
Farb- und formreiche Symbiose von Natur-Fotografie & digitaler Malerei: der diplomierte Chemiker und Fotokünstler Dr. Volkmar Hopfe vor seinen Bildern in der Ausstellung im Schloss Struppen bei Pirna. Nur noch bis 3.11. zu sehen.





“Die Natur ist der größte Maler“
Farb- und formenreich fließen Landschaft und Architektur zusammen in der Ausstellung „LICHTmalerei“ mit experimenteller und abstrakter Fotografie von Volkmar Hopfe im Schloss Struppen.
Eine Wendeltreppe, die von oben an ein Schneckengehäuse erinnert, führt zu einem weiten, licht- und farbspiegelnden Horizont im Titelbild der Ausstellung „LICHTmalerei“ mit experimenteller und abstrakter Fotografie von Dr.
Volkmar Hopfe. Zu sehen sind seine eindrucksvollen, farb- und formreichen Bilder in der letzten Schau dieses Jahres derzeit im Schloss Struppen, am Kirchberg 6, bei Pirna.
Er zeigt eine Auswahl von 54 Bildern, zumeist Landschaften und Architektur. Seine Motive findet der diplomierte Chemiker im Ruhestand, der seit 15 Jahren fotokünstlerisch tätig ist, in der Umgebung, in der Sächsischern Schweiz, in Großstädten und auf Reisen auf die Kanarischen Inseln und nach Portugal. Da treffen Bäume in wechselndem Licht und Farben, konkret und digital bearbeitet und verfremdet aufeinander. Ein Olivenbaum strahlt mit hervorgehobener, wettergegerbter Rinde in intensiven Blau- und Rottönen noch eindrucksvoller. Ein anderes Mal wirken sie wie Lava oder loderndes Feuer in den Zweigen. Schönes und Bedrohliches nah beieinander. Eine Wurzel erhebt sich wie eine schwebende Figur über dem Feuer. Gräser und Tang am Strand wirken wie Fabelwesen mit ausgestreckten Fühlern. Eine asiatische Pflanze aus seinem Garten, ein „japanischer Blumenhartriegel“ mit spitzen, schlängelnden Blättern gibt dem Betrachter Rätsel auf. Ein anderes Bild mit Treppenstufen wirkt verfremdet wie ein Zahn- oder Zeitrad. Hopfes Arbeiten sind eine Mischform zwischen Malerei und Fotografie. Die Vorlagen werden übereinanderlegt, mehrfach gedreht und mit dem digitalen Pinsel bearbeitet, so Hopfe, die Form löst sich vom Ursprung durch die Verschiebung von Perspektiven und zur originalen Aufnahme kommen neue Kontraste hinzu. Da hängen Eiszapfen von Felsen herunter, umgeben von Herbstlaub in warmen Orange- und Brauntönen, die mit Blautönen zusammenfließen und aussehen wie ein Vogel mit spitzem Schnabel und ein anderes Eisbild schimmert wie eine grazile Tänzerin.
Diese Aufnahmen sind ein faszinierendes Spiel mit Formen, Farben und Verwandlung in neue Ausdrucksweisen. Mal konkret, naturalistisch, mal märchenhaft, bezaubernd, fantasiereich und geheimnisvoll sind die Bilderlandschaften von Volkmar Hopfe. Fotografiert hat er beispielsweise im Treppenhaus der Albrechtsburg in Meißen, die kühle gläserne Gigantomanie der Hochhäuser am Potsdamer Platz in Berlin und die Neue Philharmonie in Hamburg. Außerdem uralte Bäume in La Gomera, mit wundersam verhangenem Blick durch eine Nebelwand. Wunderbare Naturfotografien begegnen einem auch von Bergen und Meer an der Westküste in Portugal. Von tiefblau bis smaragdgrün wogen die Wellen und weiße Gischt in zwei Aufnahmen, welche die Farbbewegung und den Schwung der Küste aufnehmen und einen Bild aus der Vogelperspektive von einsamen, menschenleeren Felsstränden. Die Bilder enstanden auf einer Sechs-Tages-Wanderung von Lissabon zur Algarve auf dem europäischen Fernwanderweg.
Vis a vis dazu hängen stimmungsvolle Fotografien von Sonnenuntergängen, Wolkenlandschaften und verschneite Felslandschaft im Elbsandsteingebirge. Seine Arbeiten haben generell keine Bildtitel, so Hopfe. „Ich überlasse es ganz der Fantasie des Betrachters, was er sieht.“ Und er fügt hinzu: „Die Natur ist der größte Maler“, so Hopfe. Ihm gehe es um fließende Übergänge zwischen Vorgefundenem und experimenteller Fotografie, die sich verbinden in seinen Bildern und betont akzentuiert die Naturformen. Bei der digitalen Malerei vereinen sich das Empfinden ebenso wie der rationale Verstand und die Intuition des Wissenschaftlers und Forschers, so Hopfe. Er fotografiert mit einer Vollbildkamera mit Ultraweitwinkel-Optik. Die Aufnahmen wirken besonders im Großformat 70 mal 100 Zentimeter.
„Mit meinen Bildern möchte ich die Betrachter erfreuen und inspirieren“, sagt Volkmar Hopfe. Er wohnt in Kleingießhübel bei Bad Schandau und denkt mit über achtzig Jahren noch längst nicht ans Aufhören mit seiner Lichtmalerei. Der Schlossverein Struppen kann wieder auf ein Jahr mit vielfältigen kulturellen Aktivitäten zurückschauen. Im und am Schloss fanden insgesamt zwölf Veranstaltungen statt, neben Ausstellungen verschiedener Künstler von April bis September im großen Saal waren vier Konzerte und eine Aufführung von Shakespeares „Der Sturm“ mit der Theatergruppe „Spielbrett“ im Rahmen ihrer Planwagentour im Juli die Höhepunkte auch von der Besucherresonanz. „Die Sanieungs- und Restaurierungsarbeiten an der Nord- und Ostfassade am Schloss sind fertiggestellt“, sagt Jürgen Söcknick vom Schlossverein Struppen. Stolz ist er auch auf das zum Tag des offenen Denkmals im Herbst erstmals für Besucher eröffnete Lapidarium, eine Steinsammlung. Nächstes Jahr und 2026 stehen die Sanierung des Wendelsteins, die Ausführung einer Multifunktionsanlage auf der angrenzenden Freifläche sowie die Sanierung und Restaurierung der West- und Südfassade am Schloss bevor. An den Wochenenden fanden jeweils Schlossführungen durch Vereinsmitglieder statt, die auch dn neu gestalteten und erweiterten Museumsbereich im Schloss vorstellten.
Die Foto-Ausstellung „LICHTmalerei“ ist noch bis 3.11. im Schloss Struppen zu sehen.
Text + Fotos (lv)
Geöffnet: Samstags, Sonntags, Feiertags von 13 bis 17 Uhr und auf Anfrage







Die noch unsanierte Wendeltreppe im Schloss Struppen. Weitere Spenden sind dem rührigen Schlossverein dafür willkommen.


Eingang zum gerade fertiggestellten Lapidarium, einer Steinsammlung am Schloss Struppen.



































































































































































































































































