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Kategorien-Archiv: Bildende Kunst

Ausstellung „Desiderium“ mit Malerei & Grafik von André Uhlig im Kulturbahnhof Radebeul

29 Donnerstag Feb 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Literatur, Projekte, Zwischenmenschliches

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Stimmungsvolle Sehnsuchtslandschaften

Von der Suche nach Naturidylle und Verwurzeltsein erzählt die Ausstellung „Desiderium“ mit Malerei und Grafik von André Uhlig im Kulturbahnhof Radebeul.

Dunkle, knorrige Bäume auf einer Anhöhe, dazwischen ein paar weiße Häuser mit roten Dächern und weiße Berge, vom Vollmond beschienen. Sie sind in ein „Nachtgespräch“ vertieft im Titelbild der Ausstellung „Desiderium“ mit Malerei und Grafik von André Uhlig. Es ist die erste Kunstschau in diesem Jahr, veranstaltet vom Kulturverein der Stadtbibliothek Radebeul e.V. im Kulturbahnhof auf der Sidonienstraße 1c. Den fremd erscheinenden Begriff muss man erst einmal nachschauen. Das ist vom Künstler auch beabsichtigt. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet Desiderium Wunsch, Forderung, Verlangen.

Fremdes, Nahes und Vertrautes mischen sich in den Bilderlandschaften von André Uhlig. Die Suche und Sehnsucht nach Naturidylle, ursprünglichem Verwurzeltsein und Erleben spiegeln seine Arbeiten eindrucksvoll und stimmungsreich. Sie hängen auch teils versteckt an den Wänden hinter den Bücherregalen im Erdgeschoss und im Veranstaltungsraum in der ersten Etage. Da führt eine Treppe zu einem alten Weinberg zwischen Bäumen hinauf in einer farbigen Aquarellzeichnung mit Tusche und Kohle. Da leuchten die Weinhänge der Lößnitz in hellen, sonnigen und erdigen Farbtönen und darüber große weiße Wattewolken am graublauen Himmel. Da brechen in grellen und düsteren Farben gehalten „Stürmische Zeiten“ an, ragen enge Felsschluchten auf, geht es „Bergauf“ zu einem still verträumten Gehöft auf lichtvollem Grund, wächst ein Baum auf einer Felsklippe „Am Abhang“.  Der „Winter im Tal“ trifft auf die „Blaue Stunde am Rosenberg“. Am Fluss überrascht auffliegende, kreischende Möwen sind zu sehen neben hoch über Feldern am lichten Himmel kreisenden schwarzen Vögeln. „Aufbruch“ heißt diese Farbgrafik/Sandreservage und trägt schon einen roten Verkaufspunkt. In Uhligs Bildern verbinden sich verschiedene Naturstimmungen, Schönheit, Erhabenheit und Gefährdung.

Seine Landschaften im Stil der Romantik erinnern an die Malerei von Caspar David Friedrich, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird mit vielen Ausstellungen an seinen Wirkungsstätten, darunter einer großen Schau unter dem Titel „Wo alles begann“ ab Mitte August im Albertinum in Dresden. „Es geht um Sehnsüchte der Menschen und auch den Brückenschlag zu Caspar David Friedrich, den ich schon immer in meiner Arbeit beehre“, sagt der in Radebeul lebende und arbeitende, seit 2007 freiberufliche Maler und Grafiker André Uhlig zu seinen Werken. Es gehe ebenso um die Natur, die schwindet und die es zu schützen und respektieren gilt. „Jeder für sich, aber wir in unserer Gesellschaft bauen alles voll mit Einkaufs- und Lagerhallen, die wir eigentlich nicht brauchen“, gibt er zu bedenken. Was ist Fortschritt, dem wir so extrem in dieser Zeit hinterher rennen?, fragt sich Uhlig. Während viele Menschen sich fast für nichts mehr Zeit nehmen.

Seine Bilder laden ein zum Betrachten und Verweilen an bekannten Sehenswürdigkeiten ebenso wie verborgenen, verlassenen Orten, alten Dorfkernen und entdeckenswerten Gemäuern wie Schloss Übigau und seine Mätressen, vier Platanen und die seit längerem leerstehende Villa Kolbe in Radebeul. Im Sommer will André Uhlig mit tschechischen und deutschen Künstlern ein Pleinair in Böhmen an den Stellen, wo Caspar David Friedrich zeichnete, veranstalten. Neben drei Ausstellungen in diesem Jahr, eine weniger als sonst, organisiert der seit 2002 bestehende Kulturverein der Stadtbibliothek Radebeul regelmäßig Literatur-Kino, möchte gern auch wieder Lesungen anbieten und hier trifft sich jeden ersten Montag im Monat um 17.30 Uhr ein Literaturkreis, um Buchklassiker und neue Bücher vorzustellen. „Wir geben regionalen Künstlern und Künstlerinnen, vorwiegend Autodidakten, die Möglichkeit sich mit ihren Arbeiten zu präsentieren. Und freuen uns, damit das kulturelle Angebot in Radebeul zu bereichern“, sagt Andrea Meinel vom Kulturverein der Stadtbibliothek. Neue Interessierte sind sehr willkommen.
Die Ausstellung von Andé Uhlig ist noch bis 30. Mai zu sehen.

Text (lv)

Fotos: André Uhlig

Geöffnet: Mo – Fr 10 bis 19 Uhr, Mi geschlossen

http://www.kulturverein-stadtbibliothek-radebeul.de


„Wenn die Nacht das Licht nimmt“, Farbgrafik von André Uhli
„Blaue Stunde am Rosenberg“
„Fels im Sturm (an den Tisaer Wänden““

 

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Ausstellung indigener Künstler in der „Turtle Island Galerie“ im Karl-May-Museum Radebeul

20 Dienstag Feb 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Vom Spirit der Ahnen bis zu Graffitis und Comics

Indigene Kunst zwischen Tradition und Moderne zeigt die neu eröffnete „Turtle Island Galerie“ in der Villa „Nscho-Tschi im Karl-May-Museum Radebeul, Karl-May-Straße 5.

