause / Vorlesestudie 2020 vorgestellt.

Rund 32 Prozent der Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern selten oder nie vor – diese Zahl ist seit Jahren konstant. Erstmalig geht die Vorlesestudie 2020 der Frage nach, welche Gründe dahinterstecken. Dazu wurden bundesweit 528 Eltern befragt, die maximal einmal pro Woche vorlesen.

Die Vorlesestudie 2020, die kürzlich in einer Online-Pressekonferenz vorgestellt wurde, ist wie der Bundesweite Vorlesetag am 20. November ein gemeinsames Projekt von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung.

Wenig Zeit

Häufig fehlt es an Zeit und Bereitschaft zum Vorlesen. Die Hälfte der Eltern gibt an, dass es im Haushalt anderes zu tun gibt und sie zu erschöpft zum Vorlesen sind. Außerdem denken 48 Prozent der befragten Eltern, dass ihren Kindern woanders schon genug vorgelesen wird, vor allem in der Kita.

„Vorlesen ist für viele der Befragten eine zusätzliche Belastung in ihrem Alltag“, sagt Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer der ZEIT Verlagsgruppe. „Dabei lässt es sich mit anderen Freizeitaktivitäten wie etwa Basteln gut verbinden, das wollen wir noch mehr zeigen. Schon fünf Minuten Vorlesen sind besser als nichts.“

Wenig Bücher

Auch mangelt es in vielen Haushalten an Vorlesestoff. 68 Prozent der befragten Haushalte geben an, dass ihre Kinder maximal zehn Bücher haben. Sie sehen diese Tatsache häufig nicht als Manko, allerdings fänden es 57 Prozent der befragten Eltern gut, wenn ihre Kinder regelmäßig Bücher geschenkt bekämen.
Die Studie zeigt auf, dass Buchgeschenke die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Eltern häufiger vorlesen.

„Geschichten müssen zu den Familien kommen, egal ob als Buch oder digital“, fordert Jürgen Kornmann, Leiter Marketing & PR der Deutschen Bahn AG und Beauftragter Leseförderung der Deutsche Bahn Stiftung. „Vorlesestoff sollte im Alltag überall verfügbar sein – attraktiv, unkompliziert, niedrigeschwellig und in möglichst vielen Sprachen. Das erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die Eltern häufiger niedrigeschwellig und in möglichst vielen Sprachen. Das erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die Eltern häufiger vorlesen.“

Wenig Spaß

49 Prozent der Eltern macht Vorlesen keinen Spaß. Damit gehen sehr kritische Vorstellungen vom Vorlesen einher: Die Eltern glauben, schauspielern und ihre Kinder zum geduldigen Zuhören zwingen zu müssen. 44 Prozent der befragten Eltern sagen, dass ihr Kind zu unruhig sei, 31 Prozent geben an, dass ihr Kind selbst gar nicht vorgelesen bekommen möchte.

„Viele der befragten Eltern stehen dem Vorlesen kritisch gegenüber – es macht ihnen keinen Spaß, weil sie sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlen“, sagt Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen. „Die Hälfte hat in ihrer eigenen Kindheit zu Hause keine Vorleseerfahrungen gemacht. Ihnen fehlt das Vertrauen, dass Vorlesen jederzeit und überall ohne Übung möglich ist. Das wollen, das müssen wir ändern, denn es geht darum, dass alle Kinder diesen wichtigen Impuls in ihr Leben mitnehmen können!“

Die Präsentation der Vorlesestudie wurde von einer Diskussion begleitet, wie Vorlesen gewinnbringend in Familien gebracht werden kann, in denen es bislang nicht oder nur wenig praktiziert wird. Hierzu diskutierten Prof. Dr. Simone C. Ehmig (Stiftung Lesen), Daja Wübbens (Impuls Stiftung Deutschland), Jürgen Kornmann (Deutsche Bahn AG / Deutsche Bahn Stiftung), moderiert von Katrin Hörnlein (DIE ZEIT).

