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Kategorien-Archiv: Kultur

Musiksommer Bärenstein: Gedicht-Lesung von Lilli Vostry mit Harfenspiel von Aerdna Harp

27 Montag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, In eigener Sache, Lebensart, Musik, Natur, Poesie, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Meer-Klänge und Poesie beim Musiksommer Bärenstein

Mit neuen Gedichten war die Autorin Lilli Vostry aus Dresden, begleitet an der Harfe von Aerdna Harp am vergangenen Sonnabend zu Gast in dem kleinen Ort im Osterzgebirge.

Beschwingt, bewegt, wild und sanft ging es zu bei unserer Lesung mit neuen Meer-Gedichten von Lilli Vostry, begleitet von wundervollem Harfenspiel von Aerdna Harp am Sonnabend im Kunsthaus Bärenstein. Es war mir ein Vergnügen vor aufmerksam lauschenden Publikum zu lesen. Überschaubar, doch jede Reihe war besetzt. Es muss sich wohl noch mehr herumsprechen, dass hier in der Sommerzeit ganz besondere Kulturerlebnisse locken, als Sahnehäubchen zur wunderbaren Landschaft des Erzgebirges, viel Wald, Wanderwege, wildblühende Wiesen, Weite, Stille, kleine schöne Orte mit alten Fachwerkhäusern, hier und da Ausschank, Zeit zum Innehalten und Verweilen und Genießen der Ruhe und Natur.

Herzlichen Dank an Hartmut Dorschner, Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein. Der mit Konzerten mitten in der Natur, Autorenlesungen und Ausstellungen Kunst und Kultur auch in den ländlichen Raum bringt. Noch den ganzen Sommer über bis Mitte September.

Die nächste Autorenlesung und Musik gibt es mit Zoe Nora Goerges und Hartmut Dorschner am Saxophon am 8. August, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos zum Programm unter http://www.kult-ur-art.eu
Natur & Kunst: Ein Bild von Anita Rempe im Kunsthaus Bärenstein.
Sonntagsfrühstück in Bärenstein: Gastgeber Hartmut Dorschner. Brot selbst gebacken, erlesene Früchte und himmlische Ruhe luden ein zum Verweilen und Genießen. Mittags gab es leckere selbstgemachte Pizza von Aerdna Harp.
Poesie pur und ein erfrischendes Bad in einem See in Zinnwald nach einem wunderbaren Sonnentag erfreuten das Herz nach meiner Gedicht-Lesung mit Musik am Sonnabend in Bärenstein.

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Musiksommer Bärenstein lockt zum vierten Mal mit Konzerten an ungewöhnlichen Spielorten & Autorenlesungen & Ausstellungen

27 Montag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Lebensart, Literatur, Musik, Natur, Poesie, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Jede Menge Jazz & gute Laune: Die Macher des Musiksommer Bärenstein Matthias Macht, Schlagzeug; Initiator Hartmut Dorschner am Saxophon, Agnes Ponizil, Sängerin und Akkordeon/Klavier und Aerdna Harp an der Harfe.
Freejazz und Klangwanderung im Widerhall des Miriquidi
Der 4. Musiksommer Bärenstein lockt mit Konzerten, Musizier-Workshop, Lesungen und Ausstellungen noch bis Mitte September.
Jede Menge Jazz, gute Laune und Konzerte an urigen, ungewöhnlichen Spielorten vor zauberhafter Naturkulisse – Dafür steht der Musiksommer Bärenstein. Unter dem Motto „Hört auf!“ lockt von Juli bis September in dem kleinen Ort im Osterzgebirge bereits zum vierten Mal ein pralles Programm mit Konzerten, ein Workshop zum Mitmusizieren und einer musikalischen Wanderung, Ausstellungen und Autorenlesungen. Zu erleben sind Musiker aus Italien, Spanien und Deutschland.

Der Titel des Musiksommers spielt auf den Bergmannsgruss Glück auf an, steht aber auch für ländliche Abgeschiedenheit und Ruhe, Skepsis gegenüber Neuem und für Aufhorchen. Als Logo sieht man auf den Veranstaltungsplakaten statt Schlägel und Eisen zwei Noten. Letztes Jahr wurde beim Musiksommer unweit vom Kunsthaus Bärenstein ein neuer Spielort in einem leeren Ladengeschäft in der Kirchgasse 2 feierlich eingeweiht. Mit einem Konzert mit Freejazz, improvisierter Musik vom Feinsten, mit den zwei Musikern Hartmut Dorschner am Saxophon und Matthias Macht am Schlagzeug.

„Das Haus öffnet sich zum Markt hin. Dadurch sind wir als Veranstaltungsort präsenter“, sagt Hartmut Dorschner, Musiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein. Veranstaltet wird dieser vom „kult-ur-art“ Kunstverein zu Bärenstein mit derzeit 30 Mitgliedern. Das alte Gebäude am Markt wollte die Stadt Altenberg schon vor 20 Jahren verkaufen. Dorschner hat es erworben vor zwei Jahren und einen Raum mit großem Schaufenster hergerichtet als „Musikladen“. Dort ist Platz für ca. 50 Besucher. Einen Vorgeschmack auf den diesjährigen Musiksommer Bärenstein gaben die Musiker schon beim Fototermin. Sie holen ihre Instrumente aus dem Haus, darunter eine alte Pioniertrommel aus DDR-Zeiten, die wohl aus einem Spielmannszug stammt und sich noch auf dem Dachboden fand. Die Freude am Musizieren steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Sie stellen sich auf am Wahrzeichen von Bärenstein, dem steinernen Bären auf der Wiese am Markt.

Die Skulptur stammt von dem ortsansässigen Künstler und Vereinspräsident Mario Nitschke. Schlagzeuger Matthias Macht hält die Trommel in der Hand und in der anderen einen Klöppel. Es ist sehr warm an diesem Tag. Mit nacktem Oberkörper und kurzen Jeans sitzt der Musiker auf seiner olivgrünen „Schwalbe“, mit der er aus dem elterlichen Wohnhaus in Freital nach Bärenstein gefahren ist. Er selbst wohnt in Dresden. Das Motorrad aus den 1980er Jahren aus dem Osten hat er für 2 500 Euro letztes Jahr auf einem Flohmarkt gekauft. Hartmut Dorschner spielt Saxophon. Er trägt offenes, schulterlanges Haar und einen himmelblauen, seidenen und blumenbestickten Anzug, den er von einer Reise nach Indien mitgebracht hat. Seit dem ersten Musiksommer Bärenstein dabei ist außerdem Agnes Ponizil.

