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Kategorien-Archiv: Bildende Kunst

Atelierbesuch bei Michele Cyranka in Tharandt

08 Mittwoch Mai 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Schwungvolles Farb- und Formenspiel & weibliche Urkraft verwoben: Die Künstlerin Michele Cyranka in ihrem Schaffensreich in Tharandt.

Atelierbesuch bei Michele Cyranka
Tanz der Farben, Formen und Linien

In einem ehemaligen Papiergeschäft in Tharandt hat die Künstlerin sich ihr eigenes Reich mit Raum zum Malen, Drucken und Töpfern geschaffen und bietet auch Kurse an.

Sonnenlicht fällt durch die Fenster auf die Bilder, lässt die Farben auf den Leinwänden noch heller leuchten und fließt in dunklen Schattenlinien über sie hinweg. Farbige Keramik, Kannen, Becher, Schalen, Kerzenleuchter und Kleinplastik stehen auf einem langen Tisch, auf Schränken und Regalen im Eingangsraum des Ateliers von Michele Cyranka in Tharandt. Auf den Fensterbrettern neben Blumentöpfen aufgereiht kleine Figuren, grazile Tänzerinnen, beschwingte, fantasievolle Wesen, leicht und kugelrund. Auf einem schwarzen Klavier liegen Skizzenbücher mit Notizen, kleine Grafiken und Kunstkataloge.

Die Augen gehen einem über und das Herz auf im Atelier von Michele Cyranka. Es ist ein eigener Kosmos, den sie hier erschaffen hat. „Mein Herz ist meine Arbeitsgrundlage“, sagt sie. Ehemals, anfangs des 20. Jahrhunderts, befand sich in dem Gebäude an der Roßmäßler Straße 46 in Tharandt eine Schreibwaren- und Papierhandlung, die zwei Schwestern, beide unverheiratet, führten. Das Haus stand 20 Jahre leer, die Fensterläden zugenagelt. Bis Michele Cyranka 2016 die drei Erdgeschossräume zufällig entdeckte auf der Suche nach etwas Neuen. „Ich hatte großes Glück, dass der Hauseigentümer das denkmalgeschützte Gebäude gerade sanierte und vieles im originalen Zustand gelassen hat wie die Holzdielen, die hellen, unverputzten Sandsteinwände, gemauerte Ziegelsimse über den Fenstern, Verzierungen und sichtbare Rohrleitungen entlang der Decke“, erzählt die Künstlerin. „Es ist für mich und ihn ein Gewinn, zu einem moderaten Preis. Es ist als hätten die Räume auf mich gewartet.“ Sie fühlt sich wohl hier. „Es hat auch wieder mit Papier zu tun.“ Die Druckerpresse im mittleren Raum ist reich bestückt mit Papieren.

Ringsherum stehen und lehnen kleine und große Bilder, meist Figürliches, Gesichter und Körper in zarten und schwungvollen Linien. Im hinteren Raum erhebt sich ein großer Farbberg auf der Palette am Stehpult, viele Tuben und Pinsel liegen griffbereit, auf der Staffelei steht ein neues Ölbild. Es zeigt eine Mondfrau mit heller Sichel und einer Kugel darauf, in einem Kleid aus nachtblau violetten Farbtönen mit einem schwarz und rötlich braunen, gelbäugigen Kater an ihrer Seite. Der ihrem Filou ähnelt, der sich nach sieben Jahren gerade von ihr verabschiedet hat. Ein Garten mit vielen alten Obstbäumen befindet sich am Hang hinter dem Wohnhaus, schräg gegenüber vom Atelier. Dort ist ihr Rückzugsort, skizziert und guckt sie abends gern Mond und Sterne, erzählt Michele Cyranka. Sie wurde 1964 in Leipzig geboren, wuchs in Radeberg auf, arbeitete in verschiedenen Berufen und absolvierte eine künstlerische Ausbildung bei Rolf Werstler und Rosso Majores. Seit 1992 ist sie freiberuflich als Künstlerin tätig und Mitglied im Sächsischen Künstlerbund. 1995 wurde ihr Sohn Leon und 1998 ihre Tochter Rose geboren. Nach ihrem Umzug von Dresden wohnt Michele Cyranka nun schon länger in Tharandt nah am Wald. Ringsum Hügel und verwunschene Wege, Wasser und Steine. Und nah an Dresden, an der Kultur, das schätzt sie.

“Von hier aus die Welt bereisen und wieder nachhause kommen ist schön“, sagt sie. In ihre Bilder aus dem Inneren fließen auch immer wieder Eindrücke aus der Natur, ihren runden, kreisenden Formen und weiblicher Urkraft und von Reisen nach Ägypten und Argentinien ein. Altägyptische Kulturen und Schöpfungsmythen faszinieren sie. Michele Cyranka malt gern mit Pinselschwüngen impulsiv aus der Bewegung heraus, im Tanz der Linien und Formen von konkret bis abstrahiert tauchen luftig leicht, sinnlich und geheimnisvoll farbreiche Figuren auf Leinwänden und Papieren auf. Sie tanzt selbst gern. Der ausdrucks- und zeichenreiche Farbreigen ihrer Bilder reicht von warmem Gelb, Orange, Erdbraun, zarten Grau- und Blautönen bis zu kräftigem Türkis, Grün, Weinrot und Violett, verwoben mit schwebend, versunkenen Körperumrissen.

Vorn im Töpferraum steht ein Brennofen, Materialien, Farbrollen, zwei farbenfrohe Katzenbilder und viele Tondinge. Hier trifft sich ein Keramikkurs immer donnerstags von 19 bis 21 Uhr. „Drei der Teilnehmer sind schon seit 18 Jahren bei mir und jede hat ihren eigenen Stil inzwischen entwickelt“, sagt Michele Cyranka stolz. Drei Plätze sind noch frei im Kurs.

In ihrem nächsten Workshop mit dem Titel „Erkenne die Göttin in dir“ am 11. Mai, von 10 bis 14 Uhr, geht es gemeinsam mit den Teilnehmerinnen auf eine kreative Reise, bei der sie Klänge, Farben und Formen strömen lassen, sich mit ihrer eigenen, inneren Quelle verbinden und neue Wege für sich entdecken können.

Text + Fotos (lv)

Kontakt: http://www.atelier-cyranka.de

 

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Kunstort & Ort für kreatives Miteinander & Schule des Sehens: das Einnehmerhaus Freital

19 Freitag Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Die neuesten Arbeiten aus der Druckwerkstatt zeigt Bettina Liepe, die Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus Freital und Leiterin des Kurses Druck und Collage. Freude an Kreativität und am Selbergestalten bei den Besuchern fördern, liegt ihr und dem Verein am Herzen.

„Dieses Haus ist ein Schatz“

Mit Ausstellungen und kreativem Miteinander in Kursen von Buchbinden, Drucken bis Töpfern für groß und klein lockt der Kunstverein zunehmend mehr Besucher ins Einnehmerhaus in Freital.

