Ausstellung „übern Berg“ von Maja Nagel in der Galerie Adlergasse in Dresden

übern berg

Eine Ausstellung mit Zeichnung, Grafik und Plastik von Maja Nagel eröffnete gestern in der Galerie Adlergasse im Kulturforum, Wachsbleichstraße 4a in Dresden

Zeichnen gleicht bei Maja Nagel einem konzentrierten In-der-Welt-Sein, eine aneignende, subjektiv aufgeladene Hingabe an das, was gerade vor ihr liegt, sei es eine Landschaft, eine Gießkanne oder der Aschenbecher auf dem Tisch.

Doch das Interesse der 1959 in Bautzen als Tochter sorbischer Eltern geborenen Künstlerin erschöpft sich nicht im alltäglich Gegebenen. In erzählerisch aufeinander folgenden Zeichnungen sowie in Trick- und Dokumentarfilmen widmet sie sich dem Ausbalancieren von Spannungsverhältnissen bei der Begegnung einander widerstreitender Kräfte wie zum Beispiel: Frau trifft auf Mann, sorbische Tradition und Identität geraten in Konfrontation mit deutschen Mehrheitsverhältnissen und Globalisierung, oder die Neigung, in Kriegszeiten Menschenopfer als gleichförmige, zu Schemen stilisierte Masse zu betrachten, trifft auf Trauer um Individuen.

Es bleibt das Ringen um Versöhnung, getragen von der Maja Nagel als Künstlerin innewohnenden Dynamik.

Gespräch mit der Künstlerin und den Kuratoren: am Freitag, dem 24. Oktober, um 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 8. September – 24. Oktober 2025, am 3. Oktober geschlossen

Öffnungszeiten Mo-Fr 16-19 Uhr und Mo+Do 10-13 Uhr

Galerie Adlergasse im Kultur Forum Wachsbleichstraße 4a 01067 Dresden

Info: Frank Eckhardt, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter 

riesa efau. Kultur Forum Dresden
Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst

Adlergasse 14
01067 Dresden
Tel.: +49-(0)351 / 866 02-11
Fax: +49-(0)351 / 866 02-12
email: verein@riesa-efau.de
web: www.riesa-efau.de
www.motorenhalle.de
www.sommerakademie-dresden.de

Klangkunst: Baden in Licht & Klang des Vollmonds in der Toskana Therme Bad Schandau

Liquid Sound Residency in Bad Schandau

Am Sonntag, den 7. September 2025 finden in der Toskana Therme Bad Schandau ab 19 Uhr bis Badeschluss um 22 Uhr Vollmondkonzert und (Blut)mondfinsternis statt.

Der zu Beginn des letzten Jahres gegründete Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im ländlichen Raum Sachsen e.V. sieht seine Aufgabe darin „im Raum Sächsische Schweiz, Osterzgebirge und Oberlausitz ein vielfältiges, zeitgenössisches Kunst- und Kulturangebot zu schaffen und bereits bestehende Orte und Akteure zu vernetzen“. Der Bad Schandauer Kurator und Medienkünstler Andreas Ullrich ist Mitbegründer und initiierte das Projekt Liquid Sound Residency. Auf seiner ständigen Suche nach neuen integrierenden Kunsterfahrungen abseits der üblichen Kunstwelt stieß er auf das Soleschwebebad in der Toskana Therme.

Idee ist es internationale Kulturschaffende einzuladen, die insbesondere den Liquid Sound® Tempel als sensiblen Raum ganzheitlich erforschen. Yenting Hsu aus Taiwan führt dieses Sound-Experiment fort. Seit über einem Monat ist sie Gast im Künstlerhaus des Vereins und feilt im Tonstudio an ihrer Komposition. Das Besondere an dieser Arbeit ist die Anpassung an das Unterwasser-Akustiksystem. Ihre Werke verbinden Naturklänge, elektroakustische Texturen und poetische Feldaufnahmen – für ein Hörerlebnis, das unter Wasser wie zwischen den Welten erklingt.

Die totale Mondfinsternis entfaltet sich während des Konzerts – ein seltener kosmischer Moment, der das Baden in Licht und Klang des Vollmonds in ein magisches Ritual verwandelt.

Die taiwanesische Klangkünstlerin Yenting Hsu schafft in Kombination mit anderen künstlerischen Medien und Disziplinen Installationen, Performances, Audio-Dokumentationen, elektroakustische Musik. Sie arbeitet als Sound-Designerin/Komponistin mit Tanztheatern und Filmstudios zusammen.

Das Vollmondkonzert ist Teil des regulären Thermeneintritts. Zusätzliche Eintrittskosten fallen nicht an.

Das Residenzprogramm wird freundlich unterstützt vom Netzwerk Medienkunst Dresden und Dresdencontemporaryart e.V..

Text:  Petra Lulei/Toskanaworld AG

 

So. 7.9.25, 19:00 Uhr Residenz-Vollmondkonzert mit Yenting Hsu (Taiwan) und Seljuk Rustum (Indien) – Blutmond und Mondfinsternis Liquid Sound Tempel · Toskana Therme Bad Schandau

Spielzeiteröffnung 2025/026: Machtspiele & Teuflisches Intermezzo am Staatsschauspiel Dresden


Feurig entflammt, machtbesessen und mit allen Wassern gewaschen: Maria Stuart trifft auf Mephisto und Fischer Fritz am Premierenwochenende im Staatsschauspiel Dresden.

Maria Stuart und Mephisto eröffnen die neue Spielzeit

Um Machtkämpfe, Intrigen, Werte und eigene Lebensvorstellungen geht es in insgesamt 20 Premieren in der nächsten Zeit im Staatsschauspiel Dresden.

Zungenbrecherisch, fröhlich und fantastisch phänomenal geht es zu in der neuen Spielzeit am Staatschauspiel Dresden. Aber auch dunkel, abgründig und machtberauscht. Feurig entflammt und mit allen Wassern gewaschen kommen die drei ersten Premieren morgen und am Wochenende daher, auf die das Publikum gespannt sein darf: Den Reigen eröffnet „Maria Stuart – eine Frage der Macht“, eine Inszenierung mit Dresdner Jugendlichen frei nach dem Drama von Friedrich Schiller ist unter Regie von Katharina Bill in einer Produktion der Bürgerbühne im Kleinen Haus am 5.9., 19.30 Uhr zu erleben. Erzählt wird das Stück um politische Intrigen aus neuem Blickwinkel, bei dem der Machtkampf zweier Frauen zu einer Frage von Schönheit, Begehren und gesellschaftlicher Erwartung wird. Wer bekommt Macht, wer nicht und warum ?!, hinterfragt die Aufführung.

