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Leipziger Buchmesse: Besondere Bücherschätze auf der Antiquariatsmesse
19 Donnerstag Mär 2026
19 Donnerstag Mär 2026
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18 Mittwoch Mär 2026
Posted in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Projekte, Zwischenmenschliches

Zauberhaft & geheimnisvoll: Mit dem fantastischen Historienroman „Die Kuratorin“ von Owen King hat der kleine Buchheim Verlag Grimma von Inhaber Olaf Buchheim und seiner Ehefrau Yuka großen Erfolg.


Erfolgreich mit fantastischen Gruselgeschichten
Der kleine Buchheim Verlag in Grimma hat großen Erfolg mit der deutschen Erstausgabe „Die Kuratorin“ von Owen King. Wie er sich auf dem Buchmarkt behauptet, erzählt Verleger Olaf Buchheim zur bevorstehenden Leipziger Buchmesse.
Gleich hinter dem Eingang zum Verlagsbüro steht eine Dame, die unmittelbar einem der fantastischen Romane entsprungen scheint. Sie trägt ein elegantes schwarzes Kleid mit weißem Spitzenkragen, magischem Dreieck-Zeichen am Revers und einen breitkrempigen Hut mit hellen und dunklen Rosen. Ihr Blick ist versunken, nach innen gerichtet. Auf ihrer Schulter sitzt eine weiße Katze mit wachem Blick. Die geheimnisvolle Dame auf dem lebensgroßen Pappaufsteller ist die Titelheldin im Roman „Die Kuratorin“ von Owen King, der im März 2025 erstmals in deutscher Übersetzung im Buchheim Verlag Grimma erschien. Ein großer Erfolg für Olaf Buchheim. Schließlich ist Owen King kein Unbekannter – als Sohn des berühmten US-Schriftstellers Stephen King. Im vergangenen Jahr wurde sein fantastischer Historienroman auf der Leipziger Buchmesse als signierte Vorzugsausgabe gefeiert. Gelobt wird das Buch als „Dickens`sche Fantasie voller Illusionen und Charme, in der Katzen verehrt werden, Gelehrte Revolutionäre sind, Diebe edel und Zauberer die wunderbarsten Verbrecher.“
„Mir gefällt die Kreativität und Erzählweise dieses Romans, aber es ist keine Kuschelgeschichte“, sagt Verleger Olaf Buchheim. „Die Leute warteten auf der Buchmesse bis zu drei Stunden auf ein handsigniertes Exemplar der ‚Kuratorin` von Owen King“, erzählt er stolz. Eine Sternstunde war das in seiner Verlagstätigkeit. „Für unsere Verhältnisse hat es sich sehr gut verkauft.“ Von der ersten Auflage mit 666 Büchern gebe es nur noch einige Restexemplare. Seit Ende Februar diesen Jahres ist „Die Kuratorin“ nun auch als Buchhandelsausgabe erhältlich. In zauberhaft illustriertem Hardcover mit Farbschnitt und neuem Cover mit eben jener Dame im schwarzen Kleid. Der Buchheim Verlag befindet sich hingegen in einem eher unauffälligen, schlichten, weißgestrichenen Barackenbau auf der Lausicker Straße 5 am Stadtrand von Grimma. In dem grauen Gebäude mit morbidem Industriecharme gegenüber hat er in einer Halle sein Bücherlager. „Wir investieren unsere Mittel lieber in schöne Bücher, für Illustratoren, Übersetzer, Lektoren und nicht ins Gebäude“, sagt Olaf Buchheim. „Bei uns ist das Gestalterische wichtig.“
2015 ist er gestartet als „Quereinsteiger“ mit seinem Kleinverlag. Zusammen mit seiner Frau Yuka Buchheim, einer Japanerin. Sie hat Biochemie studiert und kam nach Grimma durch ein Internationales Musikantentreffen. Seit 2006 lebt Yuka Buchheim in Grimma. Sie arbeitet als Grafikerin und bringt die Bücher in Form im Buchheim Verlag. Von manchen grusligen Illustrationen bekam sie anfangs Albträume, gibt Yuka Buchheim zu. Sie liest auch japanische Geistergeschichten, die aber nicht blutig seien. Zu zweit haben sie die Werbeagentur mit Stickerei erfolgreich zum Verlag ausgebaut, unterstützt von zwei jungen Mitarbeitern. Dort erhalten Textilien wie Tshirts zu verschiedensten Anlässen maschinell passende Aufnäher mit Schrift oder werden bedruckt. Damit finanzierte Olaf Buchheim anfangs auch die Kosten für die Bücher. “Wir wollten die eigene Leidenschaft für Geschichten ins Berufliche übertragen“, so Buchheim. Fantastische Literatur fasziniert ihn seit seiner Kindheit. Später las er auch Horrorgeschichten von Stephen King – ohne zu ahnen, dass er später Geschäftspartner von dessen Sohn werden würde. Dieses Glück hat ein Stück weit mit dem ersten Buch zu tun, das im März 2017 im Buchheim Verlag erschien: „Der Fährmann“ von Christopher Golden, mit dem eine mythologische Gestalt in die Gegenwart einbricht und Chaos verursacht in diesem klassischen Gruselroman mit Tiefgang.
