Belle Shafir vor ihrem Werk „Samsara“. Eine Horse Hair Installation, 2017,
1000 cm x 100 cm. Foto: Artbox Dresden

Ein Kunstschaufenster in der Hafenstraße

Die erste Ausstellung eröffnet am heutigen 13. März, 18 – 20 Uhr mit einem Wandbild der Objekt- und Performancekünstlerin BELLE SHAFIR in dem 24h-Ausstellungsraum an der Ecke Hafenstraße/Uferstraße.

Die in Tel Aviv lebende Objekt- und Performancekünstlerin Belle Shafir (geb. 1953) schafft derzeit vor allem subtile Objekte unter Einbeziehung von erinnerungshaltigen Dingen wie Fotografien, altem Kartenmaterial oder ausgerissenen Bücherseiten. Belle Shafir, Tochter polnischer Holocaust-Überlebender, wuchs im bayerischen Amberg auf dem elterlichen Pferdehof auf. Seit einigen Jahren bezieht sie auch Elemente ihrer Familiengeschichte, so auch das häufig wiederkehrende Material Pferdehaar, in ihre Kunst ein.
„Ich verhäkle mich mit meiner Welt“, so beschreibt Belle Shafir ihre eigenwillige Art, subjektive und kollektive Erinnerungen zu netzartigen Strukturen zu arrangieren, indem sie als verbindendes Element das Pferdehaar, manchmal auch Wachsfäden, einsetzt. In der Ausstellung „Samsara“ verhäkelt und verknotet sie das Haar zu filigranen, tierähnlichen Geschöpfen. Die Installation weckt Assoziationen zu Labors, Eingriffen ins Erbgut und die Erschaffung künstlichen Lebens, akzentuiert aber zugleich die tief empfundene Liebe zu allem Lebendigen. (John Hinnerk Pahl)
Einführung: John Hinnerk Pahl (Kunsthistoriker)
Ausstellungsdauer: 14.03.- 26.04.2020
Die Artbox (Schaufenster Uferstraße, Ecke Hafenstraße) betreibt Pahl zusammen mit den Künstlern Heinz Schmöller und Ulrike Mundt.  Im Urban Sh*t auf der Hoyerswerdaer Str. 31 zeigt John Hinnerk Pahl noch bis zum 3. April. die Ausstellung „KONTERFEI – Malerei von Janna Gerdes“ Sie ist Studentin der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.