Aus dem Geschichtenbuch entsteigt eines Nachts Peter Pan und entführt Wendy und ihren Bruder in seine aufregend fantasievolle Welt voller Abenteuer und Gefahren.

Übermütige Luftsprünge und Abenteuer in
wild-fantasievoller Traumreise besiegen die Schatten

Das Stück „Peter Pan“ lässt kleine und große Zuschauer staunen, lachen und mitfiebern mit den Kindern einer wohlbehüteten Familie auf ihrer Reise nach Nimmerland, wo Kinder niemals erwachsen werden.

Der Sternenhimmel funkelt. Zwei Traumgestalten stecken leise kichernd ihre Köpfe durch den nachtblauen Vorhang zu den zwei schlafenden Kindern Wendy und John und springen schnurstracks in ihr Bett. Sie toben vergnügt umher und reisen in die fantastische Welt von „Peter Pan“ nach Nimmerland, wo sie jede Menge Abenteuer erleben und Gefahren bestehen. Die zauberhafte Geschichte über jenen Ort, wo Kinder niemals erwachsen werden, inszeniert von Manuel Schöbel nach Motiven des Kinderbuchklassikers von James Matthew Barrie hatte am vergangenen Sonnabend Premiere und eröffnete gleichzeitig den Theatersommer der Landesbühnen Sachsen im Theaterzelt von André Sarrasani vor imposanter Felsenkulisse im Kurort Rathen.

In einer Mischung aus Schauspiel, Schatten- und Figurentheater, begleitet von mal heiteren, verträumten Gitarrenliedern und mal wild urwüchsigen Trommelklängen kam das Stück „Peter Pan“ als Theatervergnügen für die ganze Familie auf die Bühne (Musik und Liedtexte: Alexander Wulke, Ausstattung: Stefan Weil). Mit märchenhaften Kostümen und witzig-fantasievoll erzählt mit wenigen Requisiten, entführt die Aufführung an schöne und gruslige Traumorte. Wendy (aufgeweckt-selbstbewusst: Tammy Girke) wiegt nicht nur ihre Puppe im Arm, sondern ist ebenso abenteuerlustig wie ihr Bruder John (Justin V. John) und sie kämpfen auch mal mit Kochlöffel und Regenschirm wild gegeneinander. Für ihren gestrengen Vater (Alexander Wulke) im blauen Gehrock ist Peter Pan daher wie ein Gespenst und Unruhegeist, der die Kinder verdirbt. Amüsant wie er als Piratenanführer Käpt`n Hook mit Eisenhaken-Hand in der Traumwelt Peter und seine Freunde, die verlorenen, frei umherstreifenden Kinder, verfolgt und gefangen nehmen will, die jedoch immer wieder entwischen.

Mit der geheimnisvollen Fee Glitzerklang (lustig-anmutig: Julia Rani) fliegen Peter Pan, Wendy und John in übermütigen Luftsprüngen hoch über der Bühne mit einer Seilvorrichtung (Flug-Choreografie: Sarrasani Entertainment GmbH). Im zweiten Teil gewinnt die Aufführung noch mehr an Fahrt und Spannung, sorgt der naiv-tolpatschige Kampf der Piraten samt Kanone und allerlei fiesen Tricks gegen Peter Pan und die Kinder unter der Parole „Hackfleisch“ gegen „Pudding“ für viel Spaß bei kleinen und großen Zuschauern. Wenn der Pirat Smee mit Augenklappe, Fernrohr und französisch säuselnd (schlau-gewitzt: Moritz Gabriel) dem hart gesottenen Käpt`n Hook Paroli bietet. Schön skurril auch das verfressene Krokodil, das einen Wecker verschluckt hat und laut tickend, immer  wieder auftaucht und auf Beute lauert.  

Peter Pan (Felix Lydike) in Fransenhosen und Wuschelhaar ist ein Luftikus, ein unbeschwert und sorglos in den Tag lebender Junge, der vor nichts Angst hat, sich von der Welt der Erwachsenen und ihren Regeln fernhält, die ihn langweilen. Er staunt über den Kuss, der von Wendy zu ihm fliegt wie ein kostbarer Vogel, doch als sie wieder nachhause will, hält er sie nicht auf. Sie bringt den verlorenen, unartigen Kindern (gespielt von Studierenden der Theaterakademie Sachsen) Manieren bei und erzählt ihnen vor dem Zubettgehen die Geschichte von Aschenbrödel wie ihre Mutter (sanft-liebevoll: Sandra Maria Huimann).
 
Durch seinen Leichtsinn verliert Peter Pan beinah seine geliebte Fee Glitzerklang. Doch Feen sterben nicht, wenn man an sie glaubt. Durch den herzlichen Applaus des Publikums erwacht sie wieder zum Leben und schwirrt lächelnd und glucksend davon. Und Peter Pan bleibt das ewige, ungebändigte Kind, das uns Erwachsene daran erinnert, das Träumen nicht zu verlernen.

Text + Foto (1) lv

Weitere Termine: http://www.landesbuehnen-sachsen.de

Sommertheater im Zelt vor imposanter Felsenkulisse im Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz. Noch beschaulicher und weniger überlaufen als sonst, lockt Kultur- und Landschaftsgenuss gleichzeitig.