Ein Auge kreist um rankende Pflanzen. Blumen sprießen vielgestaltig und eine Figur umschließt ein Herz. Es sind Kaltnadelradierungen, die gerade eine künstlerische Freizeitgruppe der Diakonie Freital spontan gedruckt hat im Einnehmeherhaus. Auf dem Tisch im Erdgeschossraum liegen kleine Acrylglasplatten mit schwarzen Linien und Formen, eingeritzt mit einer Reißnadel. Beim vorigen Treffen entstanden die Vorzeichnungen. Bettina Liepe zeigt eine Mappe mit den Bildern, die sie mit der Gruppe an der Druckpresse herstellte. „Das tut den Teilnehmern sichtbar gut“, sagt sie, seit einem Jahr Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus Freital. Arbeiten anderer Kursteilnehmer hängen an den Wänden. „Wir wollen Neugier und Interesse an Kreativität und Freude am Selbergestalten fördern bei den Besuchern. Denn wer sich intensiver auf den künstlerischen Prozess einlässt, ob Drucken, Malen oder Töpfern, der beginnt auch ein anderes Verständnis für Kunst zu entwickeln“, so Bettina Liepe.

„Man muss keine Schwellenangst haben, sind es doch oft innere Stimmen und Ängste, die sagen, ich kann das nicht oder verstehe das nicht“, weiß sie selbst. „Doch wenn man es einmal probiert und etwas selber macht, dann geht wie eine Tür auf. Für viele ist es auch ein wichtiger Anker in ihrem Leben, dass man sich regelmäßig trifft, etwas gemeinsam und jeder für sich tut, gemütlich beisammensitzen und sich nebenher unterhalten kann. Das macht großen Spaß.“ Diese Gemeinschaft und Miteinander weiter zu stärken, liege dem Kunstverein im Einnehmerhaus besonders am Herzen. „Es ist ein Ort, um Kunst zu erleben, aber auch ein Haus der schöpferischen Begegnung und eine Art Schule des Sehens, wo jeder praktische sinnliche Erfahrungen sammeln kann“, so Bettina Liepe.

Daher bietet das Einnehmerhaus nicht nur regelmäßig wechselnde Ausstellungen bekannter und neuer, zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler vorwiegend aus der Region, sondern auch viele Kursangebote für Interessierte vom Kind bis zum Senior in dem schmucken Fachwerkhaus an der Dresdner Straße 2 in Freital. Der Wochenplan ist gut gefüllt. Täglich locken hier nachmittags und abends ein oder mehrere feste Zirkel vom Erdgeschoss bis zum Dachatelier. Begonnen beim Schnitzen und der Arbeit im Fotolabor montags, gleich vier Kursen dienstags mit Töpfern, Klöppeln, Buchbinden, Druck und Collage, einem weiteren Töpferkurs mittwochs, Malen donnerstags sowie nochmals Klöppeln und Textilgestaltung freitags.

Drei bis acht Teilnehmer kommen im Schnitt in die Kurse. Damit alle Interessierte Platz finden, ist Voranmeldung beim Kunstverein erforderlich. Neu ist das Buchbinden mit der Künstlerin, gelernten Buchbinderin und Autorin Carla Schwiegk aus Tharandt dienstags aller 14 Tage, von 15 bis 17 Uhr. Dazu braucht es keine Vorkenntnisse und es gibt keine Altersgrenze. Die jüngste Teilnehmerin war sechs Jahre, das  älteste Kunstvereinsmitglied und Teilnehmer beim Buchbinden über 90 Jahre alt. „Dort lernt man verschiedene Bindetechniken kennen, kann Papierschöpfen ausprobieren und kleine Schächtelchen aus Papier gestalten“, so Bettina Liepe. Eine schöne Möglichkeit auch für Familien, mit Kindern oder Enkeln etwas zusammen zu kreieren. Sie freut sich, dass die Mal­- und Zeichengruppe mit dem Künstler Matthias Jackisch in den letzten Monaten nach der Corona-Pause wieder gut besucht wird. Im Dachatelier arbeitet ein Teil der Gruppe mit rund zehn Teilnehmern an einem langen Tisch gegenständlich nach Objekten, Stillleben und die anderen frei aus der Vorstellung mit Stiften, Pinsel und Farbe. Jeder bringt sein Material mit. Als Bildhauer habe Matthias Jackisch auch noch einen anderen Blick auf die Dinge.

Bettina Liepe ist Architektin von Beruf. Sie hat bei Jackisch im Malkurs angefangen und zeichnet bereits seit ihrer Kindheit. Seit 2017 fährt sie regelmäßig zu Workshops, in denen sie sich neue künstlerische Techniken aneignet, an die Freie Akademie Augsburg. Sie zeigt eine eigene, farbige Grafik mit dem Titel „Connected“ (Verbunden). Eine Intagliografie sei das, der Reiz liege dabei in der Grenzüberschreitung zwischen Malerischem und Grafischem, bei der sich Licht und Schatten, Figürliches und Abstraktes mischen. Ihr Mann teilt ihre grafische Leidenschaft. Von ihm stammt eine Kaltnadelradierung mit einer Landschaft und blauem Mond. „Die Räume und das Potenzial in diesem Haus sind ein Schatz, den der Kunstverein hebt und weiter nutzt in der Mischung aus traditionell Vorhandenem und neuen Möglichkeiten“, sagt Bettina Liepe. Sie leitet den Druck- und Collagekurs und lässt sich für die „Samstagskinder“ immer etwas Neues zum Selbermachen einfallen an jedem letzten Sonnabend im Monat, von 10 bis 12.30 Uhr. Bald soll es auch wieder Raku-Keramikworkshops geben. Der Kunstverein im Einnehmerhaus wird gefördert durch den Kulturraum Elbtal – Sächsische Schweiz – Osterzgebirge. Doch die Betriebskosten muss er aus eigenen Einnahmen erwirtschaften und die Projekte leben von Spendenmitteln. Zwei höhenverstellbare, vielseitig nutzbare Tische für die Kursarbeit wurden aus Vereinsmitteln für 500 Euro Ende 2022 angeschafft. „Wenn die Besucher sagen, es ist schön hier und sich wohlfühlen und die Teilnehmer im Kurs am Ende strahlen, bin ich auch glücklich“, sagt Bettina Liepe. Neue Mitglieder und Unterstützer sind dem Kunstverein im Einnehmerhaus jederzeit willkommen.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Do und Sa 10 bis 17 Uhr, Fr und So 14 bis 17 Uhr
Tel.: 01525 – 2161414

http://www.kunstvereinfreital.de


Vorliebe für die Vielfalt an Drucktechniken: Bettina Liepe mit Arbeiten von Kursteilnehmern, einer eigenen, farbigen Grafik „Connected“ (Verbunden) und mit einer Kaltnadelradierung von ihrem Mann, mit Landschaft und blauem Mond.

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Ausstellung „Der Duft der Kontraste“ von Anna Ameno & Matthias Baumgart in der Galerie mit Weitblick Radebeul

18 Donnerstag Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Zusammenspiel von Farb- und Bewegungsfreude: Anna Ameno in ihrer Ausstellung „Der Duft der Kontraste“ in der Galerie mit Weitblick in Radebeul.
Vor der Ausstellungseröffnung gab es Tanz & Musik mit Saxofonklängen von Matthias Baumgart. Von ihm sind Skulpturen und Metallkunst zu sehen.