Ein Büffelkopf in kräftigen Farben entführt in die Weiten der Prärie auf dem Titelbild der Ausstellung. Schönheit, Stolz, Würde, Kraft und Leid strahlt das Tier aus, das den indianischen Ureinwohnern am nächsten ist, gejagt, getötet, beschützt und verehrt. „Tasiwoo“ heißt das Bild von J. Nicole Hatfield, das zusammen mit zeitgenössischen Werken weiterer nordamerikanischer indigener Künstlerinnen und Künstler in der neu eröffneten „Turtle Island Gallery“ derzeit im Karl-May-Museum Radebeul zu sehen ist.

Sie befindet sich in der Villa „Nscho-Tschi“, einem Holzhaus im hinteren Teil des einstigen Gartens von Karl May. Dort können die Besucher auf den Spuren des großen Fantasten und Abenteuerschriftstellers wandeln, am Teich mit einer großen, geflügelten Figur vorbei und an Hochbeeten mit indianischen Heilpflanzen. Ein Holzspielplatz mit Klettergeräten und Totempfahl lädt Kinder zum Erkunden ein. Auf der Veranda aus Baumstämmen steht eine hölzerne Skulptur, ein Kanu mit einem indianischen Liebespaar, geschnitzt von Jochem Knie. Urwüchsig gestaltet, zeigt es jedoch auch einen romantisch verklärten Blick auf indianisches Leben. Im Holzhaus kann man nun in den wechselnden Sonderausstellungen der „Turtle Island Gallery“ eintauchen in die farbreiche Welt indigener Kunst zwischen Tradition und Moderne. Mythen und Wirklichkeit der Nachfahren indianischer Ureinwohner in Nordamerika zeigen die Werke der Künstler facettenreich und setzen sich damit subjektiv auseinander in ihrer Malerei, Grafik, Fotografie, holzgeschnitzten Figuren und bemalten Keramikobjekten bis zu Graffiti und Comics. Die Arbeiten stammen aus der Sammlung von Martin Schulz, einige befinden sich im Besitz der Karl-May-Stiftung. Den Werken beigefügt sind kurz Texte zu den Künstlern.

Das farbenfrohe Graffiti-Bild „Turtle Island“ von Quentin Commanda bricht Klischees über Indianer auf mit dem goldfarbenen Schriftzug „Legend!“, hoch über der Landschaft schwebenden, zeichenhaft abstrahierten, schwarz-weißen und farbigen Figuren mit Federn als Symbol für die Vielfalt der Kulturen auf dem heutigen „Turtle Island“. Neben dem Büffelbild sind von J. Nicole Hatfield leuchtend farbige Porträts zu sehen, darunter ein Häuptling der „Puha-Commanchen“, ein idealer, edler indianischer Krieger aus dem Kinofilm „Der mit dem Wolf tanzt“, eine markante Indianerin und ein Bildnis der mexikanischen Malerin Frida Kahlo, ein Auftragswerk von Sammler Schulz. Unter den Bildern hängen weiße und braune Büffelfelle. Ein Stück weiter hockt ein Rabe mit aufgespannten Flügeln aus hellem Zedernholz, vergnügt auf einem Auge blinzelnd, auf einem Kästchen, aus dem menschliche Gesichter schauen. Den ältesten Schöpfungsmythos der indigenen Kulturen der amerikanischen Nordwestküste hat der Künstler Doug Lafortune dargestellt. Aus dunklem Tom geformt ist ein Mann mit Büffelkappe und Fellmantel von Chippewa. Eine kleine erdfarbene Hochzeitsvase, bemalt mit Taube und Blumenranken, zeigt C. Tosa. An der Stirnseite des Raumes hängt ein großes, ausdruckstarkes, poetisch-spirituelles Bild voller Magie in zarten Pastellfarben von Dwayne Frost (1964-2013), der seit 2007 oft als Künstler und Tänzer bei den Karl-May-Festtagen in Radebeul war und beeindruckende Felsmalereien im Hohen Stein im Lößnitzgrund schuf. In diesem Bild spürt man eindrucksvoll den Spirit uralter indianischer Kultur, die Lebensweisheit und tiefe Verbundenheit mit der Natur und ihren Kräften.

Eine indianische Frau sitzt auf einer Waldlichtung bei Vollmond und beschwört die Natur und Geister der Ahnen. In ihrem Rücken ein Bild wie eine Erinnerung, eine junge und eine alte Frau sitzen sich meditierend gegenüber, in ihrer Mitte ein Wolf als Krafttier. Die weise Frau hält einen Spiegel, aus dem Sterne in die Welt fliegen. Am unteren Bildrand schauen aus der Erde und entlang der Wege weiße Gesichter, die Ahnengeister. Verbunden mit den Lebenden durch Wurzelgeflecht, das nach oben und unten in die Erde führt. Digitaldrucke mit Fantasybildern, die alte indigene Legenden vor allem der jungen Generation vermitteln wollen, mit grünen Naturgeistern und der dunklen Figur Darth Vader zeigt Andy Everson. Ein Farbdruck von Steven Paul Judd mit einer Indianerfamilie als Comicfiguren nimmt Stereotypen humorvoll auf die Schippe. Zu sehen ist auch die Umweltaktivistin Greta Thunberg in indianischem Kleid in einer Fotografie, die 2019 entstand bei ihrem Besuch in der Reservation in Nordh Dakota und Protesten der Indigenen gegen den Bau einer Pipeline durch das Gebiet. Das Foto „Standing For Us All“ von Balkowitsch ging um die Welt und wurde millionenfach im Internet gesehen und geteilt. Die derzeitige Sonderausstellung in der „Turtle Islands Gallery“ ist noch bis Frühjahr 2024 zu sehen. Dann werden neue Bilder von indigenen Künstlern aus der Sammlung des Karl-May-Museums gezeigt.

