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René Kuhnt, Inhaber vom Bistro „T1 Pförtnerloge“. Neuer Lieblingsplatz: Die Musikstudentinnen Anna Tsombanis und Maria Franz.

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Ein beliebter Treff für Musiker, Künstler und Gäste aus aller Welt ist das urige Café im Industriedesign am Eingang zum Kultur-Kraftwerk Mitte am Wettiner Platz 7.

Aus dem abrissreifen Pförtnerhäuschen entstand ein urig-charmantes Kleinod mit dem „T1 Bistro & Café“ am Eingang zum Kultur-Kraftwerk Mitte. Die Zeit ist stehengeblieben in den roten Backsteingebäuden. Die Zeiger der alten Fabrikuhr an einer der Hallen stehen auf fünf vor zwölf. Draußen herrscht jedoch rege Betriebsamkeit. Ein Teil der Gebäude ist bereits saniert. Der Hauptweg ins Gelände frisch asphaltiert. In die alten Fabrikhallen zieht jetzt neues Leben ein mit der Eröffnung des Kultur-Kraftwerks Mitte.

Die große Eröffnungsfeier war am 16. Dezember. Ein beliebter Treff ist hier schon jetzt das Bistro & Café “T 1 – Die Pförtnerloge“ am Eingang zum Kultur-Kraftwerk Mitte am Wettiner Platz 7. Es ist in urigem Industriedesign, einer Mischung aus alt und neu, mit viel Charme und Stil gestaltet. Mit Schiebefenstern, einem gläsern überdachten Sitzbereich, Metallhockern und Holztischplatten, wo man Kaffee trinken und Zeitung lesen und andere Kreative treffen kann. Im Bistro sitzt man bequem auf hellen Ledersitzbänken oder Architekten-Drehstühlen an kleinen Bistrotischen. Auch ein alter Überseekoffer dient Einheimischen wie Reisenden, die hier einkehren als Ablagefläche. Warmes Licht fällt aus alten Fabriklampen. Hinter dem nostalgischen Tresen, wo es feine Torten aus einer Konditorei und mediterrane Speisen gibt, steht Bistroinhaber René Kuhnt an der italienischen Kaffeemaschine.

„Die Musikstudenten lieben dieses Café. Sie trinken den Kaffee lieber hier als in der Hochschule. Manchmal übt auch einer an seinem Instrument auf der Freiterrasse“, sagt er. Er hat zwei Mitarbeiter zur Seite. Es sei immer viel los und die meisten Gäste kennt Kuhnt inzwischen schon. Neben Studenten von der Musikhochschule gegenüber und Musikschülern vom Heinrich-Schütz-Konservatorium kommen Bauarbeiter, außerdem viele Künstler aus den umliegenden Theatern und Touristen, Amerikaner, Japaner und Chinesen in das kleine Pförtnerhaus. Doch auch Anwohner aus der Umgebung schauen herein. Drinnen im Bistro sind 18 Plätze und im Biergarten unter Bäumen 40 Sitzplätze.

Als die Drewag als Kraftwerkseigentümer ihn ansprach wegen eines gastronomischen Angebots, rettete René Kuhnt damit auch das alte Pförtnerhaus vor dem Abriss. Er wollte es erhalten und sanierte es komplett mit vielen schönen Details wie alten Türklinken, gusseiserner Heizung, alten Schaltern und italienischen Bodenfliesen. In das neuerstandene Kleinod investierte er weit über 100 000 Euro, so Kuhnt. Er ist gelernter Schriftmaler und begann nach der Wende in der Gastronomie. Zunächst betrieb er über 20 Jahre sein Musikcafé Kuhnt auf der Leisniger Straße, das auch noch auf Sanierung wartet. Neben dem Bistro in der Pförtnerloge leitet er seit 2011 die Theatergastronomie im Kleinen Haus. „Sobald alle Spielstätten eingezogen sind im Gelände, wird es noch belebter und vielfältiger zugehen“, so Kuhnt.
Auf der gläsernen Terrasse sitzen gerade zwei Musikstudentinnen, die Instrumentenkästen lehnen an der Wand. „Im Sommer hat uns das Softeis hergelockt, dass es umsonst gab und das neue Café sprach sich schnell herum“, erzählt Anna Tsombanis, die griechische Wurzeln hat. Sie ist 22 Jahre alt und studiert seit 2013 Jazzsaxofon an der Dresdner Musikhochschule.
„Wir sind sehr oft hier. Es ist auch eine schöne Alternative zur Mensa, außerdem nutzen wir die Probenräume im Kraftwerk, kommen zwischendurch auf einen Kaffee hierher und um Dinge zu besprechen. Und das Café sieht auch schick aus“, ergänzt Mitstudentin Maria Franz. Sie ist 23 und studiert Cello. Sie spielen mit anderen Musikern zusammen im „Tsombanis“-Sextett eine Mischung aus Klassik und Jazz.

„Wir finden das Café originell, gemütlich und erstaunlich, was man aus solch einem kleinen Häuschen machen kann“, sagen Werner Ehrlich, ehemals Kulturarbeiter in Dresden und sein Begleiter Hans Kubach, der früher als Redakteur arbeitete. Sie sind ebenso neugierig und gespannt auf die neuen Kulturräume im Kraftwerk. Die Eröffnung des Kulturkraftwerks wurde auch rings um die Pförtnerloge mit Grillen, Glühwein und natürlich Musik gefeiert.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten im „T1 Bistro & Café – Die Pförtnerloge“:
Täglich von 8 – 22 Uhr und am Wochenende von 11 bis 22 Uhr

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