Einfach zum Gernhaben: Gemütliche Bärenrunde in der diesjährigen Weihnachtsausstellung auf Schloss Burgk in Freital.
Abenteuerfreudig: Teddys bei der Mondlandung.

Begegnung mit Außerirdischen.

Bezaubernde, liebevoll zusammengestellte Szenen mit Teddybären: Sammler und Ausstellungskurator Lutz Reike und Kristin Gäbler, Leiterin der Städtischen Sammlungen Freital auf Schloss Burgk.

Ewig schön: Der Kleine auf dem Stühlchen ist einer der ältesten Kuschelbären der Welt. Lutz Reike mit einem selbst entworfenen Reisebär, der in der Ausstellung auch  erworben werden kann.

Stilecht: Die Teddys reisen in originalen Überseekoffern.

Teddys auf Reisen zum Mond und übers Meer

Die diesjährige Weihnachtsausstellung zeigt  rund 300 flauschige Gesellen aus der Sammlung von Lutz Reike und erzählt die Geschichte des Teddys fantastisch und liebevoll in Szene gesetzt.

Kuschelweich und bärenstark, mit Knopfaugen und offenen Armen sitzen sie da.
Schauen freundlich, gutmütig, aber auch abenteuerfreudig verwegen in die Welt, sorgen als fröhliche Gute-Laune-Macher und Spielgefährten für leuchtende Kinderaugen, wärmen, trösten und öffnen Herzen. Manchmal sind Teddybären auch unterwegs, auf der Straße, auf Reisen, sogar bis zum Mond. Vor funkelndem Sternenhimmel fahren sie in einem Mondmobil, ganz modern ausgestattet mit Headsets, Mikrofon und Kopfhörer am Ohr. Damit sie sich auch im Weltraum unterhalten können. Ein Teddy mit durchsichtigem Helm und Sauerstoffflasche auf dem Rücken hisst eine gelbe Fahne mit Pfötchenabdruck und sie treffen und befreunden sich mit Außerirdischen. Der wundersame E.T. aus dem bekannten Science-Fiction-Film begegnet ihnen als 1,40 Meter große Plüschfigur und sein Kind, das seinen Leuchtfinger nach dem Teddy ausstreckt.

Fantastisch, liebevoll, witzig und anrührend in Szene gesetzt, erobern Teddys zurzeit Schloss Burgk in Freital in der diesjährigen Weihnachtsausstellung. Rund 300 flauschige, lustige und liebenswerte Gesellen, der älteste von 1909 bis zur Gegenwart aus der Sammlung von Lutz Reike, tummeln sich in der heute ihre Türen öffnenden Schau, die kleine und große Besucher erfreut, staunen, lächeln und in die eigene Kindheit zurückträumen lässt. Die Teddys sieht man in Automobilen, mit der Eisenbahn, dem Schiff, auf Skiern und Schlitten mit wehendem Schal den Rodelberg hinabsausen, außerdem in der „guten Stube“ in gemütlicher Runde auf dem Sofa und am Kaffeetisch, mit Grammophon und Weihnachtsbaum, fein zurechtgemacht am Schminktisch und bei der Mondlandung. „Wir sind glücklich, dass wir dieses Jahr zur Adventszeit wieder eine Weihnachtsausstellung haben, nachdem während der Corona-Pandemie zwei Mal keine Weihnachtsausstellungen stattfinden konnten“, sagt Kristin Gäbler, die Leiterin der Städtischen Sammlungen Freital im Schloss Burgk. „Dieses Jahr steht der Teddy im Mittelpunkt, das beliebteste Spielzeug und eine Figur, die für Familienglück und für eine friedvolle Zeit steht.“