Olaf Buchheim hatte den Autor während seiner Zeit als Austauschschüler in den USA, in Muskegon am Michigansee 1996/97 für sich entdeckt und bot ihm an, ihn auf den deutschen Markt zu bringen. Mit Erfolg. „Der Fährmann war 2017 das bestverkaufte Buch in der Phantastik-Buchhandlung auf der Leipziger Buchmesse. Es war ein toller Anfang“, resümiert Buchheim. Auch wenn sich längst nicht alle gedruckten Buchexemplare verkauften. „Anfangs dachte ich, wenn man Größen wie den Übersetzer von Stephen King und mit John Howe einen großartigen Illustrator der Werke Tolkiens gewinnt, hätte hat man gute Chancen so ein Buch im Handel zu platzieren. Doch ich kannte schlicht die Vertriebsstrukturen nicht.“ Inzwischen hat er rund 60 Buchtitel im Buchheim Verlag herausgebracht, die Besucher in einem Raum im Verlag anschauen können. Und Christopher Golden war es schließlich, der ihn mit Owen King zusammenbrachte. Und dafür sorgte, dass sich ein kleiner Verlag aus dem Muldental im großen Geschäft behaupten kann.
„Unsere Nische ist die Horror-Literatur in vielfältigen Facetten. Meist sind das amerikanische Lizenzen in hochwertigen Sammlerausgaben, aber auch unsere regulären Hardcover-Bücher haben oft von Künstlern gestaltete, besondere Buchcover, eine Fadenbindung sowie ein Lesebändchen“, so Buchheim. Da stecken viel Herzblut und Aufwand dahinter. Dies weiß die Leserschaft im gesamten deutschsprachigen Raum bis nach Österreich und die Schweiz zu schätzen. „Unsere Sichtbarkeit müssen wir uns hart erarbeiten, weil kleine unabhängige Verlage meist nicht in Buchhandlungen vertreten sind. Oft liegt der Fokus auf bekannten Namen, und neue Autoren und Genres haben es schwer“, so seine Erfahrung. Kleine inhabergeführte Buchläden hingegen, wie der „Bücherwurm“ in Grimma, kennen ihre Kunden, wissen was sie gern lesen und empfehlen ihnen auch einmal etwas Neues. Dort gibt es daher auch einige Bücher aus seinem Verlag wie „Die Kuratorin“ und auch bei Thalia in Leipzig stehen ein paar Horror-Titel aus dem Buchheim-Verlag. „Die meisten Bücher werden jedoch in unserem Online-Shop direkt von unseren Lesern bestellt“, so der Verleger. Dieses Jahr gibt es am Messestand von Olaf Buchheim in Leipzig (Halle 3, D505) am 20.3. um 11 Uhr und am 21.3., um 14 Uhr eine Signierstunde. Zu Gast sind Oliver Kern mit seinem Noir-Thriller „Chocolat Rouge“ und der indigene amerikanische Autor Stephen Graham Jones mit dem Horror-Roman mit historischem Hintergrund „The Buffalo Hunter Hunter“, welcher letzes Jahr sogar Barack Obama zu unterhalten wusste. Beide Autoren lesen zur Buchpremiere am Sonnabend, um 19 Uhr im Gohliser Schlösschen.
Text + Fotos (lv)
Weitere Infos unter http://www.buchheim-verlag.de



13 Freitag Mär 2026
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13 Freitag Mär 2026
Posted in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Projekte, Zwischenmenschliches


Leselust & Bücher & die Menschen dahinter: 20 Verlage stellten ihre Neuheiten vor, eine bunte, illustre, einfallsreiche, spannende und beeindruckende Mischung aus historischer Regionalliteratur bis zu hochaktuellen Themen. Für Neugierige und Lesehungrige kurz und anschaulich zusammengestellt in der Broschüre „Wir sind Dein Buch“, herausgegeben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen.










