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Kategorien-Archiv: Bildende Kunst

Ausstellung Hans Christophs auf Schloss Burgk in Freital

29 Freitag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart

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Ein Tausendsassa der Farben und Formen

Beeindruckend vielfältig, eigenwillig und zeitlos modern spiegeln die Werke von Hans Christophs ein Stück Kunstgeschichte in einer Ausstellung auf Schloss Burgk in Freital.

Zwei Zeichnungen mit Booten am Hafen von Warnemünde und im Wasser spiegelnder roter Sonne verströmen Sommerflair. Gegenüber hängt ein Bildnis einer „Sitzenden mit Hut und aufgestützten Armen“, die schwarzen Umrisse mit hellem Türkis und Gelb unterlegt. Der Hut ähnelt einem Sonnenrad. Eine ältere Dame steht davor. Sie sei mit dem Bild aufgewachsen, weiß aber nicht mehr, woher sie es kennt. Es hängt gleich neben dem Eingang und erinnert in der Malweise an Picasso. Überraschend vielfältig und kontrastreich versammelt die Ausstellung „Was ich liebe, möchte ich darstellen“ Arbeiten aus allen Schaffensperioden von Hans Christophs (1901-1992), die zurzeit in den Städtischen Sammlungen Freital auf Schloss Burgk zu sehen ist.

Zeichenhaft, geometrisch, konkret, gekleckselt und expressiv farbig. Kein Bild ist wie das andere bei Hans Christophs. Ein vielfältiges Oevre wie ein Gang durch die Kunstgeschichte begegnet dem Betrachter. Vieles kommt einem bekannt vor, in dem das Eigene, Prägnante, Unverkennbare des Künstlers allerdings etwas untergeht. Seine Werke zeigen einen Tausendsassa der Farben und Formen in beeindruckender Vielfalt und offensichtlichem, lebenslangen Drang und Freude an immer neuen Ausdrucksformen. Zu sehen ist auch eine Schwarz-Weiß-Fotografie von Edmund Kesting von 1948 mit einem modern und zeitlos wirkenden Porträt Christophs, konkret und abstrahiert im Profil, mit offenem Blick und Zeichenstift vorm Gesicht. Da hängen abstrakte, informelle, farbreich gekleckselte Ölbilder, Goauchen und Collagen mit geometrischen Formen, fliegenden Pfeilen und Schwertlilien vor Stacheldraht nebeneinander.

Expressiv farbige, pastose Landschaftsmalerei mit tiefroten Wolkenhimmeln und aufgewühlten Wellen an der Nordsee neben wogenden gelben Getreidefeldern und Blicken auf die Dresdner Vororte Goppeln, Strehlen und Prolis noch ohne Hochhäuser in den 20er Jahren. Herausragend einige figürliche Arbeiten. Darunter die Tanzpaare, elegant gekleidet in schwarzem Frack die Herren und die Damen mit großen, dunkel umrandeten Augen und roten Lippen in weißbleichen Gesichtern, die im Ausdruck an Otto Dix erinnern. Daneben ein Porträt einer Arbeiterfrau, grau und staubig ihr Gesicht und die Bluse vor dunklem Hintergrund, im Haar und Augen ein paar sehnsuchtsvolle Grünschimmer. Zu sehen sind außerdem farbige Zeichnungen mit Frauenakten, Badenden und ein Paar am Strand. In der Art der Brücke-Künstler erdfarbene Körper in bewegten und kantigen Formen. Maler und Modell, groß ihre Reize im Bild und er an der Staffelei pinselschwingend, in einer Tuschezeichnung festgehalten.

Luftig-leicht und prägnant sind auch die Buntstiftzeichnungen, die originell bekannte Malmotive aufnehmen und weiterführen. Darunter zu einem Bild von Vermeer, in dem ein Mann mit breitkrempigem Hut und Umhang und eine Frau im roten Kleid am Tisch sitzen. Ein Stilleben mit Früchten und Ornamenttischdecke leuchtet südlich heiter neben drei Mädchen mit Tauben, im grellen, gelbfahlen Licht, schattenhaft umherirrenden Gestalten zwischen dunklen Trümmern und zwei Frauen am Fenster vor rotgefärbtem Himmel. Im letzten Ausstellungsraum treffen nochmals sehr eigenwillige, formspielerische und farbenfrohe Aquarelle aufeinander: Fische, die neben Netzen und Wasserpflanzen umer springen. Eine Mondlandschaft und Blumen zwischen Sternen und einer blauen Katze am Fenster. Das Ölbild „Weesenitzmühle“, um 1932 gemalt, mit seiner Landschaft in wellig fließenden und kugeligen Formen ist ein ebenso klares wie poetischen Sinnbild für Bewegung und Wandel in der Natur und im Leben.

Zur Ausstellung erschienen ist ein Buch mit Lebenserinnerungen von Hans Christophs, aus dem Passagen in einer Lesung mit Tom Quaas zu hören sind, begleitet von Stefan Maass an der Gitarre am 24. Oktober, 19 Uhr im Festsaal von Schloss Burgk, Eine Führung durch die Ausstellung, die noch bis 29. Oktober zu sehen ist, mit der Kuratorin Kristin Gäbler findet am 21. Oktober, 11 Uhr statt.

Text + Fotos (lv)

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Ausstellung „Seelenlandschaften“ von Max Manfred Queißer im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul

28 Donnerstag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches

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Musik für die Augen: Gerlinde Queißer vor Bildern ihres Mannes Max Manfred Queißer in der Ausstellung „Seelenlandschaften“ im Hoflößnitz Radebeul.

Bilder in allen Farbtönen des Lebens

Musik und Malerei verbinden sich eindrucksvoll in der Ausstellung „Seelenlandschaften“ von Max Manfred Queißer im Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul.

Rhythmisch bewegte, fließende Linien, mal luftig-leicht, mal dicht verwoben, zart und kraftvoll, durchziehen die Leinwände. Malerei, die Musik in allen Farbtönen und Emotionen nacherleben lässt, zeigt die derzeitige Ausstellung „Seelenlandschaften“ des Maler-Poeten Max Manfred Queißer (1927 – 2016)  im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz, Knohllweg 37 in Radebeul. Die dritte Ausstellung dieser Saison zeigt farb- und formenreiche Arbeiten des Künstlers aus dem Zeitraum von 1999 bis 2016. Er war bis zuletzt künstlerisch tätig. Seine Frau Gerlinde Queißer verwaltet den Nachlass und kümmert sich mit viel Enthusiasmus, dass sein Werk in der Öffentlichkeit sichtbar bleibt. Der Ausstellungstitel ist benannt nach dem umfangreichen, reich bebilderten Werkkatalog von 2017, der auch in der Ausstellung erhältlich ist.

