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~ Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz

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Kategorien-Archiv: Poesie

Das 2. KulturFestival Karierte Katze lockt im Palaisgarten an der Elbe in Dresden

07 Montag Jul 2025

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Feiern und genießen auf Katzenart. Der Künstler, Galerist und Erfinder der „Karierten Katze“ Holger John.

Jetzt erobert die Karierte Katze das Dresdner Stadtwappen

Mit viel Fantasie, Witz, Eigensinn, Musik und Bewegung können kleine und große Kulturliebhaber und Katzenfreunde beim 2. KulturFestival Karierte Katze feiern, flanieren und entspannt genießen auf der Wiese am Japanischen Palais in Dresden. Diesmal gleich sechs Wochen lang! Vom 11. Juli bis 24. August lockt die Karierte Katze! Miau!

Die Karierte Katze ist wieder da! Keck, neugierig, verspielt und witzig-eigensinnig schaut sie in die Welt und freut sich auf das 2. KulturFestival ganz auf Katzenart vom 11. Juli bis 24. August im Palaisgarten nahe der Elbe. Vielleicht ziert sie bald sogar das Dresdner Stadtwappen. „Der Löwe ist ja etwas aggressiv und die Karierte Katze friedlich, aber mit geschärften Krallen. Damit die Kultur überlebt!“, sagt Holger John (65), Zeichner, Galerist und Initiator des KulturFestivals zu seinem Vorschlag und hält die Zeichnung hoch.

Plakate und Karten mit der Karierten Katze sieht man jedenfalls überall in der Stadt. Und auch im Festgelände taucht sie gezeichnet in vielerlei Varianten immer wieder auf und lädt zum Schmunzeln, Verweilen und Genießen ein. „Es gibt ja kein Tier in der Natur, das kariert ist. Tiere sind gepunktet, gestreift, gekringelt oder gescheckt und unsere Katze ist schwarz-weiß kariert – so bunt wie das Leben“, so John schelmisch. „Katzen sind eigen, elegant, klug, verschmust, können aber auch austeilen, stolz und sie lassen sich nicht an die Leine nehmen. Ausnahmen gibt es“, mag er an ihnen. „Das was Buchhalter, Beamte und der normale Mensch sich nicht trauen, zu tun oder sagen, kann die karierte Katze. In der Kunst gibt es keine Angst. Kunst darf alles!“ Das alles verkörpert sein Maskottchen. „Und die Katze in uns ist auch immer da.“ Das alles wird auch reichlich zelebriert bei diesem Kultur OpenAir. „Wir werden wieder viele Katzen malen, zusammen mit Kindern und Kunststudenten und allen anderen“, so John. Er zeichnet außerdem mit einem Überraschungsgast.

Fantasievoll geht es zu, wenn sie die Stadt ihrer Träume mit kleinen Häusern aus Pappkarton bauen. Auf sechs Wochen Dauer wächst das Festival dieses Jahr. Illuminationen, ein Wiesen-Gottesdienst, nachmittägliches Tanzcafé stehen allein am Eröffnungswochenende an. Es finden Konzerte statt und DJs sind am Werk: Angesagt sind etwa Conchita Wurst und MiA, DJ Hundefriedhof, Dante Thomas, DJ Tomekk und Graf Fidi,

Es wird auch eine Lesenacht geben, wo es auch um Katz, Hund und Maus geht. Neu ist das „miau yoga“, täglich von 9 bis 10 Uhr und am Wochenende um 11 Uhr auf der Palaiswiese und der Katzengymnastiktanz für Klein und Groß. Außerdem wird die Wiese zum Tanzboden bei den Konzerten und Musik mit DJ`s. „Da kann man sich in der Gemeinschaft räkeln, dehnen, durchschleichen, in Ekstase tanzen barfuß, kugeln, hüpfen, wirbeln, trampeln oder schweben. Alles ist erlaubt“, so John. Es gehe dabei um Bewegung und Schwung nicht nur für die müden Glieder und das alte Fell, sondern auch um das sich Bewegen lassen im Kopf, Geist und Herzen beim Festival Karierte Katze. „Alle lieben die Katzen. Viele Kinder hatten Plüschkatzen mit letztes Jahr“, sagt der Künstler. „Wir machen auch ein Tauziehen mit schwarzen und weißen Seilen, das wir jeden Tag ja haben in der Arbeit und Politik.“ Das wird sicher mitreißend und spannend wie es ausgeht.

Vorbereitet und unterstützt wird das Festival Karierte Katze von einem Team von Katzenfreunden zusammen mit Holger John. „Wir schützen ja Natur und Tier, auch die Palaiswiese mit limitierten Tickets zu den Veranstaltungen. Daher haben wir als Partner den Zoo Dresden und den Tierschutzverein Dresden e.V., für die man auch Tierpatenschaften übernehmen kann“, so John. „Mit diesem Fest wollen wir zeigen, wie eine friedliche Gesellschaft und Zusammenleben aussehen kann. „In Zukunft wird es dann ein Gipfeltreffen zwischen der Karierten Katze aus Sachsen und dem Kater Blau in Berlin geben, die sich bei dem Party-Format mit Elektro- und Technomusik und einem schönen Katerfrühstück näherkommen. Dann ist die Welt in Ordnung“, sagt er lächelnd.

Tickets für das miau Yoga und die Eröffnungs- und Abschlusskonzerte für das Festival gibt es auf der Webseite im Vorverkauf und an der Abendkasse. Zur Musikalischen Katzenwirtschaft Mi bi Fr ab 16 Uhr ist der Eintritt frei

Text +  Fotos (lv)

http://www.kariertekatze.de

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Der 3. Musiksommer Bärenstein 2025 startet mit einem Konzert mit Hartmut Dorschner & Matthias Macht im neuen Veranstaltungsraum

05 Samstag Jul 2025

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Natur, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Musik, die aus dem Moment entsteht & die Natur spielt mit: Der Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein, Hartmut Dorschner in Aktion, in einem Garten in Wachwitz,

Von Freejazz bis Klangwanderung im Wald

Der 3. Musiksommer Bärenstein hält wieder ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Workshop zum Mitmusizieren und einem Fest der Künster im Sommer bereit. Losgeht`s am 6. Juli, 16 Uhr im neuen Veranstaltungsraum.

Klänge in aller Vielfalt vor bezaubernder Naturkulisse locken beim bereits 3. Musiksommer Bärenstein. Unter dem Motto „Hört auf!“ stehen wieder mehrere Konzerte, ein Fest der Künste, Ausstellungen, eine Gedicht-Lesung mit Natur- und Katzenpoesie und eine Klanginstallation auf dem Programm vom 6. Juli bis 6. September in dem kleinen Ort im Osterzgebirge.