Wie vielfältig, lebendig und überraschend die hiesige Verlagslandschaft ist, zeigten am Mittwoch 20 Verlage mit je drei Neuerscheinungen in einem Pressegespräch im Haus des Buches vorab zur Leipziger Buchmesse (vom 19. bis 22. März). Eingeladen hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, der erstmals eine Broschüre „Wir sind Dein Buch“ – Lesetipps aus Mitteldeutschland und die Menschen dahinter – herausgab. Darin stellen sich insgesamt 35 Verlage, neue und bekannte, mit einer Fülle an literarischen Genres und Themen vor, die mit Herz, Fantasie, Humor und Anspruch für alle Altersgruppen gestaltet, für reichlich Entdeckungen und Lesevergnügen für verschiedene Geschmäcker sorgen.
Text + Fotos (lv)
Mehr zu einzelnen Büchern demnächst auf diesem Blog.
Link zur online-Ausgabe von „Wir sind Dein Buch“: https://www.book2look.com/book/imNcvqLDGF




10 Dienstag Mär 2026
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08 Sonntag Mär 2026
Posted in Aktuelles, Lebensart, Natur, Projekte, Zwischenmenschliches
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07 Samstag Mär 2026
Posted in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Natur, Projekte, Zwischenmenschliches

Steinsonne & Eisblumen & Baumstrukturen… Die Natur malt, zeichnet mit in der derzeitigen Ausstellung mit Fotografie im Einnehmerhaus des Kunstvereins Freital, Dresdner Straße 2.

Farben- und Formenfülle in Bildern & Klängen: Mit zauberhaftem Spiel voller Hingabe an der Harfe begeisterte Aerdna Harp (Andrea Dorschner) zur Ausstellugseröffnung die Besucher. Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus bedankte sich herzlich.


Steinfarben & Steingesichter: Einen besonderen Blick dafür hat Jürgen Dittrich, von Beruf Geologe und seit vielen Jahren als Fotograf in der Natur unterwegs.
Zauberhafte Naturaufnahmen
Steinfarben, Eisblumen, Baumstrukturen und Schwünge in der Landschaft. Die Natur malt, zeichnet mit in reichlicher Farben- und Formenfülle in der ersten Ausstellung dieses Jahres mit dem Titel „Vertrautes & Überraschendes“ mit Fotografien von Wolfgang Nassler und Jürgen Dittrich im Einnehmerhaus des Kunstvereins Freital e.V., Dresdner Straße 2. In der Reihe „Sinn und Eigensinn“, in der Vereinsmitglieder und Freunde des Hauses ihre Arbeiten vorstellen, zeigen sie in langjähriger Freundschaft entstandene Aufnahmen von ihren gemeinsamen Fototouren und der Suche nach besonderen Motiven.
Zur Eröffnung in der Keramikwerkstatt am vergangenen Sonntagnachmittag waren alle Plätze besetzt. „Vor einem Monat standen wir hier noch im Bauschutt und sind froh, dass wir es geschafft haben“, sagte Bettina Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus. Das gehört jetzt dem Verein.
