Schauspieler Matthias Henkel verstarb am 15. November 2020 in Dresden – Die Landesbühnen Sachsen trauern um einen großartigen Schauspieler und Menschen

William Shakespeares  Hamlet, Marat in «Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats» von Peter Weiss, Tschechows Platonow, Lessings Nathan, Shakespeares Mercutio in „Romeo und Julia“,  Karl Mohr in Schillers  „Räuber“,  Biff in „Tod eines Handlungsreisenden“,  Salieri in «Amadeus»,   Prof. Higgins in  „My Fair Lady“ ,  Einstein in „Die Höflichkeit des Genies“ von Peter Hacks und noch vielen anderen großen und kleinen Männern der Weltliteratur verhalf er zu großartigen Auftritten in seinen vielen Jahren im Ensemble der Landesbühnen Sachsen.  Alle seinen Rollen aufzuzählen würde ganze Seiten füllen.

Sein Publikum liebte ihn und blieb ihm stets treu.

Die ersten Reihen waren voll besetzt, wenn er z.B. seit 1997 seinen berühmten Monolog  „Sein oder Nichtsein“ als Hamlet sprach. Nie kamen die Fans ihrem Lieblingsschauspieler näher als in dieser Inszenierung, wenn er auf der Bühnenkante sitzend diese Worte sprach.

Auf der Felsenbühne Rathen überzeugte er als Zettel im „Sommernachtstraum“ in der Inszenierung von Carsten Ramm und als Hagen in Andreas Knaups „Nibelungen“.

In den Karl-May -Stücken wechselte er vom Indianer Apanatschka und den Häuptlingen Tangua und Vupa umugi zum überzeugenden Fiesling Santer in „Winnetou I“  in den letzten Jahren.

Auch auf der Studiobühne war er stets präsent ob im Theatersport in den neunziger Jahren oder in ganderen Rollen wie in Schmitts  „Enigma“ gemeinsam mit Olaf Hörbe.

Und immer begeisterte er das Publikum.  Egal ob große Tragödie oder Komödie. Sein komödiantisches Talent zeigte er zuletzt 2018/19 als Sam in „We are Family oder Warum Nicht …“, einer Komödie von Murray Schisgal.

Am Sonntag ist Matthias Henkel nach tapferem Kampf gegen die Krankheit verstorben.

1962 in Weimar geboren und in Leipzig  aufgewachsen erlernte er den Beruf des Buchhändlers, um danach von 1985-1989 an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig Schauspiel zu studieren. Seine praktischen Erfahrungen sammelte er im Schauspielstudio am Staatsschauspiel Dresden. Seit 1989 gehört er zum Ensemble der Landesbühnen Sachsen.

Hier spielte er alle großen klassischen Rollen und glänzte ebenso in Komödien.

Außerdem war er mehrfach in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter in der SOKO Leipzig bzw. Wismar, Schloß Einstein, Klinik Nord, Staufer-Geschichte Mitteldeutschlands, Stubbe – Von Fall zu Fall und im Tatort. Er ist Vater eines Sohnes.

Das gesamte Team der Landesbühnen Sachsen verabschiedet sich von einem Schauspieler, der dieses Theater als Künstler und Mensch drei Jahrzehnte prägte, mit Dank und einer Verbeugung.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

Text: Petra Grubitzsch/LB


Szenenfoto: Nathan der Weise LBS Premiere: 29.4.2011 Lutherkirche, Radebeul, Regie: Arne Retzlaff. v.l.: Nathan – Matthias Henkel, Tempelherr – Marc Schützenhofer
Foto: Martin Krok


Szenenfoto: Die Räuber, 2002 LBS mit Matthias Henkel als Karl Mohr hier mit Schauspielerin Julia Vincze. Foto: Hagen König

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