Text + Fotos (lv)

http://www.karl-may-museum.de

Öffnungszeiten der Sonderausstellung:

Dienstag–Sonntag: 10:00–18:00 Uhr
montags geschlossen (außer feiertags)

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Ausstellung „Land in Sicht“ von Mandy Friedrich in der Villa Eschebach in Dresden

08 Donnerstag Feb 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Zwischenmenschliches

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Weite Himmel & Landschaften: „Der Frühlingsschrei/Die Flügel der Menschen“ heißt dieses Schlüsselbild in der derzeitigen Ausstellung von Mandy Friedrich in Dresden.

Aufbruch der Farben und Schönheit in eine neue Welt

Natur, Menschen, Tiere und Orte in wechselndem Licht, zarten und kraftvollen Farbtönen zeigt die Dresdner Malerin Mandy Friedrich in ihrer Ausstellung „Land in Sicht“ in der Villa Eschebach der Volksbank Dresden. Fast jedes Bild erzählt eine Geschichte.

Wolkenreich bewegte, weite Himmel und Landschaften, ferne Trauminseln und flirrendes Wellenspiel am Meer leuchten auf den zumeist großformatigen Leinwänden. Natur, Menschen, Orte in wechselndem Licht und die Schönheit alles Lebendigen, ohne die Schatten zu übersehen, erblühen, strahlen und schwingen zusammen in warmen, kräftigen und zarten Farbtönen in der Ausstellung „Land in Sicht“ mit Malerei von Mandy Friedrich, einer modernen Vertreterin der Dresdner Schule des Expressionismus, in der Villa Eschebach der Volksbank in Dresden (noch bis 28. März zu sehen).

Ein Fest der Farben und der Lebensfreude in trister Jahreszeit wird den Besuchern derzeit auf drei Etagen im Bankgebäude am Albertplatz bereitet. Zu sehen sind 44 Bilder, Landschaften und Porträts, aus dem Zeitraum von 2005 bis 2023. Sie erzählen vom Unterwegssein und Ankommen, von Aufbruch, Hoffnung und Herzflug. Ein Mädchen im hellen Kleid, Hut und Umhängetasche steht nah am Wasser im Titelbild der Ausstellung. Ein Boot fährt von einer wunderschönen Landschaft zu ihr herüber ans Ufer. „Ich hörte ein Lied von Rio Reiser ,Land in Sicht` singt der Wind in mein Herz`, das mich sehr bewegt hat beim Malen“, erzählt Mandy Friedrich. Das fand sie passend als Motto für ihre Ausstellung. Malerei und Musik gehören für sie zusammen, der Rhythmus der Farben und Töne. Sie gründete eine eigene Band „Krapplack“.

Mandy Friedrich mag außerdem, in der Erde zu wühlen und im Garten zu sein. So urwüchsig, voll kraftvoller Farbigkeit, pastos, aufgeraut und lasierend mit Spachtel und Pinsel aufgetragen sind auch ihre Bilder. Blühende Gärten und Bäume, inmitten weißer Magnolien eine schwarze Amsel. Dünenland und Kohl im Abendlicht. „Es ist wie eine neue Welt, die sich eröffnet neben unserer, die ich in meinen Bildern zeige, ohne die Missstände und Krisen auszublenden“, sagt die Malerin. „Man kämpft mit Schönheit dagegen an, damit das Leben lebenswert bleibt.“ Die 47-jährige Künstlerin ist in Meerane geboren, in Glauchau aufgewachsen und lebt seit mehr als 20 Jahren in Dresden. Sie ist gelernte Foristin und studierte Malerei und Grafik an der hiesigen Kunsthochschule von 1999 bis 2005 bei Siegfried Klotz, Elke Hopfe und als Meisterschülerin bei Ralf Kerbach. Seit 2007 arbeitet sie freischaffend als Künstlerin.

Ihre expressive Malweise steht unverkennbar in der Tradition der Dresdner Brücke-Künstler und dem Berliner Impressionisten Max Liebermann. Außerdem schätzt sie die Maler Vincent van Gogh und Chaim Soutine schon immer mit ihrer tiefen Erdverbundenheit. Ländliche Szenen tauchen auch in den Bildern von Mandy Friedrich oft auf: Große Heuernte. Ein Hirte mit seinen Schafen und der eine Apfelbaum mit lockenden Früchten. Ein schiefes Haus im Schnee. Ein Mädchen mit Fellkappe und Anorak sitzt auf einem weißen Pferd und streckt die Arme übermütig in den Himmel im Bild „Frühlingsschrei/Die Flügel der Menschen“. Ein Junge hält eine welke Sonnenblume in der Hand auf einem Feld. „Sag mir wo die Blumen sind“ heißt der Bildtitel. Eine Tänzerin dreht sich im roten Kleid. Eine Frau mit schwarz wehendem Haar sitzt schwebend unter einem Blütenbaum im Gemälde „Margaritas Traum“. Sie ist eine armenische Musikerin, die ihr Modell stand und zu ihrer Ausstellungseröffnung musizierte.

In einem Bild hält sie als “Schwarzer Engel“ eine Taube und einen Totenschädel wie eine Waage in den Händen vor rotglühender Landschaft. Die Malerin ist als „Taubenhüterin“ mit breitkrempigem, schwarzem Hut in einem Selbstbildnis zu sehen. Ein weißer Tierschädel mit dunklen Augen, roten Blüten und Flügeln spiegelt berührend Schönheit und Vergänglichkeit. Nahegeht auch das dreiteilige Bild „Wie im Himmel/Kinder der Vergangenheit“, das Mädchen bergabwärts in sonniger Landschaft auf ihrer Reise ins Riesengebirge zeigt. Es entstand nach dem Tagebuch mit Fotos und Aufzeichnungen einer Mädchenklasse aus Lausa bei Dresden im Juni 1928, das ein Freund der Malerin viele Jahre später im Müll fand. Sie gingen ihren Spuren nach. Daraus entstand ein spannendes wie ergreifendes Zeitdokument in einem Projekt von Lutz Jacobasch mit Malerei von Mandy Friedrich, Texten von Matthias Zwarg und den Mädchen. Das Buch ist neben Kunstkatalogen von ihr in der Ausstellung in der Villa Eschebach erhältlich.

Text + Fotos (lv)

http://www.mandy-friedrich.de


Mandy Friedrich vor ihrem Selbstbildnis „Taubenhüterin“.


