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~ Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz

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Kategorien-Archiv: Kultur

Neue Lyrik: Augen-Blicke

21 Dienstag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Blütenblau… Schau sie an als wärs zum ersten oder letzten Mal…

Augenschatten

Draußen feiern sie Halloween
auch Samhain genannt
diese Nacht mischt sich die Welt
der Toten und Lebenden
mir tanzen Schatten vor den Augen
ein greller Lichtstrahl fährt hinein
der Arzt mit einem Apparat sieht hinter die Pupille
schwarz und riesig von den Tropfen
lässt mich nicht los der dunkle Fleck dahinter
lässt sich nicht wegreiben
als halte mir einer mit der Hand
das Auge halb zu
sehe von oben aus der vierten Etage
auf die bunt gefärbten Bäume die letzten Blüten und
die Türme der Stadt über den Häuserdächern
auf einem Wandbild flimmern gelbe und grüne
Schatten
von Landschaften wie aus dem Zugfenster
schemenhaft
wie werde ich morgen sehen

LV
31.10.2023

 


Seeräuber-Jenny. Alles gut gegangen.

Augenlicht

Der Augapfel noch verborgen
hinter der weißen Klappe
Stechapfel manchmal
bringt sich in Erinnerung
drei Tropfen täglich und Salbe
ins Auge erfrischen es

verschwommen noch
ruht der Augapfel in der Hülle
die Netzhaut wieder umgelegt
Schön geworden sagt die junge Ärztin
nach der ersten Visite
Alles gut überstanden der Mann
der operiert hat
die Schatten sind verschwunden
ich hatte großes Glück

bald wieder alles
in Augenschein nehmen
in Gänze klar und durchscheinend
die tänzelnde gelbe Baumfrau
grazil als trüge sie Flügel
oben in den Zweigen
die Welt draußen und
mein Spiegelbild sehen
mit beiden Augen

LV
3.11.2023

Licht-Spiegelungen

Glitzern im Auge
spiegelt sich im Fluss
durchtränkt von Sonnenlicht
und Tropfenflut schwimmt
das Augenrund in den gleißenden
Strahlen bis es schmerzt
die noch wunde Netzhaut spannt
sich und kribbelt unter dem Lid

Das Auge umkreist die Sonne
den Himmel voll weißer Wattetupfen
trinkt sich satt am Lichtgeflecht auf dem Wasser
und am Blätterfunkeln der Bäume
die lichter und lichter werden
am weiß gesäumten Ufer

LV
6.11.2023

Lichtstrahl

Die Baumfrau schwebt oben im
Geäst mit den letzten gelben Blättern
fort
im Nebel fast verschwunden die Weinberge
und die Elbhänge
eine Kirchturmuhr schlägt
hier oben steht die Zeit still
im Raum mit den grünen Pusteblumen an der Wand
kleine Fallschirme lassen sich nieder

mit Klemmen befestigt das Auge
nicht zukneifen offen lassen
und den Kopf etwas höher sagt die Ärztin
am OP-Tisch
die Weittropfen brennen
das Lichtmesser schneidet tief
ins Augeninnere starre in die riesigen Augen
einer Nachteule eine Ewigkeit

wie auf einer Leinwand sehe ich dem Auge zu
wie es zappelt zuckt etwas entfernt gelöst wird
im grellen Lichtstrahl die Linse neu eingestellt
fein gewebtes Netz der Lichtströme
Tropfen die spülen beträufeln salzig berühren
von denen die Augen überquellen
glasklar

steh am Fenster und atme
die kalte klare Luft
das Auge noch unter der weißen Klappe
die Sicht weit
die Baumfrau eingehüllt in Weiß
zurück auf der Ruheinsel
unten die Lichterschlange der Autos
abends leuchten Lichterblumen in den Fenstern
und entlang der Straße
hoch über der Stadt

LV
28.11.2023

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Neue Lyrik: Unter der Sonne zum Film „Reise in die Wüste“ über Ingeborg Bachmann

20 Montag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Film, Kultur, Lebensart, Literatur, Poesie, Zwischenmenschliches

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Unter der Sonne
(zum Film „Reise in die Wüste“ über Ingeborg Bachmann)

Eine Frau und ein Mann
in einem Lokal
elegantes rosa Kleid schulterfrei und weißer
Handschuh mit Zigarette
dunkler Anzug und Pfeife im Mund
er lobt ihr Hörspiel Der gute Gott von Manhattan
die Stimme einer Frau gänzlich neu
nicht mehr wegzudenken
Ob das etwas ändert Männer verstehen Frauen nicht
und wollen sie beschützen
Tun sie das wirklich fragt sie lächelnd

seine und ihre Liebe entzünden
sich in Worten verdächtigen vertiefen
den Verdacht Fiktion oder Wahrheitsgehalt
sie könnten füreinander beschaffen sein
als Indizien leere Rotweingläser Lachen bohrende
Fragen über rote Rosen von einem Verehrer von ihr
ihm geschenkt wer fesselt hier
wen zieht zu wem geht oder bleibt in Zürich oder Rom
offen voller Licht auch für einsame Menschen
und ihres Geistes Heimat

Zuflucht sucht sie in der Wüste
die er ihr zeigen wollte
„Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der
Sonne zu sein“, erlebt sie
in der Hitze und Leere der Wüste verglüht der
Schmerz
brennt das Feuer sich hinzugeben neu
kommt aus dem Sand wie eine Mumie ein und wieder
ausgegraben dir die Frau entgegen
die du wirklich bist

LV
20.10.2023

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BilderAlbum: Neue Herbst-Gedichte

20 Montag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Herbstversonnen

Das Meer muss warten
ein wilder Garten
wogt
blau violette Blütenwellen
bäumen sich auf
weiße Blütenkapseln
wie perlweiße Gischt
flimmern im Licht
der Herbstsonne
ein Duft wie von Salbei
und Minze weht
vor sich hin
prall rote Brombeeren locken
immer noch in der stachligen Hecke
am still verwunschenen Schlosspark
hinter der Stadt