Weitergeht`s am Sonnabend mit „Mephisto“ nach dem Roman von Klaus Mann im Schauspielhaus, unter Regie von Nicolai Sykosch, Beginn: 19.30 Uhr. Einen Vorgeschmack auf das teuflische Intermezzo gab es zur Saisonvorschau. Rauchvernebelt fällt aus dem Getränkeautomat eine fleischfarbene Gestalt auf die Bühne. Mit weiß geschminktem Gesicht, hoch stehenden Augenbrauen, zurückgekämmtem Haar, dunkel umrandeten, listigen Augen und blutroten Lippen steht er da, zieht sich ein schwarzes Hemd und helle Hose an, reicht einem Zuschauer in der ersten Reihe die Hand und ruft ins Publikum: „Ich bin euer Geselle, Diener, Knecht…“ und flüstert lockend: „Ich gebe euch, was noch kein Mensch gesehen hat…“ Top, die Wette gilt! Um den Pakt mit dem Teufel und die verkaufte Seele, die Verlockungen und Zugeständnisse an die Macht zugunsten der eigenen Karriere und um eigene Wahrhaftigkeit und Gewissen des Einzelnen geht es in diesem Stück. Manns Roman spielt zur Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im Mittelpunkt steht der Schauspieler Hendrik Höfgen, angelehnt an Gustaf Gründgens, der sowohl seine Gesinnung als auch seine Geliebte dem beruflichen Aufstieg opfert. Es geht ebenso um moralische Urteile, Angepasstheit oder Aufstehen und Auseinandersetzen mit beunruhigenden politischen Entwicklungen damals wie heute.

Wie es ist, wenn sich plötzlich alles im Leben ändert, erzählt „Fischer Fritz“ – ein Sprechtheater von Raphaela Bardutzky, das am 7.9., 19 Uhr Premiere im Kleinen Haus hat. Es verspricht komödiantisch, sprachspielerisch und tragikomisch zu werden. Fischer Fritz fischt sein Leben lang frische Fische, wie schon sein Vater und Großvater. Nach einem Schlaganfall geht das nicht mehr, muss er mühsam die Worte wiederfinden. Mit seinem Sohn, der kein Fischer werden wollte und die Tradition gebrochen hat, mag er nicht mehr reden. Eine polnische Pflegekraft zieht bei ihm ein, die sich ihr Leben in Deutschland anders vorgestellt hat, und irgendwann kommen sich Pflegerin und Patient in ihrer Einsamkeit näher.

Insgesamt stehen 20 Premieren, von Schauspiel in allen Facetten bis Tanz- und Musiktheater, im Spielplan des Staatsschauspiels. Darunter etliche Komödien und Stücke, in denen es um Werte, um Beziehungen zwischen Frau und Mann, Identität und die Suche nach dem eigenen Ich und Bewahren eigener Lebensvorstellungen in einer immer komplexeren, brüchigen und fragilen Welt geht.

Text + Fotos (lv)
Mehr zur neuen Spielzeit demnächst.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Barock, opulent und vergnügt: Akteure und Zuschauer tanzten gemeinsam unterm Sternenhimmel trotz aller Einsparungen und Widrigkeiten nach der Saisonvorschau im Schauspielhaus Dresden.

Neue Lyrik: Donnernde Traumgeister & Eines Tages wachten wir auf & Katzen im Wolkenmeer

Donnernde Traumgeister
(Zum Film „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski)

Ein großes Haus mit vielen
Zimmern und Türen
durch die Scheiben und Gucklöcher
schauen Mädchengesichter
verstohlen kichern spielen Streiche
um nicht zu erfrieren
in all dem Schwarz
schleichen nachts mit Kerzen
die steile Treppe hinab
sehen sich in den geheimen Räumen um

das kleine Mädchen auf dem Bild
heißt und sieht aus wie sie Alma
neben ihr auf dem Sofa sitzt
eine Puppe im Matrosenanzug
und hält ein Puppenkind
sie setzt sich wie das Mädchen
das eines Tages nicht mehr aufwachte
Sie trägt blonde Haarschaukeln
und ein schwarzes Kleid
ihre Augen sehen alles
träumt sich fort flieht und fliegt
durch die Zeit

irrt durch das riesige Strohballen-Labyrinth
der Scheune in dem man sich verkriechen
verlieben und abstürzen kann
die Halme leuchten und knistern
wie alte Filme
und dieses Donnern
übermächtig als ziehe gleich
ein Sturm herauf
der alles hinweg fegt
nichts bleibt wie es war

doch die Geister von früher sind noch da
die vielen stillen Abschiede und nächtlichen Schreie
der junge Mann mit dem Beinstumpf
das Dienstmädchen das ihn kurz
wie einen Mann fühlen lässt
die junge Frau im Kleid die sich ein Bein abbindet um
zu sehen wie es ist
und aus dem Bauchnabel des Verwundeten trinkt im
gleichen Raum viele Jahre später
später in den Fluss geht
wie viele andere Frauen
die den Aal in der Schüssel
fest mit der gespreizten Hand
am Kopf und Maul hält
als könne er immer noch beißen
das Mädchen das wegrennt
weil es das ewige Lächeln und
Posieren auf dem Familienfoto
nicht mehr aushält
die beiden Mädchen die unter Wasser
im Licht gleiten

all das Unausgesprochene Verborgene
Unsichtbare die blinden Flecken
auf der inneren Landkarte leben fort
zittern und sehnen sich danach
in die Sonne zu schauen

LV
30.8.2025

Eines Tages wachten wir auf

Draußen vor dem Fenster
weht ein heftiger Wind
zerrt an den Blumentöpfen
reißt den Lavendel um
der weiße Kater rennt
erschrocken davon

Und eines Tages wachten wir
auf und es war Krieg
war doch gerade alles
noch so schön
haben wir etwas übersehen

schlecht geträumt
die letzten Tage
sah viele Männer
sie sprachen verschiedene Sprachen
waren es Soldaten
einer lachte
konnte sie nicht
verstehen

gestern der Bericht in einer Zeitung
die Generäle fahren
schon durchs Land
an der Grenze
im Osten
ziehen die Truppen schon
und werden weitere
folgen
und die dort wohnen
sollen es tragen
nicht verzweifeln
nicht fragen
Wozu dieser verdammte Krieg

der weiße Kater springt
unbeirrt wieder auf den Balkon
zu den Pflanzen
ein Kind ruft weinend
nach seiner Mutter
und die Sonne scheint
aus grauen Wolken gemischt mit Blau
als wäre nichts