„Sibirischer Frühling“.                          „Sag mir wo die Blumen sind“


„Der eine Apfelbaum“

„Heuernte“

„Schwarzer Engel“

„Herzflug“. Selbstporträt der Malerin.      „In der Kapelle/Monsieur Abdi“.


„Birke am Feldrand/Dörfel“.                 „Der Künstler Lutz Fleischer“.


Fest der Farben & Lebensfreude: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry und Mandy Friedrich zur Ausstellungseröffnung in der Villa Eschebach.


„Wie im Himmel/Kinder der Vergangenheit“. Das dreiteilige Wandbild ist Teil eines gleichnamigen Buchprojekts der Künstlerin.

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Schönes bleibt: Bilder & Poesie zum zehnten Jahresgedenken an meine Mutter

25 Donnerstag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Bilderschatz
(Für meine Mutter)

Halb im Dunkeln Verborgenen
stehen sie
gehe täglich an ihnen vorbei
streife streichle mit Augen und Händen
über die Bilder die wohlverwahrten
das Mädchen mit den Kasperpuppen
in fröhlichen Farben
die leben wie sie
in ihrer Fantasie
das Kind an Mutters Wange
Puppenstubenidylle hatten
wir nie

im Lichtgehäuse der Träume
rüttle ich an morschen Türen
hinter denen keiner mehr aufmacht
in der Nacht
wische den Staub vom Glas
und den Bilderrahmen
hinter denen die Erinnerungen
aus dem Niemandsland gerissen
aus gesichtslosen Schatten
vielfarbig aufleuchten

Text + Fotos: Lilli Vostry
24.1.2024

Bilder: Inge Vostry-Tsafack

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Ausstellung „Schamotte-Skulptur“ im Einnehmerhaus Freital

21 Sonntag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Fantastische Figurenwelten

Ausdrucksreich, grazil und kraftvoll geformte Arbeiten aus sprödem Material zeigen neun Künstlerinnen zurzeit in der Ausstellung „Schamotte-Skulptur“ im Einnehmerhaus Freital.

Vielgestaltig schauen sie in die Welt. Geformt und gebrannt in Schamottestein, formreich und farbig bemalt, sorgen die mit viel Liebe, Witz, Fantasie und Feingefühl gestalteten Arbeiten von neun Künstlerinnen für Freude, Staunen, Schmunzeln und Denkanstöße in der Ausstellung „Schamotte-Skulptur“. Eröffnet wurde diese am vergangenen Sonnabend beim Kunstverein im Einnehmerhaus Freital, Dresdner Straße 2, zum zehnjährigen Jubiläum des Symposiums für Künstlerinnen im Schamottewerk Radeburg. Die Künstlerinnen zeigen eine Auswahl ihrer dort entstandenen Werke, alles Unikate. Mit dabei sind Katrin Jähne, Sophie Altmann, Christa Donner, Karin Heyne, Gabriele Reinemer, Eva Bröer, Angela Hampel, Theresa Wenzel und Maria Luise Faber.

Zu sehen sind figürliche und abstrakte Arbeiten, angeregt von der Mensch- und Tierwelt und der Natur in ihren vielen Erscheinungsformen. Sie stehen, sitzen und liegen auf weißen Stelen und ziegelfarbenen Schamotteplatten. Darunter eine sitzende Frauenfigur mit grazilem Kopf, zusammengefügten Körperteilen und sichtbaren Hohlräumen. „Schamottestein ist ein sehr grober Ton. Die weiche Masse kommt frisch aus der Strangpresse. Danach kann man dünne oder dicke Schamotteplatten als Unterlage verwenden, Teile heraus schneiden, zusammenbauen und mit den Händen und Werkzeug die Skulpturen bearbeiten“, sagt Karin Heyne, die rührige Initiatorin des Künstlerinnen-Symposiums zu diesem besonderen Material. Zu ihrer anmutig kraftvollen Frauenfigur gesellt sich eine Eule, die neugierig und schelmisch mit weißem Gesicht und dunkel glänzenden Augen in den Raum schaut. Da hockt außerdem eine gelbäugige Katze, neben ihr eine kleine Liegende, hüllenlos beim Sonnenbad und ragt ein dunkler, kantiger Kopf mit Stegen und Verstrebungen. Der ist das älteste Stück in der Ausstellung und ebenfalls von Karin Heyne.

Die Glasur, Engobe genannt, entsteht mit dem Brand. „Durch den Holzbrand im Lehmofen überzog sie wie ein Ascheanflug den Kopf“, erzählt sie. Das Kunstprojekt bestehe eigentlich schon seit mehr als zwölf Jahren. „Wir brauchten Lehm und fragten herum, auch im Schamottewerk Radeburg. Doch stattdessen bekamen wir dort eine PKW-Ladung ungebrannter Schamotteplatten, begannen damit zu arbeiten und fanden Gefallen daran“, so Karin Heyne. Seit 1993 leitete sie die Sommerworkshops zum Bau von Lehmöfen zum Brennen von Keramik bei Moritzburg. Außerdem ist sie seit vielen Jahren Kursleiterin der Keramikkurse in der Kreativen Werkstatt in Dresden. Jedes Jahr im September trifft sich eine Gruppe von Künstlerinnen seither im Schamottewerk Radeburg, wo sie in einer Lagerhalle eine Woche lang gemeinsam arbeiten und experimentieren mit dem Material.Vier der Künstlerinnen in der Ausstellung sind von Anfang an dabei, darunter Christa Donner und Gabriele Reinemer. Später kamen weitere gestandene Künstlerinnen wie Angela Hampel und jüngere wie Sophie Altmann dazu. „Jede Handschrift ist eine Anregung. Denn jede Künstlerin arbeitet anders“, so Karin Heyne. Davon erzählt ausdrucksreich die Ausstellung. Da treffen verschiedene Farbtöne von hell, sandig, leuchtend orange und erdig aufeinander, fasziniert und beeindruckt der Kontrast von spröder, rauer Oberfläche und Zartheit der Form von Körpern und Gesichtern, die kraftvoll und verletzlich wirken.