Farbreiches Zusammenspiel von Natur- und Körperformen

Betörende Malerei mit Blumen und Früchten trifft auf Metallkunst unbd Skulpturen in der Ausstellung „Der Duft der Kontraste“ von Anna Ameno und Matthias Baumgart in der Galerie mit Weitblick Radebeul.

Inmitten von zart rosa Magnolienblüten sitzt ein Rabe mit offenem Schnabel im Blütenrausch. Neben den Seerosen steht ein Saxofon auf einem Sockel. Musik und Malerei, Metallkunst und Skulpturen treffen leicht, beschwingt, in tänzerischen Posen aufeinander in der Ausstellung „Der Duft der Kontraste“ von Anna Ameno und Matthias Baumgart derzeit in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstraße 13, in Radebeul.
Zur Ausstellungseröffnung überraschten sie die Besucher außerdem mit Tanz in einer Mischung aus Pantomime und Ausdruckstanz bei sommerlichem Wetter im Hof vor der Galerie.

Anna Ameno bewegte sich in schwarz-weißem Pierrot-Kostüm mit Fächer und Gesichtsmaske zu den frei improvisierten Saxofonklängen von Matthias Baumgart. Staunend, grazil stieg sie aus dem  grasbewachsenen Brunnen heraus, die Arme tastend und ausbreitend wie Flügel. So fein, farbenfroh bewegt und nuancenreich wie ihre Körpersprache sind auch ihre Bilder. Im Kontrast von hell und dunkel leuchtende, opulent betörende Stillleben mit Blumen und Früchten umgarnen den Betrachter auf Leinwänden in Ölfarben und farbigen Aquarellen. Vor den Bildern stehen auf kleinen Tischen edle Metallschalen mit Äpfeln, Zitronen und Weintrauben und in der Raummitte ein Tablett mit metallglänzenden Kerzenleuchtern, geschaffen von Matthias Baumgart. Zwei bunte Papageien sitzen umgeben von Blattwerk. Eine afrikanische Frau trägt ein orangenes Tuch auf dem Kopf. Eine Taube aus Holz sitzt am Fenster auf einem Zweig. Die Friedenstauben fliegen nicht mehr, steht in weißer Schrift auf dem Sockel. Unter einem Bild mit zwei Mohnblüten und Knospen reckt sich eine zarte Frauenfigur aus Bronze, Tänzerin, die Hände auf ihren Körperrundungen, die Oberfläche halb aufgeplatzt und das Innere freilegend. Eine weibliche Figur aus Stein, die Körpermitte offen und die Arme um den Kopf geschmiegt, erhebt sich wie ein kraftvoller „Schrei“, so der Titel der Skulptur. Eine Paar-Figur in dunklen Holztönen wächst aus einem Stamm hervor.

Es ist die erste gemeinsame Ausstellung von Anna Ameno und Matthias Baumgart. Sie stammt aus Meißen, ist gelernte Porzellanmalerin, erhielt als Kind Tanzunterricht an der Palucca-Schule in Dresden, ist freiberuflich als Tänzerin und in Theaterprojekten tätig und beschäftigt sich seit 2019 wieder intensiv mit Malerei, besonders liebt sie Blumenmotive und Porträts. Matthias Baumgart wurde in Obernauendorf bei Freital geboren, besuchte dort die Musikschule und beschäftigt sich seit seiner Jugend mit Malerei, Linolschnitt, Holz- und Sandsteinarbeiten. Später kam die Metallverarbeitung hinzu. Er ist gelernter Schlosser, Metallbauer und spielt als Saxophonist und Gitarrist in verschiedenen Bands.

Die Ausstellung ist noch bis 25. August zu sehen in der Galerie mit Weitblick. Dort gibt es außerdem ein Puppenspiel „Fräulein Rosenzeh“ für klein und groß am 28. April, 17 Uhr zu erleben mit der Schauspielerin Annette Richter mit fröhlich buntem Bühnenbild und Figuren von Annette von Bodecker und musikalisch begleitet am E-Piano von Christian Mögel.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Sa und So 14 bis 18 Uhr

http://www.doro-malerei.de


Farbenfroher BilderGenuss: Die Künstlerin und Galeristin Dorothee Kuhbandner arrangierte die opulenen Blumen- und Obststillleben in der Ausstellung und überreichte den Künstlern Blumen zur Ausstellungseröffnung.

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Ausstellung „Kunstbrücke“ im Lügenmuseum Radebeul

07 Sonntag Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Achtung Kunstbaustelle: Der rotweiß bemalte Stuhl steht nebst weiteren Installationen von Reinhard Zabka in der neuen Ausstellung „Kunstbrücke“ im Lügenmuseum Radebeul. In dem Projekt geht es um die Vernetzung von Künstlern und Kunstorten beidseits der Elbe.

Ein fantastischer Figurenkosmos

Gestalt- und zeichenreiche Arbeiten auf Papier von 21 Künstlern zeigt die Ausstellung „Kunstbrücke“, die Kunstorte beidseits der Elbe vernetzt, im Lügenmuseum Radebeul.

Bunte Fische, blaue Mondraketen und andere kuriose Flugapparate auf Rädern
und mit langen Antennen schwirren auf den Wänden und stehen startklar im Raum. Lustige Tier­- und Fabelwesen und Außerirdische strecken ihre Fühler aus und schauen neugierig auf die Erdenwelt. „Aliens Welcome“ steht in roten Buchstaben am Eingang zum Lügenmuseum in Radebeul, gleich daneben mit rot-weißem Absperrband bemalt eine Tafel mit der Aufschrift „Kunstbrücke“ auf der Staffelei. Die Aliens stammen noch von der letzten Ausstellung. Nun lockt ein neuer, fantastischer Figurenkosmos für die Besucher zum Staunen, Schmunzeln, Wundern und Träumen in der Ausstellung, die gestern am Freitagabend im Saal vom Lügenmuseum an der Kötzschenbrodaer Straße 39 eröffnete. Großformatige, farb- und zeichenreiche Natur- und Stadtlandschaften auf Papier hängen ungerahmt, frei im Raum. Alles was das Leben lebens- und liebenswert macht und was es am Blühen hindert, ist dort form- und gestaltreich versammelt.