Im Dezember 2024 wurde der Kaufvertrag mit der Stadt Freital unterzeichnet wurde. Damit wird auch das Engagement des Kunstvereins gewürdigt und sichert ihm langfristig sein Domizil. Die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen werden peu a peu umgesetzt. Mit viel Hingabe und zauberhafter Klangfülle an der Harfe brachte Andrea Harp alias Andrea Dorschner die Räume zum Klingen. Feinsinnig, ausdrucksreich und fantasievoll lassen die Fotografien dem Betrachter viel Raum für eigene Wahrnehmung. Sie zeigen faszinierende Naturaufnahmen, darunter rote Flechten auf Gestein, Blätter unterm Eis, hauchfeines „Haareis“, Wasserbewegung, Lerchennadeln, eine Steinsonne, ein Fensterblick mit getigerter Katze und ein Sandsteingesicht. „Die Stein-Geschichten liegen mir besonders am Herzen, ihre verblüffend natürliche Vielfalt bezüglich Struktur und Farbe“, sagt Jürgen Dittrich. Er ist Jahrgang 1944, Geologe von Beruf und seit vielen Jahren ambitionierter Hobbyfotograf.
„Wir wollten diese Ausstellung noch zusammen machen. Wolfgang Nassler wusste davon und war erfreut darüber“, so Dittrich. Vier Monate später, im April 2025 starb er 85-jährig nach langer, schwerer Krankheit. Jürgen Dittrich erinnerte an dessen reges Schaffen und stellte Nasslers Bilder vor. Seine Frau hörte es gerührt und freute sich über die Blumen. Wolfgang Nassler war Urfreitaler, erfolgreich als Diplomingenieur im Hochbau und Leiter von Ingenieurbüros und viele Jahre fotografisch kontinuierlich unterwegs. Die beiden hatten 2017 bereits eine Ausstellung „Unterwegs in Nah und Fern“ mit ihren Fotografien im Einnehmerhaus.
Die neue Ausstellung vereint verschiedene Sichtweisen, die kontrastieren und einander ergänzen. Von Wolfgang Nassler stammen die fotografischen Variationen zur Farbe in der Landschaft. Ein Bild von ihm hängt einzeln, fast schwarz-weiß, mit rotem Signal am Waggon. „Der Zug ist abgefahren…“, so der vieldeutige Bildtitel. „Die Zeichen des Käfers“ im Holz von Dittrich erinnern in der Form an die Kunst der Aborigines, den australischen Ureinwohnern und andere Naturvölker. „Ich sehe das Schöpferische, wenn dort in einer Aufnahme das kleine Bäumchen wie aus dem Nichts wächst“, sagt Ausstellungsbesucherin Rosemarie Halmel aus Dresden begeistert. „Die Schönheit und die Kraft, die in der Natur liegen, sind beeindruckend.“ Die Ausstellung ist noch bis 26. April im Einnehmerhaus zu sehen. Zum Mittun in der Dunkelkammer und Fotolabor lädt Thomas Unger vom Kunstvererein im Einehmerhaus nach Absprache ein.
Text + Fotos (lv)
Geöffnet: Do und Sa 10 – 17 Uhr, Fr und So 14 – 17 Uhr
http://www.kunstvereinfreital.de

