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Kategorien-Archiv: Projekte

Premiere vom Theaterjugendclub Döbeln zum Thema „Heimat“ anlässlich des 1045-jährigen Stadtjubiläums

13 Samstag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Theater, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Erstmals seit zehn Jahren wird 2026 wieder ein Heimatfest in Döbeln gefeiert. Mit einer Festwoche vom 14. bis 21. Juni. Höhepunkt ist eine Wandertheater-Aufführung mit dem Theaterjugendclub, der an verschiedenen Orten im Stadtzentrum Geschichten und Szenen zum Thema Heimat zeigt.
Spielerisch die eigene Stadt neu entdecken: Akteure des Theaterjugendclubs im Stadttheater Döbeln bei der Probe.


Von Lieblingsmenschen, verbrannten Pfannkuchen und Heimweh
Was Heimat alles sein kann, erkunden junge Leute derzeit im neuesten Projekt des Theaterjugendclubs im Stadttheater Döbeln. Premiere hat das Wandertheater-Stück beim Heimatfest am 14. Juni, um 19.30 Uhr an der Klosterwiese.
Sie gehen, spazieren, schlendern vor noch leerer Kulisse. Bewegen sich umeinander im Kreis, hin und her, mit schnellen oder vorsichtigen Schritten, sehen sich an und schauen sich um. Einige der jungen Darsteller halten historische Kleider in den Händen aus dem Fundus, betrachten sie und tauchen mit ihnen in die Geschichte ihrer Stadt ein. Ein Mädchen steht davor, mit offen einladenden Händen und lächelt. „Heimat ist ein Gefühl, ein warmes Gefühl. Es sind die Menschen, die ich liebe und auch die nicht“, sagt Jasmin, 16 Jahre.
„Es gibt kein festes Zuhause. Heimat ist für mich ein Ort, wo ich noch nicht war und etwas erleben kann. Ein Ort, an dem Fabius ist, mein bester Freund“, sagt Kim, 15 Jahre. Sie sei schon oft umgezogen mit ihrer Familie. „Theater ist auch in gewissem Sinne eine Heimat.“ Kim ist schon das dritte Jahr im Theaterjugendclub im Stadttheater Döbeln dabei.

Im neuesten Theaterprojekt zum Thema „Heimat“ soll greifbar werden, was das alles sein kann. Dazu sammeln derzeit 15 junge Leute unter Leitung von Katharina Landsberg spielerisch Ideen und erkunden neues Terrain. Die Proben haben im Februar begonnen. Immer freitags um 16 Uhr treffen sie sich im Stadthteater Döbeln. „Es wird kein traditionelles Theaterstück, sondern ein Wandertheater mit der Natur als Kulisse. Wir wandern quasi durch die Stadt unter Beteiligung verschiedener Künste, mit Theater und Musik“, sagt Katharina Landsberg, die Leiterin des Jungen Theaters seit der Spielzeit 2022/023 im Stadttheater Döbeln. Sie arbeitet als Dramaturgin, Regisseurin und Theaterpädagogin am Haus. Seitdem gibt es auch den Jugendtheaterclub. Einmal im Jahr entsteht dort eine Inszenierung mit Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren.

Es gab schon ein Stück zum Thema „Grenzen“, bei dem verschiedene „Farbkinder“ wieder zueinander fanden. Und letztes Jahr eine „Kommunikations“-Baustelle mit einem „Marktplatz der Worte“ in Kooperation mit dem Lügenmuseum in Radebeul, wo man zusammen etwas im öffentlichen Raum gestalten konnte. Das neue Theaterprojekt soll ein Höhepunkt zum Heimatfest 1045 Jahre Döbeln werden, das mit einer Festwoche vom 14. bis 21. Juni in der Stadt mit 24 000 Einwohnern gefeiert wird.

Premiere hat die Wandertheater-Aufführung am 14. Juni, um 19.30 Uhr. Es gibt insgesamt fünf Vorstellungen. Beginnend an der Klosterwiese erlebt das wandernde Publikum an zehn Stationen in der Stadt die jungen Akteure, die Figuren aus der Stadtgeschichte spielen und Szenen darüber, was Heimat für sie bedeutet, zeigen. „Wir feiern dieses Jahr erstmals seit zehn Jahren nach coronabedingter Pause wieder ein Heimatfest in Döbeln, bei dem es auch viel um Bürgerbeteiligung geht“, sagt Christiane Böttger, Sachgebietsleiterin Kultur bei der Stadt Döbeln. Es werde ein großes Vereinsfest am 18. Juni im Bürgergarten geben. Selten heutzutage sei auch, dass mit den „Döbelner Heimatfreunden“ gleich eine ganze Gruppe sich der Stadthistorie widmet. Dieses Jahr erscheint von ihnen wieder das „Döbelner Mosaik“, es ist bereits der siebente Band in Form einer Ortschronik zum Heimatfest. Finanziert wird die Inszenierung des Jugendtheaterclubs Döbeln mit einer Projektförderung vom Kulturraum Erzgebirge/Mittelsachsen mit über 9 000 Euro und einem Eigenanteil in gleicher Höhe von der Stadt Döbeln, so Christiane Böttger.

„Das Wandertheater ist auch eine Möglichkeit, die Stadt neu zu entdecken“, so Katharina Landsberg. Es verbindet Geschichten zu Historie und Gegenwart. „Wir laden zu diesem Theaterprojekt generationenübergreifend auch erwachsene Döbelner ein, die gern Geschichten erzählen und spielen möchten. Zusammen schauen wir auf die vielen Seiten und Gesichter einer Stadt“, ist ihr wichtig. „Theater als Ort auch zu streiten, diskutieren und sich zu begegnen.“ 99 Prozent der am Heimat-Projekt beteiligten Jugendlichen kommen aus Döbeln. „Sie haben die Erfahrungen des Weggehens noch nicht gemacht und so nähern wir uns dem Thema mit Fragen wie: Welches Gefühl oder was für einen Geschmack löst das Wort Heimat aus? Welche Lieblingsorte habt Ihr?“, so Katharina Landsberg. „Da kommt dann ganz viel.“ Die schönste Antwort kam von einem achtjährigen Mädchen: „Heimat schmeckt nach den verbrannten Pfannkuchen meines verstorbenen Papas“, erzählt die Theaterpädagogin.

Sie hörte aber auch von Jugendlichen: „Döbeln ist langweilig.“ Es gebe ja auch unterschiedliche Interessen. „Wenn man klettern will, fährt man eben in die Sächsische Schweiz, spazieren kann man entlang der Mulde sehr schön. Döbeln hat den ältesten Riesenstiefel, der fast 100 Jahre alt, an die Schuhmacherinnung erinnert. Außerdem sehr gute Eisdielen. Ein Kino, ein Freibad mit Sprungtürmen und eine große Freizeitanlage“, zählt sie auf. Vor der Probe sitzen die jungen Akteure zusammen in der Runde und erzählen, was für sie Heimat ist, beispielsweise: “Ein Ort, wo ich gern zurückkomme und den ich mit meiner Familie und Kindheit verbinde“, sagt Josi, 18 Jahre. „Wo ich mich wohlfühle und Spaß habe. Und ich mag das Schauspiel“, sagt Christel, 10 Jahre. Nils, 13 Jahre: „Heimat ist ein Ort, wo ich mich geborgen fühle.“ Lenya, 17 Jahre: „Heimat ist für mich, wo meine Lieblingsmenschen sind.“ Für Lara, 16 Jahre, ist es „eine Emotion, wenn ich verreist bin und nach einer Weile Heimweh habe.“

Text + Fotos (lv)

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Plenair-Ausstellung auf dem Künstlerhof Kunath in Röhrsdorf bei Meißen

06 Samstag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Natur, Projekte, Zwischenmenschliches

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„Ich lasse die Natur auch mitreden.“ Die Verbindung von Kunst & Landschaft spiegelt sich facettenreich in der diesjährigen Plenair-Ausstellung auf dem Künstlerhof von Franziska Kunath in Röhrsdorf bei Meißen.

Über die Leinwände wandert der Blick weiter in die Natur
Der Künstlerhof von Franziska Kunath in Röhrsdorf bei Meißen wird dieses Jahr zum zwölften Mal zum Plenair- und Ausstellungsort. 21 Künstlerinnen und Künstler zeigen derze ddort ihre in der Landschaft entstandenen Arbeiten.

Eine Frau mit Zeichenblock und Stift sitzt auf der Wiese, auf einem morschen Stamm vor einem Baum. Sie sieht ihn an, seine letzten Äste, die wie Arme emporragen. Er trägt noch ein paar blühende weiße Zweige. Es wirkt wie ein Gespräch. Es ist das Titelbild zum Plenair. „Ich brauche diese Unmittelbarkeit zur Natur wie eine Zwiesprache, das spiegelt sich auf dem Hof auch wider“, sagt Franziska Kunath. „Ich lasse die Natur auch mitreden. Es wächst mit meinem Zutun und von selber. Ich lasse mich immer wieder überraschen, was die Natur hervorbringt.“

Die Verbindung zwischen Natur und Kunst steht im Mittelpunkt auf dem Künstlerhof Kunath, der dieses Jahr zum zwölften Mal zum Plenair- und Ausstellungsort wird auf der Pinkowitzer Straße 10 in Klipphausen, OT Röhrsdorf bei Meißen. 21 Künstlerinnen und Künstler aus Sachsen und eine Künstlerin aus dem Harz trafen sich im Frühjahr zur künstlerischen Arbeit in der Landschaft mehrere Tage lang. Gastgeberin ist die Künstlerin  Franziska Kunath. Die entstandenen Arbeiten sind derzeit in einer Ausstellung in der Atelierscheune zu sehen. Am 24. Mai, von 12 bis 19 Uhr gibt es Führungen mit Künstlerinnen und Künstlern. Am 31.5., 15 bis 17 Uhr einen Impulsvortrag von Professor Oliver Kossak, Rektor der Dresdner Kunthochschule und anschließend ein Künstlergespräch.

Zur Finissage am 7.Juni, um 20 Uhr findet ein Solokonzert mit Matthias Macht am Schlagzeug statt.