LV
23.8.2025

Katzen im Wolkenmeer
(Für Jade & Lina)

Auf dem Tiefpunkt
nichts geht mehr
der Blätterwald versandet
im Ungefähren
letzte Nacht zog ich
fort ohne Schuhe
Da seh ich Euch
hoch über der Bücherei
und dem Schild mit dem
balancierenden Clown
und kann es kaum fassen
Zwei große Himmelskatzen
weiß und geringelt
mit ausgerollten Schwänzen
im weiten Wolkenmeer
sitzt Ihr aufrecht lustig pausbackig
schnurrend
kennt kein Murren
kein Aufgeben
nur Hingeben an den Moment
und zeigt es mir sogleich mit
den schönsten rosa Wolken
wie große Herzen fliegen sie
mitten im Wolkengrau

LV
2.9.2025

 

Friedensmalfest & Ausstellung mit Kinderbildern beim Verein „Das Zusammenleben“ in Freital


Kinderbilder mit vielen fliegenden Herzen: Die Initiatorinnen des Friedensmalfestes mit Ausstellung, Heiderose Borschil und Ute Kludig-Hempel.

Frieden beginnt in den Herzen

Eine Ausstellung mit Kinderbildern zum Weltfriedenstag initiiert von zwei Lehrerinnen stimmt hoffnungsvoll und nachdenklich zugleich. Zu sehen sind sie beim Verein „Das Zusammenleben“ in Freital.

Fast auf jedem Bild tauchen sie auf. Klein, federleicht oder riesengroß, hell und dunkelrot. Viele fliegende Herzen. Umringt von Kindern auf einer Blumenwiese, Sonne, Wolken und Regen, steigen sie in den Himmel. Ganz an der Seite fliegt auf einer Zeichnung eine fast schwarze Taube mit Zweig im Schnabel hoch über jungen Leuten, die auf einem Regenbogen übermütig stehen und tanzen. Darunter auf dem Bild ein Peace-Zeichen. Bunt oder schlicht mit Bleistift geschrieben steht das Wort Frieden über den Bildern, die auf Staffeleien stehen.

„Frieden beginnnt in den Herzen und der Kreativität der Kinder“, sagt Ute Kludig-Hempel, Künstlerin aus Tharandt und Initiatorin der Ausstellung, die anlässlich des Weltfriedenstages am 1. September in einem Raum des Vereins „Das Zusammenleben“ e.V. – Integrationshilfe für Migranten auf der Dresdner Straße 162 in Freital zu sehen ist. Sie hatte zusammen mit Heiderose Borschil zu einem Friedensmalfest aufgerufen. Als Mütter und Pädagoginnen sind sie ans Werk gegangen, haben Schulen in Freital angeschrieben und Kinder eingeladen, ihre Vorstellungen und Wünsche zum Thema Frieden kreativ umzusetzen. „Was bedeutet Frieden für Kinder?“, interessiert sie. „Vielleicht ein ruhiger Morgen ohne Streit, ein Ort, an dem man sich sicher fühlt. Freundschaft, Lachen, Zusammenhalt oder einfach ein bunter Regenbogen“, so Ute Kludig-Hempel. Diese kindliche Perspektive sei wertvoll und berührend. Sie selbst hat als Kind viel gemalt und an Malwettbewerben teilgenommen. Das brachte sie auf die Idee, ein Kindermal-Fest zu veranstalten. „Als Lehrer liegt uns eine glückliche Zukunft der Kinder besonders am Herzen“, sagt Heiderose Borschil. „Sie zeigen uns mit ihren Bildern, wie selbstverständlich sie sich ein friedliches Leben vorstellen. Diese Hoffnung dürfen wir ihnen nicht nehmen und dem Krieg keine Chance geben.“

Neun Grundschulen in Freital haben sie in den letzten zwei Ferienwochen angesprochen. „Doch nur zwei Schulen reagierten. Das war erst mal ein Schock und hat auch mit der politischen Lage derzeit zu tun. Das Thema Frieden wird nicht thematisiert“, bedauert Heiderose Borschil. Es wäre zu kurzfristig gewesen und daher keine Zeit für eine pädagogische Begleitung dieses Projekts, bekam sie zu hören. „Wir haben dennoch insgesamt 17 Bilder von Kindern bekommen und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis dieser ersten Aktion. Und es wird für alle Teilnehmer Sachpreise geben“, so Heiderose Borschil. Es beteiligte sich sogar eine komplette Klasse mit 15 Bildern aus der Geschwister-Scholl-Schule in Freital. Sie kennt die Kunstlehrerin und hat selbst dort Deutsch als Zweitsprache unterrichtet.

Zwei Bilder kamen aus der Grundschule Am Albertschacht in Freital-Wurgwitz. Frieden und Liebe für die Erde und Menschen wünscht sich Rosalie Nicolaus auf ihrem Bild. Die Natur und Bäume sollen weiter wachsen und gedeihen, sie ragen groß heraus bei Erik Wittmann. Eine Landschaft mit brausendem Wasserfall, Lebensquell zeigt Stepanka Cechova und ein großes, lachendes Herz Luana Wolf. Der Ausstellungsort für die Bilder passt auch hervorragend. „Für vernünftige Leute ist eigentlich klar. Wir wollen alle in Frieden leben“, sagt Tatjana Jurk, Vorsitzende des Vereins „Das Zusammenleben“, der dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert und sich in der täglichen Arbeit wie Sprachkurse, Kultur- und Sportangebote für Zusammenhalt und Miteinander einsetzt. Die Friedens-Bilder der Kinder wurden während einer Gedenkveranstaltung am 1. September, um 16 Uhr auf dem Johannisfriedhof in Freital-Deuben und auf dem Friedhof in Döhlen präsentiert und sind nun im Verein „Das Miteinander“ weiterhin zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Kabarett-Premiere „Nur die Harten komm` in Garten“ der Herkuleskeule im Gewächshaus


Bewaffnet mit Sprühflasche, Rechen und Heckenschere, um Widrigkeiten aller Art mit viel bissigem Witz zu bekämpfen im neuen Sommerkabarett-Theater „Nur die Harten komm`in Garten“ der Herkuleskeule Dresden: Mit Johanna Mucha, Philipp Schaller und Birgit Schaller. Foto: Robert Jentzsch

Kabarett voller Stacheln und Dornen im Gewächshaus

Humorvolles Kabarett mit viel Zündstoff und Widersprüchen zwischen Lichterketten, Abgründen und zarten Hoffnungspflanzen kam mit dem neuen Sommerkabarett-Theataer „Nur die Harten komm`in Garten“ der Herkuleskeule Dresden auf die Bühne im Gewächshaus in Dresden-Strehlen. Morgen am 24.8. nochmals dort und dann ab September im Kabarettkeller im Kulturpalast Dresden zu sehen.

