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Theater in der Stadt – mit vielen neuen Stücken und Gesichtern an verschiedenen Spielorten wie dem Schlosstheater und dem Palais im Großen Garten wegen des Umbaus im Schauspielhaus bis Oktober.

Wie wird die Zukunft Europas aussehen? Das steht als Motto über der neuen Spielzeit im Staatsschauspiel Dresden. Das Theater bietet dafür einen lebendigen und offenen Raum für Begegnung, Austausch und Diskurs, wo Geschichte und Geschichten von Menschen aus verschiedenen Orten, Zeiten, Kulturkreisen und Religionen im Mittelpunkt stehen.

Erzählt werden sie derzeit auch an verschiedenen Spielorten in der Stadt aufgrund des Umbaus im Schauspielhaus bis Oktober. Zum illustren Premierenreigen von Stücken, die sich mit Fremdheit, Integration, Herkunft und Heimat auseinander setzen, gehört die witzige Fantasy-Komödie „RALF – die Abenteuer von 60 Minuten“ im Kleinen Haus über einen aus dem All in einer Mittelschichtfamilie gelandeten Flüchtling. Im Schlosstheater am Theaterplatz kommt mit  „Der Weltensammler“ nach dem Roman von Ilija Trojanow die schillernde Lebensgeschichte von Sir Richard Francis Burton, einem britischen Offizier und Forschungsreisenden aus dem 19. Jahrhundert auf die Bühne (noch bis 3.10.). Hier ist auch die neue Komödie von Martin Heckmanns „Mein Herz ist rein“ über besorgte Eltern, die sich in radikale Ordnungsfantasien flüchten, zu sehen (Premiere: 11.9., 19 Uhr).

Ödön von Horváths bitterböse Komödie „Zur schönen Aussicht“, die in einem heruntergekommenen Hotel spielt und die Geschichte einer junger Mutter auf der Suche nach dem Vater ihres Kindes erzählt, wird im Palais im Großen Garten aufgeführt (bis 18.9.). Von Umbrüchen im Leben erzählt aus der Sicht eines jungen Mannes das Stück „89/90“ nach dem Wende- und Dresdenroman von Peter Richter begleitet von der Rock- und Punkband Dyse im Kleinen Haus.

In der Trinitatiskirchruine ist das Stück „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“ nach dem Roman von Janne Teller zu sehen (noch bis 17.10.). Neu im September auf dem Spielplan im Kleinen Haus ist zudem die Inszenierung „Szenen einer Ehe“ nach dem bekannten Film von Ingmar Bergman (Premiere: 9.9., 19.30 Uhr). Vom Altmeister der Satire Thomas Bernhard wird die Komödie „Alte Meister“ in der Gemäldegalerie Alte Meister gespielt (Premiere: 10.9., 20 Uhr).

Neben den bekannten werden viele neue, interessante Gesichter auf der Bühne auftauchen. Hinzugekommen sind 14 Darsteller zum Ensemble mit insgesamt 36 Schauspielerinnen und Schauspielern. Intendant für ein Jahr, bevor dann im Herbst 2017 der neue Intendant Joachim Klement sein Amt antritt, ist der zuvor schon im Haus wirkende Jürgen Reitzler, der zusammen mit der neuen Chefdramaturgin Beate Heyne (zuletzt am Thalia Theater Hamburg) für eine ebenso reichhaltige wie besondere Spielzeit sorgen will.

Die Wiedereröffnung im Schauspielhaus wird dann am 29. Oktober im Shakespeare-Jahr mit der Premiere von Othello gefeiert, inszeniert vom isländischen Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson. Reizvoll wie spannend verspricht auch eine Aufführung von Shakespeares Liebesgeschichte „Romeo und Julia“ in einem gemeinsamen Theaterprojekt von arabischen und deutschen Jugendlichen der Bürgerbühne am Kleinen Haus zu werden, die der Aktualität des Stoffes angesichts gegenwärtiger Konflikte nachspüren (Stückfassung: Martin Heckmanns, Regie: Miriam Tscholl). Die Premiere ist am 1. Oktober um 19.30 Uhr.

Fotos (von oben nach unten): Staatsschauspiel Dresden/Krafft Angerer/Daniel Koch/David Baltzer/Daniel Koch/Krafft Angerer: „Der Weltensammler“;  „Szenen einer Ehe“; „Zur schönen Aussicht“; „Romeo und Julia“ und „Mein Herz ist rein“

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