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BilderAlbum: Aktion „Kultur wählt Demokratie“ im Lipsiusbau der Dresdner Kunsthochschule

Ein Blick in die Ausstellung „Kunst für Humanismus“ in der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Innerhalb der Aktionswoche im Lipsiusbau präsentierte sich dort auch die Kampagne „Kultur wählt Demokratie“ des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V. Vis a vis zu den Installationen und Objekten versammelten sich die Statements von Bürgern, Kunst- und Kulturschaffenden und Politikern mit ihren Gedanken, warum ihnen die Demokratie am Herzen liegt.

In Kooperation mit Lisa Baier (Studentin an der HfBK Dresden), welche für die Werkschau „Kunst für Humanismus“ einen Open Call für Kunstwerke startete, wurden am 8. August von 15 – 17 Uhr fast 100 Statements zur Demokratie zusammen mit den eingereichten Kunstwerken präsentiert. Viele Dresdnerinnen und Dresdner sowie BesucherInnen der Stadt schauten bei der Ausstellung im Lipsiusbau vorbei und waren beeindruckt von der konzertierten Aktion. Zudem nutzen einige BesucherInnen die Möglichkeit, ihre Stimme zur Demokratie vor Ort abzugeben. Einsehen kann man die Statements auf: https://soziokultur-sachsen.de/kampagne-wir-sind-dabei

Noch ist unklar, wie es mit der Ausstellung weitergeht. Gewünscht ist es aber, diese auch in andere Orte weiterzutragen. In jedem Fall sind die Stimmen zur Demokratie als Bestandteil der Ausstellung integriert.

Gut wäre, wenn all die Stimmen, Ideen und Denkanstöße auch in lebhaften Austausch treten, weiter gesehen und gehört werden… Ein Podium gibt ihnen weiterhin der Verband für Soziokultur Sachsen e.V., der die Aktion „Kultur wählt Demokratie“ fünf Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen – am 1. September – startete und auf dessen Webseite die Statements und Gesichter, die sich am Projekt beteiligten, sichtbar stehen.

Text (lv)
Infos + Fotos: Andrea Gaede

http://www.soziokultur-sachsen.de/kultur-waehlt-demokratie



Viele Stimmen bahnen den Weg: in der Ausstellung im Lipsiusbau lag auch das Statement von meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry zum Lesen. Siehe dazu auch den Beitrag zur Aktion „Kultur wählt Demokratie“ auf diesem Blog.

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Aktion „Kultur wählt Demokratie“ mit Ausstellung im Lipsiusbau der Dresdner Kunsthochschule

Wie demokratisch ist die Kultur, Wie politisch die Kunst?

Im Rahmen der Kampagne „Kultur wählt Demokratie“ sammelt der Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. zurzeit Stimmen. Die Statements und Fotos – Abgabeschluss ist am 7. August, 12 Uhr an news@soziokultur-Sachsen.de – werden am 8. August, von 15 bis 17 Uhr in einer öffentlichen Aktion im Lipsiusbau der Hoschschule für Bildende Künste Dresden gezeigt. Die Kampagne ruft dazu auf, den Slogan K U L T U R wählt D E M O K R A T I E in die Welt zu tragen, weiter zu denken und sichtbar zu machen.

Die Kampagne regt dazu an, sich mit den Themen Kultur und Demokratie auseinanderzusetzen und sich und andere dazu zu befragen.
Warum sind Sie Demokratin? Wie demokratisch ist die Kultur? Wie politisch ist die Kunst? Und wie lassen sich diese Fragen mit eigenen Aktionen und Dialogformaten untersetzen?

      • Dafür entsteht gemeinsam mit den Akteuren eine Kampagnen-Ideenbörse, die Ideen und Ansätze für Aktionen und Dialogformate sammeln und vorstellen wird – von der Podiumsdiskussion über den Kunstwettbewerb bis zum politischen Theater.
      • Mit der Postkarten-Aktion werden Postkarten mit Aussagen zur Demokratie zur Verfügung gestellt – zur Kunstfreiheit, zur Meinungsfreiheit, zum Demokratieprinzip, zum Gleichheitsrecht und zu den Grundrechten. Diese stehen ebenfalls digital kosten- und lizenzfrei zur Verfügung und können einfach gedruckt oder mit eigenen Aussagen zur Demokratie weiterentwickelt werden.
„…Kunst und Kultur haben nicht nur eine ästhetische Dimension, sondern waren und sind darüber hinaus immer politisch.
Sie haben der Gesellschaft mit ihren spezifischen Ausdrucksformen seit jeher den Spiegel vorgehalten und sich als Forum für die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Veränderungen und Entwicklungen verstanden.“


Aus: Positionspapier des Deutschen Städtetages 2018

Der Demokratie Deine STIMME GEBEN! Über die Fotos scrollen/ anklicken und Stimmen zur Demokratie lesen.deine stimme zur demokratie Koepfe

GESICHT ZEIGEN! Mit deinem Foto für die Demokratie einstehen.

MITMACHEN!
Kampagnenbanner aufhängen, Demokratieprojekt starten,
Podiumsdiskussion organisieren, Postkarten-Aktion beginnen…

Deine Stimme sichtbar machen – Dein Gesicht zeigen!

„Deine STIMME zur DEMOKRATIE“ präsentieren wir am 8. August, von 15-17 Uhr, in der Kunsthalle im Lipsiusbau Dresden.
Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger und Kulturschaffenden ein, mit uns und den sächsischen Landtagsabgeordneten über Demokratie ins Gespräch zu kommen.

finger links In der Online-Maske kannst du:

          • ein Foto von Dir mit/ohne Kampgangen-Logo „KULTUR wählt DEMOKRATIE“ machen
            (Logo zum Ausdrucken gibt es hier: https://soziokultur-sachsen.de/kampagnen-material)
          • Deine Stimme zur Demokratie abgeben:  „Ich bin Demokrat/in, weil…“  oder  „Für mich ist Demokratie…“
            Mitinitiatorin der Aktion Anne Pallas vom Landesverband SoziokulturSachsen e.V.
            „Ich bin Demokratin, weil ich lieber zähe Debatten aushalte (oder mitgestalte), als einseitige autoritäre Entscheidungen fraglos hinnehmen zu müssen. Einfache Antworten gibt es in der Demokratie nicht, dafür aber eine Vielzahl an Lösungen, Lebensentwürfen und Möglichkeiten.“ Andrea Gaede, Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.
  •                  
    „Ich bin Demokratin, denn Menschenrechte haben kein Geschlecht.“                         Mirjam Mager, Filmverband Sachsen e.V.