“Ich habe ihn als einen geist- und humorvollen, aufgeschlossenen und warmherzigen Menschen kennengelernt“, sagt Museumsleiter Frank Andert über Max Manfred Queißer. 2014 war das im Rahmen einer Ausstellung in der Friedenskirche Radebeul, wofür er einige kostbare Erinnerungsstücke aus Familienbesitz und ein großes Antikriegs-Bild von 2005 zur Verfügung stellte. „Damals konnte man nicht ahnen, wie aktuell dieses Thema wenige Jahre später wieder sein würde“, so Andert. Manfred Queißer wurde mit 17 Jahren 1944 zum Militärdienst einberufen und war von 1945 bis `48 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft im Donezbecken, wo heute wieder Krieg herrscht. Diese Erfahrung hat sein Leben geprägt. „Musik und Kunst haben ihm über diese Zeit geholfen und diese Leidenschaft in ihm entzündet“, sagt seine Frau. Geige und Pinsel begleiteten Manfred Queißer zeitlebens. Musik und Malerei regten sich gegenseitig an in seinem Schaffen. Der gebürtige Freitaler und studierte Kultursoziologe war künstlerischer Autodidakt, beschäftigte sich seit 1958 mit Malerei und war befreundet u.a. mit den Künstlern Joseph Hegenbarth, Karl-Heinz Adler, Friedrich Kracht, Hans und Lea Grundig. Seit 1975 lebte und arbeitete Queißer gemeinsam mit seiner Frau, die Design auf Burg Giebichenstein studierte, in Radebeul. Die Orte der großen impressionistischen Maler konnte er erst nach der Wende bereisen.

Bilder vom „Pester Karneval“ inspiriert von Franz Liszt ebenso wie mit Musikern und Tanzenden bei Konzerten von Jazz, Blues und Muzette mit Akkordeonspiel in Paris, vor der Kulisse des Moulin Rouge, erzählen leuchtend farbig von seinen Endrücken. Die Ausstellung versammelt abstrakt-zeichenhafte Farblandschaften und einige figürliche Arbeiten. Queißer hörte die Klavierkonzerte von Igor Strawinsky und Béla Bartók und holte sie in schwungvollen, lodernden Farben auf die Leinwände. „Die Farbe Rot“ in Analogie zur Gershwin-Oper „Porgy and Bess“ fließt mit darüber rinnender, schwarzer Farbe auf einem großformatigen Ölbild. Licht und Schatten liegen oft nah beeinander. Manchmal scheinen die Gesichter an Geige, Cello oder Harfe in lichtvollen Farben zu verschmelzen. Ein Specht hämmert inmitten von Farben im Geäst. Zu sehen sind auch einige Arbeiten auf Papier in beschwingten Formen, die an Segel, Kreise, Sichelmonde erinnern. Derzeit bereitet Gerlinde Queißer einen neuen Katalog mit Papierarbeiten und Lebenserinnerungen ihres Mannes vor. Die Ausstellung „Seelenlandschaften“ ist noch bis 8. Oktober im Hoflößnitz zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di bis So von 10 bis 18 Uhr

http://www.hofloessnitz.de

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Ausstellung des Bauhausschülers Albert Hennig – Malerei und Grafik im Einnehmerhaus Freital

28 Donnerstag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Zwischenmenschliches

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Farbenfrohe Stadtlandschaften

Natur, Kunst und Architektur verbinden sich in einer Ausstellung mit Malerei und Grafik von Albert Hennig, einem Bauhausschüler, derzeit im Einnehmerhaus in Freital.

In Farben und Formen schwelgen Gebautes, Natur und Stadtlandschaften in der derzeitigen Ausstellung „Albert Hennig (1907 – 1998) – Malerei und Grafik“ des Bauhausschülers. Zu sehen sind seine Arbeiten im Rahmen der Reihe „Künstler der verschollenen Generation“ im Einnehmerhaus Freital. Das früheste Bild der Ausstellung ist ein Stillleben mit Krug und Äpfeln, die sich auf der Tischplatte spiegeln, von 1934. 1996, zwei Jahre vor seinem Tod entstand im Alter von 89 Jahren eins der letzten Aquarelle von Hennig, „Abstrakte Komposition“. Leuchtend farbig, heiter und zeitlos modern das Spiel mit steigenden, fallenden, spitzen und geraden, sich voneinander abgrenzenden und offenen, spiralförmigen und ineinander fließenden Linien und Formen.

Die gezeigten Arbeiten stammen aus dem Nachlass des Künstlers, der verwaltet wird von Andreas Albert, einem Kunstlehrer, der Hennig persönlich kannte und freundschaftlich mit ihm verbunden war. Die Ausstellung versammelt vorwiegend abstrakte, farbreiche Arbeiten zumeist in kleinen Formaten. Darunter Aquarelle, Monotypien, Pastelle, Holzschnitte und Studien aus den 1950er bis `90er Jahren. Da treffen farbenfrohe Fantasiestädte und in dunklen Grautönen gehaltene Häuser, von dunklen Linien wie Risse durchzogene Stadtansichten aufeinander. Ebenso  Blicke auf helle und rosa südländische Häuser und Bäume und Boote am Wasser, grün bewachsene Hänge und kleine Häuschen davor. Sie zeigen „Bergbewegung (Zakopane) “mystische“ und „romantische Landschaften“, eine Landschaft mit Mond, „Stadt mit Baustelle“ und „Winter vor der Stadt“.

Die Grenze zwischen äußerer und innerer Welt, des Gesehenen und Erträumten, verwischt oft in den Arbeiten. Da wechseln natürliche und geometrische Farbflächen und architektonische Kompositionen, die ineinander greifen und sich überlagern. Die naiv-spielerisch gezeichnet an Bauklötze von Kindern erinnern, die zu Türmen, Brücken und Häusern übereinander geschichtet erscheinen in den Bildern. Mal klar und konkret, mal abstrahiert, traumhaft und poetisch in warmen, sonnigen, kühlen und dunklen, kargen Farbtönen. Leicht, schwebend, beschwingt, zarte und kräftige Linien und vielschichtiges Farbspiel, das oft an Künstler wie Paul Klee und Kandinsky erinnert. Das Titelbild der Ausstellung „Verzauberte Stadt“ von 1989 zeigt eine Stadtkulisse, grau und schemenhaft, spitze Dreiecke und eine rote Kugel über einer Turmspitze, Himmel und Fenster im Licht der Morgensonne und Aufbruchstimmung über der Stadt. Zu sehen sind außerdem drei Selbstbildnisse von Hennig von 1964 und 1972, in hell-dunklem Linienspiel und in gelb fahlem Licht, der Blick nach innen gerichtet sowie eine Landschaft mit nächtlichen Wanderern auf einer Allee, die zugleich seine eigene Lebenssituation und Schaffen spiegeln, die überschattet waren von gravierenden Einschnitten und den politischen Ereignissen seiner Zeit. Albert Hennig wurde am 7. Dezember 1907 in Leipzig geboren und wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Er war gelernter Betonfacharbeiter, beschäftigte sich nebenher mit Fotografie und wurde mit seiner Porträtserie „Die Kinder der Straße“ 1932 als Student am Bauhaus Dessau, in der Reklameklasse  aufgenommen. Seine Lehrer waren Josef Albers, Hinner Scheper, Mies van der Rohe und Wassili Kandinsky.

