Gastspiel „Manche mögen`s heiss“ in Hoppes Hoftheater in Weissig

Humorvolle Hommage mit reizvoller Rattendame

Der Filmklassiker „Manche mögen`s heiß“ kommt anlässlich des 100. Geburtstages von  Marilyn Monroe als turbulente Komödie mit Puppen und viel Musik als Gastspiel auf die Bühne. Letztmals diesen Sonntag in Hoppes Hoftheater in Dresden-Weißig.

Der Filmprojektor rattert. Zwei Männer im Auto, eine wilde Schießerei sind auf der Leinwand zu sehen. Dann bricht der Streifen ab, der Apparat springt nicht mehr an. In dem verlassenen Lichtspieltheater treffen sich regelmäßig Cineasten, um große Klassiker zu feiern. Kurzerhand beschließen daraufhin, den Film „Manche mögen`s heiß“ selbst aufzuführen. Es sind buchstäblich leidenschaftliche Kino-Ratten, die sich zu ihrer Jahreshauptversammlung an diesem Abend in Hoppes Hoftheater in Dresden-Weißig versammelt haben.

Da auf dieser Veranstaltung Rättisch gesprochen wird, erhalten die Zuschauer Kopfhörer-Öhrchen, damit sie die Sprache verstehen, am Theatereingang. Das klingt sonderbar, geheimnisvoll, fast subversiv. Und tatsächlich kam Billy Wilders berühmte Filmkomödie „Manche mögen`s heiß“ von 1959 zum 100. Geburtstag von Marilyn Monroe als besonderer, witzig-origineller Theaterabend in einer Mischung aus Figurentheater, Schattenspiel, Schauspiel und Musik voll skurriler Einfälle, Fantasie und Improvisationskunst bei sommerlichen Temperaturen in das urige, angenehm kühle Scheunengemäuer. Für den Filmklassiker-Sommerspaß unter Regie von Arne Retzlaff, die liebevoll nostalgische Ausstattung von Bühne und Kino-Ratten stammt von Ella Späte, holte sich das Hoftheater Dresden Verstärkung aus dem hessischen Steinau, der Geburtsstadt der Gebrüder Grimm, im Theatrium Steinau. Die drei Puppenspieler und Schauspieler Detlef Heinichen, Marcel Wagner und Dirk Neumann spielen mit hinreißender Komik, Hingabe, Spiel- und Musizierfreude in flottem Rollenwechsel zu wunderbaren Jazz-Ohrwürmern und Tingeltangel-Musik vom Band die Geschichte um die zwei arbeitslosen Musiker Joe und Jerry – im Film verkörpert von Tony Curtis und Jack Lemmon – auf der Flucht vor schießwütigen Gangstern in Chicago Ende der 1920er Jahre.

Die Film-Freaks tauchen anfangs als elegante Herren in grauen Anzügen mit Fliege, rosa Ohren und Rattenschwänzen auf, die den Film schon tausend Mal gesehen haben und wissen was passiert. Ein paar Perücken, Schminke, Frauenkleider und Büstenhalter und schon landen die drei Kino-Ratten mitten im turbulenten Geschehen. Als Augenzeugen eines Mordes der Mafia tauchen die beiden Musiker, mit Saxofon und Kontrabass, auf der Flucht vor den Ganoven verkleidet in einer Damenkappelle unter und treffen auf die blonde, naive wie sexy Sängerin und Ukulelespielerin Sugar (Marilyn Monroe), in die sich Joe sofort verliebt. Herrlich komisch anzuschauen, wie die zwei Rattenmänner Jerry und Joe als Daphne und Josefine in adretten Kleidern und Glitzerbändern auf den Bubikopfperücken ihre Männlichkeit verbergen müssen, um nicht aufzufliegen, sanft und galant mit der reizenden Sugar sprechen. Wie sie Joe als falschen Millionär auf seiner Jacht scheu küsst aus und erlöst aus seiner vermeintlichen Gefühllosigkeit und als Rattendame mit blonden Locken und großen Augen im weißen Glitzerkleid charmant und verführerisch singt, tanzt und übermütig die Beine wirft – so hat man die Monroe noch nie gesehen! Sie teilen heimlich Whiskey, Freud und Leid und am Ende sind sie zwar immer noh arm wie Kirchenmäuse, aber finden die Liebe und das nächste große Abenteuer wartet schon. Herzlichen Beifall vom Publikum gab es für diese doppelt reizvolle Verkleidungs-Komödie über einen unverwüstlichen Film-Klassiker.

Text (lv)

Letzte Vorstellung: 30.8., 16 Uhr.

Charmant, witzig und rattenscharf: Szene aus der  Aufführung „Manche mögen`s heiß“ in Hoppes Hoftheater. Fotos (2): Hoppes Hoftheater

BilderAlbum: Konzert im Milchschafhof Bärenstein & Ausstellungen beim Musiksommer

KlangZauber und Tieroase im Milchschafhof Bärenstein

Eine Fülle an Klängen, mal fein und zart wie Lichtgefunkel und Blätterspiel, mal sirrend, flirrend, knarrend, leicht, erdig, kraftvoll, verträumt und sehnsuchtsvoll, gab es am vergangenen Sonntagnachmittag bei einem Konzert mit frei improvisierter Musik im Rahmen des Musiksommer Bärenstein. Die drei Musikerinnen Andrea Hofmann (Violine), Karoline Schulz (Flöten) und Sabine Grüner (Violoncello) ließen stimmungsreiche Klangbilder und -landschaften vor zauberhafter Naturkulisse entstehen, von ihr angeregt, flüsternd, innig, harmonisch und quirlig bis leise wehmütig und melancholisch immer neue Räume nach innen und außen in Verbindung mit der Umgebung öffnend. Die Schönheit des Moments, Innehalten, Verrinnen von Zeit, Vergänglichkeit und ferne Erinnerungen, die immer wieder aufleuchten und weiterklingen, verbanden sich zu wundervollen Melodien. Mit den Zuhörern lauschten andächtig weiter hinten die Esel in ihrem Gehege, ebenso wie die Katzen, der Hahn und die Schafe ein Stück weiter auf der Wiese. Die Vögel in den Bäumen stimmten ab und zu in die beschwingten Klänge der Musikerinnen ein. Bezaubernd!

Das nächste Konzert findet an zwei Klavieren statt, mit dem Musiker Andreas Scotty Böttcher aus Dresden und der spanischen Pianistin Hada Benedito am 22. August, um 17 Uhr im Musikladen, Kirchgasse 2, in Bärensrein.

Text + Fotos (lv)

Musik in vielen Klangfarben an ungewöhnlichen Spielorten: Dafür sorgen der Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein, Hartmut Dorschner und die Musikerin, Sängerin und Mitgestalterin Agnes Ponizil.
Neugierig und aufmerksam lauschten auch die zwei Eseldamen Lucy und Charlott den Klängen und freuten sich über die Besucher im Milchschafhof Bärenstein. Dort gibt es auch einen Hofladen mit frischen Naturprodukten,

Ausstellungen und Konzerte im Musikladen


Zum „KlangStroom“ mit fantastischen Klängen an der Harfe und am E-Piano luden bereits Aerdna Harp und Sven Haubold am Klavier ein. Die Meißner Künstlerin Else Gold zeigt derzeit farbenfrohe Bilder und Objekte in der Kirchgasse 10. Keramik-Köpfe und Fische aus Ton von Karin Dorschner und Porträts von Eleni Haase sind im Musikladen in der Kirchgasse 2 während des Musiksommer Bärenstein zu sehen.

