Der Schriftsteller Tschingis Aitmatow. Ein ,für viele noch zu entdeckender, Schriftsteller von Weltrang, der mit „Dshamilja“ nicht nur „die schönste Liebesgeschichte der Welt“ (Aragon) schrieb sondern mit „Die Richstatt“, einer dystopischen Mischung aus Bulgakow und Kipling, den Schlüsselroman zur politischen Wende Ende der Achtziger Jahre schuf. Die Älteren werden sich deutlich erinnern, die Jüngeren aber können einen Autor entdecken, der unverändert aktuell die Gebrechen auch unserer Gegenwart poetisch auf den Punkt zu bringen vermag.

Das Versprechen der Kraniche

Zur Buchvorstellung „Reisen in Aitmatows Welt“ von Irmtraud Gutschke mit Lesung und Gespräch lädt die Buchhandlung „Büchers Best“, Louisenstraße 37 am 17. Januar, um 20.30 Uhr ein.

Der Kirgise Tschingis Aitmatow (1928, Scheker – 2008, Nürnberg) ist ein Schriftsteller von Weltgeltung, der auf einzigartige Weise in seinem Leben mehrere Epochen der Menschheitsgeschichte verband und seiner Zeit weit voraus war. In seinen Werken begegnen uns Menschen, die täglich ihrer Arbeit nachgehen und dabei gleichsam die ganze Welt auf den Schultern tragen, wie auch Tiere, die beseelte Wesen sind. Auf poetische Weise erzählt Aitmatow von einer fernen Welt. Dabei entfaltet sich das Drama eines Lebens, das früh von Gewalt und tragischem Verlust geprägt war.

Irmtraud Gutschke beschäftigt sich schon seit den 1970er Jahren mit Leben und Werk Aitmatows. Sie nimmt die Leser mit auf eine Gedankenreise, auf der sie im Fremden Eigenes, Verlorenes, Vergessenes entdecken. Von einer kirgisischen Jurte aus bis in den Kosmos – was für Dimensionen eröffnen sich da!

Irmtraud Gutschke, geb. 1950 in Chemnitz, studierte Slawistik und Anglistik in Jena und wurde ab 1971 Literaturredakteurin in der Tageszeitung »Neues Deutschland«, wo sie seitdem unzählige Artikel zu verschiedensten literarischen Themen veröffentlichte. 1976 promovierte sie an der Humboldt-Universität Berlin über »Mensch und Natur im Schaffen Tschingis Aitmatows«. Nach mehreren Begegnungen mit dem Schriftsteller veröffentlichte sie 1986 im Mitteldeutschen Verlag den Essayband »Menschheitsfragen, Märchen, Mythen. Zum Werk Tschingis Aitmatows«.

Irmtraud Gutschke: Das Versprechen der Kraniche. Reisen in Aitmatows Welt, Mitteldeutscher Verlag 2018

Text + Fotos: Büchers Best

Nächste Veranstaltung

Donnerstag, 24.1. 2019, 20.30 Uhr:
Cornelius Pollmer: Randland
Buchvorstellung, Lesung, Gespräch

Cornelius Pollmers Reportagen gewähren einen einzigartigen Einblick in die großen und kleinen Zusammenhänge deutscher Regionen, die heute nicht selten als »Dunkeldeutschland«, als »Randland« diffamiert werden. Der vorliegende Band ist im besten Sinne ein Buch unserer Zeit und besonders dieser Tage, indem er ein Areal dokumentiert, das allzu oft undokumentiert bleibt.

»Was ist da eigentlich los bei euch im Osten?«
Diese Frage begleitete Cornelius Pollmer durch jedes der fünf Jahre, in denen er als Korrespondent der Süddeutschen Zeitung für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in seiner Heimatstadt Dresden arbeitete. Auf seinen Reisen durch die Region entstanden viele nach Antworten suchende Texte, die sich in diesem Band zu einem Bild summieren. Es ist ein Bild unserer Zeit, eines der Heimat des Autors. Darauf zu sehen sind alltäglicher Reichtum, etwa beim Wandern in der Sächsischen Schweiz und provokante Gegenwartskunst wie die senkrecht aufgestellten Busse in Dresden. Zu die sem Bild aber gehören auch der Argwohn, der Hass und die Gewalt, mit denen sich speziell Sachsen in den vergangenen Jahren einen schwierigen Namen gemacht hat. Das Bunte steht neben dem Dunklen und nur beides zusammen kann der Realität in dieser Region nahekommen.

Cornelius Pollmer, geboren 1984 in Dresden, schreibt für die Süddeutsche Zeitung, zuletzt als Korrespondent für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Stationen zuvor waren die Sächsische Zeitung, die Jugendzeitschrift SPIESSER und die Wochenzeitung Die ZEIT.

Cornelius Pollmer: Randland. Reportagen und Berichte aus dem deutschen Osten. Thelem Verlag 2018

http://www.büchersbest.de

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