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Kategorien-Archiv: Projekte

Musiksommer Bärenstein: Gedicht-Lesung von Lilli Vostry mit Harfenspiel von Aerdna Harp

27 Montag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, In eigener Sache, Lebensart, Musik, Natur, Poesie, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Meer-Klänge und Poesie beim Musiksommer Bärenstein

Mit neuen Gedichten war die Autorin Lilli Vostry aus Dresden, begleitet an der Harfe von Aerdna Harp am vergangenen Sonnabend zu Gast in dem kleinen Ort im Osterzgebirge.

Beschwingt, bewegt, wild und sanft ging es zu bei unserer Lesung mit neuen Meer-Gedichten von Lilli Vostry, begleitet von wundervollem Harfenspiel von Aerdna Harp am Sonnabend im Kunsthaus Bärenstein. Es war mir ein Vergnügen vor aufmerksam lauschenden Publikum zu lesen. Überschaubar, doch jede Reihe war besetzt. Es muss sich wohl noch mehr herumsprechen, dass hier in der Sommerzeit ganz besondere Kulturerlebnisse locken, als Sahnehäubchen zur wunderbaren Landschaft des Erzgebirges, viel Wald, Wanderwege, wildblühende Wiesen, Weite, Stille, kleine schöne Orte mit alten Fachwerkhäusern, hier und da Ausschank, Zeit zum Innehalten und Verweilen und Genießen der Ruhe und Natur.

Herzlichen Dank an Hartmut Dorschner, Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein. Der mit Konzerten mitten in der Natur, Autorenlesungen und Ausstellungen Kunst und Kultur auch in den ländlichen Raum bringt. Noch den ganzen Sommer über bis Mitte September.

Die nächste Autorenlesung und Musik gibt es mit Zoe Nora Goerges und Hartmut Dorschner am Saxophon am 8. August, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos zum Programm unter http://www.kult-ur-art.eu
Natur & Kunst: Ein Bild von Anita Rempe im Kunsthaus Bärenstein.
Sonntagsfrühstück in Bärenstein: Gastgeber Hartmut Dorschner. Brot selbst gebacken, erlesene Früchte und himmlische Ruhe luden ein zum Verweilen und Genießen. Mittags gab es leckere selbstgemachte Pizza von Aerdna Harp.
Poesie pur und ein erfrischendes Bad in einem See in Zinnwald nach einem wunderbaren Sonnentag erfreuten das Herz nach meiner Gedicht-Lesung mit Musik am Sonnabend in Bärenstein.

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Musiksommer Bärenstein lockt zum vierten Mal mit Konzerten an ungewöhnlichen Spielorten & Autorenlesungen & Ausstellungen

27 Montag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Lebensart, Literatur, Musik, Natur, Poesie, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Jede Menge Jazz & gute Laune: Die Macher des Musiksommer Bärenstein Matthias Macht, Schlagzeug; Initiator Hartmut Dorschner am Saxophon, Agnes Ponizil, Sängerin und Akkordeon/Klavier und Aerdna Harp an der Harfe.
Freejazz und Klangwanderung im Widerhall des Miriquidi
Der 4. Musiksommer Bärenstein lockt mit Konzerten, Musizier-Workshop, Lesungen und Ausstellungen noch bis Mitte September.
Jede Menge Jazz, gute Laune und Konzerte an urigen, ungewöhnlichen Spielorten vor zauberhafter Naturkulisse – Dafür steht der Musiksommer Bärenstein. Unter dem Motto „Hört auf!“ lockt von Juli bis September in dem kleinen Ort im Osterzgebirge bereits zum vierten Mal ein pralles Programm mit Konzerten, ein Workshop zum Mitmusizieren und einer musikalischen Wanderung, Ausstellungen und Autorenlesungen. Zu erleben sind Musiker aus Italien, Spanien und Deutschland.

Der Titel des Musiksommers spielt auf den Bergmannsgruss Glück auf an, steht aber auch für ländliche Abgeschiedenheit und Ruhe, Skepsis gegenüber Neuem und für Aufhorchen. Als Logo sieht man auf den Veranstaltungsplakaten statt Schlägel und Eisen zwei Noten. Letztes Jahr wurde beim Musiksommer unweit vom Kunsthaus Bärenstein ein neuer Spielort in einem leeren Ladengeschäft in der Kirchgasse 2 feierlich eingeweiht. Mit einem Konzert mit Freejazz, improvisierter Musik vom Feinsten, mit den zwei Musikern Hartmut Dorschner am Saxophon und Matthias Macht am Schlagzeug.

„Das Haus öffnet sich zum Markt hin. Dadurch sind wir als Veranstaltungsort präsenter“, sagt Hartmut Dorschner, Musiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein. Veranstaltet wird dieser vom „kult-ur-art“ Kunstverein zu Bärenstein mit derzeit 30 Mitgliedern. Das alte Gebäude am Markt wollte die Stadt Altenberg schon vor 20 Jahren verkaufen. Dorschner hat es erworben vor zwei Jahren und einen Raum mit großem Schaufenster hergerichtet als „Musikladen“. Dort ist Platz für ca. 50 Besucher. Einen Vorgeschmack auf den diesjährigen Musiksommer Bärenstein gaben die Musiker schon beim Fototermin. Sie holen ihre Instrumente aus dem Haus, darunter eine alte Pioniertrommel aus DDR-Zeiten, die wohl aus einem Spielmannszug stammt und sich noch auf dem Dachboden fand. Die Freude am Musizieren steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Sie stellen sich auf am Wahrzeichen von Bärenstein, dem steinernen Bären auf der Wiese am Markt.

Die Skulptur stammt von dem ortsansässigen Künstler und Vereinspräsident Mario Nitschke. Schlagzeuger Matthias Macht hält die Trommel in der Hand und in der anderen einen Klöppel. Es ist sehr warm an diesem Tag. Mit nacktem Oberkörper und kurzen Jeans sitzt der Musiker auf seiner olivgrünen „Schwalbe“, mit der er aus dem elterlichen Wohnhaus in Freital nach Bärenstein gefahren ist. Er selbst wohnt in Dresden. Das Motorrad aus den 1980er Jahren aus dem Osten hat er für 2 500 Euro letztes Jahr auf einem Flohmarkt gekauft. Hartmut Dorschner spielt Saxophon. Er trägt offenes, schulterlanges Haar und einen himmelblauen, seidenen und blumenbestickten Anzug, den er von einer Reise nach Indien mitgebracht hat. Seit dem ersten Musiksommer Bärenstein dabei ist außerdem Agnes Ponizil.

Die Komponistin, Jazzsängerin und Musikerin, sie spielt Klavier und Akkordeon, hat seit 2022 ein altes Haus in der Kirchgasse, das sie ausbaut und nun auch für Ausstellungen öffnet. Mit Hartmut Dorschner arbeitet sie schon länger zusammen. Sie lädt diesmal zu einem „Wander-Workshop und Freiluftkonzert im Widerhall des Miriquidi“, dem lateinischen Wort für Erzgebirge ein. „Wir wandern rund um Bärenstein, singen Lieder, werden pfeifen, jodeln und tönen“, sagt Agnes Ponizil.
Start ist am 29. August, um 14.30 Uhr vom Markt Bärenstein aus bis zur Sachsenhöhe und zurück. „Mitmachen können Laien und musikalische Profis, Sängerinnen und Sänger aus dem Osterzgebirge und natürlich auch urbane Sangesbegeisterte, die Sommerfrische schnuppern wollen“, so die Sängerin.

Außerdem gab es gleich drei Ausstellungseröffnungen an einem Tag in Bärenstein. Es werden Bilder von Else Gold, einer Meissner Künstlerin, in der Kirchgasse 10 zu sehen sein. Agnes Ponizil kennt sie seit 20 Jahren, seit ihrem Musikstudium. Es wird auch eine Klanginstallation von Felix Ermacora in der Kirchgasse 12 gezeigt sowie Porträts von Eleni Haase und Keramik-Köpfe und Fische aus Ton von Karin Dorschner im „Musikladen“ in der Kirchgasse 2.

