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19 Donnerstag Nov 2020
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17 Dienstag Nov 2020
Posted in Aktuelles, Kultur, Theater, Zwischenmenschliches
Schauspieler Matthias Henkel verstarb am 15. November 2020 in Dresden – Die Landesbühnen Sachsen trauern um einen großartigen Schauspieler und Menschen
William Shakespeares Hamlet, Marat in «Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats» von Peter Weiss, Tschechows Platonow, Lessings Nathan, Shakespeares Mercutio in „Romeo und Julia“, Karl Mohr in Schillers „Räuber“, Biff in „Tod eines Handlungsreisenden“, Salieri in «Amadeus», Prof. Higgins in „My Fair Lady“ , Einstein in „Die Höflichkeit des Genies“ von Peter Hacks und noch vielen anderen großen und kleinen Männern der Weltliteratur verhalf er zu großartigen Auftritten in seinen vielen Jahren im Ensemble der Landesbühnen Sachsen. Alle seinen Rollen aufzuzählen würde ganze Seiten füllen.
Sein Publikum liebte ihn und blieb ihm stets treu.
Die ersten Reihen waren voll besetzt, wenn er z.B. seit 1997 seinen berühmten Monolog „Sein oder Nichtsein“ als Hamlet sprach. Nie kamen die Fans ihrem Lieblingsschauspieler näher als in dieser Inszenierung, wenn er auf der Bühnenkante sitzend diese Worte sprach.
Auf der Felsenbühne Rathen überzeugte er als Zettel im „Sommernachtstraum“ in der Inszenierung von Carsten Ramm und als Hagen in Andreas Knaups „Nibelungen“.
In den Karl-May -Stücken wechselte er vom Indianer Apanatschka und den Häuptlingen Tangua und Vupa umugi zum überzeugenden Fiesling Santer in „Winnetou I“ in den letzten Jahren.
Auch auf der Studiobühne war er stets präsent ob im Theatersport in den neunziger Jahren oder in ganderen Rollen wie in Schmitts „Enigma“ gemeinsam mit Olaf Hörbe.
Und immer begeisterte er das Publikum. Egal ob große Tragödie oder Komödie. Sein komödiantisches Talent zeigte er zuletzt 2018/19 als Sam in „We are Family oder Warum Nicht …“, einer Komödie von Murray Schisgal.
Am Sonntag ist Matthias Henkel nach tapferem Kampf gegen die Krankheit verstorben.
1962 in Weimar geboren und in Leipzig aufgewachsen erlernte er den Beruf des Buchhändlers, um danach von 1985-1989 an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig Schauspiel zu studieren. Seine praktischen Erfahrungen sammelte er im Schauspielstudio am Staatsschauspiel Dresden. Seit 1989 gehört er zum Ensemble der Landesbühnen Sachsen.
Hier spielte er alle großen klassischen Rollen und glänzte ebenso in Komödien.
Außerdem war er mehrfach in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter in der SOKO Leipzig bzw. Wismar, Schloß Einstein, Klinik Nord, Staufer-Geschichte Mitteldeutschlands, Stubbe – Von Fall zu Fall und im Tatort. Er ist Vater eines Sohnes.
Das gesamte Team der Landesbühnen Sachsen verabschiedet sich von einem Schauspieler, der dieses Theater als Künstler und Mensch drei Jahrzehnte prägte, mit Dank und einer Verbeugung.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.
Text: Petra Grubitzsch/LB

Szenenfoto: Nathan der Weise LBS Premiere: 29.4.2011 Lutherkirche, Radebeul, Regie: Arne Retzlaff. v.l.: Nathan – Matthias Henkel, Tempelherr – Marc Schützenhofer
Foto: Martin Krok

Szenenfoto: Die Räuber, 2002 LBS mit Matthias Henkel als Karl Mohr hier mit Schauspielerin Julia Vincze. Foto: Hagen König
17 Dienstag Nov 2020
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Aller Charme, Tatsachen und Überredungskünste halfen nichts. Der Pate (Bert Callenbach) kann erst nächstes Jahr das 10-jährige Jubiläum der beliebten Dinnershow „Mafia Mia“ im Ostra-Dome in Dresden feiern. Foto: Michael Schmidt
Die Jubiläumsshow „Mafia Mia“ wird ins nächste Jahr verschoben
Das Jubiläumsprogramm stand, das Hygienekonzept war genehmigt, doch nun muss die Dinnershow Mafia Mia abgesagt werden. Sie sollte am 27. November Premiere feiern.
Grund für diese Entscheidung sind die derzeitig geltenden Corona-Maßnahmen, nach denen die geplante intensive Probenzeit und die ersten Vorstellungen im November nicht umsetzbar sind. Ob sich die Situation im Dezember ändern wird, ist nicht vorhersehbar, und das birgt ein großes Risiko.
