Bild von Andreas Wachter

Andreas Wachter – Gestrandet
1. Dezember 2018 – 26. Januar 2019

Im Kabinett | Gundula Schulze Eldowy  
Berlin in einer Hundenacht. Fotografien 1977-1990

Vernissage | Freitag, 30. November 2018, 19 Uhr
Dr. Paul Kaiser, Kunstwissenschaftler, Kurator und Publizist aus Dresden spricht einführende Worte.
Andreas Wachter wird anwesend sein.

Malerei, die das Auge verführt

Die GALERIE HIMMEL präsentiert mit der Ausstellung „Andreas Wachter – Gestrandet“ bereits zum fünften Mal (2008 – 2010 – 2013 – 2016 – 2018) Werke des Künstlers, der mit seiner virtuosen Handschrift zu den herausragenden Vertretern der „Leipziger Schule“ gehört. Die Ausstellung zeigt etwa dreißig Arbeiten, vor allem aktuelle Gemälde, vier Werke der 1980er Jahre und eine lebensgroße, farbig gefasste Terrakottaplastik.

Waghalsige Kompositionen, eine frappierende Lichtregie, ein stimulierendes Farbkonzept, nicht zuletzt die virtuose, technisch brillante Handschrift, all das charakterisiert die Malerei von Andreas Wachter. Heute darf man den 1951 in Chemnitz Geborenen getrost zu den herausragenden Vertretern der „Leipziger Schule“ rechnen. In seinem seit vier Jahrzehnten folgerichtig wachsenden Werk verbindet sich die für Leipzig typische hohe Zeichenkunst mit einem außergewöhnlichen Kolorismus eigener Prägung.

Die Bildästhetik der Lehrer Arno Rink und Volker Stelzmann gab dem jungen Andreas Wachter einen ersten Kompass. Doch verfiel er den allegorisch-surrealen Verdichtungen Arno Rinks nicht, nicht den veristischen Bühnenszenen des Großstadt-Theaters von Volker Stelzmann. Stattdessen ging er einen anderen Weg und verankerte seine Malerei in seinem privaten Lebens- und Erfahrungsumfeld, an Orten, die er bereiste, vor allem aber in der Geschichte der Malerei. Die alten Meister wurden ihm aufgrund seiner profunden kunsthistorischen Neugier und Kennerschaft zum unverzichtbaren Resonanzboden beim Malen und erschlossen ihm einen schier unerschöpflichen Fundus an Motiven, Bildformeln und Imaginationen, aber auch an gültigen malerischen Lösungen.

Andreas Wachters Malerei verführt das Auge. Die kostbare Farbenpalette ist eine seiner großen Stärken. In lasierenden, aus der Tiefe leuchtenden Farbschichten wird ein dominierendes, gleichwohl tonig abgestimmtes Kolorit durch schärfere Töne zum Beispiel von Rot, Grün oder Gelb erweitert. Eine spezielle Lichtregie nach Art venezianischer Manieristen oder auch des römischen Barock erzeugt ein dramatisches Hell-Dunkel, das lichtdurchflutete Partien in Kontrast zu nachtschwarzer Finsternis setzt. Dagegen sind allzu scharfe Umrisse zugunsten einer plastischen Durchformung der Bildgegenstände zurückgenommen. Oft bleiben Figuren nur skizzenhaft angedeutet, scheinen im Ungefähren auf. In dünn lasierendem Farbauftrag, nur hauchzart die Volumen modellierend, führt der Maler in einer an Tintoretto gemahnenden atemberaubenden Malökonomie vor, wie „wenig“ es braucht, um dem Auge eine glaubhafte Illusion zu eröffnen.

Im Kabinett präsentieren wir zeitgleich Vintages-Fotografien aus der Serie „Berlin in einer Hundenacht“ (1977-1990) von Gundula Schulze Eldowy. Vierzehn Jahre lang, von 1977-1990, durchstreifte die heute weltweit bekannte Fotografin Gundula Schulze Eldowy das alte Ostberlin. Sie dokumentierte die Spuren einer dem Untergang geweihten Stadt und deren Milieu. Ohne Verklärung zeigt sie das ganz normale Leben und den oftmals schmerzlichen Alltag ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Im Kabinett zeigen wir zwölf dieser eindrucksvollen, brillanten Schwarz-Weiß-Fotografien.

Die Ausstellungen „Andreas Wachter – Gestrandet“ und „Gundula Schulze Eldowy – Berlin in einer Hundenacht. Fotografien 1977-1990“ werden am Freitag, dem 30. November 2018, um 19 Uhr, mit einer Vernissage eröffnet. Dr. Paul Kaiser, Kunstwissenschaftler, Kurator und Publizist aus Dresden spricht einführende Worte. Andreas Wachter wird anwesend sein.

Text + Bild: Anja Himmel

GALERIE HIMMEL
Obergraben 8
01097 Dresden

www.galerie-himmel.de

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