Seit 2015 veranstaltet Franziska Kunath Künstlerplenairs mit Begleitveranstaltungen auf dem ehemaligen Bauernhof, den sie 2008 entdeckte, der lange Zeit leer und verfallen stand und den sie günstig erwerben konnte von der ortansässigen Agrargesellschaft. Finanziell geholfen hat ihr dabei ihre Mutter, die ein Grundstück besaß und es verkaufte. „Es sah schlimmer aus als es war, die Bausubstanz auf dem Hof“, erzählt Franziska Kunath. „Es war genau der richtige Zeitpunkt, um die Gebäude noch zu retten.“

Peu a peu begann sie mit dem Ausbau. „Ich kann auch mit Härten leben, wie kalte Winter. Zuerst war nur eine Bautür auf der Vorderseite des Wohngebäudes, es zog und zog. Da gerade eine neue Ziegelwand in das alte Fachwerkhaus eingebaut wurde.“ Beim Ausbauen habe sie das alte Gemäuer liebgewonnen, so Franziska Kunath, und dass die Zeit darüber gegangen ist. Und sie hat das Gefühl, dass es ein Ort ist, wo gut gelebt wurde. Ihr Sohn mit Familie lebte eine Zeitlang mit auf dem Hof. „Danach habe ich mir eine Künstlerfamilie herbeigeholt. Das hat gut funktioniert, der Austausch vor Ort und die Naturnähe. Man kommt aus der Haustür und kann sofort anfangen. Ein idealer Ort, um schöpferisch und kreativ zu sein“, sagt die Künstlerin glücklich. Sie hat auch schon an anderen Plenairs teilgenommen. Anfangs waren es ca. fünf bis acht Teilnehmer bei den Plenairs auf ihrem Künstlerhof. Inzwischen seien es so viele Interessierte, dass sie nicht alle berücksichtigen könne. Erst kamen nur Maler, jetzt auch Fotografen und Bildhauer. „Ich schaue wie es passt und versuche verschiedene Künste und Generationen zusammenzubringen“, so Franziska Kunath. Die Plenair-Teilnehmer sind zwischen 40 und 70 Jahre alt. Sie sind nicht alle auf einmal da. Manche Künstler übernachten auf dem Hof, andere kommen wieder. Wie es ihre Zeit und andere Arbeiten erlauben und je nachdem, wie intensiv sie sich auf den Ort einlassen wollen, sagt sie. Sie freue sich, wenn dabei schöne Begegnungen entstehen, man sich gegenseitig anregen und konzentriert arbeiten kann.

„Die Arbeiten sehen wir oft erst zur Plenair-Ausstellung“, sagt Franziska Kunath. Sie sitzt auf der Wiese im Garten hinter der Kunstscheune. Ein großes, farbiges Ölbild von ihr hängt auf eine Wäscheleine gespannt, gestützt von zwei Stöcken. Über die bemalte Leinwand hinaus wandert der Blick weiter in den urwüchsigen Garten, mit Bäumen, blühenden Sträuchern und Blumen auf der Wiese und weiter hinten zu Wald und Feldern. Hier ist ihr Hauptplatz derzeit zum Malen, erzählt sie. Sie arbeitet fast nur draußen an ihren Bildern. „Es ist wie eine Befragung. Licht, Stimmung, Farbigkeit und ein gewisser Rhythmus spielen hinein. Ebenso der ganze Zyklus von Werden, Wachsen und Vergehen“, sagt Franziska Kunath über ihr Herangehen. All das holt sie in ihre Bilder, Blühendes, Grünendes ebenso wie Vergängliches, Sterbendes. Auch die toten Bäume sind es ihr wert, gezeichnet zu werden und seien auch ästhetisch. „Sie sind interessant und man sieht viel mehr, wie so ein Baum gewachsen ist“, sagt sie. Deshalb veranstaltet Franziska Kunath das Plenair auch im zeitigen Frühjahr. „Eine Zeit, in der diese Übergänge, alle Phasen und Zustände gegenwärtig sind in der Natur.“ Der Künstlerhof ist Refugium und Schaffensort zugleich für sie.

“Ich hatte schon immer diese Sehnsucht, möglichst nah an der Natur zu sein“, sagt Franziska Kunath. Sie ist eigentlich eine Städterin. 1964 wurde sie in Dresden geboren, nach einer Lehre und Arbeit als Maschinenbauzeichnerin absolvierte sie ein Abendstudium an der Dresdner Kunsthochschule und hat hier Malerei und Grafik von 1992 bis `97 bei den Professoren Ralf Kerbach und Max Uhlig studiert mit Diplomabschluss. Bei ihm war sie außerdem Meisterschülerin von 1997 bis ´99. Seit 1999 arbeitet Franziska Kunath als freischaffende Künstlerin,  seit 2008 auf dem eigenen Hof in Röhrsdorf im Landschaftskulturraum der „Lommatzscher Pflege“. Die Gegend kannte sie schon. Scharfenberg und Schloss Batzdorf sind in der Nähe, wo die Künstlerin Bettina Zimmermann auch Plenairs veranstaltet, zusammen mit Musik und Theateraufführungen. Franziska Kunath hat ihren Künstlerhof mit viel Zeit, Mühe und der Hilfe von Freunden aufgebaut und die Gebäude nuzbar hergerichtet. Es bleibt noch viel zu tun. „Ich habe großes Glück mit dem vielen Platz, das ist mein Luxus. Auf Komfort kann ich verzichten. Dafür mitten in der Natur leben“, so die Künstlerin. Malmotive finden sich überall auf dem urigen Hof. Überall stehen Stühle und kleine Tische. In der Mitte steht ein großer Weidenbaum mit weitem Blätterdach, davor eine bunte Hängematte zum Ausruhen und Träumen. Ringsum sprießen Sträucher, Flieder, Blumen auf der Wiese und in Planztöpfen vor dem Haus. Eine orange-schwarz-weiß gefleckte Glückskatze namens „Mimi“ spaziert über den Hof, betrachtet Besucher neugierig, zutraulich und lässt sich gern streicheln.

Wir gehen ein Stück in den Garten hinter der Kunstscheune, vorbei an der Hollywoodschaukel mit meerblauer, muschelverzierter Decke, an einem Teich umrahmt von welkem und grün hervor lugendem Schilf, aus dem es plätschert und wo eine Kröte und ein Frosch wohnen, die bald Junge bekommen. Dahinter stehen weitere hohe Weidenbäume und weiter unten Obstbäume. Der Kirchturm von Röhrsdorf ragt hervor hinter den Zweigen. Ein umgestürzter Baum liegt im Gras. Schwarz ragt der geborstene Stamm, die Äste und Zweige hängen über dem Boden. Letztes Jahr habe der Apfelbaum noch geblüht, sagt Franziska Kunath. Der Baum bleibt noch liegen. Er wirkt wie eine Skulptur. Es geht ihr auch um die Wandlungen. „Die Frage mit dem Eingreifen und wie man Maß hält. Man kann die Ordnung der Natur lassen“, sagt Franziska Kunath. „Ich lasse mich gezielt inspirieren davon und bereichern. Viele Besucher schätzen das und kommen extra deswegen her. Da sie es auch vermissen, ein Stück gesunde Natur. Da vieles überpflegt ist in den Städten.“ Sie greife erst ein, wenn es unwegsam wird. Die Künstlerin hat ein paar Schafe und gelernt, die Wiese zu sensen. Krachgeräte wie Rasenmäher gebe es auch hier auf dem Lande.

Ihre oft großformatigen Bilder, Naturansichten mit lebhaft, konkret und abstrahiertem, zeichenreich leuchtenden Farben- und Formenspiel, hängen und lehnen an den Wänden auf dem geräumigen Dachboden mit Holzverkleidung und neu eingebauten Fenstern der Kunstscheune. Auf dem Fensterbrett steht ein ausgestopfter Vogel, ein Reiher. Der wohl mal Modell stand und den sie von ihrer Mutter, die Biologielehrerin war, bekam. Davor lehnt ein großes Bild von Maja Nagel, auf dem Figuren fröhlich unerschrocken auf einem Drahtseil balancieren, einer mit großer Leinwand und Pinseln unter dem Arm, ein anderer holt weit aus, wie um die vorbeifliegenden Gebilde aus der Natur einzufangen und eine Figur verschnauft kurz auf dem Seil. Gegenüber steht eine Installation aus leeren Käfigen aus Holz und Metall, kleine und größere, um- und übereinander aufgetürmt. Angeregt vom Märchen „Jorinde und Joringel“ ebenso wie den grafischen Formen, Schichtungen und Überlagerungen der Gitter und Durchblicke ist dieses Objekt von Künstlerin Else Gold aus Meißen.

Sie hat außerdem einige Bündel mit filigranen, blätterlosen Stöcken von der Weide in rote Bänder gebunden, die wie ein Windspiel frei schwebend, übereinander hängen an einem Holzbalken. Ein Stück weiter lädt eine gemütliche Sitzecke mit Sofa, Polstern und Stehlampe nahe am Fenster zum Verweilen in der Plenair-Ausstellung ein. Franziska Kunath wird farbige Tuschezeichnungen und das Ölbild aus dem Garten zeigen.“Es ist eine Gemeinschaft auf Zeit“, so die Künstlerin. Vor und nach dem künstlerischen Arbeiten treffen sich die Teilnehmer vom Plenair, sie kochen zusammen die Mahlzeiten und reden über das, was gerade ansteht. „Künstler wollen immer Gestaltungsraum haben. Den gibt es hier reichlich“, sagt Franziska Kunath. Das Plenair wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Außerdem unterstützt der Kulturraum Meißen, Sächsische Schweiz, Osterzgebirge zum zweiten Mal das Plenair. „Die Bildenden Künstler bekommen für dieses Projekt ein Teilnahmehonorar“, das ist Franziska Kunath besonders wichtig. Es sei ja nichts Kommerzielles, daher ist das Plenair außerdem auf finanzielle Zuwendung und Spenden der Besucher als „Hutkasse“ zur Kostendeckung angewiesen. In Kooperation mit dem Verein „Land gestalten“, der sich als Vernetzungsprojekt versteht, kann Franziska Kunath für Unterstützer des Plenairs auch Spendenquittungen ausstellen. Damit auch Kunst auf dem Land sich entwickeln, wachsen und blühen kann und noch mehr Menschen anzieht.

„Es kommen schon auch Bewohner aus der Umgebung, zuerst neugierig, inzwischen regelmäßig zu den Ausstellungen auf dem Künstlerhof. Doch es gibt auch Berührungsängste, weil sie es nicht gewohnt sind und weil sie einen anderen Umgang mit der Natur haben“, erlebt Franziska Kunath. Daher sei es wichtig, präsent zu bleiben. Im Frühjahr und Winter veranstaltet sie Ausstellungen, Führungen mit den Künstlern, Lesungen und Livemusik. Auch Arbeiten von Max Uhlig, ihrem damaligen Kunstprofessor, sind bei den Winterausstellungen immer mit zu sehen. Der Naturbezug verbindet sie. „Es ist eine große Freude und beglückend, auch wenn es manchmal beschwerlich ist, mit der Natur zu leben und wie eine Partnerschaft einzugehen, verbunden mit künstlerischem Arbeiten“, sagt Franziska Kunath. Die Plenair-Ausstellung ist bis 7. Juni auf dem Künstlerhof Kunath zu sehen und geöffnet zu den Veranstaltungen.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.franziska-kunath.de


Urwüchsiger Platz in der Natur mit viel Kunst & schönen Begegnungen: meinwortgarten-Inhaberin und Autorin Lilli Vostry mit Glückskatze „Mimi“.

Der Mensch als Wolf: Der Videofilm „Wolf“ von Heinz Schmöller untersucht performativ das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Zivilisation.