„Die neuen Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona machen die Vorbereitung und Durchführung unserer Dinnershow unmöglich.“, erklärt Veranstalter Mirco Meinel von der First Class Concept GmbH. „Wir sind unendlich traurig, denn das ganze Team vom Künstler bis hin zum Ticketverkauf hat viele Monate für diese Show gearbeitet und gerade in den letzten Wochen mit Zuversicht Vollgas gegeben. Ich danke meinem Team, das so viel Elan gezeigt hat. Lasst uns nächstes Jahr mit neuer Energie starten!“
Die Show wird nun um ein Jahr verschoben. Die neue Spielzeit steht schon fest: 26.11.2021 bis 16.01.2022. „Gerne tauschen wir die Tickets in Gutscheine für die nächste Spielzeit um.“, so Mirco Meinel. “Wir hoffen sehr, dass uns die Mafia-Mia-Fans die Treue halten und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.“ Das Ticketbüro erreicht man unter info@mafia-mia.de oder Telefon 0351/427 64 61.
Text: Sabine Mutschke
Mit Elan, Volldampf und einem genehmigten Hygienekonzept startete das Team von „Mafia Mia“ in die Vorbereitung der 10. Jubiläumsshow. Vom 27. November 2020 bis 17. Januar sollte die Dinnershow im Ostra-Dome steigen, der seine Feuertaufe 2019 mit Bravour gemeistert hat.
Die Story der Show kommt frisch und frech daher und knüpft an einen Gag an, der 2019 für viel Begeisterung sorgte. Damals tauchte auf der Bühne ein Geschmeide auf, das nach Aussage des Paten natürlich aus dem Grünen Gewölbe stammte. Jetzt kommt die ganze Wahrheit ans Licht. Zerlegt in viele Einzelteile, hat die Familie die Diebesware aus Dresden ins Ausland vertickt, nach Mexiko, New York, Paris und Las Vegas, wo der Pate überall schon zugange war. Diese Grundidee führt dazu, dass man auch einige der besten Szenen aus neun Jahren Mafia Mia noch einmal erleben kann, verwoben mit einer verwegenen Story.
Das dürfte vor allem den Stammgästen gefallen, die etwa 70 Prozent ausmachen. Viele planen jedes Jahr ihre Firmenweihnachtsfeier mit dem Paten, vom Autohaus bis zur Zahnarztpraxis. Aber auch private Freundesgruppen, Pärchen, Sportvereine und Nachbarn sind hier zu Gast.
„Schon im letzten Jahr haben viele Gäste gestaunt, wieviel Platz der Ostra-Dome bietet“, so Veranstalter Mirco Meinel. „Viel Fläche, breite Wege, moderne Lüftungstechnik und ein riesiges Luftvolumen durch die Höhe von ca. 7,50 Meter – all das kommt uns dieses Jahr zugute. Wir sind so froh, dass wir aus dem Erlwein-Capitol hierher gezogen sind! Unser Hygienekonzept hat das Gesundheitsamt schnell überzeugt, jetzt gehen wir an die Umsetzung.“
Dass die Gäste wie in Theatern üblich nur mit Maske zum Platz gehen dürfen, hat das Team zu einer besonderen Idee inspiriert. „Jeder Gast bekommt eine hochwertige Maske, die wir mit witzigen Motiven bedrucken“, erzählt Mirco Meinel. „Lächelnder Mund oder bärtiges Kinn, auch das Goldzahn-Grinsen von Schlicht kommt in die engere Wahl!“
Nur eine After-Show-Party mit Tanz ist unter den aktuellen Bedingungen wie überall nicht erlaubt. Die Lounge steht den Gästen auf Reservierung dennoch offen, beispielsweise für Firmen zum Begrüßungssekt oder auch zum Ausklang des Abends.
Das Erfolgsrezept der Show liegt auch an den Konstanten auf der Bühne, die vom Publikum wie bei einem Familientreffen erwartet werden. Der Pate wird vom Leipziger Entertainer Bert Callenbach so überzeugend verkörpert, dass man seine Wurzeln tatsächlich in Sizilien vermutet.
Seine Leibwächter Schlicht und Kümmerling sind nach wie vor dabei, was nach ihren vielen Sprüngen in den Fettnapf sehr erstaunlich ist. Die musikalische Würze liefert die Rock´n`Roll-Band „The Firebirds“. Nach langer Zeit ohne einen Auftritt fiebern die Musiker dem Moment entgegen, als Bang Gang des Paten ihrer unbändigen Spiellaune wieder freien Lauf zu lassen, und das nicht nur zu rockigen Rhythmen. Auch die Mafia Mia – Dancers sind wieder an Bord. Sie arbeiten schon an neuen Choreografien und Kostümen. Dazu gesellen sich wie immer einige neue „Familienmitglieder“, die sich wie immer als großartige Artisten entpuppen, darunter der Hula-Hoop-Künstler Igor Boutorine. Er begeisterte bei der ersten Mafia-Mia-Show vor 10 Jahren mit seinen atemberaubend schnell rotierenden Reifen. Die Kreation des Vier-Gang-Menüs übernimmt wie immer Küchenchef Andreas Kirsch. Auch hier gibt es eine Konstante: Ente im Hauptgang ist gesetzt.