„Ich bin Demokratin, weil für mich als freie Journalistin die Ideen- und Meinungsvielfalt spannend und inspirierend und die Pressefreiheit von unschätzbarem Wert sind. Und weil ich Kulturgewächse in aller Fülle liebe.“ Lilli Vostry, Journalistin und Inhaberin des Blogs http://www.meinwortgarten.com

Kulturbüro Stimme-zur-Demokratie 01Markus Krebs Kultur lebt DemokratieStaatsministerin Dr. Eva-Maria Stange Foto Martin Förster Copyright SMWK Kampagne-KwDMühlstrasse 14 Stimme-zur-Demokratiekulturraum Kultur waehlt DemokratieSandro Teschner verrolltmeuhlstrasse14 stimmen demokratieWelt-Theater erhält Preis für kulturelle Bildung Dez. 2017 kwd

Postkarten-Aktion

 

WIR SIND DEMOKRATEN, weil …….

 

KAMPAGNE

„KULTUR wählt DEMOKRATIE“

 

„Deine Stimme zur Demokratie!“

 

Noch 5 Wochen bis zur Landtagswahl!

Alle reden über Demokratie. Aber was genau macht Demokratie eigentlich aus? Sind wir alle Demokraten und wenn ja, warum?

 Wir bitten Sie um Ihre Stimme zur Demokratie.

Ich bin Demokratin/in weil…  oder  Für mich ist Demokratie….

Weil Demokratie auch Gesichter braucht, bitten wir auch um ein Foto von Ihnen.

Unter diesem Link finden Sie bereits einige Beispiele https://soziokultur-sachsen.de/kampagne-wir-sind-dabei    

Wir sammeln im Rahmen der Kampagne KULTUR wählt DEMOKRATIE Ihre und viele weitere Stimmen zur Demokratie, die wir am 8. August, von 15 bis 17 Uhr in einer öffentlichen Aktion in der Kunsthalle im Lipsiusbau Dresden präsentieren.

Die Präsentation findet im Rahmen der Aktionswoche „Kunst für Humanismus“ der Hochschule für Bildende Künste Dresden statt. Die Stimmen dienen als Grundlage für das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern, Kunst- und Kulturschaffenden und den Landtagsabgeordneten aller Parteien, die ebenfalls alle um ein Statement zur Demokratie gebeten wurden.

Bitte mailen Sie uns bis 7.8. , 12 Uhr Ihr Statement und ihr Foto an news@soziokultur-sachsen.de

Herzliche Grüße und Vielen Dank!

Text: Anne Pallas und das Team des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V.

 Der Landesverband Soziokultur Sachsen kooperiert für diese Aktion mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Diese Aktion wird auch unterstützt von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

KAMPAGNE:
Alle Informationen unter: www.soziokultur-sachsen.de/kultur-waehlt-demokratie

Verfolgen und Posten unter: #kulturwaehltdemokratie

EINVERSTÄNDNISERKLÄRUNG:

Mit der Einsendung Ihrer Stimme zur Demokratie und Ihrem Foto, erklären Sie sich mit einer Veröffentlichung und Verwendung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Kampagne „Kultur wählt Demokratie“ des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V. einverstanden.

HINWEIS:
Jede Stimme zählt. Nur Aussagen, die der freiheitlich demokratischen Grundordnung widersprechen, lassen wir nicht zu!

 

LANDESVERBAND SOZIOKULTUR SACHSEN      www.soziokultur-sachsen.de

Servicestelle Inklusion im Kulturbereich           www.soziokultur-sachsen.de/service-inklusion

Servicestelle Kultur macht stark Sachsen          www.soziokultur-sachsen.de/service-kms

Alaunstraße 9 | 01099 Dresden I Tel.: 0351 802 17 66 |news@soziokultur-sachsen.de

Die Kampagne – KULTUR wählt DEMOKRATIE
Freie Digital- und Druckvorlagen für Banner, Rollups, Plakate, Postkarten, Sticker und mehr!

Mitmachen! Weiterentwickeln! Verbreiten! www.soziokultur-sachsen.de/kampagne

Hinweis zum Datenschutz:

Wir nehmen den Schutz Ihrer persönlichen Daten sehr ernst und halten und behandeln Ihre personenbezogenen Daten vertraulich und entsprechend der gesetzlichen Datenschutzvorschriften sowie der Datenschutzerklärung des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V.

Förderhinweis:

Der Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. und all seine Projekte werden mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Neue Bücher: Die Welt mit Levis Augen sehen & Unhaltbare Zustände


Eine starke Geschichte: Carmen Buttjer lässt „Levi“ in ihrem gleichnamigen Debütroman Bilder für die Welt um sich herum finden, um mit dem Verlustschmerz umzugehen. Foto: Maria Dominika Vogt

Wie Levi seine Schatten besiegt

Mit einem besonderen Debütroman startet der Verlag Galiani Berlin ins  Herbstprogramm (mit dem der Verlag gleichzeitig seinen 10. Geburtstag feiert): Levi ist ein Buch, das eine eigenwillige Perspektive einnimmt und dabei eine sagenhafte Dynamik entwickelt – denn Carmen Buttjer erzählt Levis Geschichte durch die Augen ihres elfjährigen Protagonisten. Und was für eine Geschichte das ist!

Alles beginnt damit, dass Levi auf der Beerdigung seiner Mutter die Urne stiehlt und sich damit auf einem Hausdach mitten in der Stadt versteckt. Ein paar Stockwerke unter ihm wohnt sein Vater, aber nach der Sache mit der Urne kann er sich dort sowieso nicht mehr blicken lassen. In seinem provisorischen Lager unter der knallenden Sommersonne versucht Levi, mit der Trauer klar zu kommen, die ihm in den Knochen steckt.

Im Kampf mit dem Verlustschmerz sucht er sich ungleiche Verbündete, etwa den mysteriösen Vincent, der mit ihm Touren durch die Stadt unternimmt, oder Kolja, den Kioskbesitzer und ehemaligen Kriegsfotografen, der versucht, die Bilder aus seiner Vergangenheit mithilfe von Whisky vergessen zu machen. Und dann sind da noch die Tigerschatten, die zwischen den Dächern springen, Levi im Nacken sitzen und um die Urne streifen – derselbe Tiger, der seine Mutter getötet hat, davon ist Levi überzeugt, auch wenn er in letzter Zeit viel zu schnell erwachsen werden musste und es eigentlich besser weiß.

Äußerst selten begegnet man in Debütromanen so eigenwilligen Bildern, so glasklarem Stil und so starker erzählerischer Energie. Carmen Buttjer, die 1988 geboren wurde und in Berlin lebt, schreibt mit einer immensen Vorstellungskraft und lässt Levi Bilder für die Welt um sich herum finden, die alles um ein paar Grade lebendiger, intensiver machen.

