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Kategorien-Archiv: Theater

Premiere „Match me if you can“ – eine Datingkomödie in der Comödie Dresden

22 Montag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

≈ Ein Kommentar


Erstes Date mit der Traumfrau und dem Traummann aus dem Internet. Da sind Überraschungen und manch pikantes Geheimnis aus dem echten Leben vorprogrammiert. Foto; Robert Jentzsch

Turbulentes digitales Doppel-Spiel um Lust und Liebe

Nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint in der haarsträubend komischen Datingkomödie „Match me if you can“ in der Comödie Dresden.

Bei Lisa und Martin hat es online gefunkt, so dass sie sich endlich im realen Leben treffen wollen. Die Vorfreude und Spannung steigen. Doch das Kribbeln im Bauch endet im Desaster, da beide ihre Profilfotos derart geschönt haben, dass sie einander nicht erkennen und das erste Date ganz anders verläuft als erwartet. Vom Flirten und Anbandeln im digitalen Zeitalter erzählt die turbulente Datingkomödie „Match me if you can“ von Nina Hartmann und Gregor Barcal, die am Freitagabend Premiere in der Comödie Dresden hatte.

Eine urige Kneipe, die „Alte Laube“ mit kuriosen Sammelstücken an den grünen Wänden und Flimmerlampe wirkt schon fast antiquiert als Begegnungsort. Zwei Gitarren an der Wand spielen automatisch, wenn man näherkommt, Schlager und fordern auf: „Tanze Samba mit mir…“ und schmachten: „Du bist so heiß wie ein Vulkan“, so dass man unweigerlich mitwippt und je öfter es angeht und man alleine ist, sich genervt wegdreht.

Lisa (verwöhnt-abenteuerlustig: Britta Boehlke) sitzt in pinkfarbenem Overall, Pumps und orangener Plastikhandtasche auf einem rustikalen Holzhocker am Tisch und wartet auf ihr Date. Ein supersexy Typ, 1,93 Meter groß, mit dem sie seit einigen Wochen heiß chattet, schwärmt sie am Handy ihrer Freundin vor. Doch er lässt auf sich warten. Den Mann, der stattdessen hereinkommt, mittelgroß, kräftig, graumelliertes Haar und Brille, ignoriert sie. Als er sie sieht, fühlt er sich wie vom Blitz getroffen und möchte am liebsten umkehren. Und schickt Lisa eine Absage per SMS sein bester Freund wäre gerade betrogen worden von seiner Freundin und er müsse ihn jetzt trösten. Sie liest es und ist sauer, dass Martin (als schüchterner Möchtegern-Verführer: Alexander Wipprecht) sie versetzt hat.

Er gibt sich ihr nicht zu erkennen und so beginnt ein haarsträubend komisches Doppel-Spiel, bei dem beide Datingpartner sich gegenseitig auf den Leim gehen, immer neue Überraschungen, Missverständnisse und manch pikantes Geheimnis aus dem echten Leben ans Licht kommen in dieser Komödie unter Regie von Katja Wolff. Ungeschönt, ungeniert, offen und direkt von Anfang an lassen Lisa und Martin dabei, zunächst ahnunglos und dann noch mal auf Reset zurückspulend, allen Frust, Wünsche und Sehnsüchte über den gesuchten Traumpartner heraus.

Er hört mit, wie sie auf ihn schimpft und tausend Gründe erfindet, warum er nicht zu ihrem Date kommen kann. Martin verteidigt ihn und tischt ihr eine Lüge nach der anderen auf, die darin gipfeln, das sei gar nicht sein Handy sondern von seinem besten Freund. Beide bieten sich kräftig Paroli, wie bei einem Boxwettkampf fliegen Vorwürfe, Ausflüchte, Spottgelächter und klare Ansagen hin und her, statt romantischem Rendez-vous und verführerischen Blicken mit Mister Knister und Missis Twister. Er ist auch charmant und ehrlich und sie nicht so tiefgründig und cool wie sie tut, wenn sie Männer auf Tinder wegwischt im Handumdrehen. Ein Schock für sie ist, als sich herausstellt, wer der „osterzgebirgische Wildhengst“, ihr neuester Kandidat im Chat in Wirklichkeit ist. Ein lustvolles Sahnehäubchen auf dem vermasselten Date sind die Gesangs- und Tanzeinlagen, darunter ein Ohrwurm aus der Rocky Horror Show und der Lovesong Je`taime im Schummerlicht. Viel Beifall vom Publikum, das auf heitere Weise vor den Tücken des digitalen Datings gewarnt wird.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de

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Premiere „Maria Stuart“ – Trauerspiel von Friedrich Schiller in den Landesbühnen Sachsen

18 Donnerstag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Zwischen Übermut und Verzweiflung: „Maria Stuart“, gespielt von Karoline Günst, ist Hoffnungsträgerin und tragische Figur zugleich im Spiel um Macht und Wahrhaftigkeit. Fotos: René Jungnickel

