Den Geheimnissen des Kosmos und der Liebe auf der Spur: die Kosmologin Estelle (Cosma Shiva Hagen, Bildmitte) und ihre Freundinnen erleben manch pikante Entdeckung in der Komödie „Sternstunden“. Fotos: Robert Jentzsch

Ein kosmisch komisches Vergnügen über
die Mysterien der Liebe

Die witzig-turbulente Beziehungskomödie „Sternstunden“ von Tristan Petitgirard feierte ihre deutschsprachige Erstaufführung am Freitagabend in der Comödie Dresden.

Die Kosmologin Estelle erforscht mit Leidenschaft die Geheimnisse des Kosmos. Doch ihre Freundinnen verhalten sich in letzter Zeit irgendwie komisch, seit dieser rätselhafte Fremde in ihrem Leben aufgetaucht ist. Von den unendlichen Mysterien des Weltalls und der Liebe erzählt „Sternstunden“ – eine himmlische Komödie von Tristan Petitgirard in der Übersetzung von Kim Langner. Die deutschsprachige Erstaufführung des französischen Boulevardtheater-Erfolges, der auch bald verfilmt wird, war am Freitagabend in der Comödie Dresden.

Goldglänzende Sterne schweben zum Greifen nah im Theaterfoyer. Doch die drei Frauen auf der Bühne tappen erst mal im Dunklen und fühlen sich wie in einem Fantasy-Drama. Die lebenslustige Garance, eine Fernsehproduzentin (Dominique Siassia) hat einen neuen Freund und will den anderen partout nicht verraten, wer ihre neue Flamme ist. Warum nicht?!, rätseln sie. Ist er prominent, hat er etwas zu verbergen oder ist es gar der Ehemann von Sophie? Je länger Garance schweigt, um so mehr stachelt sie die Neugier ihrer Freundinnen an, das Geheimnis um Mister Unbekannt zu lüften. Das führt zu allerhand pikanten Szenen, Überraschungen und Wendungen in dieser turbulent witzigen Beziehungskomödie, spannend in Szene gesetzt unter Regie von Thomas Heep.

Es geht um Liebe, Freundschaft, Treue, sexuelle Vorlieben, Jugendwahn, Älterwerden und zu sich stehen in amüsant doppeldeutigen Dialogen. Die drei Frauen und ein Mann spielen auf einer Drehbühne, die abwechselnd ein Schlafzimmer mit Bett und orangener Kuscheldecke zeigt und eine Wandtafel voller mathematischer Gleichungen. Daneben steht ein Schreibtisch, an dem sie ihr Berufs- und Privatleben organisieren, telefonieren und feiern. Die Musik mit Songs u.a. von Janis Joplin und die Mode entführen ins Paris der 70er Jahre. Die Kosmologin Estelle steht kurz vor einer bahnbrechenden Entdeckung über die Form des Universums (quirlig-energisch: Cosma Shiva Hagen). Hoch auf einer Leiter stehend, quasselt sie viel über die unendlichen Weiten des Kosmos, eine Vorliebe auch ihrer Mutter. Unverblümt direkt parliert sie und auch die rauchige Stimme hat sie von ihr geerbt.

Die Tochter von Sängerin Nina Hagen gibt in ihrem Debüt in der Comödie Dresden die cool-liebenswürdige und kratzbürstige Tochter, die nichts mehr von ihrem Vater wissen will und ihn seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hat. Ausgerechnet mit ihm, Jean-Philippe, Typ ergrauter Schürzenjäger (Stephan Schill) ist ihre beste Freundin jetzt zusammen, nachdem sie versuchte, Vater und Tochter zu versöhnen. Unfreiwillig wird Freundin Sophie, eine taffe Psychologin (Astrid Leberti) zur Mitwisserin und Komplizin im Verheimlichen der Affäre. Bis das Versteckspiel auffliegt, alle sich reinen Wein einschenken und die Sterne wieder funkeln sehen. Viel Beifall für einen kosmisch komischen und vergnüglichen Theaterabend.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de