Hartmut Dorschner kommt aus einer musischen Familie. Seine Mutter ist gestalterisch tätig. Seine Schwester Andrea Dorschner musiziert mit Leidenschaft an der Harfe. Sie begleitet eine Gedicht-Lesung am 25. Juli, um 17 Uhr und ein Konzert mit ihr und dem Musiker Sven Haubold am Klavier gibt es am 26.7., um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein. Eröffnet wurde der Musiksommer traditionell mit dem Dozentenkonzert zum Workshop mit Matthias Macht und Hartmut Dorschner am 12. Juli, um 15 Uhr. Die beiden sind befreundet seit nunmehr 40 Jahren, sie lernten zusammen Steinmetz im damaligen VEB Elbe Naturstein in Dresden und haben beide an der Dresdner Musikhochschule studiert. Matthias Macht spielt seit 1986 Schlagzeug. „Weil ich intuitiv in der Familie die Vermittlerrolle habe und die Leute zusammenhalte auch in der Band und das Thema, den Takt vorgebe“, erzählt er. „Die Inspiration und vor allem die Freiheit, die wir immer gespürt haben beim Musizieren, wollen wir weitergeben in unserem Workshop“, sagt Matthias Macht. Er und Hartmut Dorschner feierten letztes Jahr ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Zusammen leiteten sie als Dozenten wieder die Werkstatt mit dem BärensteinOrchester vom 13. bis 18. Juli im Kunsthaus Bärenstein.

Dieses Jahr mit dem Thema „Pausen“. „Die Stille, das Schweigen. Das Wichtigste an der Musik steht nicht in den Noten, sondern im Raum dazwischen“, weiß Matthias Macht. Große Komponisten und Musiker wie Claude Debussy, Leonard Bernstein und Miles Davis wissen das. Ebenso Vertreter der Minimal Music wie Eric Satie, Philipp Glass und Steve Reich. „Spannung kann ja nur in der Stille entstehen“, so Matthias Macht. Inspiriert habe ihn im Jazz dabei sehr Gunter „Baby“ Sommer, der auch sein Lehrer und Professor an der Musikhochschule war. Doch die eigentlichen Lehrjahre seien 1987/88 bei Konzerten noch im alten Jazzclub Tonne im damaligen Kellergewölbe des inzwischen wiederaufgebauten Kurländer Palais, nahe der Kunsthochschule, gewesen.

„Da haben wir Günter Baby Sommer gesehen und waren begeistert. Da er eine unglaubliche Präsenz hat“, erinnert sich Macht. „Das Ziel im Workshop ist es, gemeinsam mit den Teilnehmern wieder schöne Musik zu machen, die es noch nie gegeben hat“, so Macht. Seine Zwillinge, 15 Jahre jung, spielen Gitarre und Bass im BärensteinOrchester. „Dieses dauernde Repitieren, Wiederholen ist nicht unser Anspruch“, sagt Jazzmusiker Hartmut Dorschner. „Wir erfinden alles neu.“
Im BärensteinOrchester spielen maximal zwölf Teilnehmer. Acht Musikbegeisterte aus der Umgebung zwischen zwölf und 66 Jahren haben sich schon angemeldet. Viele Teilnehmer kennen sich bereits. Darunter etliche Bläser am Saxophon, andere musizieren am Klavier, Triola, Gitarre und Bass. Geprobt wird kreativ mit Spiel- und Bewegungsimpulsen. Mit bemalten Karten mit Symbolen und Begriffen und Laute tönen, aus denen eigene Songs entstehen. Das „Grusel Solo“ ist Matthias Machts Lieblingskarte. „Weil das fetzt!“

Dorschner mag besonders die Karte mit dem Wort „Explosion“. „Da machen alle etwas und reagieren, kann man die ganze angestaute Angst und Unsicherheit rauslassen“, erlebt er. „Es gibt keine Fehler. Außerdem sind sie dazu da, dass man sie macht und etwas erfährt. Bei uns auf der Bühne ist alles erlaubt.“ Ganz egal, was andere Leute darüber denken. Hartmut Dorschner, Jahrgang 1970, fühlt sich sehr dem Freejazz verbunden. Er hat zusammen mit dem Jazzmusiker Dietmar Diessner und Matthias Macht beim Musikfestival „Bedrohte Art“ die frei improvisierten Klänge in der damaligen Blauen Fabrik auf der Priesnitzstrasse in der Äußeren Neustadt Mitte der 90er Jahre gespielt. „Jazz war vorher in der DDR etwas Besonderes. Da diese Musik keine Worte hat, war es für viele eine Nische für Freiheit“, so Dorschner. So gab es ein großes Jazzfestival in Peitz bei Cottbus, genannt „Woodstock am Karpfenteich“, zu dem um die 30 000 Zuschauer jährlich strömten. Nach der Wende sank die Besucherzahl schlagartig auf rund 100 Besucher. „Die Leute verwechseln Geld mit Freiheit“, sagt Matthias Macht zu dieser Entwicklung. Hartmut Dorschner spielte in Peitz im Trio mit großartigen Musikern aus drei Saxophon-Generationen: zusammen mit dem schon verstorbenen Ernst-Ludwig Petrowsky und Dietmar Diessner. Im Zusammenspiel im Jazz gehe es um Expressivität im Ausdruck und Gespür für die Musik, so Dorschner.

Das Workshopkonzert mit dem BärensteinOrchester, mit eigenen Songs der Teilnehmer, fand am 17. Juli, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein statt. Ein besonderes Freiluftkonzert gibt es vor dem Milchschafhof Bärenstein. Während die Schafe auf der Weide grasen, spielen vor dem Gebäude die Musikerinnen Andrea Hofmann an der Violine, Karoline Schulz verschiedene Flöten und Sabine Grüner Cello am 16.8., 15 Uhr. Inklusive Vogelzwitschern, Blätterrauschen inmitten hoher Bäume und Heuduft in der Nase. Ein weiterer Höhepunkt beim Musiksommer ist das Konzert an zwei Klavieren mit klassischer und neuer Musik mit Andreas Scotty Böttcher aus Dresden und der spanischen Musikerin Hada Benedito am 22.8., 17 Uhr.
„Die meisten Bewohner sehen den Musiksommer Bärenstein wohlwollend. Einige sind noch scheu und schauen von weitem“, so Dorschner. Das liege wohl an der allgemeinen Unsicherheit. „Da es kein Mainstream ist, sondern handgemachte Musik. Das ist im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, KI, fast schon subversiv.“ Matthias Macht ergänzt: „Wir machen Musik von Menschen für Menschen mit Herz. Die Leute zieht es auch zu gemeinsamen Erlebnissen. Gerade die kleinen Formaten laden ein zum Genießen und miteinander ins Gespräch zu kommen.“
Rund 30 Besucher kommen jeweils zu den Veranstaltungen, so Dorschner. Der Musiksommer Bärenstein bringt auch mehr Leben in den Ort. Früher gab es hier mal vier Kneipen, jetzt keine einzige mehr und nur wenige Läden. Die meist älteren Betreiber finden keine Nachfolger im ländlichen Raum. „Das führt dazu, dass manche jetzt in Garagen zu zweit mit einem Kasten Bier sitzen und sich schon daran gewöhnt haben“, sieht Dorschner bei Bekannten. „Ich glaube, die wollen die Leute auch weg von Gemeinschaft haben, die Globalisten“, so Dorschner und findet diesen Trend der Vereinzelung bedenklich. Aus seiner Generation gebe es keinen mehr im Ort. Die seien weggezogen wegen der Arbeit in den Westen.

„Die Alten sterben. Die Häuser stehen leer. Das ist Diebstahl auch an Menschen, Humankapital.“ Hartmut Dorschner hat Jazzsaxophon und Komposition an der Dresdner Musikhochschule studiert und wohnt und arbeitet schon seit längerem als freischaffender Musiker in Bärenstein. Im ehemaligem Pfarrhaus gegenüber der Kirche hat er das Kunsthaus Bärenstein eingerichtet, das er noch saniert. Ein urwüchsiger Garten mit Obstbäumen gehört dazu und man hat aus den Räumen im Obergeschoss eine wundervolle Aussicht auf die hügelige Landschaft und weiten Himmel und himmlische Ruhe. Dorschner organisiert ehrenamtlich den Musiksommer Bärenstein und stellt die Räume im Kunsthaus wie den Saal mietfrei zur Verfügung. Der Musiksommer wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen aus dem Projektefond zur Kunstförderung im ländlichen Raum mit 5 000 Euro wieder gefördert. Die Ostsächsische Sparkasse gibt 2 000 Euro dazu. Die Heidehof-Stiftung möchte  2 400 Euro geben und fördert damit den Musikworkshop und ein Konzert mit elektronischer Musik. Alle Veranstaltungen und der Musikworkshop sind für die Teilnehmer und Besucher eintrittfrei.

