Musik mit viel Witz, Leichtigkeit und Tiefgang: die Band „Hasenscheiße“ aus Berlin und Potsdam. Foto: Johanna Kerber

Songs für Kopf und Bauch und das Herz hüpft vor Freude

Sie sind traurige Clowns in der Arena, Witzbolde, unerschrockene Seefahrer auf Kaffeefahrten und unverbesserliche Träumer einer Welt, in der Liebe, Leichtigkeit und Lachen den Ton angeben. Davon erzählt das nunmehr vierte Album „Dampferjazz“ der Berlin-Potsdamer Band „Hasenscheiße“.

Der Bandname „Hasenscheiße“ lässt aufhorchen und schmunzeln.
Hart aber herzlich, statt kalt und hart wie Stahl sind ihre wild-frechen Großstadt-Songs und Lieder über Lust und Leid des Landlebens. Sie erzählen von traurigen Clowns in der Arena in einer satten und verkommenen Welt, von verwegenen Großstadtindianern, einem Schlüpperpilot, der sich nicht um Etikette schert, ein Bernhardiner hilft gegen Einsamkeit und ein kleiner, furchtloser Igel nimmt es mit Cäsar auf.

Und die fünf Musiker feuern ihn an: Für die Kleinen, für die Schwachen, für den Unsinn und das Lachen! Für mehr Liebe, Frieden, Glück, Spaß und solche Sachen.
Im Song „Penny“ geht es um ein Mädchen, das am liebsten schwarze Sachen trägt. Und einen Jungen, der alles tut, um ihr zu gefallen. Doch es ist Maskerade. Er besinnt sich wieder auf sich selber, trägt bunte Sachen und hört wieder Reggae. Und auf einmal trägt Penny bunte Schals… „Kein Mond ohne Sonne Baby, keine Sonne ohne Mond“, heißt es in der Penny Reprise.

lm Lied „Kleines sauberes Städtchen“, fragt Christian Näthe, Sänger, Schauspieler und Songschreiber von „Hasenscheiße“ mit bissiger Ironie und Wehmut, was aus seiner Heimatstadt Potsdam geworden ist. Alte Plätze wieder neu, hier und da ein Schlösschen oder Palais. Doch wo sind all die kleinen Nischen und Hinterhöfe, die wilden Gärten, wo noch Träume sprießen, die Orte der Kindheit und die Tante Emma Läden? Doch Löwenzahn ist unverwüstlich und diese Barden sind und bleiben unverbesserliche Träumer und ein Nischengewächs!

Die Suche nach dem „Paradies“ im gleichnamigen Song ähnelt einem Albtraum, mit der menschlichen Gier nach immer mehr, schneller… Und der spannenden Frage: „Wo geht die Reise hin?!“

Poesie, Witz, Tiefgang, Sprachkraft und Ironie ihrer Texte erinnern zuweilen an Brecht, Heine und Morgenstern. Musik für Kopf und Bauch, die sofort in die Beine geht und das Herz hüpft mit vor Freude. Bei dieser fröhlich mitreißenden Mischung von Rock, Punk, Folk, Reggae bis Swingjazz und leise wärmenden Chansons, dass die Kaffeetassen beim Dampferjazz wackeln und das Tortenstück blass wird bei den unwiderstehlichen Klängen, die wie ein Rettungsring sein können an grauen, kalten und ungemütlichen Tagen. Da hilft eine frische Brise, eine energiegeladene Melodie und die witzig mutmachenden Texte, um die Segel neu zu setzen volle Kraft vorraus!

Musikalische Vielfalt und Humor, mal kernig trocken, mal augenzwinkernd und galant, wird großgeschrieben in der Band „Hasenscheiße“, die sich auch gern selbst auf die Schippe nehmen wie im Titelsong „Dampferjazz“ ihres neuen Albums. Wo die Klänge begleitet von Möwenkreischen locker und leicht mit den Wellen hin und her schaukeln, mit den schunkelnden Passagieren in purer Harmonie, ohne knochenharten Konzertstress…

Die Band bekommt immer wieder auch Verstärkung durch gestandene, namhafte Musiker: Der ehemalige Keimzeit-Leadgitarrist spielt seit geraumer Zeit bei „Hasenscheiße“. Am Bass hilft immer wieder ein ehemaliger Renft/Cäsar-Mitstreiter aus. Der derzeitige Ersatzschlagzeuger spielte früher bei Mutabor. Einer der zwei Hauptsänger spielt mit Linda Gundermann in einer Band.

„Immer wieder dürfen wir auf dem Tanz- und Folkfest Rudolstadt, Fusion, Herzberg, auf der Kulturinsel Einsiedel, bei großen und kleinen Festivals und Clubs aufspielen“, sagt André Gigi Giese, Bassgitarrist und Sänger der Band. „Hervorzuheben ist überhaupt, dass ,Hasenscheiße` in so unterschiedliche Settings passt und von Klein bis Groß gehört wird. Es ist live eine sehr unterhaltsame Band.“

Das mittlerweile vierte Album „Dampferjazz“ ist im Januar diesen Jahres im Buschfunk-Verlag erschienen, nach acht Jahren dank erfolgreicher Startnext Crowfunding Campagne. Die Berlin-Potsdamer Band „Hasenscheiße“ ist noch ein Geheimtipp und wärmstens zu empfehlen!

Text (lv)

Siehe auch BilderAlbum: (Un)mögliche Wünsche, Wunder & Weisheiten beim Radebeuler Weinherbst mit Beitrag über das Konzert der Band „Hasenscheiße“. (vom 28.9.2020 auf meinwortgarten.com)

Weitere Infos unter:
http://www.hasenscheiße.com