Die Offenheit dieser so jungen Perspektive gelingt Buttjer dabei genauso wie eine ungezwungene literarische Auseinandersetzung mit dem Thema Verlust und den den eigenwilligen Wegen, wie Menschen damit umgehen. Levi ist ein Großstadtroman, der sich wie ein Roadmovie anfühlt, und nicht zuletzt ein Buch über Familienbande, und wie schwierig und notwendig es ist, in den entscheidenden Momenten zusammenzufinden.

Übrigens: Die Buchpremiere von Levi feiern wir am 3. September, passenderweise über den Dächern Berlins, im Klunkerkranich in Neukölln, am 17. September liest Carmen Buttjer beim Debütantensalon des Harbourfront-Festivals in Hamburg, weitere Termine sind in Planung.

Text: Florian Ringwald

Verlag Galiani Berlin
Friedrichstraße 119
10117 Berlin


Wenn der äußere Schein bröckelt. Die Welt des Schaufensterdekorateurs Stettler gerät aus den Fugen im neuen Roman „Unhaltbare Zustände“ des Schweizer Schriftstellers Alain Claude Sulzer, der ebenfalls im Verlag Galiani Berlin im August erscheint. Foto: Lucia Hunziker

Ein Roman über einen, der sich gegen den Wandel der Zeiten auflehnt

Was bringt einen scheuen und zurückgezogen lebenden Menschen dazu, zum Äußersten zu gehen? Alain Claude Sulzer schickt in seinem neuen Roman Unhaltbare Zustände einen Schaufensterdekorateur namens Stettler auf die literarische Bühne, der privat und beruflich stets im Hintergrund steht. Umso prächtiger sind die von ihm gestalteten Schaufenster des Berner Edelkaufhauses, für die er seine Untergebenen allerdings auch gerne tüchtig knechtet. Trotzdem hat man von der ersten Seite des Buches an das dringende Bedürfnis, diesen knorrigen Eigenbrötler genauer kennen zu lernen. Schon früh ahnt man, dass er auf verlorenem Posten steht, und doch ist man auf seiner Seite.

Als der Chef ihm einen viel jüngeren Kollegen vor die Nase setzt, verfällt Stettler ins Grübeln: Soll er ersetzt werden? Ist seine Arbeit nicht mehr gut genug? Und er bemerkt, wie um ihn herum auf einmal alles ins Wanken gerät. Es sind die späten Sechziger, und das merkt man auch in der Schweiz: am Münsterturm hängt eines Morgens plötzlich eine Vietcong-Fahne, Studenten streiken auf Straßenbahnschienen. Stettler will mit alldem nichts zu tun haben. Aber er spürt: Er muss sich stellen.

Und einen Menschen gibt es in seinem Leben, dem er sich nahe fühlt: die Radiopianistin Lotte Zerbst, die ebenfalls sehr zurückgezogen lebt und der Stettler wunderbar zurückhaltende, bewundernde Briefe schreibt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zärtliche Freundschaft auf Papier. Als Lotte für ein Konzert nach Bern kommt, wollen sie sich endlich treffen. Doch es kommt anders …

Alain Claude Sulzer, „einer der stilsichersten, subtilsten und gleichzeitig eigenwilligsten Prosaautoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ (Die Welt) ist ein so einfühlsamer wie eleganter Roman gelungen über einen, der sich gegen den Wandel der Zeit stemmt und dabei untergeht; aber auch über Würde und Menschlichkeit – und den Moment, in dem die Ordnung kollabiert. Das Buch erscheint am 22. August.
Text: Florentine Schaub
Verlag Galiani Berlin
P.S. Nach Erscheinen der beiden Bücher im Buchhandel könnt Ihr dann auch die Rezensionen dazu auf mein meinwortgarten.com lesen.

Fest der Poesie beim Palais Sommer

Poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance

Zum Lauschen und Genießen sind Lyrik-Liebhaber am 31. Juli, um 20 Uhr auf der Wiese vor der Freilichtbühne am Japanischen Palais eingeladen. Eine Veranstaltung des Literaturforum Dresden in Kooperation mit dem Palais Sommer.

Palais.Poesie ist Kult und nicht mehr wegzudenken aus dem sommerlichen Kulturkalender in Dresden. Ein kleines Fest der Poesie im Barockgarten des Japanischen Palais und ein Höhepunkt des alljährlichen, eintrittfreien Palais Sommers (mit Veranstaltungen wie Konzerten, Freiluftkino und Yoga im Freien) noch bis 25. August zu erleben). Ein poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance, bei dem namhafte und junge Dichter den wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörern im Park des Japanischen Palais ihre neuesten Gedichte vortragen. In den Pausen erklingt Live-Musik von Central Boom and Space mit Winterberg (electronics) und Mario Faust (Trompete und Sitar). Die Palais.Poesie 2019 wird moderiert von Volker Sielaff.

Auf der Open-Air-Bühne des Palais-Sommers lesen in diesem Jahr:

Lydia Daher,
1980 als Kind deutsch-libanesischer Eltern in Berlin geboren, ist Lyrikerin, Musikerin, Performerin und Produzentin. Sie experimentiert und kollaboriertinterdisziplinär und hat Auftritte auf Literatur- und Musikfestivals, in Clubs und Theaterhäusern. Höchste Zeit also für einen Auftritt beim Palaissommer! Das ARD-Magazin „druckfrisch“ über Daher: „Großer Pop! Große Poesie!“ Der Spiegel konstatiert: „Smarte, angriffslustige Verse!“ Und das Musikmagazin „Rolling Stone“ bescheinigt ihr ein „nicht im Kopf auszuhaltendes lyrisches Talent“. Frech, unverschämt und sinnlich sind die teils gesungen vorgetragenen Verse der Lydia Daher.

Lütfiye Güzel,
1972 in Duisburg geboren. Da sie 2018 der absolute Publikumsliebling des Festivals war, kommt sie in diesem Jahr noch einmal. Seit 2014 veröffentlicht die Autorin Novellen, Gedichte und Selbstgespräche unter ihrem eigenen Label, Go-Güzel-Publishing. Soeben ist dort ihr „Dreh-Buch“ erschienen: „Eine Regieanweisung und Kamerafahrt ins Unsagbare.“ Lütfiye Güzel leitet Poetry-Workshops an Schulen und Museen und schreibt im Vier-Wochen-Takt Essays für WDR 3. Mit Texten wie „Oh, no!“ und „hey! Anti-roman“ terrorisiert sie den grauen Alltag, melancholisch und ohne Umwege. Ihre Texte sind brutal direkt, auf Literaturagenten hat sie „keinen Bock“. 2014 erhielt sie den Fakir Baykurt Kulturpreis der Stadt Duisburg, 2017 den Literaturpreis Ruhr.

