Neues, spannendes Spiel vor romantischer Kulisse: Der schwarze Müller versucht mit Hilfe des „Rings der Zeit“ seine Macht zurückzuerobern. Wird er es schaffen oder sind Krabat und die Dorfgemeinschaft stärker… Fotos: Kathrin Krüger

Schwarzer Müller verführt wieder in Schwarzkollm

Am 13. Juli starteten die Krabat-Festspiele in dem kleinen Dorf bei Hoyerswerda nach zweijähriger Zwangspause. Der ganze Ort spielt mit – oder sorgt sich um die Gäste.

Von Kathrin Krüger

„Im Schatten der Vergangenheit“, so heißt das diesjährige Festival an der Krabatmühle im sorbischen Schwarzkollm. Ein musikalisch-theatralisches Ereignis, das seit 13. Juli Abend für Abend 800 Zuschauer in das lauschige Mühlengelände lockt. Leider sind schon alle 16 Vorstellungen bis Ende Juli ausverkauft. Da zwei Jahre coronabedingt nicht gespielt werden konnte, haben viele Gäste ihre Eintrittskarten von 2020 immer wieder umgetauscht.

Seit zehn Jahren begeistern die Festspiele der Dresdner Agentur 0351 als Veranstalter Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus. Beeindruckend wird stets auf`s Neue die Legende um den schwarzen Müller und den jungen Krabat an der originalen Mühle des Ortes erzählt und dargestellt: und zwar von den Dorfbewohnern selbst. Sie agieren neben Profischauspielern wie Peter Splitt (schwarzer Müller), Steffen Urban (August der Starke), Joachim Kaps (Oberst von Schadowitz) und Suzanne Kockat von der Kleinen Komödie Cottbus. Auch die beiden Ponys Max und Moritz und vier Enten dürfen neben den 71 Darstellern auftreten. Seit April wird schon dafür geprobt.

Lebensfreude und Schmerz sollen sich diesmal in „Im Schatten der Vergangenheit“ besonders ausdrücken – durch die Corona-Erfahrungen gefärbt. “Es geht ums Zurückwünschen in die Unbeschwertheit der Jugend“, erzählt Regisseur Michael Kuhn. Im letzten Festival 2019 wurde der schwarze Müller in die Schattenwelt gezogen. Jetzt kommt er zurück und will mit Hilfe des Rings der Zeit seine Macht wiedererlangen. Doch die Mühle gehört Krabat, und auch das Zauberbuch Koraktor. Krabat selbst müsste am Ring der Zeit drehen. Doch wie bringt ihn der schwarze Müller dazu? Er findet eine List, denn Krabat will Druck und Verantwortung seiner Position in der Gemeinschaft abgeben. Wird er der Verführung standhalten?

Das Festival lebt auch dieses Jahr von jungen Nachwuchstalenten wie den Zwillingen Anton und Richard oder Vivien Fischer, die durch die Aufführungen den Sprung in eine schauspielerische Ausbildung wagten. Es lebt von der romantischen Kulisse des Mühlenhofes und neuen Angeboten wie dem 20 Meter langen Backhaus, in dem jetzt Mühlenbrot gebacken und verkauft wird. Es lebt von der Darstellung sorbischer Traditionen und Trachten, die die Helfer aus dem Ort hinterm Tresen tragen.

http://www.krabat-festspiele.de