Text: Sabine Mutschke/PR- und Marketingberatung
Dinner-Theater im OSTRA-DOME Dresden
Zur Messe 9A, 01067 Dresden
Spielzeit 27.11.2020 bis 17.1.2021
Tickets inkl. 4-Gang-Menü, Show & Tanz gibt es je nach Wochentag und Platzgruppe an allen Vorverkaufskassen, bei Eventim und www.mafia-mia.de; Telefon 0351 – 427 64 61 / E-Mail info@mafia-mia.de
Veranstalter
First Class Concept
Eventmanagement & Location GmbH
Inhaber Mirco Meinel
Messering 8e, D – 01067 Dresden
Telefon: + 49 351/ 41 888 0
Internet: www.first-class-concept.de
17 Dienstag Nov 2020

Zauberhaftes Vergnügen: Magier André Sarrasani und seine Mutter Trude Stosch-Sarrasani, einstige Direktorin des traditionsreichen Dresdner Zirkusunternehmens locken wieder mit einer Mischung aus Dinnershow, Varieté und Theater. Dazu gehören atemberaubende Artistik, Luftakrobatik, magische Illusion, herzerwärmende Clownerie und reizendes Showballett. Foto: Kai Schmidt
„Wir wollen auf jeden Fall spielen – wenn es sein muss, eben später“
Nach der Bekanntgabe der neuen Corona-Schutzmaßnahmen durch die Bundesregierung wendet sich André Sarrasani an die Öffentlichkeit: „Wir wollen auf jeden Fall spielen, wenn es sein muss, eben später“, sagt Sarrasani und erklärt weiter: „Wenn wir im November noch nicht starten können, ist es für uns kein Problem, unsere Dinnershow-Saison etwas nach hinten zu schieben. All unsere Künstlerinnen und Künstler stehen bereit, der neue Standort steht uns lang genug zur Verfügung. Wir haben einfach eine riesige Verantwortung unseren treuen Fans und Gästen gegenüber, die wir sehr ernst nehmen.“
Der ursprüngliche Beginn von „Showtime“ am 20. November 2020 muss durch den erneuten Lockdown verschoben werden. Es laufen jedoch bereits Planungen, damit die Show voraussichtlich Anfang Dezember, am 4. Dezember starten kann. Der Aufbau des Sarrasani Trocaderos in der Nähe des Elbeparks geht indessen weiter voran. Bereits gekaufte Karten behalten Ihre Gültigkeit und der Vorverkauf geht weiter.
Verantwortung für kulturelles Leben
„Wir haben natürlich Verständnis für die neuen Schutzmaßnahmen und Einschränkungen, schließlich steht unser aller Gesundheit auf dem Spiel. Dennoch sind Kunst, Kultur, Varieté und Unterhaltung ganz wichtige Bestandteile unseres Alltags, unserer Gesellschaft, einfach unseres gesamten Daseins als Menschen. Deshalb müssen wir als Künstlerinnen und Künstler in so einer schwierigen Situation die Ärmel hochkrempeln und anpacken“, sagt der Showmaster und bekräftigt: „Gemeinsam mit den vielen anderen Kreativen in unserer Region ist es unsere Aufgabe, für die Vielfalt der Kultur zu sorgen. Wir machen weiter!“
Hygienekonzept und Platz vorhanden
Von den „Showtime“-Machern wurde bereits ein umfassendes Hygienekonzept erarbeitet und kann jederzeit ergänzt und erweitert werden – je nachdem, was die aktuelle Situation erfordert. Zudem sei das neue Sarrasani Trocadero mit über 1.000 Quadratmetern groß genug, um Mindestabstände und Sicherheit zu gewähren und Gästen damit unbeschwerte Unterhaltung sowie Show-Genuss zu bieten.
Text: Nora Körner – PR und Event Consultant ABG Marketing GmbH für Sarrasani
Über Sarrasani:
Der Name „Sarrasani“ steht für über 100 Jahre Varietégeschichte und modernes Entertainment. Bekannt wurde der Familienbetrieb vor allem durch seine Artistik-, Zauber- und Tiernummern, mit denen er das Bild der deutschen Varietékunst weltweit prägte. Heute befindet sich das Traditionsunternehmen mit André Sarrasani in der vierten Generation. Der Illusionist und Showmaster präsentiert seinen Gästen mit Sarrasani Trocadero seit 2004 eine zeitgemäße Melange aus Dinnershow, Varieté und Theater. Darüber hinaus unterstützt die Sarrasani Entertainment GmbH als Dienstleister Kunden in Sachen Veranstaltungsservice, Zeltvermietung, Showprogramm, Moderation und Catering.