Ausstellungs-Eröffnung: „Wenn Farben Liebe machen“ mit Malerei von Oliver Estavillo in der Galerie Holger John in Dresden


Malerei voller Farbkraft, Akribie, Lebensfreude und Hintersinn: Die Bilder des deutsch-mexikanischen Künstlers Oliver Estavillo zeigen unverkennbar seine Wurzeln und verbinden eindrucksvoll Tradition und Moderne.

Wenn Farben Liebe machen

Eine Bilderwelt voller Farbenfreude, Kontraste, Witz und Fantasie lockt mit der neuen gleichnamigen Ausstellung des deutsch-mexikanischen Künstlers Oliver Estavillo. Eröffnet wird sie am Tag des Mauerbaus am 13. August, um 19 Uhr in der Galerie Holger John, Rähnitzgasse 17 in Dresden.

Auf den ersten Blick wirken sie wie große farbige Lampions, die vor einem lodernden Himmel auf der Leinwand schweben. Fünf farbenfroh bemalte Totenschädel. Aus den Augen sprießen Blumen, die Köpfe sind geschmückt mit Ornamenten, Herzchen und Kreuz. Sie fliegen zwischen Kakteen und einem schwarzen Vogel, der eine Schlange in den Krallen hält, vor dem Sonnenball.

Das Titelbild „Mexiko“ von 2026 von Oliver Estavillo entführt in eine besondere Bildwelt voller Farbenfreude, Kontraste, hintergündigem Witz und Fantasie in der Galerier Holger John in der Rähnitzgasse 17 im Dresdner Barockviertel.
Figürliche Szenen voller Symbolik und ambivalenter Stimmung zwischen Faszination, diffusem Schrecken und gelassener Heiterkeit sind dort zu sehen. Da tanzen Paare leidenschaftlich Tango, mit gehaltener Pistole von Männern und Frauen zwischen den Umarmungen. Da prallen die Welt der Reichen und Schönen, Macht, Gier und Gewalt, Leben, Liebe und Tod in grellen Farbtönen, grotesk überhöht in der Darstellung immer wieder aufeinander in den meist großformatigen Gemälden. Das vielseitige Schaffen des deutsch-amerikanischen Malers mit mexikanischen Wurzeln, der in seinen Arbeiten überwiegend gesellschaftskritische Themen aufgreift, stellt Holger John, selbst Künstler und Kurator, derzeit in gleich zwei Ausstellungen hintereinander in seiner Galerie vor. Unter dem Titel „Fiesta Mexicana“ hat er 36 Bilder aus den Jahren 1989 bis 2026 ausgewählt. Sinnliches und Bedrohliches, Schönheit und Abgründe des Lebens liegen nah beeinander in den Gemäden von Estavillo.

„Die Farbkraft, Akribie und Aggressivität in der Darstellung, der sarkastische Humor und die Lust am Fabulieren stechen heraus in seinen Bildern, mit denen er der Gesellschaft einen Spiegel vorhält“, sagt Holger John über die gezeigten Arbeiten. Bitterböse und absurd zugespitzt ist beispielsweise sein Blick auf die Münchner Schickeria, wenn er bayerische Mädels adrett in Dirndkleidern und Zöpfen als feierwütige, gruslige Zombies zeigt in einem Bild. Oder die „Botox Elfen“, so nennt Estavillo die künstlich gestrafften Frauen, die aussehen wie Wachspuppen mit erstarrten Mienen. Einige Bilder wirken wie eine verschraubte Mauer, so John, an den Bilderrahmen sind sie mit spitzen Nägeln befestigt. „Flambierte Barrrikaden“ nennt der Galerist Estavillos Arbeiten, die den schönen Schein und Sein, die Doppelmoral in der Gesellschaft spiegeln. Das brachte Holger John auch auf die Idee zur nächsten Ausstellung. Nach den figürlichen Bildern werden nun abstrakt farbige Werke von Estavillo unter dem Titel „Wenn Farben Liebe machen“ gezeigt.

Die Ausstellungseröffnung ist am 13. August, am Tag des Mauerbaus, um 19 Uhr in der Galerie Holger John. „Das wird ein buntes Kaleidoskop aus Farbflecken, das die Mauer noch mal direkt abreißen w ill und den Kalten Krieg in der Kunst auflöst“, kündigt John an. „Kunst ist ein großes Kaleidoskop, immer auch in Bewegung und Veränderung.“ Dabei gehe es um das Ost-West-Spiel und tatsächlich immer noch vorhandene Vorurteile auf beiden Seiten ebenso wie um den Kunstmarkt, Kommerz und Wertigkeiten. Um verschiedene Blicke auf die Kunst. Was gute Kunst ausmacht. Inwieweit der gezahlte Höchstpreis tatsächlich entscheidet über die Qualität und den Wert eines Bildes.

„Es geht um die zwei Enden in der Wurst, wo man nicht weiß, wer ist der Gute oder der Böse. Wir sind Ost wie West in einer Wurstpelle und wenn wir die auffressen, schwimmen wir auf der Pelle daher oder was kommt dann?“, fragt John. „Wir machen es uns gegenseitig so schwer.“ Als Galerist in Dresden will Holger John aber auch über den Tellerrand schauen. „Diese mexikanische Malerei ist so anders. Mit der anderen Bildsprache bringt sie einen Störfaktor und zugleich frischen Wind herein“, so John. Es werde eine schöne, lebensfrohe Sommerausstellung. Bei der Konfetti fliegt und die Besucher zur Vernissage auf der nicht mehr sichtbaren Mauer ausgelassen tanzen können zu den wildrockigen Country-Klängen der jungen Band „Bandana Brothers“ aus Tennesee/USA.

Oliver Estavillo ist halb Mexikaner, halb Deutscher. „Ich bin durch und durch Maler. Die mexikanische Seele und Farbe habe ich in den Genen. Das ist wie Essen und Trinken notwendig für mich das Malen“, sagt Estavillo. Er wurde 1964 als Sohn eines US-Amerikaners und einer deutschen Familie in Fulda geboren. Sein Vater war amerikanischer Soldat, verließ aber seine Frau und seine vier kleinen Kinder und kehrte in die USAzurück, ohne jemals die geringste Unterstützung zu leisten. Ein sehr persönliches Bild von Estavillo „Mein Vater in der Hölle“ schockiert und erzählt von seiner Wut und Entbehrungen. Wenigstens hat er ihm den klangvollen Namen mitgegeben. Viele denken, es ist ein Künstlername oder ein Pseudonym, lacht Oliver Estavillo. Aufgewachsen ist er mit seiner Mutter und den Geschwistern in München. Er hat in Gelegenheitsjobs und als Restaurator gearbeitet, auch am Fuldaer Dom mitgewirkt. Estavillo ist künstlerischer Autodidakt und arbeitet seit 2006 ausschließlich aks freischaffender Künstler. Im Jahr 2017 zog er zurück in seine Heimatstadt Fulda. „München war einfach nicht mehr bezahlbar“, sagt er. Fulda sei eine schöne kleine Barockstadt in Hessen, auch landschaftlich. „Doch es ist nicht viel los dort.“ Ihm fehlt es, an der Isar spazieren zu gehen. Ab und zu besucht er Freunde in München. An seiner Malbesessenheit hat sich hingegen nichts geändert.