Die Vorlesestudie wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2020 hat iconkids & youth München im Mai und Juni 528 Eltern von Kindern im Alter von 1-6 Jahren (358 Mütter, 170 Väter) persönlich-mündlich befragt, die maximal einmal pro Woche vorlesen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gruppe der selten und nie vorlesenden Eltern bundesweit.

Alle Ergebnisse sowie Vorleseempfehlungen für Kinder zwischen einem und acht Jahren finden Sie unter: http://www.stiftunglesen.de/vorlesestudie

Zentrale Ergebnisse aus den zurückliegenden Vorlesestudien lauten:
– Vorlesen fördert die Lesemotivation und das Leseverhalten (2011/2018)
– Vorlesen fördert die sprachliche Entwicklung (2018)
– Vorlesen fördert die persönliche Entwicklung (2015)
– Vorlesen fördert die sozialen Kompetenzen von Kindern (2015/2016)

– 91 Prozent der Kinder in Deutschland lieben es, wenn ihnen vorgelesen wird und wünschen sich, dass dies noch viel öfter geschieht. (2016)

Beim Bundesweiten Vorlesetag setzen jedes Jahr Hunderttausende Menschen ein Zeichen für das Vorlesen. 2020 findet er am 20. November statt.

Text: Oliver Wasmann

Deutsche Bahn Stiftung
Kommunikation / Pressesprecher
Bellevuestraße 3
10785 Berlin
Tel. (030) 297 56107

Weitere Informationen und Anmeldung:
http://www.vorlesetag.de

http://www.deutschebahnstiftung.de
http://www.stiftunglesen.de
http://www.zeit-verlagsgruppe.de
http://www.vorlesetag.de

Förderprogramme für Darstellende Künstler im Lockdown

Erste #TakeCareResidenzen an über 130 Künstler*innen und -gruppen vom Bündnis internationaler Produktionshäuser vergeben

Dazu gehören FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer Berlin, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main, PACT Zollverein Essen und tanzhaus nrw Düsseldorf.

Das Rettungspaket NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und die #TakeThat-Förderprogramme des Fonds Darstellende Künste ermöglichen dem Bündnis internationaler Produktionshäuser, diese Maßnahmen mit der Vergabe von ersten #TakeCareResidenzen zu unterstützen und damit Kunstschaffenden zu helfen.

Das neue Programm #TakeCareResidenzen fördert ergebnisoffene Recherchen, die in Verbindung mit Residenzen an einer Bühne des Bündnisses internationaler
Produktionshäuser stehen. Deren Programmteams entscheiden gemeinsam über die Auswahl der Künstler*innen, Gruppen und Residenzvorhaben. Das Verfahren selbst verantwortet der Fonds Darstellende Künste.

Ziel des Programmes ist es, die berufliche Existenz von professionellen Künstler*innen und Gruppen, die durch die Covid-19 Pandemie und die Einschränkungen im kulturellen Sektor existenziell betroffen sind, zu stabilisieren und die Verbindung mit kooperierenden Theater- und Tanzhäusern zu stärken. Inhaltliche Schwerpunkte dieser Vorhaben sind u.a. Kunst im digitalen Raum, feministische Perspektiven auf die Gegenwart, die Erforschung performativer Elemente der Natur und Umwelt sowie das interdisziplinäre Arbeiten und die Diversifizierung der Künste. Künstlerkollektive benennen insbesondere die Reflektion über Arbeitsstrukturen und Hierarchien sowie das Recherchieren neuer Formen der Zusammenarbeit als Kernpunkte ihrer Residenzvorhaben.