Weitere Informationen: www.sarrasani.de
17 Dienstag Nov 2020
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16 Montag Nov 2020
Thilo Krause und Julia Schoch setzen sich mit der Frage der Identität im wiedervereinigten Deutschland und mit der Frage ihrer Herkunft durch Rückblick auf Sozialisationserfahrungen in der DDR auseinander.
Beide sind etwa Mitte der 1970-er Jahre geboren, beide im Osten. Es ist der Blick einer Generation, die als junge Erwachsene die Wende erlebt und sich im neuen System eingerichtet hat.
Thilo Krause, geboren 1977 in Dresden, lebt und arbeitet in Zürich. Für seine Gedichte wurde er mehrfach ausgezeichnet. In seinem neuen Roman „Elbwärts“ (2020) kehrt ein junger Mann mit Frau und Kind nach Jahren zurück ins Felsland der Sächsischen Schweiz.
Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, lebt als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Potsdam. Sie veröffentlichte u. a. den Roman „Schöne Seelen und Komplizen“ (2018). Darin schildert sie das Leben von Schülern eines Elitengymnasiums in der DDR und dreißig Jahre nach der „Wende“.
Moderation Jörg Schieke, Literaturkritiker / MDR Kultur
Weitere Informationen und Anmeldung zum Live-Streaming auf der Homepage der Gedenkstätte http://www.bautzner-strasse-dresden.de
Eine Kooperation der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, den Städtischen Bibliotheken Dresden und der VHS Dresden.
Text: Christine Bücher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden
Bautzner Str. 112a
01099 Dresden
Telefon: +49 351 899 60 442
Fax: +49 351 646 54 43
16 Montag Nov 2020
Posted in Aktuelles

Die Kunst der Körpersprache: Mimekünstler Anton Adasinski vom Derevo Laboratorium bei einem Auftritt. Foto: PR
Pantomime ist die Grundlage vieler darstellender Künste und beeinflusst zahlreiche Genres vom Tanztheater über Comedy bis hin zur Popkultur. Vom 11. bis 15. November 2020 wollte der Mimenstudio Dresden e.V. diese Vielfalt erlebbar machen und mit dem 36. Internationalen PantomimeTheaterFestival Dresden. Acht Vorstellungen standen im Programm, um die faszinierende Vielfalt an Spielarten der „Kunst ohne Worte“ zu entdecken. Der gastgebende Mimenstudio Dresden e.V. hatte in diesem Jahr sieben Ensembles bzw. Solokünstler aus vier Nationen eingeladen. Auch eine Vorstellung für Kinder ab vier Jahren war geplant.
Das Pantomimefestival konnte dieses Jahrs wegen des corona-bedingten Lockdowns nicht stattfinden. Es wird ins nächste Jahr verschoben.
Auch der Workshop mit Anton Adasinskiy vom Derevo Laboratorium im Dezember wurde aufgrund der anhaltenden Corona-Einschränkungen nun abgesagt.
Der Workshop sollte sich insgesamt über fünf Tage erstrecken. Die drei Teile könnten auch einzeln besucht werden. Neben einem 21-stündigen Kurs zum Thema Körperarbeit bietet er einen Special Workshop an, der sich an Bühnenkünstler und Amateure mit Erfahrung im Bewegungstheater richtet. Außerdem sollte es einen Workshop zum Thema Rhythmus und Bewegung geben, an dem sogar Kinder ab 10 Jahren teilnehmen können.
Workshop 1: Körperarbeit durch das DEREVO-System lehren,
19 Stunden, geeignet für jedermann.
Workshop 2: Den „Selbstgesteuerten“ unterrichten, 5 Stunden, für Profis
(Bühnenkünstler v. Tanz, Theater, Zirkus u.a. und in Körperarbeit erfahrene Amateure)
Workshop 3, auch für Kinder ab 10 Jahren:
Lektionen in Rhythmus und Bewegungen, 4 Stunden.
Interessenten können sich beim Mimenstudio Dresden e.V. gern melden und werden benachrichtigt, wenn die neuen Termine feststehen.
Anmeldung für die Workshops:
T +49 (0)151 55 61 98 99
Text + Foto: Sabine Mutschke
16 Montag Nov 2020
Gestern Nacht, am Sonntag, dem 15. November 2020, ging das Europäische Festival für junge Regie FAST FORWARD am Staatsschauspiel Dresden zu Ende. Ursprünglich war natürlich nicht geplant, die 10. und damit eine Jubiläums-Ausgabe dieses renommierten Festivals mit dem Zusatz AT WORK zu versehen – und für alle Beteiligten war bis kurz vor dem Start des Festivals auch nicht zu erahnen, wie sehr sich dieser Zusatz noch bewahrheiten würde.