Der Titel des Musiksommers spielt auf den Bergmannsgruß Glück auf an, steht aber auch für ländliche Abgeschiedenheit und Ruhe, Skepsis gegenüber Neuem und für Aufhorchen. Als Logo sieht man statt der Schlägel und Eisen zwei Noten auf dem Plakat. Neben dem Kunsthaus Bärenstein gibt es dieses Jahr einen neuen Spielort in einem leeren Ladengeschäft im Erdgeschoss in der Kirchgasse 2. „Das Haus öffnet sich zum Markt hin. Dadurch sind wir als Veranstaltungsort präsenter“, sagt Hartmut Dorschner, Musiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein. Veranstaltet wird dieser vom „kult-ur-art“ Kunstverein zu Bärenstein. Das alte Gebäude wollte die Stadt Altenberg schon seit 20 Jahren verkaufen. Dorschner hat es erworben vor zwei Jahren und einen Raum mit großem Schaufenster hergerichtet als „Musikladen“. Dort ist Platz für ca. 50 Besucher.

Eingeweiht wird der urige Veranstaltungsraum mit einem Konzert mit Freejazz, improvisierter Musik vom Feinsten mit den zwei Musikern Hartmut Dorschner am Saxofon und Matthias Macht am Schlagzeug am 6. Juli, um 16 Uhr. Die beiden feiern dieses Jahr ihr  genmeinsames 30-jähriges Bühnenjubiläum und leiten auch wieder als Dozenten die Werkstatt mit dem BärensteinOrchester vom 7. bis 12. Juli, diesmal zum Thema Komposition. „Wir erfinden Riffs, kleine Akkordfolgen und Basslinien und darüber kann man Melodien entstehen lassen“, so Dorschner. Rund zehn Teilnehmer im Alter von 13 bis 60 Jahren, die gern zusammen musizieren, sind wieder bei diesem Workshop dabei. Die meisten kennen sich bereits. In dem Raum stehen auch zwei Flügel. An einem davon spielt Oxana, ihr Sohn Leo bläst Triola und Tenorsaxofon. Hans als Jüngster in der Runde lernt neben Saxofon jetzt auch Schlagzeug spielen. Eleni ist von Akkordeon nun auch auf Saxofon umgestiegen. Das Konzert mit dem BärensteinOrchester, bei dem sie ihre Workshopergebnisse präsentieren, findet am 12. Juli, um 19 Uhr im „Musikladen“ statt.

Außerdem kann man verschiedene Künste bei einer „Tanz-Mal-Musik“-Aktion am 2. August, 16 Uhr erleben. Gleich drei Ausstellungen eröffnen am 3. August, 13 Uhr in der Kirchgasse 2, 10 und in der Kirche Bärenstein mit Arbeiten von Anita Rempe, Mario Nitschke, Klaus Liebscher, Dorota und Reinhard Zabka. Klaus Liebscher ist ursprünglich Geisinger und wird seine farbenfreudigen Tüpfelbilder in der Kirche zeigen. Um 15 Uhr beginnt dann eine Klang-Wald-Wanderung mit der Sängerin Agnes Ponizil.

Der Musiksommer Bärenstein wird dieses Jahr gefördert mit 3 000 Euro von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, letztes Jahr gab es 5 000 Euro, so Dorschner. Außerdem gibt die Ostsächsische Sparkasse 1 500 Euro und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds unterstützt das Konzert mit der Band „CulturClash“ am 17. August, 16 Uhr. „Die Besucher kommen aus Bärenstein und Umgebung, auch aus Dresden. Wir haben auch schon Fans und Leute, die sich in den Ort verliebt haben und am liebsten dorthin ziehen würden“, so Hartmut Dorschner. „Es wäre schön, wenn noch mehr Künstler nach Bärenstein kommen. Im Kunsthaus ist Platz genug als Wohngemeinschaft.“ Den Musikladen will er gern über den Musiksommer hinaus für Veranstaltungen nutzen gemeinsam mit anderen Interessierten.

Text + Fotos (lv)

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BilderAlbum: Lesungen & Lyrikmarkt beim Poesiefestival Berlin

21 Samstag Jun 2025

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Fantastische, bilder- und temporeiche Lyrik und sensible, nachdenkliche Töne: die Autorin Kerstin Preiwuß, Moderator Hans Thill und die Autoren Walle Sayer und Andreas Reimann.

Bilderstarke Lyrik & Prosa: die Schriftstellerin Marion Poschmann und der Schriftsteller Lutz Seiler.

Wort- und klangspielreiche Poesie: die Autorinnen Don Mee Choi und Uljana Wolf.

Dem Irrsinn und Absurden in der Welt mit Sprachmacht begegnen

Von rasant komisch, lyrisch elegisch, wortspielerisch bis experimentell reichte das Spektrum bei den Lesungen mit bekannten AutorInnen und viel Schönes und Neues entdecken konnten die Besucher außerdem auf dem Lyrikmarkt mit über 40 Verlagen und Magazinen zum Abschluss des Poesiefestivals Berlin.

Eine kleine Amsel reckte ihren Schnabel wie zur Begrüßung auf der Wiese vor der Akademie der Künste. Und Key wurde Alice und sammelte Wörter wie Pilze…, heißt es bei Kerstin Preiwuß. Sie las neue Texte aus ihrem nächsten Gedichtband „Rodeo“. Insgesamt elf Dichterinnen und Dichtern, Stipendiaten vom Deutschen Literaturfonds, gaben aktuelle Einblicke in ihr Schaffen bei den gut besuchten Lesungen zum Abschluss des diesjährigen Poesiefestivals Berlin am vergangenen Sonntag.

Bei sommerlichem Wetter saßen und lauschten die Zuhörer aufmerksam unter dem breitkronigen, lichtflirrenden Blätterdach im Buchengarten der Akademie am Hanseatenweg 10 und erlebten Lyrik in großer Bandbreite. Zwischen den Lesungen konnte man auf dem Lyrikmarkt interessante Entdeckungen machen an den Ständen von über 40 Verlagen und Magazinen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Studiofoyer und Außenbereich. All die verlockenden, mit der Bildhaftigkeit von Sprache spielenden und leseanreizenden Buchtitel zu sehen, bereitete großes Vergnügen. Es herrschte auch ein reges Kommen und Gehen der Besucher an den Ständen. Es wurde viel geblättert und auch gekauft.

Mit den Augen von Key, einer fantastischen Figur, sucht Kerstin Preiwuß in bilder- und temporeicher und rasant komischer Sprache den gegenwärtigen Zustand der Welt zu fassen. Key klingt wie ein Schlüsselwort oder KI. Die Kunstfigur kennt keine Moral und Menschlichkeit, das gebe ihr die Freiheit, mit Abstand und hemmungslos auf die Welt und Verhältnisse zu schauen, sagte sie über ihren Text. Um dem ganzen Irrsinn etwas zu entgegnen und durch das Absurde doch noch eine gewisse Sprachmacht zu erhalten, so Kerstin Preiwuß. In einem Gedicht, „Erscheinung“ von Walle Sayer, der nach ihr las, heißt es: „… dass wir sehen, was wir sind oder sind was wir sehen, steht glaub ich bei Pessoa.“

Andreas Reimann, der Nestor der sächsischen Lyrikszene, las bedächtig, klar und weise seine Verse, Naturgedichte und über die Natur des Menschen. „Weich in ihrer Strenge sind seine Dichtungen und oft ein bitterer Witz“, beschrieb einmal der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer Reimans Gedichte. In der Form stehen seine Gedichte in der Tradition von Hölderlin und Klopstock. Fast beschwörend, eindringlich sein neuestes Gedicht mit Blick auf die vielen Konflikte in der Welt: „Freundlichkeit ist leicht uns auszutreiben. Doch Mensch sein heißt es bleiben. Wir müssen für den Frieden tauglich bleiben.“ Sein Gedicht „Baum sein“ beschreibt was wir von ihnen lernen können: „…Geduld zu haben… diese Wurzlung, die man nicht wählte, aber unbedrängt die Krone und deren Spieglung unter der Erde!“

Text + Fotos (lv)

Mehr Text zu Lesungen + Lyrikmarkt folgt.

