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Im Reich der Duftrosen

Elvira Hofmann bindet mit viel Liebe und Erfahrung blütenreich betörende Sträuße auf dem Wochenmarkt an der Dreikönigskirche.

Rosen sind ihre Lieblingsblumen. Ob in kräftigen oder zarten Farben.
Kurz- oder langstielig. Hauptsache sie duften. „Eigentlich duften die Blumen ja nicht für uns, sondern für die Bienen. Je mehr eine Rose duftet, um so schneller blüht sie auf, um die Bienen anzulocken“, sagt Elvira Hofmann schmunzelnd. Rote Rosen zieren ihr weißes T-Shirt. Sie steht inmitten einer farbenfrohen und betörend duftenden Blumenoase. Alles stammt aus eigenem Anbau aus ihrer Gärtnerei in Wilschdorf.

Jeden Sonnabend kommt die Rosenfrau Elvira Hofmann auf den Wochenmarkt an der Dreikönigskirche in Dresden. Sie ist von Anfang an seit 1999 dabei. Acht Händler bieten verschiedene Naturprodukte an und nebenbei locken Klänge von Blues bis Samba zum Verweilen und Zuhören auf dem lauschigen Platz unter Bäumen rund um den Rebeccabrunnen. Das Dresdner Gitarrenduo Richter und Leising spielt regelmäßig hier. Mit ihren Duftrosen bleibt Elvira Hofmann nicht lange allein. Ein älterer Mann wartet auf einem Stuhl und sieht zu, wie sie mit Hingabe einen bunten Rosenstrauß bindet. Er sei ein Stammkunde. Für wen die Rosen sind, bleibt sein Geheimnis. Männer wie Frauen kommen an ihren Blumenstand und gehen mit einem Lächeln.

Manchmal holen auch Kinder Sträuße, die sie für die Eltern
schon sehr selbstbewusst aussuchen. Neben den Freilandrosen stehen auch blütenreiche Sommerblumensträuße nach Hellerauer Art in den Behältern. Wie sie vor 80 Jahren schon ihre Großmutter kannte und band mit den Blumen der jeweiligen Jahreszeit. Da leuchten farbenprächtige Zinnien, Sonnenauge, Sonnenhut, Kokarden- und Kornblumen und Lichtnelken.

„Bei uns wird alles in Handarbeit verrichtet, die einzige Maschine ist das Auto für den Markt“, so Elvira Hofmann. Da die Rosen unbehandelt im Freien wachsen, duften sie so intensiv. Ihr Duft erfreut nicht nur, er entspannt und macht auch gelassener, weiß Elvira Hofmann nach dem mühevollen Schneiden, Putzen und Sträuße binden zu schätzen. Sie ist auf einem Bauerngut aufgewachsen und schon ihre Urgroßmutter schwärmte von den Blumen. Sie hatte im RosenmonatJuni Geburtstag und Elvira Hofmann im Juli. Wenn die Saison vorbei ist, widmet sie sich wieder ihrem Schreibbüro Dresden-Nord und hilft bei der Erstellung und Gestaltung von Schriftstücken aller Art bis zum Festhalten historischer Familienforschungen im Raum Dresden. Und ist selbst aktiv beim Erforschen der Wilschdorfer und Hellerauer Heimatgeschichte.

Die „Königin der Blumen“ will für ihre Schönheit auch besonders gepflegt sein, nicht in die Sonne oder in Zugluft stellen, öfter das Wasser wechseln und die Blumen frisch anschneiden, rät sie. Inzwischen ist es Mittag. Die restlichen Blumensträuße packt Elvira Hofmann ein. Einige behält sie, einige verschenkt sie an die Nachbarn, andere stellt sie auf Gräber. Zwei große Blumensträuße bringt sie in Papier eingewickelt den Musikern.

Der Wochenmarkt hat bis Ende Oktober immer sonnabends von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Und dann ab Frühjahr wieder.

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Text + Fotos (lv)

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