Auch wenn Estavillo kein Wort spanisch spricht und noch nie in Mexiko war, sieht man in jedem seiner farbenfreudigen, kraftvollen Bilder seine Wurzeln. „Bei den abstrakten Bildern ist die Farbe die Handlung“, sagt er. Da kann er intuitiv und beschwingt wie beim Jazz losmalen. Er hört auch gern Musik dazu, auf MDRKultur und Klassik Radio. Bei seinen figurativen Bildern zeichnet Estavillo mit Bleistift vor und dann malt er mit dem Spitzpinsel weiter in seiner fein ausgearbeiteten, detailreichen Ölmalerei. Dort gehe es in Millimeter-Schritten vorwärts. „Das Abstrakte ist ein Ausgleich, fast wie eine Wellnesskur“, sagt er. „In die Farben reinspringen und dann muss ich schwimmen.“  Die abstrakten Bilder von Estavillo sind zeichenreiche, intensive und wunderbare Farblandschaften, in denen angeregt von der alten mexikanischen Kultur der Mayas immer wieder Symbole wie Sonnen, Kreise, Spiralen, Schlangen, Augen und Ornamente auftauchen, Mythen und Pflanzliches sich eindrucksvoll verbinden. Mal luftig, leicht und offen, mal dicht verwoben, verschlungen und verstrickt, manchmal fast labyrinthartig verlaufen die Wege zwischen Himmel und Erde.

Die Farben strömen, wirbeln, rotieren mal wild, chaotisch, unbändig und dann fließen sie wieder sanft und harmonisch auf den Leinwänden. In warmen Rot- und Orangetönen, ocker, türkis, tiefblau bis zu knalligem Pink und Violett ziehen diese Farbgebilde einen magisch an, wird man als Betrachter förmlich hineingesogen. Charmant oder hinterrücks, erfrischend oder wie klebrige Bonbons wirken sie wie „fleischfressende Bilder“, liegen Schönes und Dunkles nah beieinander zwischen Supernova und Scherben ähnlich wie in den Darstellungen der High Society in der vorherigen Ausstellung. „Das geht an die Seele. Wenn es zu viel Kunst wird, bist Du vergiftet oder berauscht“, so Galerist John. Er fühlt sich der mexikanischen Kunst auch verbunden. Seit er weiß, dass dort auch Vorfahren von ihm lebten. Aus Neugier und Interesse, da er immer noch schwarze Haare hat mit Mitte 60, ließ Holger John einen DNA-Test zu Abstammung und Herkunft machen, es war ein Weihnachtsgeschenk seiner Familie vor einer Weile. Vom Ergebnis war er doch sehr überrascht, so der Künstler. Da er eine Affinität zu Keramik, Lebensweise und Ruhe der asiatischen Kultur hat, dachte er eher an China oder Mongolei. „Doch ich bin zu 20 Prozent Mexikaner, außerdem zu 10 Prozent Italiener und 25 Prozent Ire. Der Rest ist das Slawische“, sagt Holger John. Daher fühle er sich Oliver Estavillo natürlich ein bisschen verwandt im künstlerischen Geist. „Das ist ein Welttheater. Wenn diese Farben Liebe machen, entsteht Ekstase, pure Lebens- und Sinnesfreude“, so John zur neuen Ausstellung von Estavillo. „Die Farben bewirken ja auch etwas. Das sind lustige Drogen. Der eine würgt daran, der andere ist vergnügt.“

Kunst müsse manchmal auch etwas weh tun und kann auch mal querliegen im Magen. Sonst mache man etwas falsch als Galerist. „Wenn die Farben dann gefressen sind und sich vermehren, wer weiß was dann herauskommt?“ Dieser spannenden Frage können die Besucher in der Ausstelllung nachgehen. Holger John. „Die Mauer ist schon weg. Doch bis sie wirklich weg ist, wird es noch einige Generationen dauern. Da die Sehgewohnheiten und Erfahrungen sich weiter übertragen.“ Die Mauer bunt anmalen von beiden Seiten bis sie transparent und unsichtbar ist, lautet seine Devise. „Die bunten Farben werden uns vielleicht retten, wenn sie Liebe machen. Sonst wäre die Welt finster“, so Holger John. „Ich sehe, dass wir alle Deutsche sind hüben wie drüben“, sagt Oliver Estavillo. Er habe sehr interessante, liebe Menschen im Osten kennengelernt. Doch er sieht auch die Unterschiede:

„Die Ostdeutschen sind pfiffiger, haben einen gewissen Mutterwitz, sie sind lebensbejahender und haben mehr Zusammenhalt“, fällt ihm bei seinen Aufenthalten auf. „Im Westen geht es mehr egoistisch und gefühlskalt zu.“ Dresden sei eine wunderschöne Stadt und er freut sich darauf, wieder herzukommen. Estavillo hat seine Bilder auch schon in Berlin ausgestellt. „Da ist noch mal ein größeres Publikum. Aber leben möchte ich nicht dort. Die Berliner sind mir zu unfreundlich.“ Holger John kennt er seit einigen Jahren und hat schon mehrmals in Gruppenausstellungen figurative Bilder gezeigt. Es sei beeindruckend, wieviele Leute immer zu den Aussellungseröffnungen bei ihm kommen. „Er ist Charisma auf zwei Beinen“, sagt Estavillo über den Künstlerkollegen John. Sein Traum ist es, seine Bilder auch mal in Mexiko im Nationalmuseum für Kunst zu zeigen. „Das fänden die bestimmt spannend,  moderne Kunst von einem Deutsch-Mexikaner zu sehen“, hofft Oliver Estavillo. Vielleicht kann der als Konsul in Mexiko-Stadt lebende Alexander Prinz von Sachsen den Kontakt herstellen, der die Ausstellung Fiesta Mexicana im Juni in Dresden eröffnet hat.

Text (lv)

http://www.Galerie-HolgerJohn.com

Neue Lyrik: Gedichte von Zoe Nora Goerges

Eine Auswahl der Gedichte von Zoe Nora Goerges, die bisher noch unveröffentlicht sind, erscheinen hier erstmals mit ihrer Erlaubnis auf meinem wortgarten-Blog. Diese Autorin ist eine großartige Entdeckung für mich! Doch lest selbst.

