Frauen und ihr Traum von Liebe. Berührende Malerei von Ainara Torrano.

Der neue Grafik-Kalender von Michele Cyranka

„Du hast zahllose Augen“, Collage von Michele Cyranka

Fantasiereich beflügelte Sinneslust

Alle Jahre wieder lockt verführerische Kunst beim „Erotischen Advent“ in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden.

Bereits zum zehnten Mal gibt es dort Sinnenfrohes zum Fest der Liebe – auf Leinwänden, Grafikblättern, Zeichnungen, Keramik und Porzellan – in dieser Gruppenausstellung zeitgenössischer Künstler. Mal träumend, mal in wirbelndem Tanz der Farben und Linien sieht man filigrane Frauenakte, Paare und Tänzerinnen in den Collagen, Radierungen, bemaltem Teegeschirr und Baumanhängern von Michele Cyranka, einer Künstlerin aus Tharandt. Kleine farbenfrohe Hinterglasmalereien zeigt Frank Ole Haake. Ein Hingucker sind die pure nackte Schönheit, Verlangen, aber auch Verletzlichkeit spiegelnden Kohlezeichnungen des kolumbianischen Künstlers Juan Miguel Restrepo, dessen Bilder letztes Jahr bereits sehr gut ankamen bei den Besuchern.

“Ich will eine bunte Bandbreite verschiedener Stile und Sichtweisen
zu Körperlichkeit und Erotik zeigen, da die Geschmäcker ja auch verschieden sind“, sagt die Porzellanmalerin und Galeristin Janett Noack. Eine besondere Entdeckung in dieser Ausstellung ist die spanische Künstlerin Ainara Torrano, die sie vor einem Jahr kennenlernte. Sie ist Mitte 30, studierte in Valencia an der Hochschule für Bildende Künste, danach mit einem Stipendium in Braunschweig an der Kunsthochschule. Seit 2014 lebt Ainara Torrano als freischaffende Künstlerin in Dresden. Ihre Malerei erzählt ausdrucksreich von Frauen und ihrem Traum von Liebe. Nahegeht vor allem ihre Bilderserie „Tribute“, welche sepiafarben wie alte Fotografien gemalt ist und innige, zärtliche Momente von Frauen festhält aus einer Zeit, da gleichgeschlechtliche Liebe noch verboten war und Fotos dazu erst recht. Das Gegenüber der Frauen ist daher weiß und nur schemenhaft angedeutet.

Ein Kuss durch einen Drahtzaun wie ein Nebelstreif, eine Umarmung traumversunken vor winterweißer Landschaft, im Tanz verbunden und die andere hochhaltend. Reizvoll-verlockende Weiblichkeit inszeniert Torrano in ihren Ölbildern lustvoll bis augenzwinkernd. Frauenkörper in Farbe gehüllt, ein Schulterblick in rotem Licht oder ein Rückenakt tiefblau. Puppenköpfe erscheinen drapiert mit Stoff und Perücken lebendig und Federn blitzen auf nackter Haut. Die Ausstellung „Erotischer Advent“ ist noch bis 26. Januar zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo bis Sa von 11 bis 15 Uhr, 8. und am 2. Adventswochenende  am 8. und 9.12. von 11 bis 18 Uhr

http://www.kunstunderos.de

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