Die stipendienartige Förderung wird an bundesweit und bundesländerübergreifend arbeitende Einzelkünstler*innen für monatlich 2.500 Euro für einen Mindestzeitraum von zwei Monaten vergeben. Langjährig kollektiv arbeitende Künstler*innengruppen können ihre Anträge für bis zu fünf antragstellende Personen zum selben Vorhaben gebündelt einreichen und so insgesamt bis zu 25.000 Euro erhalten. In der ersten Förderrunde wurden knapp 140 #TakeCareResidenzen in Höhe von ca. 1 Million Euro vergeben.

Online-Anträge für die zweite Förderrunde können noch bis zum 15. November 2020 und ausschließlich beim Fonds Darstellende Künste eingereicht werden: https://onlineantrag.fonds-daku.de/start. Für die Antragstellung muss u.a. die Residenzbescheinigung von einem der sieben Bündnishäuser vorliegen.

Der Beginn der nächsten #TakeCareResidenzen ist am 1. Dezember
2020, das Programm endet am 31. August 2021.
#TakeCareResidenzen ist ein Förderprogramm des Fonds Darstellende Künste im Rahmen von NEUSTART KULTUR. Realisiert durch das Bündnis internationaler Produktionshäuser, dem Zusammenschluss der sieben größten Institutionen für die freien darstellenden Künste in Deutschland, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Text: Barbara Schindler

Bündnis internationaler Produktionshäuser e.V.
c/o HAU Hebbel am Ufer Stresemannstr. 29 10963 Berlin
T +49 (0)176-20925679
barbara.schindler@produktionshaeuser.de

Verleihung des 13. Dresdner Lyrik-Preises & Abstimmung über den Publikumspreis online

13. Ausgabe des Dresdner Lyrikpreis-Finale wird digital

LYRIKFANS KÖNNEN NOCH BIS 7. November, 19 Uhr, ihren Favoriten für den Publikumspreis per Mausklick wählen.

Bereits zum 13. Mal wird der Dresdner Lyrikpreis im Jahr 2020 vergeben – trotz Corona. Die Landeshauptstadt Dresden lobt den mit 5000 Euro dotierten Preis zur Förderung des gegenwärtigen poetischen Schaffens aus. Er richtet sich an Lyriker*innen, die in deutscher oder tschechischer Sprache schreiben und in Europa leben. Zu den bisher ausgezeichneten Personen gehören Uljana Wolf, Petr Hruška, Lutz Seiler, Uwe Tellkamp und Jan Škrob.

Mit Blick auf die allerorts steigenden Fallzahlen haben die Landeshauptstadt Dresden und das für die Organisation verantwortliche Erich Kästner Haus für Literatur entschieden, bei der Ausrichtung des Finales in diesem Jahr neue Wege zu gehen.

Die fünf deutschsprachigen und fünf tschechischen Finalistinnen und Finalisten stellen ihre Wettbewerbstexte in Form von 10-Minuten-Videos vor, die seit dem 3. November bis zum Abend des 7. November (19 Uhr) über die Website www.dresdner-lyrikpreis.org aufrufbar sind. Lyrikfans können in diesem Zeitraum per Mausklick ihre Stimme für einen der Beiträge abgeben und so über die Vergabe des erstmals von der Euroregion Elbe/Labe vergebenen Publikumspreises in der Höhe von 500 EUR mitentscheiden.

Die Sitzung der Hauptjury findet am Abend des 7. November 2020 in Form einer nicht-öffentlichen Videokonferenz statt. Der*die Hauptpreisträger*in sowie der*die Publikumspreisträger*in werden am 8. November um 12 Uhr im Rahmen einer digitalen Veranstaltung von der Zweiten Bürgermeisterin, Frau Annekatrin Klepsch, verkündet. Auch weitere Akteure des Wettbewerbs, darunter ein Jurymitglied und die Preisträger, kommen zu Wort.

Wir laden Sie herzlich ein, unter folgendem Link an der Preisverleihung teilzunehmen: https://us02web.zoom.us/j/84481882485 (Webinar-ID: 844 8188 2485)

Eine Aufzeichnung der Preisverleihung wird später unter www.dresdner-lyrikpreis.org abrufbar sein.