Über dem golden glimmenden Gipfel
im Nebel, rauchig und flach
tanzt eines zarten Kleides Zipfel
wird wilde Welt langsam wach
du tanzt über Berges Wiesen
mit Malven, Schaumkraut und Löwenzahn
meine Gedanken werden zu Riesen
doch du folgst deiner schwebenden Bahn
Kaum berühren den Tau deine Zehen
was flüstern die Halme sich zu
pflückst meine Träume im Gehen
verströmst unendliche Ruh
Du sammelst die Farben des Morgens
und ich nenne sie grüblerisch mein
aber es ist nur ein Akt des Borgens
Deine Silhouette wird kleiner und klein
für Lilli am 8.8.202

Clara Schumann

Aufrecht sitzen
vor Auftritten schwitzen
sie trägt allein aller Takte Gewicht
doch ohne Pathos im Gesicht
Schumann zerfällt währenddessen
in der Anstalt in seine Einzelteile
man wird ihn nicht vergessen
aber ruhigstellen, für eine Weile
Clara hat acht Kinder, die spielen hinter der Bühne
möglicherweise liebt sie einen andern, möglicherweise betreibt sie hier Sühne
aber groß ist es, was sie da tut, auf dem Klavier
führt einen Kanon ein, nach neuer Manier:
Beethoven, Schumann und Brahms
auch der letzte Hörer vernahm’s
das Repertoire es folgt einem Sinn,
der war in Konzerten vorher nicht drin
Vater Wieck – mit größter Disziplin
er formte die Tochter (die kriegen wir schon hin!)
seine Rechnung ging nicht auf, aber Europa lauscht
sie verbeugt sich bescheiden,
und der Beifall, er rauscht

Frida Kahlo

Diese niedlichen Zehen, vom dampfenden Badewasser umspült
rot rot rot bleiben sie zur Betrachtung bis das Wasser auskühlt
und sich Frida erhebt
und die Erde erbebt
unter ihrem Tritt, sprießen die Blumen
sie heben die Köpfe, aus Schmerz geboren
Nägel im Fleisch, unterm Tisch liegen Krumen
von denen sich Frida ernährt, die Diego verloren
Sie malt sich selbst, rahmt unsägliche Pein
aufgespießt von Stangen, eigentlich von zwein,
der aus der Straßenbahn und der ihres Mannes
aber sie gibt nicht auf, sie ist es, sie kann es
umformen, transformieren,
sie benutzt ihr eigenes Blut
versuchst du ihre Bilder zu interpretieren
findest du Kraft,
Leidenschaft,
Mut
Zersprungenes Glas, Tehuana-Tracht
sie kennt sich selbst, sie kennt ihre Macht,
das Schöne zu finden in jeglichem Schmutz
der sie stets beschattet
sie selbst hat’s gestattet,
doch nur um zu stehen, wo andere fallen
hängt sie am Leben mit Klauen und und Krallen
Wächst drüber hinaus, über Schmerz und Leid
und wird uns Symbol einer neuen Zeit
die mit ihr begann, sie breitet sich aus
und leuchtet uns heim, in das prächtige Haus
von Menschen bewohnt, die Verantwortung tragen
geistig nicht mehr am Hungertuch nagen
Gemeinschaften bilden, die blühen und schützen
und letztendlich uns allen nützen

Gustav Klimt

Gegenwart, Wille – vollkommene Präsenz
Paare auf Augenhöhe
Balance, Gewichtung und Transzendenz
Der Kuss in absoluter Nähe
Stilistisch geht Klimt den Weg, den er muss
Akademische Mauern, er meidet sie
Schöpft aus Emotionen im Überfluss
Man fragt sich: Dekoration oder reine Magie?
Würde, codiert, und tiefes Begehren
Szenen, die Erotik nähren
Beschwört der Maler im sakralen Glanz
ganz byzantinisches Mosaik
hält Judith Holofernes lässig beim Schopf
eben durchtrennt sie brutal sein Genick
Das Weib bedrohlich, sinnlich, bewusst
Klimt stellt sie dar im Triumph ihrer Lust
erschöpft vom mörderischen Genuss
weil Liebe auch mal weh tun muss
Skandalös, was er zeigt
existenzielle Intensität
weibliches autonomes Subjekt
der Bürger fragt, wo kommen wir denn hin,
wenn sich die Frau nicht mehr versteckt

John Cage

Nur Husten im Saal
da wird Musik zur Qual
4’33 sitzen die Leute herum
und alles bleibt stumm
keine Melodie kommt uns zu retten
er streift sie ab, jegliche Ketten
der Definition
war es das jetzt schon
ist da wer, der an Nägeln kaut?
Und wer atmet da so laut?
Selbstkonfrontation bis zum Erbrechen
lässt er die Gebrechen sprechen
Knarrende Stühle, kratzende Hände
hat denn das hier nie ein Ende
und dann klatschen sie enthusiastisch
alles löst sich, was vorher spastisch
und verkrümmt gewartet hat
mir was es eigentlich zu platt
das Schweigen
der Geigen

BilderAlbum: Gedicht-Lesung mit Zoe Nora Goerges & Jazzmusiker Hartmut Dorschner beim Musiksommer in Bärenstein

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Farb- und klangreiche Poesie & Musik: die Autorin Zoe Nora Goerges und Jazzmusiker Hartmut Dorschner begeisterten bei ihrer Lesung das Publikum am vergangenen Sonnabend im Kunsthaus Bärenstein.

Worte, Farben und Klänge aus Licht zwischen den Himmeln

„Spot an!“, so heißt das erste Gedicht. Ein Scheinwerfer geht an. Worte und Klänge wandern und schweben durch den Raum, streifen umeinander, lassen Bilder erstehen in vielen Farbtönen in ganz eigener Sprachmelodie. Sanft, intensiv und kraftvoll ist der Sog dieser Gedichte, in denen Kunst, Klang, Malerei, Musik und das Leben mit allen Licht- und Schattenseiten eine Rolle spielen, die Autorin Zoe Nora Goerges nicht nur vortrug, sondern zelebrierte bei ihrer Lesung am vergangenen Sonnabend beim Musiksommer in Bärenstein. Begleitet wurde sie klangreich von Jazzmusiker Hartmut Dorschner, dem Initiator des Musiksommer im Kunsthaus Bärenstein. Die Lesung war erfreulich gut besucht bei hochsommerlichem Wetter.

In dem angenehm kühlen Veranstaltungssaal im Obergeschoss verbanden sich die poetischen Texte mit elektronischen, sphärischen, pulsierenden Klängen und Saxofonspiel. Da verweben sich Fäden aus Licht zwischen den Himmeln und erschaffen Räume aus Licht, heißt es in einem Gedicht von Goerges über Palestrina, einen berühmten italienischen Komponisten der Renaissance. Ihre Verse erzählen oft von Künstlerinnen und Künstler, Forschern und Erfinderinnen und berühren mit knappen, starken Aussagen. In einem Gedicht über Frida Kahlo schreibt sie: Sie malt sich selbst/umrahmt von Pein/Sie gibt nicht auf/benutzt ihr eigenes Blut/findet Kraft Leidenschaft und Mut/das Schöne zu finden/in jeglichem Schmutz/dort wo andere fallen/steht sie und wird zum Symbol einer neuen Zeit.

