Lustvoll demaskierte Helden

Wer ist Verführer und Verführte? Nicht nur Zeus verfehlt sein Ziel und lässt heftig Federn im verführerisch-abgründigen Spiel der Gegensätze und Kampf der Geschlechter. Da vergnügt sich Leda als Amazone oder Domina mit dem als sanfter Schwan verwandelten  mächtigen Himmelsherrscher. Da treffen antike Mythen wie der vom gehörnten Minotaurus, der durch die Liebe erlöst wird auf lustvoll-grotesk demaskierte Helden und Eroberer. Da verfließen Grenzen zwischen typisch Mann oder Frau, werden tradierte Rollenbilder von Herrschaft und Unterwerfung aufgebrochen und die Sehnsucht nach Verschmelzung des Urmännlichen mit dem Urweiblichen mit farb- und ausdrucksreich vibrierendem Pinsel und Zeichenstift auf zumeist großformatige Leinwände und kleinere Arbeiten auf Papier gebannt in der derzeitigen Ausstellung „Paare und Protagonisten“ von Steffen Fischer in der Galerie Mitte auf der Striesener Straße 49 am Fetscherplatz. Erstmals zeigt sich der Maler mit einigen Selbstportäts, in denen er selbstironisch verschiedene Masken trägt, inmitten seiner expressiv figürlichen Malerei. Zur Ausstellungseröffnung spielten die Musiker Frank Deutscher am Bandoneon und Michael Lindner an Gitarre und Pedal Steel (Tam Tam-Combony) auf Wunsch des Malers charmant-spannungsvolle Tangomusik.

Die Ausstellung ist bis 24. Juni zu sehen.

Weiteres zur Ausstellung demnächst

Geöffnet: Di bis Fr von 15 – 19 Uhr, Sa von 10 – 14 Uhr sowie nach Vereinbarung (geschlossen am 25.5.)

http://www.galerie-mitte.de

Text + Fotos (lv)

Im Kabinett: Arbeiten auf Papier von Jürgen Keßler, den Fischer seit Studienzeiten kennt.

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