Fotos: Boulevardtheater

Witzige Reise mit Örksenknörksen durch die Märchenwunderwelt

Sie verzaubern klein und groß immer wieder aufs Neue. Doch woher kommen eigentlich all die wundervoll verrückten Geschichten? Und was haben Örksenknörkse damit zu tun? Dies erkundet das Stück „Gebrüder Grimm – Am Anfang aller Märchen“.Die Premiere war am Sonnabend im Boulevardtheater Dresden.

Eines Abends, als der Vater vor dem zu Bett gehen dem Kind wieder aus dem dicken alten Märchenbuch vorliest, überrascht es ihn mit der Frage: Woher kannten die Gebrüder Grimm denn die Märchen?!  Haben sie den Froschkönig, Rotkäppchen und den bösen Wolf persönlich getroffen?! Zusammen mit dem Publikum begeben sie sich auf eine fantastische, turbulente und humorvolle Reise ins Märchenland, in dem unglaubliche Dinge geschehen, Träume wahr werden so wie das Leben auch märchenhafte Momente bereithält.

Wenn man die Welt auch als Erwachsener noch mit Kinderaugen sehen, über alles staunen und seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Genau das tun die mal kindlich übermütigen und nachdenklichen Märchenerzähler Jakob (Volkmar Leif Gilbert) und Wilhelm (Jonathan Heck) Grimm. „Alles ist märchenhaft, magisch, aber nicht für alle“, wissen sie ebenso.  Sie und ihre Freunde bezauberten die kleinen und großen Zuschauer mit viel Witz und Herzblut spielend und singend in dieser liebevoll und originell in Szene gesetzten Märchenwunderwelt mit vielen bekannten Details und Anspielungen auf die Wirklichkeit (Buch: Kenny Friedemann, Komposition: Andreas Goldmann, Regie: Olaf Becker). Den Gebrüdern Grimm helfen die Örksenknörkse. Das sind lustige, kobaldartige Wesen, die die Welt bunter und zauberhaft machen. Jeder Mensch hat solch ein Wesen in sich, das ihm Kraft, Freude, Schönheit und Mut gibt, erklärt der grün-zauselige Oberörksenknörks Heinrich (Christian Ludwig).

Bei manchen ist dieses aber fast schon erloschen wie beim gold- und machtbesessenen König (Andreas Köhler) und der gierig, hartherzigen Bürgermeisterin Knolle und Stiefmutter der Gebrüder Grimm (abwechselnd biestig und liebenswürdig verwandelt bis hin zu einem feurigen Tanz mit dem König: Katharina Eirich). Sie sperrt jeden in den Hungerturm, der zauberhafte Dinge kann wie den Müller Käppler, der mit Tieren sprechen kann. Seine Tochter Ruth (Stefanie Bock) vermag in ihrer Not aus Stroh Gold zu spinnen, um den Vater zu befreien. Märchenfiguren wie Froschkönig, Hase und Katze begleiten als kuschlig kulleräugige Stoffpuppen das Geschehen als mitfühlende Freunde und Helfer, und überraschend taucht auch noch ein leibhaftiger, gar nicht böser Wolf auf der Bühne auf, der brav an der Seite der Gebrüder Grimm geht. Zum Schluss ziehen sie mit ihren Träumen und Märchen hinaus in die Welt. Reichlich Beifall gab es für diese versponnen-vergnügte Reise zum Ursprung der Märchen.

Text (lv)

http://www.boulevardtheater.de

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