Die Komponistin, Jazzsängerin und Musikerin, sie spielt Klavier und Akkordeon, hat seit 2022 ein altes Haus in der Kirchgasse, das sie ausbaut und nun auch für Ausstellungen öffnet. Mit Hartmut Dorschner arbeitet sie schon länger zusammen. Sie lädt diesmal zu einem „Wander-Workshop und Freiluftkonzert im Widerhall des Miriquidi“, dem lateinischen Wort für Erzgebirge ein. „Wir wandern rund um Bärenstein, singen Lieder, werden pfeifen, jodeln und tönen“, sagt Agnes Ponizil.
Start ist am 29. August, um 14.30 Uhr vom Markt Bärenstein aus bis zur Sachsenhöhe und zurück. „Mitmachen können Laien und musikalische Profis, Sängerinnen und Sänger aus dem Osterzgebirge und natürlich auch urbane Sangesbegeisterte, die Sommerfrische schnuppern wollen“, so die Sängerin.

Außerdem gab es gleich drei Ausstellungseröffnungen an einem Tag in Bärenstein. Es werden Bilder von Else Gold, einer Meissner Künstlerin, in der Kirchgasse 10 zu sehen sein. Agnes Ponizil kennt sie seit 20 Jahren, seit ihrem Musikstudium. Es wird auch eine Klanginstallation von Felix Ermacora in der Kirchgasse 12 gezeigt sowie Porträts von Eleni Haase und Keramik-Köpfe und Fische aus Ton von Karin Dorschner im „Musikladen“ in der Kirchgasse 2.

Hartmut Dorschner kommt aus einer musischen Familie. Seine Mutter ist gestalterisch tätig. Seine Schwester Andrea Dorschner musiziert mit Leidenschaft an der Harfe. Sie begleitet eine Gedicht-Lesung am 25. Juli, um 17 Uhr und ein Konzert mit ihr und dem Musiker Sven Haubold am Klavier gibt es am 26.7., um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein. Eröffnet wurde der Musiksommer traditionell mit dem Dozentenkonzert zum Workshop mit Matthias Macht und Hartmut Dorschner am 12. Juli, um 15 Uhr. Die beiden sind befreundet seit nunmehr 40 Jahren, sie lernten zusammen Steinmetz im damaligen VEB Elbe Naturstein in Dresden und haben beide an der Dresdner Musikhochschule studiert. Matthias Macht spielt seit 1986 Schlagzeug. „Weil ich intuitiv in der Familie die Vermittlerrolle habe und die Leute zusammenhalte auch in der Band und das Thema, den Takt vorgebe“, erzählt er. „Die Inspiration und vor allem die Freiheit, die wir immer gespürt haben beim Musizieren, wollen wir weitergeben in unserem Workshop“, sagt Matthias Macht. Er und Hartmut Dorschner feierten letztes Jahr ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Zusammen leiteten sie als Dozenten wieder die Werkstatt mit dem BärensteinOrchester vom 13. bis 18. Juli im Kunsthaus Bärenstein.

Dieses Jahr mit dem Thema „Pausen“. „Die Stille, das Schweigen. Das Wichtigste an der Musik steht nicht in den Noten, sondern im Raum dazwischen“, weiß Matthias Macht. Große Komponisten und Musiker wie Claude Debussy, Leonard Bernstein und Miles Davis wissen das. Ebenso Vertreter der Minimal Music wie Eric Satie, Philipp Glass und Steve Reich. „Spannung kann ja nur in der Stille entstehen“, so Matthias Macht. Inspiriert habe ihn im Jazz dabei sehr Gunter „Baby“ Sommer, der auch sein Lehrer und Professor an der Musikhochschule war. Doch die eigentlichen Lehrjahre seien 1987/88 bei Konzerten noch im alten Jazzclub Tonne im damaligen Kellergewölbe des inzwischen wiederaufgebauten Kurländer Palais, nahe der Kunsthochschule, gewesen.

„Da haben wir Günter Baby Sommer gesehen und waren begeistert. Da er eine unglaubliche Präsenz hat“, erinnert sich Macht. „Das Ziel im Workshop ist es, gemeinsam mit den Teilnehmern wieder schöne Musik zu machen, die es noch nie gegeben hat“, so Macht. Seine Zwillinge, 15 Jahre jung, spielen Gitarre und Bass im BärensteinOrchester. „Dieses dauernde Repitieren, Wiederholen ist nicht unser Anspruch“, sagt Jazzmusiker Hartmut Dorschner. „Wir erfinden alles neu.“
Im BärensteinOrchester spielen maximal zwölf Teilnehmer. Acht Musikbegeisterte aus der Umgebung zwischen zwölf und 66 Jahren haben sich schon angemeldet. Viele Teilnehmer kennen sich bereits. Darunter etliche Bläser am Saxophon, andere musizieren am Klavier, Triola, Gitarre und Bass. Geprobt wird kreativ mit Spiel- und Bewegungsimpulsen. Mit bemalten Karten mit Symbolen und Begriffen und Laute tönen, aus denen eigene Songs entstehen. Das „Grusel Solo“ ist Matthias Machts Lieblingskarte. „Weil das fetzt!“

Dorschner mag besonders die Karte mit dem Wort „Explosion“. „Da machen alle etwas und reagieren, kann man die ganze angestaute Angst und Unsicherheit rauslassen“, erlebt er. „Es gibt keine Fehler. Außerdem sind sie dazu da, dass man sie macht und etwas erfährt. Bei uns auf der Bühne ist alles erlaubt.“ Ganz egal, was andere Leute darüber denken. Hartmut Dorschner, Jahrgang 1970, fühlt sich sehr dem Freejazz verbunden. Er hat zusammen mit dem Jazzmusiker Dietmar Diessner und Matthias Macht beim Musikfestival „Bedrohte Art“ die frei improvisierten Klänge in der damaligen Blauen Fabrik auf der Priesnitzstrasse in der Äußeren Neustadt Mitte der 90er Jahre gespielt. „Jazz war vorher in der DDR etwas Besonderes. Da diese Musik keine Worte hat, war es für viele eine Nische für Freiheit“, so Dorschner. So gab es ein großes Jazzfestival in Peitz bei Cottbus, genannt „Woodstock am Karpfenteich“, zu dem um die 30 000 Zuschauer jährlich strömten. Nach der Wende sank die Besucherzahl schlagartig auf rund 100 Besucher. „Die Leute verwechseln Geld mit Freiheit“, sagt Matthias Macht zu dieser Entwicklung. Hartmut Dorschner spielte in Peitz im Trio mit großartigen Musikern aus drei Saxophon-Generationen: zusammen mit dem schon verstorbenen Ernst-Ludwig Petrowsky und Dietmar Diessner. Im Zusammenspiel im Jazz gehe es um Expressivität im Ausdruck und Gespür für die Musik, so Dorschner.