Durch eine blühende Oase gelangt man in das für`s Kabarett leer geräumte Gewächshaus. An der Seite stehen ein paar Palmen. Auf der Bühne mit Holzzaun ragt ein Tannenbaum mit roten Kugeln. Dort laufen die Proben für ein Weihnachtsprogramm mitten in Sommer. Unter dem Titel „Nur die Harten komm` in Garten – Helm ab im Beet!“ hatte das neue Sommerprogramm des Kabarett-Theaters Herkuleskeule Dresden Ende Juli Premiere im Gartencenter Rülcker an der Reicker Straße 43 in Dresden-Strehlen.

Zu erleben war Kabarett voller Stacheln und Dornen, voll hitziger Wortgefechte, witzig-skurriler, wütender und leiser Szenen und Lieder über eine aus den Fugen geratene Welt unter Regie von Ellen Schaller und Texten aus der Feder von Philipp Schaller, dem künstlerischen Leiter der „Keule“. Einen humorvollen Schlagabtausch lieferten sich gleich zu Beginn Philipp und Birgit Schaller über Moral, korrekte Begriffe anderer Kulturen wie Eskimos oder Inuit und auslegbares Völkerrecht, das keinen mehr schützt. Sie streiten über Weihnachtsprogramm oder politisches Kabarett, das Philipp Schaller vehement verteidigt. Und hebt eine Weihnachtskugel groß wie eine Kanonenkugel auf die Bühne und setzt sich blinkende Rentierhörner auf. Der Streit gipfelt im gesungenen Bekenntnis von Birgit Schaller im roten Glitzerkleid: „Ich habe einen Weihnachtsmann erschossen!“

Es gibt keine Tabus, keine Grenzen mehr und der Glaube an Liebe und Wunder geht immer mehr verloren in unserer von Krisen, Kriegen und Naturkatastrophen geschüttelten und durchtechnisierten Gegenwart. Das neue Programm steckt ebenso voller Widersprüche, Absurditäten, wunderlicher, komischer und trauriger Momente einer Welt wie im Zerrspiegel betrachtet. Wozu noch ein Kind in diese Welt setzen?! Wird die neue Kollegin, Johanna Mucha, Anfang 30 und aus Wien, von den beiden anderen Kabarettisten ins Kreuzverhör genommen, die mit dieser Überraschung in die Runde platzt und statt Glückwünsche für den neuen Erdenbürger nur Vorwürfe hört. So dass im abgewandelten Hit „Mama“ von Queen das noch Ungeborene am liebsten im Mutterleib bleiben möchte.

Die Bandbreite an Themen reicht vom Wert von Arbeit, von IT-Managern, die in Meetings sitzen, abnicken und nicht wissen, was sie eigentlich machen und dafür immens viel Geld bekommen und Dachdeckern, die sich abrackern über Meinungsfreiheit, Missverständnisse und grotesk auf die Spitze getriebenen, sinnentleerten Entschuldigungen der Kabarettisten an empfindliche Zuschauer, die das „berechtigt Gesagte bedauern“, aber nicht zurücknehmen bis zu inflationären Trennungen von Paaren und Verlust an Sozialkontakten. Das Ganze wird stimmungsvoll begleitet mit Klängen von Rock, Tango bis Chanson von den Musikern Jens Wagner und Volker Fiebig. Abgehobene grüne Politik mit Blick auf den Klimawandel parodiert Philipp Schaller im Lied „Wir reiten auf Kamelen durch Berlin“ und entrüstet sich bissig-ironisch über eingeforderten „Respekt“ von Politikern, den sie selbst missachten gegenüber den steuerzahlenden Bürgern angesichts maroder und eingestürzter Brücken wie der Carolabrücke, ständiger Staus, kaputter Schulklos, die dem Staat am Ar.,. vorbei gehen und Bildungsmisere. Stattdessen werde von der Politik mobil gemacht für „kriegstüchtige Schulen“, dabei sind sie noch nicht mal bildungstüchtig, empört sich Birgit Schaller. Mit dem Gospelhit „Respect“ von Aretha Franklin mahnt sie diesen an mit mitreißend kraftvoller Stimme. Und wirbt um Verständnis als gestresste Krankenschwester in der Notaufnahme in einer Aufklärungskampagne für weniger dringliche Patienten und verteilt Hustenbonbons.

In der Pause haben die Zuschauer Zeit, Reimverse mit ihren Wünschen für die Welt aufzuschreiben, die die Kabarettisten vorlesen. Von Freibier für alle bis „von den Resten das Beste“. Mit viel Witz und Ironie träumt Johanna Mucha in einem Lied als „Tread Wife“ (traditionelle Ehefrau) von einem „richtigen“ Mann, den sie verwöhnen und beglücken kann und alles um sich herum vergisst. Und im nächsten Moment singt sie voll Hingabe über ihre Sehnsuch nach Abenteuer, Freiheit, etwas riskieren und dann wieder nach Stabilität, Sicherheit… Es ist immer der Tanz um die Mitte, in welche Richtung es dich treibt, besingt sie den Spagat. Zwischen zu viel Fantasie und Realität, Intensität und Komplexität. Es ist eine Kunst und Kraftakt zugleich, das zu bewältigen, damit spricht sie wohl vielen im Publikum aus dem Herzen. Abschließend singen die drei Kabarettisten gemeinsam ihren Traum für eine Welt, in der es keine Waffen und Kriege mehr gibt und Menschen und Tiere friedlich zusammenleben wie im Paradies. „Wir haben nichts zu verlieren außer unsere Angst!“, geben sie dem Publikum mit auf den Weg. Reichlich Beifall gab es für diesen humorvoll-nachdenklichen Abend zwischen Lichterketten, Abgründen und zarten Hoffnungspflanzen.

Das Sommerprogramm der Herkuleskeule wird noch bis zum 24. August immer mittwochs bis sonntags direkt im Gewächshaus gespielt. Es ist allerdings schon ausverkauft! Mit viel Glück gibt`s vielleicht noch Restkarten. Ab September läuft das Programm in der Spielstätte der Herkuleskeule im Kabarettkeller im Kulturpalast Dresden.