Die entfallenen Veranstaltungen im Rahmen der Poesietage werden im Frühjahr 2021 nachgeholt. Zudem werden die Texte der Finalist*innen in einer Anthologie veröffentlicht.

Text: Florian Ernst/Öffentlichkeitsarbeit
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Das Erich Kästner Haus für Literatur e.V.
Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden
Tel 0351 / 8045087

Premiere „Kiss me, Kate“ an den Landesbühnen Sachsen


Reizvolles Spiel auch ohne Küsse: die widerspenstige Olivia Katharina (Olivia Delaurè) und ihr Verehrer Petruchio (Holger Uwe Thews). Fotos: Sylvio Dittrich

Wie aus weniger mehr wird

Beim Musical „Kiss me, Kate“ an den Landesbühnen Radebeul bewirken die Corona-Einschränkungen, dass die Darsteller zu Bestform finden. Am 31. Oktober war Premiere.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Die Bühne ist minimal bestückt, es gibt kaum Kulissen, nur wenige Requisiten. Aber einige sind Wie aus weniger mehr wird unerlässlich: Masken und Plexiglaswände. Sie hindern die Darsteller daran, sich zu berühren, ja sich zu küssen. Aber genau das soll doch laut Stücktitel passieren. An gelegentlichen Spitzen zeigen die singenden Schauspieler im Musical „Kiss me, Kate“ an den Landesbühnen Sachsen, wie sehr ihnen die Corona-Einschränkungen zusetzen. Nur die Premiere durfte am Sonnabend stattfinden. Nun ist das Stück wie der gesamte Spielplan für einen Monat auf Eis gelegt.

In „Kiss me, Kate“, 1948 in New York uraufgeführt, wird Theater in einem Theaterstück gespielt. Während eine Darstellergruppe Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ aus dem 17. Jahrhundert vorbereitet, in der es um Liebe und Widerstand geht, ergeben sich auch unter den Darstellern Beziehungskonflikte und amouröse Abenteuer – wie Petruchio und Katharina auf der Bühne, so Fred und Lilli hinter den Kulissen. Bzw. Lucentio und Bianca alias Bill und Louis Lane.

Wie das Ensemble dieser musikalischen Komödie in der Inszenierung von Peter Kube aus dem Weniger an Miteinander ein Mehr an Darstellungskunst macht, ist lustvoll anzuschauen. Und anzuhören. Bis auf die ausgebildete Sängerin Olivia Delauré als Gast (Katharina) und Musicaldarstellerin Christin Rettig (Bianca) ausschließlich Schauspieler singend zu den Band-Einspielungen zu erleben. Sie kraxeln für so bekannte Hits aus der Feder von Cole Porter wie „Wunderbar, wunderbar“ auf Tische. Sie erklimmen die typisch amerikanische Showtreppe für „Es ist viel zu heiß“. Oder kleiden sich um, während sie „Schlag nach bei Shakespeare“ schmettern. Auch konditionell zeigen sich die Darsteller in Höchstform.

Holger Uwe Thews legt als Petruchio mit Rasta-Haartracht sängerisch gegenüber seiner Rolle im Landesbühnen-Musical „Hair“ noch einiges zu. Olivia Delaurè reizt ihre Rolle als leidenschaftliche und widerspenstig geltende Katharina bis zum Äußersten aus. Christin Rettig bekommt für eine bravouröse Stepeinlage Szenenapplaus der nur einhundert erlaubten Premierengäste. Sehr amüsant sind zudem Moritz Gabriel und Michael Berndt-Canana, die in der Verkörperung zweier Ganoven ihrer komödiantischen Finesse so richtig Raum geben können.