Manche Skulpturen sind außerdem bemalt mit Gips und Farbe. Eine Frauenbüste mit Stachelhaar, weißem Tuch und Herz in der Hand und einen Kopf mit gitterähnlicher Kleidung, neben einem sich putzenden Kätzchen aus Schamotte, zeigt Christa Donner. Berührend auch die Installation mit zwei roten Herzen voll schwarzer Kerben und an Schnüren hängenden, spitzen Teilen wie Patronenhülsen und davor ruhenden Clownsgesichtern mit schwarz-weißen Schachbrettkappen, die von Angela Hampel stammen. Ein erdbraunes Gesicht ohne Narrenkappe von ihr liegt mit schwarz offenem Mund auf verbranntem Boden, umzingelt von Schlangen und Würmern. Ein sitzender, weißer Frauenakt mit verschränkten Beinen sitzt vorm Fenster in der Wintersonne und ein Stück weiter eine knieende Figur in dunklem Gewand, beide von Katrin Jähne. Wild und sanft nah beeinander die Affen und der Schafskopf von Theresa Wenzel und ihr rätselhafter Fisch auf zwei Füßen im Flur. Abstrakte Skulpturen, darunter ein „Gewächs“, das wie ein Schiff mit herausschauenden Köpfen wirkt, eine „Wabe“ und „Zwei“ in Gestalt von Puzzleteilen nebeneinander, hat Eva Bröer aus Tharandt mitgebracht und formspielende Gefäße Sophie Altmann.

Eine Ziegelzeile aus Buchstaben und Ornamenten von Maria Luise Faber steht neben archaisch, zeichenreich bemalten Figuren und Objekten der Radebeuler Künstlerin Gabriele Reinemer im hinteren Raum. Anziehend und abwehrend, bedrohlich zugleich wirken ihre mit Nägeln bestückten Bauwerke, Sonne und Mondsichel bewehrt mit Schutzschilden und die dolchartigen kleinen Körper. „Es hat sich eine gute Zusammenarbeit zwischen den Schamottewerkern und den Künstlerinnen entwickelt, die beim Abschlusstreffen ein Essen für sie zubereiten und sich mit einem Werk aus der Gruppe bei ihnen bedanken. Wir hoffen, dass diese Möglichkeit des Kunstsymposiums noch lange erhalten bleibt“, sagt Karin Heyne. Es finden auch zwei Workshops zu figürlichem Gestalten mit Ton mit Christa Donner am 25.1. und 1.2., von 10 bis 12.30 Uhr im Einnehmerhaus statt. Interessierte können sich über den Kunstverein dort namelden. Die Ausstellung
“Schamotte-Skulptur“ ist noch bis 9. März zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Do und Sa 10 – 17 Uhr, Fr und So 14 – 17 Uhr

http://www.kunstvereinfreital.de


Vielgestaltige Skulpturen & reger Austausch: die Künstlerinnen Eva Bröer und Karin Heyne im Gespräch mit Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus Freital.

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Ausstellung „rempe & nagel“ mit Malerei und Zeichnungen in der Stadtgalerie Radebeul

15 Montag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Landschaften in starken Kontrasten und stillem Zwiegespräch: Der Radebeuler Stadtgalerist Alexander Lange und eine Ausstellungsbesucherin.

Landschaften im Wirbel der Zeit

Farb- und zeichenreiche Malerei und Zeichnungen über das Verhältnis von Mensch und Natur zeigt die Ausstellung „rempe & nagel“ in der Stadtgalerie Radebeul.

Weithin weiße, karge Flächen, auf denen in schwarzen Linien umrissen, geisterhaft und geheimnisvoll sich Mensch- und Naturwesen umkreisen, treffen auf farbflirrende, großformatige Waldbilder. Landschaften in starken Kontrasten zueinander zeigt die Ausstellung „rempe & nagel“ mit Malerei und Zeichnungen von Anita Rempe und Maja Nagel in der Stadtgalerie Radebeul, die nach der Weihnachtspause nun wieder offensteht für Besucher. So kurz und bündig der Ausstellungstitel, so eigenständig, konträr, farb- und zeichenreich und doch auch aufeinander Bezug nehmend wirken auch die Arbeiten der beiden Künstlerinnen. „Sie kennen sich schon viele Jahre und stellen hier zum ersten Mal gemeinsam aus. Die sehr unterschiedlichen Handschriften, das stark Farbige und die reduzierte Figur, sind der Reiz dieser Doppelausstellung“, sagt Stadtgalerist Alexander Lange.

Verbindend sei nicht nur ihre künstlerische Arbeit auf Papier und Leinwand, sondern ebenfalls von ihnen gezeichnete und produzierte Animationsfilme. Maja Nagel zeigt ausschließlich Arbeiten in Kohle und Graphit, vorwiegend in schwarz-weiß und Grautönen auf Papier. In knapp prägnanter Formsprache, offen und vieldeutig, mal düster, bedrohlich, einschneidend, mal ironisch, kraftvoll und märchenhaft poetisch stellt Maja Nagel das Verhältnis zwischen Mensch und Natur dar. Ihr zentrales Thema sind das allmähliche Verschwinden von Heimat und Identität in der vom Braunkohlebergbau geschundenen Lausitz in der Nähe ihrer Geburtsstadt Bautzen, die Auswirkungen und das Besinnen auf die Wurzeln. Ihre Bilder geben einen beeindruckenden wie erschreckenden Einblick in eine abgebaggerte, uralte Kulturlandschaft.

Das betrifft besonders zahlreiche Siedlungsgebiete der Sorben. Ein paar Grasbüschel, dunkle Vögel, eine wie Rauch aufsteigende Figur auf einem Baumstumpf und ein Bagger umlagern sich im Titelbild der Ausstellung „schaustellen“ von Maja Nagel. Eine Frau reitet auf einem schweren Stein und hält sich an ihm fest, über ihr ein Greifarm oder Schlinge, in einer Kohlezeichnung von 2022 mit dem Titel „…aufsitzen“. Aussagereich schon die Bildtitel wie „schnell weg“, „immer im wirbel“, „zeitschläge“ und „staubschöne“ aus der Zeichnungserie „na kromje/an der kante“ der sorbischen Künstlerin. Zwei Frauen in sorbischer Tracht, mit weit schwingenden Röcken, Hauben und Rucksäcken auf dem Rücken laufen unter einer schwarzen Sonne durch öde Landschaft. Eine Sorbin steht mit wehenden Bändern in der Erde, die wie schwarze Flügel ihre Schatten hinterlassen.

