Selbstporträt von Ekkehard Schneider
Leidenschaft für Steindruck: Ekkehard Schneider druckt seine eigenen Graphiken. Foto: Christoph Reime

„Der mit den Steinen druckt –
und noch ein bisschen mehr“

Der Kreischaer Künstler Ekkehard Schneider zeigt in seiner Ausstellung „Sinnbilder“ Gemälde, Lithographien und Marmorplastik im Orthschen Gut Quohren im Rahmen von „Kunst: offen in Sachsen“.

Über einer kargen, hügeligen Landschaft, mit ein paar verstreuten Krähen auf Stoppelfeldern, pulsiert helles Sonnenlicht im Titelbild zur Ausstellung
“Sinnbilder“ von Ekkehard Schneider. Er ist Künstler und Drucker in einer Person und mit seinen 80 Jahren immer noch aktiv. Innerhalb der Aktion  “Kunst: offen in Sachsen“ zeigt er an den drei Pfingsttagen (4. bis 6. Juni, jeweils 10 bis 18 Uhr) Gemaltes, Gezeichnetes, Gedrucktes und Gehauenes im Orthschen Gut in Quohren, Talstraße 40. Dann werden traditionell wieder viele Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers und Werkstätten für Besucher öffnen, um hautnah Kunstwerke und ihre Entstehung zu sehen und zu erwerben. Ekkehard Schneider zeigt Gemälde, Lithographien und Marmorplastik. Landschaften, Stillleben und Figürliches als Sinnbilder der Natur und des Lebens.

Auf einer in Grautönen gehaltenen Grafik leuchten grüner Spargel auf dem Teller und rote Kartoffeln neben einer Weinflasche und Glas. Ein Selbstporträt zeigt in sonnig impressionistischen Farben den Künstler mit hellem Hut, Bart und Pfeife in blauem Pullover. Sen bestes Stück, seine Steindruckpresse samt daliegendem Grafikblatt, hat er natürlich auch in einer Lithographie festgehalten. Bilder begleiten Ekkehard Schneider schon sein Leben lang. Anregungen dafür bekam er während seiner Lithographenlehre und seiner langjährigen Tätigkeit als Kunsterzieher. Seit 17 Jahren ist er in Rente und widmet sich nun ganz seinem künstlerischen Schaffen. Auf seinem Grundstück in Lunkwitz, einem Ortsteil von Kreischa, befindet sich auch sein Atelier nah am Waldrand. Hier steht eine große, alte Steindruckpresse aus dem 19. Jahrhundert, erzählt Schneider stolz, eine Rarität.

Ganz in der Tradition Alois Senefelders, der dieses Flachdruckverfahren 1796 erfand, druckt Ekkehard Schneider seine eigene Graphik. Er lud auch schon zum lithographischen Schaudrucken Besucher in sein Atelier ein im Rahmen von „Kunst: offen in Sachsen“. Steindruck ist selten heutzutage. Ekkehard Schneider pflegt die lithographischen Techniken und sorgt dafür, dass diese Kunst erhalten bleibt. „Solides Handwerk, Leidenschaft, Frische und Unmittelbarkeit im Ausdruck sowie Wahrhaftigkeit“, nennt er als Ansprüche an sich selbst. Immer wieder aufs Neue greift Schneider zu Pinsel und Malspachtel, zu Zeichenstift, Kreide und Feder, zu Spitzeisen und Fäustel für neue Sinnbilder und sucht nach neuen Wegen des Ausdrucks: „Ich freue mich auf kunstfreudiges Publikum, das sich in lockerer Atmosphäre umschauen und Zwiesprache halten möchte mit dem Künstler, anderen Besuchern, aber vor allem mit sich selbst.“ Auch ein TV-Beitrag vom MDR zu seinem Schaffen ist in der Ausstellung zu sehen.

Text (lv)
Fotos (3): Ekkehard Schneider