Text + Fotos (lv)
Mehr Text zur Lesung folgt.

Musiksommer Bärenstein: Autorenlesung mit Zoe Nora Goerges & Klängen von Hartmut Dorschner am Sonnabend


Wort & Kunst & Klang verbinden sich in der Lesung mit Zoe Nora Goerges diesen Sonnabend, den 8. Juni, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein. Foto: privat

Poetisches Panorama aus Malerei und Musik, Kunst und Leben

Eine Autorenlesung mit Zoe Nora Goerges und musikalischer Begleitung von
Hartmut Dorschner gibt es beim Musiksommer Bärenstein am 8. August, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein.

Kunst und Klang verbinden sich in der Lyrik von Zoe Nora Goerges auf besondere Weise. Sie nimmt den Leser und Zuhörer mit auf eine poetische und zugleich reflektierende Reise durch Kunst, Musik, Mythologie und menschliche Emotionen. Ihre Gedichte, häufig in Versform gestaltet, greifen eine Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten aus Kunst und Musik auf, begonnen bei Hieronymus Bosch über Hilma af Klint, Gustav Klimt und Claude Monet bis hin zu Frida Kahlo, Mozart und Clara Schumann.

Dabei entsteht ein vielschichtiges Panorama der Kunstgeschichte, in dem Malerei, Musik und Poesie auf eindrucksvolle Weise miteinander verschmelzen, heißt es in einer Rezension von Mariangela Di Grado von Europa Edizioni über die Gedichte von Zoe Nora Goerges. Besonders gelungen sei die dichte symbolische Ebene ihrer Texte: Allegorien, wiederkehrende Motive wie Licht und Schatten sowie die Auseinandersetzung mit künstlerischem Schaffen und persönlichem Leiden verleihen ihren Gedichten eine große Tiefe.

Ihr Schreibstil zeichne sich durch eine ausgeprägte Musikalität aus. „Die Sprache ist bildreich, von Metaphern und kulturellen Anspielungen durchzogen und bewegt sich souverän zwischen gehobenem und bewusst gebrochenem Ton, was den Texten zusätzliche Dynamik verleiht“, hebt die Rezensentin hervor.

Insgesamt wirken die Texte der Autorin als ein vielschichtiges, poetisches Mosaik, das Kunst und Leben, Vergangenheit und Gegenwart sowie Schmerz und Schönheit auf überzeugende Weise verbindet.

Zoe Nora Goerges ist studierte Musikerin und Opernsängerin. In ihrer Freizeit schreibt sie gern Lyrik. Sie stellte ihre Texte bereits auf Lesebühnen vor. An diesem Sonnabend, dem 8. August, um 17 Uhr ist sie zu Gast beim Musiksommer Bärenstein mit einer Autorenlesung gemeinsam mit dem Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer, Hartmut Dorschner, im Kunsthaus Bärenstein. Die Zuhörer dürfen gespannt sein, wie sich ihre Poesie- und Klangwelten miteinander verbinden.

Text (lv)

Ausstellung „Überall ein Sehnen“ mit Malerei der Dresdner Romantik auf Schloss Burgk in Freital

Die Schönheit der Silberdisteln
Facettenreich und opulent farbig holt die neue Sonderausstellung „Überall ein Sehnen“ vergessene Künstler aus der Dresdner Romantik ins Blickfeld auf Schloss Burgk in Freital.
Alles kann romantisch sein. Bei weitem nicht nur farblodernde Sonnenuntergänge und heile Naturidylle. Das zeigt die neue Sonderausstellung mit dem Titel „Überall ein Sehnen  – Ein tiefer Blick in die Dresdner Romantik“, die am vergangenen Sonntag auf Schloss Burgk in Freital eröffnete, eindrucksvoll und reichhaltig. Schon am Eröffnungstag fand sie trotz Dauerregen ein reges Besucherinteresse. Zu sehen sind Werke von 30 kaum bekannten Künstlern, die neu entdeckt werden können. Ihre Namen und Lebensdaten stehen auf einer Tafel gleich am Eingang.

„Wir möchten die vergessenen Künstler der Dresdner Romantik zeigen, die viele Facetten hat“, sagt Kristin Gäbler, die künstlerische Leiterin von Schloss Burgk und Kuratorin der Ausstellung. „Es beginnt mit einer gewissen Sehnsucht. Sie geht mit Unruhe einher, sie lässt uns suchen, fragen und aufbrechen.“ Es begann Anfang des 19. Jahrhunderts, als die sächsische Residenzstadt Dresden zu einem Sehnsuchtsort wurde, der Maler, Dichter, Musiker und Philosophen aus ganz Europa anzog, nach „Elbflorenz“ zu kommen. Die wunderbare Lage der Stadt an der Elbe und ihre Umgebung inspirierte sie zu einer Vielzahl von Bildern. Dresden wurde ein Zentrum der deutschen Romantik neben München, Berlin und Wien. “Die Sehnsucht nach Schönheit ist ungebrochen in uns und es gibt immer noch auch idyllische, ursprüngliche Natur jenseits der Industriebauten und den versonnenen Wanderer“, so Kristin Gäbler. Das habe auch der große Erfolg der Ausstellung anlässlich des 250. Geburtstages von Caspar David Friedrich vor zwei Jahren im Albertinum in Dresden gezeigt. Das regte sie an, eine Auswahl von Werken der „übersehenen“ Künstler sowie von Webereitern und Grenzgängern dieser Kunstrichtung im Schloss Burgk zu zeigen. Die Bilder – dank der privaten Leihgeber und der Städtischen Galerie Dresden als Kooperationspartner der Ausstellung – stammen aus den Jahren von 1792 bis 1884, dem Todesjahr Ludwig Richters. Er war der erste Professor für Landschaftsmalerei an der Dresdner Kunstakademie.

Die Landschaftsmalerei wird begleitet von Zitaten großer Dichter wie Hölderlin und Eichendorff an den Wänden.Von der Suche nach der blauen Blume, dem Symbol der Romantik von Novalis bis zu den Silberdisteln mit Stacheln und weißen Blüten vor rosaviolettem Abendhimmel, die das Schöne in der wilden, unberührten Natur feiern, reicht die Bandbreite der Arbeiten. Die Disteln auf dem Titelplakat hat Christian Friedrich Gille um 1860 gemalt. Das Auge schwelgt bei dieser farbreich, opulenten Bilder-Wanderung, die von Dresden, das Elbtal über den Plauenschen Grund bis in die Sächsische Schweiz führt. Darunter weite Farbhimmel, tiefgelb, hell strahlend oder bewölkt und geheimnisvoll. Landschaften mit bizarren Felsen, Wald, Wiesen und in der Mitte schlängeld der Fluss als silbriges Band. Grasende Kühe, spielende Kinder am Flussufer, ein Mann mit Pfeife am Weinberg, Männer in einem kleinen Boot bei Vollmond auf der Elbe am Schreckenstein bei Aussig spiegeln Hingabe und Härte der Natur. Eine schöne, stimmungsreiche Mischung aus Ölgemälden und kleinen, feinen Zeichnungen mit Naturstudien, figürlichen Szenen und Bildern von Italien-Reisen versammelt diese Ausstellung, die von Anmut, Größe und Erhabenheit ebenso wie von Verbundenheit und Angewiesensein von Mensch und Natur erzählt und von der Sehnsucht, im Einklang mit ihr zu leben. Die Ausstellung ist noch bis 1. November zu sehen mit Begleitprogramm.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di bis Fr 12 bis 16 Uhr, Sa, So und Feiertag 10 bis 17 Uhr

Musiksommer Bärenstein: Gedicht-Lesung von Lilli Vostry mit Harfenspiel von Aerdna Harp

Meer-Klänge und Poesie beim Musiksommer Bärenstein

Mit neuen Gedichten war die Autorin Lilli Vostry aus Dresden, begleitet an der Harfe von Aerdna Harp am vergangenen Sonnabend zu Gast in dem kleinen Ort im Osterzgebirge.