LV
23.10.2023

Sommerabschied

Die gelben Quitten aus des Malers
Zaubergarten in Koserow liegen
noch immer auf dem Tisch
wie Sonnenbälle die abends
den Himmel golden färben
funkelnde Jade Augen
der graugetigerten im letzten warmen
Licht badet sie im Blumenkasten
im Wintergarten
die Lichtflecken auf dem Holzboden hütet die
kleine schwarzweiss fellige

die gestern noch lauwarme Luft
verschluckt im tiefblauen Himmel
noch einmal Sonne satt
weiße Wolken segeln über den Weinhängen
alle Trauben gelesen prallrund golden und violett
und Eiswein in orangenem Licht locken sie auf
Leinwänden und Papier verewigt
mittendrin in der Hoflößnitz
verstreut bunte Blätter Kastanien Stachelschalen
und Weintrauben im Gras begehrlich streckt eine
Schnecke die Fühler aus dem Gehäuse

traumhafte Blütenpracht strömt würziger Duft
nach Spätsommer und Herbstblumen
malerische Magie nun wirken sie bei mir
die Farben die beschwingen vielblättrig
fallen und steigen wie Sterne

LV
14.10.2023

Mohnsegel

Der Sturm letzte Woche
riss ganze Bäume aus
trennte mich vom Internet
eine Woche lang Funkstille
die Mohnblumen blieben stehen
oder wagen sich erneut hervor
auf der wilden Wiese nahe dem Fluss
wo vorher Baugerät und Betonröhren standen
leuchten überall rote Punkte im Gras
noch im Spätherbst
zu zweit und einzeln tiefrot
und ergreifend schön
leicht bewegt vom Wind die Blütensegel
als könne er selbst ihnen nicht widerstehen
wogen wiegen kräuseln sich die Blütenblätter
in verzückter Umarmung mit dem Wind
am Flussufer gegenüber vergnügtes Kreischen aus der riesigen Überschlagsschaukel
wenn sie in die Tiefe rauschen
und wieder nach oben
fliegen
hoch über dem weiß rot flimmernden
Karusselmast
mir fallen vom Apfelbaum die letzten gelb fleckigen duftenden Früchte zu
setze mich zu zwei Mohnblumen ins Gras
die mich aus schwarzen Augen anlächeln
winzige Antennen aus dem Inneren ausgerichtet
jeden Moment können sich ihre Blütenblätter lösen
könnte ich doch leichthin wie sie den Moment des Fortfliegens sehen
das Schöne behalten
wiederkommen

sehen wie es weiterwächst

Lilli Vostry
28./29.10.2021

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Tag des offenen Ateliers: Liebevolle Pfefferkuchen-Kunst von Alexandra Wegbahn & Michael Melerski

18 Samstag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Pfefferkuchen-Herzen: Ob als Blaudruck oder aus knusprigem Teig reich verziert, können kleine und große Besucher am Sonntag in diesem Atelier in Dresden-Trachenberge, Grimmaische Straße 2, gestalten.


Fantasie- und liebevolle Aktion: Das Herz-Symbol als Hoffnungszeichen und Freude am Kreativsein verbindet das Angebot der Künstler Alexandra Wegbahn und Michael Melerski.

Kunst zum Anbeißen

Pfefferkuchen-Herzen selbst gestalten und drucken können kleine und große Besucher zusammen mit den Künstlern Alexandra Wegbahn und Michael Melerski diesen Sonntag von 10 bis 18 Uhr beim „Tag des offenen Ateliers“ in Dresden.

Knusper, knusper, knäuschen… Sie sind schokoladenbraun, knusprig, duften süß und würzig und sind hübsch verziert mit Zuckerguss. Wer könnte da widerstehen?! In eine Pfefferküchlerei zum Naschen und Selbermachen verwandelt sich das Atelier der Künstler Alexandra Wegbahn und Michael Melerski bei ihrer Aktion „Herzstück“ morgen am Sonntag, dem 19. November beim „Tag des offenen Ateliers“  in Dresden und Umland von 10 bis 18 Uhr. Dabei können die Besucher schauen wie die Kunst entsteht, mit den KünstlerInnen ins Gespräch kommen, diese besonderen Räume kennenlernen, neue, kreative Angebote entdecken und sich davon anregen lassen. Rund 70 Bildende Künstler öffnen ihre Ateliertüren, oft stehen Kaffee, Kuchen, belegte Brote und Wein bereit und außerdem laden die Künstler Kunstinteressierte zu Lesungen, kleinen Konzerten und Workshops in ihre Räume ein.

Lebkuchenherzen verzieren und Herzen auf Stoffbeutel und Tshirts siebdrucken können kleine und große Besucher zusammen mit Alexandra Wegbahn und Michael Melerski in ihrer Ateliergemeinschaft auf der Grimmaischen Straße 2 in Dresden-Trachenberge. In dem Gebäude befand sich früher eine Weinhandlung. Die Pfefferkuchen stammen aus der Pulsnitzer Lebkuchenfabrik GmbH. So verbinden sich Tradition, Handwerk und Kunst ebenso fantasie- wie liebevoll. „Es geht uns darum, über Herzangelegenheiten und Liebe ins Gespräch zu kommen. Wir denken, dass es für diese Zeit wichtig ist, einen Weg zueinander zu finden“, sagt Michael Melerski. Er kommt vom Theater, hat bereits viel in Projekten mit Kindern und Jugendlichen künstlerisch spielerisch gearbeitet und ist als Fotograf unterwegs. Dabei fiel ihm auf, dass sie oft Herzen zeichnen. Oft erscheinen sie kitschig. Doch Herzen sind für sie auch ein Hoffnungszeichen. „Ein Symbol, das etwas öffnet, vielleicht auch einen anderen Blick auf die Welt“, sagt Melerski. Mit ihrer Pfefferkuchen-Kunst-Aktion möchten die beiden Künstler die Besucher zum Nachdenken darüber anregen, was das Herz-Symbol für sie bedeutet. Vielleicht entsteht eine Sammlung für eine kleine Ausstellung mit den von ihnen gestalteten Herzen.