Der begeisterte Teddysammler Lutz Reike ist ein ehemaliger Arbeitskollege von ihr. Er ist Museologe und als Museumspädagoge bei den Städtischen Museen in Dresden tätig. Seit 2005 tourt er außerdem zu Ausstellungen mit seinen Teddys deutschlandweit. Da trifft man auf eine gemischte Gesellschaft aus nostalgischen und neuen Bären, kostbare und seltene Exemplare. Wie den kleinen, honiggelben Teddy mit sogenannten Donutaugen wie kleine Perlen, der auf einem Stühlchen sitzt und dem man sein Alter als einer der ältesten Bären der Welt nicht ansieht. Einer aus der Steiff-Bärenfamilie mit Knopf im Ohr als Markenzeichen. Die für die Räume im Schloss Burgk neu gestaltete Ausstellung erzählt eindrucksvoll auch die Geschichte des Teddys von den ersten Bären bis heute. Zu sehen sind Bären aus verschiedenen Zeitepochen mit ihren jeweiligen Moden und Designs neben historischen Fotografien an den Wänden, die Reisenden am Hafen zeigen und nachgebaute Schiffsmodelle vom Segelschiff Santa Maria bis zur Titanic. Eine schöne Idee und erstmals in dieser Form gezeigt werden die stimmungsvollen Szenen in großen, aufgeklappten und originalen Überseereisekoffern mit vielen Schubfächern aus der Anfangszeit der Bären. Fast gleichzeitig, etwa um 1900, wurden in Amerika und Deutschland die ersten Teddybären erfunden, die seither im Reisegepäck als Mitbringsel und Begleiter zwischen den Kontinenten hin und her wandern.

Die Bären tragen historische Reisekleider, mal Schultermantel und Pluderhosen als Spanier um 1700, mal Kapitänsuniform, mal schicke und schlichte Sachen, fesche Schleifen und oft gar nichts auf ihrem hellen, grauen, gelben oder braunen, plüschig samtigen oder zottligen Fell. Erzählt wird in der Ausstellung auch die berührende Geschichte von „Polar, der Titanic Bär“ und einem Jungen, der mit seiner Familie und dem geliebten Stofftier das Schiffsunglück überlebte, jedoch drei Jahre später tragisch sein Leben bei einem Autounfall verlor. In einer Vitrine erinnern ein Familienfoto, das dazu erschienene Kinderbuch und ein ähnlicher, weißer Seebär in blauem Seemannsmantel neben einem schwarzen Trauerbär an das traurige Ereignis.

Lutz Reike hat inzwischen 800 Teddybären in seiner Sammlung. Jeder von ihnen habe ein eigenes, charakteristisches Aussehen. „Ich sammle auch immer weiter, damit die Kinder von heute als Erwachsene später auch Spielsachen aus ihrer Zeit wiederfinden“, so Reike. In sein besonderes Hobby investiert er auch einiges an Geld, vor allem aber viel Zeit und Liebe stecken in der stilvoll und detailreich echtes Leben widerspiegelnden Bärenwelt. „Die glücklichen Gesichter der Besucher sind der schönste Lohn“, sagt er. In einer Vitrine erhält man auch Einblick in das Innenleben der Teddys, die zuerst mit Holzwolle ausgestopft wurden, später mit weicherem Kapok, einer Baumwolle ähnlichen Faser und heute mit waschbarer Füllwolle. Lutz Reike ist auch als Bärendoktor im Einsatz, dem die Kinder ihre flauschigen Patienten mit beschädigten Gliedmaßen, fehlenden Augen, lichtem Fell oder Stimmverlust zur Behandlung mitbringen können in die Ausstellung am 11. Dezember, von 12 bis 16 Uhr.

Einen Reisebären, extra für die Ausstellung nach Reikes Entwurf gefertigt, können die Besucher auch erwerben. Außerdem locken beim Freitaler Schlossadvent ein Weihnachtsmarkt mit Budenzauber, Eisenbahn, Bergmann und Lichterengel im Schlossinnenhof an den nächsten zwei Adventswochenenden (26. und 27.11. und 3. und 4.12.), Pflaumentoffel  basteln und kleine süße Überraschungen in mitgebrachten, blank geputzten Schuhen und Stiefeln am Nikolaustag (6.1.2., 14 Uhr, mit Voranmeldung unter Tel. 0351 – 649 15 62). Das Museum bleibt während des Schlossadvents bis 19 Uhr geöffnet. Die Ausstellung „Teddy auf Schloss Burgk“ ist bis 8. Januar 2023 zu sehen.

Text + Fotos (lv)


In schöner Gesellschaft: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry bei den flauschigen Gesellen in der „Guten Stube“.

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