Uwe Kolbe,
1957 in Ostberlin als Sohn eines Binnenschiffers geboren, ist zweifellos einer der bedeutendsten Autoren deutscher Sprache. Franz Fühmann war in den Siebzigern erster Mentor, Kolbes Gedichtband „Hineingeboren“, 1980 im Aufbau-Verlag erschienen, wurde zur literarischen Sensation, denn Kolbe hatte, mit der radikalen Subjektiviät seiner Verse, das Lebensgefühl einerganzen Generation getroffen. Dem Debüt folgten zahlreiche weitereGedichtbände, u.a. „Bornholm II“ (1986), „Vaterlandkanal“ (1990), „Vineta“ (1998), „Lietzenlieder“ (2012) und „Die sichtbaren Dinge“ (2019). Zusammen mit Bernd Wagner und Lothar Trolle hat Uwe Kolbe in den 80er Jahren die Untergrundzeitschrift „mikado“ herausgegeben, 1988 Übersiedlung nachHamburg, 1989 als Gastdozent in Austin / Texas. Auf seiner langen Veröffentlichungsliste stehen neben Gedichtbänden auch zahlreiche Romane und Sachbücher, so „Die Lüge“ (2014), ein Buch, das, so Michael Braun, „alle Heldenlegenden von ästhetischer Dissidenz in der DDR gründlich entzaubert“. Seit einem Jahr lebt Uwe Kolbe in Dresden.

Ulf Großmann,
1968 in Freiberg geboren, war viele Jahre Redakteur der Literatur- und Kunstzeitschrift „Ostragehege“, er debütierte 2017 mit dem Erzählungsband „Bescherung“. In diesem Jahr ist im Elif-Verlag sein Gedichtband „Nachtränder“ erschienen, dessen Verse sich durch eine „beharrliche Wahrhaftigkeit“ (Armin Steigenberger im Onlinemagazin „Signaturen“) auszeichnen. Als „versehrte Stimmen vom Rand, aus dem Abseits, jenseits farbiger, sauerstoffreicher Wohlfühl-, Reise- und Wellnesszonen“ bezeichnet die Lyrikerin Kerstin Becker in ihrem Nachwort zum Buch die Gedichte des Autors Ulf Großmann. Texte, die man auf sich wirken lassen, deren Bitterkeit man sich als Leser stellen muss. Ulf Großmann wurde auch als Herausgeber der Anthologie „Skeptische Zärtlichkeit – Junge deutschsprachige Lyrik“(zusammen mit Axel Helbig) bekannt. 2017 erhielt er den Kammweg-Förderpreis. Großmann lebt und arbeitet in Dresden.

Text: Literaturforum Dresden


Ulf Großmann I Foto: privat

Uwe Kolbe I Foto: Dirk Skiba

Lütfiye Güzel I Foto: 7brands

Lydia Daher I Foto: Gerald von Foris

Weitere Programm-Infos unter:

http://www.palaissommer.de

Ostrale zu Gast mit zeitgenössischer Kunst in der Europäischen Kulturhauptstadt 2020 Rijeka/Kroatien


Anya Janssen, Niederlande, Öl auf Leinwand, 2017: „Die Leute sagen, ich bin anders“.

Ostrale-Kunstwerke reisen nach Kroatien für Ausstellung „Watergate“

Die Dresdner Kunstausstellung OSTRALE wird erneut Projektpartner einer Europäischen Kulturhauptstadt im Mai 2020 in der kroatischen Hafenstadt Rijeka. Ihre Kernthemen sind Arbeit, Migration und Wasser. Die aktuelle Ausstellung in Dresden dauert noch bis 1. September.

Erneut wird das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Künste OSTRALE das Ausstellungsprogramm einer europäischen Kulturhauptstadt maßgeblich mitgestalten – wie bereits in Pécs (2010), Breslau (2016) und Valletta (2018). Soeben wurde bekanntgegeben, dass das Zentrum für zeitgenössische Künste Projektpartner der Europäischen Kulturhauptstadt 2020 Rijeka/Kroatien wird. Die diesjährige OSTRALE Biennale, die derzeit hauptsächlich in der historischen Tabakfabrik f6 in Dresden-Striesen stattfindet, ist noch bis zum 1. September geöffnet. Nach einem Ort für die Durchführung der OSTRALE Biennale 2021 in Dresden wird noch gesucht.

Die OSTRALE Biennale bringt immer wieder Künstler und Künstlergruppen aus aller Welt zu Ausstellungen, Performances und Artists in Residence-Camps nach Dresden, veranstaltet hier Symposien und Künstleraustausche. Zusätzlich vernetzt das OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Künste durch seine Arbeit die Kulturstadt Dresden als Bewerberin um den Status der Europäischen Kulturhauptstadt auch auf andere Weise mit der Szene Europäischer Kulturhauptstädte.

„Wir freuen uns außerordentlich, dass wir im kommenden ‚Biennale-Zwischenjahr‘ als Kuratoren in Rijeka, Kroatien, gastieren und dort einen Teil der aktuell auf der OSTRALE Biennale ausgestellten Kunst präsentieren dürfen.“, so Direktorin Andrea Hilger. Kernthemen der Europäischen Kulturhauptstadt Rijeka 2020 sind Arbeit, Migration und Wasser.  Diesen Leitgedanken will das Team des Zentrums für zeitgenössische Künste in der kroatischen Hafenstadt unter dem Titel „Watergate“ mit Elementen der diesjährigen Biennale-Ausstellungsthemen „Ismus“, „WomanIsm“ und „MigARTion“ begegnen.

Die Präsentation in Rijeka ab Anfang Mai ist nicht das einzige Auslandsgastspiel der OSTRALE im Jahr 2020. Kuratorin Antka Hofmann: „2020 werden wir auch mit dem Projekt WomanIsm in Uganda und in Kenia gastieren und mit spannenden Partnern, wie dem Goethe-Zentrum in Kampala und der Circle Art Gallery in Nairobi zusammenarbeiten.“ WomanIsm wird gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes und durch das „ifa“ Institut für Auslandsbeziehungen.

Die diesjährige OSTRALE Biennale ist noch bis zum 1. September geöffnet. Nach einem Ort für die Durchführung der OSTRALE Biennale 2021 in Dresden wird noch gesucht.

Text: Tobias Blaurock

Hauptort der OSTRALE Biennale: Historische Tabakfabrik f6 Striesen, Dresden, Eingang Schandauer Straße 68, DVB-H: Gottleubaer Straße, Straßenbahnen 4, 10

Geöffnet 4. Juli bis 1. Sept. 2019: Mi bis Fr 10 bis 19 Uhr, Sa/So 11 bis 20 Uhr

Dezentrale Ausstellungen:

Gedenkstätte Bautzner Straße (11.6.-8.9.), tägl. von 10-18 Uhr, Fr. bis 20 Uhr, Goethe-Institut Dresden (12.6.-1.9.), Mo-Fr 8-16 Uhr, Ausländerrat Dresden e.V. (13.6.-1.9.), Mi-So. 10-18 Uhr, Kunst- und Kulturverein Alte Feuerwache Loschwitz (28.6.-18.8.), Mo, Mi, Do 10-16 Uhr / Di 10-18 Uhr / So 14-18 Uhr, SAP‘art Dresden (26.4.-1.9.)