Das Workshopkonzert mit dem BärensteinOrchester, mit eigenen Songs der Teilnehmer, fand am 17. Juli, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein statt. Ein besonderes Freiluftkonzert gibt es vor dem Milchschafhof Bärenstein. Während die Schafe auf der Weide grasen, spielen vor dem Gebäude die Musikerinnen Andrea Hofmann an der Violine, Karoline Schulz verschiedene Flöten und Sabine Grüner Cello am 16.8., 15 Uhr. Inklusive Vogelzwitschern, Blätterrauschen inmitten hoher Bäume und Heuduft in der Nase. Ein weiterer Höhepunkt beim Musiksommer ist das Konzert an zwei Klavieren mit klassischer und neuer Musik mit Andreas Scotty Böttcher aus Dresden und der spanischen Musikerin Hada Benedito am 22.8., 17 Uhr.
„Die meisten Bewohner sehen den Musiksommer Bärenstein wohlwollend. Einige sind noch scheu und schauen von weitem“, so Dorschner. Das liege wohl an der allgemeinen Unsicherheit. „Da es kein Mainstream ist, sondern handgemachte Musik. Das ist im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, KI, fast schon subversiv.“ Matthias Macht ergänzt: „Wir machen Musik von Menschen für Menschen mit Herz. Die Leute zieht es auch zu gemeinsamen Erlebnissen. Gerade die kleinen Formaten laden ein zum Genießen und miteinander ins Gespräch zu kommen.“
Rund 30 Besucher kommen jeweils zu den Veranstaltungen, so Dorschner. Der Musiksommer Bärenstein bringt auch mehr Leben in den Ort. Früher gab es hier mal vier Kneipen, jetzt keine einzige mehr und nur wenige Läden. Die meist älteren Betreiber finden keine Nachfolger im ländlichen Raum. „Das führt dazu, dass manche jetzt in Garagen zu zweit mit einem Kasten Bier sitzen und sich schon daran gewöhnt haben“, sieht Dorschner bei Bekannten. „Ich glaube, die wollen die Leute auch weg von Gemeinschaft haben, die Globalisten“, so Dorschner und findet diesen Trend der Vereinzelung bedenklich. Aus seiner Generation gebe es keinen mehr im Ort. Die seien weggezogen wegen der Arbeit in den Westen.

„Die Alten sterben. Die Häuser stehen leer. Das ist Diebstahl auch an Menschen, Humankapital.“ Hartmut Dorschner hat Jazzsaxophon und Komposition an der Dresdner Musikhochschule studiert und wohnt und arbeitet schon seit längerem als freischaffender Musiker in Bärenstein. Im ehemaligem Pfarrhaus gegenüber der Kirche hat er das Kunsthaus Bärenstein eingerichtet, das er noch saniert. Ein urwüchsiger Garten mit Obstbäumen gehört dazu und man hat aus den Räumen im Obergeschoss eine wundervolle Aussicht auf die hügelige Landschaft und weiten Himmel und himmlische Ruhe. Dorschner organisiert ehrenamtlich den Musiksommer Bärenstein und stellt die Räume im Kunsthaus wie den Saal mietfrei zur Verfügung. Der Musiksommer wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen aus dem Projektefond zur Kunstförderung im ländlichen Raum mit 5 000 Euro wieder gefördert. Die Ostsächsische Sparkasse gibt 2 000 Euro dazu. Die Heidehof-Stiftung möchte  2 400 Euro geben und fördert damit den Musikworkshop und ein Konzert mit elektronischer Musik. Alle Veranstaltungen und der Musikworkshop sind für die Teilnehmer und Besucher eintrittfrei.

„Es wäre schön, wenn noch mehr Künstler nach Bärenstein kommen. Im Kunsthaus ist Platz genug als Wohngemeinschaft und für weitere kreative Projekte und auch Unterstützung beim Vorrichten der Räume gern gesehen“, hofft Hartmut Dorschner auf noch mehr Initiative. Gelegenheit zum Umschauen, Anregen lassen, Austausch und Genießen von Kunst und Natur bietet der Musiksommer Bärenstein für alle Besucher reichlich.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.kult-ur-art.eu

Einige Konzerte mit improvisierter Musik finden im Musikladen in der Kirchgasse 2 am Markt in Bärenstein statt. Es gibt auch eine Klangwanderung in dem Wald. Bären gibt es hier keine mehr, wohl aber Rehe und Firmen, die gern die Bodenschätze im Osterzgebirge abbauen würden, ohne Rücksicht auf die Natur! Jazzmusiker Hartmut Dorschner zeigt einen Rehkopf, das einst sein Großvater in Oschersleben schoss. Es war sein erstes Wild als Jäger.

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Ausstellung „Stadtszenen“ von Jörg Kraut im Restaurant „Kastenmeiers“

18 Samstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Bilder-Spaziergang durch die Neustadt

Farbenfroh, lebendig und authentisch holt die Ausstellung „Stadtszenen“ des Künstlers Jörg Kraut bekannte Gebäude uns Plätze, Flair und Lebensart von der Neustädter Seite in die Altstadt. Die Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, dem 19. Juli von 13 bis 15 Uhr im Restaurant „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“, Am Taschenberg 3 in Dresden.
Böhmische Straße, Martin-Luther-Platz und Artesischer Brunnen – all diese Orte findet man in der Dresdner Neustadt. Neustädter Szenen auch in der Altstadt entdecken – an den Wänden des Restaurants Kastenmeiers im Taschenbergpalais. Hier zeigt der Dresdner Künstler und Wahl-Coswiger Jörg Kraut „Stadtszenen“, die fast alle einen Bezug zur Dresdner Neustadt haben.
Dabei porträtiert Jörg Kraut die Gebäude und Plätze nicht als Postkartenidylle, sondern zeigt sie belebt mit Menschen, voller Bewegung und mit liebevollem Blick auf die Details. Wer die Neustadt kennt, entdeckt beim Betrachten der Bilder viel Vertrautes. Wer sie nicht kennt, bekommt Lust, dieses Viertel zu durchstreifen, so lebendig fängt der Künstler die Atmosphäre ein.

