Maja Nagel fängt die geflügelten Wunderwesen farbreich ein

Geflügelte Wesen voller Zauber, Poesie, Augenzwinkern, Leicht- und Tiefsinn tummeln sich derzeit auf Leinwänden und Papier in der Ausstellung „Engelfallen“ von Maja Nagel in der Galerie Mitte am Fetscherplatz/Striesener Straße 49 (2. Etage).

Der Ausstellungstitel spielt auch an auf die vorweihnachtliche Engel-Flut, der die Künstlerin auf andere Weise mit ihren Bildern begegnet (zu sehen bis 21. Januar 2017). „Engel sind nicht zu fassen. Das ist ein großer Reiz für die künstlerische Arbeit und außerdem gibt es einen großen historischen Vorrat an überlieferten Vorstellungen in verschiedenen Religionen und der Kunst über die geflügelten Wesen, aus dem ich schöpfe und in meine Bildsprache übersetze“, sagt Maja Nagel (58). Sie stammt aus Bautzen, studierte von 1977 bis 1983 an der Dresdner Kunsthochschule Malerei und Grafik. Seit 1991 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin auf dem Land in Eula.

Die Idee zur Ausstellung entstand zusammen mit der Galeristin Karin Weber mit Blick auf die reizenden Stuckengel an der Decke in einem der Räume. Was Engel alles sein können, kann der Betrachter für sich ergründen im deutungsreichen Spiel mit Formen und Symbolik, die angeregt sind von der Natur und dem realen Leben, in den großformatigen Ölbildern, Blättern und einem gezeichneten Engel-Film von Maja Nagel. In aller Vielfalt begegnen einem in dieser Ausstellung die sagenhaften Boten zwischen Himmel und Erde, Leben und Tod: fliegende, fallende, suchende, verführende, verletzliche, beschützende oder Unheil bringende Schutz- und Schatten-, Glücks- und Racheengel – und damit den Menschen sehr ähnlich in Gestalt und Gebaren. Unter ihnen dunkle und helle Engel in Scherenschnitten und Zeichnungen mit Kohle und Graphit.

Sie tauchen auch als sanfte, vogelähnliche Wesen auf, als Mischwesen zwischen Mensch und Tier, die einzeln und in Formationen die Erde umrunden, mit ihren Flügeln daran stoßen und sie im Innern halten. Ihre Schwingen sind mal filigran, durchsichtig, mal kraftvoll und weit ausladend, erdfarben gemischt mit blauen, grünen und roten Farbflecken, die Federn gleich in die Welt fallen. Man sieht Engelgestalten vor dem Abflug, Absturz oder auf dem Sprung. Frei oder gefangen wie bloße Schauobjekte liegen die erstarrten Wunderwesen in „Engelfallen“ in Drahtkäfigen.

„Seitdem ich an den Engeln arbeite, habe ich das Gefühl als würde ich in einem Topf mit süßem Brei rühren. Es werden immer mehr. Ich sehe sie überall, im Teppichmuster, an Putzflecken von Mauern und im Bodensatz vom Kaffee“, sagt Maja Nagel lächelnd. Begleitend zur Ausstellung gibt es auch eine Performance: „Madame Rosa feiert Weihnachten…“ am 14.12., um 19.30 Uhr und eine Weihnachtslesung mit Carmen & Carmen Sophia Franke am 22.12. um 19.30 Uhr in der Galerie Mitte.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Di – Fr von 15- 19 Uhr und Sa von 10 – 14 Uhr sowie nach Vereinbarung (geschlossen am 24.12./31.12./6.1.)

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