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Unterwegs: Wortkunst aus aller Welt beim Poesiefestival Berlin

02 Montag Jun 2025

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Wenn die Wort-Bälle mit Akribie und Schwung
hin und her fliegen

Das 26. Poesiefestival Berlin lockt vom 3. bis 15. Juni mit reichlich Wortkunst aus aller Welt, Lesungen, Gesprächen, Performances, Lyrikmarkt und erstmals verbinden sich Poesie und Sport zum Lauschen, Anfeuern und Mitmachen.

Was haben ein Windhund, Blitz, Donner, Schwalben-Tattoo, Streichholz,
ein Cricketball, Rhodendron, Pilze und Beine gemeinsam? Sie kommen zur Sprache beim Poesiefestival Berlin. Sie zieren das Titelplakat und die Programmflyer und machen neugierig auf dieses Fest der Worte in vielerlei Ausdrucksformen. Im 26. Jahr seines Bestehens treffen sich dazu wieder rund 150 namhafte Dichter und Künstler aus aller Welt zum größten Festival dieser Art in Europa, um die Poesie in den öffentlichen Raum zu bringen und mit den verschiedensten Orten zu agieren, die Berlin zu bieten hat. Zur Einstimmung fand bereits seit 15. Mai ein berlinweites Vorprogramm statt. Das Hauptprogramm geht ab 3. Juni neun Tage lang erstmals an zwei Festivalorten, in der Akademie der Künste am Hanseatenweg und dem Kulturzentrum „silent green“ im Wedding, über die Bühne.

Das Festival der Wortkunst eröffnet mit der Berliner Rede zur Poesie, die am 3. Juni, um 19.30 Uhr in der Akademie der Künste gehalten wird, diesmal von der US-amerikanischen Schriftstellerin Claudia Rankine. Sie ist 2025 Fellow des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Die Poesie-Rede ist ein besonderes Highlight des Festivals und die Veranstaltung schon nahezu ausverkauft laut den Organisatoren vom Haus für Poesie in Berlin. Das Poesiefestival wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Programm stehen vom 4. bis zum 13. Juni im „silent green“ zahlreiche Poesiegespräche, Performances und Themenabende z.B. zu Writing Identies oder Writing Ghosts. Am langen Pfingst-Wochenende lesen auf der Wiese des „silent green“ mehr als 50 Dichterinnen. Zeitgleich findet dort das ZEBRA Poetry Film Festival statt, ebenfalls vom Haus für Poesie veranstaltet. Es zeigt vom 5.6. bis 8.6. mehr als 70 poetische Kurzfilme aus 33 Ländern. Präsentiert werden zudem 21 Finalisten-Filme des diesjährigen internationalen Wettbewerbs sowie weitere kuratierte Programme in der Kuppelhalle des „silent green“.

„… die Existenz musz poetisch sein“, sagte die österreichische Dichterin Friederike Mayröcker einmal. Poesie kann alles sein. Es bedeutet leben mit allen Sinnen, sehen, spüren, wahrnehmen. Den Zauber in alläglichen Dingen sehen, achtsam sein für alles, was um einen herum geschieht und einem begegnet. Das schärft den Blick und stärkt die Erlebnisfähigkeit, Mitgefühl, Offenheit und Kreativität. Es lebt sich damit intensiver, erfüllter. Poesie setzt auf die Kraft der Worte. Sie benennt, mal klar und nüchtern, mal feingeschliffen, freimütig oder hintersinnig, in Bildern, Metaphern oder ganz konkret, was wir denken und fühlen. Sie sammelt, betrachtet und bewahrt Momente, Eindrücke, Erlebtes, Stimmungen. Poesie lässt die Welt außen und in uns auf eigene Weise sichtbar werden. Sie kann den Menschen Trost spenden. Lyrik ist eine Kunstform und ein wichtiges Ausdrucksmittel, um auf aktuelle Ereignisse und gesellschaftliche Entwicklungen zu reagieren, sagt die Pressesprecherin aus dem Haus für Poesie in Berlin. Damit sei Poesie ein Ausgangspunkt, miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Ziel des Festivals sei gerade auch, so international wie möglich zu sein, da es die Kapazitäten hierfür im monatlichen Programm im Haus für Poesie so nicht gebe. Zudem biete ein Festival immer wunderbare Gelegenheiten für Begegnungen und Austausch mit den Autoren und dem Publikum zwischen den einzelnen Veranstaltungen im Festivalgelände.

Das heißt auch sich Zeit zu nehmen für diese leise Kunstform, in der heutigen schnelllebigen Zeit innehalten, Worten lauschen, nachdenken, sich anregen und bewegen lassen. Ein neues Lyrik-Format auf dem Poesiefestival Berlin widmet sich Poesie und Sport. Das klingt ungewöhnlich und man stellt sich vor, wie dann die Bälle mit Akribie und Schwung zu neuen Gedankenflügen hin und her fliegen zwischen den Autoren. Es gibt tatsächlich relativ viele Lyriker und Lyrikerinnen, die sich mit den unterschiedlichsten Sportarten beschäftigen und darüber schreiben, heißt es dazu von den Veranstaltern. Dem sei bisher kaum Aufmerksamkeit zugekommen. Das soll sich nun ändern mit dem Writing Sports Day unter dem Motto: „Ball comin`at cha“, am 14. Juni, ab 14 bis 18 Uhr werden jeweils zwei Autoren sich die Bälle zuwerfen und lesen im Clubraum der Akademie der Künste. Um 15 Uhr findet außerdem die Performance „Haus für einen Boxer“ von Sabine Scho im Studiofoyer statt. Das Publikum ist eingeladen zu einem poetisch-sportlichen Programm zum Mitmachen. Für die Zuschauer wird es eine Tischtennisplatte, eine Möglichkeit zum Boxen  und noch weitere Aktivitäten geben. Und natürlich kann dann gegen die Dichter und Dichterinnen angetreten werden. Nachmittags finden außerdem kleine Poesiegespräche statt, bevor abends, um 19.30 Uhr in der „Writing Sports Night“ alle Dichtenden gemeinsam auf die Bühne treten. Ob es um „Ghosts“ oder „Sports“ geht, in alldem findet sich das Thema Körper wie auch Traumata wieder.

Man darf also gespannt sein auf temporeiche Lyrik, die mit den sportlichen Bewegungen mithält, sich anfeuern, anspornen lässt und ihren eigenen Atem und Anspruch behauptet. Ein Spaß und Herausforderung gleichermaßen für Autoren wie Zuhörer und besonderes Erlebnis wird es ganz bestimmt.