Die OSTRALE Biennale ist international hervorragend vernetzt und mit aktuell insgesamt über 300 Kunstwerken von ca. 180 Künstlern aus über 34 Nationen die drittgrößte temporäre Ausstellung für zeitgenössische Künste in Deutschland. Sie ist keine Verkaufsausstellung per se, was ihr die Freiheit gibt, gesellschaftlich relevante Themen abseits des Marktgeschehens zu diskutieren. Die Leitgedanken der OSTRALE, wie unter anderem friedliches Miteinander, Akzeptanz des Fremden/Unbekannten, respektvoller Umgang, religiöse Vielfalt und Internationalität spiegeln sich in den Ausstellungen wider. Das Team des OSTRALE Zentrums für zeitgenössische Künste hat bereits mehrfach große Teile des Programms zeitgenössischer Künste in Europäischen Kulturhauptstädten gestaltet, so 2010 in Pécs, 2016 in Breslau und 2018 in Valletta/Malta.

Kontakt:
Postanschrift / OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst, Messering 20, 01067 Dresden, Tel. 0351 653 37 63, http://www.ostrale.de, Förderverein: http://www.ostrale-freunde.de

Hereinspaziert zum 22. Scheune-Schaubuden-Sommer!


Ohrwürmer zum Träumen: Sängerin Inéz wird von einem skurrilen Instrumentarium wie einem knisternd-rauschenden Radio begleitet.
Haarsträubend komisch: Hair Brain parodiert die Hetzjagd des modernen Menschen nach Erfolg und Perfektion.

Mit viel Witz, Charme & Power bringen „Schubert Weniger Beach“ weibliche Rollenbilder zwischen Lust und Frust auf die Bühne.

Ausflug ins Wunderland mit Kaktus und Malomat

Jede Menge zum Wundern, Staunen und Träumen mit Künstlern aus aller Welt, darunter einigen faszinierenden Neuentdeckungen, lockt wieder beim diesjährigen Scheune-Schaubuden-Sommer noch bis Sonntag, den 21. Juni.

Bunte Regenschirm-Lampions schweben über den Buden. Eine fliegende Leuchtschlange beäugt mit lachender Miene und Knollennase aus luftiger Höhe die Besucher. Mit den Platzinstallationen und einem fantasiereichen Figurenkosmos verführen die Künstler Muriel Cornejo und César Olhagaray und Spacke die Besucher wieder zum Träumen, Staunen und Schmunzeln beim diesjährigen 22. Schaubuden-Sommer hinter dem Kulturzentrum Scheune auf der Alaunstraße in der Neustadt.

Elf Budennächte lang überraschen, verwundern, verblüffen und bezaubern Künstler, Komödianten, Körperakrobaten, Puppenspieler, Performer und Musiker aus aller Welt ihr Publikum wieder mit einzigartigen Aufführungen und laden ein, Neues zu entdecken (noch bis 21. Juli). Gespielt wird allabendlich ab 19 Uhr im Scheune-Saal, in den Buden, Zelten und Containern. Zwölf Vorstellungen stehen pro Abend zur Auswahl. Das Zelt vom „Kabaret Kalaschnikov“ ist schon proppevoll, also weiter zum nächsten. Im Le Grand Bleu mit Kronleuchter an der Zeltdecke sitzt das jung und alt buntgemischte Publikum auf Sitztreppen dicht beisammen und wird entführt ins „Inéz & Sammeltonium Wunderland“ (bis 18.7). Sängerin Inéz betört mit glockenklarer, sehnsuchtsvoller und leise ironischer Stimme, mit Ohrwürmern von Marlene Dietrich bis Zarah Leanders aus ihrem grünen Sessel und gedämpftem Licht auftauchend. Begleitet auf klangreich-skurrilen Instrumenten wie einem Stahlcello und Krückstock als Flöte von Jan Heinke und Demian Kappenstein an den Loops, Schlagzeug und drehendem Plattenteller mit Kaktus.

Nebenan im roten Zelt geht es haarsträubend komisch zur Sache mit Hair Brain aus Großbritannien und seinem „Carnival of Hellucinations“ (bis 17.7.). In gelbem Anzug und Wuschelmähne lacht, heult, grimassiert und parodiert er voll wild anarchischem Humor die Hetzjagd des modernen Menschen nach Erfolg und Perfektion. Mit geteilten Reaktionen: Die einen amüsierten sich großartig, andere verließen fluchtartig das Zelt. Sehr lebendig, frisch, witzig, intelligent und einfallsreich kam „Schubert Weniger Beach“, ein sensationsgeladenes Seifenoper-Musical auf die Bühne (bis 17.7.). Die drei Künstlerinnen Caroline Beach, Susan Schubert und Magdalena Weniger aus Deutschland und den USA lassen ihren Emotionen dramatischen Raum, kämpfen mit glibbrig klebender Glitzermasse an ihren Händen und mit weiblichen Rollenklischees in schnellem Kostümwechsel, akrobatischen Körperverrenkungen und absurden Wort-Sinn-Umdrehungen und Frage-Antwort-Spiel mit den Zuschauern. Bis sie keine Lust mehr haben und die Zuschauer frech-charmant hinauswerfen. Nicht ohne ihnen noch eine Broccoli-Rose am Ausgang zu überreichen.

Schön auch: In „Niemands Garten“ kann man wundersame kinetische Objekte von Anuschka Kilian-Buck anschauen. Und der Malomat von Anne Ibelings und anderen Illustratoren produziert in nur sieben Minuten eine colorierte Originalzeichnung zur Erinnerung an den Schaubudensommerabend.

Noch bis Sonntag zu erleben sind der Kanadier Johnny Filion als Mr. Sapiens, der als komisches Multitalent die Lachmuskeln des Publikums strapaziert (19. bis 21.7.), das Theater Matita aus Slowenien, die zu meditativ indischen Klängen witzig-berührend knöcherne Marionetten zum Leben erwecken. Das Cabaret The Metafiction von Utopia limited mit seiner absurd-komischen Narrenshow. Solange das Publikum Beifall klatscht, darf der gekürte Narrenkönig/in leben. „Die Gräfin und die goldige Lilith“, die über Schönheit, Tod, Sex, Dichtung und Politik plaudern. Mit ihren frech erotischen Liedern begeistert Stefanie Oberhoff als kettenrauchende Grand Dame, musikalisch begleitet von Lilith Becker (18. – 21.7.) Die Gräfin mit Zigarette und flottem Mundwerk haut mächtig auf den Putz, als einzige Puppe der Welt, die mit den Füßen Klavier spielen kann!
Muriel & César lassen Valparaiso und den Phönix-Vogel aus Feuer und Krisen immer wieder neu in ihrer bunten Bilderlandschaft auferstehen.