Außerdem will der „Tag des offenen Ateliers“ die Öffentlichkeit auf die Situation der Künstler und zunehmend schwierige Arbeitsbedingungen aufmerksam machen. „Viele Künstler leider noch unter den Auswirkungen der Corona-Zeit, weggefallene Ausstellungsmöglichkeiten und es fehlt an bezahlbarem Atelierraum“, sagte Torsten Rommel, Geschäftsführer vom Künstlerbund Dresden unlängst in einem Interview des Radiosenders Coloradio. Hier sei vor allem die Stadt gefragt, mit entsprechenden Räumen als Arbeitsgrundlage die Künstler zu unterstützen. „Wir brauchen generell viel mehr Förderung im Kulturtopf der Stadt für Bildende Künstler“, so Rommel. Das Verständnis, was Kunst und Kultur leisten kann, sei zu sehr auf Hochkultur, auf die großen Häuser und institutionalisierten Einrichtungen ausgerichtet im Stadtmarketing und Tourismus. Doch ohne die freie Szene und die Off Spaces seien all diese Häuser nur leere Hüllen. Eine Stadt lebe vor allem von ihrer kulturellen Vielfalt und die Menschen brauchen Freiräume, die sie gestalten und wo sie sich als Akteure einbringen können gerade in der heutigen Zeit mit gravierenden sozialen Problemen und Spannungen werde das immer wichtiger.

Text (lv)

Fotos: Michael Melerski

Hier ist der Link zur Veranstaltung
>>> https://atelierverzeichnis.de/ateliers/herzstueck-lebkuchenherzen-gedruckt/

Das Programm mit allen Beteiligten und Stadtplan mit den Ateliers steht unter http://www.offene-ateliers-dresden.de

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Konzert zu Ehren von Joni Mitchel bei den Jazz-Tagen Dresden

08 Mittwoch Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Poesie, Projekte

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Zelebrieren Songs von Joni Mitchel: die drei Multi-Instrumentalistinnen und Singer-Songwriterinnen Anne de Wolff, Iris Romen und Stefanie Hempel beleben die großartige Musik der Sängerin neu zum 50. Jubiläum ihres legendären Albums „Blue“. Foto: Veranstalter

Magische Song-Reise

Joni Mitchel, eine der bekanntesten Singer-Songwriter feierte gerade ihren 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass präsentieren die Jazztage Dresden am 21. November, 19.30 Uhr „The Joni Project“ in der Dreikönigskirche Dresden.

Laut Musikmagazin Rolling Stone ist Joni Mitchel eine der „größten Songwriterinnen aller Zeiten“. Am 7. November feierte die weltberühmte Kanadierin ihren 80. Geburtstag. Ihr zu Ehren haben sich drei Multiinstrumentalistinnen und Singer-Songwriterinnen zusammengetan und präsentieren gemeinsam „The Joni Project“ am 21. November im Rahmen der Jazztage Dresden.

Bekannt geworden ist die Musikerin und Komponistin Joni Mitchel, mit bürgerlichem Namen Roberta Joan Anderson, mit ihren anfangs durch Folk und später durch Jazz sowie Pop und Rock inspirierten Liedern. Seit dem Start ihrer Karriere in den 1960er Jahren veröffentlichte sie rund 20 Alben, ihre Songs wurden tausendfach gecovert. Den großen Durchbruch erzielte sie 1971 mit ihrem vierten Album „Blue“, das heute zu den allgemein anerkannten Klassikern der Popmusik gehört. Es folgte das meistverkaufte Album „Court and Spark“, in dem sie experimentell Pop-, Rock- und Jazzelemente nutzte. Mit der Aufnahme in die „Rock and Roll Hall of Fame“ sowie einem „Grammy“ für das Lebenswerk ist sie aus der Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken.

Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum des Albums „Blue“ trafen sich die Musikerinnen von „The Joni Project“. Mit ihren starken Stimmen und einer Vielzahl unterschiedlicher Instrumente beleben Anne de Wolff, Iris Romen und Stefanie Hempel die großartige Musik von Joni Mitchell neu und weihen dabei das Publikum in die vielen kleinen und großen Geschichten hinter den Songs ein. Teil ihres Programms sind dabei bittersüße Songs von „All I Want“ über „California“ bis hin zu „River“ in all ihren dunklen und hellen Schattierungen. Gemeinsam bringen die drei Musikerinnen den Geist von Joni Mitchells Songs, die oft traurig, immer ehrlich und „confessional“ sind, aber gleichzeitig mit ihrem Witz, Geist, kindlicher Weisheit und Poesie verzaubern, auf die Bühne.

Kein Album hat den Begriff des Singer-Songwriters so geprägt wie „Blue“. In ihrer schonungslosen Selbstreflexion, Einsamkeit und Verletzlichkeit setzte Joni Mitchell damit neue Standards in der Welt des Pop und öffnete vor allem die Türen für die weibliche Stimme und Erzählweise. Anne de Wolff, bekannt aus ihrer Zusammenarbeit mit BAP, Bosse oder Calexico, die niederländische Sängerin und Komponistin Iris Romen (Tim Neuhaus, Ben Becker und Astrid North) und Hamburgs Beatles-Expertin und -Interpretin Stefanie Hempel nehmen die Zuschauer mit in die magische Welt von Mitchells Werk.

Tickets für das Konzert „The Joni Project“ am 21. November 2023 sind auf der Homepage http://www.jazztage-dresden.de erhältlich.

Weitere Infos und alle Konzerte: www.jazztage-dresden.de

Alle Ermäßigungen unter: www.jazztage-dresden.de/de/rabatte_festivalpaesse

Text: Peter Dyroff/meeco Communication Services

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Für die Fülle an KulturGewächsen: Spenden für meinwortgarten

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, In eigener Sache, Kultur, Lebensart, Poesie, Projekte, Spendenkonto, Zwischenmenschliches

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Immer neuen, besonderen Kultur-Gewächsen auf der Spur: Lilli Vostry, freie Journalistin, Autorin, Lyrikerin und Inhaberin des Blogs: http://www.meinwortgarten.com seit acht Jahren.

Was sind Euch die Kulturgewächse im wortgarten wert?