Eine Frau sucht zwei schwarze Knäuel in den Händen zu entwirren in einer ihrer neuesten Kohlezeichungen von 2023 mit dem Bildtitel „drüberdrunter“. Ein weißer „Engel“ mit schwarz umrandeten Flügeln hängt gleich neben dem Galerieeingang. Maja Nagel hat in Dresden an der Kunsthochschule Malerei und Grafik studiert, hat längere Zeit in Berlin, Dresden und Strehla gelebt und lebt und arbeitet inzwischen auf einem ehemaligen Bauernhof in Eula bei Nossen. Beim Käthe-Kollwitz-Haus in Moritzburg betreut sie seit langem die Grafikwerkstatt. Anita Rempes Ölbilder sind oft expressiv farbig, konkret und abstrahiert. Manchmal schemenhaft wie aus dem Zugfenster fällt der Blick auf rasch vorüberziehende Landschaften, Bäume und Waldlichtungen. Mit Bildtiteln wie „Grüne Fluchtlandschaft“, „Vivaldi“, „Zusammenbruch“, „Ina geht“ und „Waldes-Techno-Mann“.

Ihre Porträts ähneln ausdrucksreichen Gesichts-Landschaften. Die Bilder von Anita Rempe erzählen von Zeit, die fließt, verrinnt oder innehält im Moment. Sie wurde 1965 in Magdeburg geboren, ist studierte Gebrauchsgrafikerin und Illustratorin und arbeitete als freie Trickfilmzeichnerin für TV- und Filmproduktionen. Als Kunsttherapeutin ist Anita Rempe auch in Radebeul tätig. Sie wohnt und arbeitet im Fischerdorf Gauernitz an der Elbe. Ihre Malerei und Maja Nagels Zeichnungen verbindet, das Kostbare, die Urkraft und Fragilität der Natur, nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Ausstellung ist noch bis 21. Januar zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di, Mo, Do 14 bis 18 Uhr, So 13 bis 17 Uhr


„Ina geht“, Ölbild von Anita Kempe

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Ausstellungs-Eröffnung: „Schamotte-Skulptur“ anlässlich 10 Jahre Symposium für Künstlerinnen im Schamottewerk Radeburg, im Einnehmerhaus Freital

13 Samstag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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„Sitzende“ von Karin Heyne, der Initiatorin des Künstlerinnen-Symposiums im Schamottewerk Radeburg. Von ihr stammen auch die Eule, die Katze mit den gelben Augen und die kleine Liegende.


Neugierig, aufgeweckt und schelmisch: Zur Eule gesellen sich Affen, ein Schafskopf und ein Fisch mit Füßen, die Theresa Wenzel gestaltete.

Fantastische Figurenwelten

Geformt und gebrannt in Schamottestein, formreich und bemalt, figürlich und abstrakt, sorgen die mit viel Liebe, Witz, Fantasie und Feingefühl gestalteten Arbeiten von neun Künstlerinnen für Freude, Staunen, Schmunzeln und Denkanstöße in der Ausstellung „Schamotte-Skulptur“. Zum zehnjährigen Jubiläum des Symposiums für Künstlerinnen im Schamottewerk Radeburg sind sie zu Gast im Einnehmerhaus, Dresdner Straße 2, in Freital.

Die Eröffnung ist am Sonnabend, dem 13. Januar, 15 Uhr. Die Laudatio hält Karin Weber, Musik: Roger Tietke, Saxophon.

Mit dabei sind die Künstlerinnen Katrin Jähne, Sophie Altmann, Christa Donner, Karin Heyne, Gabriele Reinemer, Eva Bröer, Angela Hampel, Theresa Wenzel und Maria Luise Faber.

Text + Fotos (lv)

Mehr Text zur Ausstellung folgt.


Frau mit Herz von Christa Donner.       Kopf von Karin Heyne.
Installation mit Herzen und liegenden Clowns von Angela Hampel. Ruhender Kopf von Angela Hampel.


Sitzende weiblicher Akt und Knieende von Katrin Jähne.Archaische, zeichenreiche, bemalte Objekte von Gabriele Reinemer.
„Gewächs“ nennt Eva Bröer ihr Objekt, das auch an ein Schiff mit herausschauenden Köpfen erinnert. Außerdem zeigt sie eine „Wabe“ und „Zwei“ in Gestalt von Puzzleteilen.


Die Gefäße vorn stammen von Sophie Altmann.

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Zu Gast: „Dame in Rot“ auf Schloss Burgk

12 Freitag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Das Geheimnis der Dame in Rot

Mit diesem Bild in Anlehnung an ein berühmtes Gemälde von Otto Dix ist die Künstlerin Simone Haack derzeit zu Gast in der Dauerausstellung im Schloss Burgk.

Beide Bilder haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Die junge Frau im roten Kunstpelz, dem hochgezogenen Kragen gegen die Kälte, dem kunstvoll hochgesteckten, orangenen Haar, blasser Haut und smaragdgrünen Augen. Mit aufmerksamem, auch etwas herausforderndem Seitenblick schaut sie den Betrachter an. Die „Dame in Rot“ der Künstlerin Simone Haack, die in Berlin lebt und arbeitet, ist derzeit zu Gast in der Dauerausstellung der Städtischen Sammlungen Freital im Schloss Burgk und ein überraschender Blickfang für die Besucher. Das Bild der 45-jährigen Dix-Stipendiatin entstand 2023.