Für Jörg Kraut war die Kunst schon immer ein wichtiger Teil seines Lebens. Bereits die Schulhefter hat er rundum ausführlich bemalt. Zunächst erlernte er einen technischen Beruf, widmete sich danach aber umso mehr seiner Leidenschaft für die Kunst. Er studierte Theatermalerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und arbeitet seit vielen Jahren im Team der Bühnenbildner an der Staatsoperette Dresden mit.Die Ausstellung im „Kastenmeiers“ zeigt überwiegend Bilder in Öl sowie einige Aquarelle in den Maßen ab 43x53cm bis 70x100cm. Die Preise der Bilder, die man in der Ausstellung alle erwerben kann, bewegen sich zwischen 350 und 900 Euro.

Es ist bereits die 104. Bilderschau seit Eröffnung des Restaurants. Was alle Ausstellungen verbindet, ist der kostenfreie Genuss, ob zum Essen oder auch außerhalb der Öffnungszeiten. Das Restaurant öffnet täglich um 17 Uhr. Bereits ab 14 Uhr sind interessierte Besucher auch unabhängig von einem Restaurantbesuch willkommen.

Zur Vernissage mit dem Künstler am 19. Juli laden wir herzlich ein! Zu sehen sind die Bilder von Jörg Kraut bis 28.8. im „Kastenmeiers“.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

http://www.kastenmeiers.de

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Geschichten die das Leben schreibt: Der wiedergefundene Vater

18 Samstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, In eigener Sache, Lebensart, Natur, Projekte, Zwischenmenschliches

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Unter der Überschrift „Der wiedergefundene Vater“ erschien mein Beitrag in der Sächsischen Zeitung am 11./12. Januar 2014. Viel ist geschehen seitdem. Es bleibt die Erinnerung an ein wunderbares Wiederfinden, schöne Begegnungen, Erzählen, Schweigen und nun der Abschied für immer. Am Freitag, dem 17. Juli 2026 fand die Trauerfreier mit Beisetzung meines Vaters in Dresden statt. Er starb durch einen tragischen Unglücksfall im Alter von 83 Jahren.

Unsere Familie nach der Trauerfeier. Das Leben ist ein Fließen. An der Elbe in Laubegast, Ein Lieblingsort meines Vaters. Ganz in der Nähe ist auch seine letzte Ruhestätte. Ruhe in Frieden, Papa!
Es war ein herrlicher Sonnentag, mit beschwingtem Jazz, vielen Blumen, bewegten Erinnerungen, Tränen, aber auch angeregten Gesprächen, gutem Essen, Fassbrause wie in Kindertagen, Freude und Zuversicht: Lebt Euer Leben und genießt es!, würdest Du sagen.

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Garten der Erinnerung: Vater-Gedichte

18 Samstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Poesie, Zwischenmenschliches

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Kinderbild

Hoch über den Baumwipfeln
hältst Du mich
als wolltest Du mir den Himmel
zu Füßen legen

zwei Handvoll Leben
im Arm noch einen Hosenmatz
sieht aus wie ein Kinderspiel
das war es nie

wir haben oft Verstecken gespielt
immer ohne Dich
hab Dich überall gesucht
in mir und anderen Männern

hasste und vermisse Dich
obwohl ich Dich nie kannte
die Tür verschlossen
blieb zu Dir

stand meine offen
ich sehe Dein Bild
vor mir bin
mit Dir auf der Welt
mein Vater

25.6.2013, einen Tag vor seinem Geburtstag geschrieben.

Nahe bei Dir

Ich saß in einem still
verträumten Garten
ganz in Deiner Nähe
und dachte wie es wäre
wenn wir uns noch einmal
alles erzählen
wie es begann
dein und mein Leben
wir uns aus den Augen verloren
doch nicht aus dem Sinn

ein Wasserstrahl flüstert
in einem Brunnen mir zu
sitzt du manchmal hier
auf einer der Bänke
beschirmt von hohen Bäumen
verblüht schon die Rhododendron
die Blumen aus Kindertagen

locken vor mir weiße Blütensterne
der Duft von Holunder in der Luft
greife nach den hoch hängenden Blütendolden
und vergesse einen Moment
die unsichtbare Grenze
zwischen uns

2.6.2022

Gedichte: Lilli Vostry

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Galerie auf Zeit: Ausstellung mit Fotografie & eine Retro Computer Lounge in der Neustädter Markthalle in Dresden

18 Samstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Lebendige Computerwelten
Kein stupides Geflimmer, sondern selbst aktiv und kreativ werden, wird groß geschrieben in der Retro Computer Lounge, in der nostalgische klassische Computer und Spielekonsolen zu bestaunen sind und immer noch funktionstüchtig zum Ausprobieren einladen. Außerdem gibt es Gaming & Workshops bei dieser Aktion des Retro Computer Clubs Dresden e.V. täglich von 13.30 bis 19.30 Uhr noch bis diesen Sonnabend in der Neustädter Markthalle auf der Hauptstra0e in Dresden.

Ein toller Begegnungsort für klein und groß zum Austausch, Fachsimpeln, Erinnern und Reisen wie mit einer Zeitmaschine in gemütlich entspannter Atmosphäre. Außerdem werden mit dieser Aktion die sonst leer stehenden Flächen im Obergeschoss der Markthalle neu belebt, Diese werden vermietet und temporär genutzt von verschiedenen Vereinen in einem Projekt von „neuerdings.net“.

Auf einer weiteren großen Freifläche dort ist eine Galerie auf Zeit entstanden. Lebensbilder, Landschaften und Stadtansichten von einem Dutzend FotografInnen sowie verschiedene kulturelle und soziale Projekte zeigt derzeit eine Ausstellung mit dem Titel „Nischen“, die zum Anschauen, Verweilen und Sichtbarmachen von Räumen und kreativem Potenzial machen einlädt.

Dieses Projekt läuft noch bis Ende September. Eine tolle Idee der Initiatoren, mit hoffentlich bald dauerhaft neuen, lebendigen Angeboten in diesem wunderschönen Jugendstilambiente. Man darf gespannt auf die nächsten Aktionen dort auf der Empore in der Neustädter Markthalle sein!