Text (lv)

http://www.herkuleskeule.de

2. Kultur Open Air Karierte Katze liebt das Besondere & erfreut sich großer Beliebtheit beim Publikum


Zelebriert die Katzen-Kultur mit viel Hingabe, Fantasie, Witz & Eigensinn: Holger John, Zeichner, Galerist, Erfinder der karierten Katze und Initiator des gleichnamigen Kultur-Festivals auf der Palaiswiese nahe der Elbe in Dresden.

Die Karierte Katze trotzt dem Wettergott

Das KulturOpenAir mit kreativ buntem Programm lockte nach verregnetem Start bisher rund 12 000 Besucher an 18 Veranstaltungstagen auf die Wiese am Japanischen Palais in Dresden. Nun miaut die Katze zum Endspurt und hält noch einige Highlights bereirs bis zum 24. August.

Mit ihrem schwarz-weiß karierten Fell und keck verschmitztem Blick zieht sie derzeit die Blicke auf sich. Sie klettert und thront auf Türmen, die abends leuchten, auf Zeltdächern und entlang der umzäunten Festwiese unterhalb des Japanischen Palais. Überall taucht sie gezeichnet in vielerlei Varianten auf und lädt Vorbeigehende und Besucher zum Schmunzeln, Verweilen und Genießen ein beim 2. Open Air Karierte Katze im Palaisgarten an der Elbe in Dresden. Auf dem Titelplakat ziert die karierte Katze sogar das Stadtwappen. Und verteidigt mit geschärften Krallen alles Besondere, Schöne und erfrischend Eigensinnige. Seit einem Monat lockt das Kultur Open Air jetzt mit Konzerten von Jazz, Rock, Klassik bis zum Tanz-Kaffee. Farbenfroh von Kindern mit allerlei Getier und ihren Träumen bemalte Papphäuschen stehen rings um die Palaiswiese.

Die Karierte Katze, das Herzensprojekt der Veranstalter Holger John und Markus Richter, läuft in diesem Jahr erstmalig über mehr als sechs Wochen. Nach einem verregneten Startwochenende schnurrt die Katze inzwischen recht zufrieden. Die Wiese füllt sich täglich mehr und mehr. Bisher kamen ca. 12 000 Besucherinnen und Besucher an 18 Veranstaltungstagen, so John.

Regenwetter machte der Karierten Katze zu schaffen

„Alle lieben die Katze. Die Leute fragen sich alle: Was ist denn das?! Die karierte Katze und den Menschen treibt die Neugier. Bei Nacht nimmt er die Katze mit ins Bett und der Name bleibt hängen“, sagt Holger John augenzwinkernd. Er ist Zeichner, Galerist, Erfinder der karierten Katze und Initiator des Kultur-Festivals. Dieses sei schwarz-weiß – so bunt wie das Leben. Es geht dabei um die Fantasie, Fröhlichkeit und die Liebe zur Natur und zum Tier, so John. Die meisten Veranstaltungen sind eintrittfrei. Montag und Dienstag ruht sich die Wiese aus. „Wir hatten zunächst etwas Pech mit dem Wetter. Jeden zweiten Tag regnete es. Dadurch kamen weniger Besucher“, so John. „Die Katze ist trotzdem durch den Regen gesprungen“, so John. Er hat seinen schwarzen Regenschirm aufgespannt, obendrauf gedruckt eine Hand mit Stinkefinger gegen den Wettergott gerichtet. Das Kulturfestival wird finanziell unterstützt durch Unternehmen wie Sachsen Energie als Hauptsponsor, die Ostsächsische Sparkasse und Gerolsteiner. Die Stadt Dresden gibt auch Geld dazu.

Außerdem sind der Zoo Dresden und der Tierschutzverein Dresden als Partner mit im Boot bei der Karierten Katze. Diese Einrichtungen freuen sich auch über neue Tierpatenschaften von Besuchern für ihre Schützlinge. „Wir generieren Einnahmen über die Gastronomie. Außerdem unterstützen viele Künstler das Festival, indem sie ohne oder nur für symbolische Gagen auftreten. Und nicht zuletzt gibt es private Förderer, die dazu beitragen, dass die Katzen-Kultur leben kann“, so John. Für das Festival dürfen sie nun an vier Tagen Eintritt verlangen für die Fläche auf der Palaiswiese, die vom Freistaat Sachsen gemietet ist mit Nutzungsgebühr. Die Künstler wollen alle wiederkommen, so John. Ein Highlight waren die Eröffnungskonzerte mit Mia und Band und Sängerin Conchita Wurst aus Wien, welche die Idee und das Format wunderbar finden.

Künstler sind die bunten Hunde und Katzen

“Die Künstler sind die bunten Hunde und Katzen, die die Gesellschaft bereichern. Wir schaffen Erlebnisse. Sachen, die eigentlich nicht zusammen passen, führen wir zusammen“, so John. Wie schwarze und weiße Katzen, die sich vereinigen und herauskommt die karierte Katze. Gegensätze und Absurditäten wie Wurst ohne Wurst für Veganer, frisch gezapftes und sogar alkoholfreies Bier, die „Katzenpisse“ gibt es hier. Unter den Bäumen stehen lange Tafeln mit schwarz-weiß karierten und witzig bemalten Tischdecken und schwarz-weiße Stühle, wo man an einem der schönsten Plätze mitten in der Stadt mit Blick auf Schloss und Frauenkirche zusammensitzen und miteinander ins Gespräch kommen kann. Es werde auch viel Schach gespielt. „Wir haben sogar Roland-Kaiser-Fans da gehabt. Man erkennt sie, da sie alle bei einem Frisör waren, oft Glitzerkatzenohren und Blumenkränzchen tragen und fröhlich sind“, erzählt John. Am Rand der Festwiese stehen filigrane und kuriose Installationen aus Sperrholz mit Schirmen, die jedem Sturm standhalten, errichtet hat sie der Künstler Reinhard Zabka vom Lügenmuseum Radebeul.

Außerdem probiert die junge Katze sich gern aus, etwa im Yoga und Tanzen. Beides möchten die Veranstalter optimiert im kommenden Jahr erneut anbieten. Wie viele Wochen es kommendes Jahr bei diesem Festival werden, könne man heute noch nicht sagen. „Wir sind optmistisch, weil Katzen haben sieben Leben!“ Sagt Holger John, schwingt sich auf sein weißes Fahrrad und fährt samt Schirm im Regen nach vorn an der Elbe entlang heimwärts.