„Es wäre schön, wenn noch mehr Künstler nach Bärenstein kommen. Im Kunsthaus ist Platz genug als Wohngemeinschaft und für weitere kreative Projekte und auch Unterstützung beim Vorrichten der Räume gern gesehen“, hofft Hartmut Dorschner auf noch mehr Initiative. Gelegenheit zum Umschauen, Anregen lassen, Austausch und Genießen von Kunst und Natur bietet der Musiksommer Bärenstein für alle Besucher reichlich.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.kult-ur-art.eu

Einige Konzerte mit improvisierter Musik finden im Musikladen in der Kirchgasse 2 am Markt in Bärenstein statt. Es gibt auch eine Klangwanderung in dem Wald. Bären gibt es hier keine mehr, wohl aber Rehe und Firmen, die gern die Bodenschätze im Osterzgebirge abbauen würden, ohne Rücksicht auf die Natur! Jazzmusiker Hartmut Dorschner zeigt einen Rehkopf, das einst sein Großvater in Oschersleben schoss. Es war sein erstes Wild als Jäger.

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Ausstellung „Stadtszenen“ von Jörg Kraut im Restaurant „Kastenmeiers“

18 Samstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Bilder-Spaziergang durch die Neustadt

Farbenfroh, lebendig und authentisch holt die Ausstellung „Stadtszenen“ des Künstlers Jörg Kraut bekannte Gebäude uns Plätze, Flair und Lebensart von der Neustädter Seite in die Altstadt. Die Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, dem 19. Juli von 13 bis 15 Uhr im Restaurant „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“, Am Taschenberg 3 in Dresden.
Böhmische Straße, Martin-Luther-Platz und Artesischer Brunnen – all diese Orte findet man in der Dresdner Neustadt. Neustädter Szenen auch in der Altstadt entdecken – an den Wänden des Restaurants Kastenmeiers im Taschenbergpalais. Hier zeigt der Dresdner Künstler und Wahl-Coswiger Jörg Kraut „Stadtszenen“, die fast alle einen Bezug zur Dresdner Neustadt haben.
Dabei porträtiert Jörg Kraut die Gebäude und Plätze nicht als Postkartenidylle, sondern zeigt sie belebt mit Menschen, voller Bewegung und mit liebevollem Blick auf die Details. Wer die Neustadt kennt, entdeckt beim Betrachten der Bilder viel Vertrautes. Wer sie nicht kennt, bekommt Lust, dieses Viertel zu durchstreifen, so lebendig fängt der Künstler die Atmosphäre ein.

Für Jörg Kraut war die Kunst schon immer ein wichtiger Teil seines Lebens. Bereits die Schulhefter hat er rundum ausführlich bemalt. Zunächst erlernte er einen technischen Beruf, widmete sich danach aber umso mehr seiner Leidenschaft für die Kunst. Er studierte Theatermalerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und arbeitet seit vielen Jahren im Team der Bühnenbildner an der Staatsoperette Dresden mit.Die Ausstellung im „Kastenmeiers“ zeigt überwiegend Bilder in Öl sowie einige Aquarelle in den Maßen ab 43x53cm bis 70x100cm. Die Preise der Bilder, die man in der Ausstellung alle erwerben kann, bewegen sich zwischen 350 und 900 Euro.

Es ist bereits die 104. Bilderschau seit Eröffnung des Restaurants. Was alle Ausstellungen verbindet, ist der kostenfreie Genuss, ob zum Essen oder auch außerhalb der Öffnungszeiten. Das Restaurant öffnet täglich um 17 Uhr. Bereits ab 14 Uhr sind interessierte Besucher auch unabhängig von einem Restaurantbesuch willkommen.

Zur Vernissage mit dem Künstler am 19. Juli laden wir herzlich ein! Zu sehen sind die Bilder von Jörg Kraut bis 28.8. im „Kastenmeiers“.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

http://www.kastenmeiers.de

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Geschichten die das Leben schreibt: Der wiedergefundene Vater

18 Samstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, In eigener Sache, Lebensart, Natur, Projekte, Zwischenmenschliches

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Unter der Überschrift „Der wiedergefundene Vater“ erschien mein Beitrag in der Sächsischen Zeitung am 11./12. Januar 2014. Viel ist geschehen seitdem. Es bleibt die Erinnerung an ein wunderbares Wiederfinden, schöne Begegnungen, Erzählen, Schweigen und nun der Abschied für immer. Am Freitag, dem 17. Juli 2026 fand die Trauerfreier mit Beisetzung meines Vaters in Dresden statt. Er starb durch einen tragischen Unglücksfall im Alter von 83 Jahren.

Unsere Familie nach der Trauerfeier. Das Leben ist ein Fließen. An der Elbe in Laubegast, Ein Lieblingsort meines Vaters. Ganz in der Nähe ist auch seine letzte Ruhestätte. Ruhe in Frieden, Papa!
Es war ein herrlicher Sonnentag, mit beschwingtem Jazz, vielen Blumen, bewegten Erinnerungen, Tränen, aber auch angeregten Gesprächen, gutem Essen, Fassbrause wie in Kindertagen, Freude und Zuversicht: Lebt Euer Leben und genießt es!, würdest Du sagen.

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Galerie auf Zeit: Ausstellung mit Fotografie & eine Retro Computer Lounge in der Neustädter Markthalle in Dresden

18 Samstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Lebendige Computerwelten
Kein stupides Geflimmer, sondern selbst aktiv und kreativ werden, wird groß geschrieben in der Retro Computer Lounge, in der nostalgische klassische Computer und Spielekonsolen zu bestaunen sind und immer noch funktionstüchtig zum Ausprobieren einladen. Außerdem gibt es Gaming & Workshops bei dieser Aktion des Retro Computer Clubs Dresden e.V. täglich von 13.30 bis 19.30 Uhr noch bis diesen Sonnabend in der Neustädter Markthalle auf der Hauptstra0e in Dresden.

Ein toller Begegnungsort für klein und groß zum Austausch, Fachsimpeln, Erinnern und Reisen wie mit einer Zeitmaschine in gemütlich entspannter Atmosphäre. Außerdem werden mit dieser Aktion die sonst leer stehenden Flächen im Obergeschoss der Markthalle neu belebt, Diese werden vermietet und temporär genutzt von verschiedenen Vereinen in einem Projekt von „neuerdings.net“.

Auf einer weiteren großen Freifläche dort ist eine Galerie auf Zeit entstanden. Lebensbilder, Landschaften und Stadtansichten von einem Dutzend FotografInnen sowie verschiedene kulturelle und soziale Projekte zeigt derzeit eine Ausstellung mit dem Titel „Nischen“, die zum Anschauen, Verweilen und Sichtbarmachen von Räumen und kreativem Potenzial machen einlädt.

Dieses Projekt läuft noch bis Ende September. Eine tolle Idee der Initiatoren, mit hoffentlich bald dauerhaft neuen, lebendigen Angeboten in diesem wunderschönen Jugendstilambiente. Man darf gespannt auf die nächsten Aktionen dort auf der Empore in der Neustädter Markthalle sein!

Der Retro Computer Club Dresden ist jeden Mittwoch ab 18 Uhr geöffnet. In dem Raum auf der Zwinglistraße 25 können Besucher eine Computer-Sammlung sehen, die Geräte werden von den Vereinsmitgliedern gepflegt, restauriert und auch ältere  Geräte und Spielkonsolen repariert. Wird auf diese Weise ein Stück Technikhistorie und auch Kulturgut bewahrt, nachhaltig weiter genutzt und anschaulich und zum Anfassen erhalten. Der Raum steht auch offen für Vorträge und Firmenevents.

Text + Fotos (lv)

http://www.retrocomputer-dresden.de
http://www.neuerdings.net

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Premiere vom Theaterjugendclub Döbeln zum Thema „Heimat“ anlässlich des 1045-jährigen Stadtjubiläums

13 Samstag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Theater, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Erstmals seit zehn Jahren wird 2026 wieder ein Heimatfest in Döbeln gefeiert. Mit einer Festwoche vom 14. bis 21. Juni. Höhepunkt ist eine Wandertheater-Aufführung mit dem Theaterjugendclub, der an verschiedenen Orten im Stadtzentrum Geschichten und Szenen zum Thema Heimat zeigt.
Spielerisch die eigene Stadt neu entdecken: Akteure des Theaterjugendclubs im Stadttheater Döbeln bei der Probe.