Beschwingt, bewegt, wild und sanft ging es zu bei unserer Lesung mit neuen Meer-Gedichten von Lilli Vostry, begleitet von wundervollem Harfenspiel von Aerdna Harp am Sonnabend im Kunsthaus Bärenstein. Es war mir ein Vergnügen vor aufmerksam lauschenden Publikum zu lesen. Überschaubar, doch jede Reihe war besetzt. Es muss sich wohl noch mehr herumsprechen, dass hier in der Sommerzeit ganz besondere Kulturerlebnisse locken, als Sahnehäubchen zur wunderbaren Landschaft des Erzgebirges, viel Wald, Wanderwege, wildblühende Wiesen, Weite, Stille, kleine schöne Orte mit alten Fachwerkhäusern, hier und da Ausschank, Zeit zum Innehalten und Verweilen und Genießen der Ruhe und Natur.

Herzlichen Dank an Hartmut Dorschner, Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein. Der mit Konzerten mitten in der Natur, Autorenlesungen und Ausstellungen Kunst und Kultur auch in den ländlichen Raum bringt. Noch den ganzen Sommer über bis Mitte September.

Die nächste Autorenlesung und Musik gibt es mit Zoe Nora Goerges und Hartmut Dorschner am Saxophon am 8. August, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos zum Programm unter http://www.kult-ur-art.eu
Natur & Kunst: Ein Bild von Anita Rempe im Kunsthaus Bärenstein.
Sonntagsfrühstück in Bärenstein: Gastgeber Hartmut Dorschner. Brot selbst gebacken, erlesene Früchte und himmlische Ruhe luden ein zum Verweilen und Genießen. Mittags gab es leckere selbstgemachte Pizza von Aerdna Harp.
Poesie pur und ein erfrischendes Bad in einem See in Zinnwald nach einem wunderbaren Sonnentag erfreuten das Herz nach meiner Gedicht-Lesung mit Musik am Sonnabend in Bärenstein.

Musiksommer Bärenstein lockt zum vierten Mal mit Konzerten an ungewöhnlichen Spielorten & Autorenlesungen & Ausstellungen


Jede Menge Jazz & gute Laune: Die Macher des Musiksommer Bärenstein Matthias Macht, Schlagzeug; Initiator Hartmut Dorschner am Saxophon, Agnes Ponizil, Sängerin und Akkordeon/Klavier und Aerdna Harp an der Harfe.
Freejazz und Klangwanderung im Widerhall des Miriquidi
Der 4. Musiksommer Bärenstein lockt mit Konzerten, Musizier-Workshop, Lesungen und Ausstellungen noch bis Mitte September.
Jede Menge Jazz, gute Laune und Konzerte an urigen, ungewöhnlichen Spielorten vor zauberhafter Naturkulisse – Dafür steht der Musiksommer Bärenstein. Unter dem Motto „Hört auf!“ lockt von Juli bis September in dem kleinen Ort im Osterzgebirge bereits zum vierten Mal ein pralles Programm mit Konzerten, ein Workshop zum Mitmusizieren und einer musikalischen Wanderung, Ausstellungen und Autorenlesungen. Zu erleben sind Musiker aus Italien, Spanien und Deutschland.

Der Titel des Musiksommers spielt auf den Bergmannsgruss Glück auf an, steht aber auch für ländliche Abgeschiedenheit und Ruhe, Skepsis gegenüber Neuem und für Aufhorchen. Als Logo sieht man auf den Veranstaltungsplakaten statt Schlägel und Eisen zwei Noten. Letztes Jahr wurde beim Musiksommer unweit vom Kunsthaus Bärenstein ein neuer Spielort in einem leeren Ladengeschäft in der Kirchgasse 2 feierlich eingeweiht. Mit einem Konzert mit Freejazz, improvisierter Musik vom Feinsten, mit den zwei Musikern Hartmut Dorschner am Saxophon und Matthias Macht am Schlagzeug.

„Das Haus öffnet sich zum Markt hin. Dadurch sind wir als Veranstaltungsort präsenter“, sagt Hartmut Dorschner, Musiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein. Veranstaltet wird dieser vom „kult-ur-art“ Kunstverein zu Bärenstein mit derzeit 30 Mitgliedern. Das alte Gebäude am Markt wollte die Stadt Altenberg schon vor 20 Jahren verkaufen. Dorschner hat es erworben vor zwei Jahren und einen Raum mit großem Schaufenster hergerichtet als „Musikladen“. Dort ist Platz für ca. 50 Besucher. Einen Vorgeschmack auf den diesjährigen Musiksommer Bärenstein gaben die Musiker schon beim Fototermin. Sie holen ihre Instrumente aus dem Haus, darunter eine alte Pioniertrommel aus DDR-Zeiten, die wohl aus einem Spielmannszug stammt und sich noch auf dem Dachboden fand. Die Freude am Musizieren steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Sie stellen sich auf am Wahrzeichen von Bärenstein, dem steinernen Bären auf der Wiese am Markt.

Die Skulptur stammt von dem ortsansässigen Künstler und Vereinspräsident Mario Nitschke. Schlagzeuger Matthias Macht hält die Trommel in der Hand und in der anderen einen Klöppel. Es ist sehr warm an diesem Tag. Mit nacktem Oberkörper und kurzen Jeans sitzt der Musiker auf seiner olivgrünen „Schwalbe“, mit der er aus dem elterlichen Wohnhaus in Freital nach Bärenstein gefahren ist. Er selbst wohnt in Dresden. Das Motorrad aus den 1980er Jahren aus dem Osten hat er für 2 500 Euro letztes Jahr auf einem Flohmarkt gekauft. Hartmut Dorschner spielt Saxophon. Er trägt offenes, schulterlanges Haar und einen himmelblauen, seidenen und blumenbestickten Anzug, den er von einer Reise nach Indien mitgebracht hat. Seit dem ersten Musiksommer Bärenstein dabei ist außerdem Agnes Ponizil.