Die Highlights der kommenden Wochen: Tozzkat mit prominenter Besetzung (mit Musikern von Die Toten Hosen und Fehlfarben) am 15.8., Großes ganztägiges Electro-Festival am 23.8 und Grande Finale mit RasgaRasga & Britannia Theatre am 24.8. Das Festival Karierte Katze geht noch bis 24. August. Die Musikalische Katzenwirtschaft hat von Mittwoch bis Freitag ab 16 Uhr, Samstag und Sonntag ab 13 Uhr geöffnet.

Text + Fotos (lv)

Weitere Programm-Infos unter: http://www.kariertekatze.de

Musik verbindet: 1. Sommercamp „cellovitale“ mit jungen tschechischen und deutschen Musikerinnen und Musikern im Schloss Lauenstein

Wenn im Klangrausch der Funke überschwappt zu den Zuhörern

Zwölf  junge Musiker aus Tschechien und Deutschland proben und geben gemeinsam Konzerte mir ihren Dozenten beim 1. Sommercamp „cellovitale“ im Schloss Lauenstein. Am Fr., dem 8.8., um 18 Uhr geben sie ein Konzert im „Cellorausch“ in der Bärensteiner Kirche.

Im Schlosshof Lauenstein herrscht reges Kommen und Gehen. Gruppen mit Ferienkindern und Familien strömen in die aktuelle Sonderausstellung „Von Drachen, Burgen und Murmelspaß“ und lassen sich auch vom Regen nicht davon abhalten. Vielleicht staunen und fragen sie sich auch, woher die wundersamen Klänge auf einmal kommen. Wenn gerade die Fenster und Tür im Seitengebäude offenstehen. Notenblätter liegen auf den Tischen neben Tablets und dem Tagesablauf-Plan in dem urigen Gewölberaum mit weißen Wänden. Auf einem Tisch sind Stifte, Farben, Pinsel und Zeichenpapier versammelt. Auf einem Blatt stehen Worte auf deutsch und tschechisch: Auge – Oko, Nase – Nos, Mund – Pusa, Ohren – Usi und Gesicht – Oblicej.

Das sind die wichtigsten Vokabeln, um gemeinsam grenzüberschreitend zu musizieren. 12 Cellistinnen und Cellisten im Alter von elf bis 23 Jahren, davon vier aus Tschechien und acht Teilnehmer aus Deutschland, erfahren dies derzeit beim 1. Sommercamp „cellovitale“ im Schloss Lauenstein im Osterzgebirge. Eine Woche lang stehen zusammen proben, neue Leute kennenlernen, Musizieren im Schloss und Park, Ausflüge in die Umgebung, Lagerfeuer und Natur erleben im Programm. „Es geht hier nicht um Leistungen, sondern um das gemeinsame Musikerleben, die Teilnehmer können mit uns ihre kreativen Potenziale entdecken in schöner Atmosphäre in den Schlossräumen. Jeder wie er ankommt, schauen wir, welche Stücke wohin passen und schaffen ein Miteinander, wo sich jeder wohfühlt“, sagt Katrin Meingast, Cellistin, Pädagogin und eine der drei Dozentinnen des Sommercamps. Mit ihrer Stuttgarter Studiums- und Musikerkollegin Konstanze Liebeskind hatte sie die Idee zu dem Cello-Camp. Von tschechischer Seite ist als Dozentin Alena Kramerova von der Musikschule in Usti nad Labem dabei.

Gefördert wird dieses besondere Musikprojekt aus dem Programm aus dem Deutsch Tschechischen Zukunftsfonds, der Euroregion Elbe Labe und weiteren Unterstützern. Die Teilnehmer zahlen einen Anteil für Verpflegung und Übernachtung. Jan Kvapil ist Germanist, Historiker und Dolmetscher und vom Partnerverein „Grenzstein“ als Reiseleiter im Sommercamp dabei. Täglich von 9.30 bis 12.30 Uhr wird geprobt in drei Quartetten und abends von 19 bis 21 Uhr musizieren alle Teilnehmer gemeinsam mit den Dozenten in der Runde. Zwischendurch kann außerdem jeder individuell seiner Inspiration spielerisch nachgehen. „Ich finde die Idee gut und genieße es, mit verschiedenen Leuten zusammen zu musizieren, neue Erfahrungen zu sammeln und mich zu verbessern“, sagt Karel Dvoracek, 18 Jahre, aus Vizovice fünf Stunden von Prag entfernt. Mit acht Jahren begann er mit dem Cellospiel. Karel mag Barockmusik, speziell Bach, sein Lieblingskomponist ist Camille Saint-Sens. Neu hinzugekommen für ihn ist die Begegnung mit Tangomusik.

„Ich liebe temporeiche Musik, die Künste und Sprachen und möchte meine Horizonte erweitern“, sagt Emma Lia Balint, 19 Jahre, aus Leonberg bei Stuttgart. Sie hat sich als Erste zum Sommercamp angemeldet. Mit zehn Jahren ist sie mit ihrer Familie aus Ungarn nach Deutschland gezogen. Emma spricht sechs Sprachen  und hat spät mit dem Cellospiel, in der fünften Klasse, angefangen. „Ich mag es, wenn man eine musikalische Verbindung zu anderen spürt, fließend wie Wasser.Wenn das Innere, die Seele mit schwingt in der Musik und der Funke überschwappt zu den Zuhörern.“

Clara Schütz, 15 Jahre, kommt aus Dresden und spielt Cello im Schulorchester im Kreuzgymnasium. „Das gemeinsame Musizieren ist schöner als alleine zuhause üben. Man kann sich austauschen und alle sind hilfsbereit, wenn man etwas fragt, z.B. einen Fingersatz“, sagt sie. Dieses Aufeinander eingehen im Spiel fördern die Dozenten auch im Sommercamp. Die Bandbreite der Musik reicht von Barock, Romantik bis Filmmusik. Drei Konzerte wird es zum Abschluss des Sommercamps der Cellisten geben. Am Freitag, dem 8. August, um 18 Uhr gibt es einen „Cellorausch“ in der Bärensteiner Kirche, am Sonnabend zwischen 15 und 17 Uhr ein Wandelkonzert in Lauenstein, dort werden Schloss, Park, Galerie und Kirche bespielt. Das Abschlusskonzert findet am Sonntag, um 11.30 Uhr in der Kirche Lauenstein statt. Das Cello-Camp will Katrin Meingast weiterführen im nächsten Jahr, dann auch mit Konzerten auf tschechischer Seite.