Von Lieblingsmenschen, verbrannten Pfannkuchen und Heimweh
Was Heimat alles sein kann, erkunden junge Leute derzeit im neuesten Projekt des Theaterjugendclubs im Stadttheater Döbeln. Premiere hat das Wandertheater-Stück beim Heimatfest am 14. Juni, um 19.30 Uhr an der Klosterwiese.
Sie gehen, spazieren, schlendern vor noch leerer Kulisse. Bewegen sich umeinander im Kreis, hin und her, mit schnellen oder vorsichtigen Schritten, sehen sich an und schauen sich um. Einige der jungen Darsteller halten historische Kleider in den Händen aus dem Fundus, betrachten sie und tauchen mit ihnen in die Geschichte ihrer Stadt ein. Ein Mädchen steht davor, mit offen einladenden Händen und lächelt. „Heimat ist ein Gefühl, ein warmes Gefühl. Es sind die Menschen, die ich liebe und auch die nicht“, sagt Jasmin, 16 Jahre.
„Es gibt kein festes Zuhause. Heimat ist für mich ein Ort, wo ich noch nicht war und etwas erleben kann. Ein Ort, an dem Fabius ist, mein bester Freund“, sagt Kim, 15 Jahre. Sie sei schon oft umgezogen mit ihrer Familie. „Theater ist auch in gewissem Sinne eine Heimat.“ Kim ist schon das dritte Jahr im Theaterjugendclub im Stadttheater Döbeln dabei.

Im neuesten Theaterprojekt zum Thema „Heimat“ soll greifbar werden, was das alles sein kann. Dazu sammeln derzeit 15 junge Leute unter Leitung von Katharina Landsberg spielerisch Ideen und erkunden neues Terrain. Die Proben haben im Februar begonnen. Immer freitags um 16 Uhr treffen sie sich im Stadthteater Döbeln. „Es wird kein traditionelles Theaterstück, sondern ein Wandertheater mit der Natur als Kulisse. Wir wandern quasi durch die Stadt unter Beteiligung verschiedener Künste, mit Theater und Musik“, sagt Katharina Landsberg, die Leiterin des Jungen Theaters seit der Spielzeit 2022/023 im Stadttheater Döbeln. Sie arbeitet als Dramaturgin, Regisseurin und Theaterpädagogin am Haus. Seitdem gibt es auch den Jugendtheaterclub. Einmal im Jahr entsteht dort eine Inszenierung mit Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren.

Es gab schon ein Stück zum Thema „Grenzen“, bei dem verschiedene „Farbkinder“ wieder zueinander fanden. Und letztes Jahr eine „Kommunikations“-Baustelle mit einem „Marktplatz der Worte“ in Kooperation mit dem Lügenmuseum in Radebeul, wo man zusammen etwas im öffentlichen Raum gestalten konnte. Das neue Theaterprojekt soll ein Höhepunkt zum Heimatfest 1045 Jahre Döbeln werden, das mit einer Festwoche vom 14. bis 21. Juni in der Stadt mit 24 000 Einwohnern gefeiert wird.

Premiere hat die Wandertheater-Aufführung am 14. Juni, um 19.30 Uhr. Es gibt insgesamt fünf Vorstellungen. Beginnend an der Klosterwiese erlebt das wandernde Publikum an zehn Stationen in der Stadt die jungen Akteure, die Figuren aus der Stadtgeschichte spielen und Szenen darüber, was Heimat für sie bedeutet, zeigen. „Wir feiern dieses Jahr erstmals seit zehn Jahren nach coronabedingter Pause wieder ein Heimatfest in Döbeln, bei dem es auch viel um Bürgerbeteiligung geht“, sagt Christiane Böttger, Sachgebietsleiterin Kultur bei der Stadt Döbeln. Es werde ein großes Vereinsfest am 18. Juni im Bürgergarten geben. Selten heutzutage sei auch, dass mit den „Döbelner Heimatfreunden“ gleich eine ganze Gruppe sich der Stadthistorie widmet. Dieses Jahr erscheint von ihnen wieder das „Döbelner Mosaik“, es ist bereits der siebente Band in Form einer Ortschronik zum Heimatfest. Finanziert wird die Inszenierung des Jugendtheaterclubs Döbeln mit einer Projektförderung vom Kulturraum Erzgebirge/Mittelsachsen mit über 9 000 Euro und einem Eigenanteil in gleicher Höhe von der Stadt Döbeln, so Christiane Böttger.

„Das Wandertheater ist auch eine Möglichkeit, die Stadt neu zu entdecken“, so Katharina Landsberg. Es verbindet Geschichten zu Historie und Gegenwart. „Wir laden zu diesem Theaterprojekt generationenübergreifend auch erwachsene Döbelner ein, die gern Geschichten erzählen und spielen möchten. Zusammen schauen wir auf die vielen Seiten und Gesichter einer Stadt“, ist ihr wichtig. „Theater als Ort auch zu streiten, diskutieren und sich zu begegnen.“ 99 Prozent der am Heimat-Projekt beteiligten Jugendlichen kommen aus Döbeln. „Sie haben die Erfahrungen des Weggehens noch nicht gemacht und so nähern wir uns dem Thema mit Fragen wie: Welches Gefühl oder was für einen Geschmack löst das Wort Heimat aus? Welche Lieblingsorte habt Ihr?“, so Katharina Landsberg. „Da kommt dann ganz viel.“ Die schönste Antwort kam von einem achtjährigen Mädchen: „Heimat schmeckt nach den verbrannten Pfannkuchen meines verstorbenen Papas“, erzählt die Theaterpädagogin.

Sie hörte aber auch von Jugendlichen: „Döbeln ist langweilig.“ Es gebe ja auch unterschiedliche Interessen. „Wenn man klettern will, fährt man eben in die Sächsische Schweiz, spazieren kann man entlang der Mulde sehr schön. Döbeln hat den ältesten Riesenstiefel, der fast 100 Jahre alt, an die Schuhmacherinnung erinnert. Außerdem sehr gute Eisdielen. Ein Kino, ein Freibad mit Sprungtürmen und eine große Freizeitanlage“, zählt sie auf. Vor der Probe sitzen die jungen Akteure zusammen in der Runde und erzählen, was für sie Heimat ist, beispielsweise: “Ein Ort, wo ich gern zurückkomme und den ich mit meiner Familie und Kindheit verbinde“, sagt Josi, 18 Jahre. „Wo ich mich wohlfühle und Spaß habe. Und ich mag das Schauspiel“, sagt Christel, 10 Jahre. Nils, 13 Jahre: „Heimat ist ein Ort, wo ich mich geborgen fühle.“ Lenya, 17 Jahre: „Heimat ist für mich, wo meine Lieblingsmenschen sind.“ Für Lara, 16 Jahre, ist es „eine Emotion, wenn ich verreist bin und nach einer Weile Heimweh habe.“

Text + Fotos (lv)

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Plenair-Ausstellung auf dem Künstlerhof Kunath in Röhrsdorf bei Meißen

06 Samstag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Natur, Projekte, Zwischenmenschliches

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„Ich lasse die Natur auch mitreden.“ Die Verbindung von Kunst & Landschaft spiegelt sich facettenreich in der diesjährigen Plenair-Ausstellung auf dem Künstlerhof von Franziska Kunath in Röhrsdorf bei Meißen.

Über die Leinwände wandert der Blick weiter in die Natur
Der Künstlerhof von Franziska Kunath in Röhrsdorf bei Meißen wird dieses Jahr zum zwölften Mal zum Plenair- und Ausstellungsort. 21 Künstlerinnen und Künstler zeigen derze ddort ihre in der Landschaft entstandenen Arbeiten.

Eine Frau mit Zeichenblock und Stift sitzt auf der Wiese, auf einem morschen Stamm vor einem Baum. Sie sieht ihn an, seine letzten Äste, die wie Arme emporragen. Er trägt noch ein paar blühende weiße Zweige. Es wirkt wie ein Gespräch. Es ist das Titelbild zum Plenair. „Ich brauche diese Unmittelbarkeit zur Natur wie eine Zwiesprache, das spiegelt sich auf dem Hof auch wider“, sagt Franziska Kunath. „Ich lasse die Natur auch mitreden. Es wächst mit meinem Zutun und von selber. Ich lasse mich immer wieder überraschen, was die Natur hervorbringt.“

Die Verbindung zwischen Natur und Kunst steht im Mittelpunkt auf dem Künstlerhof Kunath, der dieses Jahr zum zwölften Mal zum Plenair- und Ausstellungsort wird auf der Pinkowitzer Straße 10 in Klipphausen, OT Röhrsdorf bei Meißen. 21 Künstlerinnen und Künstler aus Sachsen und eine Künstlerin aus dem Harz trafen sich im Frühjahr zur künstlerischen Arbeit in der Landschaft mehrere Tage lang. Gastgeberin ist die Künstlerin  Franziska Kunath. Die entstandenen Arbeiten sind derzeit in einer Ausstellung in der Atelierscheune zu sehen. Am 24. Mai, von 12 bis 19 Uhr gibt es Führungen mit Künstlerinnen und Künstlern. Am 31.5., 15 bis 17 Uhr einen Impulsvortrag von Professor Oliver Kossak, Rektor der Dresdner Kunthochschule und anschließend ein Künstlergespräch.

Zur Finissage am 7.Juni, um 20 Uhr findet ein Solokonzert mit Matthias Macht am Schlagzeug statt.