Bleibende Bilder & Erinnerungen: Die Frau von Wolfgang Nassler, der die Ausstellung nicht mehr selbst miterleben konnte. Er starb nach schwerer Krankheit 85-jährig im April letzten Jahres.







Fasziniert von der Schönheit & Schöpferkraft der Natur: Besucherin Rosemarie Halmel im Gespräch mit Thomas Unger vom Kunstverein im Einnehmerhaus und ebenfalls Fotograf.




05 Donnerstag Mär 2026

































Im Blütenmeer. Schwelgen & Genießen: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry.


Die Morgensonne lächelt. Die Luft ist frühlingshaft mild. Auf der Wiese vor dem Palais sprießen die ersten, lila Krokusse. Die Bäume ringsum recken ihre noch schwarzen, filigranen Zweige in die Höhe. Um so reichlicher grünt und blüht es gleich hinter dem Eingang im Palais im Großen Garten, im größten Park der Stadt. Sonnenlicht scheint aus blauem Himmel herein durch die hohen Fenster auf die zauberhafte Blütenpracht. Betörender Duft empfängt die Besucher beim Gang durch die Räume frühbarocker Baukunst. Wasser rinnt leise und sanfte Klänge begleiten den Rundgang durch das Blütenmeer bei der diesjährigen Blumenschau „Dresdner Frühling im Palais“, die bereits zum zehnten Mal stattfindet und schon am Eröffnungswochenende viele Menschen aus nah und fern anzog, die sich an der Vielfalt an Farben, Formen und der Fülle an Frühjahrsblühern und bezaubernden Gewächsen erfreuten.
Mit dieser Frühlingsblumenschau hat die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen eine große Dresdner Tradition wiederbelebt. Deren Wurzeln reichen bis ins 19, Jahrhundert zurück. Und auch der Schirmherr der Schau, der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sah sich das blühende Wunder an, das durch gärtnerische Kunst und Floristik zu sehen ist, noch bevor der Frühling in der Natur Einzug hält.
Bezaubernd gleich im ersten Raum ein großes Blumenbeet, um das herum man wandeln und all die Blumenschönheiten, vom kleinen Schneeglöckchen, Anemonen, Tulpen, Hyazinthen und viele mehr, die das Herz um diese Jahreszeit erfreuen, betrachten kann. Unter der weißen, schon restaurierten, prachtvollen Raumdecke hängen mit Zweigen geflochtene Blumenkränze. An einer Holzwand tummeln sich Schmetterlinge aus Seide vor Blütenblättern. Schönheit und Vergänglichkeit liegen nah beieinander. Glanz, kunstvolle sandsteinerne Skulpturen und rohe Ziegelwände. „Der August der Starke wusste schon was schön ist, dem wir die Kunstschätze in Dresden zu verdanken haben“, sagt eine Mitarbeiterin der Blumenschau mit Blick auf die wunderschönen Räume. Sie steht in einem Raum mit zart rosa blühenden Mandelbäumchen und Torten, geformt aus Mandelblättern und verziert mit leuchtend farbigen Frühlingsblüten. Ein Augenschmaus!
In jedem Raum locken auf zwei Etagen verschiedene, liebe- und fantasievoll in Szene gesetzte Blumenkunstwerke von meisterlicher Hand der Floristen, begleitet von Licht, Klang und Kunstobjekten und Zitaten großer Dichter von Novalis bis Rilke inmitten der Blütenpracht. Im Foyer sind außerdem die Gedichte der Gewinner eines Poesie-Wettbewerbs zur Frühlingsblumenschau zu lesen, umgeben von prächtigen Rhododendronbüschen.
Dresdner Frühling im Palais ist noch bis 8. März täglich von 9 bis 20 Uhr im Palais im Großen Garten zu erleben. Mit etwa 40 000 Blumen und Pflanzen ist es Deutschlands bedeutendste Indoor-Frühlingsblumenschau. Aus heimischen Blumen, gärtnerischen Raritäten und kunstvoller Floristik schaffen Gärtner und Floristen inspiriert von faszinierenden Prozessen in der Natur auf zwei Etagen des historischen Palais im Großen Garten begehbare Raumbilder. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist Schirmherr der Ausstellung. www.dresdner-fruehling-im-palais.de
Text + Fotos (lv)












Frühlingsmelodie
Die Morgensonne lässt
den rauen Gesellen
blass aussehen
in den dunklen knorrigen Bäumen
hängen noch welke Blätter
einige treibt der Wind vor sich her
die ersten Knospen schimmern
hell im Geäst emsiges Klopfen
Gezwitscher und johlende Raben
die Gefiederten sind zurück
mit gellenden Rufen
lassen sich einige Wildgänse
im noch leeren Großen Garten nieder
die Sonne wärmt ihr Gefieder
auf der Hauptallee spazieren sie
Richtung Palais
Davor eine lange Warteschlange
drinnen die kunstvolle Blütenpracht
zu sehen noch bevor der Frühling beginnt
die Wildgänse fliegen vergnügt kreischend
über die Köpfe der Wartenden
hin zum Palaisteich
das Wasser funkelt
Im Palais fallen die Tropfen
leis auf das farbreiche Blütenmeer
das betörend duftet
und verrinnt mit der Zeit
unzählige Blüten ranken
klettern schweben und wogen
halten ihre Blütenköpfe aneinander
als könnten sie halten
als wäre es für immer
das Farbleuchten Summen
Säuseln Schwirren
begleitet sie
ringsum Menschen
andächtig und entzückt
wie nie
lächeln und zücken ihre Kameras
zur berauschenden Frühlingsmelodie
LV
1.3.2026