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Premiere „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“ von Peter Turrini frei nach Beaumarchais als Sommertheater Open Air im Innenhof des Japanischen Palais Dresden

06 Samstag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Theater, Zwischenmenschliches

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Listreiches und witzig-freches Spiel um Liebe & Macht & Besitz: Graf und Gräfin sind sich uneins über die Hochzeit ihrer Angestellten Figaro und Susanne. Das führt zu reichlich komischen Verkleidungen und Verwicklungen im diesjährigen Sommertheater Open Air des Staatsschauspiel Dresden „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“ von Peter Turrini frei nach Beaumarchais. Fotos (2): Sebastian Hoppe

“Ein Himmelreich für eine gute Intrige!“

Mit viel Witz, Biss, provokant und streitlustig erlebte das diesjährige Sommertheater Open air des Staatsschauspiel Dresden seine Premiere im innenhof des Japanischen Palais.

Figaro kann es kaum erwarten, seine Liebste Susanne zu heiraten und gemeinsam im Liebeshimmel zu schweben. Mit einem Bandmaß in der Hand vermisst er gerade den besten Standort für das Brautbett. Das Bett hat ihnen ihr Dienstherr, Graf Almaviva geschenkt. Das eigene Zimmer ist der Lohn für seine Treue – dachte Figaro. Doch für den Graf ist es nur der „kürzeste Dienst- umd Schleichweg“, um zu Susanne zu gelangen, denn er hat ebenfalls ein Auge auf sie geworfen und will Figaro vor der Eheschließung noch schnell zuvorkommen. Figaro, der den Graf gerade noch als „besten Chef“ lobte, beschimpft ihn im nächsten Moment als „Schurken“, den er am liebsten wegen „ungenierlicher Nachstellerei verklagen“ würde! Doch bekäme er Recht, wenn er als Untergebener seinen Chef vor Gericht bringen würde?!

So nimmt Figaro die Sache selbst in die Hand. „Ein Himmelreich für eine gute Intrige!“, lautet seine Devise. Und er schwört, es dem Graf mit feuriger Bosheit und Leidenschaft heimzuzahlen und die Mitgift mit der Heirat für sich zu erlangen. „Das nenn ich Gerechtigkeit!“ Da geht es reichlich absurd-komisch drunter und drüber, wird lustvoll und erbittert um Werte und Tugenden gestritten, gefeilscht und gekämpft in der Komödie „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“ von Peter Turrini frei nach Beaumarchais. Die Premiere war am 30. Mai vor vollen Rängen bei sommerlichem Wetter. Bereits zum vierten Mal kommt das Sommertheater Open Air mit dem Staatsschauspiel Dresden in Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen in diesem Jahr auf die Bühne im Innenhof des Japanischen Palais. Mit viel Witz, Biss, frech, provokant und streitlustig geht es in verbalem Schlagabtausch und schnellem Kostüm- und Rollenwechsel um Liebe, List, Machtmissbrauch und Maskerade in dieser Inszenierung unter Regie von Lily Sykes. Es ist ein Spiel mit Schein und Sein, Betrug und Betrogenwerden, Täuschung und Selbsttäuschung in einer Welt, in der alles käuflich ist. Beaumarchais`aufrührerische, 1784 uraufgeführte Komödie wurde von dem belustigten Napoleon mit den Worten kommentiert: „Da war die Revolution schon am Werk!“ Sie diente als Vorlage für Mozarts Erfolgsoper „Figaros Hochzeit“ und für Turrinis grotesken wie scharfen Wortwitz. Er wollte mit seinen Stücken über das Schreckliche in der Welt versuchen, die Zuschauer zum Lachen zu bringen, um den Schrecken zu bannen. Wer lacht, hat weniger Angst und wird vielleicht etwas mutiger.

Die Aufführung spart auch nicht mit aktuellen Bezügen zu brisanten gesellschaftlichen Themen wie Klassismus, soziale Ungerechtigkeiten, sexualisierte Gewalt bis zu Geschlechterrollen-Tausch und politischer Identitätsdebatte. Eine „Arena des Fleisches“, heißt es im Programmheft über das Bühnenbild. Die rosarot angestrahlten Wände haben viele Türen, die auf- und zuschlagen, aus denen Verborgenes, Verstecktes oft anders als erwartet zum Vorschein kommt. Ein Kleiderbügel hängt da. Die Darsteller laufen Schrägen hoch und runter, die Ausrutschgefahr ist groß. In der Mitte führt eine Treppe in den Bühnenraum, wo eine Liveband grandios für mal barocke, rockige bis punkige und soft schmusige Klänge sorgt und Liebende wie Bösewichte in Gesangseinlagen Herz und Gefühle zeigen und einen Moment hinter die Fassade blicken lassen. Mit abwechselnd tiefer und hoher Stimme singt Figaro – den zur Premiere Josephine Tancke spielte und mit extra Beifall bedacht wurde, da sie kurzfristig für ihre erkrankte Kollegin Friederike Ott einsprang – im Duo mit seiner Liebsten Susanne. Burschikos, verwegen, ungestüm und gewitzt listig tritt Josephine Tancke in der Männerrolle als Figaro auf und fühlt sich sichtlich wohl darin. Mit weißblonder Bubikopfperücke, Jacke und Kniebundhosen. Zugleich etwas verwirrend, da er von Susanne als ihre zukünftige „Frau“ angeredet wird. Als wäre Figaro nur in Männerkleider geschlüpft.

Susanne spielt Kriemhild Hamann mal als naives Blondchen, die an Marilyn Monroe erinnert und mal zornig, wenn sie sich aufregt über die „geilen alten Säcke. Mit ihrer Gerüchteküche können sie den ganzen Hof bekochen!“ Damit meint sie wohl zwei äußerlich gutsituierte, vornehme Herren in orangenen Anzügen mit Schulterklappen und weißen Hemden. Die Haare hochstehend beide, frisiert wie eitle Gockel. Marcellus (Holger Hübner) gibt mit aufgesetzten Hörnern einen reichen, alten Hagestolz und verschmähten Liebhaber mit roter Rose in der Hand, der Figaro heiraten will. Der andere, Bartholo (Nahuel Häfliger) parodiert mit schwarzer Haarmähne, Bart und Schmachtblick den unwiderstehlichen Latinlover und schwelgt in einem romantischen Herzschmerz-Song auf spanisch zur Gitarre.

Den Graf Almaviva spielt Oliver Simon glänzend als machtbesessenen Wüstling, heuchlerisch, gerissen, aber auch unsicher und verzweifelt nach Liebe sich sehnend. Er versucht die Hochzeit von Figaro und Susanne mit allen Mitteln zu verhindern. Der Graf herrscht und bestimmt über seine Bediensteten. Sie sind ihm ausgeliefert, seiner Willkür, Launen und Begierden. Sie tragen fleischfarbene Kostüme. Die reichen Damen und Herren am Hof bunt schillernde Kostüme und hoch aufgetürmte Perücken. Doch glücklich sind sie nicht. Der Graf wird begleitet von seiner Gehilfin Bazilla, die er für das Intrigen einfädeln bezahlt. Sie hängt an ihm, folgt ihm auf Schritt und Tritt. Fanny Staffa tritt als Bazilla mal kühl-berechnend als Karrierefrau im Anzug, mal souverän, selbstbewusst auf und mal unterwürfig, an ihn sich klammernd. Beide toben und jammern, wenn etwas schief geht, ergehen sich in Selbstmitleid. Anrührend und absurd zugleich, wenn Bazilla halb gebückt dasteht, der Graf den Arm um sie legt und ihren Kopf wie in der Schlinge hält. Bazilla hält ihn auf Trab. Und er wird auch reichlich an der Nase herumgeführt von Figaro und Susanne, welche die einsame Gräfin (Katja Gaudard) in ihren Plan einweihen, den Grafen in die Falle zu locken, nachts im Park zu einem vermeintlichen Rendez-vous mit Susanne. Schön sarkastisch, trocken humorvoll kommentiert die elegante ältere Dame mit rauchiger Stimme Liebe und (Un)treue, während sie im Bad voller grünlicher Bälle im Badeanzug sitzt, Susanne sie wäscht, abtrocknet und ihr die Perücke wieder aufsetzt. Die wie eine Krone und Ballast zugleich wirkt.

In dem Moment voll Traurigkeit und leiser Komik fliegt erst eine Krähe, dann zwei und ein ganzer Schwarm Rabenvögel laut krächzend am Himmel über die Bühne hinweg. Die Gräfin stimmt entzückt mit ein in die Krah-Rufe. Sie verroste bei lebendigem Leibe, seufzt sie. Und sie weiß, dass der Graf Susanne nachstellt. Durch die Verkleidung der Figuren sind die Standesgrenzen aufgehoben und können sie tun, was ihnen gefällt. „Besser eine falsche Frau als ein echter Held!“, sagt der Diener Cherubin, den Jonas Holupirek skurril-komisch und wandlungsfreudig in mehreren Rollen spielt. Er lässt sich von Susanne und der Gräfin willig Frauenkleider anziehen, nachdem der Graf ihn entlassen hat als angeblichen Nebenbuhler und ihn strafversetzte ins Regiment an die Front. Die Frauenkleider stehen ihm prächtig, staunt die Gräfin. Er schaut an sich herab, auf den mageren Busen. Es hat etwas Aberwitziges und Tieftrauriges, wie die Gräfin, klein und zierlich, aufschaut zu dem langen, schlaksigen Kerl, ihn mit Lippenstift und Puderpinsel schminkt und in eine Frau verwandelt. Nur um ihren Mann, den Graf zu locken und zurück zu bekommen.

Das berührt ein pikantes Thema in der Gesellschaft derzeit, wenn es um Geschlechterfragen geht, was Männlichkeit und Weiblichkeit heute ausmacht. Bei denen es nicht nur um Äußerlichkeiten geht, sondern die in ihrer natürlichen Eigenständigkeit und Anziehung gerade in den Unterschieden, durch die Gender- und Geschlechterpolitik immer mehr in Frage gestellt werden und wo die Grenzen zwischen den Geschlechtern zunehmend verfließen. Das gipfelt in heiß umstrittenen Podiumsdiskussionen mit dem Titel: Was ist eigentlich eine Frau?! Aufhorchen lässt neben der Identitätspolitik über Geschlechter außerdem ein neuer Feminismus, der Frauen selbst klassifiziert nach Hautfarbe, sozialer Rolle und Status, damit eher spaltet und bekämpft statt sich wirklich für Frauenrechte und echte Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern auf allen Ebenen einzusetzen.