Seit 2015 veranstaltet Franziska Kunath Künstlerplenairs mit Begleitveranstaltungen auf dem ehemaligen Bauernhof, den sie 2008 entdeckte, der lange Zeit leer und verfallen stand und den sie günstig erwerben konnte von der ortansässigen Agrargesellschaft. Finanziell geholfen hat ihr dabei ihre Mutter, die ein Grundstück besaß und es verkaufte. „Es sah schlimmer aus als es war, die Bausubstanz auf dem Hof“, erzählt Franziska Kunath. „Es war genau der richtige Zeitpunkt, um die Gebäude noch zu retten.“

Peu a peu begann sie mit dem Ausbau. „Ich kann auch mit Härten leben, wie kalte Winter. Zuerst war nur eine Bautür auf der Vorderseite des Wohngebäudes, es zog und zog. Da gerade eine neue Ziegelwand in das alte Fachwerkhaus eingebaut wurde.“ Beim Ausbauen habe sie das alte Gemäuer liebgewonnen, so Franziska Kunath, und dass die Zeit darüber gegangen ist. Und sie hat das Gefühl, dass es ein Ort ist, wo gut gelebt wurde. Ihr Sohn mit Familie lebte eine Zeitlang mit auf dem Hof. „Danach habe ich mir eine Künstlerfamilie herbeigeholt. Das hat gut funktioniert, der Austausch vor Ort und die Naturnähe. Man kommt aus der Haustür und kann sofort anfangen. Ein idealer Ort, um schöpferisch und kreativ zu sein“, sagt die Künstlerin glücklich. Sie hat auch schon an anderen Plenairs teilgenommen. Anfangs waren es ca. fünf bis acht Teilnehmer bei den Plenairs auf ihrem Künstlerhof. Inzwischen seien es so viele Interessierte, dass sie nicht alle berücksichtigen könne. Erst kamen nur Maler, jetzt auch Fotografen und Bildhauer. „Ich schaue wie es passt und versuche verschiedene Künste und Generationen zusammenzubringen“, so Franziska Kunath. Die Plenair-Teilnehmer sind zwischen 40 und 70 Jahre alt. Sie sind nicht alle auf einmal da. Manche Künstler übernachten auf dem Hof, andere kommen wieder. Wie es ihre Zeit und andere Arbeiten erlauben und je nachdem, wie intensiv sie sich auf den Ort einlassen wollen, sagt sie. Sie freue sich, wenn dabei schöne Begegnungen entstehen, man sich gegenseitig anregen und konzentriert arbeiten kann.

„Die Arbeiten sehen wir oft erst zur Plenair-Ausstellung“, sagt Franziska Kunath. Sie sitzt auf der Wiese im Garten hinter der Kunstscheune. Ein großes, farbiges Ölbild von ihr hängt auf eine Wäscheleine gespannt, gestützt von zwei Stöcken. Über die bemalte Leinwand hinaus wandert der Blick weiter in den urwüchsigen Garten, mit Bäumen, blühenden Sträuchern und Blumen auf der Wiese und weiter hinten zu Wald und Feldern. Hier ist ihr Hauptplatz derzeit zum Malen, erzählt sie. Sie arbeitet fast nur draußen an ihren Bildern. „Es ist wie eine Befragung. Licht, Stimmung, Farbigkeit und ein gewisser Rhythmus spielen hinein. Ebenso der ganze Zyklus von Werden, Wachsen und Vergehen“, sagt Franziska Kunath über ihr Herangehen. All das holt sie in ihre Bilder, Blühendes, Grünendes ebenso wie Vergängliches, Sterbendes. Auch die toten Bäume sind es ihr wert, gezeichnet zu werden und seien auch ästhetisch. „Sie sind interessant und man sieht viel mehr, wie so ein Baum gewachsen ist“, sagt sie. Deshalb veranstaltet Franziska Kunath das Plenair auch im zeitigen Frühjahr. „Eine Zeit, in der diese Übergänge, alle Phasen und Zustände gegenwärtig sind in der Natur.“ Der Künstlerhof ist Refugium und Schaffensort zugleich für sie.

“Ich hatte schon immer diese Sehnsucht, möglichst nah an der Natur zu sein“, sagt Franziska Kunath. Sie ist eigentlich eine Städterin. 1964 wurde sie in Dresden geboren, nach einer Lehre und Arbeit als Maschinenbauzeichnerin absolvierte sie ein Abendstudium an der Dresdner Kunsthochschule und hat hier Malerei und Grafik von 1992 bis `97 bei den Professoren Ralf Kerbach und Max Uhlig studiert mit Diplomabschluss. Bei ihm war sie außerdem Meisterschülerin von 1997 bis ´99. Seit 1999 arbeitet Franziska Kunath als freischaffende Künstlerin,  seit 2008 auf dem eigenen Hof in Röhrsdorf im Landschaftskulturraum der „Lommatzscher Pflege“. Die Gegend kannte sie schon. Scharfenberg und Schloss Batzdorf sind in der Nähe, wo die Künstlerin Bettina Zimmermann auch Plenairs veranstaltet, zusammen mit Musik und Theateraufführungen. Franziska Kunath hat ihren Künstlerhof mit viel Zeit, Mühe und der Hilfe von Freunden aufgebaut und die Gebäude nuzbar hergerichtet. Es bleibt noch viel zu tun. „Ich habe großes Glück mit dem vielen Platz, das ist mein Luxus. Auf Komfort kann ich verzichten. Dafür mitten in der Natur leben“, so die Künstlerin. Malmotive finden sich überall auf dem urigen Hof. Überall stehen Stühle und kleine Tische. In der Mitte steht ein großer Weidenbaum mit weitem Blätterdach, davor eine bunte Hängematte zum Ausruhen und Träumen. Ringsum sprießen Sträucher, Flieder, Blumen auf der Wiese und in Planztöpfen vor dem Haus. Eine orange-schwarz-weiß gefleckte Glückskatze namens „Mimi“ spaziert über den Hof, betrachtet Besucher neugierig, zutraulich und lässt sich gern streicheln.

Wir gehen ein Stück in den Garten hinter der Kunstscheune, vorbei an der Hollywoodschaukel mit meerblauer, muschelverzierter Decke, an einem Teich umrahmt von welkem und grün hervor lugendem Schilf, aus dem es plätschert und wo eine Kröte und ein Frosch wohnen, die bald Junge bekommen. Dahinter stehen weitere hohe Weidenbäume und weiter unten Obstbäume. Der Kirchturm von Röhrsdorf ragt hervor hinter den Zweigen. Ein umgestürzter Baum liegt im Gras. Schwarz ragt der geborstene Stamm, die Äste und Zweige hängen über dem Boden. Letztes Jahr habe der Apfelbaum noch geblüht, sagt Franziska Kunath. Der Baum bleibt noch liegen. Er wirkt wie eine Skulptur. Es geht ihr auch um die Wandlungen. „Die Frage mit dem Eingreifen und wie man Maß hält. Man kann die Ordnung der Natur lassen“, sagt Franziska Kunath. „Ich lasse mich gezielt inspirieren davon und bereichern. Viele Besucher schätzen das und kommen extra deswegen her. Da sie es auch vermissen, ein Stück gesunde Natur. Da vieles überpflegt ist in den Städten.“ Sie greife erst ein, wenn es unwegsam wird. Die Künstlerin hat ein paar Schafe und gelernt, die Wiese zu sensen. Krachgeräte wie Rasenmäher gebe es auch hier auf dem Lande.

Ihre oft großformatigen Bilder, Naturansichten mit lebhaft, konkret und abstrahiertem, zeichenreich leuchtenden Farben- und Formenspiel, hängen und lehnen an den Wänden auf dem geräumigen Dachboden mit Holzverkleidung und neu eingebauten Fenstern der Kunstscheune. Auf dem Fensterbrett steht ein ausgestopfter Vogel, ein Reiher. Der wohl mal Modell stand und den sie von ihrer Mutter, die Biologielehrerin war, bekam. Davor lehnt ein großes Bild von Maja Nagel, auf dem Figuren fröhlich unerschrocken auf einem Drahtseil balancieren, einer mit großer Leinwand und Pinseln unter dem Arm, ein anderer holt weit aus, wie um die vorbeifliegenden Gebilde aus der Natur einzufangen und eine Figur verschnauft kurz auf dem Seil. Gegenüber steht eine Installation aus leeren Käfigen aus Holz und Metall, kleine und größere, um- und übereinander aufgetürmt. Angeregt vom Märchen „Jorinde und Joringel“ ebenso wie den grafischen Formen, Schichtungen und Überlagerungen der Gitter und Durchblicke ist dieses Objekt von Künstlerin Else Gold aus Meißen.