1933 nach Schließung des Bauhauses Dessau durch die Nationalsozialisten setzte Hennig sein Studium im Bauhaus Berlin-Steglitz fort bis zur Schließung dort. Als wesentlich für sein späteres Schaffen nennt er die Söhne von Feininger, Joost Schmidt und Walter Peterhans. Danach wurde Hennig dienstverpflichtet als Bauarbeiter von von 1935 bis 1945. Seine Leipziger Wohnung wurde 1943 bei einem Bombenangriff zerstört, er verlor sein Frühwerkes und übersiedelte nach Zwickau. Dort war er Gründungsmitglied der Gruppe Bildende Künstler im Kulturbund Zwickau und arbeitete ab 1953 wieder als Bauarbeiter bis zur Rente und war seit 1972 freischaffend als Künstler in Zwickau tätig. Ehrung für sein Werk erfuhr Albert Hennig anlässlich des 50. Bauhausjubiläums in Dessau 1976, als Ehrenbürger der Stadt Zwickau, er bekam den Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau 1991 und das Bundesverdienstkreuz erster Klasse 1996 verliehen.

„Seine Bilder sind voller Leichtigkeit und Tiefgang, schnell und skizzenhaft, gut beobachtet und auch ein Stück Verarbeiten von inneren Bildern, da er bedingt durch die Verhältnisse seine künstlerischen Positionen nicht durchweg ausleben konnte“, sagt Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins Freital e.V. im Einnehmerhaus zum Werk Hennigs. Dennoch sei er ein lebensfroher Mensch gewesen und die Malerei habe ihm zeitlebens Halt und Stärke gegeben. Jedes Jahr gibt es hier eine Ausstellung, um an Künstler der Zwischen-Kriegs-Zeit zu erinnern, sich verändernde Sichtweisen zu zeigen und auch Kontrapunkte zu setzen. Die Ausstellung von Albert Hennig ist noch bis 21. Oktober zu sehen. Zur Finissage am 14.10., 15 Uhr findet ein Gespräch mit Andreas Albert zu seinen Erlebnissen mit Hennig statt (Anmeldung erbeten).

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Do +Sa 10 bis 17 Uhr, Fr + So 14 bis 17 Uhr

http://www.kunstvereinfreital.de


„Die Malerei gab Albert Hennig Halt und Stärke und er war ein lebensfroher Mensch auch in schwierigen Zeiten“, sagt Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus Freital über sein Werk.

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BilderAlbum: Gedicht-Lesung mit Musik „Ein Meer aus WortKlängen“ mit Lilli Vostry & Aerdna Harp im Atelier Rudolf-Leonhard-Straße 19

26 Dienstag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Fotografie, Genießen, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Spiel mit Worten, Bildern und Klängen: Lilli Vostry, Autorin, Maura Miletta, Fotografin und Aerdna Harp, Musikerin vor der Gedicht-Lesung mit Musik in der Ausstellung im Atelier Rudolf-Leonhard-Straße 19 beim Neustadt Art Festival am vergangenen Sonnabend in Dresden.

Farbenfrohe Blicke auf Dresden & WortKlänge

Ein offener Raum voll bezaubernder Bilder & leckere Schokomuffins von Maura Miletta in ihrer Foto-Ausstellung „Dresden mit verschiedenen Augen“. Ihr Freund Robin als charmanter Gastgeber und spontan hereinschauende und aufmerksam lauschende Zuhörer. Manche nur kurz in der Tür, doch die meisten, zumeist jüngere, blieben länger. Das war schön. Meine Gedicht-Lesung „Ein Meer aus WortKlängen“ mit Aerdna Harp insgesamt zwei Stunden lang mit Pausen beim Neustadt Art Festival im Atelier Rudolf-Leonhard-Straße 19 am vergangenen Sonnabend war ein Vergnügen. Und ein Wagnis. Denn wir kannten uns nicht vorher.

Die ausstellende Fotografin suchte Leute für eine Lesung mit Musik zu ihrer Finissage. Ich hab mich gemeldet und sie hat mir gleich geantwortet. Ich war neugierig auf Maura Milettas Ausstellung und hab sie mir vor der Lesung angesehen. Und es passte wunderbar. Maura malt mit der Kamera, ich mit Worten und Aerda Harp mit Klängen.
Ihre Bilder und der Ausstellungs & Kunstort sind eine Entdeckung für mich und es entstand eine schöne Verbindung, Miteinander im Laufe der Lesung durch das gemeinsame Tun. Der Raum. die Art der Hängung der Bilder in gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre, mit ein paar Kissen und Stühlen flugs verwandelt zum Veranstaltungsraum inkl. Bar mit kleinen Leckereien und Getränken. Das machte Laune. Auch wenn der Hut spärlich gefüllt war, obwohl fast 20 Leute kamen in den zwei Stunden… Die Bereitschaft zu schlendern von Spielort zu Spielort und mehr zu konsumieren als zu geben für das Erlebnis ist eben auch bei einem nicht kommerziellen Kunst & Kulturfestival nicht viel anders. Einige junge Leute zückten ihr Handy und hielten kurze Schnipsel fest, als sammelten sie Events ein, ob sie überhaupt noch wissen, was sie da aufgenommen haben…

Dennoch war es eine interessante Erfahrung, sich darauf einzulassen, nicht zu wissen, wer kommt und wie es wird. Wie das Gelesene und Gespielte ankommt. Die jüngste Zuhörerin, Hilda, war drei Jahre und lauschte vergnügt mit den Größeren. Ihr Papa sagte hinterher, die Gedichte seien von den Bildern her auch für Kinder geeignet, verständlich. Das freute mich sehr. Es macht mir auch großen Spaß, für Kinder zu schreiben, das will ich gern ausbauen, denn sie sind so aufgeweckt, erfrischend und inspirierend, sagte ich dem Vater. Hoffe ich finde bald einen geeigneten Raum in Dresden bzw. näherer Umgebung und Kinder, die gern Geschichten erfinden und aufschreiben, spielerisch mit Worten umgehen wollen. Das wäre wunderbar.

Auch die Lesung macht Lust auf mehr. Wir freuen uns auf weitere schöne Spielorte für unsere Gedicht-Lesung mit Musik „Ein Meer aus WortKlängen“ in und um Dresden.

Text + Fotos (lv)


Bilder auf Hauswänden erscheinen fantasievoll verwandelt in den Fotografien von Maura Miletta, die auch als Fotobuch erhältlich sind.

Haus der Liebe

Durchs Dachgebälk
leuchtet der Himmel
Fenster und Türen
starren ins Leere
im Haus der Liebe

keiner geht
ein und aus
die Außenhaut
verfallen begehren
wild umher wandernde Träume
Einlass

Nimmersatte Poeten
Herzriesen Zwerge und Vagabunden
fliegende Fische im herabtriefenden
Blumenwasser

ziehen ihre Kreise
in den Untiefen wuchernder Unkrautblüten
tauchen nach verborgenen Schätzen

an die Wand geschmiegt hält sich
Klimts Liebespaar
in einer letzten Umarmung

auf bröckligem Grund
hinter dem Baugerüst

LV
25.10.2012, angeregt von einem Wandbild an einem alten Haus an der Antonstr./Nähe Albertplatz

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Ausstellung „Blue Moods“ von Nadine Wölk in der Galerie Kunst & Eros & Galerierundgang im Barockviertel

23 Samstag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Nadine Wölk »Drifting in the dark« Marker auf Papier, 2023, Ausschnitt


Facettenreiche Zeichenkunst in Blautönen: Galeristin Janett Noack vor Arbeiten der Künstlerin Nadine Wölk in der Ausstellung in der Galerie Kunst & Eros, Hauptstraße 15 in Dresden.