Am 2. November kam – durch den Erlass zur Eindämmung der Corona-Pandemie – das Aus für alle Veranstaltungen, die analog in verschiedenen Dresdner Spielstätten stattfinden sollten. Alle Kräfte konzentrierten sich von da an darauf, auf der digitalen Bühne fastforw.art dem Publikum eine möglichst breite Palette an zeitgenössischen jungen Regiearbeiten zeigen zu können. Als aber 24 Stunden vor Beginn zwei Mitarbeiter*innen der Technik, die den komplexen digitalen Teil von FAST FORWARD At Work betreuten, in Quarantäne mussten, schien es kurzzeitig, als könne das Festival in diesem Jahr gar nicht stattfinden.
„Durch den außergewöhnlichen Einsatz und die Kreativität aller Beteiligten war es möglich, dass wir trotz allem in den vergangenen Tagen eine große Bandbreite an Arbeiten erleben konnten. Es ist nicht nur Not, die erfinderisch macht – das beweist das Festival FAST FORWARD seit einem Jahrzehnt mit jeder Ausgabe aufs Neue als ein Garant für Überraschendes, für neue Sichtweisen und Ästhetiken. Und auch in diesem Jahr luden auf der von Studio Beisel gestalteten digitalen Bühne junge Künstlerinnen und Künstler zu Inszenierungen, Interviews, Arbeitsgespräche und vielem mehr ein.“, so der Intendant des Staatsschauspiels Joachim Klement.
Charlotte Orti, die Kuratorin des Festivals: „Ganz so wörtlich hatten wir das mit dem AT WORK nicht genommen, aber so sind die Zeiten. Wir haben die Inszenierungen, die wir für Dresden geplant hatten, sehr vermisst. Gleichzeitig war das online-Format eine spannende Erfahrung und es wird ebenso spannend sein, diesen Laborversuch auszuwerten. Ich freue mich außerdem sehr, dass der Förderverein des Staatsschauspiels Dresden sich trotz der Umstände entschieden hat, den von ihm neu gestifteten Residenzpreis zu vergeben.“
Der Residenzpreis 2020 geht an eine Gruppe und an ein Projekt, das gerade aus Dresdner Perspektive Neugierde erweckt: die estnischen Künstler*innen Üüve-Lydia Toompere und Siim Tõniste und ihre Arbeit SUPERSOCIAL. Die Inszenierung wird eine Einladung an das Publikum sein, miteinander ins Gespräch zu kommen, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, um Unterstützung zu werben, mitunter mit der eigenen Meinung alleine da zu stehen, sich selbst zu hinterfragen oder andere zu bestärken. Dieses spannende Projekt in Dresden umzusetzen ermöglicht der Residenzpreis, der vom Förderverein Staatsschauspiel Dresden e.V. ausgelobt wurde.
Zu den Künstler*innen: Üüve-Lydia Toompere (*1990) und Siim Tõniste (*1987) arbeiten als Performer, Choreograf*innen, Dozenten und Stückentwickler in unterschiedlichen Projekten und Disziplinen. Toompere studiert aktuell Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin. Tõniste lebt als freier Künstler in Tallin. Vom Theater, über soziale Bildung und Vermittlungsarbeit bis zur Clubszene beschäftigen sie sich mit verschiedenen kommunikativen und sozialen Aspekten ihrer Kunst. Seit 2015 erarbeiten sie als Autoren- und Regie-Team eigene Theaterstücke, SUPERSOCIAL ist ihre dritte gemeinsame Inszenierung.
Wir freuen uns, dass eine ganz besondere Inszenierung, die im Rahmen des Festivals nicht stattfinden konnte, nun doch noch realisiert werden kann. Die Teilnahme am Audiowalk HOW TO DISAPPEAR COMPLETELY der ungarischen Künstler Ambrus Ivanyos und Bálint Tóth (meetlab) ist ab dem 21. November möglich. Detaillierte Informationen zum Format und zum Erwerb von Karten finden Sie ab dem 17. November auf unserer Webseite unter http://www.staatsschauspiel-dresden.de.
Text: Gertrud Aringer
Leiterin Presse-und Öffentlichkeitsarbeit
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Telefon +49 351 4913 755
Fax +49 351 4913 760
16 Montag Nov 2020
Ministerpräsident Michael Kretschmer
Sächsische Staatskanzlei
Archivstraße 1
01097 Dresden
Dresden, 16. November 2020
offener Brief
per Mail: direkt@michaelkretschmer.de
buergerbuero@sk.sachsen.de
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmer,
seit dem 02. November unterliegen nun unsere Theater zum zweiten Mal der Zwangsschließung. Während unsere Schauspielerinnen und Schauspieler, Musikerinnen und Musiker, Technikerinnen und Techniker auf unseren Bühnen mit bewundernswertem Optimismus ins Ungewisse proben, verwaisen unsere – in den letzten Monaten (auch mit staatl. Förderung) für die Virenminimierung hochgerüsteten – Zuschauersäle und Foyers.