Sie hat außerdem einige Bündel mit filigranen, blätterlosen Stöcken von der Weide in rote Bänder gebunden, die wie ein Windspiel frei schwebend, übereinander hängen an einem Holzbalken. Ein Stück weiter lädt eine gemütliche Sitzecke mit Sofa, Polstern und Stehlampe nahe am Fenster zum Verweilen in der Plenair-Ausstellung ein. Franziska Kunath wird farbige Tuschezeichnungen und das Ölbild aus dem Garten zeigen.“Es ist eine Gemeinschaft auf Zeit“, so die Künstlerin. Vor und nach dem künstlerischen Arbeiten treffen sich die Teilnehmer vom Plenair, sie kochen zusammen die Mahlzeiten und reden über das, was gerade ansteht. „Künstler wollen immer Gestaltungsraum haben. Den gibt es hier reichlich“, sagt Franziska Kunath. Das Plenair wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Außerdem unterstützt der Kulturraum Meißen, Sächsische Schweiz, Osterzgebirge zum zweiten Mal das Plenair. „Die Bildenden Künstler bekommen für dieses Projekt ein Teilnahmehonorar“, das ist Franziska Kunath besonders wichtig. Es sei ja nichts Kommerzielles, daher ist das Plenair außerdem auf finanzielle Zuwendung und Spenden der Besucher als „Hutkasse“ zur Kostendeckung angewiesen. In Kooperation mit dem Verein „Land gestalten“, der sich als Vernetzungsprojekt versteht, kann Franziska Kunath für Unterstützer des Plenairs auch Spendenquittungen ausstellen. Damit auch Kunst auf dem Land sich entwickeln, wachsen und blühen kann und noch mehr Menschen anzieht.

„Es kommen schon auch Bewohner aus der Umgebung, zuerst neugierig, inzwischen regelmäßig zu den Ausstellungen auf dem Künstlerhof. Doch es gibt auch Berührungsängste, weil sie es nicht gewohnt sind und weil sie einen anderen Umgang mit der Natur haben“, erlebt Franziska Kunath. Daher sei es wichtig, präsent zu bleiben. Im Frühjahr und Winter veranstaltet sie Ausstellungen, Führungen mit den Künstlern, Lesungen und Livemusik. Auch Arbeiten von Max Uhlig, ihrem damaligen Kunstprofessor, sind bei den Winterausstellungen immer mit zu sehen. Der Naturbezug verbindet sie. „Es ist eine große Freude und beglückend, auch wenn es manchmal beschwerlich ist, mit der Natur zu leben und wie eine Partnerschaft einzugehen, verbunden mit künstlerischem Arbeiten“, sagt Franziska Kunath. Die Plenair-Ausstellung ist bis 7. Juni auf dem Künstlerhof Kunath zu sehen und geöffnet zu den Veranstaltungen.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.franziska-kunath.de


Urwüchsiger Platz in der Natur mit viel Kunst & schönen Begegnungen: meinwortgarten-Inhaberin und Autorin Lilli Vostry mit Glückskatze „Mimi“.

Der Mensch als Wolf: Der Videofilm „Wolf“ von Heinz Schmöller untersucht performativ das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Zivilisation.

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Premiere „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“ von Peter Turrini frei nach Beaumarchais als Sommertheater Open Air im Innenhof des Japanischen Palais Dresden

06 Samstag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Theater, Zwischenmenschliches

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Listreiches und witzig-freches Spiel um Liebe & Macht & Besitz: Graf und Gräfin sind sich uneins über die Hochzeit ihrer Angestellten Figaro und Susanne. Das führt zu reichlich komischen Verkleidungen und Verwicklungen im diesjährigen Sommertheater Open Air des Staatsschauspiel Dresden „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“ von Peter Turrini frei nach Beaumarchais. Fotos (2): Sebastian Hoppe

“Ein Himmelreich für eine gute Intrige!“

Mit viel Witz, Biss, provokant und streitlustig erlebte das diesjährige Sommertheater Open air des Staatsschauspiel Dresden seine Premiere im innenhof des Japanischen Palais.

Figaro kann es kaum erwarten, seine Liebste Susanne zu heiraten und gemeinsam im Liebeshimmel zu schweben. Mit einem Bandmaß in der Hand vermisst er gerade den besten Standort für das Brautbett. Das Bett hat ihnen ihr Dienstherr, Graf Almaviva geschenkt. Das eigene Zimmer ist der Lohn für seine Treue – dachte Figaro. Doch für den Graf ist es nur der „kürzeste Dienst- umd Schleichweg“, um zu Susanne zu gelangen, denn er hat ebenfalls ein Auge auf sie geworfen und will Figaro vor der Eheschließung noch schnell zuvorkommen. Figaro, der den Graf gerade noch als „besten Chef“ lobte, beschimpft ihn im nächsten Moment als „Schurken“, den er am liebsten wegen „ungenierlicher Nachstellerei verklagen“ würde! Doch bekäme er Recht, wenn er als Untergebener seinen Chef vor Gericht bringen würde?!

So nimmt Figaro die Sache selbst in die Hand. „Ein Himmelreich für eine gute Intrige!“, lautet seine Devise. Und er schwört, es dem Graf mit feuriger Bosheit und Leidenschaft heimzuzahlen und die Mitgift mit der Heirat für sich zu erlangen. „Das nenn ich Gerechtigkeit!“ Da geht es reichlich absurd-komisch drunter und drüber, wird lustvoll und erbittert um Werte und Tugenden gestritten, gefeilscht und gekämpft in der Komödie „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“ von Peter Turrini frei nach Beaumarchais. Die Premiere war am 30. Mai vor vollen Rängen bei sommerlichem Wetter. Bereits zum vierten Mal kommt das Sommertheater Open Air mit dem Staatsschauspiel Dresden in Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen in diesem Jahr auf die Bühne im Innenhof des Japanischen Palais. Mit viel Witz, Biss, frech, provokant und streitlustig geht es in verbalem Schlagabtausch und schnellem Kostüm- und Rollenwechsel um Liebe, List, Machtmissbrauch und Maskerade in dieser Inszenierung unter Regie von Lily Sykes. Es ist ein Spiel mit Schein und Sein, Betrug und Betrogenwerden, Täuschung und Selbsttäuschung in einer Welt, in der alles käuflich ist. Beaumarchais`aufrührerische, 1784 uraufgeführte Komödie wurde von dem belustigten Napoleon mit den Worten kommentiert: „Da war die Revolution schon am Werk!“ Sie diente als Vorlage für Mozarts Erfolgsoper „Figaros Hochzeit“ und für Turrinis grotesken wie scharfen Wortwitz. Er wollte mit seinen Stücken über das Schreckliche in der Welt versuchen, die Zuschauer zum Lachen zu bringen, um den Schrecken zu bannen. Wer lacht, hat weniger Angst und wird vielleicht etwas mutiger.

Die Aufführung spart auch nicht mit aktuellen Bezügen zu brisanten gesellschaftlichen Themen wie Klassismus, soziale Ungerechtigkeiten, sexualisierte Gewalt bis zu Geschlechterrollen-Tausch und politischer Identitätsdebatte. Eine „Arena des Fleisches“, heißt es im Programmheft über das Bühnenbild. Die rosarot angestrahlten Wände haben viele Türen, die auf- und zuschlagen, aus denen Verborgenes, Verstecktes oft anders als erwartet zum Vorschein kommt. Ein Kleiderbügel hängt da. Die Darsteller laufen Schrägen hoch und runter, die Ausrutschgefahr ist groß. In der Mitte führt eine Treppe in den Bühnenraum, wo eine Liveband grandios für mal barocke, rockige bis punkige und soft schmusige Klänge sorgt und Liebende wie Bösewichte in Gesangseinlagen Herz und Gefühle zeigen und einen Moment hinter die Fassade blicken lassen. Mit abwechselnd tiefer und hoher Stimme singt Figaro – den zur Premiere Josephine Tancke spielte und mit extra Beifall bedacht wurde, da sie kurzfristig für ihre erkrankte Kollegin Friederike Ott einsprang – im Duo mit seiner Liebsten Susanne. Burschikos, verwegen, ungestüm und gewitzt listig tritt Josephine Tancke in der Männerrolle als Figaro auf und fühlt sich sichtlich wohl darin. Mit weißblonder Bubikopfperücke, Jacke und Kniebundhosen. Zugleich etwas verwirrend, da er von Susanne als ihre zukünftige „Frau“ angeredet wird. Als wäre Figaro nur in Männerkleider geschlüpft.