Außerdem lockt ein umfangreiches Workshop- und Familienprogramm der poetischen Bildung für Kinder und Erwachsene vom 3. bis 11.6. Bei dem u.a. unter dem Motto: „Von Alienauto bis Zauberzebra“ poetische Animationen mit dem mobilen Sprachlabor „Trickmisch“ in der Grundschule am Fließtal in Reinickendorf an mehreren Tagen angeboten werden. Eine Lyrikwerkstatt für Kinder „Als du Wolke warst“, bei der sie zu fantasievollen Welterkundungen und sprachspielerischen Aktivitäten eingeladen sind, gibt es ausgehend von dem gleichnamigen Buch und dem Band „Zwischen dem Gras – Anleitungen, um ein Gedicht zu finden“ von María José Ferrada (Hagebutte Verlag, München) am 3.6., um 9 Uhr im LesArt, Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur.

Ein offenes Familienprogramm mit Lyriklounge, wo klein und groß mit Instrumenten spielen, poetische Memories puzzeln, Gedichte lesen, Verse reimen und gemeinam spannenden Sprachspaß erspinnen können, wird am 7. Juni, ab 14 Uhr auf der Wiese vom „silent green“ im Wedding angeboten. Neue junge Lyrik kann man hören auf der Preisverleihung vom Bundeswettbewerb Lyrix mit dem Titel „Klar sind gute Gedichte wie Rosen“, die in Kooperation mit dem Haus für Poesie am 11. Juni, um 14 Uhr im Domizil der Kulturbrauerei, Knaackstraße 97 in Berlin (eintrittfrei) stattfindet. Die Preisträger der aktuellen Wettbewerbsrunde im Alter zwischen 15 und 20 Jahren werden bekanntgegeben und ihre Texte lesen. Die eigene Sprache zu finden, darum geht es auch in einem Schreibworkshop mit dem Titel „Breaking the Silence“ mit der Autorin Monika  Herceg am 14.6., um 10 Uhr im Haus für Poesie. Der Workshop ist auf englisch und es geht um das Schweigen in Anbetracht von Schmerz, Liebe, Wunden und Verletzungen und wie es möglich ist, das Schweigen zu brechen. In besonderem Fokus steht der Feminismus.

Zum Abschluss des Poesiefestivals am 15. Juni gibt es einen Lyrikmarkt, auf dem über 40 Verlage und Zeitschriften mit ihren Ständen präsent sein werden in und um die Akademie der Künste (ab 13 Uhr). Zudem kann man dort im Buchengarten hochkarätig besetzte Lesungen (ab 12-17 Uhr) z.B. mit Marion Poschmann und Lutz Seiler, Kerstin Preiwuß, Andreas Reimann und Walle Sayer, Uljana Wolf und Michael Krüger erleben. Es gibt weitere Poesiegespräche und eine Weltklang – Nacht der Poesie (ab 19 Uhr), wo man nochmals ihren verschiedenen Stimmen lauschen, Bekanntes und Neues entdecken und den poetischen Blick mit nachhause in den Alltag nehmen kann.

Text + Foto (lv)

Weitere Infos zum Programm unter: http://www.hausfuerpoeosie.org


Ein neues Lyrik-Format auf dem Festival widmet sich Poesie & Sport. Zu erleben am 14.6., von 14 bis 18 Uhr im Clubraum der Akademie der Künste am Hanseatenweg. Um 19.30 Uhr startet dann die „Writing Sports Night“.

 

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Neue Lyrik: Hasenjagd & Osterspaziergang in K.

21 Montag Apr 2025

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Lebensart, Natur, Poesie, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Hasenjagd

Kater Flausch und die kleine
grauweiß getigerte schnuppern
an den grünen Zweigen
Schmetterlinge schwingen
und ein gelbes Ei rollt herbei
Doch der weiße Kater Lino liebt
den Hasen gar zu sehr
wirft ihn wirbelnd in die Luft
den Wicht
kennt die Osterbräuche nicht
knuddelt ihn arg auf Katzenart
in seinen Pfoten
hält ihn wohl für einen Feind
einen Eierdieb
das arme Langohr
weiß nicht wie ihm geschieht
hält sich an seinem Möhrchen fest
fällt auf den Rücken und zur Seite
Flausch spielt mit dem Stoffhasen
stupst ihn hin und her bewacht oder
behütet ihn
und springt auf meinen Schoß
der Hase mit dem Ei
sitzt unter Zweigen
wo versteckt sich die Liebe bloß

LV
20.4.2025

 

Osterspaziergang in K.

Nach der Ankunft am Bahnhof
geht eine Frau das weiße Haar
hochgesteckt blaue Jacke
gestützt auf den Rollator
die Straße entlang
einen Moment denk ich
das bist Du
Achtzig wärst Du jetzt schau ihr hinterher
in Blumen eingefasst
die Zahl 800
das Jubiläumsjahr blüht auf
vor der goldenen Gedenktafel für den
großen Dichter am Lessinghaus steht ein
leerer Blumentopf pflanz neue lila Blumen
zum Efeu und gelbe Primeln am Grab
mit dem steinernen Jungen nah
an dem Baum mit dem Aussichtsbalkon
Lessings Lieblingsplatz einst mit weitem Blick
auf Täler und Höhen wo sein Nathan reifte
am Kirchturm St. Marien fliegen Tauben auf
bei jedem Glockenschlag
ein Kerzenglas mit sacht lodernder Flamme
wacht auf einer Steinmauer dahinter das Weiß
der Obstbäume und ein ziegelrotes Haus
immer noch verfallen eine weiße Gardine hängt
vor einem Fenster und ein Vogelhaus steht
auf der Wiese sie kennt das Haus fast am
Ortausgang
in dem früher ein Spielzeugladen war
aus der Familie ihrer Großmutter
das Kindheitshaus auf der Heinrich-Heine-Straße
steht schon lange nicht mehr
Löwenzahn sprießt zwischen den Steinen der alten
Gassen unzählige Sonnentupfen säumen die
altvertrauten Wege hinauf zum Zaubergarten mit den
hohen alten Bäumen dem betörenden Duft von
Azaleen und prächtigen Rhododendron von denen
die ersten schon in voller Blüte stehen in weiß lila
purpur und rosé aufscheinen
wie Blütengänge in eine andere Zeit führen
verzaubert mit Stille und
Verschwiegenheit
Wo Baumreste und Wurzeln neue Blüten treiben
Anmutiges und Wildes sich aneinander reiben
hinter hohen Tannen und Büschen plötzlich
eine Osterglockenwiese hervor wächst
und schon auf dem Rückweg von der fast
menschenleeren Ausflugsterrasse doch noch ein
schwarz weißes Fellknäul auftaucht sich kurz
umsieht und hinter einen Rhodendronbusch
huscht als wolle sie zum Versteckspielen locken auf
wundersamen Wegen wahrhaftig eine Hutbergkatze
am Zugfenster spiegelt sich die Abendsonne
in einem Waldsee färbt den Himmel
fliederfarben vom Duft der Zweige die neben ihr
liegen

LV
20.4.2025

Foto (lv)
Weitere Fotos zu den Gedichten folgen.