Zu sehen sind Arbeiten von 21 Künstlerinnen und Künstlern, bekannten und neuen, umgeben von allerhand witzig-skurrilen, summenden, ratternden, blinkenden und bewegten Dingen im Auf und Ab des „Welttheaters“, zusammengetragen von Reinhard Zabka, dem Betreiber dieses besonderen Kunstmuseums und künstlerischen Leiter des Projekts „Kunstbrücke“. Vor zwei Jahren erhielt dieses einen Preis für die Vernetzung von Künstlern und links- und rechtselbischer Kunstorte im Rahmen der Kunstförderung im ländlichen Raum. „Solche Kunstorte sind wichtig für die kulturelle Versorgung, für das Produzieren und den Austausch der Künstler untereinander und die Erschließung neuer kreativer Potenziale und Mittel“, sagt Reinhard Zabka. Die Bilder entstanden im November 2022 bei Aktionstagen mit Performances in einem leerstehenden Ladengeschäft in Riesa mit anschließender Ausstellung. Jetzt werden sie noch einmal im Lügenmuseum als Sommerausstellung gezeigt. Gefördert wurde dieses Gemeinschaftsprojekt verschiedener Kunstorte von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Landkreis Meißen und der Großen Kreisstadt Radebeul. Da ragen rot signalfarben Installationen mit filigranen Figuren in die Höhe, stehen Kunstobjekte und Stühle ohne Sitzfläche rot-weiß bemalt wie eine Baustelle, Gefahrenzone oder schützenswertes Gut in der Ausstellung.

Da hängen die wildfarbigen Tüpfelbilder von Klaus Liebscher an der Wand. Neben luftig bewegten Linienschwüngen wie wehende Tücher und Papierseiten festgehalten von Franziska Kunath steht kunstvoll verwobene Kalligrafie und Wortpoesie in schwarzen Buchstaben von Silvio Colditz. Figürliches und Pflanzliches verbindet Anita Rempe in ihrer Arbeit. Eine dunkle Sternschnuppe und Raketen fallen aus dem Himmel auf eine dichtbesiedelte Landschaft mit weißem Riesenvogel, unter dem Panzer rollen in einer Zeichnung von Dorota Zabka. Vis-a-vis zu einer Ansicht der Radebeuler Weinhänge in erdbraunen, urwüchsigen Farbtönen von André Uhlig ist eine witzig-ironische Figurenlandschaft, die Worte „Wir“ und „Heimat“ umkreisend, von Holger John, Künstler und Galerist in Dresden, zu sehen. Da ragen Leitern über Spinnennetze und Fischgräten hinaus in die Welt, klaffen Löcher neben einer Flasche mit Hochprozentigem, schweben Geldscheine und Domino-Spielsteine und ein Peace-Zeichen bewehrt mit Nägeln und streckt eine schwarze Gestalt mit Geweih auf dem Hut und Flügeln am Mantel mehrere Arme, Pinsel und Farbpalette oder Münzteller, gleichzeitig aus.

Die Zeit ist wie lose Uhrzahnräder aus den Fugen und geht wandlungsreiche Wege wie in einer gewundenen Schneckenhaus-Treppe in einer symbolstarken Zeichnung von Lea Sadowski. Ein blauer Erdball mit dunkel galoppierendem Reiter und Hochspannungsmasten, aus dessen Mitte ein Pinsel mit gelber Farbe emporsteigt vor glühendem Hintergrund, schwebt auf einem Bild von Christopher Simpson aus dem Künstlerhaus Wehlen. Als nächstes plant Zabka ein „Freiluftatelier“ mit Künstlern auf dem Dorfanger von Serkowitz hinter dem Lügenmuseum anlässlich des 100-jährigen Stadtjubiläums von Radebeul im Mai. Leider wurde eine Förderung über das Programm „Demokratie leben“ vom Landkreis Meißen abgelehnt. „Was wir machen, ist ja gelebte Kultur und Demokratie und passt wohl nicht in ihre Schublade. Weil wir die Kommode sind“, sagt Reinhard Zabka mit dem ihm eigenen Humor. Um so wichtiger ist das Zusammengehen mit weiteren Kunstorten und Kreativität auch beim Erschließen von Finanzierungsmöglichkeiten.

Text + Fotos (lv)

Geröffnet: Sa und So, Ferien und Feiertage jeweils 13 bis 18 Uhr

http://www.luegenmuseum.de

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Ausstellung „Landschaften, Frauen, Tod und TV“ von Hans Scheib im Einnehmerhaus Freital

06 Samstag Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Der „alte Spaßmacher“ als lachender Tod, umgeben von zarten und kraftvollen Frauenfiguren: Geschaffen hat sie der Bildhauer Hans Scheib.


Expressiv klangreiche Improvisationen gab es von Musiker Peter Koch am Cello zur Ausstellungseröffnung im Einnehmerhaus.

Ein lachender Tod und die Freuden des Lebens

Witzig-abgründig, sinnlich und unerschütterlich lebensbejahend sind die Figuren, Zeichnungen und Grafik in der Ausstellung „Landschaften, Frauen, Tod und TV“ von Hans Scheib derzeit im Einnehmerhaus Freital.

Mit weit aufgerissenen Augen, roter Nase im bleichen Schädel und weißen Knochenhänden auf dem Umhang, umflossen von blauen Kreisen und dunklen Kreuzen, steht die bemalte Holzskulptur des „alten Spaßmachers“ als lachender Tod mitten im Raum. Zu seiner Seite zwei Frauenfiguren. Eine mit blauem Haar, blasse Haut, filigran und mit versunkenem Blick und die andere aufrecht, selbstbewusst mit ihren Reizen umgehend, die rot betont sind auf dem von blättriger Farbe und Lebensspuren durchzogenen Körper. Zu sehen sind sie in der Ausstellung „Landschaften. Frauen. Tod und TV“ mit Figuren, Zeichnungen und Grafik von Hans Scheib, einem der renommiertesten Holzbildhauer in Deutschland. Eröffnet wurde die Schau am vergangenen Sonnabend mit viel Besucherresonanz im Einnehmerhaus Freital, Dresdner Straße 2.

Sein Einnehmer, ebenfalls ein grinsender Tod, steht schon länger gleich hinter dem Eingang im Einnehmerhaus und nimmt die Kunstliebhaber nicht nur monetär für sich ein. Aus farbig bemaltem Holz und mit fast etwas erschrockenem Blick erinnert er an die verfließende Lebenszeit und verkörpert die ganze Tragikomik des Seins. Der Tod kann sich selbst nicht entkommen. Nun kam der Künstler Hans Scheib selbst mit seinen Arbeiten hierher. “Wir freuen uns sehr über diese tolle Ausstellung und dass ein ganz großer Künstler in unserem kleinen Einnehmerhaus zu Besuch ist“, sagte Bettina Liepe, die Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus zur Ausstellungseröffnung. Die Ausstellung war schon vor einem Jahr geplant, doch es hat nicht geklappt auch aus gesundheitlichen Gründen. Das Gehen fiel Hans Scheib sichtlich schwer, gestützt auf einen Rollator und sprechen konnte er nicht aufgrund seiner Erkrankung. Begleitet von seiner Frau Anna Cumin freute er sich ebenso über das große Besucherinteresse, unten ihnen viele bekannte Künstler und Gleichgesinnte im Geist wie Ralf Kerbach, Peter Graf und Eckhart Kempin.