Im Programmheft steht auch noch Lutz Fleischer, Künstler, Anarchist, Genießer und geheimer Liebling des Platzes, der viele Jahre beim Schaubuden-Sommer seine Bude voll kurioser Kunstdinge öffnete. Kurz vor der Eröffnung erfuhren die Veranstalter von seinem Tod. Ein Bild erinnert an ihn, nahe der Bude, wo er sonst stand. An dem Platz ist dieses Jahr ein Porträtmaler.

Nach Mitternacht gibt`s jeden Abend Auftritte außergewöhnlicher Bands im Festival-Club für Nachtschwärmer und Tanzfreudige. Der Festival-Platz ist ab 18 Uhr geöffnet, Eintritt für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren: 3 Euro. Einige Schaubuden-Attraktionen sind bereits ab 1 Euro zu besichtigen. Einzelticket für eine Show: 5 Euro, Dreier-Ticket: 12 Euro.

Text + Fotos (lv)

http://www.schaubudensommer.de

„Niemands Garten“: eine stille Oase im Schaubuden-Sommer-Trubel. Hier kann man wundersame kleine Wesen entdecken, die sich mechanisch bewegen.

Premiere „Ein Hauch von Venus“ in der Staatsoperette Dresden


Von der Liebe übermannt. Eigentlich kam er nur zum Haareschneiden, als plötzlich Venus lebendig vor dem jungen Friseur Rodney steht. Foto: Kai-Uwe Schulte-Bunert

Liebesgöttin fühlt sich fremd in dieser Welt

Als witzig-turbulentes Spiel mit Liebes-Ideal und Wirklichkeit kommt die Inszenierung „Ein Hauch von Venus“ mit Musik von Kurt Weill auf die Bühne in der Staatsoperette Dresden.

Der New Yorker Millionär und Kunstsammler Whitelaw Savory hat gerade die schönste Frau der Welt in seinen Besitz gebracht. Mitten in seinem Privatmuseum für moderne Kunst steht sie in einer offenen, mit rotem Samt ausgelegten Kiste: eine 3 000 Jahre alte Venus-Statue, die ihn an eine Jugendliebe erinnert. Aus Spaß steckt ein junger Mann, der Friseur Rodney, ihr den eigentlich seiner Freundin zugedachten Verlobungsring an den Finger. Dadurch erweckt er die Göttin der Liebe aus ihrem  Marmor-Schlaf. Die sich prompt in ihn verliebt, was zu reichlich Verwirrung und Turbulenzen führt.

Zum Abschluss der Spielsaison verzaubert noch einmal die Liebesgöttin das Publikum in „Ein Hauch von Venus“, einer Musical Comedy mit Musik von Kurt Weill und Gesangstexten von Ogden Nash in der deutschen Übersetzung von Roman Hinze in zwei Vorstellungen an diesem Wochenende (13. und 14.7., 19.30 Uhr) in der Staatsoperette Dresden im Kulturkraftwerk Mitte. Damit kommt Weills erfolgreichstes Broadway-Musical (es lief 1943 – 1945 dort 567 Mal in Serie) erstmals wieder auf die Bühne.

Neben der reizvollen Geschichte überrascht in dieser witzig-kontrastreich mit Liebes-Ideal und Wirklichkeit spielenden, unterhaltsamen Inszenierung (Regie: Matthias Davids, musikalische Leitung: Peter Christian Feigel) vor allem die Vielseitigkeit der Musik Weills, von leicht-beschwingt, Anklängen an den Brechtschen Stil, klar und kantig, über Big-Band-Sound bis zur Westernparodie. Die großartige Musik verleiht dem etwas altmodisch-bieder wirkenden Ambiente Würze und Schwung. Da fragt sich nicht nur Venus (selbstbewusst-kess: Johanna Spantzel) bei ihrem Ausflug in die Menschenwelt, ob die Liebe heute antiquiert ist und was der Ersatz dafür wär?!

Als wäre Venus unsichtbar, eilen Männer und Frauen in grauen Anzügen geschäftig umher im modernen, hektischen Großstadtleben, beginnt die Göttin ihre erotische Ausstrahlung auf die Menschen von heute anzuzweifeln („Ich fühl`mich fremd in dieser Welt“). Doch Venus gibt nicht auf, zieht ihr weiß romantisches Kleid aus und ein schickes, sexy Kostüm an und wird zur modernen Verführerin, die weiß was sie will und sich nimmt was ihr gefällt. An Verehrern mangelt es ihr nicht. Vom stramm stehenden Polizisten über den spendablen Kunstmäzen und Schwerenöter Whitelaw Savory (Christian Grygas) bis zum Friseur Rodney (naiv-romantisch: Jannik Harneit). Der ist hin und her gerissen zwischen seiner Verlobten Gloria (biestig: Beate Korntner) und der ihn bezirzenden Liebesgöttin.

Als Rodney als Dieb der Venus-Statue und vermeintlicher Mörder Glorias verhaftet wird, folgt ihm die Liebesgöttin sogar ins Gefängnis. Die Konkurrentin Gloria wird weg und wieder herbei gezaubert, um den Geliebten vom Mordverdacht zu befreien. Mal schwebend leicht, mal komisch dramatisch begleitet von Musik und Liedern über Lust und Leid der Liebe, Männer und Frauen. Schön ironisch besungen von Venus: „Dummes Herz“ und im gefühlvollen Duett „Sprich leis`“. Die einzige, die ihr Geheimnis durchschaut und Venus versteht, ist Savorys Sekretärin Molly, weniger Verführerin als coole Powerfrau (toll gespielt von Winnie Böwe). Schön bissig ihre Persiflage auf die Sorgen der Schönen und Reichen („Massen, Massen, Massen Geld“).

Zum Schluss sitzt Rodney allein zwischen vielen Venus-Bildern im Museum als eine neue Kunststudentin in einem Kleid mit gelben Punkten, die er liebt, den Raum betritt und wissen möchte, wo sie sich zum Kunstkurs anmelden kann.
Den Rest darf sich jeder selbst ausmalen.
Herzlicher Beifall für eine vergnügt romantische, zu Herzen gehende Komödie.