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Neue Lyrik: Keine Zeitungsente & Wie ein Vogel & Himmelsblütenspiel

11 Freitag Apr 2025

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Keine Zeitungsente

Das Geflügel beflügelt
weiche knusprige Haut Sehnen
und zähe Knochen
zu neuen Höhen Ab und Tiefflug
grabe meine Zähne fest hinein
mit Wut und Zärtlichkeit
wie die Wort auf wunder Mundschale
die ich mit mir trage
brennen auf der Zunge
Stiche flüstern und schreien
sichtbar auf der Haut
ausgestoßen
Abdrücke auf anderer Ebene
der Stift springt fort
vom sinkenden Papierschiff

LV
5.4.2025

Wie ein Vogel

Ich leg mich einfach
auf die Erde
wandle mich und werde
ohne papierne Blässe
nun ganz frei
wie ein Vogel
der endlich fliegt
wohin er will
Papier ist geduldig
ein leeres Versprechen

Draußen vor dem Fenster
hantieren Handwerker
es scheppert laut jeder Handgriff sitzt
sie bauen ein Gerüst auf oder ab
kommen oder gehen
sie sind nicht zu sehen
Vielleicht bin ich ja
gar nicht wirklich
Bin nur schreibend

LV
9.4.2025

Himmelsblütenspiel

Wirbelndes Spiel der Blüten
weit verzweigt die Baumkrone
dem Himmel und der Erde nah
umhüllende Zweige
ein offenes Tor zum Stamm
klettern die Blütenranken
nach allen Seiten
aufwärts ins Licht
einzeln und verflochten ragen Zepter
mit Blattspitzen Knospen und weißen Blüten
berühren sie den Wolkensaum
Es scheint als wolle die Fülle nie versiegen
im nächsten Moment fliegen
die winzigen Blüten
Blatt für Blatt mit dem Wind
zu allen die wir lieben
und nicht mehr sind

LV
10.4.2025

Alle Texte + Fotos: Lilli Vostry

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BilderAlbum: Entdeckungen auf der Leipziger Buchmesse 2025 & Lesung aus meinem KatzenBuch „Geliebte Ungeheuer“

29 Samstag Mär 2025

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, In eigener Sache, Lebensart, Literatur, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Auf dem Weg zur Leipziger Buchmesse. Beflügelt Lesen & die Fantasie.
Lesevergnügen am reich gedeckten BücherKunstTisch: Ein Traum wurde wahr mit meinem ersten Buch „Geliebte Ungeheuer“ mit Katzenpoesie, aus dem ich las am Stand von Dorothee Kuhbandner. Beim Lesen der Gedichte steigt das Interesse am Habenwollen deutlich. 🙂 Es war individuell, beglückend und schön, unmittelbar die Reaktionen der Zuhörerin zu erleben.

Mit meinen „Geliebten Ungeheuern“ auf der Leipziger Buchmesse

Im Reich der Bücher locken noch bis morgen, Sonntag von 1ß bis 18 Uhr, zahlreiche neue Bücher, neue Formate und Lesungen in fünf Hallen kleine und große Besucher.

„Worte bewegen Welten“, so heißt das diesjährige Motto der Leipziger Buchmesse. Das klingt groß, kühn und visionär. Wie leicht sind sie dahin gesagt, was können sie wirklich bewirken und welche Worte braucht es dafür, um gehört zu werden?! Zumindest regt es neue Ideen, Impulse und Denkansätze an. Zumindest bewegte sich wieder ein großer, bunter Menschenstrom vom Bahnhof in Leipzig aus in Richtung Messegelände gleich am Eröffnungstag am Donnerstag. Das tat gut zu sehen. Vom Kind an der Hand der Eltern, über junge Leute in Grüppchen, Neugierige, Lesehungrige, alle die mit Büchern und neuen Medien irgendwie umgehen, machten sich erwartungsvoll auf den Weg.

Im Reich der Bücher locken vier Tage lang noch bis Sonntag in fünf Hallen wieder zahlreiche neue Bücher, neue Formate und Lesungen mit bekannten und neuen AutorInnen aus nah und fern. Gastland ist dieses Jahr Norwegen. Schon am Eröffnungstag gab es etliche feurige, fantastische und erlesene Momente. Unter den umher wandelnden Gestalten aus der Manga Comic-Welt mit eigener Messe waren beflügelnde Boten, gehörnte und teuflische Wesen und viele Tiergestalten.

In einer Podiumsdiskussion ging es vor vollen Rängen um „Mensch und KI“, welchen Einfluss künstliche Intelligenz auf Urheberrecht und Schöpfung nimmt. Ein interessantes wie brisantes Thema. Da ging es um sogernannte „Schattenbibliotheken“ mit Datenbanken und Texten, von Hackern und Geschäftemachern von Webseiten von Verlagen und Autoren gestohlen, heruntergeladen und illegal genutzt. Um KI damit zu füttern und zu trainieren wohl als Denkmaschinen. Eine gruslige und absurde Vorstellung, solch künstliche Programme könnten einmal menschliche Gehirne ersetzen, uns vorschreiben und entscheiden wie wir zu denken und handeln haben! Nur Bequemen und Denkfaulen kann das egal sein. Als kreatives Werkzeug und Hilfsmittel oder für Routinearbeiten in der Verwaltung sind entsprechende KI-Entwicklungen sicher vorstellbar. Das Problem der missbräuchlichen Nutzung ist bekannt, seit es E-Books und digitale Medien gibt. Da gibt es noch viel hinsichtlich Urheberrecht neu zu bedenken und regeln. Damit die Selbstbedienungsmentalität ohne etwas dafür zu zahlen im Umgang mit digitalen, leicht zugänglichen Medien nicht überhand nimmt und die Schöpfer der Werke, ob Musik, Bilder oder Blogs wie dieser, auch etwas davon haben.

Katzen & Engel

Sie zieren die Wände am Stand C302 in  Halle 5 bei der Künstlerin und Galeristin Dorothee Kuhbandner aus Radebeul. Ein Augenschmaus, Kunst- und Lesegenuss in einem sind ihre farbenfrohen und witzig originellen  Bücher, Zeichnungen, Türrahmenbilder, Leporellos und Wundertüten mit überraschendem Inhalt. In ihrem Zilp Zalp Verlag, benannt nach dem kleinen Singvogel, erschien im März mein erstes Buch „Geliebte Ungeheuer“ mit Katzenpoesie und ihren zauberhaften Zeichnungen. Es war schön, daraus einige Gedichte zu lesen und etwas Eigenes auf diesem großen Bücherfest dabei zu haben. Es hat geholfen! Mein Katzenbuch hat schon einige Liebhaberinnen gefunden. Meine „Geliebten Ungeheuer“ reisen mit ihnen nun in die Welt hinaus, von Dresden aus, in den Spreewald nach Kassel bis nach Reutlingen an der Schwäbischen Alp, wo sie im Leben nie hinkamen! Das freut mich sehr und dass sie in den Gedichten und Bildern weiter leben, andere Menschen erfreuen und auch trösten mit all den lustigen und traurigen Momenten, die ein Menschen- und Katzenleben bereithält.

