Foto: André Wirsig

In den Weihnachtsferien vom 23.12.2017 – 2.1.2018 ist das Lügenmuseum täglich von 13 – 18 Uhr geöffnet.

Zum Jahresende gibt es eine Pilgerbewegung nach Radebeul. Alle Welt macht sich auf zum Jahresendausflug ins Lügenmuseum. Es geht darum, die erfüllten oder die über Bord geworfenen Vorsätze des vergangenen Jahres gegen Neue einzutauschen. In Serkowitz, wo der sächsische Jakobsweg, die alte Frankenstraße und der thüringische Rennsteig sich kreuzen, liegt ein alter Pilgerort, der historische Gasthof von 1337. Man sieht dem maroden Denkmal nicht an, dass sich darin das fantastische Lügenmuseum befindet.

In seinen Räumen sind Maschinen zur Belustigung, anarchische Apparate im ironischen Leerlauf zu erleben. Es gibt eine Sammlung sinnloser Weihnachtsgeschenke der Gründerin, Emma von Hohenbüssow. Sie hatte der Legende nach ihre unausgepackten Weihnachtsgeschenke gleich auf den Boden gebracht, um sie dort zu vergessen.

»Sinnlose Weihnachtsgeschenke« aus über 200 Jahren: mit leuchtenden Kinderaugen kann man sich satt sehen. Das Herz läuft über. Leichter Schauer und heiteres Erbarmen beim Anblick der überfüllten Räume. Die Darstellung ist krass, voll hintergründiger Klippen mit einer unglaublichen Kreativität.

Hinter einem Bücherregal treten die Besucher in einen neuen Ausstellungsraum »Interieur Underground«. Eine konspirative Kunstsammlung, die 1992 bei Sanierungsarbeiten in einem barocken Haus in Erfurt entdeckt wurde. Dank einer Förderung der Bundesstiftung Aufarbeitung konnte die Sammlung erforscht und nun zugänglich gemacht werden. Eine Treppe führt hinauf in den historischen Tanzsaal die Sonderausstellung »Poetische Orte«. Zu sehen sind 22 Künstler, die eigene Museen und Institutionen gegründet haben.

Die Pilger verlassen erleichtert und beschwingt den Ort

Text: Reinhard Zabka/Lügenmuseum

 

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