Wir, die unterzeichnenden sächsischen Theaterleiterinnen und -leiter, nehmen, so wie auch unsere Ensembles, die Covid-19-Pandemie sehr ernst und leisten selbstverständlich einen Beitrag zur Eindämmung des Virus, auch wenn dafür unsere Theater zeitweise geschlossen werden müssen. Auch die versprochenen Staatshilfen zum Ausgleich der durch die Zwangsschließung verursachten Einnahmeneinbrüche stimmen uns zuversichtlich, dass wir unsere Häuser finanziell über Wasser halten können.
Seit spätestens Mitte März bestimmt die Pandemie das Leben in unserem Land. Am Anfang fehlten wissenschaftliche Erkenntnisse über das Virus, entsprechend grob und undifferenziert fielen die Schließungsmaßnahmen zur Bekämpfung aus. Dafür hatten wir Verständnis. Aber heute fragen wir uns, warum es die politisch Verantwortlichen in den letzten acht Monaten versäumt haben, feinere Instrumente zur Pandemiebekämpfung gemeinsam mit uns zu entwickeln und notwendige Schließungen auf wissenschaftliche Grundlagen und Nachvollziehbarkeit zu gründen. Bis heute konnte deutschlandweit keine einzige Ansteckung in einen Theatersaal zurückverfolgt werden. Die Theater haben kluge und kostenintensive und von den Gesundheitsämtern überprüfte Hygienekonzepte entwickelt, die Zuschauer sitzen vernünftig auf Abstand und tragen Maske, Frischluftsysteme wurden aufwändig eingebaut oder aufgerüstet, manche Theater haben sogar hochmoderne Ionisierungsanlagen installieren lassen … kurz: Die Theater haben alles getan, um den Besuch der Veranstaltungen für ihre Zuschauer sicher zu machen.
Für uns als Kreative ist es irritierend, ernüchternd und nicht zuletzt auch demotivierend, wenn von Politikern Kultur als reines Freizeitvergnügen eingeordnet und mal eben einfach von einem Tag auf de auf den anderen ersatzlos abgeschaltet werden kann. Kultur ist für Menschen relevant. Lebenswichtig.
Live-Kultur ist wichtig für die seelische Gesundheit, weil sie Hirn, Herz und Bauch gleichermaßen zu berühren vermag – eine Fähigkeit, die kein digitales Ersatzangebot leisten kann. Ohne Live-Kultur wird es nicht nur still, sondern auch kalt, weil Populisten ohne lauten Widerspruch die Gesellschaft weiter spalten können, weil die Angst, Ratlosigkeit und die Wut vieler Menschen keine anderen Räume mehr finden, um durch Gegenvorschläge, Lachen oder Schönheit aus der Dumpfheit geholt zu werden.
Live-Kultur mangels fehlender Weitsicht zur Tragweite solcher Entscheidungen, klügere Konzepte zu entwickeln, abzuschalten, sie gar als verzichtbares Unterhaltungsvergnügen zu behandeln, ist gefährlich für die Demokratie und den Frieden zwischen Menschen mit unterschiedlichen Haltungen.
Wir bitten Sie, sowie jeden politischen Entscheider, jeden, der zur Meinungsbildung in Pandemie-Gremien und Sondersitzungen beiträgt, zu helfen, in Zukunft differenzierte Lösungen zu finden, die eine Öffnung der Kultureinrichtungen einschließt. Geben Sie uns, den Kulturschaffenden dadurch bitte die Möglichkeit, unseren gesellschaftlichen Beitrag in dieser Zeit zu leisten.
Abschließend möchten wir Sie bitten, uns die Möglichkeit eines persönlichen Gespräches einzuräumen, um mit Ihnen in den Dialog zu kommen. Auch wir möchten unseren Beitrag leisten, haben uns Gedanken gemacht und möchten Ihnen aus unserer Sicht ein paar Vorschläge vorstellen, wie eine Öffnung der Kultureinrichtungen in Pandemiezeiten und somit auch eine bessere und sinnvollere Planung umsetzbar wäre, ohne von Langzeitkollateralschäden der gesamten Kreativwirtschaft zu sprechen und dauerhaft deren Arbeitsplätze zu erhalten.
Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und freuen uns auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.