Die Frauen erobern sich in dieser Aufführung ihre Macht und Würde zurück mit den ihnen eigenen Reizen, umgarnen schüchtern und keck die Herren und reden Klartext mit dem Graf und den Richtern in ihren erhabenen Roben, die Recht sprechen als Geschäft ansehen. Gerechtigkeit habe ihren Preis!
Doch am Ende bezahlt der Graf dafür mit seinem Leben. Und die Hochzeit wird zum Begräbnis. Rings um das Badebecken brennen Kerzen. Bazilla schreit „Revolution“, knallt mit einer Gerte auf den Boden und stürmt hinaus. Der Diener Cherubin schwenkt eine schwarze Fahne oben auf der Empore. Die Liebenden Figaro und Susanne gehen Hand in Hand fort. Die Gräfin sagt zu ihrem Mann: „Du bist ein toter Witz!“ Sie bleibt allein zurück. Sie überlegt das Schloss zu verlassen, sich zurückzuziehen, Gemüse anzubauen. Sie hebt eine Hand hoch und fällt zurück in Schweigen. Es ist ungewohnt für die Gräfin, diese Rolle, allein für sich einzustehen.
Ein anspruchsvolles und tragikomisches Vergnügen ist diese Sommertheater-Inszenierung. Dafür gab es reichlich Beifall vom Premierenpublikum.

Text (lv)

Nächste Aufführungen: ab 6.6. bis 5.7. & 14.8.bis 29.8.2026, 20 Uhr, Innenhof Japanisches Palais in Dresden

http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Pikantes Thema: Kleider- und Geschlechterrollen-Tausch. Der Diener als Lockvogel für den Grafen, der ein Auge auf Figaros Liebste Susanne geworfen hat, Die einsame Gräfin macht mit bei der Maskerade.

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Ein lebendiger Ort für Geschichten: Erzählcafé & Schreibwerkstatt

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, In eigener Sache, Kurzgeschichten, Lebensart, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Erzählcafé mit Schreibwerkstatt: „Erzähl, was in Dir steckt!“

Start: am 25. Juni 2026, 15 – 17 Uhr im Kulturhafen Dresden, Leisniger Straße 53.

Ein Erzählcafé für jung bis alt, wo wir spielerisch mit Sprache umgehen, eigene Texte entstehen: von Kurzprosa, Geschichten, dialogische Szenen, Märchen bis Lyrik ist alles möglich. Den Ideen und der Fantasie der TeilnehmerInnen sind keine Grenzen gesetzt. Gefragt sind Neugier, Offenheit, Lust und Freude, sich erzählerisch auszuprobieren und auszudrücken. Mit Stift all das zu Papier bringen, was Dich bewegt, gehört und gesehen werden will!

Mit Austausch über die Texte in der Gruppe und gern auch öffentlichen Lesungen mit den Ergebnissen aus dem Erzählcafé und Schreibwerkstatt. Ich bin Lilli Vostry, freiberuflich als Journalistin, schreibe und veröffentliche auch als Lyrikerin und bin mit eigenen Gedicht-Lesungen unterwegs. www.meinwortgarten.com

Das Erzählcafé mit Schreibwerkstatt findet auf Honorarbasis statt. Teilnehmerbeitrag pro Person: 15 Euro
Start: Do, 25.6., 15 – 17 Uhr
Ort: Kulturhafen Dresden, Leisniger Straße 53

Anmeldungen unter: lilli.vostry@yahoo.de
Meine Telnr. für  Rückfragen: 0177 – 524 88 48

„Worte geben Träumen Wurzeln, um von ihnen zu erzählen.“ (Lilli Vostry)

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Bühne frei für: „Lyrik unter freiem Himmel“ auf dem Konkordienplatz in Dresden

27 Freitag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Gedichte zwischen Natur, Zeit und Erfahrung

Drei Stimmen zeitgenössischer Lyrik – Alexandra Grüttner-Wilke, Ulrich Fentzloff und Christine Ruby – können (Bücher-)FreundInnen, LiebhaberInnen magischer Momente und ConcordistInnen am Sonnabend, dem 28. März, von 15 bis 17 Uhr diesmal nicht auf dem Konkordienplatz in Dresdem-Pieschen erleben. Wetterbedingt findet die Lesung in der Galerie Hermann auf der Oschatzer Straße 4 statt.

Unterstützt durch bibliophile MitstreiterInnen aollen die literarischen Aktivitäten im Stadtteil, die ja seit Jahren mittels der Adventslesungen (www.adventslesungen.de) große und positive Resonanz erfahren, auch auf den Rest des Jahres ausgeweitet werden.

Gestartet wird dieses Wochenende,  am Samstag, den 28.3.2026, ein erster Versuch mit Poesielesungen „Lyrik unter freiem Himmel“ auf dem Konkordienplatz. Wetterbedingt findet die Lesung in den Räumen der Galerie Hermann, Oschatzer Straße 4 statt.

Der Verlag Text-Dialog, die Pieschener BuchmitHandlung, die Arbeitsgemeinschaft Religionsphilosophie Dresden e.V. und der Stadtteilverein Pro Pieschen laden zu dieser besonderen Lyriklesung auf den Konkordienplatz ein.

Von 15 bis 17 Uhr lesen Alexandra Grüttner-Wilke, Ulrich Fentzloff und Christiane Ruby aus ihren aktuellen Gedichten, musikalisch begleitet durch den Cellisten Tobias Bäz.

Die Veranstaltung steht im Kontext des Welttags der Poesie und möchte Lyrik im öffentlichen Raum erlebbar machen.

Die drei AutorInnen präsentieren unterschiedliche poetische Perspektiven – von Naturbeobachtung über zeitgenössische Reflexionen bis hin zu persönlichen lyrischen Stimmen. Zwischen den Leseblöcken führt der Verlag kurze Gespräche mit den AutorInnen über ihre Schreibprozesse, Themen und poetischen Einflüsse.

Die Veranstaltung findet unter freiem Himmel direkt vor dem Verlag statt. BesucherInnen sind eingeladen, den Lesungen zu lauschen, mit den AutorInnen ins Gespräch zu kommen und Bücher vor Ort signieren zu lassen. (Achtung: bei voraussichtlich schlechtem Wetter finden die Lesungen in der BuchmitHandlung auf der Oschatzer Str. 2 statt).

Das Leseprogramm mit Alexandra Grüttner-Wilke, Ulrich Fentzloff und Christine Ruby und weitere Informationen zur Lesung findet Ihr auch auf der Homepage zur Veranstaltung: www.lyrikunterfreiemhimmel.de sowie auf Facebook, Instagram und Nebenan.de wie Pieschen-aktuell.de.

Der Eintritt ist frei!

Da die aktuellen Wetterprognosen eher nicht für „Freien Himmel“ sprechen, wird die Veranstaltung voraussichtlich in der Buch mit Handlung (Oschatzer Str. 2, 011287 Dresden) stattfinden, wo nur begrenzter Platz zur Verfügung steht: Um realistisch planen zu können und ggf. ein größere Veranstaltungslokalität zu organisieren, wären wir euch für eure frühzeitigen Rückmeldungen zur Teilnahme sehr dankbar.

Text: René Kaufmann

Text & Dialog. Verlag, Textwerkstatt und Philosophische Praxis

… im Dienste beGeisternder Lektüren!

www.text-dialog.de

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Leipziger Buchmesse beendet mit neuem Besucherrekord

22 Sonntag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Projekte, Zwischenmenschliches

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Wo Geschichten Hunderttausende verbinden: Leipziger Buchmesse feiert Rekordzuspruch

Immer mehr Menschen lassen sich auf der Leipziger Buchmesse, der Manga Comic Con und Europas größtem Lesefestival Leipzig liest inspirieren. Das zeigen auf eindrucksvolle Weise die 313.000 Besucher:innen (2025: 296.000), die vom 19. bis 22. März auf die Messe kamen und bei über 3.000 Veranstaltungen an über 300 Leseorten in Leipzig Literatur in all ihren Spielarten gefeiert haben. 2.044 Aussteller:innen aus 54 Ländern beteiligten sich, um die Buchmesse als Präsentationsplattform für ihre Frühjahrs-Neuerscheinungen zu nutzen und ihre Autor:innen dem Lesepublikum vorzustellen. 

Die Begeisterung für gute Geschichten und die Neuerscheinungen der Saison bringt Leser:innen aller Genres  an dem Ort zusammen, der jedes Frühjahr zum Zentrum der Literatur in Deutschland wird: die Leipziger Buchmesse und Leipzig liest, Europas größtes Lesefestival. „Ob Belletristik oder Sachbücher, gezeichnete oder gesprochene Bücher – dass die Leipziger Buchmesse mit ihrem Angebot noch mehr Menschen als je zuvor anzieht, macht uns wirklich stolz. Sie ist ein unverzichtbarer Treffpunkt für alle, die Bücher lieben“, so Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe.

„Auch 2026 hat sich die Leipziger Buchmesse als Ort der Debatten bewiesen, sei es zu literarischen wie gesellschafts- und kulturpolitischen Themen. Unser Angebot spiegelt diese Vielfalt auf einzigartige Weise wider und übt als Publikumsmagnet mehr Anziehungskraft als je zuvor aus. Gleichzeitig wertschätzen die Verlage die Leipziger Buchmesse und Leipzig liest, Europas größtes Lesefestival, als zentrale Vermarktungsplattform, auf der sie ihre Bücher und Autor:innen hunderttausenden interessierten Leser:innen gleichzeitig vorstellen können“, so Astrid Böhmisch, Direktorin der Leipziger Buchmesse.

Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels: „Die Leipziger Buchmesse hat einmal mehr ihre besondere Kraft entfaltet: Mit großer Leidenschaft hat die Branche die Vielfalt der Stimmen und Inhalte sichtbar gemacht und ist gleichzeitig solidarisch und mutig für ihre grundlegenden Werte eingetreten. Sie hat auch klar gemacht, dass sie nur dann weiter ein starkes Rückgrat für die Demokratie sein kann, wenn die Politik verlässliche Rahmenbedingungen schafft – wie faire Regeln für KI, Alternativen zur Dominanz großer Plattformen oder die Förderung von Medien- und Lesekompetenz.”

22. Preis der Leipziger Buchmesse geht an Katerina Poladjan, Marie-Janine Calic und Manfred Gmeiner
Die Jury des 22. Preises der Leipziger Buchmesse erntete großen Zuspruch für ihre Auswahl der Gewinnertitel aus den 485 Einreichungen der 177 Verlage. In der Kategorie Belletristik wurde Katerina Poladjan für ihren Roman „Goldstrand“ (S. Fischer) gefeiert, den Sachbuch/Essayistik-Preis erhielt Marie-Janine Calic für „Balkan-Odyssee, 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“ (C.H. Beck). Für die Übersetzung von „Unten leben“ aus dem Spanischen von Gustavo Faverón Patriau wurde Manfred Gmeiner geehrt.

Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung
Dieses Jahr wurde der kroatisch-bosnische Schriftsteller Miljenko Jergović für „Das verrückte Herz. Sarajevo Marlboro Remastered“ (Ü: Brigitte Döbert, Suhrkamp) mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Die Laudatio hielt die serbisch-österreichische Schriftstellerin Barbi Marković. Im Rahmen der Eröffnung im Gewandhaus zu Leipzig sprachen zuvor Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Sebastian Guggolz, der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sowie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Ihre Redebeiträge zeigten auf eindrucksvolle Weise, dass die Leipziger Buchmesse genau der richtige Ort ist, um wichtige kulturpolitische Debatten zu führen und gegensätzlichen Standpunkten Raum zu geben.