An den Ständen nebenan gibt es schöne Dinge aus handgeschöpftem Papier und fantasievolle Druckgrafik zu sehen und erwerben. Die Papierkunst stammt von Ulrike C. Franz am Stand C308. Sie hatte selbst lange Katzen und freute sich über mein handsigniertes Katzenbuch. Ihr erster Kater hieß Amadeus, er war ein Freigänger und wurde 15 Jahre alt. Später hatte sie ein Katzenpärchen, gerade zu der Zeit als Charles und Diana in England heirateten und nannte ihre Schmusetiger nach ihnen. Die elf Junge in einem Wurf bekamen! Das Jüngste und Schwächste behielten sie, diese Katze wurde 25 Jahre alt! So viele neue, schöne Katzengeschichten gleich zu hören nach der Lesung war toll.

Preise der Leipziger Buchmesse für „Halbinsel“, „Feuerdörfer“ und „Pop-up-Propaganda“

Buchpreise und eigene Entdeckungen und Empfinden auf der Buchmesse sind immer wieder spannend und aufschlussreich. Sie spiegeln die Vielfalt der nominierten Bücher, Trends und aktuelle Themen in der Gesellschaft wider, die auch bei der Auswahl und Entscheidung der Jury wohl eine Rolle spielen. Diesen Eindruck konnte man dieses Jahr besonders erleben beim zum 21. Mal verliehenen Preis der Leipziger Buchmesse am Donnerstag in der Glashalle. Die Sonne schien gerade in dem Moment mit aller Kraft aus strahlend blauem Himmel. Aus 506 Einreichungen von 166 Verlagen entschied sich die Jury unter Vorsitz von Katrin Schumacher, Rundfunkredakteurin mit eigener Büchersendung bei MDRKultur, für die Preisträger. Es war von einer „Vergangenheitsausgrabung“ und „Aneinander reiben der Generationen“ die Rede. Der erste Preis in der Kategorie Übersetzung ging an das Buch „Feuerdörfer“ (Aufbau Verlag) mit Zeitzeugenberichten über deutsche Wehrmachtsverbrechen in Belarus. Es erschien im Original vor 50 Jahren und wurde von Thomas Weiler ins Deutsche übersetzt.

Er macht „dieses Feuergedächtnis erstmals deutschen Lesern zugänglich. Das unvorstellbare Leid und Grauen, die politischer Extremismus und Faschismus auslösten, brachten auch den Übersetzer an seine Grenzen“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Starker Tobak, erschütternd und kein leichter Lesestoff. Ob der Preis die entsprechende Leserschaft bringt, bleibt zu hoffen. Da hatten es Bücher wie die Neuübersetzung aus dem amerikanischen Englisch ebenfalls nach 50 Jahren von Erica Jongs bekanntem Buch „Angst vorm Fliegen“ über Feminismus und ungezügelte Lust und Liebe auf Männerkörper und der Roman „Umlaufbahnen“ von Samantha Harvey freilich schwer. Macht aber dennoch neugierig und Lust, Erica Jongs Klassiker der Frauenliteratur mal wieder aus dem Bücherregal zu nehmen.

Ohne Preis blieb, aber nicht weniger spannend und gut zu wissen, dass es dieses Buch gibt, auch das Sachbuch „Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben“ (Insel Verlag), eine Biographie von Sandra Richter. „Durch sie lernen wir Rilke und sein Leben neu kennen“, lobte die Jury. Den Preis bei den Sachbüchern gewann allerdings das Buch „Pop-up-Propaganda – Epikrise der russischen Selbstvergiftung“ (Matthes & Seitz Berlin) von Irina Rastorgueva. In der Kategorie Belletristik entschied die Jury für den Roman „Halbinsel“ von Kristine Bilkau (Luchterhand Verlag), der von einem Mutter-Tochter- und Generationskonflikt zwischen Idealen, Scheitern und Aufrichtigkeit erzählt. Die Tochter ist Umweltaktivistin, entdeckt in einem Unternehmen Greenwashing und zieht sich völlig desillusioniert zurück in die familiäre Welt und konfrontiert ihre Mutter mit ihren verlorenen Träumen und Ängsten. „Es ist eine Geschichte über eine Mutter, die versucht die Zuversicht ihrer Tochter zu retten, um selbst hoffnungsvoll zu bleiben und sie sehnt sich nach einer Sprache der Aufrichtigkeit“, sagt Kristine Bilkau über ihr Buch. „,Halbinsel` zeigt ein Gesellschaftsbild. Der Roman beunruhigt mit seinen leisen und lauten Fragen an die Gesellschaft“, begründete die Jury ihre Preisvergabe.

So wie der Stoff seinen AutorIn findet, wird auch jedes Buch seine LeserInnen finden, ob nun preisgekrönt oder nicht. Da steht man plötzlich unverhofft auf der Leipziger Buchmesse vor einem Stand der bis dato kaum als Literaturland bekannten Philippinen und wird angenehm überrascht von der Fülle an interessanten, unkonventionellen Büchern, oft sehr ansprechend illustriert aus diesem südostasiatischen Land. Das reicht von Romanen und Comics zu sozialen Themen, politischen Umwälzungen, Klima-Katastrophen und Coming-of-Age-Geschichten bis zu einem bilderreichen Buch über die Straßenkatzen von Manila. Wie schauen sie auf die Welt? Das will ich unbedingt wissen. Philippinische Literatur wartet darauf, entdeckt zu werden. Das Land ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2025 im Herbst.
Die Leipziger Buchmesse lockt noch bis morgen, Sonntag, von 10 bis 10 Uhr mit einem reichhaltigen Programm.

Text + Fotos (lv)

http://www.leipziger-buchmesse.de


Handgeschöpfte Papierkunst gibt es am Stand von Ulrike C. Franz und fantasievolle Druckgrafik am Käsebüdchen.

Mit Spannung erwartet: Der Preis der Leipziger Buchmesse für Belletristik ging dieses Jahr an den Roman „Halbinsel“ von Kristine Bilkau.
Fesselnde Lektüre: Eine Besucherin mit ihrem gerade erworbenen Buch „Echokammer“ von Ingar Johnsrud aus Norwegen, der Autor signierte nach seiner Lesung mit viel Resonanz. „Der beste norwegische Thriller der letzten zehn Jahre“, findet krimlitteratur.com

Überraschend reichhaltig, interessant und geheimnisvoll: Die Literaturszene der Philippinen hat in den letzten fünf Jahren ein rasantes Wachstum erlebt und ist erstmals mit einem Stand auf der Leipziger Buchmesse dabei und Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 2025.

Meine Schätze von der Buchmesse & neugierige Fellwesen
Meine Fellmusen & Buchkatzen Jade & Lina und Lola. Ihnen habe ich mein erstes Buch „Geliebte Ungeheuer“ mit Katzenpoesie gewidmet.