Das Blaue vom Himmel & Me(h)er.

Erfrischend unkonventionell, sinnlich schwebend & vieldeutig unergründlich das Zusammenspiel von sprudelndem Nass und Körperlichkeit in den mal surreal traumversunkenen und mal ganz gegenwärtigen Zeichnungen mit Kugelschreiber in der derzeitigen Ausstellung „Blue Moods“ (Blaue Stimmungen) von Nadine Wölk in der Galerie Kunst & Eros, Hauptstraße 15 in Dresden. Akribische und nuancenreiche Zeichenkunst vom Feinsten!
Die Ausstellung ist noch bis 18. November zu sehen.

Am Sonnabend, 23.9., 11 bis 18 Uhr findet ein Galerierundgang an verschiedene zeitgenössische Kunstorte und Ausstellungen im Barockviertel Innere Neustadt statt.

Text  + Foto (1) (lv)

Der diesjährige DCA- OPEN Galerierundgang am Samstag, 23. September 2023 bietet vielfältige Einblicke in das zeitgenössische Kunstschaffen in Dresden. Eine ideale Möglichkeit direkt mit Kunstschaffenden und Galeristinnen in Kontakt zu treten. Besucher sind dazu laden herzlich eingeladen von 11 bis 18 Uhr  in die Galerie kunst & eros.

»blue moods.« heißt die aktuelle Ausstellung der Dresdner Künstlerin Nadine Wölk. Die Absolventin der Hochschule für Bildende Künste in Dresden war Meisterschülerin von Martin Honert. In akribischer Zeichenkunst zeigt uns Nadine Wölk in der Ausstellung neue Werke.

Hell- Dunkel- Kontraste ziehen sich durch Wölks Werk. Bekannt ist ihr Blau, welches aus Kugelschreibern stammt- eine zeitaufwendige, von der Künstlerin aufgrund eines Zufalls erprobte Maltechnik, die für ihre Hingabe spricht.

In ihren Werken gleiten Frauen lasziv im Wasser, Schwanenpaare erwecken Sehnsüchte. Sie verheißen Liebenden ewige Treue. Die Nacht ist ihr großes Faszinosum.

Info: Galerie

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 8024785

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Neustadt Art Festival: Ausstellung „Dresden mit verschiedenen Augen“ von Maura Miletta im Atelier Rudolf-Leonhard-Straße

23 Samstag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Fotografie, Genießen, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Besondere Blicke auf Dresden: Bekannte Gebäude, Plätze, Parks und Wohnhäuser erscheinen originell und wundersam verwandelt in den fantasievollen Aufnahmen, die dennoch Wirklichkeit abbilden, der italienischen Fotografin Maura Miletta. Sie lebt seit zwei Jahren in Dresden.

Semperoper mit Gänseblümchen und Streetart

Farb- und fantasiereiche Blicke auf Dresden zeigt die italienische Fotografin Maura Miletta in ihrer ersten Ausstellung in Elbflorenz im Atelier auf der Rudolf-Leonard-Straße 19. Die Finissage feiert sie mit einer Gedicht-Lesung und viel Musik, ab 16 Uhr am Sonnabend, dem 23. September.

Gelbe Herbstblätter schweben von einem Baum herab, dahinter ragt der dunkle Kirchturm mit der Uhr im Laub. Da fallen einem gleich die Zeilen aus einem Rilke-Gedicht ein: „Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los… “ Momente wie diese, bei denen Natur, Architektur, Licht, Formen und Farben stimmungsvoll zusammenfließen, hält Maura Miletta gern mit der Kamera fest. Oft wirken ihre Fotografien wie gemalt. Die Aufnahme mit dem Blätterteppich vor der Dreikönigskirche ist das Titelbild ihrer Ausstellung „Dresden mit verschiedenen Augen“ und auf dem Flyer zu sehen. Als Fotodruck auf Leinwand hängt es nun auch frei schwebend im Atelier des Neustadt Art Kollektiv auf der Rudolf-Leonhard-Straße 19 in Dresden. Es öffnet wie viele andere Kulturorte im Dresdner Szeneviertel an diesem Wochenende seine Türen beim Neustadt Art Festival. Im prall bunten Programmheft und online auf der Festival-Webseite stehen 400 Veranstaltungen an 60 Spielorten, und noch etliche weitere spontan und kurzfristig hinzugekommene Angebote von Kreativen, Bildenden Künstlern, Musikern und Autoren.

Im Atelier auf der Leonhardstraße hängen derzeit rund 40 vorwiegend kleinformatige, farbenfrohe Fotografien von Maura Miletta (siehe unter Instagram: maura_miletta; mauraimiletta_cyanotype), in denen bekannte Gebäude mit anderen vorgefundenen Dingen, wie Blumen, Blättern, Bäumen oder Bildern auf Hauswänden, Streetart, zusammen gebracht, fantasievoll verwandelt erscheinen. Da wächst plötzlich eine große Wiese mit Gänseblümchen vor der Semperoper. Da wehen, fliegen und tanzen Blüten und Blätter in mal lichtvollen, mal erdigen Farbtönen und wie Schneeflocken rund um Zwinger, Hofkirche, vor einer Laterne auf der Brühlschen Terrasse und einem Riesenrad, steigt das Palais im Großen Garten traumhaft spiegelnd aus dem Wasser auf. Da sitzen plötzlich Eulen auf einem Eckhaus an der Görlitzer Straße und schauen auf die vielen Nachtschwärmer, hocken bunte Vögel und spaziert eine schwarze Katze mit gelben Augen ums Haus mit warmem Lichtschein. Originell, verspielt, romantisch, witzig und fantasievoll sind diese Bilder-Blicke auf Dresden der italienischen Fotografin Maura Miletta, in denen sie Bekanntes und zufällig Gefundenes, kleine Details, an denen andere achtlos vorbeigehen, die aber auch sehens- und liebenswert sind, ins Blickfeld ihrer Bilder rückt. Das Besondere an ihren Fotografien ist, dass alle Aufnahmen mit der Technik der Doppelbelichtung direkt in der digitalen Fotokamera möglichst in der gleichen Position fotografiert entstehen. „Es geht darum, ein Bild zu machen und dann ein weiteres, das über dem vorherigen liegt“, sagt Maura. „Ich habe Spaß daran, wenn ich ein graues Haus sehe und Farbe darauf lege.“ Sie lässt sich anregen von dem, was sie vorfindet, mischt reale und die Bilder in ihrem Kopf und lässt ihre eigene Welt in den Bildern sichtbar werden. „Letztlich geht es doch darum, was macht das Bild mit dir“, sagt Robin, ihr Freund. Er und Maura haben sich in Italien, in Florenz kennengelernt. Sie hat Wirtschaftswissenschaft studiert und kündigte ihren Job im Finanzamt, da er ihr zu eintönig war.