In Erinnerung bleibt vor allem das kreativ umgesetzte Tanzen der Darsteller innerhalb von Plastikgehäusen. Wie sie drehend über die Bühne schieben und dabei das anstrengende Leben eines Reisetheaters zwischen Pirna und Großenhain intonieren, ist Corona geschuldet und gerade deshalb eine fabelhafte Darbietung. Welch erstaunliche Energie aus einer Pandemie!

Wieder am 4.12. im Stammhaus Radebeul, am 5.12. im König-Albert-Theater Bad Elster.

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

Amüsantes Versteckspiel zweier Ganoven: Michael Berndt-Canana und Moritz Gabriel. In der Mitte Johannes Krobbach.

Premiere „Gundermann: Alle oder keiner“ im Schauspielhaus Dresden


Jung, wild, energiegeladen voller Pläne und Ideen: Gerhard Gundermann (Jannik Hinsch) rockt den grauen Tagebaualltag.


Sanft, rau, ruppig, kämpferisch, unbequem: Das widerspruchsvolle Wesen Gundermanns verkörpern gleich sechs „Gundermänner“ im Schauspielhaus Dresden. Fotos: Sebastian Hoppe

„Immer wieder wächst das Gras…“

Mit viel Witz und Widerspruchsgeist kommt das Leben und Schaffen des Baggerfahrers und Liedermachers Gerhard Gundermann auf die Bühne in der Musik-Revue „Gundermann: Alle oder keiner“, die heute, am 1. November, um 19.30 Uhr vorerst zum letzten Mal im Schauspielhaus Dresden zu sehen ist.

Der Bühnenvorhang ist sandfarben wie die Tagebaulandschaft einst in Hoyerswerda.
„Hoywoy, du blasse Blume auf Sand…“, besingt Gerhard Gundermann die Stadt, die „laut, heiß, staubig und verbaut war.“ Wohin der 1955 in Weimar geborene Liedermacher 1967 umzog. Wo er im Braunkohletagebau als Hilfsarbeiter anfing, ranklotzte und sich vom Hilfsmaschinisten bis zum Baggerfahrer hocharbeitete. Nebenher brachte er sich das Gitarre spielen bei, ab 1972 schrieb er erste eigene Lieder.

Das Klischeebild vom „singenden, klingenden Baggerfahrer“ mochte Gundermann gar nicht und er wollte auch „kein Vorzeigeprolet“ sein. Er sah sich „zwischen Songschreiber und Regisseur, der mit seiner Hände Arbeit das Brot für seine Familie verdiente.“ Ein Satz von ihm aus jener Zeit ist fatalerweise heute aktueller denn je:
„Man muss sich weit verbiegen, um Kultur zu machen“, erlebte er zu DDR-Zeiten. Dann lieber ein Konzert absagen als zu betteln und Kunst zu machen, war seine Devise.

In Gundermanns Liedtexten kommt sein Wesen, voller Ecken und Kanten, wunderbar zum Ausdruck. Mal sanft, mal ruppig, zärtlich, rau, leise, kraftvoll, wehmütig und friedvoll haben sie bis heute nichts verloren von ihrer Poesie und Sprachkraft.

Ebenso facettenreich und ambivalent wie sein Leben und Schaffen voller Ideale, Eigensinn und Widerspruchsgeist, Erfolge und Fehlschläge kommt auch die Inszenierung „Gundermann: Alle oder keiner“ – eine Revue über Helden, Gras und Kohle“ von Tom Kühnel auf die Bühne im Schauspielhaus Dresden. Heute am 1. November, um 19.30 Uhr zum vorerst letzten Mal vor dem erneuten Lockdown ab 2. November. Dann bleiben Theater und viele andere Kultureinrichtungen einen Monat lang geschlossen.