Susanne spielt Kriemhild Hamann mal als naives Blondchen, die an Marilyn Monroe erinnert und mal zornig, wenn sie sich aufregt über die „geilen alten Säcke. Mit ihrer Gerüchteküche können sie den ganzen Hof bekochen!“ Damit meint sie wohl zwei äußerlich gutsituierte, vornehme Herren in orangenen Anzügen mit Schulterklappen und weißen Hemden. Die Haare hochstehend beide, frisiert wie eitle Gockel. Marcellus (Holger Hübner) gibt mit aufgesetzten Hörnern einen reichen, alten Hagestolz und verschmähten Liebhaber mit roter Rose in der Hand, der Figaro heiraten will. Der andere, Bartholo (Nahuel Häfliger) parodiert mit schwarzer Haarmähne, Bart und Schmachtblick den unwiderstehlichen Latinlover und schwelgt in einem romantischen Herzschmerz-Song auf spanisch zur Gitarre.

Den Graf Almaviva spielt Oliver Simon glänzend als machtbesessenen Wüstling, heuchlerisch, gerissen, aber auch unsicher und verzweifelt nach Liebe sich sehnend. Er versucht die Hochzeit von Figaro und Susanne mit allen Mitteln zu verhindern. Der Graf herrscht und bestimmt über seine Bediensteten. Sie sind ihm ausgeliefert, seiner Willkür, Launen und Begierden. Sie tragen fleischfarbene Kostüme. Die reichen Damen und Herren am Hof bunt schillernde Kostüme und hoch aufgetürmte Perücken. Doch glücklich sind sie nicht. Der Graf wird begleitet von seiner Gehilfin Bazilla, die er für das Intrigen einfädeln bezahlt. Sie hängt an ihm, folgt ihm auf Schritt und Tritt. Fanny Staffa tritt als Bazilla mal kühl-berechnend als Karrierefrau im Anzug, mal souverän, selbstbewusst auf und mal unterwürfig, an ihn sich klammernd. Beide toben und jammern, wenn etwas schief geht, ergehen sich in Selbstmitleid. Anrührend und absurd zugleich, wenn Bazilla halb gebückt dasteht, der Graf den Arm um sie legt und ihren Kopf wie in der Schlinge hält. Bazilla hält ihn auf Trab. Und er wird auch reichlich an der Nase herumgeführt von Figaro und Susanne, welche die einsame Gräfin (Katja Gaudard) in ihren Plan einweihen, den Grafen in die Falle zu locken, nachts im Park zu einem vermeintlichen Rendez-vous mit Susanne. Schön sarkastisch, trocken humorvoll kommentiert die elegante ältere Dame mit rauchiger Stimme Liebe und (Un)treue, während sie im Bad voller grünlicher Bälle im Badeanzug sitzt, Susanne sie wäscht, abtrocknet und ihr die Perücke wieder aufsetzt. Die wie eine Krone und Ballast zugleich wirkt.

In dem Moment voll Traurigkeit und leiser Komik fliegt erst eine Krähe, dann zwei und ein ganzer Schwarm Rabenvögel laut krächzend am Himmel über die Bühne hinweg. Die Gräfin stimmt entzückt mit ein in die Krah-Rufe. Sie verroste bei lebendigem Leibe, seufzt sie. Und sie weiß, dass der Graf Susanne nachstellt. Durch die Verkleidung der Figuren sind die Standesgrenzen aufgehoben und können sie tun, was ihnen gefällt. „Besser eine falsche Frau als ein echter Held!“, sagt der Diener Cherubin, den Jonas Holupirek skurril-komisch und wandlungsfreudig in mehreren Rollen spielt. Er lässt sich von Susanne und der Gräfin willig Frauenkleider anziehen, nachdem der Graf ihn entlassen hat als angeblichen Nebenbuhler und ihn strafversetzte ins Regiment an die Front. Die Frauenkleider stehen ihm prächtig, staunt die Gräfin. Er schaut an sich herab, auf den mageren Busen. Es hat etwas Aberwitziges und Tieftrauriges, wie die Gräfin, klein und zierlich, aufschaut zu dem langen, schlaksigen Kerl, ihn mit Lippenstift und Puderpinsel schminkt und in eine Frau verwandelt. Nur um ihren Mann, den Graf zu locken und zurück zu bekommen.

Das berührt ein pikantes Thema in der Gesellschaft derzeit, wenn es um Geschlechterfragen geht, was Männlichkeit und Weiblichkeit heute ausmacht. Bei denen es nicht nur um Äußerlichkeiten geht, sondern die in ihrer natürlichen Eigenständigkeit und Anziehung gerade in den Unterschieden, durch die Gender- und Geschlechterpolitik immer mehr in Frage gestellt werden und wo die Grenzen zwischen den Geschlechtern zunehmend verfließen. Das gipfelt in heiß umstrittenen Podiumsdiskussionen mit dem Titel: Was ist eigentlich eine Frau?! Aufhorchen lässt neben der Identitätspolitik über Geschlechter außerdem ein neuer Feminismus, der Frauen selbst klassifiziert nach Hautfarbe, sozialer Rolle und Status, damit eher spaltet und bekämpft statt sich wirklich für Frauenrechte und echte Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern auf allen Ebenen einzusetzen.

Die Frauen erobern sich in dieser Aufführung ihre Macht und Würde zurück mit den ihnen eigenen Reizen, umgarnen schüchtern und keck die Herren und reden Klartext mit dem Graf und den Richtern in ihren erhabenen Roben, die Recht sprechen als Geschäft ansehen. Gerechtigkeit habe ihren Preis!
Doch am Ende bezahlt der Graf dafür mit seinem Leben. Und die Hochzeit wird zum Begräbnis. Rings um das Badebecken brennen Kerzen. Bazilla schreit „Revolution“, knallt mit einer Gerte auf den Boden und stürmt hinaus. Der Diener Cherubin schwenkt eine schwarze Fahne oben auf der Empore. Die Liebenden Figaro und Susanne gehen Hand in Hand fort. Die Gräfin sagt zu ihrem Mann: „Du bist ein toter Witz!“ Sie bleibt allein zurück. Sie überlegt das Schloss zu verlassen, sich zurückzuziehen, Gemüse anzubauen. Sie hebt eine Hand hoch und fällt zurück in Schweigen. Es ist ungewohnt für die Gräfin, diese Rolle, allein für sich einzustehen.
Ein anspruchsvolles und tragikomisches Vergnügen ist diese Sommertheater-Inszenierung. Dafür gab es reichlich Beifall vom Premierenpublikum.

Text (lv)

Nächste Aufführungen: ab 6.6. bis 5.7. & 14.8.bis 29.8.2026, 20 Uhr, Innenhof Japanisches Palais in Dresden

http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Pikantes Thema: Kleider- und Geschlechterrollen-Tausch. Der Diener als Lockvogel für den Grafen, der ein Auge auf Figaros Liebste Susanne geworfen hat, Die einsame Gräfin macht mit bei der Maskerade.

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Ein lebendiger Ort für Geschichten: Erzählcafé & Schreibwerkstatt

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, In eigener Sache, Kurzgeschichten, Lebensart, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Erzählcafé mit Schreibwerkstatt: „Erzähl, was in Dir steckt!“

Start: am 25. Juni 2026, 15 – 17 Uhr im Kulturhafen Dresden, Leisniger Straße 53.

Ein Erzählcafé für jung bis alt, wo wir spielerisch mit Sprache umgehen, eigene Texte entstehen: von Kurzprosa, Geschichten, dialogische Szenen, Märchen bis Lyrik ist alles möglich. Den Ideen und der Fantasie der TeilnehmerInnen sind keine Grenzen gesetzt. Gefragt sind Neugier, Offenheit, Lust und Freude, sich erzählerisch auszuprobieren und auszudrücken. Mit Stift all das zu Papier bringen, was Dich bewegt, gehört und gesehen werden will!

Mit Austausch über die Texte in der Gruppe und gern auch öffentlichen Lesungen mit den Ergebnissen aus dem Erzählcafé und Schreibwerkstatt. Ich bin Lilli Vostry, freiberuflich als Journalistin, schreibe und veröffentliche auch als Lyrikerin und bin mit eigenen Gedicht-Lesungen unterwegs. www.meinwortgarten.com

Das Erzählcafé mit Schreibwerkstatt findet auf Honorarbasis statt. Teilnehmerbeitrag pro Person: 15 Euro
Start: Do, 25.6., 15 – 17 Uhr
Ort: Kulturhafen Dresden, Leisniger Straße 53

Anmeldungen unter: lilli.vostry@yahoo.de
Meine Telnr. für  Rückfragen: 0177 – 524 88 48

„Worte geben Träumen Wurzeln, um von ihnen zu erzählen.“ (Lilli Vostry)

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Bühne frei für: „Lyrik unter freiem Himmel“ auf dem Konkordienplatz in Dresden

27 Freitag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Gedichte zwischen Natur, Zeit und Erfahrung

Drei Stimmen zeitgenössischer Lyrik – Alexandra Grüttner-Wilke, Ulrich Fentzloff und Christine Ruby – können (Bücher-)FreundInnen, LiebhaberInnen magischer Momente und ConcordistInnen am Sonnabend, dem 28. März, von 15 bis 17 Uhr diesmal nicht auf dem Konkordienplatz in Dresdem-Pieschen erleben. Wetterbedingt findet die Lesung in der Galerie Hermann auf der Oschatzer Straße 4 statt.