Die expressiv, klangreichen Improvisationen, abwechselnd helle, warme und dunkle, raue, knarrende und dissonante Klänge am Cello von Musiker Peter Koch aus Dresden stimmten wunderbar auf die Ausstellung ein. Diese versammelt Arbeiten von Hans Scheib aus dem Zeitraum von 1991 bis 2022, darunter kleine Bronze- und Steingussfiguren, Aktzeichnungen auf schwarzem Grund, Kaltnadelradierungen und Aquarelle, die in der Form und Darstellung konkret, offen und vieldeutig zugleich sind. Schönes und Erschütterndes, Reizvolles und Vergängliches, Lebenslust und Leid sind nah beieinander in Hans Scheibs lebensgroßen, großartigen Figuren und Zeichnungen von witzig-abgründig, sinnlich, keck, zart, verletzlich bis komisch-grotesk. Von Lust, Leidenschaft und Macht besessene Frauen, die anziehend und halb nackt da stehen.

„Er liebt Frauen und feiert das Weibliche in aller Form von klassisch antik, mädchenhaft modern bis expressiv und ob junge oder reife Frauen, bei ihm dürfen sie geheimnisvoll und rätselhaft wie eine Sphinx bleiben“, sagte die Laudatorin Clivia Bahrke über Scheibs Werke. Faszinierend in ihrer reduzierten, eigenwilligen Formsprache sind auch seine Aquarelle wie der kahle Pflaumenbaum, die stachlige Weide und die Ansichten norwegischer Landschaft mit Bergen, Meer und Inseln von weißem Papier umflossen, luftig, leicht und weit in Grün-, Blau­- und Violettönen. Außerdem zeigt Scheib ironische Kaltnadelradierungen von Politikern, einzeln und mehrere, im Amt und privat. Wie „E.H. in B.“ mit zerfurchtem Gesicht. Helmut Kohl kraftstrotzend. Fäuste ballende „Partner“ und ein vieldeutiger Fingerzeig von Angela Merkel. Franziskus und Donald, machtvoll und demütig der Kirchenmann. Und stolzgeschwellt dirigierende Gesten im Blatt „Wir sind Papst“ von 2011.

Hans Scheib ist ein Meister der Bildhauerei und Grafik, seine Werke sind ernsthaft bis spöttisch und unerschütterlich lebensbejahend trotz aller Kümmernisse und Schatten. Er wurde 1949 in Potsdam geboren, wuchs in Ostberlin auf und studierte nach einer Schriftsetzer-Lehre dann Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste bei Walter Arnold von 1971 bis 1976. Seitdem arbeitet Scheib als freischaffender Künstler in Berlin Prenzlauer Berg bis zu seiner Ausreise mit seiner Frau und zwei Töchtern 1985 nach Westberlin, um der Enge des staatlichen Kulturbetriebs zu entkommen. Seit 1978 sind seine Werke auf deutschen und internationalen Ausstellungen zu sehen. 1995 bekam Hans Scheib den Kunstförderpreis der Akademie der Künste Berlin. „Das Besondere an seinen Figuren ist, dass sie zeitgemäß mit ihrer Expressivität sind, obwohl ihre körperliche Anatomie inmer noch erkennbar ist und dass er sie in Farbe kleidet“, sagt der Maler und Grafiker Eckhart Kempin, der Scheib von der Kunsthochschule in Dresden kennt und inzwischen 83-jährig immer noch voller Schaffensfreude ist. Die Ausstellung von Hans Scheib ist noch bis 22. Juni im Einnehmerhaus Freital zu sehen. Dort ist auch ein umfangreicher Werkkatalog „Kalte Nadel“ von ihm mit Vorzugsgrafik erhältlich.

Text + Fotos (lv)
Weitere Fotos zur Ausst. folgen.

Geöffnet: Do + Sa 10 bis 17 Uhr, Fr + So 14 bis 17 Uhr


Bittender, flehender, fast ängstlicher Blick: der Einnehmer von Hans Scheib steht schon länger gleich hinter dem Eingang im Einnehmerhaus Freital, erinnert die Besucher an die verfließende Lebenszeit und daran, die schönen Dinge nicht zu vergessen.

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Neuer Galerieraum & Schaumalen bei Kunst & Eros

06 Samstag Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Projekte, Tanz, Zwischenmenschliches

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Noch mehr sinnenfrohe Kunst: Galeristin Janett Noack im neuen Galerieraum gegenüber dem jetzigen in der Kunsthandwerker-Passage, Hauptstraße 15, in Dresden.

Sinnenfrohe Kunst bei den Kunsthandwerker-Tagen

Noch mehr sinnenfrohe Kunst in die Kunsthandwerker-Passage! Unter diesem Motto eröffnete zu Jahresbeginn ein zusätzlicher Ausstellungsraum der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden.

Durch die großen Schaufenster gegenüber der Galerie kann man einen Blick
auf neue Malerei, Grafik und Plastiken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler vorwiegend aus der Region werfen. Darunter großformatige, farbintensive figürliche Arbeiten, Frauen und Paare, von Juan Miguel Restrepo, Gudrun Trendafilov, Rita Geißler, Anita Voigt, Steffen Fischer und Leo Lessig. Wände und Mobiliar strahlen porzellanweiß, Bilderrahmen und Fußboden in hellen Holztönen. Dort werden demnächst in einer kleinen Kabinettausstellung feine, meisterhafte Zeichnungen des Künstlers Maximilian Hagstotz aus der Porzellanmanufaktur Meißen zu sehen sein. Im Sommersalon zeigt die Galerie Kunst & Eros neue Werke von renommierten- und gefragten Nachwuchskünstlern. Mit dabei sind Konstanze Feindt-Eißner, Viktoria Graf, Nadine Wölk und Olaf Stoy und viele weitere Künstlerarbeiten liegen in Mappen aus.

„Sehr gefragt sind derzeit die sehr akribischen Kugelschreiberzeichnungen der jungen Künstlerin Nadine Wölk, die einen Nerv der Zeit trifft, in dem sie Momente und Alltagssujets auf der Straße aufgreift und ihre Sicht auf die Erotik zeigt. Eine Frau, die lasziv eine Zigarette raucht auf der Brühlschen Terrasse oder selbstversunken im Wasser treibend“, sagt die Galeristin Janett Noack. „Jeder Künstler wird zum Sommersalon wie letztes Jahr wieder ein Gedicht vortragen, das sie besonders inspiriert hat.“ Eröffnet wird die Gruppenaussstellung am 24. Mai, 19.30 Uhr mit einem Sommerkonzert des „Rio Mar Tango Trio“. Außerdem lädt sie zusammen mit einer Tanzschule zum Tango tanzen im Innenhof vor der Galerie ein, um die Kunsthandwerkerpassage im Sommer mehr zu beleben.