Ich schreibe und lese für mein Leben gern. Schon immer. Und seit nunmehr acht Jahren auf meinem eigenen Blog, meinem wortgarten. Ein online Kulturgewächshaus für alle voller besonderer, aktueller, prägnanter wie origineller Gewächse zum Anschauen, Kosten und Genießen. In einer Fülle an professionellen, journalistischen Beiträgen und Bildern ebenso wie Vielfalt der Genres von Bildender Kunst, Theater, Konzerte, Projekte und Porträts von Menschen, die Neues und Interessantes bewegen, sich für ihre Umwelt einsetzen, Veranstaltungs-Ankündigungen bis zu eigener Lyrik und Kurzprosa, wie Ihr sie in dieser Form, alles an einem Ort, so schnell nicht wieder findet.

meinwortgarten ist ein Ort zum Spazierengehen, Umher streifen, Entdecken, Verweilen, für Fantasie, Geist anregen und Seele baumeln lassen, gern auch austauschen, Feedback geben oder selbst etwas Kreatives beisteuern. Es ist ein großes Schaufenster, das immer neu gefüllt wird, zugleich ein Archiv und Wissensspeicher, denn alle Beiträge und Bilder bleiben erhalten.

So nun haltet mal kurz inne und fragt Euch, wie das alles entsteht, was es braucht, bis es soweit ist und all die Zaubergewächse im wortgarten reichhaltig blühen, Euch erfreuen und Ihr etwas für Euch mitnehmen könnt.

Mir beschert es eine zusätzliche Veröffentlichungsmöglichkeit meiner Lieblingsthemen und solcher, die sonst nicht unterkommen in Medien, ich aber dennoch wichtig, lesens- und mitteilenswert finde. Das finde ich großartig an Blogs. Auch dass es jederzeit möglich ist, sie zu publizieren. Natürlich ist es auch schön, wenn dabei etwas zurückkommt, die Mühe und viele Zeit, die dranhängt, für Recherche, Aufschreiben, Bilder auswählen und reinstellen, auch belohnt wird von den LeserInnen des Blogs.

Und das ist genau der Punkt, wo es hakt im Moment, wo ich mich frage, wie es weitergeht künftig. Denn bei aller erfreulich, stetig wachsenden Leserschaft und bald erreichter Zahl von 150 000! Aufrufen dieses Blogs erziele ich bisher Null Einnahmen damit trotz täglich automatisiert dort stehender Werbeanzeigen. Was stimmt da nicht?

Bei so vielen Aufrufen, inzwischen einhundert Followern, die täglich fleißig lesen, wie ich an den Statistiken bis auf den einzelnen Beitrag aufgeschlüsselt sehen kann.

Viele von ihnen sind langjährige Leser und Nutzer meines wortgartens. Ich freue mich darüber, es bestärkt und spornt mich an. Doch wie sieht es mit der Wertschätzung für mich als Macherin der Beiträge auf diesem Blog aus? Was und wie viel sind sie Euch tatsächlich wert?

Ich hab ein Spendenkonto von Anfang an auf der Startseite, linke Spalte über dem Foto von mir, auf dem Blog stehen. Bisher hat fast keiner davon Gebrauch gemacht. Kann ja sein, es ist zu unauffällig dort, in der Mitte wird zuerst gelesen.
Deswegen starte ich heute einen neuen Versuch, kurz vor dem jährlich fälligen Betrag zur Blog-Verlängerung inkl. Speicherplatzerweiterung in dreistelliger Höhe.

Mir ist jede Spende, ob klein, groß, einmalig oder regelmäßig, zur Unterstützung meiner Arbeit als freie Journalistin, Autorin und Lyrikerin auf diesem Kultur-Blog herzlich willkommen (Die Tageszeitungen haben online für ihre Beiträge längst Bezahlschranken eingerichtet und die gestiegenen Betriebs- und Lebenshaltungskosten betreffen auch mich).

Für das weitere Wachsen, Gedeihen und Blühen in reichhaltiger Vielfalt der Kultur-Gewächse auf meinwortgarten.com hoffe ich auf Eure Zuwendung und bedanke mich zuversichtlich im voraus.

Bleibt schön neugierig und empfehlt meinen wortgarten gern weiter!

Text + Foto (lv)

Hier mein Spendenkonto:

Lilli Vostry
Deutsche Bank
IBAN: DE88 8707 0024 0525 231700

Und als Dankeschön ein Gedicht:

Gereimtes

Seit Stunden lieg ich auf der Lauer
doch die Reimworte lassen sich nicht fangen
ziehen schelmisch grinsend von dannen
mir wird immer flauer

leg ich mich auf`s Ohr
sprudeln und drängen sie hervor
klettern wortlustig auf der Versleiter empor
und wirbeln alles durcheinander entfesselter Chor

beflügeln die Reime
oder bremsen sie die Fantasie
will ich wissen jetzt oder nie
dann geht es wie von alleine

LV

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Ausstellung „Optimismus in Farben auf Emaille und in Öl“ von Günter Gläser und Isolde Ziegenbalg in der Heinrich-Schütz-Residenz in Dresden

30 Montag Okt 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Die Leuchtkraft der Farben und Freude an den Bildern verbindet sie: Der Radebeuler Emaillekünstler Günter Gläser und die Dresdner Malerin Isolde Ziegenbalg mit einem ihrer Ölbilder in der gemeinsamen Ausstellung in der Heinrich-Schütz-Residenz am Neumarkt in Dresden.


Mohnblumen in Emaillebildern von Günter Gläser.
Abflug der Wildgänse.
Farbenfrohe Landschaften, eine Segelregatta und Stadtansichten von Isolde Ziegenbalg.

Farbenfrohe Malerei auf Kupfer trifft Ölmalerei

Der Emaillekünstler Günter Gläser aus Radebeul und die Malerin Isolde Ziegenbalg aus Dresden zeigen ihre Arbeiten derzeit in einer Ausstellung in der Heinrich-Schütz-Residenz am Neumarkt in Dresden.