Der Retro Computer Club Dresden ist jeden Mittwoch ab 18 Uhr geöffnet. In dem Raum auf der Zwinglistraße 25 können Besucher eine Computer-Sammlung sehen, die Geräte werden von den Vereinsmitgliedern gepflegt, restauriert und auch ältere  Geräte und Spielkonsolen repariert. Wird auf diese Weise ein Stück Technikhistorie und auch Kulturgut bewahrt, nachhaltig weiter genutzt und anschaulich und zum Anfassen erhalten. Der Raum steht auch offen für Vorträge und Firmenevents.

Text + Fotos (lv)

http://www.retrocomputer-dresden.de
http://www.neuerdings.net

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Neue Meer-Gedichte: Ein Gesicht im Sand & Abschied von Kater Franz & Traumversunken & Dem Wind entgegen & mehr

16 Donnerstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Poesie, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Ein Gesicht im Sand

Angekommen am Meer
find ich unzählige Federn
helle dunkle gefleckte
und windzerzauste
ein Gesicht im Sand
wie eingemeißelt
Wasser rinnt unaufhaltsam
ringsherum
Möwen fliegen auf
reißen sich um die Krumen
ausgehungert mir fast
das Futter aus den Händen
mit spitzen Schnäbeln
erschrocken weiche
ich zurück
ihre Freudenschreie begleiten
mich auf Schritt und Tritt
wollte hier vergessen
die Schatten der letzten Zeit
stattdessen beginne ich zu leben
Ganz von vorn

5.7.2026

Abschied von Kater Franz

Früh der Aufbruch
endlich wieder ans Meer
drei Wirbelwinde ließ
ich zuhause
geriet schon fast in Seenot
kaum fort
kommt die Sehnsucht wieder
unterwegs ein Wetter
als stürze der Himmel ein
aus grauschweren Wolken
bricht immer wieder Sonnenlicht
sonst saßst Du oft schon vorm Haus
an der Tür
oder unter einem Strauch im Garten
diesmal nicht
der große zottlige Schlappohrenhund Joschi
stürmt ins Ferienzimmer herein
mit der Gastgeberin
doch kein Kater Franz
schwarzsamtig mollig keck
und gelbäugig wie meine Sternaugenkatze Lola
der in mein Herz schlich
durchs Tor schnurstracks galant an der Agave vorbei
wird mehr kommen
er ging schon im Januar
für immer fort
all meine Freude
auf einmal verloren
das Meer braust und
schickt mir seine schönsten Wellen
es hält und bricht keine Versprechen
doch kann es meinen Kummer nicht fortspülen

5.7.2026

Traumversunken

Die Möwen riefen
noch lange
eine Taube gurrte
draußen auf dem Giebel
schon halb im Traum
zog wieder alles
vorbei
was ist und war
wie auf einer Bühne
als probten wir
für ein neues Stück
ohne Zurück
die Darsteller ringsumher
schwiegen
verkauften ihre Schuhe
und Taschen
keiner wollte ihre
Kunst sehen
Ich erzählte was ich schreiben
wollte
doch keiner hörte zu

ich träumte unter
dem Meerbild
darauf weiße hohe Wellen
reichen fast
bis zum Himmel
das Meer groß weise
und weit sagt:
Alles hat seine Zeit
und draußen strömt der Regen

6.7.2026

Dem Wind entgegen

Der Wind zaust mein Haar
seh nichts mehr nichts steht mehr fest
durchkämmt das Meer
hohe weiße Schaumkronen
aufbrausend
schleudern mir
ihre ganze Kraft entgegen
als wollten sie
mich aus mir
heraus
erheben
die Wellenberge scheinen
unüberwindlich
der Boden unter den Füßen
gibt nach
Wellen prallen
gegen meine Haut
werde nicht sanft
wie sonst hineingezogen
sondern fast gerissen
falle fast hinein
und auf einmal
fühlt sich alles
leicht an
die Wellen wogen
ich überspringe sie
vertraue mich an
der Wind wirft mich zurück
an Land
doch bin gewachsen
ein Stück

8.7.2026

Sonnentag am Meer

Die Sonne kam wieder
am dritten Tag und
hielt lange
der Himmel immer noch
azurblau voller Federwölkchen
Möwen kreisen über dem Ferienzimmer
den leckeren Düften nach
Schwalben schwirren umher
Raben krächzen heiser
eine winzige helle Spinne seilt
sich ab an meinem Stift
eine lange schwarze und eine Tigerfeder
die von Euch aus dem Himmel flogen
liegen vor den Bildern
meiner Katzen
ein heller Falter flog Mittag
übers Dach sah kurz nach
mir und verschwand
und noch einer ein Zitronenfalter
flirtete kurz
mit mir am Strand
bevor der Wind
den Sand aufwirbelte
das Meer den Schleudergang einlegte
Ich allein blieb mit den Möwen
die es verstehen
zu bitten schreien und flehen
alles nehmen wie es kommt
noch in der Dämmerung
hallt ihr Lachen

8.7.2026

Geborgen/Ückeritz

Das Meer schimmert
blau hinter den Bäumen
der Lärm von der Promenade
verebbt
die Anhöhe hoch
in den Wald
Wege voller Sonnenflecke
auf und abwärts
das Rad hält mich
dann endlich das Tor am Waldrand
Zurück in meiner Welt
langersehnt und vermisst
all die Leinwandvillen
Wäsche hängt auf der Leine
wo sie unter Sonnensegeln
beisammen sitzen
zusammen essen feiern
ausruhen
es duftet nach Kartoffelsalat
Gurken und manchmal verbrannten
Fleisch auf dem Grill
und hohe Kiefern säumen
den Weg zum Strand

das kleine Wäldchen an der Steilküste
wuchert und schlummert
vor sich hin
zwischen den Buchen
der offene freie Meerblick
immer noch
endlos weit
die weiße Treppe
hinunter
zum Strand
führt in eine
andere Zeit
zum Ursprung meiner
Meerliebe
viele Bäume Licht
und Wellen die immer
wiederkehren
wie die Möwen
und manchmal offene alte Strandkörbe
mit Blümchenbezug oder Streifen
mehr brauchte ich nicht
zum Glück

der Sand am Strand
weicher und höher
neu aufgeschüttet
bildet Wälle zum Wasser hin
viele Steine liegen drin
und der Sand gibt nach
Ich schwanke in den Wellen
bernsteinfarben funkelnd
in der Sonne
kräuseln sich wiegen
und tragen mich sanft
Abends kommen die Möwen
und ein paar Raben
freuen sich über das Festmahl
und drehen ihre Runden
als wollten sie
wie ich
das Meer umarmen