„Donau – Unter Strom und zwischen Welten“, das Fokusthema
Mit über 50 Autor:innen und 87 Veranstaltungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, davon 33 auf der Donau-Bühne, hat die Leipziger Buchmesse 2026 die Literatur des Donauraums ins Scheinwerferlicht gerückt. Was literarisch, historisch und gesellschaftspolitisch links und rechts von der Donau geschieht und ihre Ambivalenz, verbindendes und trennendes Element gleichzeitig zu sein, wurde für die Besucher:innen bei den Lesungen, Gesprächen und Präsentationen eindrücklich erlebbar.

Die Stars von morgen: Debüt-Autor:innen auf der Leipziger Buchmesse
Sie haben geschafft, wovon viele träumen: Verlage haben ihr erstes Werk veröffentlicht. Ein weiterer Traum ging nun in Leipzig für sie in Erfüllung: Bei zahlreichen Veranstaltungen konnten die Debüt-Autor:innen diese Woche vor tausenden Menschen zeigen, welches Potenzial in ihnen steckt – und das Publikum war begeistert.

Leipzig liest − das größte europäische Literaturfestival
Das diesjährige Motto „Wo Geschichten uns verbinden“ wurde für die Teilnehmenden von Europas größtem Lesefestival Leipzig liest an den unterschiedlichsten Orten erlebbar. In Kirchen, Galerien, Museen und Buchhandlungen, aber auch in Kneipen, Augenarztpraxen, Apotheken, auf dem Südfriedhof, im Landgericht oder im Leipziger Zoo sowie an vielen weiteren Plätzen in der Stadt wurde Literatur in all ihren Spielarten gelesen, genossen und gefeiert.

Wo gezeichnete Geschichten zuhause sind: die Manga Comic Con
Erneut hat die Manga Comic Con als wahrscheinlich bunteste Messe Deutschlands gezeigt, wie viel Energie, Kreativität und Fantreue in der Community steckt. Unzählige Cosplayer:innen schmückten mit ihren aufwendigen Kostümen und Accessoires die Hallen und wetteiferten bei Cosplay-Wettbewerben um die begehrten Auszeichnungen. Erstmalig wurde in diesem Jahr der Tancho Award als neuer Preis für deutschsprachige Mangaka verliehen.

Neue Angebote für Kinder, neue Kooperationen und weiter gewachsene Formate
Als eine der wichtigsten Bildungsmessen Deutschlands hat die Leipziger Buchmesse mit ihrem Fachprogramm Fokus Bildung auch dieses Jahr Pädagog:innen aus dem ganzen Land zum Netzwerken und Weiterbilden angezogen. Viele Schulklassen und Familien nutzten die Angebote für junge Leser:innen, und im neuen Experimentierraums piks nahmen zahlreiche Kinder begeistert an den Workshops und anderen Formaten teil, die Sachbuchthemen spielerisch erlebbar machten.
In der weiter gewachsenen Audiowelt trafen sich Fans von Hörbüchern, Hörspielen, Podcasts und Streamingangeboten und ließen sich von Bestsellerautor:innen wie Daniel Speck, Dora Heldt oder D.C. Odesza unterhalten, genossen Live-Podcastsendungen und testeten neue Hörbücher in der Audiolounge.
Unter dem Motto „Geschichten aus der Zukunft“ teilten im Forum Mensch und KI Expert:innen, Autor:innen, Künstler:innen, Journalist:innen, Wissenschaftler:innen und Politiker:innen ihr Wissen und ihre Erfahrungen rund um Künstliche Intelligenz mit dem Publikum in vielen interaktiven Formaten.
Frisch aus der Taufe gehoben wurde das kuratierte Branchenformat „NEW VOICES“. Die Mitteldeutsche Medienförderung und die Leipziger Buchmesse setzen sich mit dieser Initiative für eine engere und frühere Verzahnung zwischen Buch und Film, Debüt- bzw. Jung-Autor:innen und Produzent:innen ein.

Die nächste Leipziger Buchmesse findet vom 18. bis 21. März 2027 statt.

Text: Felix Wisotzki, Pressesprecher, Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse im Internet:     
www.leipziger-buchmesse.de
https://blog.leipziger-buchmesse.de

Leipziger Buchmesse auf Social Media:
www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
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Manga Comic Con:
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Leipziger Buchmesse: Menschen am Fluss & Romantasy & Wo sich die Erde verändert. Empfehlungen für den letzten Buchmesse-Tag.

21 Samstag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Projekte, Zwischenmenschliches

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Leipziger Buchmesse: Highlights am 22. März 2026

10:30–11:00    Menschen am Fluss (Donau-Bühne, Halle 4, D300/C301)
Der Grafiker Christian Schmiedbauer stellt seine Graphic Novel vor und erzählt, wie dieses Tagebuch einer Donaureise von der Quelle bis zur Mündung entstanden ist.

10:30–11:00    Jetzt bist du nicht mehr bei mir, mein Herz (Forum Die Unabhängigen, Halle 5, H313)
Übersetzer Lutz Kliche liest aus zwei Büchern des preisgekrönten nicaraguanischen Schriftstellers Sergio Ramírez, einer der wichtigsten zeitgenössischen Stimmen Lateinamerikas.

10:30–11:30    Der klügste Freund, den wir je hatten (Forum Mensch & KI, Halle 2, B601/C600)
KI-Experte Bilal Zafar liest aus seinem Buch, das praxisnah anhand konkreter Beispiele erklärt, wie KI zum Alltagshelfer wird und warum sich ein vertrauensvoller Blick auf die Zukunft lohnt.

11:00–11:30    Zwischen Glaube und Zuschreibung (#buchbar, Halle 4, F200)
Hasnain Kazim spricht über sein neues Essay „Der Islam und ich“, über sein ambivalentes Verhältnis zur Religion, über Herkunft, Identitäten und Erwartungsdruck.

11:00–12:00    20 Jahre Kuh Lieselotte (Congress Center Leipzig, Vortragsraum 10)
Illustrator Alexander Steffensmeier erklärt, wie ein Bilderbuch entsteht, zeichnet live und liest aus dem neuesten Band seiner beliebten „Lieselotte“-Reihe.

11:30–12:00    Heidi und die verschwundenen Geißen (Gemeinschaftsstand Schweiz, Halle 5, G401)
Die bekannteste Kinderbuchfigur der Schweiz erlebt fast 150 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen ein neues Abenteuer, erzählt von Katja Alves.

11:30–12:00    Die Ehefrau (Audiobühne, Halle 2, F500)
Die US-amerikanische Thriller-Autorin Freida McFadden und Sprecherin Jodie Ahlborn geben faszinierende Einblicke in die Entstehung ihres Hörbuchs, eines packenden Psychothrillers über dunkle Geheimnisse.

11:30–12:00    Romantasy schreiben und verlegen (Sternenmeer, Halle 3, E401)
Eine Diskussion über das Genre Romantasy, das immer mehr Leserinnen für sich entdecken. Die Autorinnen und Verlegerinnen des Podiums fragen: In welche Richtung entwickelt es sich?

11:30–12:15    Let’s Podcast: Zeigt am Mikrofon, was in Euch steckt (JugendCampus UVERSE – Dschungel, Halle 2, H501/K500/K501)
Wer immer schon mal einen Podcast machen wollte, ist im Workshop von BÜCHERALARM genau richtig: Hier erfährt man, wie ein Podcast aufgebaut ist, und kann direkt loslegen.

11:45–12:15    Wie kann sie nur? (Hugendubel Messebuchhandlung, Halle 4, C500/D500)
Sophie Passmann liest aus ihrem neuen Buch über den alltäglichen Wahnsinn, eine Frau (im Internet) zu sein.

12:00–13:00    KI-Podcast der ARD: Künstliche Intelligenz und Bedeutung (Forum Mensch & KI, Halle 2, B601/C600)
Redakteurin und Moderatorin des ARD-Podcasts Marie Kilg spricht über die Bedeutung von KI in unserer Gesellschaft und die Fragen, die KI für unser Zusammenleben aufwirft.

12:00–13:00    Cosplay Performance Meisterschaft Deutschland (CPMD) (Große Bühne, Halle 5, A500)
In Kooperation mit dem Convention-Portal Con-Finder.de sucht die CPMD die besten Performances im Cosplay.

12:20–13:05    Alles nur Spaß? Politik & Popkultur (Forum Offene Gesellschaft, Halle 5, K500)
Tragen Comedy und Unterhaltung zur wehrhaften Demokratie bei? Sebastian 23, Parshad Esmaeili und Miriam Davoudvandi sprechen über ihre Bücher und über die politische Dimension des Lustigseins.

12:30–13:00    Idols & Romance (Schwarzes Sofa, Halle 1, A501/C500)
Um queere und emotionale Welten zwischen K-Pop und Selbstfindung geht es bei dieser Lesung mit Musik mit Debütautorin Nikolai Fei Winter und Bestsellerautorin Selly Park.

13:00–13:20    Konfetti-Blues (ARD, ZDF, 3sat, Literaturbühne, Glashalle, Ebene -1, 01)
Ariane Binder interviewt Comedy-Autor Lutz van der Horst live für 3sat Kulturzeit zu seinem neuen Buch „Konfetti-Blues“.

13:00–13:30    Die radikale Mitte (Forum Sachbuch: Wissen, Halle 2, C601/D600)
Lydia Hüskens, Alexander Görlach und Sven Gerst sprechen darüber, wie die politische Mitte lernen kann, radikal neu zu denken, um die demokratische Marktwirtschaft zu erneuern.

13:00–13:45    Gewaltfreie Kommunikation für ein gutes Klassenklima (Forum Unterrichtspraxis, Halle 2, B203)
Konflikte gehören zum Schulalltag, die Frage ist, wie Lehrkräfte und Schüler:innen mit ihnen umgehen. Wie sich Konflikte konstruktiv mithilfe gewaltfreier Kommunikation auflösen lassen, erklären Mediator Sven Schöllmann und Pädagogin Evelyn Schöllmann.

13:00–14:00    Signierstunde mit Lilly Lucas (Messestand Bookish Love Universe, Halle 4, B400/A401)
Romance-Bestsellerautorin Lilly Lucas signiert ihren brandneu als Schmuckausgabe erschienenen Roman „New Promises“.

13:30–14:00    Erebos 3 (Große Bühne, Halle 5, A500)
Bestsellerautorin Ursula Poznanski liest aus dem spannenden Finale ihrer Erebos-Reihe: Wird Nick Dunmore das Spiel um Leben und Tod gewinnen?

13:30–14:00    First Pages – First Voices (Fachforum +, Halle 5, G511)
Debütautor:innen erzählen aus ihrem Schreibprozess: Welche Wege, Umwege und Entdeckungen liegen zwischen der ersten Idee und dem gedruckten Exemplar?