Goldgelbe Rebstöcke im Radebeuler Weinberg. Eine Bank im Herbstlaub an einem See. Meer und Möwenstreit um einen toten Fisch. In der Stimmung des Moments schwelgt die leuchtend farbenfrohe Malerei auf Kupfer des Radebeuler Emaillekünstlers Günter Gläser (89). Zu sehen ist die heutzutage seltene Emaillekunst in der Ausstellung „Optimismus in Farben auf Emaille und in Öl“ gemeinsam mit Ölbildern, Aquarellen und Monotypien der Malerin Isolde Ziegenbalg in der Heinrich-Schütz-Residenz am Neumarkt in Dresden (noch bis 1. Januar 2024 zu sehen, Klingel am Eingang).

In dem nach historischen Vorlagen wieder aufgebauten Eckhaus in der Frauenstraße 14 lebte und arbeitete Heinrich Schütz im 17. Jahrhundert, einer der wichtigsten deutschen Komponisten seinerzeit. Dort befindet sich jetzt eine Wohnresidenz mit Appartements mit Blick auf die Frauenkirche. Das Foyer der Heinrich-Schütz-Residenz verwandelt sich regelmäßig in eine Bildergalerie. Derzeit sind 21 Bilder von Isolde Ziegenbalg und 24 Emaillebilder von Günter Gläser aus den letzten zwölf Jahren zu sehen. Das neueste Möwen-Bild  von ihm stammt aus diesem Jahr. Außerdem zeigt er Bilder von südlichen Landschaften, blühenden Mandelbäumen, leuchtendem Mohnblüten und Sonnenblumen neben Herbststimmung am Buschmühlenteich.

Da sieht man Tanzende und Musikanten in bunten Trachten, ein Paar Hand in Hand in „Spätem Glück“ und ein anderes in der „Midlifecrisis“, die Hände in den Hosentaschen vergraben. In Gläsers Emaillebildern fließen mal heiter, beschwingt und besinnlich alle Farben des Lebens zusammen. Sie treffen auf maritime Landschaften, eine Segelregatta, Fischschwärme, Paradiesvögel und Dresdner Sehenswürdigkeiten wie das Blaue Wunder im Laternenlicht und das Schloss sowie ein Porträt von Frida Kahlo der Malerin Isolde Ziegenbalg. „Wir passen farblich gut zusammen“. sagt die gebürtige Dresdnerin und gelernte Porzellanmalerin in der Manufaktur in Meißen über die Werke Gläsers. Inzwischen ist sie als freischaffende Künstlerin in Dresden tätig und stellt seit über 15 Jahren regelmäßig ihre farbenfreudigen Arbeiten aus. Dies ist bereits ihre vierte Ausstellung gemeinsam mit Günter Gläser.

„Wir haben uns bei einer Ausstellung von mir in der Buschmühle in Niederau bei Weinböhla letztes Jahr kennengelernt“, sagt der Emaillekünstler. Ihre leuchtend farbige Malerei gefiel ihm. Sie zeigten ihre Arbeiten gemeinsam bei „Kunst: offen in Sachsen“ und erstmals in diesem Jahr bei der Veranstaltung „Kunst geht in Radebeuler Gärten“. „An beiden Tagen kamen 310 Besucher“, so Gläser. Und staunten über seine „Bilder aus dem Ofen“, die er in aufwendiger Prozedur mit fein abgestimmten Farbnuancen mehrfach brennt und glasiert im Atelier seines Radebeuler Hauses.  „Das Besondere ist, dass die Bildgestaltung mit der plastischen Steg-Emailletechnik brillante Lichteffekte hervorzaubert und langlebig ist im Vergleich zu vielen anderen Maltechniken“, sagt Günter Gläser. Der pensionierte Diplomingenieur widmet sich seit über 20 Jahren der Emaillebildkunst mit viel Hingabe, Ausdauer und Experimentierfreude.

Zwei Bildbände zu seinem Schaffen hat er bereits herausgebracht und möchte sein Wissen und Können zu dieser alten Handwerkskunst gern an die jüngere Generation weitergeben. „Rund 30 junge Leute, auch Künstler waren schon bei mir in der Werkstatt“, so Gläser, „leider hat sich noch kein Nachfolger für die Emaillekunst gefunden.“ Ganz hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben und schließlich möchte er vor allem eins mit seinen Bildern: „Optimismus und Lebensfreude ausstrahlen.“

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter:
http://www.bilder-aus-dem-ofen.de
http://www.aquarelle-ziegenbalg.de


Freuen sich auf viele Besucher in der Ausstellung: Karin Gläser half mit beim Aufbau und Isolde Ziegenbalg vor ihren Bildern.


Tanzende. Emaillebilder von Günter Gläser.

Ein Bildnis der Malerin Frida Kahlo von Isolde Ziegenbalg und Landschaften.



Gemeinsame Liebe zur Kunst: Karin Gläser begleitet seit vielen Jahren das Werk ihres Mannes und sie waren schon oft auf Malreisen im Süden.


Abstraktes & Paradiesvögel und eine Tänzerin von Isolde Ziegenbalg.


Stilvoll wiederaufgebaut: die Heinrich-Schütz-Residenz & Ausstellungsort am Neumarkt.

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Ausstellung „Drucksachen“ von Gudrun Trendafilov im Einnehmerhaus Freital

28 Samstag Okt 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Zwischenmenschliches

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Innige Spiegelbilder des Lebens
in aufgewühlter Gegenwart

Zart, kraftvoll, wach und traumversunken, voller Farb- und Formlust verbinden sich Mensch- und Naturwelt in der Ausstellung „Drucksachen“ von Gudrun Trendafilov im Einnehmerhaus Freital.

Ein vielfältiger Figurenreigen begegnet dem Betrachter derzeit in den Räumen im Einnnehmerhaus Freital. Frauen mit Fisch, Vogel, Beere, Hutnadel, Finger zum Mund und Ring drin. Ein Blaues Paar, Kuss, Verbandelt. Die Bildtitel sprechen für sich und in den Bildern ist viel Bewegung, Schwung, Spannung und Sinnlichkeit. In ihrer Ausstellung „Drucksachen“ zeigt die bekannte Dresdner Künstlerin Gudrun Trendafilov Druckgrafik in vielen Techniken aus den Jahren 1988 bis 2023.