10.7.2026

Blütensegel

Euer Leuchten
weithin
begleitet
meinen Weg
kleine Blütensegel
im Wind
öffnen und schließen
sich geschwind
klimpern mit den Wimpern
rote Irisschimmer
auf den Blättern
zarte Berührung
schon verwehen sie
im Wind
abends färben
sie den Himmel
rot unzählige kleine Flügel
hoch über dem Meer
mit den Möwen

10.7.2026

Schneckenleben

Die Sonne stand
schon tief
der Sand leuchtete
rot golden am fast menschenleeren
Strand
winzige weiße Federn
flogen umher
landeten in den Seegräsern
dort fand ich Dich
klein kugelrund
dunkelbraun hellgelbes Gehäuse
voller Sand
doch es schien als wohne
noch jemand
darin

nahm Dich mit
obenauf mit den
flaumigen Federn
so viel Leichtigkeit
schwer zu halten
legte Dich in den Pflanztopf
weiße Rosen Lavendel
Vergissmeinnicht wachsen dort
in der Nacht klettertest Du
am Rosenstrauch empor

hängst nun mitten in den Blättern
und Wassertropfen
halt Dich
gut fest

11.7.2026

Gedichte: Lilli Vostry
Fotos folgen

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Sommertheater-Open Air: Premiere „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende am Schloss Übigau

16 Donnerstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

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Zauberhafte Reise in einer Wunderwelt voller Schönheit und Gefahren: Der Buchklassiker „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende wird lebendig beim diesjährigen Sommertheater Open Air der Comödie Dresden am Schloss Übigau nahe der Elbe. Heute, am 27. Juli, um 19.30 Uhr ist die letzte Vorstellung! Fotos (2): Robert Jentzsch

Die Kraft der Fantasie

Mit ihr kommt man überall hin. überwindet Ängste, Mauern, Sorgen… Davon erzählt zauberhaft, anrührend, spannend und geheimnisvoll die diesjährige Sommertheater-Inszenierung „Die unendliche Geschichte“ nach dem Buchklassiker von Michael Ende vor wundervoller Kulisse der Comödie Dresden am Schloss Übigau, das dieses Jahr 300 Jahre besteht.

In einer faszinierenden Mischung aus Schau- und Puppenspiel (Regie: Nina Damaschke) verschmelzen Realität und Traum, tauchen mit dem Jungen Bastian die Zuschauer in eine fantastische Buchwelt voller Schönheit und Gefahren ein. Sie treffen auf wundersame Wesen wie Irrlichter, Rennschnecken, Felsenbeißer, Werwölfe und den süßen, entzückenden weißen Glücksdrachen Fuchur, den man einfach gernhaben muss wie er mit seinen großen braunen Augen sanft und furchtlos Bastian und seinen Freund Atrèju auf ihrem Weg begleitet, um Phantasién vor dem alles verschlingenden Nichts zu retten.

Bastian liebt Bücher, sie sind sein Zufluchtsort aus seinem einsamen Alltag. Seine Mutter ist tot, sein Vater viel beschäftigt und die Mitschüler rempeln ihn an und verspotten ihn, weil er scheu, verträumt, pummelig und nicht so cool ist wie sie. Auf der Flucht vor ihnen landet Bastian (neugierig-aufgeweckt: Philipp Rahn) landet er in einem Antiquariat bei dem kauzigen Buchhändler Herr Koreander (Daniel Tille, der auch Bastians Vater spielt), wo er in dem verfallenen Laden voller Bücher auf der Empore ein geheimnisvolles Buch entdeckt, das ihn magisch anzieht. Er beginnt zu lesen und schon werden die Gestalten aus den Buchseiten lebendig und er erlebt mit ihnen aufregende, lustige, verrückte und spannende Abenteuer, erfährt viel Neues über sich und das Leben und überwindet seine Angst, lernt Macht, Erfolg, Weisheit, Güte, Glück und Liebe kennen auf seiner Reise durch Phantasién.

Bastian begleitet den jungen Jäger Atréju (voll Sanftmut und innerer Stärke: Joachim Stehle) und besteht mit ihm gemeinsam und dem sie schützenden Amulett Auryn viele Prüfungen. um die Kindliche Kaisern (bezaubernd, zart: Larissa Grosenick), die Herrscherin des Phantaaiereiches, die im Sterben liegt und nur durch einen neuen Namen gerettet werden kann. Sie kämpfen in den Sümpfen der Traurigkeit, in denen Atréjus schönes weißes Pferd und Freund Artax versinkt. Sie begegnen der uralten Sumpfschildkröte Morla, dem zwielichtigen Werwolf Gmork und fliegen mit dem Glücksdrachen Fuchur unbeschwert zu fantastischen Klängen durch die Lüfte. Eine der schönsten Szenen im Stück, wie Atréju auf dem Bett steht hinter dem Glücksdrachen mit dem warm glänzenden Gesicht und seine Arme zum Fliegen ausbreitet. Später stehen er und Bastian sich wie in einem Spiegelbild gegenüber. Er muss durch die drei Tore der Sphinxen, die nicht jeden durchlassen, trifft einen skurrilen, sächselnden Orakelforscher und eine Heilerin mit spitzen Feenohren, die witzig-weise und gelassen Rat erteilt.

Eine böse Zauberin in verführerisch rotem Kleid und Hut will Bastian für immer in der Fantasiewelt halten, nicht mehr in die Menschenwelt zurücklassen. Mit jedem Wunsch verliert er eine Erinnerung. In der Alten-Kaiser-Stadt zeigt Atréju dem Jungen Bastian seine mögliche Zukunft. Ein närrischer Affe mit Federbusch, Argax tritt dort auf als Aufseher der Menschen, die sich in ihren Wünschen verloren haben. Sie wollen alle mal Kaiser von Phantasién werden, sitzen da und starren geistesabwesend vor sich hin wie gefangen in ihren Wünschen. Sein letzter Wunsch bringt Bastian zurück in die Menschenwelt, er fällt in einen tiefen Schlaf, findet sich wieder in einem Zaubergarten und der Hüterin Aiuóla, wo die Früchte alle aus ihr heraus wachsen, er sich wohl fühlt und Geborgenheit findet. Und er kostet von den Wassern des Lebens und weiß wieder, wer er ist und was er solange vermisst hat.