27 Freitag Feb 2026

Der Weltenbaum als Sinnbild für die Natur ist Mittelpunkt der Frühlingsblumenausstellung „Dresdner Frühling im Palais“, die vom 27. Februar bis 8. März im Palais im Großen Garten Dresden zu erleben ist. Die fast sechs Meter hohe Baumskulptur steht inmitten eines großen Blumenmeers. Foto: Sebastian Thiel
Dresdner Frühling im Palais beginnt
Ein historisches Lustschloss, Gärtnerkunst und meisterhafte Floristik: Nach drei Jahren Pause ist Deutschlands bedeutendste Indoor-Frühlingsblumenschau wieder in Dresden zu erleben – vom 27. Februar bis 8. März als Jubiläumsschau.
Am Freitag, pünktlich neun Uhr beginnt in Dresden der Frühling – zumindest im barocken Palais im Großen Garten. Dann startet hier die Blumenausstellung „Dresdner Frühling im Palais“. Sächsische Gartenbaubetriebe bringen dafür Tausende Frühlingsblumen, gärtnerische Raritäten und Gehölze punktgenau zur Blüte. Zusammen mit Meisterschülern der Floristik, Theaterplastikern sowie Holz-, Glas- und Fotokünstlern präsentieren sie unter dem Thema „Oh Blütenwelt – welch‘ Wunder!“ in den Sälen und Salons des Lustschlosses farbenprächtige und frühlingshaft duftende Szenen, akzentuiert durch Licht und Klang. Nur zehn Tage, bis zum 8. März, währt die vergängliche Pracht. Realisiert wird die zehnte Ausgabe der Ausstellung durch die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen (FGS). Schirmherr ist Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.
„Der Dresdner Frühling im Palais ist ein Fest für alle Sinne. Er verbindet das historische Ambiente des Großen Gartens mit der Kreativität und Leistungsfähigkeit unserer sächsischen Gartenbaubetriebe“, sagt Ministerpräsident Michael Kretschmer. „Die Verbindung aus Pflanzen, Licht, Klang und Gestaltung macht den Dresdner Frühling im Palais zu einem besonderen Erlebnis. Gleichzeitig erinnert er uns daran, wie kostbar und wunderbar die Natur ist und wie viel Staunen sie in uns auslösen kann, wenn zehntausende Blüten ihre Farben entfalten. Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus nah und fern herzlich ein, sich von dieser einzigartigen Blütenwelt verzaubern zu lassen.“
Wunderbare Naturwelten
„Wir machen das Unscheinbare sichtbar – winzige, verborgene Wunder, die oft übersehen werden“, umschreibt die künstlerische Leiterin Bea Berthold die Idee hinter dem Motto der diesjährigen Schau. Besucher spazieren in den zehn Themenräumen über leuchtende Glühwürmchenwiesen, betrachten überdimensionale Blütenkelche aus der Froschperspektive oder beobachten die Metamorphose eines Schmetterlings – all das eingebettet in die üppige Farbenpracht des Frühlings. Höhepunkt ist eine fast sechs Meter hohe Baumskulptur im großen Saal des Palais. Als Weltenbaum steht sie für die majestätische Schönheit der Natur.
Blühende Vielfalt zum Winterende
Zehntausende Pflanzen öffnen pünktlich zum Ausstellungsbeginn ihre Blüten: Das ist die Kunst der 22 mitwirkenden sächsischen Gartenbaubetriebe, die seit Monaten auf die Schau hinarbeiten und die Pflanzen durch gezielte Licht- und Temperaturreize so vorziehen, dass sie deutlich früher als in der Natur bereits zum Winterende blühen. Koordiniert wird die botanische Vielfalt erstmals von Stephan Wartenberg, dem ehemaligen Leiter des Zierpflanzenbaus in Pillnitz.
Zu sehen sind 40.000 Blumen und Pflanzen aus 450 Arten und Sorten – darunter zahlreiche Zwiebel- und Knollenpflanzen wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen. Neben klassischen Frühlingsboten, wie Primeln, Krokussen, Hortensien und Lenzrosen präsentiert die Schau auch Raritäten, etwa den frühblühenden Islandmohn, Minikaiserkronen, Tränende Herzen und Nördliches Mannsschild. Auch die eher selten in Gärtnereien produzierten Maiglöckchen, Märzenbecher und Schneeglöckchen mischen sich darunter.
Ergänzt wird die Blumenpracht von über einhundert Gehölzarten von Heidekraut und Birke bis zum blühenden Mandelbaum. Auch eine Auswahl an „lebenden Fossilien“ wie Farn, Magnolie, Ginkgo und Schachtelhalm wurden für die Ausstellung ins Palais gebracht. Ein Highlight wird ein Exemplar der Wollemi-Kiefer sein. Sie galt in der Natur lange Zeit als ausgestorben und wurde erst 1994 in Australien wildwachsend wiederentdeckt. Dutzende Dresdner Gärtner im Ruhestand sowie Pillnitzer Fachschüler der grünen Branche arbeiteten an den Pflanztagen im Palais mit, um die Ausstellung pünktlich fertig zu stellen.