Eröffnet wird die Schau am 28. Oktober um 17 Uhr im Domizil des Kunstverein Freital e.V. auf der Dresdner Straße 2.

Von den 200 mitgebrachten originalgrafischen Blättern fanden schließlich 53 Arbeiten Platz in dieser Ausstellung. Die Bandbreite reicht von Siebdruck, Algrafie, Lithografie, Vier-Farb-Holzschnitt bis zu Mischtechnik, Collage und Materialhochdruck.Von Trendafilovs Bildern geht ein Zauber der Linien aus, die Figuren und Farben umfließen. Mal in zarten und kräftigen Farbtönen, klar oder abstrahiert in der Darstellung, schmiegen sich Gesichter und Körper aneinander, halten sich oder stoßen aufeinander. Sie erscheinen allein, zu zweit oder dreieinig, mit offenen oder versunkenen Blicken und tragen oft eigentümliche Kopfbedeckungen, die an Wurzelgeflechte, Vogelnester, Hörner und Mondsicheln erinnern, das Haar lang, fließend oder wild aufgewirbelt. Mensch- und Naturwelt sind in ihren Arbeiten eng miteinander verwoben in mal archaischen, steingrau, erdigen Farben und weich verfließendem Türkis und hellem Orange wie in der Algrafie/Irisdruck „Abend“ im Titelbild der Ausstellung. Der Gesichtsausdruck träumend, in sich ruhend, „der Blick immer leicht skeptisch“, fügt Gudrun Trendafilov hinzu.

Diese Technik der Algrafie komnt der Feinheit ihrer Zeichnungen sehr entgegen. Sie arbeite gern damit, weil man dabei sowohl lasierend, durchscheinend als auch deckend mit der Farbe drucken kann. Gezeichnet wird mit einem Blei- oder Wachsstift auf ein Aluminiumblech. Ihre oft aus Tuschflecken und verlaufender Farbe auf dem Papier hervorwachsenden, faszinierenden Figuren und Köpfe tummeln sich seit nunmehr fast 20 Jahren in den Algrafien. Zu sehen sind außerdem frühe Arbeiten von Gudrun Trendafilov, darunter eine schwarz-weiße Algrafie von 1988 und zwei Siebdrucke, „Dreck“ und „Beschwörung“ von 1989. „In den 80er und 90er Jahren konnte man diese Tuschflecke noch nicht drucken. Das ging dann mit Techniken wie der Algrafie, wo auf speziele Folien gezeichnet und auf das Aluminumblech übertragen und gedruckt wurde, so dass man die schweren Platten nicht mehr schleppen musste“, erzählt sie. Ende der 90er Jahre kam dann die Farbe in die Algrafien.

„Ich mag am Drucken das Überraschende und Umsetzen einer Idee, es ist spannend, was mit der Technik entsteht und man kann es vervielfältigen.“ Viele ihrer Siebdrucke entstanden bei Irina Claußnitzer in der Werkstatt und die Algrafien und andere in der Grafikwerkstatt Dresden. 1958 in Bernsbach/Erzgebirge geboren, studierte Gudrun Trendafilov von 1976 bis 1981 an der Dresdner Kunsthochschule und erwarb ihr Diplom als Malerin und Grafikerin bei Professor Gerhard Kettner. Seither ist sie als freiberufliche Künstlerin in Dresden tätig und war von 1989 bis 2008 Mitglied der Künstlerinnengruppe Dresdner Sezession 89. „Die Druckgrafik lief immer nebenher mit der Malerei, als eine andere Art sich auszudrücken und ich hab auch immer Grafiken verkauft und unters Volk gebracht“, so Gudrun Trendafilov. Mit ihren frühen Arbeiten komme sie noch sehr gut klar, so die 65-jährige Künstlerin. „Aufregung war damals und jetzt wieder, dazwischen ruhig. Ich merke, dass die Zeichnungen nicht mehr so zart sind, sondern wieder kräftiger werden. Die frühen Arbeiten sind auch heftiger und gestischer. Ich mag ihre Energie, impulsiv gespritzt mit Pinsel oder Rohrfeder. Das Alter spielt auch eine Rolle“, sagt Gudrun Trendafilov. „Wenn ich die Figuren mache, schauen sie mich an, es ist wie ein Spiegel.“

Sie horcht in sich und setzt sich mit ihrem eigenen Befinden und der Welt auseinander. „Im Moment bin ich verunsichert und beängstigt, die Welt ist durcheinander, aufgewühlt, auch darüber wie Menschen miteinander umgehen“, sagt sie. In dieser grellen, lauten Zeit strahlen die Bilder von Gudrun Trendafilov eine wohltuende Ruhe, Innerlichkeit und Schönheit aus. „Besonders an ihren Arbeiten sind die zarten und innigen Begegnungen und Berührungen zwischen Menschen und Lebendigem, ob Tier oder Pflanze, die miteinander und mit dem Betrachter Zwiesprache halten in prägnanter Form“, sagt Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins Freital im Einnehmerhaus. Es ist auch eine Vorzugsgrafik, „Die Schlafende“ in der Ausstellung erhältlich, die noch bis 16. Dezember zu sehen ist.

Text + Fotos (lv)

Die Midissage mit Texten von Michael Wüstefeld und Geigenspiel von Steffen Gaitzsch findet am 25. November um 17 Uhr statt.

Öffnungszeiten: Do und Sa 10 – 17 Uhr, Fr und So 14 – 17 Uhr

http://www.kunstvereinfreital.de


„Schlafende“: Vorzugsgrafik zur Ausstellung von Gudrun Trendafilov im Einnehmerhaus Freital.

Die Künstlerin vor frühen Arbeiten aus den 1980er und 1990er Jahren.
Aus der Serie „Köpfe“, Algrafie

Frau mit Fischen, Algrafie

Frauen mit Mondsichel und Vogel, Algrafie


Vorfreude auf die Ausstellungseröffnung: Gudrun Trendafilov und Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins Freital im Einnehmerhaus.

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Ausstellung „Mittendrin II“ von Anita Rempe & Peter Pit Müller im Weinbaumuseum Hoflößnitz Radebeul

28 Samstag Okt 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Zwischenmenschliches

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Farbenreiche Fülle des Lebens

Opulente, filigrane und wandlungsreiche Bilderlandschaften zeigt die Ausstellung „Mittendrin II“ mit Malerei und Grafik von Anita Rempe und Peter Pit Müller im Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul.