„Jeder kann mitmachen, Anfänger ebenso wie Paare, die schon länger tanzen“, so Janett Noack. Die Galerie Kunst & Eros feiert dieses Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Die Galeristin hält es mit dem Spruch von Yoko Ono: „Make Love not war!“ (Macht Liebe, kein Krieg!). “Ich bin sehr glücklich, das Thema Kunst und Eros als Schwerpunkt der Galerie gewählt zu haben, was anfangs mutig war, da es einige Berührungsängste gab“, sagt die gelernte Porzellanmalerin. Doch sie will „niemanden schockieren. Es geht um die Anziehung zwischen zwei Menschen auf Kunstebene, auch die Sehnsucht des Künstlers oder Kunstsammlers und die Arbeiten setzen sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander bis zum körperlichen Akt“, sagt Janett Noack. „Ich bevorzuge das vis-a-vis und das Miteinander statt der Bilderflut im Internet.“ Sie sieht derzeit einen „Zeitenwandel. Es passiert viel. Man lernt viele verschiedene Besucher und Künstler kennen durch die Ausstellungen und gleitet auch immer wieder in verschiedene Zeiten“, schätzt die Galeristin an ihrer Arbeit. Vom Touristen, der eine kleine Grafik erwirbt bis zum Sammler, der Nachhaltigkeit in der Kunst sucht und viel Geld ausgibt für ein Gemälde sei alles dabei. Zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks, bei denen vom 4. bis  6. April Künstler und Designer in ihre Werkstätten und Ateliers einladen, ist auch Janett Noack dabei. Am kommenden Sonnabend (6. April) von 11 bis 18 Uhr zeigt sie vor den Augen der Besucher das jahrhundertealte Handwerk der Porzellanmalerei in ihrem Atelier in der Galerie Kunst & Eros.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.Kunsthandwerkstage.de

Öffnungszeiten der Galerie:  Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr


Zeit für Muße & Kunstgenuss: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry im neuen Galerieraum bei Kunst & Eros.


Zurzeit sind noch vielfältige Malerei, Grafik und Plastik in der Gruppenaussstellung „Frühjahrssalon“ in der Galerie von Janett Noack zu sehen und erwerben.

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Europäische Tage des Kunsthandwerks: Schaumalen mit der Porzellanmalerin Janett Noack in der Galerie Kunst & Eros

03 Mittwoch Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Schaumalen

Samstag, 6. April 2024 von 11 bis 18 Uhr. 

Die Galeristin und Porzellankünstlerin Janett Noack wird die Besucher an diesem Tag in die Welt eines jahrhundertealten Traditionshandwerks, das der Porzellanmalerei einführen und ihnen die Möglichkeit geben, ihr beim Bemalen des Porzellans über die Schulter zu schauen.

Zudem kann die aktuelle Ausstellung »FRÜHJAHRESSALON« in der Galerie besichtigt werden. Die traditionelle Gruppenausstellung zeigt Malerei, Grafik, und Kleinplastik sächsischer Künstlerinnen und Künstler.

Schauen Sie vorbei! 

Text + Foto: Janett Noack & Team

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 802478



WWW.kunsthandwerkstage.de

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Ausstellung „Die Farbfinder stellen aus“ im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz Radebeul

22 Freitag Mär 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Zwischenmenschliches

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Auf den Spuren des Lichts

Die erblühende Natur feiert die Künstlerinnengruppe „Die Farbfinder“ mit ausdrucksreicher Malerei und Grafik in ihrer Ausstellung im Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul.

Das Erwachen der Natur und ihr Erblühen feiert, dem Zauber und den Spuren des Lichts folgend, die Schau „Die Farbfinder stellen aus“. So nennt sich die   Künstlerinnengruppe von Constanze Hohaus, Mechthild Mansel und Petra Schade, die gemeinsam ihre farb- und formenreiche Malerei und Grafik im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz auf dem Knohllweg 37 in Radebeul zeigen.

So voll war der Winzersaal selten wie bei der Eröffnung dieser Ausstellung am vergangenen Sonntagnachmittag mit viel Sonnenschein und Musik, die wohl auch viele Besucher anlockten, um Kunst und Rebensaft zu genießen. Damit wurde auch das Jubiläumsjahr eingeläutet, das anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Weinbaumuseums Hoflößnitz mit vielen Veranstaltungen im Mai und Juni gefeiert wird. Zu den frühlingsfrohen Arbeiten der „Farbfinderinnen“ spielte der Musiker Gabriel Jagieniak fröhlich beschwingte Melodien am Akkordeon, sang mit den Besuchern Frühlingslieder in verschiedenen Tonlagen und zeigte humorvoll sein Improvisationstalent. Mechthild Mansel hatte vor drei Jahren schon eine Ausstellung mit ihren Malschülern hier und zeigt nun selbst Arbeiten zusammen mit zwei weiteren Künstlerinnen. „Die Farbfinder sind ein On- und Off-Team, die sich mit ihren sehr unterschiedlichen Handschriften in dieser Ausstellung zeigen. Es sind außergewöhnliche, kräftige Farben und starke Arbeiten. Die Kombination von Öl- und Acrylmalerei und Grafiken ist reizvoll und macht noch mehr Spaß sie zu hängen und komponieren“, sagt Museumsleiter Frank Andert. Er hat ein Faible besonders für Grafik.

Diesmal ist nur eine Ansicht aus der Hoflößnitz „Radebeuler Weinberge mit Spitzhaus“ dabei von Constanze Hohaus. Von ihr sind außerdem Farbholzschnitte mit Dresdner Bauwerken und ein „Reigen der Heiligen“ verwitterter Sandsteinfiguren zu sehen sowie Ölbilder mit „durchsonnten Heuschobern“, eine „Gräserwalze“, Gräserbündel, die an Nester und Inseln erinnern, wo man Schutz und Geborgenheit findet. Mechthild Mansel zeigt filigrane farbige Radierungen, Gesichter mit Hand und Fuß, Paare, Tanzende, eine verlockend schwebende „Odaliske“ und „Hope“ (Hoffnung), eine aktuelle Radierung zur Weltlage. Geballt energiegeladen in kräftigen Rot- und Blautönen, umflirrt von lichtem Gelb, kommen Mansels großformatige Ölbilder mit abstrahierten Körperumrissen, auf und ab steigenden und kreiselnden Linien daher, die „Impulse“ setzen, von „Bagatellen“ und „Liebesbanden“ und „Unter-Wasser-Musik“ erzählen.

Von Petra Schade stammen die stimmungsvollen Landschaften in mal glühenden Orange- und erdigen, pastos mit Spachtel aufgetragenen Farbtönen, gemischt mit Sanden und durchzogen von blauen Rinnsalen und zartfarbene Aquarelle. Stilles, weites Land, Wiesenstück und Waldmoor, eine einsame Bucht, Strand und windzerzauste Kiefern im Abendlicht. Es sind Bilder von Malreisen nach Frankreich, in die Bretagne und die Normandie. Seit 2008 gibt es die Künstlerinnengruppe „Die Farbfinder“. Sie treffen sich spontan im Atelier im Haus von Petra Schade in Radeburg oder in der Natur zum Malen und Austausch. Die Ausstellung im Weinbaumuseum ist noch bis 12. Mai zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten:  Di bis So 10 – 18 Uhr

http://www.hofloessnitz.de

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Zum zehnten Mal bei der Leipziger Buchmesse auf dem Marktplatz Druckgrafik dabei: die Künstlerin und Galeristin Dorothee Kuhbandner aus Radebeul

18 Montag Mär 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Literatur, Projekte, Zwischenmenschliches

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Zum persönlichen Jubiläum auf der Leipziger Buchmesse etwas Besonderes im Gepäck: die Künstlerin und Galeristin Dorothee Kuhbandner und die Autorin Annette Richter mit ihrem neuen Kinderbuch „Felix, die kleine Wildsau“ aus dem ZilpZalp Verlag Radebeul.