Sonne mit Kaffeeflecken

Gerade noch im Wintergarten
die Weide und ihre Sonnenkätzchen gesehen
fällt ein Schatten auf die Sonne
verfärbt von schwarzem Kaffeesatz
beide Hände voll floss der Strahl
aus der Tasse
Flecken auf den Strahlen
auf dem Tisch liegen meine Schätze
von der Buchmesse
Schneckenpostkarten Lesezeichen
ein Verzeichnis der Insel-Bücherei
eine Lyrikpreis Ausschreibung
eine Karte mit einer Auflistung von Dingen
in denen wir erstaunlich gut sind:
All unser Geld ausgeben
Ignorieren dass wir pleite sind
den leeren Platz mit lauter schönen
neuen Büchern füllen
eine Karte Natur aus Sicht des Menschen
er rot im Mittelpunkt und alles Lebendige
schwarz um ihn herum
und die Natur aus Sicht der Natur
vielfarbig blühend und schwirrend
der Mensch im Kreis mit allem Anderen
„… die Existenz musz poetisch sein“,
verlangt Friederike Mayröcker
anders wäre sie nicht zu ertragen

LV
28.3.2025

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Die Katzenbücher sind da… „Geliebte Ungeheuer“ mit Katzenpoesie von Lilli Vostry & Zeichnungen von Dorothee Kuhbandner

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Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, In eigener Sache, Lebensart, Natur, Poesie, Projekte, Tiere, Zwischenmenschliches

≈ Ein Kommentar

Schlagwörter

Tiere


Heute am 11. März, meinem Glückstag, kamen die Katzenbücher… Nun sind all meine Fellwunderwesen wieder zu Hause. Wenn auch anders. Jade & Lina und Lola leben in den Gedichten weiter. Die neuen Katzen, allen voran Flausch Kasimir schnupperten gleich neugierig am Karton und Papier. Meine drei Katzenmädchen würden sich sehr freuen über unser Katzen-Buch, in dem sie die Hauptrolle spielen. Möge es viele Menschen erfreuen. Miau!

Unbändige Wirbelwinde, Fein- und Freigeister

In ihrem ersten Buch „Geliebte Ungeheuer“ mit Katzenpoesie erzählt die Dresdner Autorin Lilli Vostry gemeinsam mit Zeichnungen von Dorothee Kuhbandner von Fellwunderwesen und ihren Menschen.

Sie sind honigsüß, wild, widerborstig, sanft und anschmiegsam. Voller Neugier, Energie und Lebensfreude, unbeständig wie das Wetter, sprunghafte, liebevoll gerissene Wirbelwinde, wahre Fein- und Freigeister. Sie verstehen und lehren uns Genießen und Gelassenheit, den Sinn im Unsinn und Chaos zu erkennen.

Manchmal sind sie nicht ganz geheuer. Eben geliebte Ungeheuer.
“Geliebte Ungeheuer“ – Von Fellwunderwesen und ihren Menschen heißt das druckfrische Buch mit Katzenpoesie von Lilli Vostry und zauberhaften Zeichnungen von Dorothee Kuhbandner, erschienen in limitierter Auflage im Zilp Zalp Verlag in Radebeul. Es ist ihr erstes Buch, in dem die in Dresden lebende freie Journalistin und Lyrikerin von ihren Musen, Antreibern, Tröstern und Seelentieren erzählt. Vom Herzfange- und Versteckspiel, von Verbundenheit, Abenteuer und Abschied handeln diese Katzen-Gedichte. Von ihnen lernte sie viel über die ganz eigene Art, die Welt zu sehen, mit den Augen der wundervollen, felligen Wesen.

Dorothee Kuhbandner (www.doro-malerei.de) lebt als freischaffende Künstlerin in Radebeul und hat schon rund ein Dutzend unikate und liebevoll originell illustrierte Bücher für jedes Alter in ihrem kleinen Verlag herausgegeben.

„Geliebte Ungeheuer“ ist ein Buch für alle Katzenliebhaber und die es werden wollen. Wundersam, eigen, fantasievoll und poetisch.

Eine Gedicht-Lesung mit Signierstunde mit der Autorin Lilli Vostry und der Künstlerin Dorothee Kuhbandner gibt es während der Leipziger Buchmesse am 27. März, um 13 Uhr, in Halle 3 auf dem Marktplatz Druckgrafik an ihrem Stand F524.

Das Buch „Geliebte Ungeheuer“ kann man bestellen auf der Webseite vom NOTSchriften-Verlag in Radebeul per Klick.

Leseprobe

Verbunden

An niemanden und nichts
gebunden
aber allem verbunden
stehe ich in der Welt
mir manchmal selbst
im Weg

zwei Katzen und viele Bücher
leben bei mir
beäugen betrachten
schmusen flusen
kommen und gehen
wie sie wollen
wie ich
rau und zärtlich
laut und leise
tost die Reise
die sich Leben nennt

LV
8.9.2022

IMG_9526 (1)

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Meine Fellmusen Lina & Jade

Meine erste Katze Lola & Begleiterin mehr als 18 Jahre. Dann kamen Jade & Lina. Das Buchcover meiner „Geliebten Ungeheuer“.

Buchkatzen
(Für Jade & Lina und Lola)

Heute naht der große Tag
mit Herzklopfen etwas bang
seh ich Euch wie zum ersten Mal
mit Sonne im getigerten und schwarz weißen Fell
leuchtenden Sternenaugen
reist Ihr wieder zu mir nachhause
meine Musen und Antreiberinnen
Oh welches Glück
im liebsten Gefährt
einem Karton den die neuen Katzentiere sogleich
beschnuppern samt Papier
Bücher noch verpackt und einige schon offen
auf dem sonnenhellen Titelblatt klettert
ein geliebtes Ungeheuer
und kann es kaum fassen
all die Abenteuer noch einmal
erleben Seite für Seite
Herzfange- und obsessives Versteckspiel
Jade auf dem Koffer als wolle sie gleich verreisen
mit mir ans Meer
mit Lina im Wintergarten auf dem Sofa und Balkon

zwei Katzen und viele Bücher
sprunghafte Wirbelwinde unbeständig wie das Wetter
wild widerborstig sanft und anschmiegsam
an Euren Lieblingsplätzen liegen die Bücher
Wir fliegen mit dem Zauberkasten los
hinaus in die Welt bis zu den Sternen
und bleiben uns nah

LV
11.3.2025

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Hilfe – Spende für meine Minnie & und meinen Kasimir

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, In eigener Sache, Kultur, Lebensart, Poesie, Projekte

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Kleine, liebe, aufgeweckte Rabauken in der Sturm-und-Drang-Zeit: Bitte helft mir mit Spenden für die baldmöglichste Kastration meiner Katzen Minnie, getigert und dem flauschigen Kasimir. Die Tierarztkosten von ca. 300 Euro für die beiden überfordern mich gerade! 😦

Hier das Buchcover zu meinem ersten Gedichtband „Geliebte Ungeheuer“ mit Katzenpoesie von Lilli Vostry und Zeichnungen von Dorothee Kuhbandner.
Meine geliebte Jade & Fellmuse an ihrem Lieblingsplatz im Wintergarten.

Katzenpoesie & Hilfe für neue Wirbelwinde

Die getigerte Minnie & der flauschige Kasimir sind jetzt seit einem reichlichen halben Jahr bei mir, kenne sie von kleinauf und erlebe täglich wie sie immer mehr das Leben entdecken und sie sind süße, liebe und aufgeweckte Rabauken, die ich nicht mehr missen mag. Nun sind sie in der Sturm-und-Drang-Zeit, schmusen und jagen sich sehr und die Kastration steht bevor. Der weiße Kater Lino wurde schon kastriert, das kostete mich stolze 240 Euro, die Voruntersuchung extra noch 100 Euro! Die Kleinen stammen von einem Bauernhof und sahen noch nie einen Tierarzt.