Die Weinlese in der Hoflößnitz ist gerade abgeschlossen. Sonnengereift und prall locken und umgarnen die Trauben den Betrachter auch auf Leinwänden und Papier, laden zu Frohsinn, Genuss und stillem Verweilen ein beim Anblick der opulenten und wandlungsreichen Bilderlandschaften der Ausstellung „Mittendrin II“ mit Malerei und Grafik von Anita Rempe und Peter Pit Müller, Die Eröffnung mit viel Besucherresonanz fand kürzlich im Weinbaumuseum Hoflößnitz, Knohllweg 37, in Radebeul statt.

Stimmungsvolle Melodien und Chansons voller Charme, Leichtigkeit und Tiefe mit Anthony Heulin, Gitarre und Gesang und Rainer Promnitz am Cello waren passend zu den Bildern zu hören, eine besondere Entdeckung dieser Vernissage. Es ist die vierte und letzte Ausstellung dieser Saison und die schönste des Jahres an diesem Ort. Farbenreich, filigran und zerbrechlich schön in vorwiegend warmen und erdigen Farbtönen spiegeln die Arbeiten von Anita Rempe und Peter Pit Müller die Fülle des Lebens und der Natur, Werden, Wachsen, Vergehen und Neubeginn. „Es war ein sehr gutes Weinjahr und wir haben etliche neue Gäste, da so oft nach den Ausstellungsräumen gefragt wurde“, freute sich Museumsleiter Frank Andert bei der Eröffnung. Es gab hier schon eine Ausstellung mit dem Titel „Mittendrin“ von einem Malerei-Plenair in den Weinbergen.

Vor zwei Jahren zeigten die Erfinder dieses Formats André Uhlig und Peter Pit Müller gemeinsam ihre Arbeiten. Anita Rempe ist erstmals dabei. Zusammen und allein zogen sie und Peter Pit Müller malend und zeichnend in die Weinberge. Zu ihrer Überraschung stellten sie hinterher fest, wie manches in den Eindrücken und der Malweise sich ähnelt wie in den beiden Titelbildern auf dem Ausstellungsplakat. Vor grau, schemenhafter Weinbergkulisse leuchten an den wie tänzelnden, vom Wind bewegten, kahlen Reben die letzten Trauben im Herbstlicht. Von Anita Rempe sind groß- und kleinformatige, expressiv farbige Ölbilder mit dem weiß strahlenden Hoflößnitz-Gebäude, umgeben von hohen Bäumen und halbierter Zitrone, Trauben im Licht, rote Äste in der Abendsonne, „Strippen“ und „Orangenes Geflecht“ in den Weinbergen zu sehen. Außerdem eine Serie Zeichnungen mit Kohlestift auf Papier „Im Weinberg“, die Umrisse von Rebstöcken, knorriges Geäst durchzogen von roten Linien wie Drähten oder Lebensadern darstellen und einen Weidenbaum, dessen Zweige vielfarbig in der Wintersonne aufscheinen.

Anita Rempe wurde 1965 in Magedeburg geboren, sie absolvierte ein Diplomstudium für Gebrauchsgrafik und Illustration, arbeitete als freie Trickfilmzeichnerin und betreute nach einer Ausbildung in Kunstherapie verschiedene Kunstprojekte u.a. in der Kinderarche Sachsen und im betreuten Wohnen für chronisch psychisch kranke Menschen in Coswig. Seit 2020 arbeitet Anita Rempe vor allem als freischaffendende Künstlerin im Fischerdorf bei Gauernitz an der Elbe. Sie war ebenso wie Peter Pit Müller einige Jahre von 2000 bis 2005 Mitglied der Künstlergruppe „Oberlicht“ in Radebeul. Er wurde 1956 in Leipzig geboren, hat nach einer Lehre als Maler für Glas und Keramik dann Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule studiert und arbeitet seit 1982 als freiberuflicher Maler und Grafiker in Radebeul. Außerdem ist er nach einem Studium der Kunsttherapie seit 2001 auch als Kunsttherapeut tätig.

Er zeigt ebenfalls Ansichten der Weinberge in Radebeul im wechselnden Licht und Jahreszeiten. Da führen Stufen ins Endlose, wolkenweiß Federleichte inmitten grüner Reben. Da schimmert roséfarben der Eiswein im Herbstlicht, sieht man wunderbar von schwebenden Nebeln, alles umfassender Weite eingehüllt die Weinhänge und Weinlaub vom Mondlicht beschienen. Traumverwobene Bilder, die an Landschaften von Caspar David Friedrich erinnern. Unter etlichen Bildern von Peter Pit Müller stehen schon rote Punkte von Kaufinteressenten. Kräftige und pastellene Farbtöne fließen zusammen, die Linien fein nuanciert von Baumzweigen, Gräsern, Trauben und den Umrissen von Gebäuden oberhalb der Weinhänge. Die Sehkraft des Malers lässt nach durch eine Erkrankung und wird dennoch durchs Malen trainiert. Mit geübter Hand und mit Hilfe von Lupenbrille und Vergrößerungsglas und ungebrochener

Faszination für alles Rebende, urwüchsig Lebendige gewinnen seine neuen Arbeiten noch stärker an Ausdrucks- und Farbkraft. Im Kontrast dazu sind einige Kohlezeichnungen von ihm vom Weinberg „Goldener Wagen“ mit Spitzhaus und Bismarckturm sowie einige Acrylbilder vom Weinanbau in La Geria auf Lanzarote zu sehen. Schwarze Aschelandschaft und mittendrin kleine grüne Flächen mit Weinreben. Eine gelbe Kugel erhebt sich auf dunklem Gestein als „Weinlicht“. Die Ausstellung von Anita Rempe und Peter Pit Müller ist noch bis 10. Dezember im Hoflößnitz Radebeul zu sehen.