Die Komponistin, Jazzsängerin und Musikerin, sie spielt Klavier und Akkordeon, hat seit 2022 ein altes Haus in der Kirchgasse, das sie ausbaut und nun auch für Ausstellungen öffnet. Mit Hartmut Dorschner arbeitet sie schon länger zusammen. Sie lädt diesmal zu einem „Wander-Workshop und Freiluftkonzert im Widerhall des Miriquidi“, dem lateinischen Wort für Erzgebirge ein. „Wir wandern rund um Bärenstein, singen Lieder, werden pfeifen, jodeln und tönen“, sagt Agnes Ponizil.
Start ist am 29. August, um 14.30 Uhr vom Markt Bärenstein aus bis zur Sachsenhöhe und zurück. „Mitmachen können Laien und musikalische Profis, Sängerinnen und Sänger aus dem Osterzgebirge und natürlich auch urbane Sangesbegeisterte, die Sommerfrische schnuppern wollen“, so die Sängerin.

Außerdem gab es gleich drei Ausstellungseröffnungen an einem Tag in Bärenstein. Es werden Bilder von Else Gold, einer Meissner Künstlerin, in der Kirchgasse 10 zu sehen sein. Agnes Ponizil kennt sie seit 20 Jahren, seit ihrem Musikstudium. Es wird auch eine Klanginstallation von Felix Ermacora in der Kirchgasse 12 gezeigt sowie Porträts von Eleni Haase und Keramik-Köpfe und Fische aus Ton von Karin Dorschner im „Musikladen“ in der Kirchgasse 2.

Hartmut Dorschner kommt aus einer musischen Familie. Seine Mutter ist gestalterisch tätig. Seine Schwester Andrea Dorschner musiziert mit Leidenschaft an der Harfe. Sie begleitet eine Gedicht-Lesung am 25. Juli, um 17 Uhr und ein Konzert mit ihr und dem Musiker Sven Haubold am Klavier gibt es am 26.7., um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein. Eröffnet wurde der Musiksommer traditionell mit dem Dozentenkonzert zum Workshop mit Matthias Macht und Hartmut Dorschner am 12. Juli, um 15 Uhr. Die beiden sind befreundet seit nunmehr 40 Jahren, sie lernten zusammen Steinmetz im damaligen VEB Elbe Naturstein in Dresden und haben beide an der Dresdner Musikhochschule studiert. Matthias Macht spielt seit 1986 Schlagzeug. „Weil ich intuitiv in der Familie die Vermittlerrolle habe und die Leute zusammenhalte auch in der Band und das Thema, den Takt vorgebe“, erzählt er. „Die Inspiration und vor allem die Freiheit, die wir immer gespürt haben beim Musizieren, wollen wir weitergeben in unserem Workshop“, sagt Matthias Macht. Er und Hartmut Dorschner feierten letztes Jahr ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Zusammen leiteten sie als Dozenten wieder die Werkstatt mit dem BärensteinOrchester vom 13. bis 18. Juli im Kunsthaus Bärenstein.

Dieses Jahr mit dem Thema „Pausen“. „Die Stille, das Schweigen. Das Wichtigste an der Musik steht nicht in den Noten, sondern im Raum dazwischen“, weiß Matthias Macht. Große Komponisten und Musiker wie Claude Debussy, Leonard Bernstein und Miles Davis wissen das. Ebenso Vertreter der Minimal Music wie Eric Satie, Philipp Glass und Steve Reich. „Spannung kann ja nur in der Stille entstehen“, so Matthias Macht. Inspiriert habe ihn im Jazz dabei sehr Gunter „Baby“ Sommer, der auch sein Lehrer und Professor an der Musikhochschule war. Doch die eigentlichen Lehrjahre seien 1987/88 bei Konzerten noch im alten Jazzclub Tonne im damaligen Kellergewölbe des inzwischen wiederaufgebauten Kurländer Palais, nahe der Kunsthochschule, gewesen.

„Da haben wir Günter Baby Sommer gesehen und waren begeistert. Da er eine unglaubliche Präsenz hat“, erinnert sich Macht. „Das Ziel im Workshop ist es, gemeinsam mit den Teilnehmern wieder schöne Musik zu machen, die es noch nie gegeben hat“, so Macht. Seine Zwillinge, 15 Jahre jung, spielen Gitarre und Bass im BärensteinOrchester. „Dieses dauernde Repitieren, Wiederholen ist nicht unser Anspruch“, sagt Jazzmusiker Hartmut Dorschner. „Wir erfinden alles neu.“
Im BärensteinOrchester spielen maximal zwölf Teilnehmer. Acht Musikbegeisterte aus der Umgebung zwischen zwölf und 66 Jahren haben sich schon angemeldet. Viele Teilnehmer kennen sich bereits. Darunter etliche Bläser am Saxophon, andere musizieren am Klavier, Triola, Gitarre und Bass. Geprobt wird kreativ mit Spiel- und Bewegungsimpulsen. Mit bemalten Karten mit Symbolen und Begriffen und Laute tönen, aus denen eigene Songs entstehen. Das „Grusel Solo“ ist Matthias Machts Lieblingskarte. „Weil das fetzt!“

Dorschner mag besonders die Karte mit dem Wort „Explosion“. „Da machen alle etwas und reagieren, kann man die ganze angestaute Angst und Unsicherheit rauslassen“, erlebt er. „Es gibt keine Fehler. Außerdem sind sie dazu da, dass man sie macht und etwas erfährt. Bei uns auf der Bühne ist alles erlaubt.“ Ganz egal, was andere Leute darüber denken. Hartmut Dorschner, Jahrgang 1970, fühlt sich sehr dem Freejazz verbunden. Er hat zusammen mit dem Jazzmusiker Dietmar Diessner und Matthias Macht beim Musikfestival „Bedrohte Art“ die frei improvisierten Klänge in der damaligen Blauen Fabrik auf der Priesnitzstrasse in der Äußeren Neustadt Mitte der 90er Jahre gespielt. „Jazz war vorher in der DDR etwas Besonderes. Da diese Musik keine Worte hat, war es für viele eine Nische für Freiheit“, so Dorschner. So gab es ein großes Jazzfestival in Peitz bei Cottbus, genannt „Woodstock am Karpfenteich“, zu dem um die 30 000 Zuschauer jährlich strömten. Nach der Wende sank die Besucherzahl schlagartig auf rund 100 Besucher. „Die Leute verwechseln Geld mit Freiheit“, sagt Matthias Macht zu dieser Entwicklung. Hartmut Dorschner spielte in Peitz im Trio mit großartigen Musikern aus drei Saxophon-Generationen: zusammen mit dem schon verstorbenen Ernst-Ludwig Petrowsky und Dietmar Diessner. Im Zusammenspiel im Jazz gehe es um Expressivität im Ausdruck und Gespür für die Musik, so Dorschner.