Wahre Abenteuer eines Wildschweins

Mit dem Kinderbuch „Felix, die kleine Wildsau“ von Annette Richter und von Dorothee Kuhbandner illustriert, fährt die Radebeuler Künstlerin zum zehnten Mal zur Leipziger Buchmesse.

Eines Tages war es da. Süß, gestreift und quiekend. Lieb, wild und verspielt
sah das Tier aus blauen Augen, die lustig schielen konnten, seine neue Familie an. „Felix, die kleine Wildsau“ begleitet Dorothee Kuhbandner dieses Jahr zur Leipziger Buchmesse. Bereits zum zehnten Mal ist die Radebeuler Künstlerin und Galeristin dieses Jahr dabei vom 21. bis 24. März mit eigenem Stand (F 503) auf dem Marktplatz Druckgrafik in Halle 2.

Zum Jubiläum hat sie etwas Besonderes im Gepäck: „Felix, die kleine Wildsau“, das gleichnamige Buch über die Abenteuer eines Wildschweins ist gerade in ihrem eigenen ZilpZalp Verlag Radebeul erschienen. Saulustig, augenzwinkernd und liebevoll anrührend erzählt die Autorin Annette Richter nach einer wahren Geschichte spannende und unvergessliche Anekdoten aus dem Leben einer Familie mit einem Wildschwein. Fröhlich, farbenfroh und fantasievoll illustriert hat die Geschichte Dorothee Kuhbandner für Kinder ab sieben und alle Kindgebliebenen bis 99 Jahre. Am 22. März, um 13 Uhr laden beide zur Signierstunde mit ihrem Kinderbuch die Besucher auf der Leipziger Buchmesse an ihren Stand ein. Seit 2012 hat Dorothee Kuhbandner im ZilpZalp Verlag acht Kinderbücher herausgegeben, fast alle mit ihren Bildern gestaltet. Sie hat auch das erste Buch „Der kleine Schmetterling und die große rote Blume“ von Annette Richter illustriert, das 2020 erschien. „Mir gefällt ihre Malweise, dieses Bunte, Lebendige, auch ein bisschen frech und die Bilder kindscheln nicht. Das hat mich inspiriert“, sagt Annette Richter. Sie ist Schauspielerin, schreibt außerdem Gedichte, Chansons und Kurzprosa. Eine der Gute-Nacht-Geschichten für ihre drei Kinder, das Manuskript mit dem Schmetterling, fand sie beim Aufräumen  wieder. Dieses hat sie ursprünglich für ihre Tochter geschrieben, die inzwischen selbst Mutter eines Sohnes ist. Auf die Geschichte mit dem Wildschwein stieß Annette Richter vor ca. einem Jahr, als sie zufällig Fotos von ihm wiederfand. Dorothee Kuhbandner war begeistert davon. „Das Wildschwein Felix gab es wirklich“, so Annette Richter. Ihre Erlebnisse mit ihm hat sie aus der Erinnerung aufgeschrieben. Sie war zehn Jahre alt, als ihr Vater als Landarzt zu DDR-Zeiten im Harz mit dem Auto unterwegs eines Nachts auf der Straße eine tote Bache und ihre neun lebenden Frischlinge fand. Einen Frischling nahm der Förster, ein Schweinchen Annettes Vater und sieben kamen in den Tierpark.

Sie erzählt im Buch, wie sie und ihr kleiner Bruder plötzlich quiekende Laute aus der Kartoffelkiste im Keller ihres Hauses hörten, wie sie sich mit dem kleinen Wildschwein anfreundeten, das frei herum lief, es fütterten und mit ihm spielten, wie Felix zu seinem Namen kam, warum das Schweinchen schielte und andere Eigenarten. Wie es immer größer und wilder wurde, herumwühlte im Garten, die Kinder auch mal unsanft umriss beim Spielen und Dorfnachbarn im Feld erschreckte. Wohin mit dem wilden Hausschwein? Ein Jahr lang behielten sie Felix zuhause, sagt Annette Richter. Wie es mit dem Wildschwein weiterging, erzählt sie in ihrer dann fiktiven Geschichte mit Happy End. Neben dem Wildschwein-Kinderbuch bringt Dorothee Kuhbandner ihre Druckgrafiken, fröhlich-bunte Leporellos, kleine Heftchen mit ihren Bildern und humorvollen Lebensweisheiten, diesmal unter dem Motto „Lebenskünstler“ mit auf die Leipziger Buchmesse. „Ich vertrete Radebeul als einzige Künstlerin aus dieser Stadt seit zehn Jahren“, sagt sie stolz. Sie genießt das internationale Flair der Messe, außerdem werde sie mehr wahrgenommen mit ihrer Galerie mit Weitblick und man verkauft auch mehr, sagt Dorothee Kuhbandner. Es mache ihr großen Spaß und eine Portion Idealismus gehöre natürlich dazu. „Der Langmut macht sich allmählich bezahlt.“

Mit einer Auswahl an Neuerscheinungen aus seinem Notschriften-Verlag Radebeul ist auch ihr Mann Jens Kuhbandner wieder mit eigenem Stand auf der Leipziger Buchmesse. Seit 2003 nimmt er daran teil. „Es steigert den Bekanntheitsgrad des Verlags und geballt strahlende, Bücher liebende Menschen in den Hallen zu sehen, das motiviert sehr und braucht man einmal im Jahr“, sagt der Verleger. Drei neue Bücher nimmt er mit zum „Fest der Bücher“ nach Leipzig: „Achtopol“ – eine irrwitzige Trampgeschichte nach Bulgarien von zwei jungen Ostberlinern Anfang der 1980er Jahre von Kay Lutter, Bassist der Band „In Extremo“ und ehemals „Freygang“. Außerdem eine Neuausgabe der Erzählung „Inselmärz“ der 2011 verstorbenen Radebeuler Schriftstellerin Tine Schulze-Gerlach und „Am Brückenwehr“, eine Tagebucherzählung zwischen Kindheit und Wende von Hanns Cibulka mit Grafiken von Gunter Herrmann. Das Kinderbuch „Felix, die kleine Wildsau“ ist in der Galerie mit Weitblick und im Notschriften-Verlagsbuchladen auf der Bahnhofstraße in Radebeul erhältlich.

Text + Fotos (lv)

http://www.doro-malerei.de
http://www.notschriften.com

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Ausstellung „Auferstehung“ von Hubert Rüther auf Schloss Burgk Freital

18 Montag Mär 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Schlossherrin und Kuratorin der Ausstellung Kristin Gäbler freut sich über die „Auferstehung“ der Bilder von Hubert Rüther, einem großartigen Dresdner Expressionisten des 20. Jahrhunderts.

Porträt von Hubert Rüther, gezeichnet von seiner Frau, der Malerin Irena Rüther-Rabinowicz. Sie ist in einem Aquarell von ihm zu sehen.