Ein Stück für kleine und große Zuschauer zum Träumen, Staunen und Schmunzeln, das Kopf und Herz gleichermaßen anspricht und berührt ohne rührselig zu werden. Reichlich Beifall gab es dafür vom Premierenpublikum.  Die Aufführung „Die unendliche Geschichte“ wird noch fast den ganzen Juli bis 27.7. gespielt. Beginn jeweils um 19.30 Uhr. Heute ist die letzte Vorstellung der „Unendlichen Geschichte“. Eine schöne Anregung auch, das wunderbare Buch von Michael Ende mal wieder zu lesen,

Text (lv)
http://www.comoedie-dresden.de

Süßer, sanfter und unerschrockener Begleiter durch die gefährdete Wunderwelt Phantasién: der Glücksdrache Fuchur.

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Gedichte für den Wal Hope

22 Montag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Poesie

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Gestrandet oder
Für immer im Meer
(Für den Wal Timmy Hope)

Du willst nicht mehr
in irgendeinen Hafen schwimmen
auch nicht gezogen
von einem Schiff
weg von der Küste Dänemarks
vor Anholt wo Du gestrandet bist
Dein Anblick stört sie der Gestank
ein Schandfleck am Strand
für die Touristen
gar Explosionsgefahr
doch es hielt manche nicht ab
auf dem toten Tier herumzusteigen
und zu posieren vor der Kamera

eigentlich wolltest Du zurück
aus der Ostsee in den Nordatlantik
nachhause
nun  liegst Du
leblos da seit Tagen
schutzlos
und sie rätseln
wer das angespülte Walmädchen ist
sie glaubten Du wärst ein Bulle
vielen warst Du egal
sie wollten Dich liegenlassen
auf der Sandbank in Poel
Pech gehabt falsch abgebogen
andere hörten Deine Hilferufe
und gaben viel Dich zu retten

die kleine Karawane mit zwei Schiffen
vorneweg und dem Lichterkahn mit Sonnensegel
in dem Du schwammst
im Sonnenuntergang bei der Abreise
alles sah so friedlich und schön aus
doch dann zogen raue Winde auf
stürmische Wogen
ließen die Seeleute Dich zu früh
hinaus
ein paar kräftige Wasserfontänen
stiegen in die Luft über dem Meer
dann warst Du fort

Noch einmal zeigst Du
Deine Kraft
ein letztes Mal
mehrere Versuche Dich
in den Hafen zu schleppen
schlugen fehl
Du willst zurück ins Meer
zeigst es allen Zweiflern
Mögen ein kräftiger Wind
und Wellen Dich hinaustragen
wundervoller sanfter Riese
und gib Deine Kraft und Hoffnung
weiter all den anderen Meerestieren

LV
21..5.2026

Dunkler Traum
(Für Timmy Hope)

Ich sah eine Frau
die Blumen an Deiner Schwanzflosse
im Sand ablegte
und Dein Name Hope
mit Muscheln geschrieben
im Netz
gestern einen Mann im Schutzanzug
und blauen Handschuhen
mit einer Nadel oder Bohrer
stach er in Deine Haut
schon ganz braun verfärbt
vierzehn Tage lagst Du
tot am Strand der dänischen Küste
von Anholt
nach Deiner Odyssee durchs Meer
mehrmals gestrandet
vorher in Poel

letzte Nacht träumte
ich von Walen
was Tiere aus der Sicht
der Menschen falsch machen
und sterben
sie streiten ob Du es bist
oder nicht
um die Unterschiede
ein Männchen oder Weibchen
kein sanfter Ton des Abschieds
steht mir zu keine Rückkehr ins Meer
hörte ich Dich
leise fragen
legte mich im Traum
zu Dir
alles dunkel und wund
Lasst sie Lebewesen sein wie wir

LV
9.6.2026

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Ausstellung „Wer bin ich?“ mit Malerei & Zeichnung von Dorothee Kuhbandner in der Stadtteilbibliothek Radebeul-Ost im Kultur-Bahnhof

14 Sonntag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Natur, Zwischenmenschliches

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Eigener Bilder-Kosmos & Zauberhaftes Zusammenspiel von Mensch- und Tierwesen und Natur. Die Bilder von Dorothee Kuhbandner regen zum Schmunzeln, Staunen, Entdecken an, sie sprechen Herz, Geist und Sinne gleichermaßen an.


Worte & Bilder verbinden sich entdeckungsfreudig, machen sichtbar, und regen an zum Weiterdenken & Träumen: meinwortgarten-Inhaberin und freie Journalistin Lilli Vostry sprach gestern zur Ausstellungseröffnung von Dorothee Kuhbandner.

Farbreiche Bilder des Lebens

In leuchtenden Farben, fantasievoll, verschmitzt, vieldeutig und feinsinnig lädt die Ausstellung „Wer bin ich?“ von Dorothee Kuhbandner die Besucher zum Innehalten, Träumen und Nachdenken ein in der Stadtteilbibliothek Radebeul-Ost im Kulturbahnhof. Zu sehen bis 30. Oktober 2026.

Eine Figur, halb Mensch, halb Tier, schmiegen sich aneinander. Umhüllt von einem feuerroten Kopf. Die Farbe fließt, strömt, kreist und verknäult sich in schwarzen und weißen Linien wie Rauchzeichen. Wer beschützt oder bedroht hier wen? Hinter der nachtblauen Hauswand sitzt hinter vergittertem Fenster im hellen Lichtschein eine weiße Taube. Das warme Licht fließt zu einer erdbraunen Gestalt herüber, die klein und zart vor dem feurigen Gesicht steht.
Es ist das Titelbild zur Ausstellung „Wer bin ich?“ mit Malerei und Zeichnung von Dorothee Kuhbandner. Ich begrüße Sie herzlich in den Räumen der Stadtbibliothek Radebeul-Ost im Kultur-Bahnhof.