Unterzeichnende
Comödie Dresden, Olaf Maatz, Direktor
Dresdner Comedy & Theaterclub, Agentur Kulturperlen Dresden, Heike Jack
Herkuleskeule Dresden, Philipp Schaller, Künstlerischer Leiter
Kammerspiele Dresden, Peter Förster, Theaterleiter
1001 Märchen GmbH, Reiner Petrovsky, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter
Central Kabarett Leipzig, Henrik Dantz, Geschäftsführer
Blauer Salon, Karla Wachsmuth, Betriebsleiterin
Komödie Leipzig, Irene Holzfurtner und Mathias Engel, Schauspieler und Geschäftsführung
August Theater Dresden, Grigorij Kästner-Kubsch, Theaterleiter
Close Up Night Dresden, Torsten Pahl, Matthieu Anatrelle, Andre Kursch, Zauberkünstler und Theaterleiter
Kabarett Leipziger Pffermühle gGmbH, Dieter Richter, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter
Kabarett Academixer Leipzig, Dörte Waurick, Geschäftsführerin
Weil die Schließung der Theater auch viele freiberufliche Künstlerinnen und Künstler betrifft, schließen sich
diesem Brief an:
Matthias Machwerk, Kabarettist und Autor, Dresden
Ellen Schaller, Schauspielerin und Kabarettistin, Dresden
Kathleen Echterhoff-Miersch, Sängerin, Klipphausen/Dresden
Dr. Stephan Reher, Unterhaltungskünstler und Regisseur, Dresden
Jörg Lehmann, Pianist und Kabarettist, Dresden
Dimitrij Sacharow, Regisseur und Produzent Sandtheater Leipzig und Dresden
Annemarie Schmidt, Kabarettistin, Leipzig
Roman Raschke, Kabarettist, Leipzig
Jürgen Fliegel, Kabarettist, Leipzig
Simone Danaylow, Musikerin und Theaterregisseurin, Leipzig
Katrin Tröndle, Kabarettistin, Leipzig
Martin Joost, Musiker, Leipzig
Helga Werner, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Sabine Alex, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Michaela Tschubenko, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Evelyn Kitzing, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Babette Kuschel, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Kirsten Balbig, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Kerstin Doelle, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Daniel Minetti, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden und Krefeld
Stephan Reher, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Wolf Dieter Gööck, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Radebeul
Ulrich Thiem, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Peter Röttig SKABA, Entertainer, Dresden
Frank Weiland, Schauspieler, Kabarettist Dresden
Anke Geißler, Kabarettistin, Leipzig
Wolfgang Schaller, Autor, Dresden
Hannes Sell, Schauspieler, Dresden
Michael Specht, Schauspieler, Bannewitz
Andreas Leuschner, Musiker, Dresden
Meigl Hoffmann, Kabarettist & Autor, Leipzig
Heike Ronniger, Schauspielerin & Kabarettistin, Leipzig
Carolin Fischer, Kabarettistin, Leipzig
Olaf Hais, Schauspieler & Regisseur, Dresden
Michael Rümmler, Kabarettist, Dresden
Alexander Fabisch, Schauspieler & Musiker, Leipzig
Felix Constantin Voigt, Schauspieler, Dresden
Tom Quaas, Schauspieler, Dresden
Mario Grünewald, Schauspieler & Regisseur, Dresden
Anne Konstanze Lahr, Designerin & Bühnenbildnerin, Dresden
Cornelia Fritzsche, Puppenspielerin, Dresden
Dieter Richter, Geschäftsführer, Künstlerischer Leiter und Kabarettist
Ute Loeck, Kabarettistin, Leipzig
Elisabeth Sonntag, Kabarettistin, Leipzig
Rainer Koschorz, Kabarettist, Leipzig
Burkhard Damrau, Kabarettist, Leipzig
Bernard Paschke, Kabarettist, Leipzig
Hans-Jürgen Silbermann, Kabarettist, Leipzig
Rebekka Köbernick, Kabarettistin, Leipzig
Sascha Kiesewetter, Kabarettist, Leipzig
Heinz Klever, Gastkabarettist, Leipzig
Hartmut Schwarze, Pianist, Leipzig
Steffen Reichelt, Schlagzeuger, Leipzig
Ingo Volkmer, Ton- und Beleuchtungstechniker, Leipzig
Florian Zwiener, Ton- und Beleuchtungstechniker, Leipzig
Ines Richter, Stellvertretung der Geschäftsführung Pfeffermühle, Leipzig
Stephan Richter, Fotograf und Kassierer, Leipzig
Dimitrij Sacharow, Regisseur und Produzent Sandtheater, Leipzig und Dresden
Roman Raschke, Kabarettist, Leipzig
Jürgen Fliegel, Kabarettist, Leipzig
Simone Danaylow, Musikerin & Theaterregisseurin, Leipzig
Katrin Tröndle, Kabarettistin, Leipzig
Martin Joost, Musiker, Leipzig
Erik Lehmann, Kabarettist, Arnsdorf
Michael Feindler, Kabarettist, Leipzig
Maxim-Alexander Hofmann, Kabarettist, Leipzig
Benjamin Gerlach, Cellist, Radebeul
Andrea Müller, Comedian, Weinböhla
Tino Liebe, Comedian, Dresden
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Information über den Offenen Brief:
Comödie Dresden/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
http://www.meinwortgarten.com – Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz – Inhaberin und freie Journalistin Lilli Vostry schließt sich diesem Offenen Brief und Appell der Kulturschaffenden an.