Doch wie singt Gundermann so schön in einem Song, der zur Premiere als Zugabe gespielt wurde: „Immer wieder wächst das Gras, wild, hoch und grün…“

Im Stück treten gleich sechs „Gundermänner“ auf, mit Gitarre in Jeans und Fleischerhemd, mit blonder Langhaarperücke und großer Kassen-Brille, die zusammen und einzeln großartig und mitreißend musizieren von Rock, Blues, Chanson bis Techno, sich gegenseitig befragen, anstacheln, zornig, gelassen und nachdenklich auf die Vergangenheit zurückblicken und auch witzig-ironisch in die Zukunft schauen. Mit einer skurrilen, kämpferischen Insekten-TV-Talkshowrunde, die als „Radikalgrüne“ und „Ökoterroristen“ auftreten, wo es um die Zukunft der ehemaligen Lausitz-Tagebaureviere  mit Ausstieg aus der Kohle und den Streit um den Einsatz erneuerbarer Energien geht. Reichlich Beifall für eine Aufführung nah am Gundermann-Original und mit einfühlsam eigenen, originellen und berührenden Interpretationen seiner Lieder. Ein Abend, der Gundermann gewiss gefallen hätte und hoffentlich bald wieder auf die Bühne kommt.

Text (lv)

Mehr Text zur Inszenierung folgt.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Ausstellung „Bilder ohne Rahmen“ von Ausdrucksmalern in der Städtischen Galerie Dresden

„Wenn du eine innere Stimme hörst, die sagt: Du kannst nicht malen, dann male auf jeden Fall, damit diese Stimme zum Schweigen gebracht wird.“ Vincent van Gogh

„Manche Maler machen aus der Sonne einen Punkt. Andere machen aus einem gelben Punkt eine Sonne.“ Pablo Picasso

Eine Augenweide der Fantasie

Eine Gruppe von Ausdrucksmalenden  zeigt zurzeit in einer Ausstellung mit dem Titel „Bilder ohne Rahmen“ ihre ausdruckreichen Arbeiten in der Städtischen Galerie im Landhaus/Stadtmuseum Dresden, EingANG lANDHAUSSTRASSE. Die Finissage mit Ausstellungsrundgang für die Besucher und anschließendem gemeinsamen Essen, Trinken und Erzählen im Museumscafé findet heute, am 1. November, von 16 bis 19 Uhr statt.

„Zum Ausdrucksmalen komme ich mit einem Rucksack, den ich sukzessive auf das Blatt entleere“, steht auf einer der farbenfrohen Postkarten zu dieser besonderen Ausstellung. „Im Malraum bin ich geschützt und kann sein, wie ich bin“, schreibt ein anderer Teilnehmer dieses Projekts. Auf rund 300 Quadratmeter sind 48 farben- und formenreiche Bilder von malfreudigen Menschen zu sehen, die dabei ganz auf ihre eigene Wahrnehmung, Sehen, Empfinden und Intuition vertrauen. Die Freude am Malen und mehr über sich zu erfahren und sichtbar werden zu lassen für andere, stehen dabei im Vordergrund. Leider habe ich erst vor kurzem rein zufällig bei einer Lesung im Landhaus von dieser ungewöhnlichen, sehr sehenswerten Ausstellung und Begleitprogramm erfahren, die bereits seit September laufen.

Dieses Angebot des Ausdruckmalens startete zunächst als ein Projekt für minderjährige, unbegleitete Geflüchtete, die ihre Erlebnisse und Gefühle in den Bildern frei herauslassen und verarbeiten konnten. Inzwischen sind dazu interessierte Dresdnerinnen und Dresdner aller Altersgruppen und Herkunft jeden zweiten Mittwoch von 16 bis 18 Uhr im Malraum der Städtischen Galerie Dresden eingeladen, sich von Farben und Formen inspirieren zu lassen und ihren eigenen kreativen Ausdruck zu finden. Das Projekt Ausdrucksmalen wird geleitet von Irene Bader und Franziska Schmidt.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.hier-ist-malraum.de

Anmeldung erforderlich unter: franziska.schmidt@museen-dresden.de