Das sonst an dieser Stelle hängende „Bildnis Rosa Eberl“ ist momentan „unterwegs“. Das Freitaler Otto Dix-Gemälde wird als Leihgabe in der Ausstellung „Dix und die Gegenwart“ in den Deichtorhallen Hamburg noch bis Anfang April gezeigt. Dort wird erstmals das bisher wenig beachtete späte Werk des Künstlers aus der Zeit ab 1933 vorgestellt. Sein „Bildnis Rosa Eberl“ zeigt eine schon reife Dame mit haarfeinem Pelz um die Schultern gelegt, weißer Bluse und einer rosa Tulpe in der Hand auf dem vorwiegend in dunklen Farben gehaltenen Ölbild von 1940. Zu sehen ist die Frau des Kunstsammlers Willy Eberl, mit dem er seit dem Studium befreundet war und der mit seiner Bildersammlung später den Grundstock für die heutigen Städtischen Sammlungen Freital auf Schloss Burgk legte.

In Hamburg hängt das „Bildnis Rosa Eberl“ nun neben Simone Haacks Porträt „Lady in Furs“ (Dame im Pelz) von 2018. Den dort versammelten 43 Dix-Gemälden sind Werke von rund 50 namhaften Gegenwartskünstlern gegenübergestellt wie Marina Abramovic, Georg Baselitz, Martin Eder und Lucian Freud. „So lag es nahe, Simone Haack nach Freital einzuladen, um während der Zeit der Ausleihe des Dix-Werks die Lücke mit ihrer `Dame in Rot`zu füllen“, sagt Kristin Gäbler, Leiterin der Städtischen Sammlungen Freital im Schloss Burgk. Dorthin lud sie am Montagabend zu einem Artist-Talk mit der Künstlerin in Kooperation mit der Galerie Gebrüder Lehmann in Dresden ein, wo weitere Arbeiten von ihr in einer Ausstellung noch bis Sonnabend zu sehen sind. Mit den warmen Rottönen, der Frisur und Eleganz ihrer Erscheinung wirkt das Porträt heutig und nostalgisch zugleich wie aus den Goldenen Zwanzigern entsprungen.

Tatsächlich entstand die „Dame in Rot“ in Anlehnung an Dix` bekanntes und ausdrucksstarkes „Bildnis der Tänzerin Anita Berber“ von 1925, das sich im Kunstmuseum Stuttgart befindet. Es gilt als sein bedeutendstes Frauenporträt und zeigt eine hohe, hagere wie verführerisch laszive, biegsame Gestalt im enganliegenden, roten Kleid und kurzen, zurückgekämmten orangenen Locken, weißer Porzellanhaut und schwarz umrandeten, sehnsuchtsvollen Augen. „Simone Haack ist fasziniert von Gesichtern und dem Zusammenspiel von Haut, Haar und Pelz und deren feiner Struktur“, so Kristin Gäbler. Damit hat sie einen eigenen Zugang zu den Bildern des großen Porträtmalers gefunden. Ihre Arbeiten sind ähnlich realitätsnah und stehen außerdem für einen Neuen Magischen Realismus. Während der Zeit ihres Dix-Stipendiums in seiner Geburtsstadt Gera vertiefte Simone Haack ihre malerische Verwandtschaft im Porträt zu Otto Dix. Die „Dame in Rot“ wirkt geheimnisvoll und weckt Neugier in reizvollem vis a vis zu acht Otto-Dix-Gemälden in der Dauerausstellung, darunter sein bewegendes Selbstbildnis als Kriegsgott Mars von 1915 auf das neue Ausstellungsjahr in Schloss Burgk. Im Kabinettraum will Kristin Gäbler auch weiterhin Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zeigen.

Text + Foto (lv)

Öffnungszeiten: Di bis Fr 12 bis 16 Uhr, Sa, So und Feiertag 10 bis 17 Uhr

http://www.freital.de/museum

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Ausstellung „Begegnung mit der Ewigkeit“ mit Malerei von Petra Ehrlich & Sandsteinarbeiten von Cvetanka Kirilova Schnorrbusch in der Galerie mit Weitblick Radebeul

22 Freitag Dez 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Zwischenmenschliches

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Faszinierendes Farb- und Formgeflüster

Eindrucksvolle Spiegelbilder der Natur und des Lebens zeigen Petra Ehrlich und Cvetanka Kirilova Schnorrbusch derzeit in ihrer Ausstellung „Begegnung mit der Ewigkeit“ in der Galerie mit Weitblick Radebeul.

Ein helles Sandsteingesicht mit umarmender Geste trifft auf einen Gräserwald
mit aufgehendem Vollmond im Titelbild der Ausstellung „Begegnung mit der Ewigkeit“. Licht, Stein, Farben und Formen fließen ausdrucksreich zusammen in der Malerei von Petra Ehrlich und den Sandsteinarbeiten von Cvetanka Kirilova Schnorrbusch derzeit in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstraße 13, in Radebeul.

Zu sehen sind groß- und kleinformatige Bilder, Mischtechniken auf Papier und Leinwänden, vis a vis dazu kleine Sandsteinskulpturen auf Stelen in stiller Zwiesprache mit den Bildern. Die Skulpturen ähneln Landschaften. Angeregt von der Natur sind sie eindrucksvolle Spiegelbilder des Lebens, seiner Geheimnisse und Wandlungen zwischen Schönheit, Vergänglichkeit und endlos Gültigem. Da begegnen einem Landschaften im Nebel und in Graphit, mal zart, schwebend umhüllt und mal in markanten, schwarzen Linien die Landschaft umrissen. Da verlaufen in zwei Bildern, „Über Land“ Schichten in Grau- und Sandtönen, in denen die Trennlinie zwischen Himmel und Erde aufgehoben scheint, es kein Oben und Unten gibt, ohne Anfang und Ende.