Floristik von Meisterschülern
Den floristischen Teil der Schau gestaltet die Meisterklasse der FM Academy Dresden. Unter der Leitung von Floristmeisterin Anja Schneider haben fünf Schülerinnen und Schüler aufwendige Blumenarrangements kreiert. In wochenlanger Vorarbeit fertigten sie die Gefäße und Grundgerüste unter anderem aus Wachs, Holz und Stahl für die Arrangements. Auch Absolventen und Dozenten der renommierten Ausbildungsstätte steuern Werkstücke bei. Ergänzt werden die floralen Werke durch Keramikkunst des Dresdner Künstlers Johannes Makolies.
10. Dresdner Frühling – und eine noch längere Tradition
Dresdner Frühling im Palais knüpft seit 2006 an eine große Tradition an, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Die opulenten Blüten-, Pflanzen- und Früchteschauen im Palais im Großen Garten vor etwa 200 Jahren waren weltberühmt. Schon damals wurden Pflanzen zu Szenen arrangiert und gemeinsam mit floristischen Arbeiten präsentiert. Der Aufwand für die Schau in ihrer heutigen Form ist groß, sodass sie nur alle zwei bis drei Jahre stattfinden kann. Die letzte Ausgabe im Jahr 2023 wurde von etwa 40.000 Besuchern gesehen. In diesem Jahr feiert die Schau ihr zehntes Jubiläum. Mit der Fortführung der Tradition möchte die FGS die Kreativität und Leistungsfähigkeit der grünen Branche in Sachsen zeigen.
Frühling für zuhause: Erstmals Blumenverkauf im Palais
Anlässlich des Jubiläums gibt es in diesem Jahr eine Neuerung: Eine Auswahl an Blumen, die in der Ausstellung zu sehen sind, wird vor Ort zum Verkauf angeboten. Der Laden befindet im Untergeschoss des Palais; der Zugang erfolgt unabhängig vom Ausstellungsbesuch von außen. Auch ein Blumen-Steckpuzzle ist dort als Souvenir erhältlich.
Dresdner Frühling im Palais ist von Freitag, 27. Februar, bis Sonntag, 8. März, täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist jeweils 19 Uhr. Für den Besuch werden erstmals Zeitfenstertickets angeboten. Der Eintritt beträgt 16 bis 20 Euro, je nach Wochentag und Tageszeit. Kinder, Schüler und Studenten erhalten Ermäßigungen. Außerdem gibt es Familientickets. Karten sind unter www.dresdner-fruehling-im-palais.de, an ausgewählten Vorverkaufsstellen und in teilnehmenden Gärtnereien erhältlich. Kurzentschlossene erhalten außerdem Tickets an der Tageskasse – sofern das gewünschte Zeitfenster noch verfügbar ist. Für die Anreise sollten Besucher etwa zehn Minuten Fußweg durch den Großen Garten einplanen. ■
10. Dresdner Frühling im Palais: Oh Blütenwelt – welch‘ Wunder!
27. Februar bis 8. März 2026, tägl. 9 – 20 Uhr
Palais im Großen Garten, Hauptallee 8, 01219 Dresden
Tickets: ab 16 Euro im Vorverkauf (Zeitfenstertickets)
www.dresdner-fruehling-im-palais.de
Text: Anne Jungowitz
Über Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen mbH:
Die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen mit Sitz in Dresden fördert alle Zweige des Gartenbaus und seiner Betriebe in beruflicher, wirtschaftlicher, fachtechnischer und kultureller Hinsicht. Die Förderung besteht u.a. in der Durchführung von Gärtner- und Floristenbörsen, in der Durchführung von Ausstellungen, Blumenschauen und Messen sowie von Seminaren, Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen. Darüber hinaus fördert sie den Berufsnachwuchs und berät die u.a. die im Gartenbauverband Mitteldeutschland e.V. organisierten berufsständischen Unternehmen, darunter rund 320 Gemüsebau- und Zierpflanzenbetriebe, Einzelhandels-, Stauden- und Friedhofsgärtnereien sowie Baumschulen.
25 Mittwoch Feb 2026

KulturTipp: Neue Musik- und Puppenttheater-Aufführung „Abu Hassan“ mit der Opera en Miniature in Dresden
Zu einer besonderen Aufführung lädt das deutsche Singspiel „Abu Hassan“ von Carl Maria von Weber, neu bearbeitet für drei Vocalsolisten, Chor, Puppenspiel und Kammerensemble auf historischen Instrumenten am morgigen Donnerstag, den 26. Februar, um 19.30 Uhr, in die Sächsische Landesbibliothek (SLUB), Zellescher Weg 18, in Dresden ein. Eintritt frei.
(Info: Katrin Meingast)