13:30–14:00    Die Liste der Lebenden (Nordisches Forum, Halle 4, C306)
Der preisgekrönte österreichische Schriftsteller Stefan Kutzenberger liest aus seinem Briefroman über Hans Christian Andersen und seine Seelenverwandte Henriette Wulff.

13:30–14:15    Luzie Alvenstein – Erbin der Duftapotheke (Hugendubel Kinderbuchhandlung, Halle 3, B601)
Für Spannung, Magie und Abenteuer sorgt Anna Ruhe mit ihrer Geschichte über Luzie, die auf einer Reise durch die Zeit auf einer rauschenden Party in den Goldenen Zwanzigern landet.

14:00–14:30    Siegerehrung Cosplay Performance Meisterschaft Deutschland (Große Bühne, Halle 5, A500)
Zum zweiten Mal auf der Manga Comic Con werden die Top 3 der CPMD für ihre Cosplay-Performances ausgezeichnet.

14:00–17:00    Signierstunde mit Sebastian Fitzek (Messestand Sebastian Fitzek, Halle 2, H601)
Einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands signiert seine Bücher, u.a. seinen brandneuen Horror-Thriller „REM“.

14:30–15:00    Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Beyond Pages Stage, Halle 4, B501)
Talk und Lesung mit Bestsellerautorin Julia Dippel zu ihrem neuen Urban-Fantasy-Zweiteiler sowie mit Hörbuchsprecherin Dagmar Bittner.

14:30–15:15    Blindenfußball (piks – Experimentierraum für Kinder, Halle 2, G501/H500)
Profis aus der Blindenfußball-Bundesliga geben in diesem Selbsterfahrungsworkshop Einblicke in ihren herausfordernden und einzigartigen Sport.

14:30–15:30    Im Osten geht die Sonne auf (Audiobühne, Halle 2, F500)
Der Fußball-Podcast von „Sport im Osten“ bespricht live auf der Audiobühne, was den Fußballosten bewegt: Kurven, Ergebnisse und echte Geschichten aus Profiklubs und Amateurvereinen.

14:30–16:00    Verleihung des Selfpublishing-Buchpreises 2025/26 (Große Bühne, Halle 5, A500)
Der Selfpublishing-Buchpreis bietet unabhängigen Autor:innen eine Bühne und wird von Fachjurys in den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Ratgeber und Kinder-/Jugendbuch verliehen.

15:00–15:30    Gilded Ruin – Gods of New Olympia (Nebelwald, Halle 3, C506)
Bestsellerautorin Emily Bähr liest aus ihrem neuen düsteren Romantasy-Roman voller Spice, Intrigen, Mord und Liebe.

15:00–15:30    Ripper’s Daughters und Irida 2 (AusbildBar – Gutenbergschule, Halle 5, G510)
Fantasy- und Horrorautor Markus Heitz spricht über seine beiden spannenden Neuerscheinungen.

15:00–15:30    Embodiment entdecken – körperliche Ressourcen nutzen (Forum Sachbuch: Wissen, Halle 2, C601/D600)
Die Psyche lässt sich ohne den Körper nicht verstehen und umgekehrt. Autorin Elli Kutscha erklärt Embodiment und lädt zum Ausprobieren der praktischen Übungen ihres Buches ein.

15:00–16:00    Wo sich die Erde verändert (Donau-Bühne, Halle 4, D300/C301)
Das Panel mit Olesia Ostrovska-Liuta (Ukraine), Adrian Ivakhiv (Kanada), Kateryna Botanova (Ukraine/Schweiz) und Asia Bazdyrieva (Ukraine) untersucht die oft unsichtbaren ökologischen Wunden, die Kriege hinterlassen, und wie Kunst und Kultur diese Veränderungen sichtbar machen.

15:15–17:15    Zeit zu reden: Kulturkampf als Nabelschau (Forum Offene Gesellschaft, Halle 5, K500)
Die Schriftstellerinnen Esther Dischereit und Nora Haddada, Journalist Tobias Haferkorn und Politikwissenschaftlerin Kristin Helberg diskutieren darüber, warum es ausgerechnet Literaten nicht gelingt, Kontroversen wie die über Israel und Palästina mit Worten auszutragen.

15:30–16:00    Gebärdensprach-Schnupperkurs: Deine Hände, deine Stimme (JugendCampus UVERSE – Dschungel, Halle 2, H501/K500/K501)
Wie fragt man „Was geht?“ ganz ohne Stimme, nur mit den Händen und dem Gesicht? Im UVERSE lassen sich erste Alltagsgebärden und das Fingeralphabet interaktiv, spielerisch und barrierefrei lernen.

15:30–16:00    Der Autor, die Influencerin, das Selfpublishing (Fachforum +, Halle 5, G511)
Die Grenze zwischen Autor:in und Influencer:in scheint immer mehr zu verwischen. Was haben diese Berufe gemeinsam? Können sie voneinander lernen? Johannes Conrady von BookRix spricht darüber mit Influencerin Lili.

16:00–16:30    Lustige Lesereise mit kurzen Wörtern (Lesebude, Halle 3, A203)
Leseanfänger und Kids, denen das Lesen schwerfällt, können witzigen Geschichten lauschen, deren Wörter Schritt für Schritt ein bisschen länger werden.

16:00–20:00    Anleitung für eine Rebellion – 12 Regisseurinnen schreiben Geschichte (Schaubühne Lindenfels)
Szenische Lesung über Empowerment in der Filmbranche mit den Autorinnen Immogen Kimmel, Bettina Schoeller Bouju, Barbara Teufel und der Schauspielerin Nina Kronjäger mit anschließender Filmvorführung: „Top Girl“ von Tatjana Turanskyi.

19:00–21:30    Kein Geld Kein Glück Kein Sprit (Kupfersaal)
Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk liest aus seinem neuen Erzählband und hat auch seine jüngst erschienene Graphic Novel „Graf Fauchi und das verschwundene Gebiss“ dabei.

19:30–22:00    Lange Nacht der Lesebühnen (UT Connewitz)
Zum Messe-Ausklang treffen sich traditionell am Sonntagabend vier Autor:innen unterschiedlicher Lesebühnen im UT Connewitz und präsentieren ihre besten Texte.

Die Leipziger Buchmesse findet vom 19. bis 22. März 2026 statt. Tickets sind im Online-Ticketshop erhältlich.

Infos: Felix Wisotzki, Pressesprecher Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse im Internet:     
www.leipziger-buchmesse.de
https://blog.leipziger-buchmesse.de

Leipziger Buchmesse auf Social Media:
www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
www.instagram.com/leipzigerbuchmesse
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Manga Comic Con:
www.manga-comic-con.de
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Leipziger Buchmesse: Halbzeit mit neuem Besucherrekord

21 Samstag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Halbzeit: 105.000 BesucherInnen auf der Leipziger Buchmesse

Wie sehr Geschichten uns verbinden, ist aktuell ganz besonders in Leipzig zu spüren: Sowohl auf der Leipziger Messe als auch an zahlreichen Orten in der ganzen Stadt finden in dieser Märzwoche Menschen zusammen, um neue Stimmen kennenzulernen, neue Geschichten zu hören und das Lesen zu feiern. Insgesamt 105.000 Besucher:innen – im Vorjahr waren es 96.000 – lösten am Donnerstag und Freitag ein Ticket, um auf der Leipziger Buchmesse die Neuerscheinungen des Frühjahrs zu entdecken. Gemeinsam mit 2.044 Aussteller:innen und Verlagen sowie Autor:innen aus dem In- und Ausland erlebten sie, wie inspirierend Begegnungen sein können, wenn Literatur Menschen zusammenbringt.

Auch das diesjährige Fokusthema der Leipziger Buchmesse zeigt, wo Geschichten verbinden und wo sie zu Abgrenzung führen können. Das Programm unter dem Motto „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“ widmet sich der Literatur des Donauraums. Aus den zehn Ländern, die der längste Fluss Europas auf seinen über 2.800 Kilometern vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer durchfließt, sind mehr als 50 Autor:innen nach Leipzig gereist. In insgesamt 87 Veranstaltungen, davon 33 auf der Donaubühne in Halle 4, beleuchten sie die Spannungsfelder dieses einzigartigen Sprach- und Kulturraums aus literarischer, historischer und gesellschaftspolitischer Perspektive. Sie führen das Publikum in eine Region, die bis heute von sprachlicher Vielfalt, unterschiedlichen Identitäten, Migration und politischen Machtverschiebungen geprägt ist. Einen Vorgeschmack auf das literarisch vielstimmige Programm bot die feierliche Eröffnung der Donaubühne am ersten Messetag, als Kurator Stephan Ozsváth mit Dimitré Dinev, dem österreichischen Buchpreisträger 2025, über die Donau als Metapher für ein europäisches Jahrhundert sprach.

Mehrere Preisverleihungen rückten an den ersten beiden Messetagen herausragende Werke der Gegenwartsliteratur und Akteur:innen des Literaturbetriebs ins Rampenlicht: der Preis der Leipziger Buchmesse, der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, der Kurt-Wolff-Preis und der Phantastikpreis SERAPH. Auch die diesjährigen Nominierten für den Deutschen Jugendliteraturpreis wurden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Stärker denn je legt die Leipziger Buchmesse 2026 den Schwerpunkt auf Debüts und Debütautor:innen: Damit ihre ersten Werke direkt ein breites Publikum erreichen, räumt ihnen eine ganze Reihe von Veranstaltungen einen besonderen Platz ein. Auf der Langen Leipziger Lesenacht in der Moritzbastei, auf der Donaubühne und in der #buchbar sind bereits viele spannende und vielversprechende Stimmen zu hören gewesen. Noch mehr frische Perspektiven erwarten das Publikum am Samstag bei der zweiten Auflage von „Beste erste Bücher“ im Ost-Passage Theater, und auch im BloggerRoom BL:OOM erhalten neue Talente Gelegenheit, sich vorzustellen.

Dank der Manga Comic Con erstrahlen die Messehallen 1 und 3 in diesen Tagen wieder in den buntesten Farben. Hier tauchen Fans von Comic, Manga und Anime nicht nur bei Lesungen, Workshops und Filmen in die Welten ihrer Lieblingsheld:innen ein und schlüpfen in aufwendig gestaltete Kostüme, sie können auch zahlreiche prominente Ehrengäste aus aller Welt persönlich treffen. Am Messewochenende laden sowohl der Leipziger Cosplay Wettbewerb als auch die Cosplay Performance Meisterschaft Deutschland wieder zum Mitfiebern ein, wenn Cosplayer:innen auf der Großen Bühne in Halle 5 zeigen, welches Talent in ihnen steckt.

Literaturbegeisterte und Fachpublikum können sich noch bis Sonntag über die Neuheiten des Frühjahrs informieren, das Lesen feiern und sich von Geschichten verbinden lassen.