Farbreiche Bilder des Lebens, in denen Kunst, Natur und Zwischenmenschliches aufs Schönste miteinander verbunden sind, können Sie hier sehen. Fantasievoll, verschmitzt, vieldeutig und feinsinnig begegnen diese dem Betrachter. Dorothee Kuhbandner ist eine Bilderzauberin. Auf kleinen und großen Fomaten, Leinwänden und Papier entführen ihre Werke in leuchtenden Farben, symbolhaft und ausdrucksreich, in einen ganz eigenen Bilderkosmos zwischen Traum und Wirklichkeit, gemalt im „Dorealismus“, wie sie es nennt. Drei Fensterbilder, sacht bewegt vom Wind und gehalten von Drähten unter dem Blätterdach eines Baumes, drehen sich und erscheinen immer wieder anders im Spiel von Licht und Schatten. Auf dem Weg zu ihrem Wohnhaus und Atelier in Radebeul, in der Oberen Berggasse, unterhalb der Weinberge. Das erste Bild zeigt drei Figuren mit Augenbinde, Kopfhörern und Maske vorm Mund in einem Boot sitzend. Es trägt den Titel „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen aber fühlen“, eine Hand liegt auf einer Mauer. Wie ein roter Lampion wirkt auf den ersten Blick die Maske mit den rot-weißen Signalbändern, auf der eine weiße Taube thront vor einem staunenden Gesicht. Im dritten Bild sind aufgespannte Rettungsschirme über lodernden Flammen, eine Taube, ein versteckter Gekreuzigter, eine waghalsige Dame, ein getarnter Uhu und, und, und zu sehen. Die Fensterbilder sind großformatig auch in dieser Ausstellung zu sehen.

Insgesamt neun Bilder in Tusche- und Acrylmalerei, die 2023 entstanden sind und einige kleinere und ältere Arbeiten, zeigt die in Radebeul lebende Künstlerin unter dem Titel „Wer bin ich?“ Angeregt wurde Dorothee Kuhbandner dazu von einem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer, das der Theologe und Dichter 1944 im Gefängnis schrieb. Mit dem Thema ist sie schon lange vertraut. Als sie vor 20 Jahren in der Friedenskirche Radebeul ausstellte, machte sie der dortige Pfarrer Schleinitz auf das Bonhoeffer-Gedicht aufmerksam mit den Worten: „Das passt.“ Dorothee Kuhbandner beschäftigt ebenso die Frage: „Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selber von mir weiß? Unruhig, sehnsüchtig, krank wie ein Vogel im Käfig, ringend nach Lebensatem…“, wie es Bonhoeffer formulierte. Die Bilder ihrer Ausstellung „Wer bin ich?“ waren bereits in der Wuhlgartenkirche in Berlin im Jahr 2023 zu sehen, außerdem in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Chemnitz im Kulturhauptstadt-Jahr 2025 und in der Uniklinik der Medak in Dresden ein halbes Jahr lang. Zuletzt in der Full Moon-Gallery in Dresden. Dies ist nun die fünfte Station in der Stadtteilbibliothek Radebeul-Ost. Den Bildern hat Dorothee Kuhbandner eigene Texte hinzugefügt, die auch in einem Begleitheft zur Ausstellung „Wer bin ich ?“ in ihrem ZilpZalp Verlag Radebeul erschienen sind. Nicht um die Bilder zu erklären, sie sieht die Zeilen vielmehr als zusätzliche Ebene. Es sind gedankliche Reflexionen von ihr zu den Bildern: „Warum habe ich das gemalt?“

Sie sei selbst oft überrascht von dem, was sie sieht. Malen ist ein intuitiver, spontaner Vorgang. Manche Besucher lesen nur die Texte und sehen die Bilder nicht an, sagt sie. Idealerweise ergänzt sich beides, Worte und Bilder. Bäume, Pflanzen, Tiere und immer wieder Gesichter, die sich ansehen wie im Spiegel, aus Trichtern, Tunneln oder Megaphonen hervorschauen, oft im schwarz-weißen Schachbrettmuster und Fabelwesen, halb Mensch, halb Tier, mit buntem Gefieder, Flügeln, Hörnern, Knospen und Jahresringen, besiedeln und beäugen auf den Leinwänden den Betrachter offen, wundersam und neugierig. Auerdem zeigt sie ein Porträt von ihrem Sohn Friedrich, mit nachdenklichem Blick und hervorquellenden Gedankengängen, aus denen weiße Tauben flattern und ein Selbstporträt, das eine Frau zeigt, aus deren Kopf Blumen sprießen bis hinunter auf die schwarz-weiß karierte Halskrause mit Harlekinglöckchen. In den Bildern von Dorothee Kuhbandner nehmen Erlebtes, Träume, Ängste, Zweifel und Hoffnungen farbenfroh und vieldeutig, oft mit leisem Schmunzeln, Gestalt an. Sie möchte, dass die Betrachter sich selbst Gedanken zu den Bildern machen, sich verbinden und etwas entdecken, wiederfinden von sich selbst in den Bildern. Man muss sie nicht sofort und völlig verstehen. Diese Bilder wollen vor allem gefühlt werden. Sie sind eine Einladung an die Betrachter, das Staunen und Träumen in einer zunehmend technisierten, widerspruchsvollen und kalten Gegenwart nicht zu verlernen, vielmehr den eigenen Sinnen und Erfahrungen zu vertrauen.

Die Malerin, Grafikerin, Objektkünstlerin und Illustratorin wurde 1964 als Dorothee Friedrich in Dresden geboren und ist in Radebeul aufgewachsen, verheiratet und Mutter von vier Söhnen. Sie hat Ausbildungen als Buchbinderin, Krankenschwester, Tagesmutter und Entspannungspädagogin. Dorothee Kuhbandner ist äußerst gestaltungs- und experimentierfreudig und verwandelt alles, was ihr zwischen die Finger kommt, liebe- und kunstvoll. Sie ist Autodidaktin und seit 2010 freischaffend als Bildende Künstlerin tätig. Seit 2012 hat sie die „Galerie mit Weitblick“ in Radebeul betrieben, die sie letztes Jahr wegen neuer Besitzer des Grundstücks aufgeben musste. Doch so wie Vögel fliegen wollen und sie es zurückgezogen im Schneckenhaus nicht lange aushalten würde, hält Dorothee Kuhbandner immer wieder Ausschau nach neuen Wundern und Möglichkeiten, sie glaubt weiterhin an Träume für eine bessere Welt ohne ein „Traumtänzer“ zu sein. Das spricht aus all ihren Bildern, die unbeschwert, feinfühlig und fröhlich, aufmunternd und wagemutig sind
und die Welt ein Stück freundlicher, farbenfroher und heller machen.
Nun bleiben mir noch die magischen vier Worte: Die Ausstellung ist eröffnet!

Text + Fotos (lv)
Porträtaufnahmen: Annette Richter

Geöffnet: Mo, Do, Fr 10-19 Uhr, Di 13-19 Uhr, Mi geschloissen


Bücher, kleine und grpße, farbenfroh illustriert aus dem ZilpZalp-Verlag Radebeul von Dorothee Kuhbandner. Auch online bestellbar.

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