In farbigem Kontrast dazu stehen die Aquarelle mit Blumen, in erdigen und Blautönen gehaltene Spiegelungen von Landschaften mit Titeln wie „Unter dem Wind“ und „Memories“, rot geäderte Erdflächen und leuchtende Gräserbündel im Herbst. Da sind Abdrücke von Grashalmen und Pflanzen grün und sephiafarben im Bild festgehalten, wiegen Gräser im Wind vor goldgelbem Licht im Bild „Abschied“ für einen lieben Freund von Petra Ehrlich. Die Pigmente für ihre reduzierten, stimmungsvollen Bilderlandschaften mischt sie selbst und sie experimentiert gern mit Farben. Petra Ehrlich wurde 1959 geboren, wuchs in Salzwedel, Sachsen-Anhalt auf, ist gelernte Krippenerzieherin und künstlerische Autodidaktin. Ihre erste Ausstellung hatte sie 2017 im LKA Sachsen. Sie wohnt und arbeitet seit ihrer Pensionierung 2021 freiberuflich als Künstlerin in Königsbrück. Natur und Figürliches verbinden sich gestaltreich in den Sandsteinskulpuren von Cvetanka Kirilova Schnorrbusch. Da begegnen einem eine sanfte Wolkenfrau, ein strahlendes Gesicht im Morgentau und eine kleine Ruhende mit gelben Linien wie Sonnenstrahlen auf der Steinhaut. Außerdem zeigt die Bildhauerin eine Serie von Fotografien mit plastisch wirkenden Übermalungen ihrer Sandsteinfiguren, teils mit farbigen Ornamenten und archaischen Gesichtszügen gestaltet. Sie wurde 1956 in Bulgarien geboren, studierte Philopsophie in Sofia, Soziologie in Prag und Bildhauerei in Dresden. Seit 1983 lebt Cvetanka Kirilova Schnorrbusch in Deutschland und wohnt und arbeitet seit 1996 in Leppersdorf bei Radeberg. Zahlreiche Werke von ihr befinden sich im öffentlichen Raum und in privaten Sammlungen.

Die Ausstellung lädt zum Verweilen und Innehalten vom weihnachtlichen Trubel ein und neben der Kunst kann man Stollen und Glühwein nochmals am 23. Dezember von  14 bis 18 Uhr genießen. Die Schau in der Wochenendgalerie ist noch bis 17. März 2024 zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Farbenfrohe Bilder-Oase: Arbeiten der Künstlerin und Galeristin Dorothee Kuhbandner.

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Liebevolles zu Weihnachten in der Ausstellung „Erotischer Advent“ in der Galerie Kunst & Eros

20 Mittwoch Dez 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Zwischenmenschliches

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Reizvolle Muscheldamen aus Porzellan

Bereits zum 15. Mal lockt in der Gruppenausstellung „Erotischer Advent“ sinnenfrohe Kunst, Malerei, Grafik und Plastiken von KünstlerInnen aus der Region in der Galerie Kunst & Eros, Hauptstraße 15, in Dresden.

Muschelfrauen strahlen porzellanweiß, verführerisch. Eine dunkelhaarige Schöne hält einen Frosch und Paare tauschen vielsagende Blicke. Farbenfroh, edel und vergnügt geht es zu in der Gruppenausstellung „Erotischer Advent“, die dieses Jahr zum 15. Mal stattfindet, in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden (noch bis 27. Januar 2024 zu sehen).

Zu sehen sind reizvolle, sinnenfrohe Malerei, Grafik und Plastik von rund zehn zeitgenössischen sächsischen Künstlern. Darunter bekannte und neue Handschriften. Gudrun Trendafilov zeigt in mal leuchtend sonnigen,  herbstlichen und grauweißen Farbtönen Frauen und Paare mit vielen Gefühlsfacetten. In zarten Linien und ausdrucksvollen Körperformen begegnet einem pure Weiblichkeit in den Kaltnadelradierungen von Rita Geißler. In nachtblaue Gärten der Lust entführen die Pastellkreidebilder von Leo Lessig. Eine Frau mit Geweih und Früchten im langen Haar wirkt ebenso verlockend, stark und verletzlich im Titelbild „Tarnung“ von Juan Miguel Restrepo. Eine besondere Entdeckung in dieser Ausstellung sind die Muschelfrauen von Silvia Klöde, die viele Jahre als Porzellangestalterin in der Künstlerabteilung der Manufaktur in Meißen arbeitete, seit zehn Jahren freischaffend tätig und Mitglied der Künstlergruppe „Weißer Elefant“ ist. Sie stellt ihre Arbeiten erstmals in der Galerie Kunst & Eros aus. Bezaubernd und detailverliebt schauen ihre Porzellandamen mit ihren spitzen Kopfbedeckungen, keck, sanft, lustvoll und verschmitzt in die Welt. Fröhlich farbig und goldschimmernd bemalt und mit Perlen und Blüten geschmückt. Eine Muschelfrau ist geformt aus dunklem Steinzeug mit Goldperle um den Hals, eine andere trägt rotes Haar und Rabenvögel, einer hockt mit Goldring im Schnabel auf ihrem Kopf.

Die Porzellandamen zieren auch Kettenanhänger und Tafelaufsätze mit offenen Muschelschalen. „Es sind alles Unikate, handwerklich vollkommen und  aufwendig liebevoll gestaltet“, sagt Galeristin Janett Noack und selbst Porzellanmalerin. Ein Blickfang sind außerdem die reizenden, prallen  und bunt bemalten Keramikdamen in ihren extravaganten Kleidern und Hüten von Rita Goldschmidt. Fragile kleine Figuren auf Erdkreisen gesellen sich dazu von   Manuela Neumann. „Ich freue mich sehr über dieses Jubiläum des Erotischen Advents, dass die Künstler immer wieder mitmachen, die Bandbreite der Arbeiten weiter wächst, vom Kunsthochschulabsolventen bis zur gestandenen Malerin und man viele Dinge entdecken kann“, so Janett Noack. Sie liebt Weihnachten, das Zusammensein mit der Familie, das Heimliche, Heimelige und das Kerzenlicht. „Es geht um Liebe, Zweisamkeit und Miteinander, dass man trotz dieser schwierigen Zeit weiterhin nach vorn schaut.“

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

http://www.kunstunderos.de


Bezaubernde Porzellandamen & Kunstgenießerinnen: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry und die Galeristin von Kunst & Eros, Janett Noack. Foto: Steffen Füssel


Neues Licht in der Galerie setzt noch mehr Akzente.

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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