Von der Liebe zur Macht und der Ohnmacht des Herzens

Ein Wechselbad der Gefühle über Gefangen- und Freisein, Recht und Willkür, Begehrtsein und Aufbegehren durchlebt und -leidet das Publikum in der Inszenierung des Trauerspiels „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Gleich zu Beginn bricht das Gerangel um die Macht los, werden auf der dunklen Bühne Podeste lautstark umgeworfen, herrscht Aufruhr. Besorgt und unruhig steht eine ältere Frau in grauem Kleid dabei. Alles andere als gastfreundlich war der Empfang für die Hilfe suchende Maria Stuart und ihre Amme, die in England Zuflucht suchten bei Königin Elisabeth, einer Verwandten Marias. Nach der Flucht aus ihrer Heimat, wo die schottische Königin einer Mitschuld an der Ermordung ihres Ehemanns bezichtigt wird, wird sie jedoch festgenommen und eingesperrt. All ihr Bitten und Flehen auf Befreiung und Gnade bleibt unerhört. Immer zwischen Hoffen und Bangen, Wut, Schmerz und Verzweiflung hin und her gerissen, durchlebt und leidet das Publikum ein Wechselbad der Gefühle mit der Titelheldin „Maria Stuart“ in dem Trauerspiel von Friedrich Schiller, das am vergangenen Sonnabend Premiere hatte in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Aus einem übergroßen, aufklappbaren Reisekoffer, ihrem Gefängnis mit karger Einrichtung, tritt Maria Stuart (stolz, unverzagt und kraftvoll: Karoline Günst) heraus und setzt sich obendrauf, rebellisch, fast übermütig und fragt, ob sie schon verurteilt ist. Ihre Amme (gütig und großherzig: Anke Teickner) beruhigt und tröstet sie und trägt eine Geige mit sich, als wiege sie ein Kind. Die wird Maria später spielen, in Momenten der Liebe und größter Bedrängnis. Drei Musiker (Berthold Bauer, Kevin Knödler und Simeon Hudlet) begleiten außerdem das Geschehen und lockern es abwechslungsreich auf mit Trompete, Kontrabass und Gitarre, mal leise, wehmütig, mal rockig, bluesig und feurig wie Flamencoklänge. Wenn Maria Stuart aufbegehrt und ungeduldig auf und ab gehend auf Königin Elisabeth wartet. Das ist lang, zäh und erfordert viel Zuhör- und Durchhaltevermögen auch von den Zuschauern, bis die Handlung an Spannung gewinnt und die Geschichte einen packt und ergreift. Es wird viel geredet, palavert und gestritten in langen, wortreichen Mono- und Dialogen in dieser dreistündigen Inszenierung unter Regie von Landesbühnenintendant Manuel Schöbel. Maria glaubt an das Gute, Wahre und Schöne bis zuletzt. Doch als lebensfrohe wie gläubige Katholikin ist sie der protestantischen Königin Elisabeth (kühl kalkulierend: Julia Vincze) suspekt. Da die Stuart auch noch selbst den englischen Thron beansprucht, stellt sie eine Gefahr dar für Elisabeth. Ihre Gefolgsleute unternehmen alles für ihren Machterhalt und verfolgen eigene Interessen, die einen mit Intrigen, andere diplomatisch, sachlich oder versuchen Elisabeth von den Vorteilen einer Ehe zu überzeugen.

Das geschieht eindrucksvoll in mal hartnäckigen, trockenen bis witzig-absurden Wortgefechten der Kontrahenten um Elisabeth und Maria, die sich gegenseitig überbieten mit aufgeblasenem Gerede ins Mikro. Die Bühne ist in stimmungsvolles Licht getaucht von nachtblau, tiefrot bis lichtvoll, frühlings- und hoffnungsgrün. Haften bleiben vor allem diese bilderstarken, prägnanten Szenen. Wenn Maria plötzlich ihr Gefängnis einen Moment im Freudentaumel verlässt und neu erblüht. Wenn die Gefolgsleute einen Kreis um Königin Elisabeth bilden, sie schützen und zugleich abschirmen von der Welt draußen, der Wirklichkeit. Allen voran ihr machtgierig, eitler und heuchlerischer Berater, Baron von Burleigh (Alexander Wulke). Er führt einen erbitterten Disput mit Maria Stuart über Recht und Gesetz. Einen Moment später fegt er die Gesetzakte mit dem Schwert vom Pult, trinkt aus einem Zinnbecher, reicht ihr auch einen vermeintlich höflich und schleudert seinen Becher wütend in ihre Richtung. Unerschrocken, besonnen und sachlich versucht Amias Paulet, Ritter und Hüter der Maria (Matthias Avemarg) Unheil von ihr abzuwenden und zu schlichten. Mortimer, sein Neffe (Maximilian Bendl) will hitzköpfig und stur hingegen Maria Stuart gewaltsam befreien. Galant und listig verspricht er bei einer Teestunde mit Elisabeth, die Sache mit der Stuart zu regeln. Dabei hat er ein Attentat auf Elisabeth vor. Robert Dudley, Graf von Leicester (innerlich zerrissen: Moritz Gabriel) warnte ihn davor und verrät ihn.