Text (lv)

Fotos von den Proben (3): Katrin Meingast

http://www.schloss-lauenstein.de
http://www.artes123.org


Gemeinsames Musikerleben in schönen Räumen: Teilnehmer des 1. Sommercamps „cellovitale“ im Schloss Lauenstein.

Musiksommer Bärenstein: Drei Ausstellungseröffnungen an einem Tag


Farbenfrohe Kunst & neue Räume für Begegnung und Austausch im kleinen Ort Bärenstein im Osterzgebirge (im Foto von oben li. nach re.): Auf Besucher freuen sich Hartmut Dorschner, Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein, Künstler Reinhard Zabka, die Sängerin Agnes Ponizil, die Malerin Anita Rempe, der Künstler Klaus Liebscher, der Maler und Bildhauer Mario Nitschke und die Künstlerin Dorora Zabka. Hier vor dem neuen Veranstaltungsraum „Musikladen“ in der Kirchgasse 2 am Markt.

Neue Kunsträume für Begegnung und Austausch in Bärenstein

Gleich drei Ausstellungen eröffneten an einem Tag mit Arbeiten von fünf Künstlerinnen und Künstlern im Rahmen des 3. Musiksommer Bärenstein am vergangenen Sonntag. Am Fr, dem 8.8., um 18 Uhr gibt es ein Konzert „Cellorausch“ mit 15 Cellisten in der Bärensteiner Kirche.

Eine lebensgroße Holzskulptur, aus deren Mitte ein Baum hervor wächst, der sie zusammenhält, steht im Schaufenster mit Blick auf den Marktplatz. Neben ihr steht eine Tänzerin in rotem Rock und schwarzem Pullover und nähert sich langsam der Skulptur. Diese und die Malerei im Musikladen in der Kirchgasse 2 in Bärenstein stammen von Mario Nitschke. Landschaften, Orte und Figürliches, von konkret, kubistisch bis surreal, in leuchtenden, erdigen und meerblauen Farbtönen, die angeregt sind von Lionel Feininger und Salvatore Dalí, zeigt er in dem neuen Veranstaltungsraum. „Es ist eine Reise in Bildern von Bärenstein bis an die Küste und nach Forst in der Lausitz“, sagt Mario Nitschke, der dort aufwuchs, seit 1999 freiberuflich als Maler und Bildhauer in Bärenstein lebt und seit einer Weile als Praxisberater in der Oberschule Geising tätig ist, u.a. den Marktbrunnen in Bärenstein gestaltete.

Gleich drei Ausstellungseröffnungen an einem Tag gab es mit regem Zuspruch von Besuchern, vorwiegend aus dem Dresdner Raum und einigen älteren Bärensteinern, am vergangenen Sonntagnachmittag in Bärenstein. Der kleine Ort im Osterzgebirge bietet Räume für neue Kunst, die mit ihrer Farb- und Formenvielfalt überrascht. In denen Natur und Menschen, ferne und nahe Orte auf und vor den Leinwänden zusammenfinden, wo man andere Kulturgesinnte treffen, sich austauschen, genießen und lauschen kann im Rahmen des 3. Musiksommer Bärenstein. Veranstaltet wird dieser vom kult-ur-art Kunstverein zu Bärenstein e.V. und gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds sowie drei privaten Unterstützern. Initiator des Musiksommer Bärenstein ist der Jazzmusiker Hartmut Dorschner, der zusammen mit der Sängerin Agnes Ponizil in der Kirchgasse 2, 10 und in der Bärensteiner Kirche fünf Künstlerinnen und Künstler aus der Region mit ihren Arbeiten einlud. Begleitet von Saxofon- und Akkordeonklängen und der Tänzerin Valentina Cabro, die mit den Kunstwerken und Zuschauern bezaubernd interagierte, zogen die Besucher weiter zum nächsten Ausstellungsort.

Kunsträume beleben alte Häuser und den Ort

In der Kirchgasse 10 befindet sich im Erdgeschoss ein neuer Musik- und Kunstraum, den Agnes Ponizil in ihrem noch auszubauenden Haus eingerichtet hat. Hier zeigt die Künstlerin Anita Rempe aus Meißen vor roh steinernem Mauerwerk, Rasenteppich, Spinnrad, Bergmanns-Kerzenleuchtern und gemütlichem Sofa derzeit ihre neuesten Bilder, darunter farbenfroh impressionistische Waldbilder, Kraniche über leuchtend gelben Rapsfeldern und expressiv farbige Gesichter. Sie mag die Landschaft, Ruhe und die Schellerhauer Kirche, wo sie in der Stille gern meditiert, sagt Anita Rempe. In Schellerhau hat sie ihr zweites Zuhause. Wenn sie malt, fühle sie sich glücklich. Gegenüber in der Bärensteiner Kirche sind in Glaskästen zauberhafte „Schreine für das Unsichtbare“ von Dorota Zabka aus Radebeul zu sehen. Außerdem farbreiche, fragile Papierarbeiten des aus Geising stammenden Künstlers Klaus Liebscher zu sehen, die als „Bewegte Bilder“ von der Tänzerin zusammen mit Besuchern feierlich und andächtig zum Betrachten durch den Kirchenraum getragen wurden, begleitet von gefühlvollen Harfenklängen von Aerdna Harp. Für Bärenstein übermalten Klaus Liebscher und Reinhard Zabka dessen Kunstrollos von 1974 – als „Reaktivierung des Vergangenen“. Die Bilder wirken wie Farbteppiche, betupft und bemalt mit Blühendem, Feldwegen und Fensterblicken in allen Jahreszeiten. „Für mich sind Bilder auch Gefäße, die gefüllt werden, aus denen der Betrachter für sich herausnehmen kann, was er möchte und sie weiterfüllen kann. Die Farbtöne finden selbst zueinander, ich sehe mich wie ein Dirigent“, sagt Liebscher, 84-jährig, mit weißem Rauschebart und immer noch rüstig. Bis vor kurzem sei er noch den Geisingberg mit Skiern runtergefahren. In Geising ist er mit den damaligen ortsansässigen Malern großgeworden.

Maler mit Ausstrahlung aus dem Osterzgebirge

Zu denen gehörten Heribert Fischer-Geising und Buchwald-Zinnwald. „Wahrscheinlich war das der Ursprung meiner Begeisterung für die Kunst, dass da jemand vor einem stand, der nicht nur Lehrer war, sondern eine eigene Ausstrahlung und Aussage besaß“, so Liebscher. „Jetzt kommt mit uns die moderne Kunst ins Osterzgebirge. Vielleicht hätte sich Heribert Fischer-Geising gefreut.“ Die Ausstellungen sind während des Musiksommer Bärenstein noch bis 6. September zu sehen. Die Ausstellung in der Kirche ist täglich von 10 bis 19 Uhr zu sehen und die anderen zwei Kunsträume sind täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet (bitte klingeln bei Hartmut Dorschner, Kirchgasse 12).