Sie fotografiert schon länger, aber vorher mehr tagebuchartig. Inzwischen arbeitet die Autodidaktin freiberuflich als Fotografin. Robin arbeitet als Softwareentwickler und stammt aus Münster. Da das Hin und Her Reisen auf Dauer zu anstrengend war, entschieden sich Maura und Robin für Dresden, da es „eine schöne Stadt ist.“ Seit zwei Jahren leben sie hier. Es ist ihre erste Ausstellung in Dresden als Fotografin im Atelier in der Leonhardstraße. Die Idee des Neustadt Art Festivals, bei dem vor allem junge, noch nicht etablierte Künstler sich mit ihren Arbeiten zeigen können, gefällt ihr. An diesem Sonnabend feiert Maura die Finissage ihrer Ausstellung, dazu gibt es eine Gedicht-Lesung mit Harfenspiel (ab 16 – 18.30 Uhr mit Pausen) und abends Gitarren-Livemusik im Atelier auf der Rudolf-Leonhard-Straße 39.

Bereits seit 2012 gibt es das Neustadt Art Festival (NAF) als nichtkommerzielles Kulturangebot für alle, eintrittfrei. Spenden der Besucher für die Künstler sind natürlich willkommen. Es begann mit einer Veranstaltung an der Prießnitz in der Neustadt von einer Gruppe junger Künstler. Dieses Jahr findet das Festival zum 12. Mal statt. „Fast 200 KünstlerInnen aus allen möglichen Sparten haben ehrenamtlich Programme für jeden Geschmack und jedes Alter zusammengestellt und bieten genreübergreifende, kreative Symbiosen zum Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken“, sagt Mitorganisator Thomas Schreiter. Er ist seit 2015 dabei im Orgateam. Damit alles finanziert werden kann, hat das Festivalteam ein Crowdfunding, Spendensammlung unter naf.li/cf gestartet, bei dem es viele schöne Dankeschöns gibt wie Bilder, Wohnzimmerkonzerte, Postkarten und Glühwein aus der Alten Fabrik.  „Unser Anspruch ist, junge Kunst zu entdecken und präsentieren, eine Plattform zu bieten mit dem Neustadt Art Festival“, so Schreiter. „Diese große Vernetzung zwischen den Künstlern und Veranstaltungsorten, das ist unbezahlbar für die Kreativen.“  Das Festival wächst von Jahr zu Jahr, so Schreiter. „Daher beantragen wir eine größere Fördersumme von 22 000 Euro für 2024 beim Kulturamt der Stadt Dresden.“ Die bisher 10 000 Euro an öffentlicher Förderung von der Stadt und der Stiftung Äußere Neustadt für das Neustadt Art Festival seien nicht viel, um die anfallenden Materialkosten, Druckkosten für die Programmhefte und Plakate, angemietete Tontechnik und Tontechniker zu bezahlen. Die Bandbreite an Veranstaltungen ist groß. Von der Blauen Fabrik über Hanse 3, Area 67, Hinterhöfen im Hechtviertel bis zur mobilen Jugendhilfe auf der Rothenburger Str. wird reichlich Musik, Kunst, von Malerei bis zur Skulpturen-Ausstellung und vieles mehr geboten.

Das Atelier mit Ausstellungsraum des Neustadt Art Kollektiv in der Leonhardstraße 19 gibt es seit 2020. Thomas Schreiter, der als Grafikdesigner, Maler und Illustrator tätig ist, nutzt dieses gemeinsam mit der Künstlerin Jolle Vanderbeke. „Es ist eine Mischung aus Atelier und Galerie, in der wechselnde Ausstelllungen, aber auch Filmabende und Lesungen finden hier statt“, sagt Thomas. Es ist Platz für 40 bis 50 Besucher, die dann meist locker auf Sitzkissen am Boden zusehen.

Mit dabei beim NAF ist auch der Literatur- Kulturraum „Starke Federn“  in der Försterstraße 10. Dort gibt es Sonnabend und Sonnabend Lesungen mit Autorinnen der Schreibwerkstätten, erfährt man mehr über deren aktuelle Projekte und kann eine Ausstellung mit dem Titel „Meer und Mensch“ mit Bildern von Sarah Ammajou Rehm, Autorin und Leiterin der Schreibwerkstätten „Starke Federn“ anschauen. Abschließend liest sie am Sonntag, 18 bis 20 Uhr unter dem Titel: „Das Tal – Texte über Dresden“.

Text + Fotos (lv)

Literatur & Kulturraum STARKE FEDERN

 

Webseite: https://neustadt-art-festival.de
App: https://naf.li/app
Crowdfunding: https://naf.li/cf


Kunstraum & Bühne für Kunst in aller Vielfalt: Thomas Schreiter, Grafikdesigner, Maler, Illustrator und Mitorganisator des Neustadt Art Festivals in Dresden.

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Neue Jahresausstellung „Aktfotokunst heute“ im Museum „aktfotoart“ im Kunstkeller Dresden

02 Samstag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Zwischenmenschliches

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„Erfreulich vielfältige fotografische Handschriften, doch unübersehbar der neue Trend weg vom Natürlichen, Körperlichen hin zu einer neuen Prüderie, die aus der westlichen Welt und den USA zu uns herüberschwappt“, sagt der Inhaber des aktfotoart-Museums und Fotokünstler Volkmar Fritzsche zur neuen Jahresausstellung im Kunstkeller.

Reizvolle Körperblicke und neuer Umgang mit Nacktheit

Ein facettenreiches Spiel mit Körperformen, Nacktheit, Verletzlichkeit und Individualität zeigt die 4. Jahresausstellung „Aktfotokunst heute“ mit Arbeiten von zwölf FotokünstlerInnen derzeit im Museum „aktfotoart“ im Kuntskeller Dresden.

Mehr hüllenlose Evas als Adams wie gewohnt, allein und zu zweit in freier Natur oder vor fantasievollen Kulissen fotografiert. Ein facettenreiches Spiel mit Körperformen, Nacktheit und Verletzlichkeit, aber auch unübersehbar weniger pure Sinnlichkeit als sonst zeigt die 4. Jahresausstellung „Aktfotokunst heute“, die Bilder von zwölf Fotokünstlerinnen und Fotokünstlern vereint zurzeit im Museum „aktfotoart“ im Kunstkeller auf der Radeberger Straße 15 in Dresden.

Unter ihnen acht neue, auch jüngere und studierte Fotografinnen aus ganz Deutschland und den Niederlanden stellen jeweils sechs Bilder ihrer Wahl aus. Alle im gleichen Format, Schwarz-Weiß-Aufnahmen ebenso wie farbige Aktbilder. Reizvoll sind die verschiedenen künstlerischen Positionen und Sichtweisen auf den menschlichen Körper, die sich sehr gewandelt haben. Nicht mehr nackte Tatsachen stehen im Vordergrund, sondern der Körper selbst wird zum Ausdrucksmittel und der Umgang mit Nacktheit in der heutigen Zeit thematisiert. Erfreulich vielfältige Blicke, Handschriften und neue fotografische Möglichkeiten der Darstellung sind das Besondere dieser Ausstellung.