Text: Felix Wisotzki, Pressesprecher Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse im Internet:     
www.leipziger-buchmesse.de
https://blog.leipziger-buchmesse.de

Leipziger Buchmesse auf Social Media:
www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
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Manga Comic Con:
www.manga-comic-con.de
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BilderAlbum: Unterwegs in der Welt der Bücher auf der Leipziger Buchmesse

21 Samstag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Spannende Geschichten zu Zeitgeschichte & Umgang miteinander. Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse, in der Kategorie Belletristik, stellten sich den Fragen im Gespräch und lasen aus ihren Büchern.
Schöne, farbenfrohe, originell gestaltete und anregungsreiche Bücher mit vielfältigen Blicken und Sichtweisen auf die Welt, auf das Verbundensein von Mensch & Natur & allen Lebewesen bietet der Verlag „w_orten & meer“. Geschäftsführerin Marianne Eppelt aus Leipzig stellt die Neuerscheinungen am Messestand vor.

Von Milchzahn-Geschichten, goldenen Stränden, einer zornigen Seiltänzerin und Liebesbriefen an das Leben

Viel zu sehen und entdecken gibt es wieder auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse. Eine persönliche Auswahl besonderer Neuerscheinungen aus kleinen, feinen, innovativen und kreativen Verlagen. Noch bis Sonntagabend lockt die reichhaltige Bücherwelt für kleine und große Besucher. Viel Vergnügen!
Einen Ansturm von Besuchern gab es gleich am ersten Tag der Leipziger Buchmesse am Donnerstag. Auf der Hin- und Rückfahrt überfüllte Züge (wann bekommt die Deutsche Bahn das endlich hin, ausreichend Wagen bereitzustellen?!), Gedränge in allen fünf Hallen, bunte Manga-Figuren, viel junges Publikum machte sich auf den Weg. Es gibt viel zu sehen und entdecken an insgesamt vier Messetagen noch bis Sonntag. Am Eröffnungstag wurden die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse vorgestellt und lasen. Die Bühne war etwas versteckt, abgeschirmt vom Besuchertrubel, hinter einer Wand mit Tür. Wie für gehobenes Publikum, Insider. Das war etwas seltsam. Zum Glück fand ich sie doch noch und erlebte wenigstens drei der fünf Nominierten in der Kategorie Belletristik.

Im Gespräch mit ihnen ging es vor allem um das Geschichten erzählen selbst. Wie erzählt man eine Biographie? Wie findet man Worte für Dinge, Ereignisse, die sprachlos machen und schmerzen? Darauf antwortete Katerina Poladjan, die Auszüge aus ihrem Roman „Der Goldstrand“ las, worauf es ihr beim Schreiben ankommt: „Was erzähle ich mir selbst und der Welt, und was lasse ich aus. Einen Wahrheitskern gibt es. Vielleicht ist das Utopie.“ Ja, der Hall-Raum sei sehr groß, so Poladjan. Jeder liest und versteht ein Buch anders. Sie gewann mit „Der Goldstrand“ (S. Fischer) den Preis der Leipziger Buchmesse für Belletristik.

Norbert Gstrein weiß, dass sein Romanheld Adrian im nominierten Buch „Im ersten Licht“ (Hanser Verlag) „kein symphatischer Typ“ ist. Und er findet, dass es „zu viele positive Identifikationsfiguren in der Literatur“ gibt. Ihm geht es offenbar darum, Verborgenes, Dunkles zu erhellen und auch Worte für Unaussprechliches zu finden. „Ich weiß, dass ich nicht immer gut bin“, sagt er über sich. Eine Annäherung zur Figur des Adrian fände er wünschenswert bei den Lesern. „Er ist ein Zaungast des Krieges, der immer die Nähe von Kriegsversehrten sucht und den deswegen Schulgefühle plagen“, sagt Gstrein über seinen Romanhelden. „Es war schwierig, eine Sprache für die Sprachlosigkeit zu finden. Für diejenigen, die den Krieg erlebten und sich viele Jahre zu einem Schweigen verabredet haben, obwohl sie schon lange von den Kriegsverbrechen wussten.“

Um Rückblicke, Unerhörtes und unbequeme Wahrheiten geht es auch im neuen Roman „Die Wut ist ein heller Stern“ (Hanser Verlag) von Anja Kampmann aus Hamburg. Sie las sehr ausdrucksvoll und intensiv eine Szene daraus und entführte die Zuhörer ins Jahr 1933 in Deutschland, auf die Reeperbahn. Sie schauen mit den Augen der Varieteekünstlerin Hedda, die im Nachtclub Alcazar am Seil schwebt über den Köpfen des Publikums, alles ist ganz leicht, und dabei auf die damalige Zeit und ihre Abgründe blickt. „Ihr Roman erzeugt starke Bilder in eindringlicher Sprache. Es ist ein sehr politisches und poetisches Buch“, so die Moderatorin. Anja Kampmann schaue mit ihrem Buch auf den Rand der Gesellschaft, es führt ins Hafenarbeitermilieu und zu Frauen in sozial schwierigen Verhältnissen. Sie beschreibt, wie ihre Heldin am Seil schwingt und sich in etwas hinein träumt, während die Zeit ab 1933 sich immer mehr verengt und Frauen wie Hedda keinen Raum mehr lässt. Diesen Frauen am Rande der Gesellschaft wollte sie eine Stimme geben, sagt Anja Kampmann, etwas entgegen setzen, sich nicht kleinkriegen zu lassen. Der Roman erzählt viel in kleinen Sequenzen, Bildern und reißt immer wieder ab, vieles klingt nur an, so Kampmann über ihr Buch. Das sieht sie auch als eine Erfahrung für die Leser. „Die Auslassungen geben dem Ganzen einen ziemlichen Rhythmus und Intensität.“ Ihr Roman breche auch mit Klischees über die 30er Jahre. „Mich hat interessiert, zu erzählen, wofür sind die damals losgegangen, was hat die ausgemacht. Politische Umbrüche haben mit Vertrauen zu tun, wie wir miteinander umgehen, uns schützen und wie kostbar Miteinander ist“, so Anja Kampmann. „Die Wut von Hedda, die sie sich nicht nehmen lässt. Der Raum, den sie sich nimmt in dieser Zeit.“

Anja Kampmann ist mit ihrem Buch meine Favoritin bei den Neuerscheinungen auf dieser Buchmesse, auch wenn sie den Preis der Jury nicht gewonnen hat. Sprachlich und von der erzählten Geschichte finde ich die „Die Wut ist ein heller Stern“ packender, intensiver und auch brisanter als die anderen. Die Figur der Seiltänzerin ist schon ein tolles Sinnbild. Wie sie sich aufschwingt, um nicht abzustürzen. Ich bin gespannt auf dieses Buch.

Mit farbenfroh gestalteten Büchern und Zitaten, die aufhorchen lassen, stellt sich der Verlag „w_orten & meer“ vor, der auf Hiddensee beheimatet ist. Auf einem Poster  steht „Lesen Lieben Lernen“, fliegen Menschen auf Büchern und betrachten die Welt aus der Vogelperspektive. Um neue Perspektiven, Inspirationen, Lebendigsein und respektvolles Handeln geht es auch im Verlagsprogramm. Im Mittelpunkt steht dabei, wie Menschen sich mit Natur verbinden und verbunden sind, wie sich Menschen mit anderen Menschen In Beziehung setzen und wie sich Menschen mit sich selbst auseinandersetzen, sagt Marianne Eppelt, die sich um die Geschäftsführung kümmert und in  Leipzig wohnt. Das Spektrum umfasst Sachbücher, Geschichten, Erzählungen und Romane von Autorinnen und Autoren aus aller Welt, darunter Brasilien, Neuseeland, Spanien, Niederlande und Deutschland, die über ihre Lebensrealitäten erzählen, von der Suche nach individueller Identität, Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung und Eintreten für soziale Gerechtigkeit, demokratische Teilhabe und ein erfülltes Leben in einer umweltfreundlichen und friedlichen Welt. Das Buch „Kurswechsel“ verein 28 Kern-Konzepte indigener Weltsichten, in denen es um Konfliktlösung, nicht-hierarchische Gesellschaften, Mut und Vertrauen das gemeinsame Leben feiernde Zeremonien und Rituale, die Verbindung zur Erde, Herzensweisheit, Humor als existenzielle Sichtweise und zirkuläre Zeitkonzepte geht. Das klingt spannend und visionär!

Visuell schön anzusehen, mit einem Erdkreis mit marmorierten Linien, die alles Sein verweben, in sandigen, blauen und grünen Farbtönen, Augen und Händen, die wahrnehmen, sind auch die Bücher der Verbundensein-Reihe, in der es um die Verbindung mit allem Lebendigen geht. „Welche Geschichte_n stehen nachts an welchen Betten?“, steht auf einem nachtblauen Buchcover. Träume, Erinnerungen, Vorahnungen oder Albträume? Das Kopfkino setzt gleich ein. In der autobiographischen Erzählung „Wie ich merkte, dass die Shoah nachts an meinem Bett steht“ des niederländischen Autors Maurits de Bruijn verwebt er den Reisebericht eines sechstägigen Israeltrips mit der Suche nach sich selbst und geht der Geschichte seiner Mutter nach, einer Shoah-Überlebenden. Es geht um jüdisches Leben und auch um die Frage nach der Vererbbarkeit von Traumata.

Von Prosa mit Lebenserinnerungen, Gedichtbänden über das Leben, die Liebe und den Alltag über Krimis bis zu phantastischen Geschichten reicht die Bandbreite im „primär Verlag Berlin, ein Unternehmen der Dienstleistungsgruppe Worm. Der Verleger Mario Worm ist selbst Autor, weiß um die Sorgen bei der Suche nach einem passenden Verlag und möchte daher gerade neuen und ambitionierten Autoren eine faire Startplattform geben. Dort erschien auch ein Buch über „Erik Neutsch – der Wahrheit ein Stück näher“ von Marita Neutsch, der Tochter des Schriftstellers, der mit seine Buch „Spur der Steine“ bekannt wurde. Der gleichnamige Defa-Film mit Manfred Krug und Eberhard Esche durfte lange nicht gezeigt werden in der DDR. In ihrem Buch geht Marita Neutsch der Frage nach, warum das fünfte Buch „Der Friede im Osten“ nicht so veröffentlich wurde, wie es ihr Vater im August 203, kurz vor seinem Tod, beendet hatte.

Ein besonderes Buch ist „Meine Milchzahn-Geschichten“ – Die etwas andere Zahndose von Ketti Gnida, erschienen im felu-Verlag in Dortmund. Ein fröhlich bunt illlustriertes Album zum Sammeln von Milchzähnen mit integrierter Drehscheibe, durch die sich jeder Zahn passend zur Geschichte bewegen lässt. „Jeder Zahn bekommt hier ein eigenes Fach und wird aufbewahrt wie ein kleiner Schatz“, sagt Ketti Gnida schmunzelnd, die als Zahntechnikerin arbeitet.