Text (lv)

http://www.staatsoperette-dresden.de

Vorschau auf die neue Spielzeit

Nach den Theaterferien hebt sich der Vorhang wieder für die glamouröse Revue-Premiere „Hier und Jetzt und „Himmelblau“ am 7. September in der Staatsoprette Dresden. Vorher wird kräftig gefeiert beim Sommerfest mit Spielzeit-Eröffnung an diesem Tag, ab 14 Uhr im Areal des Kulturkraftwerk Mitte. Dann wird ein Stück Broadway nach Dresden geholt. Durch eine Broadway-Theatergasse gelangen die Besucher ins exlusiv umgestaltete Foyer, wo viele kleine und große Überraschungen locken.

Farbenfrohe Malerei auf Kupfer – Neuer Bildband von Günter Gläser

Farbimpressionen aus dem Feuer

Die heute seltene Emaillekunst stellt ein neuer Bildband des Radebeuler Metallkünstlers Günter Gläser vor.

Eine Sommerlandschaft mit Mohnblüte. Lavendelfelder.
Sonnenblumen, Magnolien, Mandelblüten, Tulpen und zartes Wollgras entfalten ihre betörende Pracht. Linien und Formenspiel sind noch bewegter, fließender geworden in den neuen Emaillebildern von Günter Gläser.

Das hat gewiss auch mit der unruhigen, wechselvollen Gegenwart zu tun. Mit Hingabe und Experimentierfreude widmet sich der frühere, promovierte Ingenieur und Unternehmer aus Radebeul seit seiner Pensionierung seit  nunmehr 16 Jahren ganz der heutzutage seltenen und aufwendigen Emaillekunst. Seine leuchtend farbenfrohe Malerei auf Kupfer stellt ein neuer Bildband mit „Farbimpressionen aus dem Feuer“ des 84-jährigen Metallkünstlers vor, gerade erschienen in einer Auflage von 500 Stück im Notschriften-Verlag Radebeul und im Verlagsbuchladen auf der Bahnhofstraße 19 erhältlich.

Den Buchtitel ziert ein Blick auf den sonnigen Weinberg, mit weitem Blau und steinigen Treppen wie Lebensstufen. Für den Bildband wählte Gläser 111 Arbeiten aus, die einen Querschnitt seiner von 2007 bis 2019 entstandenen, insgesamt 240 Emaillebilder in opulent farbreichen Abbildungen zeigen. Reiseeindrücke aus dem Mittelmeerraum, wie fröhlich beschwingte Musikanten und Tanzpaare in bunten Trachten in den Gassen sowie die Reize und Vielfalt der Pflanzenwelt und Landschaften sind stimmungsvoll eingefangen und zugleich Sinnbilder für Werden, Wachsen, Wandel und verrinnende Lebenszeit. Landschaften und freie Motive aus dem Feuer mit symbolhaften Bildern und Reflexionen zur Gegenwart, in denen es um das Maßvolle und Ausbalancierte im Umgang mit der Natur geht.

Im Vorwort des Bildbandes erzählt Günter Gläser über seine Liebe zur Emaille und wie ein Emaillebild entsteht. Er ist immer noch oft im Atelier voller Ideen und Schaffensfreude, soweit seine Gesundheit es erlaubt. Ein Leitspruch von ihm lautet: „Frage nicht nach gelebten Jahren, aber erhalte dir die Augenblicke, die du genießt.“

Passend zum Sommer wird Günter Gläser neue, heiter-sinnliche Emaillebilder mit Paaren in Umarmung, Tanzenden und feurigen Chili in der Ausstellung „Sommersalon“ zusammen mit anderen Künstlern aus der Region ab Mitte Juli in der Galerie Kunst & Eros in Dresden zeigen.

Text (lv)
Fotos: Jens Kuhbandner, Karin Gläser (1)

Zu Gast bei Günter Gläser (Bildmitte) in Radebeul. Zum Erscheinen seines neuen Bildbandes „Farbimpressionen aus dem Feuer“ lud er den Verleger Jens Kuhbandner vom Notschriften-Verlag, Autorin Lilli Vostry und Autor Thomas Gerlach in feierlich-gesprächiger Runde am sommerbunt gedeckten Tisch auf die Terrasse vor seinem Atelier ein.

Ausstellung „Mélange 38“ von Beate Bilkenroth im „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“


Farbintensive Kontraste: Plattenbauten aus ungewöhnlichem Blickwinkel malt Beate Bilkenroth.

Momente zwischen Stille und Bewegung

Die 60. Ausstellung im Restaurant „Kastenmeiers“ – die zweite am neuen Standort im Hotel Taschenbergpalais Kempinski, Taschenberg 3 in Dresden zeigt Arbeiten der Dresdener Künstlerin Beate Bilkenroth. Die Vernissage ist am 14. Juli, von 13 bis 15 Uhr.  

Getreu dem Titel „Mélange 38“ mixt sie in ihrer Ausstellung friedvolle Stillleben, zweifarbige Tierserien und farbenprächtige Momentaufnahmen. Ihre Bilder beschönigen nichts, und doch beschreibt sie auch bei scheinbar trister Plattenbau-Architektur den Zauber von Licht und Umgebung. So beschäftigte sie sich mit den WBS-70-Bauten Am Jägerpark und ihrer Nähe zur Dresdner Heide oder widmete sich in einer ganzen Serie der Faszination einer schwimmenden Ente. Und das Bild „Blaues Wunder“ offenbart dem Dresdner etwas gänzlich Unerwartetes.

Ihre Malweise ist angelehnt an den Fotorealismus, die Arbeiten entstehen in Öl auf Leinwand und bilden einen teils sehr farbintensiven Kontrast zu den in grau gehaltenen Lehmputzwänden im „Kastenmeiers“.

Für all jene, die das „Kastenmeiers“ am neuen Standort noch nicht besucht haben, ist die Vernissage gleichzeitig ein schöner Anlass, um das neue Restaurant kennenzulernen, mit einem Glas Sekt und feinem Fingerfood durch die Räumlichkeiten zu schlendern und neben der Kunst vertraute und neue Details der Innenarchitektur à la Kastenmeiers zu entdecken.

Dies ist nicht nur die zweite Ausstellung im Restaurant am neuen Standort, sondern gleichzeitig Nummer 60 seit Beginn dieser Tradition im Herbst 2010 im Kurländer Palais. Die Arbeiten von Beate Bilkenroth sind bis 28. August zu sehen.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

Mehr Informationen über die Künstlerin und ihre Arbeit finden Sie auf
https://b-bilkenroth.de/

http://www.kastenmeiers.de

Odyssee im Weltraum bis Hair – Sommertheater in Dresden und Umgebung

Vom Abenteuer im Weltraum bis zum Pinguin auf Reisen

Fantastisch, humorvoll und fröhlich bunt lockt das diesjährige Sommertheater für klein und groß unter freiem Himmel.