Intensive, innige Momentaufnahmen von Paaren in der Natur zeigt Matthias Naumann aus Dresden, der zum ersten Mal im Kunstkeller ausstellt. Die Fotografien entstanden vor ca. fünf Jahren, das unter einem Baum sich umarmende Paar sei nicht mehr zusammen. Doch der Augenblick von Nähe in diesem Bild bleibt. Eine Frau umarmt sich alleine. Lust und pure Hingabe an die Natur spiegelt eine Aufnahme mit zwei nackten Evas, eine lehnt an einem weit wurzelnden Baumstamm, eine liegt davor auf dem Waldboden. Lichtvoll, schwebend leicht ein sitzender Frauenakt in einem Raum mit Pflanzentatoo auf der Haut ebenfalls von Naumann fotografiert.

Die holländische Fotokünstlerin Henriette van Gasteren (ehemals Lilith) zeigt eine Serie Körperfotografien, die skurril und beunruhigend zugleich wirken. Eine Frau hält den Kopf ins Waschbecken, eine andere steht auf dem Wannenrand, der Duschstrahl zielt in ihre Körpermitte, wie um etwas wegzuwaschen, zu bereinigen. Auf einem Foto kriecht sie auf allen vieren und schaut herausfordernd in den Spiegel. Ihre Selbstporträts zeigen subtil und ausdrucksstark seelische und körperliche Verletzungen und sexueller Missbrauch. Auffällig viele Rückenakte sind in der Ausstellung zu sehen. Fotografien mit formspielerischen Körperumrissen, wo der Körper wie ein Instrument oder Bank wirkt oder die Körperlinien miteinander verschmelzen, zeigt die in Dresden lebende ausgebildete Fotografin Anna Försterling.

Frauen, die vor und hinter bemalten Leinwänden agieren und mit Farbe auf der Haut hält in fotografisch reizvollen Kontrasten der in Delft lebende Industriedesigner und Fotograf Alexander Groenwege mit der Kamera fest. Frauen oberkörperfrei vor blättriger Kulisse, die mal auf einem Tisch allein und zu zweit liegen, mal an einem Stuhl lehnen und einander halten, hat der Leipziger Fotograf Tobias Schreiter in seinen spielerisch surrealen Szenarien mit Alltagsdingen festgehalten. Das Spiel mit Körperidealen, Individualität und Masse, auch Körpermasse, spiegeln die originellen Aufnahmen der Leipziger Fotografin Katja Heinemann. Aktmodelle vor wolkenreicher Landschaft, Felsen und in expressiv tänzerischer Bewegung zeigt Georg Knobloch aus Dresden mit seiner analogen Lichtbildnerei.

Im Kabinett sind außerdem Fotografien von Solvig Frey aus ihrer Serie „Nackte Kunstbetrachtung“. Sie ist dem Kunstkeller seit vielen Jahren verbunden mit eigenen Programmen, Fotoshootings vor und jetzt auch hinter der Kamera. Sie ist auch die Vorsitzende des im Mai gegründeten Vereins „Freundeskreis des Museums aktfotoart“ im Kunstkeller, der den Betreiber Volkmar Fritzsche in dem deutschlandweit einmaligen Museum unterstützt und sein Lebenswerk bewahren möchte. Der Verein hat bereits zwölf Mitglieder. Der Spielplan für die Veranstaltungen ab September im Kunstkeller steht bereits. Geplant sind auch Gesprächsrunden und Workshops zu zeitgenössischer Aktfotografie.

Von Volkmar Fritzsche (82) sind farbenfrohe digital-fotografische Szenografien im hinteren Raum zu sehen. Er sagt zur Ausstellung: „Die vielen unterschiedlichen fotografischen Handschriften sind toll. Die Fotografien spiegeln aber auch einen neuen Trend, weg vom Natürlichen, sich Ausziehen und Zeigen hin zu einer neuen Prüderie und andererseits ungezügelten Freizügigkeit in TV und Werbung, die aus der westlichen Welt und den USA immer mehr zu uns herüberschwappt. Viele Fotografen finden kaum noch Aktmodelle.“ Das Natürliche in der künstlerischen Aktfotografie gehe dadurch verloren, bedauert Fritzsche. „Wir hatten mit der FKK-Kultur schon immer einen freieren Umgang mit Körperlichkeit und Nacktheit im Osten Deutschlands.“ Solange er gesund ist, will er das aktfotoart-Museum weiterführen. Die Ausstellung „Aktfotokunst heute“ ist bis Sommer nächsten Jahres zu sehen.

Text + Fotos (lv)

http://www.kunstkeller-dresden.de

Geöffnet: Mo 11 – 18 Uhr, Di 15 – 21 Uhr, Do 15 – 18 Uhr, Sa 11 – 15 Uhr. An Feiertagen geschlossen.


Paare und Frauenakte in freier Natur zeigt Fotograf Matthias Naumann aus Dresden.


Skurril, beunruhigend und berührend: die Körperbilder, Selbstporträts der holländischen Fotokünstlerin Henriette van Gasteren zeigen subtil seelische und körperliche Verletzungen.

Spiel mit Alltagsobjekten &  Körperausdruck. Schweben, Halten, Fallenlassen, Anlehnen, Gehalten werden, Suche nach Balance… Sinnlich assoziative Körperbilder von Tobias Schreiter aus Leipzig.

Zusammenspiel von Bildender Kunst & Fotografie in Aktfotografien von Alexander Groenwege aus den Niederlanden.

Tänzerische, expressive Bewegungen, die an Gret Palucca erinnern und hüllenlose Damen in der Landschaft zeigt Georg Knobloch aus Dresden mit seiner analogen Lichtbildnerei.

Farbenfrohe & fantasievolle digital-fotografische Szenografien, die neue aktfotografische Bildräume eröffnen, stellt Volkmar Fritzsche aus. Immer wieder auf`s Neue überraschend und experimentierfreudig.

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Ausstellung „Labsal“ von Catrin Große im Hofküchengebäude am Fasanenschößchen Moritzburg

01 Freitag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Tafelfreuden mit vielen Facetten

Die Ausstellung „Labsal“ von Catrin Große spiegelt eindrucksvoll und vieldeutig die Verbundenheit zwischen Mensch, Tier und Natur im Hofküchengebäude am Fasanenschlößchen Moritzburg.

Essensduft steigt am Eingang des Hofküchengebäudes verlockend in die Nase. Im Restaurant werden die Tische eingedeckt. Oben am Treppenaufgang ist das Bildnis einer Frau zu sehen. Ihr Blick versunken, der  Körper weiß, fast durchsichtig, von feinfaserigem Gewebe überzogen. Im Yogasitz, die Arme vor der Mitte verschränkt, hält sie zwei Totenkopfäffchen. Eins liegt zu ihren Füßen mit einer Kugel, das andere greift nach ihr. „Fürsorge (Affenwiege)“ heißt das ovale Ölbild in ockerbraunem Rahmen. Es führt hinein in die Ausstellung „Labsal“ von Catrin Große im Hofküchengebäude am Fasanenschlößchen in Moritzburg.