Der Transit-Verlag feiert in diesem Jahr sein 45-jähriges Bestehen. Als ein „Wilderer zwischen den Gattungen und Erzählweisen“, so sieht er sich selbst. Die Bücher entführen in Historie und Gegenwart von Ost- und Westeuropa und deutscher Geschichte. „Fische im Trüben“, so heißt der Debütroman von Elli Unruh, war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Belletristik. Sie erzählt die Geschichte einer Familie, die bis Ende der 80er Jahre in der Sowjetunion, im südöstlichen Kasachstan, lebte, Nachfahren von Mennoniten, die einst von Katharina der Großen ins Zarenreich geholt wurden. Es sei stimmungsvoll, atmosphärisch dicht und mit seiner altertümlichen Sprache, dem Plautdietsch, ein ganz und gar ungewöhnliches Buch, loben Literaturkritiker.

Alles in allem ein Bücher-Frühling mit einer Vielfalt besonderer, wagemutiger und reizvoller Geschichten, die darauf warten, gesehen und gelesen zu werden.

Text + Fotos (lv)

Mehr Eindrücke zu neuen Büchern und Verlagen folgen.

Weitere Infos unter http://www.leipziger-buchmesse.deBezaubernde Fantasiegestalten & Bücher, die Lust auf Lesen und mehr machen. Liebevoll gestaltete Bücher & Spiele rund um Berührung und Zweisamkeit hält freudestrahlend der Mann mit den Katzenohren bereit, der über Liebe auf Katzenart gut Bescheid weiß. Schöne Idee! Mehr dazu unter http://www.erotivity.de

Bitte Platz nehmen auf dem Lese-Thron: Franz Westner vom SalonLiteraturVerlag München inmitten der Buch-Neuheiten. „Literatur öffnet Horizonte“, lautet das Verlagsmotto.

Minnie staunt über meine Bücherschätze. Wieder zuhause nach einem langen Messetag, erschöpft und glücklich, über interessante Entdeckungen an neuen Büchern und Verlagen. Mit Frühlingsbeginn neu erwachte Leselust!

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Leipziger Buchmesse: Reichhaltige Welt voller Geschichten & Gespräche & Lesungen & Begegnungen

19 Donnerstag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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„Wo Geschichten uns verbinden“: Leipziger Buchmesse 2026 lädt Leser:innen zum Entdecken und Erleben ein

Rund 3.000 Veranstaltungen an mehr als 300 Leseorten vom 19. bis 22. März

Die Leipziger Buchmesse wird immer internationaler: Mit 2.044 Aussteller:innen und Vertreter:innen aus 54 Ländern (2025: 2.040 Aussteller aus 45 Ländern) beweist sie auch 2026, dass gute Geschichten sprichwörtlich Grenzen überwinden. Die Autor:innen und Verlage freuen sich darauf, hunderttausenden Besucher;innen ihre Neuerscheinungen zu präsentieren. Ob im Rahmen des diesjährigen Fokusthemas „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“ oder bei den Lesungen der Debüt-Autor:innen zeigt die Buchmesse auf vielfältige Weise, wie sehr Geschichten Menschen miteinander verbinden. Das kann das Publikum bei den zahlreichen Veranstaltungen auf der Buchmesse, der Manga Comic Con und bei Leipzig liest, Europas größtem Lesefestival, erleben.

Wenn Leipzig liest beginnt und die Leipziger Buchmesse am Donnerstag, 19. März, ihre Türen öffnet, um hunderttausende Besucher:innen in die Hallen strömen zu lassen, hat er offiziell begonnen: der literarische Frühling. Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe: „Mit ihrer kontinuierlichen Teilnahme am wichtigsten Branchenevent der Saison zeigen die Verlage, wie wichtig die Leipziger Buchmesse für ihr Geschäft ist. Das ist ein starkes Signal angesichts der anspruchsvollen Marktlage.“ Astrid Böhmisch, Direktorin der Leipziger Buchmesse: „Was für eine Relevanz der deutschsprachige Buchmarkt hat, beweisen auch die internationalen Gäste: dieses Jahr präsentieren Aussteller aus mehr Ländern als je zuvor ihre Literatur in Leipzig. Die Leipziger Buchmesse ist der Ort, wo Geschichten uns verbinden. Hier treffen Menschen mit unterschiedlichen Haltungen, Interessen und Lesegewohnheiten aufeinander – alle vereint durch die Begeisterung für gute Stories.“

Das Fokusthema „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“ in Halle 4

Bis heute ist die Literatur des Donauraums geprägt von Migration, Vielsprachigkeit, unterschiedlichen Identitäten und dem Ringen politischer Mächte um Einfluss. Die Donau verbindet und trennt gleichermaßen. Diese Spannungsfelder spiegelt das Programm auf der Leipziger Buchmesse mit über 50 Autor:innen und 87 Veranstaltungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, davon 33 auf der Donau-Bühne. Kurator des Fokusthemas ist der frühere ARD-Südosteuropa-Korrespondent Stephan Ozsváth. Das Programm wird von zahlreichen Partnern unterstützt, darunter das Auswärtige Amt, die Bundeszentrale für politische Bildung, das Goethe-Institut, TRADUKI, die Stadt Leipzig sowie Kulturinstitutionen des Donauraums.

Neue literarische Stimmen: der Debüt-Schwerpunkt 2026

Damit ihre ersten Geschichten und neuen Perspektiven direkt ein breites Publikum finden, nimmt die Leipziger Buchmesse 2026 Debüt-Autor:innen stärker denn je in den Fokus. Bei zahlreichen Veranstaltungen an mehreren Orten können die Besucher:innen die vielversprechendsten Debüts des Frühjahrs entdecken − sei es bei „Beste erste Bücher“ und der „Langen Leipziger Lesenacht“, in der #buchbar, auf der Donaubühne und bei einer Veranstaltung im BloggerRoom BL:OOM.

Neue Angebote für Kinder, neue Kooperationen und weiter gewachsene Formate

Die Leipziger Buchmesse ist nicht nur eine der wichtigsten Bildungsmessen Deutschlands mit Fokus Bildung, einem breiten pädagogischen Programm für Fachkräfte, sie ist auch ein zentraler Treffpunkt für Familien und junge Menschen. 2026 eröffnet sie den piks, einen neuen Experimentierraum für Kinder bis 10 Jahre, in dem Sachbücher lebendig werden. Auch der JugendCampus UVERSE, der sich an 10- bis 22-Jährige richtet und bereits in die dritte Runde geht, hat das Ziel, das Interesse junger Menschen am Lesen zu fördern. Für New-Adult-Leser:innen gibt es in allen Belletristik-Hallen zahlreiche Stände, an denen sie die neuesten Romane des Genres entdecken und Stars wie Julia Quinn treffen können.

Gemeinsam mit der Mitteldeutschen Medienförderung gibt die Leipziger Buchmesse in diesem März den Startschuss für eine engere und frühere Verzahnung zwischen Buch und Film: das kuratierte Branchenformat „NEW VOICES“.  Es richtet sich an Produzent:innen, Verlage, Agenturen sowie Debüt- und Jungautor:innen und setzt seinen Schwerpunkt auf fiktionale Stoffe mit Adaptionspotenzial bzw. die frühzeitige Identifikation filmisch adaptierbarer Werke.

Nach ihrer gelungenen Premiere im vergangenen Jahr wird die weiter gewachsene Audiowelt 2026 zum zweiten Mal der Treffpunkt für alle Fans von Hörbüchern, Hörspielen, Podcasts und Streamingangeboten. Das Forum Mensch und KI widmet sich unter dem Motto „Geschichten aus der Zukunft“ der Ambivalenz künstlicher Intelligenz. Im Rahmen des interaktiven Bühnenprogramms sind die Besucher:innen dazu eingeladen, sich der Technologie in all ihren Facetten zu nähern.

Leipzig liest, Europas größtes Lesefestival

Ob Lesungen, Gespräche, Forumsdiskussionen, Präsentationen, Workshops oder Konzerte − das Angebot für alle Altersgruppen, Vorlieben und Genres umfasst dieses Jahr rund 3.000 Veranstaltungen an über 300 Leseorten bei Leipzig liest und auf der Buchmesse. Dazu tragen prominente Autor:innen wie Sebastian Fitzek, Paul Maar und Bernhard Schlink bei sowie bekannte internationale Namen wie Arne Dahl und Dana Grigorcea, aber auch zahlreiche Debüt-Autor:innen bzw. Stars von morgen.

Renommierte und brandneue Auszeichnungen

Als einzige große Literaturauszeichnung ehrt der Preis der Leipziger Buchmesse drei Kategorien auf Augenhöhe. Wer dieses Jahr die begehrten Preise in der Belletristik, Sachbuch/Essayistik und literarischen Übersetzung erhält, wird am 19. März in der Glashalle bekanntgegeben.
Erstmalig wird der Tancho Award auf der Manga Comic Con verliehen. Der neue Preis soll mehr Aufmerksamkeit auf das große Potenzial richten, mit dem professionelle Mangaka aus Deutschland, Österreich und der Schweiz seit Jahren Geschichten erschaffen.
Bereits zum 15. Mal wird der Seraph vergeben, die Auszeichnung der Phantastischen Akademie. Zum Jubiläum steigt die Zahl der Kategorien auf vier statt drei, und auch das Preisgeld konnte dank zahlreicher Spenden auf insgesamt 32.000 Euro aufgestockt werden.

Weitere Highlights und Schwerpunkte

•   Das Forum Offene Gesellschaft positioniert sich erneut als zentraler Ort der großen              Fragen. Ob Demokratie im Stresstest, anhaltende Kriege oder geopolitische Umbrüche –        die Welt steht mehr denn je unter Druck – und wir mit ihr.
•   Seit über vier Jahren prägt der Krieg das Leben in der Ukraine. Welche Spuren hinterlässt      er in Sprache, Erinnerung und Alltag? Am Messestand der Ukraine in Halle 4 finden              dazu über 20 Veranstaltungen statt.
•   Mit jeweils vier Veranstaltungen auf der Donaubühne sowie 14 Veranstaltungen auf der          TRADUKI-Kafana (Halle 4/D403) bringt das multinationale Literaturnetzwerk TRADUKI        zeitgenössische Werke aus Südosteuropa und dem Balkan nach Leipzig.
•   Im Forum „Die Unabhängigen“ werden rund 45 Veranstaltungen mit zahlreichen                  Autor:innen, Herausgeber:innen, Übersetzer:innen und Verleger:innen stattfinden.
•   Historische literarische Juwelen und günstige antike Schnäppchen bietet in Halle 5 die            Antiquariatsmesse. In diesem Jahr präsentieren 36 Antiquariate aus Deutschland,               Österreich, der Schweiz und den Niederlanden ihre Bestände.

Die Leipziger Buchmesse findet vom 19. bis 22. März 2026 statt. Tickets sind im Online-Ticketshop erhältlich.

Text: Felix Wisotzki, Pressesprecher Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse im Internet:     

www.leipziger-buchmesse.de
https://blog.leipziger-buchmesse.de

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Manga Comic Con:
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Lilli Vostry

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