Text + Fotos lv)

Geöffnet: Di bis So von 10 bis 18 Uhr.

http://www.hofloessnitz.de


Dem Glücklichen lacht jede Stunde: Der Maler Peter Pit Müller mit seiner Mutter nach der Ausstellungseröffnung.

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Ausstellung „Klang in Bronze gegossen zum 150. Geburtstag des Künstlers Richard Guhr in den Richard-Wagner-Stätten Graupa

27 Freitag Okt 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Zwischenmenschliches

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Kontrastreiche Werke zwischen Licht und Dunkel

An den Maler, Bildhauer und Schöpfer des Wagner-Denkmals im Liebethaler Grund erinnert die Sonderausstellung „Klang in Bronze gegossen“ zum 150. Geburtstag von Richard Guhr in den Richard-Wagner-Stätten Graupa.

Machtvoll, märchenhaft und entrückt erscheint die Hauptfigur. Dargestellt als Gralsritter mit gerade fallendem Gewand, eine Feuerschale in der Hand und die andere gestützt auf eine Harfe mit Löwenkopf, umgeben von allegorischen Gestalten. Von der Odyssee bis zur Aufstellung dieses Denkmals für Richard Wagner im Liebethaler Grund sowie über Leben und Werk seines Schöpfers erzählt eindrucksvoll die Sonderausstellung „Klang in Bronze gegossen“ zum 150. Geburtstag von Richard Guhr derzeit im Jagdschloss Graupa.

Zu sehen sind historische Aufnahmen, Bilder, Plastiken und Zeitzeugnisse zum Schaffen von Richard Guhr (1873 – 1956) und sein Blick auf Wagner, den er in kultischer Verehrung auf den Sockel hebt in seinen Gemälden und dem krönenden Denkmal. „Mir ging es darum, die verschiedenen Seiten des Künstlers Richard Guhr und sein Werk in bewegten Zeiten zu zeigen, das jeder für sich deuten kann“, sagt Katja Pinzer-Hennig, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Wagner-Stätten Graupa. Die Reaktionen der Besucher reichten von Faszination bis zu Irritation und Ablehnung. Richard Guhr teilt sich nicht nur den Vornamen mit Wagner. Ähnlich wie der Komponist polarisiert auch der Maler und Bildhauer mit seinen monumentalen Werken zwischen Idealismus und Gigantomanie. Bekannt wurde Guhr als Schöpfer des Goldenen Rathausmannes, des „Michelangelo von Dresden“, der bis heute hoch auf dem Dresdner Rathaus steht. 1873 in Schwerin geboren, sein Vater war Hofmusiker, studierte Guhr an der Kunstgewerbeschule in Dresden und danach in Berlin. Er war als Dekorationsmaler und bildhauerisch tätig. 1934 wurde Guhr an die Dresdner Kunstakademie als Lehrer an die Abteilung Monumentalmalerei berufen, kurz nachdem der angehende Künstler Otto Dix dort entlassen wurde. Doch schon zu Lebzeiten waren Guhrs oft mystisch aufgeladene Bilder umstritten.

Fast 20 Jahre kämpfte Guhr um sein Wagner-Denkmal, das er Dresden schenken wollte, jedoch von den Stadtoberen abgelehnt wurde. Die Gemälde in der Ausstellung wirken mit ihrer intensiven, teils grellen Farbigkeit und ihrer symbolistisch, surrealen Bildsprache zwiespältig, theatralisch inszeniert, rätselhaft und düster abgründig. Wagner erscheint auf einer Wolke schwebend wie ein Retter und Fürst der Finsternis zugleich, umringt von Dämonen, Medusa mit Schlangenhaupt und einem geflügelten Löwen und Stier an der Seite. Der Kampf zwischen Gut und Böse, Licht, Dunkel, das Edle, Wahre und Schöne durchzieht emotions- und klangreich seine Opern und die Bilderwelt Guhrs. Zu sehen sind außerdem Fotografien vom Aufbau des 4,20 Meter hohen Wagner-Denkmals1933, das seither im Liebethaler Grund gegenüber der ehemaligen Lochmühle steht. Guhr finanzierte das Denkmal aus eigenen Honorarmitteln. 2013 wurde es restauriert aus Mitteln des Sächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. Im starken Kontrast zu der kultischen Verehrungskunst stehen die Zeichnungen und Ölbilder aus den späten Lebensjahren von Richard Guhr, die erschüttern und berühren mit ihrem offen schonungslosen Blick, auf sich selbst zurückgeworfen. Darunter eine Serie Selbstporträts, nach 1945 entstanden, gezeichnet von Krieg, Not, Entbehrungen. Innere Zerrisenheit, Fassunglosigkeit und Verzweiflung des Künstlers ins Gesicht geschrieben. Unter einem Bildnis Guhrs steht die Zeile: „Es möchte kein Hund so länger leben“, ein Zitat aus Goethes „Faust“. Zu sehen sind Landschaften, eine Dorfstraße im herbstfarbenen Licht und der Blick vom Hang auf die Häuser in Höckendorf bei Freital, wo Guhr und seine Haushälterin nach der Flucht aus Dresden eine Bleibe in einem Forsthaus fanden. Diese Bilder  zeigen eigene, unverstellte Sicht, strahlen Ruhe aus, Hingabe und Halt in der Natur. Auf einer Staffelei steht ein kleines Ölbild, darauf der Schatten eines Mannes vor hohen Bäumen im Wald, die rot in der Abendsonne leuchten. Daneben eine Waldlichtung mit abgestorbenen Kiefern. Die Ausstellung erinnert an einen eigenwilligen und vielseitigen Künstler und lädt ein zum Nachdenken über die Rolle der Kunst in der Gesellschaft, über Werte und das was wirklich zählt im Leben. Sie ist noch bis 29. Oktober in den Richard-Wagner-Stätten Graupa zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr 11 bis 17 Uhr, Sa, So, feiertags 10 bis 17 Uhr. Di geschlossen

http://www.wagnerstaetten.de


Ein Schwan dreht seine Runden im Teich hinter dem Jagdschloss Graupa. Im Lohengrinhaus in der Nähe schrieb Richard Wagner den Entwurf für seine berühmte Oper um den Schwanenritter.

 

 

 

 

 

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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