St. Pauli Theaterruine
Odyssee im Weltraum

Abenteuerlich, fantastisch und komisch geht es zu im Stück “Odyssee im Weltraum“. Es ist angelehnt an die mythologische Odyssee. Statt im antiken Griechenland, erleben der so schlaue wie wagemutige Held Odysseus und seine Gefährten jedoch  ihre Abenteuer im Weltraum. Sie treffen u.a. auf einäugige, menschenfressende Roboter, ein hypnotisierendes Königspaar auf einem fremden Planeten und die Königin der Sonnenwinde. „Die Kinder haben sich das Stück selbst ausgedacht, frei nach der klassischen Odyssee und angereichert um Fantasy-Elemente“, sagt Daniela Krabbe, die Leiterin des Projekts TheaterKids. Seit Herbst 2018 schnuppern 14 spielbegeisterte Kinder zwischen sechs und 15 Jahren die Theaterluft in der  St. Pauli Ruine am
Königsbrücker Platz im Hechtviertel. Vom Text über Bühnenbild bis zu den Kostümen haben sie alles selbstständig gestaltet. „Jeder hat eine gleichwertige Rolle, es gibt keine Hauptrolle“, erzählt Daniela Krabbe. Mehrere der kleinen Darsteller spielen sogar die gleiche Rolle, so sind gleich vier Odysseuse zu sehen. Heldentaten vollbringen, schafft auch schwerlich einer allein. Nun fiebern sie der Premiere ihrer ersten Bühnenshow am 27. Juni, um 18 Uhr in der Theaterruine entgegen. Das Projekt TheaterKids des TheaterRuine St. Pauli e.V. wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung des Dresdner Lions Clubs und seines Entencups. Die Premiere der TheaterKids war zugleich krönender Abschluss der Festwoche zu 20 Jahre TheaterRuine.
Der Theaterverein überlegt derzeit, wie die Fortsetzung des Projektes gesichert werden kann. Die Gruppe ist mit fünfzehn Kindern sehr groß, es mussten schon weitere Interessenten weggeschickt werden. Mit ihrer Spielfreude stehen die jungen Akteure den Großen im Verein jedenfalls in nichts nach. Mit solchem Nachwuchs kann die TheaterRuine getrost in die Zukunft blicken.

Freilicht-Bühne im Zoo des Theater Junge Generation
Der Zauber der feuerroten Blume

Die Zauberin Baba Jaga ist wütend, da Prinz Alexander ihr
Geschenk einer feuerroten Blume zurückweist. Sie verwandelt ihn in ein hässlisches Ungeheuer. Nun muss er allein tief im Wald hausen. Bis eines Tages Aljona  ins Reich der Zauberin gelangt. Wie sie es schafft, ihr Glück zu finden und das Waldungeheuer zu erlösen, davon erzählt das Sommertheater-Stück des Theaters Junge Generation. „Die feuerrote Blume“ entfaltet wieder all ihren Zauber, fantasievoll inszeniert mit Tunnelrutschen, putzig kommentierender Waschbär-Figur und fröhlich-übermütigen Gesangs- und Tanzeinlagen der Schauspieler, in der Inszenierung vom Vorjahr von Ania Michaelis. Ein vergnügliches Erlebnis für klein und groß nach dem bekannten russischen Märchen von Sergej T. Aksakov auf der Freilichtbühne im Zoo, umgeben von lustigen Tiergeräuschen. Der Zoobesuch ist mit der Vorstellung im Ticketpreis enthalten (gespielt wird fast den ganzen Juni bis 4. Juli.)

Puppentheater Sonnenhäusl Großer Garten
Ein Pinguin auf Reisen

Er liebt Eis und planscht gern im Wasser wie die anderen. Nur wenn der kleine Pinguin den Schnabel aufmacht, lachen sie ihn aus. Denn er verwechselt die Buchstaben: aus Schwimmflossen werden „Flimmschwossen“ und aus Eisscholle „Scheisolle“. Die verlässt er eines Tages und geht auf Reisen. Eine Geschichte aus dem ewigen Eis, über Anderssein, Verreisen und neue Sichtweisen auf das Leben kommt mit der Aufführung von Moritz Sostmann, „Ginpuin – Auf der Suche nach dem  großen Glück“ erstmals diesen Sommer auf die Bühne im Puppentheater Sonnenhäusl im Großen Garten.

Scheune-Schaubuden-Sommer
Buntes Schaubuden-Vergnügen

Bunter und wunderreicher Budenzauber lockt wieder beim Scheune-Schaubuden-Sommer vom 11. bis 21. Juli rings um das Kulturzentrum Scheune auf der Alaunstraße in der Neustadt. Künstler aus aller Welt, Komödianten, Akrobaten, Musiker und Tänzer laden allabendlich zum Staunen, Innehalten und Träumen ein. Zwölf Vorstellungen stehen jeweils zur Auswahl. Bei der
“Schaubude mit Kind und Kegel“ am Familiensonntag (14.7.., ab 15 Uhr) werden Kinder, Eltern und Großeltern überrascht mit viel Magie, Puppenspiel, wilden Clowns, Eseleiten, Zuckerwatte und haben hinterher viel zu erzählen.
Der Schaubudenplatz öffnet täglich um 19 Uhr bis Mitternacht.


Winnetou & Old Shatterhand sind Publikumslieblinge auf der Felsenbühne Rathen.


Love & Peace ist die zeitlose Botschaft im Hippie-Musical „Hair“. Die letzten Vorstellungen sind am 12. und 13.7., 19.30 Uhr! Ab Herbst wieder an den Landesbühnen in Radebeul.

Felsenbühne Rathen
Von Winnetou bis Hippies

Ein abwechslungsreiches Programm für alle Generationen, wo man nebenbei noch frische Waldluft tanken kann, hält die Felsenbühne Rathen bereit. Das reicht von „Schneeweißchen und Rosenrot“, der „Goldenen Gans“ über Abenteuer mit Winnetou und Old Shatterhand, das Hippie-Musical „Hair“ bis zum Familienmusical „Die Sonne“ mit Liedern und Geschichten aus dem Trauumzauberwald von Reinhard Lakomy und Monika Erhardt. Die Wanderschuhe gepackt: Egal ob zu Fuß, mit dem Dampfer, der S-Bahn, dem Auto – viele Wege führen zur schönsten Naturbühne inmitten des Nationalparks Sächsische Schweiz. Die Eintrittskarten gelten als Fahrscheine 4 Stunden vor bis 6 Stunden nach Vorstellungsbeginn in allen Nahverkehrsmitteln im Großraum Dresden (VVO).

Text + Foto (SchaubudenSommer) (lv)
Fotos: Veranstalter