Dort zeigt sie derzeit Malerei, Grafik und Plastik aus den letzten zehn Jahren. Darunter große Holzdruckstöcke mit figürlichen und pflanzlichen Motiven, die wie ein Wandbild wirken. Zwei Meter fünfzig mal fünf Meter groß, ist es ein Blickfang in der Ausstellung, dem man buchstäblich nachgehen und näherkommen kann im hinteren Raum. Dort können die Besucher auch Filme zu den Restauierungsarbeiten der historischen Ausstellungsstücke wie kostbare Ledertapeten im Schloss Moritzburg sehen. In einer Vitrine steht die Bronzeplastik einer Raubkatze, unter deren Hinterläufen ein Mensch kauert. In der Schwebe gehalten, ob „Schutzsuche oder Bedrohung“, so der Bildtitel. Eine „Schöne im Natterkleid“ ist in Messingbronze patiniert zu sehen. Eine Mücke aus hellem Keramik ans Kreuz genagelt. „Täter-Opfer-Ausgleich“, kommentiert Catrin Große das lakonisch. Mal der Mensch, mal das Tier nehmen diese Rolle ein in den Arbeiten. „Ich möchte die Betrachter einladen, sich auf einen Perspektivenwechsel einzulassen. Die Sicht der `Krone der Schöpfung` auf Festessen und Genuss einerseits und die Schlachtviehperspektive“, sagt Catrin Große. Dabei auch ein Augenzwinkern zu zulassen, um sich zu laben.

Der altdeutsche Begriff Labsal bedeutet Erfrischung, Erquickung, Genuss, Wohltat. Speisen und Getränke oder auch ein kühler, schattiger Platz und auch Worte können ein Labsal für die Seele sein. Es meint auch Segen und Linderung. Die Tafelfreuden haben aber auch eine Kehrseite. Für den einen ist Labsal Genuss, für andere der Tod, so Catrin Große. Der Ausstellungstitel sei ein Spiel mit der Nahrungskette und nehme Bezug auf die Funktion des Hofküchengebäudes. Ein „Octopus – leicht zuzubereiten und gesund“ mit langen Perlenarmen aus Keramik liegt in einer Vitrine. Ob man ihn als Kunstobjekt anders sieht, nicht nur als Nahrungsmittel, fragt sie sich. „Die Anmut von solch einem Tier reizt schon, mit der Abstraktion zu spielen“, sagt die Künstlerin. Begehren, Verzehren, Genießen hat viele Facetten. Davon erzählt die Ausstellung von Catrin Große eindrucksvoll, vieldeutig, witzig-ironisch und feinfühlig zum Nachdenken anregend. Auf einem Totempfahl aus Messingbronze, der auf Hühnerfüßen steht, schwebt eine weibliche Figur „Schwere los“.

Aus einer Vitrine blickt dem Besucher „Schlachtreife lächelnd“ mit einem Beil im Rücken entgegen, daneben steht ein „Hängebauch-Mastschwein“ ergeben auf den Hinterpfoten mit einem Messer im Kopf auf einem Spiegelpodest. Darin spiegeln sich archaische Kämpfer von einem Wandbild. Darunter sitzt ein kleiner, lächelnder Buddha. Die zwei Schweine-Keramikobjekte provozieren. „Mir geht es darum, dass man bedenkt, was mit den Tieren passiert, vom abstrakten Fleischessen wegkommt und wieder das Ganze sieht“, so Catrin Große. Sie ist auf dem Land in Doberlug-Kirchhain großgeworden. Ihre Eltern besaßen Hühner und mit zehn Jahren hat sie selbst die ersten geschlachtet. „Mir war klar, dass das ein Opfer war. Das war dann aber auch ein Festessen.“  Neben den Plastiken zeigt sie Grafiken im von ihr entwickelten Ambossdruck, eingefärbten Prägedrucken mit figürlichen, ornamentalen und pflanzlichen Formen.

„Das Florale, Verweben als ein Sinnbild des Lebens an sich, die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur, aber auch die Entfremdung von den Ursprüngen finde ich im Werk von Catrin Große besonders stark“, sagt Margitta Hense, Kuratorin der Ausstellungen im Schloss Moritzburg und Fasanenschlößchen. Sie kennt ihr Werk bereits seit den 90er Jahren, als Catrin Große mit einem Stipendium im Schloss Moritzburg künstlerisch arbeitete. Sie wurde 1964 in Finsterwalde geboren, hat Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule und am Royal College of Art London studiert und arbeitet seit 1995 als freischaffende Künstlerin in Dresden und Doberlug-Kirchhain. Sie hat zwei Kinder. In der Ausstellung zegt sie unter dem Motto: „Allein unter Flaschen: Parteitag scheinheiliger Geister“ auch eine Flaschensammlung mit illustrem Innenleben. Ein erfrischendes Labsal ist außerdem ihre Plastik „Wasserträgerin“.  Die Ausstellung „Labsal“ von Catrin Große ist noch bis 1. November im Hofküchengebäude zu sehen.

Text (lv)
Fotos: Catrin Große

Öffnungszeiten: täglich von 10.30 bis 16 Uhr

Weitere Infos unter http://www.schloss-moritzburg.de
„Schutzsuche oder Bedrohung“ & „Schlangenfrau“: die Künstlerin Catrin Große vor einer Vitrine mit ihren Arbeiten in der Ausstellung in Moritzburg.
„Fürsorge“ & „Schlachtreife lächelnd“

Verbundenheit zwischen Mensch und Tier: die Plastiken „Teenager“ & „Schwere – los“ von Catrin Große gefallen mir besonders.

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Gruppenausstellung „Sommersalon“ in der Galerie Kunst & Eros

25 Freitag Aug 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Zwischenmenschliches

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Barock opulente Farben- und Sinnenfreude: Zwei Bilder von Karen Gäbler aus dem diesjährigen „Sommersalon“ der Galerie Kunst & Eros in Dresden.


„Engel und Insekten“, heißt dieser sinnliche Frauenakt von Juan Miguel Restrepo Valdes. Es ist bereits verkauft. Galeristin Janett Noack hat allen Grund zum Strahlen. Bereits mehrere Bilder aus dem „Sommersalon“ haben glückliche neue Besitzer gefunden.

Die lustvolle Süße des Lebens

Im diesjährigen „Sommersalon“ mit dem Titel „Sommernachtstraum“ zeigen sechs Künstlerinnen und Künstler ihre neuesten Arbeiten in der Galerie Kunst & Eros, Hauptstraße 15, in Dresden Nur noch bis 2. September!

Farb- und Sinneslust sprießen reichlich in allen Facetten in der Gruppenausstellung “Sommersalon“ mit Malerei, Zeichnung und Grafik von sechs zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden (noch bis 2. September zu sehen).