Das Workshopkonzert mit dem BärensteinOrchester, mit eigenen Songs der Teilnehmer, fand am 17. Juli, um 17 Uhr im Kunsthaus Bärenstein statt. Ein besonderes Freiluftkonzert gibt es vor dem Milchschafhof Bärenstein. Während die Schafe auf der Weide grasen, spielen vor dem Gebäude die Musikerinnen Andrea Hofmann an der Violine, Karoline Schulz verschiedene Flöten und Sabine Grüner Cello am 16.8., 15 Uhr. Inklusive Vogelzwitschern, Blätterrauschen inmitten hoher Bäume und Heuduft in der Nase. Ein weiterer Höhepunkt beim Musiksommer ist das Konzert an zwei Klavieren mit klassischer und neuer Musik mit Andreas Scotty Böttcher aus Dresden und der spanischen Musikerin Hada Benedito am 22.8., 17 Uhr.
„Die meisten Bewohner sehen den Musiksommer Bärenstein wohlwollend. Einige sind noch scheu und schauen von weitem“, so Dorschner. Das liege wohl an der allgemeinen Unsicherheit. „Da es kein Mainstream ist, sondern handgemachte Musik. Das ist im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, KI, fast schon subversiv.“ Matthias Macht ergänzt: „Wir machen Musik von Menschen für Menschen mit Herz. Die Leute zieht es auch zu gemeinsamen Erlebnissen. Gerade die kleinen Formaten laden ein zum Genießen und miteinander ins Gespräch zu kommen.“
Rund 30 Besucher kommen jeweils zu den Veranstaltungen, so Dorschner. Der Musiksommer Bärenstein bringt auch mehr Leben in den Ort. Früher gab es hier mal vier Kneipen, jetzt keine einzige mehr und nur wenige Läden. Die meist älteren Betreiber finden keine Nachfolger im ländlichen Raum. „Das führt dazu, dass manche jetzt in Garagen zu zweit mit einem Kasten Bier sitzen und sich schon daran gewöhnt haben“, sieht Dorschner bei Bekannten. „Ich glaube, die wollen die Leute auch weg von Gemeinschaft haben, die Globalisten“, so Dorschner und findet diesen Trend der Vereinzelung bedenklich. Aus seiner Generation gebe es keinen mehr im Ort. Die seien weggezogen wegen der Arbeit in den Westen.

„Die Alten sterben. Die Häuser stehen leer. Das ist Diebstahl auch an Menschen, Humankapital.“ Hartmut Dorschner hat Jazzsaxophon und Komposition an der Dresdner Musikhochschule studiert und wohnt und arbeitet schon seit längerem als freischaffender Musiker in Bärenstein. Im ehemaligem Pfarrhaus gegenüber der Kirche hat er das Kunsthaus Bärenstein eingerichtet, das er noch saniert. Ein urwüchsiger Garten mit Obstbäumen gehört dazu und man hat aus den Räumen im Obergeschoss eine wundervolle Aussicht auf die hügelige Landschaft und weiten Himmel und himmlische Ruhe. Dorschner organisiert ehrenamtlich den Musiksommer Bärenstein und stellt die Räume im Kunsthaus wie den Saal mietfrei zur Verfügung. Der Musiksommer wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen aus dem Projektefond zur Kunstförderung im ländlichen Raum mit 5 000 Euro wieder gefördert. Die Ostsächsische Sparkasse gibt 2 000 Euro dazu. Die Heidehof-Stiftung möchte  2 400 Euro geben und fördert damit den Musikworkshop und ein Konzert mit elektronischer Musik. Alle Veranstaltungen und der Musikworkshop sind für die Teilnehmer und Besucher eintrittfrei.

„Es wäre schön, wenn noch mehr Künstler nach Bärenstein kommen. Im Kunsthaus ist Platz genug als Wohngemeinschaft und für weitere kreative Projekte und auch Unterstützung beim Vorrichten der Räume gern gesehen“, hofft Hartmut Dorschner auf noch mehr Initiative. Gelegenheit zum Umschauen, Anregen lassen, Austausch und Genießen von Kunst und Natur bietet der Musiksommer Bärenstein für alle Besucher reichlich.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.kult-ur-art.eu

Einige Konzerte mit improvisierter Musik finden im Musikladen in der Kirchgasse 2 am Markt in Bärenstein statt. Es gibt auch eine Klangwanderung in dem Wald. Bären gibt es hier keine mehr, wohl aber Rehe und Firmen, die gern die Bodenschätze im Osterzgebirge abbauen würden, ohne Rücksicht auf die Natur! Jazzmusiker Hartmut Dorschner zeigt einen Rehkopf, das einst sein Großvater in Oschersleben schoss. Es war sein erstes Wild als Jäger.

Ausstellung „Stadtszenen“ von Jörg Kraut im Restaurant „Kastenmeiers“

Bilder-Spaziergang durch die Neustadt

Farbenfroh, lebendig und authentisch holt die Ausstellung „Stadtszenen“ des Künstlers Jörg Kraut bekannte Gebäude uns Plätze, Flair und Lebensart von der Neustädter Seite in die Altstadt. Die Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, dem 19. Juli von 13 bis 15 Uhr im Restaurant „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“, Am Taschenberg 3 in Dresden.
Böhmische Straße, Martin-Luther-Platz und Artesischer Brunnen – all diese Orte findet man in der Dresdner Neustadt. Neustädter Szenen auch in der Altstadt entdecken – an den Wänden des Restaurants Kastenmeiers im Taschenbergpalais. Hier zeigt der Dresdner Künstler und Wahl-Coswiger Jörg Kraut „Stadtszenen“, die fast alle einen Bezug zur Dresdner Neustadt haben.
Dabei porträtiert Jörg Kraut die Gebäude und Plätze nicht als Postkartenidylle, sondern zeigt sie belebt mit Menschen, voller Bewegung und mit liebevollem Blick auf die Details. Wer die Neustadt kennt, entdeckt beim Betrachten der Bilder viel Vertrautes. Wer sie nicht kennt, bekommt Lust, dieses Viertel zu durchstreifen, so lebendig fängt der Künstler die Atmosphäre ein.

Für Jörg Kraut war die Kunst schon immer ein wichtiger Teil seines Lebens. Bereits die Schulhefter hat er rundum ausführlich bemalt. Zunächst erlernte er einen technischen Beruf, widmete sich danach aber umso mehr seiner Leidenschaft für die Kunst. Er studierte Theatermalerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und arbeitet seit vielen Jahren im Team der Bühnenbildner an der Staatsoperette Dresden mit.Die Ausstellung im „Kastenmeiers“ zeigt überwiegend Bilder in Öl sowie einige Aquarelle in den Maßen ab 43x53cm bis 70x100cm. Die Preise der Bilder, die man in der Ausstellung alle erwerben kann, bewegen sich zwischen 350 und 900 Euro.

Es ist bereits die 104. Bilderschau seit Eröffnung des Restaurants. Was alle Ausstellungen verbindet, ist der kostenfreie Genuss, ob zum Essen oder auch außerhalb der Öffnungszeiten. Das Restaurant öffnet täglich um 17 Uhr. Bereits ab 14 Uhr sind interessierte Besucher auch unabhängig von einem Restaurantbesuch willkommen.

Zur Vernissage mit dem Künstler am 19. Juli laden wir herzlich ein! Zu sehen sind die Bilder von Jörg Kraut bis 28.8. im „Kastenmeiers“.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

http://www.kastenmeiers.de