Burning Man des Wilden Ostens

Witzig-beflügelnde Ideen und Aktionen locken beim WunderkammerFestspiel im Skulpturenlabyrinth vom 24. bis 30. September auf den Elbwiesen in Radebeul-Altkötzschenbroda. Mit feurigem Finale am Sonntagabend.

Hauptsache schön verpackt, dieses Jahr ist die WuKaMenta wie ein japanisches Geschenk in viele Schachteln gehüllt. Das Weinfest in Radebeul ist ein traditionelles Ereignis, in das man alles einwickeln kann. Da gibt es das internationale Wandertheaterfestival und darin ist das Skulpturenlabyrinth auf den Elbwiesen gewickelt und darin befindet sich wiederum der 6. Akt der WuKaMenta, das Wunderkammer Festspiel – diesmal als Museum ohne Dach.

Vom 24. bis 28. September ist Aufbau, in fünf Tagen entsteht auf den Elbwiesen hinter Kötzschenbroda ein Skulpturengarten in der Dimension eines Fußballfeldes. Fünfzehn Künstler unter der Leitung von Richard v. Gigantikow entfalten aus einem riesigen Berg Paletten ein ganzes Paralleluniversum vor den Augen der Betrachter. Kinder, Schulklassen kommen begeistert mit Hammer und Nagel, um ihre Buden einfach daneben zu bauen. Die Künstler praktizieren eine eigene Kultur: gehen ohne Spuren und die teilhabende Erfahrung ersetzt den Konsum. Hier sind alle eingeladen mitzuspielen.

24.9., 19 Uhr – 30. 9., 18 Uhr

Labymenta, das klingt wie Namenszauber: DADAMENTA, Dokumenta, WuKaMenta und nun Labymenta. Tausende Besucher wandeln mit Fragebögen und Kerzen durch das Labyrinth.

Die Wege sind verschlungen, Ideen blitzen auf, uralte Erinnerungen ziehen vorbei, labyrinthischer Zauber, die Wandelnden versinken in beschaulicher Betrachtung oder beklagen eine leere Stelle. Es ist die Welt der Träumer, der Andersdenkenden, die in Radebeul schon lange ansässig sind.

24. und 30.9.

WuKaMenta, 6. Akt, Meister der Er-Findung, des Flows und des Kreativen. Kreativ bedeutet das Niederreißen von Grenzen und das Überspringen von Hindernissen: Grassprechstunde Hilla Steinert, Gebietsneurosen Gunhild Kreuzer, Elbradio Justus Ehras, Aktion-Painting Klaus Liebscher, am Weltmeer Sophie Cau, kinetische Objekte Anuschka Kilian-Bucks, Instant Karaoke Ulli Sachse, gelbes Atelier Renate Winkler, Hula Hoop Maike von Harten, der Eisbär Elke Postler: zehn Künstler ganz nah, auf Augenhöhe und aus erster Hand.

Die WuKaMenta steht für die kreative Kraft von Spiel, Konfrontation und Reibung. Sie setzt sich den Kult(ur)ereignissen des Elbtales aus: »Labystan« zur BRN, »dadaistischer Gottesdienst« beim Konstruktival, »fahrendes Sommergewitter« beim Elbhangfest, »Akademie für Kunst im öffentlichen Raum« zum Schaubudensommer, »Reparaturwerkstatt Demokratie« beim Dresdner Stadtfest und nun »Museum ohne Dach« beim Weinfest in Radebeul im Skulpturengarten von Richard von Gigantikow.

Die WuKaMenta wird von der Landeshauptstadt Dresden als künstlerische Intervention im öffentlichen Raum gefördert.

Wenn Kunst auch nicht die Wahrheit bergen kann, so kann sie doch etwas zum Niederbrennen der Illusionen beitragen. Im kreativen Akt liegt auch der Moment der Zerstörung, um eine Instabilität zu erzeugen, welche eine Reflexion induziert. Die prachtvolle Scheinheiligkeit der Kunstwelt, die Inszenierungen der Bedeutsamkeit, quasi das ganze illusorische Hin und Her landen hier auf einem Scheiterhaufen.

30.9., 21 Uhr

das feurige Finale, vergleichbar mit dem legendären Burning Man-Festival im US-Bundesstaat Nevada in der Black Rock Desert. Die Elbdeiche sind voller Menschen, die Wandertheater treten auf, es gibt einen Wanderpokal, die Gewinner dürfen dann alles anzünden, untermalt mit heißer Musik, große Party. Das feurige Finale löst alle Mühen auf, um das Leben wahrzunehmen, das ohnehin ein Wunder ist.

Text: Kunst der Lüge e.V., Reinhard Zabka
Telefon: 0176 – 99 02 56 52
E-Mail: info@luegenmuseum.de
http://www.luegenmuseum.de

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