Das Titelbild der Ausstellung zeigt ein Paar in warmen Orangetönen. Sie trägt nur eine weiße Perlenkette und reicht ihm eine Aprikose. Anmutig und verführerisch zugleich, barock und opulent der Körperausdruck der Träumenden und Nachtgestalten in der Art alter Meister, sind die Arbeiten von Karen Gäbler. Sie ist Malerin und freischaffende Gemälderestauratorin und stellt erstmals in der Galerie Kunst & Eros aus. Neu dabei ist außerdem die Künstlerin Mechthild Mansel mit sinnlicher, figürlicher Grafik. Sie zeigt rund zehn große und kleine, feine Kaltnadelradierungen und Lithografien vom Stein, zweifarbig in zartgrün und rosa. „Es geht um Paarbeziehungen, Figuren in tänzerischer Bewegung und geistig-körperliche Anziehung“, sagt Mechthild Mansel. Sie hat Malerei und Grafik bei Bernhard Heisig in Leipzig studiert. „Ich bin über die Figur hinaus gewachsen. Wenn ich mit Farbe arbeite, dann sind die Arbeiten freier.“ Mit Erotik verbindet sie die „Süße, den Honigtopf, die Quelle des Lebens.“ Ihre Bilder zeigen Herzerwärmendes, Geborgenheit und einen innigen Kuss.

Jeder der ausstellenden Künstler wählte außerdem eine Arbeit zu einem Gedicht aus. Mechthild Mansel ließ sich von Eva Strittmatters Gedicht „Mittsommernacht-Scenario“ anregen. Außerdem sind traumblaue Malerei und Collagen aus dem Meer der Sinne von Leonore Adler zu sehen, erotische florale Zeichnungen von Helena Zubler sowie lustvoll-deftige Körperansichten mit viel Ironie zu bekannten Gemälden Vincent van Goghs in farbigen Tuschezeichnungen von Steffen Fischer. Da sieht man „Loth und seine Töchter im Felix Krull-Ambiente“, das Nachtcafé als Spielcasino mit einer sich nackt auf dem Billardtisch räkelnden Dame und zwei Frauen mit Schwan, zwischen ihnen der Maler mit Pinsel. „Die Erotik ist ein Geheimnis. Im Sommersalon treffen verschiedene Sprachen, Bilder und Ausdrucksformen im Umgang mit dem Thema Körper und Sinnlichkeit aufeinander“, sagt Galeristin Janett Noack. Das Miteinander, vis-a-vis im realen Leben, die wirkliche Begegnung und sich in die Augen sehen sei gerade in unserer schnelllebigen, virtuellen Welt wichtig.

Besonders freut sie sich, dass ein Künstler, der regelmäßig bei Kunst & Eros ausstellt und letztes Jahr hier eine große Ausstellung hatte, der kolumbianische, in Dresden lebende Maler Juan Miguel Restrepo Valdes jetzt eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie im Landhaus Dresden hat (Eröffnung war am 24.8.). Im Sommersalon zeigt er „Engel und Insekten“, eine nackte Frau mit Augenbinde und Schmetterlingen aus der Serie „Seelenblindheit“ und eine „Umarmung“. Außerdem hat Janett Noack jetzt einen zweiten Raum gegenüber der Galerie. Eine Schaufenstergalerie für weitere sinnenfreudige Werke von Künstlern hauptsächlich aus dem sächsischen Raum.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

http://www.kunstunderos.de


Lust auf Meer… Farbige Zeichnung von Leonore Adler.

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Ausstellung „Ein Vogel bin ich ohne Flügel“ von Roger Loewig im Stadtarchiv Dresden

08 Dienstag Aug 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart

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Zeichnung von Roger Loewig, 1970: „Im Flämingland auf meinem Hügel bin ich die alte Mühle ohne Wind.“

Poetische Bilderreise auf der Suche nach Heimat

Eine Ausstellung mit Arbeiten von Roger Loewig (1930 – 1997) mit dem Titel „Ein Vogel bin ich ohne Flügel“ eröffnet am 14. August, 19 Uhr im Stadtarchiv Dresden.

Roger Loewigs Bilder und Texte über Krieg, Flucht, Vertreibung und Unfreiheit machen ihn zu einem der wichtigsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Kaum ein anderer hat die unmittelbar erlebten Folgen des »Dritten Reiches« und des Zweiten Weltkrieges einschließlich der deutschen Teilung so wie er mit wachem, jede Künstlereitelkeit ausschließenden Gewissen zum alleinigen Gegenstand seines Schaffens gemacht.

Roger Loewig wurde am 5. September 1930 im schlesischen Striegau geboren. Von 1951 bis 1953 durchlief er in Ostberlin eine Lehrerausbildung. Neben einer zehnjährigen Tätigkeit als Lehrer für Russisch, Deutsch und Geschichte widmete sich Loewig intensiv dem Malen, Zeichnen und Schreiben. 1963 wurde er nach einer privat organisierten Ausstellung in der DDR verhaftet. Der Vorwurf lautete „staatsgefährdende Hetze“. Ein Großteil seiner Bilder und literarischen Texte wurden beschlagnahmt. Nach fast einjähriger Untersuchungshaft wurde Roger Loewig in einem Prozess, der durch Zahlungen der Bundesrepublik und unter Einschaltung der Evangelischen Kirche beeinflusst wurde, zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Roger Loewig verlor daraufhin seine Stellung als Lehrer und machte nun die bildende Kunst zu seinem Hauptberuf. Die DDR zu verlassen, konnte er sich nicht entschließen. Dennoch empfand er den auf ihm lastenden Druck der politischen Verhältnisse mit der Zeit als unerträglich. 1972 reiste er schließlich in die Bundesrepublik Deutschland aus und lebte fortan in West-Berlin.

Über hundert Einzelausstellungen im In- und Ausland sowie zahlreiche Veröffentlichungen machten das Gesamtwerk einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Bereits von schwerer Krankheit gezeichnet, erhielt er 1997 für sein Werk das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.  Kurz danach, am 4. November 1997, starb Roger Loewig in seiner Atelierwohnung im Märkischen Viertel.

Die Ausstellung im Stadtarchiv zeigt eine Auswahl des bildkünstlerischen Werkes von Roger Loewig, die der Sammlung des lebenden Freundes und Weggefährten Wolfgang Woizick angehören.

Öffnungszeiten:
Montag/Mittwoch von 9 bis 16 Uhr
Dienstag/Donnerstag von 9 bis 17 Uhr
Freitag von 9 bis 12 Uhr

Ausstellungszeitraum: 15. August bis 22. September 2023

Der Eintritt ist kostenfrei.

Text + Bild:

Stadtarchiv
Landeshauptstadt Dresden
Geschäftsbereich Kultur und Tourismus | Stadtarchiv

Telefon 0351-4881515 | stadtarchiv@dresden.de
Elisabeth-Boer-Straße 1, 01099 Dresden | Postfach 120020, 01001 Dresden
stadtarchiv@dresden.de | www.dresden.de | www.facebook.de/stadt.dresden

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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