08 Sonntag Nov 2020

„Zwischen den Worten/ die vielen Räume/worin sich Bilder/auf Bilder häufen…“ So beginnt eines der Gedichte der Lyrikerin Christine Matha. Manche sind ganz kurz, andere lang über mehrere Seiten, mit oder ohne Titel und alle irgendwie miteinander verbunden, stetig im Fließen wie die ständig sich wandelnde und erneuernde Wirklichkeit. „Zwischen den Worten/ die Wartezeiten, die wir Tag um Tag im Herzen sammeln. / Zwischen den Worten das schwarze Loch unlösbarer Fragen.“
In den Texten ihrer neuen Anthologie „Der Horizont der Träume/L`orizonte dei sogni“ (erschienen bei Curcu Genovese, 2019 in Trient – Italien) taucht Christine Matha in „die Träume und Galaxien vieler Zeiten“ ein und „im Schweigen bilden sich die Welten neu.“ Verlorenes, Vergessenes, Wiedergefundenes, die Bürden des Lebens, die alle Worte rauben und die Angst vor der Sprachlosigkeit sprechen aus den Zeilen und treiben Christine Matha immer wieder an.
Das Besondere dieser Ausgabe, die durch Naturaufnahmen der Kunstfotografin Mariagrazia Bianchi einen weiteren Reiz erhält, ist ihre Zweisprachigkeit. Die Gedichte stehen in deutscher und italienischer Sprache nebeneinander. Vor einiger Zeit entdeckte ich sie im Internet, wo Christine Matha rege neue Texte publiziert in sozialen Netzwerken wie Facebook.
Die Autorin und passionierte Übersetzerin Christine Matha wurde 1943 in Brixen (Südtirol) geboren und wohnt in Bozen. In den 1970er Jahren experimentiert sie in visueller Poesie und nimmt Kontakt mit anderen konkreten Poeten wie Ugo Carrega, Sarenco in Italien und Clemente Padin in Südamerika auf und beteiligt sich an Sammelausstellungen der visuellen Poesie. Seit 1968 tätig in der Kunstrestaurierung mit Arbeitssitz in Trient, promovierte sie als Werkstudentin an der Universität Padua in Literatur und Ästhetik mit einer Dissertation über Theorie und Praxis in alten und neueren Restaurierungssystemen. Sie veröffentlichte ihre Kurzgeschichten, Gedichte und Haiku in Anthologien und einen Roman (Neuauflage als E-Book) mit dem Titel „Schenkung auf italienisch“. 2016 war Christine Matha Preisträgerin mit Liv Evju (norwegische Fotografin) des Internationalen Wettbewerbes „Il Carro delle Muse“ und bekam 2017 den Encomio Speciale per la Poesia. 2017 erschien das zweisprachige Buch „Maskerade“ mit 44 Gedichten von ihr und Bildern von Manfred Evertz im Pubblitec edizioni-Verlag, Bozen.
In den Gedichten von Christine Matha geht es viel um existenzielle Themen: immer wieder der Fluss des Lebens, das Verrinnen von Zeit, Vergänglichkeit, die Grenzen von Traum, Wirklichkeit, Sehnsucht, Schmerz, das Unbekannte, was kommt… Im nächsten Moment, am nächsten Tag, nach dem Lebensende… Die Suche und das Ringen um Antworten, auch für das Ungewisse, Unsagbare, Ungreifbare, die Räume zwischen den Worten, Gefühle, Stimmungen tauchen immer wieder auf in ihren Texten. Die Bilder dafür, oft Meer, Wellen, fliehende Stunden, Tage, Jahre die wie Flüsse wandern, sind sehr schön und berühren. Die Bilder wiederholen sich oft, mäandern, breiten sich aus, fließen über, manchmal ist es dann zu viel… Etwas gestrafft und dichter würden manche der Texte für mein Empfinden noch mehr an Atmosphäre und Aussagekraft gewinnen.
Die freien Verse sind mal konkret, klar, mal geheimnisvoll, in Metaphern gehalten und besitzen viel emotionale Kraft und regen an zum Nach- und Weiterdenken. Sie sind mal leicht, unbeschwert, lichtvoll und zuversichtlich und mal schwermütig, dunkel….
Diese Gedichte trösten, wärmen, muntern auf und erhellen dunkle Tage. Nie verliert Christine Matha in ihnen den „Horizont der Träume“ aus dem Blick. „Zeit der Reise zu den Grenzen, / ohne Umkehr, ohne Weisung / auf der Suche nach den Quellen, / um den Seelendurst zu stillen“, schreibt sie im Titelgedicht. Ein Schwingen und Wogen begleitet ihre Zeilen, das nachhallt und weiter wogt.
Text + Fotos (lv)

Die Buchrückseite des Gedichtbandes „Der Horizont der Träume“ von Christine Matha.