Von Mythen und Träumen angeregt ist die Bilderwelt der Malerin und Kunsttherapeutin. Ihre Arbeiten spiegeln die Welt im Innen und Außen.

Anne-K. Pinkert und Laudator Thomas Gerlach zur Ausstellungseröffnung

Bezaubernde Klänge zwischen Klassik, Pachelbel und Bossa Nova, romantisch, beschwingt und expressiv spielten auf Geige und Cello die Musikerinnen Sigrid Penkert und Beate Hofmann.

Eine Frau mit wirbeligem Haar lässt sich von den Wellen tragen, aus denen das Glück als goldglänzender Fisch auftaucht. Es ist verheißungsvoll, schwer zu fassen und zu halten. Das “Zufriedensein“, so der Bildtitel von 2016, ist eine Kunst für sich. Traumhaftes, Mythen und Alltägliches verbinden sich in den leuchtendfarbigen Natur- und Lebensbildern in der derzeitigen Ausstellung „Zwischen Welten“ mit grafischer Malerei von Anne-K. Pinkert in der Stadtgalerie Radebeul in Altkötzschenbroda 21.
Da taucht der Betrachter in den überwiegend figürlichen Arbeiten, Mischtechniken, Aquarellen und Lithografien, in meerblauen, sonnigen und erdigen Farbtönen ein in die Welt zwischen Außen und Innen, zwischen Mensch und Tier.

Die Bilder erzählen vom Suchen und Finden, Halten und Loslassen, von Stille und Ganzheit. Da tummeln sich „Untersee“ in den mal schwebend leichten, lichten und mal von dunklen Flecken durchzogenen Gewässern Flossentiere aller Art. Vom uralten „Ahn“ umgeben von wuchernden Schlingpflanzen, kleinen Gold- und tiefroten Feuerfischen bis zu Nixe und Fisch, die sich umschwänzeln. Da werden Tiere zu Gefährten des Menschen, erscheinen Männer als knorrig-kraftvolle Baumgestalten und Frauen von Blau umflossen als Schöpferinnen des Lebens. Da küsst eine Frau einen Fisch. Begegnet man einem Hochzeitsstier, Dämmerungs- und Paradiesvögeln, einem Eisvogel und vielen anderen wundersamen Wesen. Trifft „Vainamoinens Gesang“ nach einer alten finnischen Sage auf „Die Klage der Fische“ in teerschwarzem Wasser.
Bei aller Farbenfreude spiegeln die Bilder von Anne-K. Pinkert keine heile Welt. „Es ist eine Ausstellung über inneren Reichtum, aus dem sie ihre Bilderwelt schöpft und sichtbar macht, was ihr wertvoll ist“, sagte Thomas Gerlach zur Eröffnung, der ihr Schaffen seit längerem begleitet. Darin zeige sich auch ihre Sehnsucht nach Aussöhnung des Menschen mit sich und der Welt. Anne-K. Pinkert wurde 1973 in Radebeul geboren.

Sie arbeitet seit 17 Jahren künstlerisch. Bilder sind für sie wie Seelenlandschaften. Das mediterrane Flair ihrer Arbeiten entstammt wohl auch von ihren Aufenthalten in Frankreich. Dort reiste und lernte sie Vielfältiges, arbeitete als Kuhhirtin, bei Winzern und Bauern und als Betreuerin in einer Gemeinschaft mit geistig und körperlich behinderten Menschen. Sie hat ein Kunst-Diplom an der Burg Giebichenstein in Halle im Jahr 2000 erworben und absolvierte danach ein Aufbaustudium in Kunsttherapie an der Dresdner Kunsthochschule. Seither arbeitet sie freischaffend als Malerin und Grafikerin und als Kunsttherapeutin hauptsächlich in der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Ausstellung ist noch bis 2. Juli zu sehen.

Text + Fotos (v)

Geöffnet: Di., Mi., Do. und So. von 14 – 18 Uhr

 

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