Farbreiche Feier der Natur
und des Lebens

Voller Kontraste, von expressiv lodernd bis sachlich konkret, erinnert die Ausstellung „Auferstehung“ an den Künstler Hubert Rüther derzeit auf Schloss Burgk in Freital.

Ein Blumenstilleben in leuchtenden Farben, zu dem sich eine Kugel und eine Pyramide im licht- und schattenreichen Formspiel auf gelbem Tischtuch gesellen, erzählt schon im Eingangsraum viel über dieses intensive, kurze und schaffensreiche Künstlerleben. Vis-a-vis dazu hängt ein Ölbild mit Bäumen, die wie riesige Tulpen mit gelben Blüten auf dem frischen Grün beschwingt in den türkisblauen Himmel ragen, hoch über den farbenfrohen Häuschen im Tal. Gleich daneben sieht man in Schwarz- und Grautönen gehaltene Ansichten von Industrieanlagen, aufgerissene Erdgruben, Förderkörbe an Seilen in der Luft und rauchende Fabrikschornsteine in der Landschaft. Ein Stück weiter Kohle- und Graphit-Zeichnungen mit lauschigen Dörfern, weiter Landschaft, heraufziehendem Gewitter und Bäumen im Sturm in Pargny, Pagnon, Rethel und Sedan, 1915 in Nordfrankreich. Zu sehen sind die ausdrucksreichen, mal heiter poetischen, mal expressiv lodernden, sachlich konkreten und eindringlichen Natur-, Reise- und Lebensbilder in der Sonderausstellung “Auferstehung“ mit Malerei und Grafik des Dresdner Künstlers Hubert Rüther (1886 – 1945) derzeit bei den Städtischen Sammlungen Freital auf Schloss Burgk.

Zeitgleich zum Erblühen in der Natur feiert die Ausstellung die Wieder- und Neuentdeckung des großartigen, ebenso farbstarken wie feinfühligen Expressionisten Hubert Rüther und zur sogennannten „vergessenen Generation“ nach Kriegsende gehörenden Dresdner Künstlers. Gezeigt werden von ihm Ölgemälde, Aquarelle, Holzschnitte und Radierungen sowie Glasgemälde für Kirchenfenster, die im Zeitraum von 1912 bis 1938 entstanden. Sie führen den Betrachter zu eindrucksvollen Landschaften und Orten in Frankreich, Italien und Österreich in den 1920er und 1930er Jahren, am Brenner, nach Capri, Rom und Tirol. Charme und Tristesse, Schönes und Bedrohliches schwingen oft mit in den Bildern, darunter Stadtansichten mit Plätzen und Straßencafés in Paris, am Hafen und Vororten in Marseille und einem Liebespaar am Montmartre, der Mann vollbepackt mit langen Baguettebroten. Schwarze Boote mit orangenen Segeln schaukeln auf den Wellen, ein Segelboot kämpft halb umgeworfen mit den Wasserstrudeln und zwei braune Frauenkörper stehen gebannt am Meer in einem colorierten Holzschnitt des Künstlers von 1920. Es sind überwiegend Leihgaben aus Privatbesitz und einige Arbeiten aus dem Besitz der Städtischen Sammlungen Freital. Darunter das Titelbild der Ausstellung „Auferstehung“ und das Ölbild „Kreuzigung“, um 1920, die sonst neben Gemälden von Otto Dix in der ständigen Ausstellung im Schloss Burgk zu sehen sind. Die letzte Gedächtnisausstellung für Hubert Rüther fand 1948 in Dresden statt. 1987 gab es erstmals wieder eine Ausstellung mit seinen Arbeiten im damaligen Haus der Heimat Freital.

„Es ist toll, dass nun neben den Bildern von Hubert Rüther in Freital zusammen mit der Städtischen Galerie Dresden dort bald eine eigene Ausstellung mit Arbeiten seiner Frau Irena Rüther-Rabinowicz, einer jüdischen Künstlerin, zu sehen sein wird“, sagt Kristin Gäbler, Kuratorin der Rüther-Ausstellung und Leiterin der Städtischen Sammlungen Freital. Die Doppelausstellung will den Besuchern das Werk und Wirken dieses Künstlerpaars näher bringen. Die Ausstellung im Landhaus Dresden findet vom 13. April bis 18. August statt. Hubert Rüther war ein ambitionierter und erfolgreicher Dresdner Künstler seinerzeit, er studierte nach einer Malerlehre in der Firma seines Vaters und zwei Jahren an der Kunstgewerbeschule ab 1911 an der dazumal Königlichen Kunstakademie Dresden bei Richard Müller, Osmar Schindler, Oskar Zwintscher und ab 1914 als Meisterschüler bei Gotthardt Kuehl. Rüthers Kommilitonen waren Otto Dix, Bernhard Kretzschmar und Irena Rabinowicz im Meisteratelier von Otto Gussmann von 1919 bis 1921, in dem Jahr heiratete er die Malerin. Von ihr ist eine federleichte Zeichnung von 1930, ein Porträt ihres Mannes Hubert Rüther mit sanftem Blick und Krawatte in der Ausstellung zu sehen. Er porträtierte sie in einem Aquarell von 1919 als junge Malerin mit roten Wangen, dunklem Haar und großen, tiefen Augen.

Sein Selbstbildnis „Das Gotteskind“ in einer Kohlezeichnung von 1915 zeigt Hubert Rüther mit Sanitätsmütze, Kreuz darauf, Uniformjacke, Brille und brennender Zigarre im Mundwinkel. Der Blick entschlossen und zuversichtlich, bestärkt vom Glauben und seinem Einsatz. Von 1914 bis `18 war der Maler im Ersten Weltkrieg als freiwilliger Krankenpfleger und kam verwundet mit einer schweren Kopfverletzung zurück. 1934 wurde Hubert Rüther von den Nationalsozialisten mit Ausstellungs- und Berufsverbot belegt wegen des Bekenntnisses zu seiner jüdischen Ehefrau, seine Arbeiten wurden als „entartet“ diffamiert und der Künstler zu Zwangsarbeit verpflichtet. Hubert Rüther überlebte die NS-Zeit als gebrochener Mann, der körperlich und seelisch erkrankt 1945 mit nur 59 Jahren starb. Die Ausstellung „Auferstehung“ mit seinem zeitlos berührendem Werk darüber, was Menschsein ausmacht, ist noch bis 20. Mai in den Räumen auf Schloss Burgk zu sehen. Außerdem zeigt eine Kabinettausstellung dort im Projektraum „Drehscheibe“ satirische Illustrationen von Tobias Wolf zum neuen Märchenbuch „Die ewige Brezel“ des Porzellankünstlers und Autors Olaf Stoy noch bis 28. März.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Di bis Fr 12 – 16 Uhr, Sa, So und Feiertag 10 – 17 Uhr

http://www.freital.de/museum


Ein Museumsarbeiter hängt ein Plakat zur Kabinettausstellung im Schloss Burgk auf. Dort sind derzeit Illustrationen von Tobias Wolf aus dem Märchenbuch „Die ewige Brezel“ von Olaf Stoy zu sehen.

 

 

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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