Leider stürmt zurzeit vieles auf mich ein, bin ich in akut angespannter finanzieller Lage als Selbstständige durch berufliche Umbruchsituation mit unsicheren Einnahmen, weiterlaufenden Betriebsausgaben und nun auch noch deftige Mieterhöhung, NK-Vorauszahlung ab März monatlich!

Das überfordert mich gerade und weiß nicht wie ich die Mittel für die Kastration meiner zwei jungen Katzen  von zusammen ca. 300 Euro alleine aufbringen soll!!

Daher meine herzliche Bitte um Hilfe an tierliebe Menschen, Katzenliebhaber und alle, die mich durch meine Beiträge hier auf meinem wortgartenBlog und bei FB kennen und lesen: Spendet bitte etwas für die Kastration von Minnie & Kasimir und damit ich ihnen weiterhin ein schönes, sicheres und geborgenes Zuhause ohne zusätzliche Sorgen geben kann.

Als Dankeschön gebe ich großzügigen Spendern meinen ersten eigenen Gedichtband „Geliebte Ungeheuer“ mit Katzenpoesie und Zeichnungen der Radebeuler Künstlerin Dorothee Kuhbandner, welcher im März rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse im ZilpZalp Verlag Radebeul erscheinen wird.

Zunächst in limitierter Auflage. Bei großem Interesse drucke ich gerne nach. Im Gedenken an meine liebsten Fellmusen Lola, Jade & Lina.

Hier mein Spendenkonto, bitte mit dem Kennwort Katzen-Hilfe an:
Lilli Vostry

IBAN: DE90 8707 0024 0525 2317 61
Deutsche Bank

Herzlichen Dank vorab allen UnterstützerInnen!

Natürlich halte ich Euch auf dem Laufenden, wie es mit meinen FellLieblingen weitergeht. Miau!

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Neue KatzenLyrik: Leerer Raum & Was man hat & Himmelfarben

08 Samstag Feb 2025

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Leerer Raum

Ein leises Miauen die kleine grauweiß getigerte
steht im völlig leeren freien Raum
die Wände strahlen gelb der Himmel fahl weiß
es regnet den ganzen Tag
vor der blauen Balkontür streifen die Katzen
umher an den Holzleisten der Wände entlang
stehen vor dem orangenen Eimer in den ab und zu
Wasser tropft
sehen sich um verstohlen
nichts mehr zu holen
Platz ohne Ende
doch nichts mehr zum Klettern Springen Spielen
Spüle Schänke Schreibtisch und Bücherregal fort
wo sie gestern noch saßen stöberten und sich aalten
was ihnen gefiel herunterrissen
gerissene Bücherkatzen die ihre Nasen
in alles stecken
keine Grenzen kennen
wenn sie ihren Bällen nachjagen
in hinterste Ecken und beiseite räumen
was ihnen im Weg steht

Plötzlich alles wie in Nichts aufgelöst
nur zwei Silbermünzen tschechische Kronen
kleben am Boden fest wo der Schreibtisch stand
die Katzen schnuppern am Geld Glücksgroschen
die man nicht essen aber sich etwas wünschen und
aufheben kann
sie stehen an den Stellen mit den dunklen und hellen
Flecken auf den Holzdielen
die abgenutzt und abgeliebt
ein wilder Ort der Fülle Esslust und Wohlgerüche
überbordender Tag und Nachtgedanken
nah am Herdfeuer
immer wohlig und auf dem Sprung
die Katzentiere
jede Diele eine Erinnerung
an die schwarzfellig Gelbäugige die wie ich voll
Sehnsucht den leeren Raum verließ und in neuer
Schönheit betrat
die kleine schwarz-weiße und die grauweiß getigerte
Madam die sich erst scheu und dann um so inniger
auf ihren Katzenbäumen am Fenster nah der
Futterquelle niederließen
ihre Plätze nun leer
liege und streichle eure Spuren nach
am Boden
die drei neuen Fellknäuel setzen sich dazu
und schauen als würden sie euch sehen

LV
23.1.2025

Was man hat

Die Dunkelheit hält
den Tag fest
Was man hat
das hat man
die Fliege krallt
sich an ein Staubkorn
mein Kater Flausch
an meine Haut
der Vogel an einen Sonnenblumenkern
Lichtflecken tasten das Sofa ab
wo die zwei Katzen immer saßen
der weiße Kater stürmt
hinein ins Lichtzimmer
Was man hat
das hat man
Die Liebe sucht
sich ihre Opfer
Was man hat…

LV
17.2.2010/8.2.2025

Himmelfarben
(Für Lina & Jade)

Die Balkontür stand weit offen
die Morgensonne schien herein
erstmals sahen wir sie zusammen
aufgehen
die kleine schwarz-weiße schaute
aus ihrer Höhle gegenüber die grauweiß getigerte
Madam reckte ihren Kopf in die klare Luft
im Lichtrausch
in der Stube öffneten die ersten Tulpen
ihre roten Flügel
Ich lag in der Mitte auf der Picknickdecke
auf dem harten Holzboden nah bei euch
nach durchwachter Nacht
Du lagst wie ein Fisch gestrandet
in einem Meer aus Trockenfutter
rührtest es nicht an
liefst an meinem Kopf entlang
verwundert warum ich da am Boden lag
marschiertest auf den Balkon
in die Sonne und miautest
Was schaut ihr so
so schmal schon und noch putzmunter

Es schien als fiele die Sonne
vom Himmel herunter
heute Abend
ein leuchtender Ball stand
über dem Fluss
der Himmel schwang in allen Farben
hinterließt ihr eure Spuren
Wildgänse flogen auf
mit lauten Rufen
in der leeren Küche hallten
meine Schritte als ich über die Dielen
strich wo wir zusammen vor einem Jahr
noch von Tagen voller Licht träumten

LV
8.2.2025

Alle Texte + Fotos: Lilli Vostry

Mein erster eigener Gedichtband „Geliebte Ungeheuer“ mit Katzenpoesie und Zeichnungen einer Radebeuler Künstlerin erscheint im März 2025, 🙂

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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  • Unterwegs: Der Zauber des Kinos & Theaters wird zelebriert beim Hollywood-Bühnenball im Stadttheater Döbeln
  • BilderAlbum: Ausstellung „Emotionen in Kunst“ von Mandy Baldauf im „Kastenmeiers“ in Dresden
  • Worte zur Gegenwart: Unter dem schwarzen Himmel der Macht. Von Armin Kraft
  • Premiere „Kritischer Zustand“ im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
  • Neue Lyrik: Ode an das Weiß
  • Kurzgeschichte: In deinem Kopf
  • Ausstellung: Liebesbriefe von Max Schwimmer in der Galerie Himmel in Dresden
  • Premiere „Toto oder Vielen Dank für das Leben“ von Sibylle Berg im Kleinen Haus Dresden

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