Unterstützt durch bibliophile MitstreiterInnen aollen die literarischen Aktivitäten im Stadtteil, die ja seit Jahren mittels der Adventslesungen (www.adventslesungen.de) große und positive Resonanz erfahren, auch auf den Rest des Jahres ausgeweitet werden.

Gestartet wird dieses Wochenende,  am Samstag, den 28.3.2026, ein erster Versuch mit Poesielesungen „Lyrik unter freiem Himmel“ auf dem Konkordienplatz. Wetterbedingt findet die Lesung in den Räumen der Galerie Hermann, Oschatzer Straße 4 statt.

Der Verlag Text-Dialog, die Pieschener BuchmitHandlung, die Arbeitsgemeinschaft Religionsphilosophie Dresden e.V. und der Stadtteilverein Pro Pieschen laden zu dieser besonderen Lyriklesung auf den Konkordienplatz ein.

Von 15 bis 17 Uhr lesen Alexandra Grüttner-Wilke, Ulrich Fentzloff und Christiane Ruby aus ihren aktuellen Gedichten, musikalisch begleitet durch den Cellisten Tobias Bäz.

Die Veranstaltung steht im Kontext des Welttags der Poesie und möchte Lyrik im öffentlichen Raum erlebbar machen.

Die drei AutorInnen präsentieren unterschiedliche poetische Perspektiven – von Naturbeobachtung über zeitgenössische Reflexionen bis hin zu persönlichen lyrischen Stimmen. Zwischen den Leseblöcken führt der Verlag kurze Gespräche mit den AutorInnen über ihre Schreibprozesse, Themen und poetischen Einflüsse.

Die Veranstaltung findet unter freiem Himmel direkt vor dem Verlag statt. BesucherInnen sind eingeladen, den Lesungen zu lauschen, mit den AutorInnen ins Gespräch zu kommen und Bücher vor Ort signieren zu lassen. (Achtung: bei voraussichtlich schlechtem Wetter finden die Lesungen in der BuchmitHandlung auf der Oschatzer Str. 2 statt).

Das Leseprogramm mit Alexandra Grüttner-Wilke, Ulrich Fentzloff und Christine Ruby und weitere Informationen zur Lesung findet Ihr auch auf der Homepage zur Veranstaltung: www.lyrikunterfreiemhimmel.de sowie auf Facebook, Instagram und Nebenan.de wie Pieschen-aktuell.de.

Der Eintritt ist frei!

Da die aktuellen Wetterprognosen eher nicht für „Freien Himmel“ sprechen, wird die Veranstaltung voraussichtlich in der Buch mit Handlung (Oschatzer Str. 2, 011287 Dresden) stattfinden, wo nur begrenzter Platz zur Verfügung steht: Um realistisch planen zu können und ggf. ein größere Veranstaltungslokalität zu organisieren, wären wir euch für eure frühzeitigen Rückmeldungen zur Teilnahme sehr dankbar.

Text: René Kaufmann

Text & Dialog. Verlag, Textwerkstatt und Philosophische Praxis

… im Dienste beGeisternder Lektüren!

www.text-dialog.de

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Über uns

Willkommen in diesem reichhaltigen Garten der Künste – Hier blüht Euch was! Hier wächst vieles, Schönes und Dorniges, Auffälliges und Verborgenes, Seltenes und Seltsames nebeneinander. Hier erfahrt Ihr das Neueste aus der Dresdner Kultur- und Kunstszene in aller Eigenart und Vielfalt. Sitzt man auf der Gartenbank mit namhaften und weniger bekannten Kulturmenschen und Menschen mit Ideen und Visionen aus anderen Lebensbereichen. Zeigen Künstler beim Atelier-Besuch ihre neuesten Werke, bevor sie in der Ausstellung hängen und erzählen, welche Bilder sie nie ausstellen würden. Wird Neues aus der Bühnen- und Bücherwelt vorgestellt, Augen- und Ohrenschmaus weitergegeben. Es gibt ein Traumtagebuch, für die Bilder der Nacht und Lebensträume. Es ist Platz für Poesie und Kurzprosa, Reisereportagen, Beiträge über das Leben mit anderen Kulturen, über Lebensart und Zwischenmenschliches. Es werden WortRaritäten gesammelt und Wort-Rätsel mit geheimnisvollem Inhalt gelüftet. Und nun: Schaut Euch um, entdeckt, genießt und lasst Euch anregen von der Fülle an Kulturgewächsen. Und vor allem: Bleibt schön neugierig und empfehlt meinwortgarten weiter.
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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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Kulturkalender, Bildende Kunst, Theater, Literatur, Musik, Unterwegs, Genießen, Traumtagebuch, KünstlerPorträts, Interviews, Kolumne, Comics, Virtuelles Erzählcafé „Lebendige Beziehungen“

Kultur Musik Tiere

TOP-BEITRÄGE & SEITEN

  • Die Sprache des Steins: Ausstellung zum Abschluss des Internationalen Bildhauer-Symposiums auf dem Campus der Fachhochschule Dresden
  • Restaurace "Babicka" eröffnet mit tschechisch-böhmischer Küche in Pirna
  • BilderAlbum: Bilder & Klänge für alle im KlanGLaboR
  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Leonce und Lena" nach Georg Büchner auf der Bürgerbühne im Kleinen Haus
  • Ausstellung "Mittendrin" von Peter Pit Müller & André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz
  • Premiere "Die Laborantin" von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
  • Premiere "Einige fühlen den Regen, andere werden nass" & Festivaltag mit Stücken von Jugendlichen im Theater Junge Generation
  • Ausstellung "Gotthardt Kuehl. Ein Lichtblick für Dresden" auf Schloss Burgk Freital
  • Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

Top-Beiträge & Seiten

  • BilderAlbum: Lauschen dem Fluss des Lebens - Gabriela Schlenz im Kastenmeiers
  • Ein Dickhäuter hält die Stadt in Bann: "Die Nashörner" im Kleinen Haus
  • Unterwegs: Planwagentour der Theatergruppe "Spielbrett" führt in die Sächsische Schweiz
  • Zeitreise in die Welt der Hippies: Premiere "Hair" an den Landesbühnen Sachsen
  • Unterwegs: Ausstellung "Ein-Sichten" von Peter Götz & Christoph Hampel im Schloss Struppen
  • Premiere "Schlachthof 5" nach dem Roman von Kurt Vonnegut im Festspielhaus Hellerau
  • Ausstellung von Anita Rempe & Maleah Gilbert in der Galerie & Museum in den Heimatstuben Schellerhau
  • Schönes bleibt: Gedichte zur Erinnerung
  • "Vorwärts immer! Jubiläumsshow !" der Seniorentheatergruppe "Ohne Verfallsdatum" im Theaterhaus "Rudi" in Dresden
  • Atelierbesuch bei Gabriele Reinemer in Radebeul

Aktuelle Beiträge

  • Musiksommer Bärenstein: Gedicht-Lesung von Lilli Vostry mit Harfenspiel von Aerdna Harp
  • Musiksommer Bärenstein lockt zum vierten Mal mit Konzerten an ungewöhnlichen Spielorten & Autorenlesungen & Ausstellungen
  • Ausstellung „Stadtszenen“ von Jörg Kraut im Restaurant „Kastenmeiers“
  • Geschichten die das Leben schreibt: Der wiedergefundene Vater
  • Garten der Erinnerung: Vater-Gedichte
  • Galerie auf Zeit: Ausstellung mit Fotografie & eine Retro Computer Lounge in der Neustädter Markthalle in Dresden
  • Neue Meer-Gedichte: Ein Gesicht im Sand & Abschied von Kater Franz & Traumversunken & Dem Wind entgegen & mehr
  • Sommertheater-Open Air: Premiere „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende am Schloss Übigau
  • Gedichte für den Wal Hope
  • Ausstellung „Wer bin ich?“ mit Malerei & Zeichnung von Dorothee Kuhbandner in der Stadtteilbibliothek Radebeul-Ost im Kultur-Bahnhof

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