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter: http://www.kult-ur-art.eu


Musik & Kunst in Bewegung: Bei der Ausstellungseröffnung im Musikladen mit den Musikern Hartmut Dorschner, Saxofon und Agnes Ponizil, Klavier und der Tämzerin Valentina Cabro, die mit den Kunstwerken und Besuchern interagierte. Hier sind eine Holzskulptur und Malerei von Mario Nitschke zu sehen.
Im neuen Musik- und Kunstraum in der Kirchgasse 10 von Agnes Ponizil zeigt derzeit die Malerin Anita Rempe aus Meißen ihre expressiv farbigen Landschaften und Figürliches.

Fest der Farben & Formen angeregt von der Natur in der Bärensteiner Kirche: Hier sind von Klaus Liebscher übermalte Kunstrollos von Zabka und zauberhafte Schreine von Dorota Zabka zu sehen.

Urig und immer noch schaffensfroh: der aus Geising stammende Künstler Klaus Liebscher wird dieses Jahr 85 Jahre.

Die 28. Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst startet im riesa efau

27. Internationale Dresdner Sommerakademie
für Bildende Kunst 2024
riesa efau Kultur Forum Dresden
Fotografie: Andreas Seeliger, Dresden
Dresden, 14. Juli – 27. Juli 2024

27. Internationale Dresdner Sommerakademie
für Bildende Kunst 2024
riesa efau Kultur Forum Dresden
Fotografie: Andreas Seeliger, Dresden
Dresden, 14. Juli – 27. Juli 2024

27. Juli bis 9. August 2025

Dozent:innenausstellung Internationale Dresdner Sommerakademie für Bildende Kunst: Zu sehen vom 27. Juli bis 9. August 2025

Mit Arbeiten von Tania Arens, Benno Blome, D.O.C.H., Susan Donath, Matthias Moravek, Luzia Oppermann, Hilde Pank, Beate Pfefferkorn, Alexandra Sonntag, Reto Steiner, Robert Vanis

Eröffnung, 27.7.2025, 18 Uhr
Ausstellungsdauer, 28.7. – 7.8.2025
Geö: Mo-Fr 10-18 Uhr, am 7.8. bis 16 Uhr

Die 28. Internationale Dresdner Sommerakademie für Bildende Kunst startet

Vom 27. Juli bis 9. August 2025 verwandelt sich das riesa efau. Kultur Forum Dresden in einen Ort der kreativen Begegnung: Die Internationale Dresdner Sommerakademie für Bildende Kunst öffnet zum 28. Mal ihre Türen und lädt kunstinteressierte Menschen aus dem In- und Ausland zu zwei inspirierenden Wochen ein.

Kleine Kurse, familiäre Atmosphäre, individuelle Betreuung und professionelle Dozent:innen – dafür steht die Sommerakademie seit Jahren. Bereits einige der insgesamt 14 Kurse sind ausgebucht, dennoch sind Anmeldungen weiterhin möglich.

„Für die Auswahl der Dozent:innen haben wir uns in diesem Jahr das Motto IN_LIEBE gegeben, um unseren Teilnehmenden einen Sommer des künstlerischen Arbeitens in anregender und wertschätzender Atmosphäre zu bieten“, so Anke Dietrich und Denise Ackermann, die Organisatorinnen der Akademie.

Neben den bewährten Angeboten in Malerei, Fotografie und Skulptur eröffnet die Sommerakademie spannende Einblicke in außergewöhnliche künstlerische Techniken: Die umweltfreundliche Risografie etwa liegt im Trend und kann in gleich zwei Kursen erlernt werden. Auch der Metallguss steht im Fokus eines Kurses – hier lernen die Teilnehmenden die einzelnen Schritte dieser faszinierenden Kunsttechnik kennen. Das vielseitige Programm wird durch Kurse in Schmuckdesign, Installation und Mixed Media ergänzt.

Darüber hinaus lädt die Akademie zu gleich drei Vernissagen ein – der Dozent:innen-, Teilnehmer:innen- und Stipendiat:innen-Ausstellung – sowie zu Abendvortrag, Filmgespräch, dem Sommerfest und den Intermezzi mit den Dozierenden. Auch alle, die keinen Kurs besuchen, aber dennoch Akademieluft schnuppern möchten, sind herzlich willkommen.

Anmeldung und weitere Informationen zum Rahmenprogramm:

www.sommerakademie-dresden.de

Dozent:innen:

ACRYLMALEREI Matthias Moravek (Berlin) https://www.matthiasmoravek.de/AQUARELL Alexandra Sonntag (Bielefeld/Genf, CH) https://alexandrasonntag.de/JAPANISCHER HOLZSCHNITT Tania Arens (Frankfurt/M.) https://www.taniaarens.com/
FOTOGRAMME Robert Vanis (Dresden/Wien, AT) http://www.robertvanis.de/FOTOGRAFIE II Natalia Kepesz (Berlin) https://www.nataliakepesz.de/
RISOGRAFIE D.O.C.H. (Bremen) https://ochdoch.de/
METALLGUSS Benno Blome (Dresden) Benno Blome
SCHMUCKDESIGN Beate Pfefferkorn (Dresden) https://www.elementarisbypfefferkorn.de/
INSTALLATION/MIXED MEDIA Susan Donath (Dresden) https://www.susandonath.com/
SKULPTUR/STEIN Reto Steiner (Frutigen, CH) https://www.retosteiner.net/

Text: Claudia HarnischPresse- und ÖffentlichkeitsarbeitTel.: 0176-21050268


Die riesa efau – Community, ab 60 Euro im Jahr sind Sie dabei und unterstützen:
The riesa efau community, from 60 euros a year you can join and support:
riesa efau. Kultur Forum Dresden
Motorenhalle. Projektzentrum für zeitgenössische Kunst
Internationale Dresdner Sommerakademie für bildende Kunst
Mehrgenerationenhaus Dresden- Friedrichstadt


Adlergasse 14
01067 Dresden
Tel.: +49-(0)351 / 866 02-11
email: verein@riesa-efau.de
web: www.riesa-efau.de
www.motorenhalle.de
www.sommerakademie-dresden.de