Leicester, der ehrgeizig-aufstrebende Geliebte der Königin Elisabeth und Ex-Liebhaber von Maria Stuart, will sie retten und spielt mit dem Feuer. Mal trifft er sich heimlich mit Maria, die Geige in der Mitte, nah beieinander, mal steht er im Prunkgemach der Königin und verführt sie. Dann löst Elisabeth ihre kunstvolle Haarkrone, ihr langes, rotes Haar fällt offen herab auf ihr weißes, tief ausgeschnittenes Kleid. Solche Momente, wo sie einfach nur Frau sein kann und dies genießt, sind selten. Sie ist Herrscherin eines Landes, was ihr Herz will und ihre Sorgen, interessieren keinen. Doch sie regiert gern. Schlau und mit scharfer Zunge und Verstand, auch mit Ironie, bietet sie den Männern in Anzügen um sie herum Paroli. In ihrer orangenen, schicken Kostümjacke, die sie lässig und selbstbewusst an- und auszieht, kurz innehält und loslegt zur nächsten Runde im Macht-Spiel, wirkt diese Elisabeth von Julia Vincze wie eine moderne Karrierefrau, entschlossen und energisch.

Spannend die Szene, als die zwei Frauen und Rivalinnen sich dann endlich gegenüberstehen als dramatischer Höhepunkt in Schillers Stück. Denn im echten Leben sind die beiden Königinnen sich nie begegnet. Elisabeth staunt, dass sie keine gramgebeugte Frau vorfindet, sondern Maria Stuart ihr stolz, schön, klug und aufbegehrend gegenübertritt. Sie steht mal zwischen den Pfeilern einer Regalwand, in der Hocke, richtet sich wieder auf und steckt ihren Kopf durch ein Dreieck in der Wand. Geht hindurch und steht in ihrem schwarzen, weiß durchlässigen Kleid im Licht mit dem Rücken zur Wand. Elisabeth in Kostümjacke, Hosen und Stiefeln kommt gerade von der Jagd, sieht neugierig, ergriffen und wütend zugleich auf ihre Gegnerin, die kein bisschen unterwürfig ist und sie herausfordert. Es gibt keine Versöhnung!, ruft die Stuart ihr entgegen. All ihr Zorn und Leidenschaft über die lange Gefangenschaft und Unrecht brechen aus ihr heraus. Maria glaubte, dass sie sich wie zwei Königinnen auf Augenhöhe begegnen könnten. Doch zu viel ist schon geschehen und beide Frauen können nicht an sich halten, keine der anderen trauen oder um Schutz bitten. Das ist die Tragik dieser Geschichte und visionäre Botschaft des Stücks, dass dies eines Tages doch möglich wird, dass zuerst die Herzen und Mitgefühl sprechen statt Gewalt, Gegensätze und Feindseligkeiten.

Es sind zwei starke und verletzliche Frauen in einem ungleichen Kampf, die eine frei, die andere gefangen, im Bannkreis der Macht. Der Preis dafür ist hoch. Maria Stuart bezahlt mit ihrem Leben. Elisabeth unterzeichnet widerwillig das Todesurteil im Zwiespalt aus gekränkter weiblicher Eitelkeit, Eifersucht und Angst um ihre Macht, wird aber zeit ihres Lebens von Zweifeln geplagt ob es die richtige Entscheidung war und sie steht am Ende allein da. „Maria Stuart“ ist ein zeitlos spannendes Stück über Macht und Ohnmacht, Recht und Unrecht, Freiheit, Willkür und Wahrhaftigkeit und Umgang mit dem politischen Gegner. Davon erzählt die anspruchsvolle, bewegende, aber in der Intensität von Bildern und Spiel nicht durchweg schlüssige, ambivalente und durchaus streitbare Aufführung in den Landesbühnen. Viel Beifall bekamen vor allem die beiden Königinnen zur Premiere.

Text (lv)

Nächste Vorstellung: So., 21.1., 19 Uhr in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

http://www.landesbuehnen-sachsen.de


Glanz und Schatten der Macht: Königin Elisabeth (Julia Vincze) und ein vermeintlicher Vertrauter, Mortimer (Maximilian Bendl), der ein Attentat gegen sie plant, um Maria Stuart zu befreien.

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Premiere „Piaf. Mythos, Rausch und Wirklichkeit“ im Schauspielhaus Dresden

08 Montag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Theater, Zwischenmenschliches

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Die Stimme der Liebe

Wie soll man etwas beschreiben, das tief von innen herauskommt?! „Ich singe einfach!“, sagt Edith Piaf lächelnd auf die Frage eines Reporters. Am Anfang der Aufführung ist ihr Gesicht in Großaufnahme auf dem Bühnenvorhang zu sehen. Ob in ihrem Leben Glück oder Unglück überwogen habe? „Das gleicht sich aus“, antwortet  die Sängerin. Sie würde genau dasselbe Leben wieder wählen. Wenn sie nicht Sängerin sein könnte, was wäre sie dann? „Tot“, sagt sie. Auf ihr bewegtes, rastloses Leben mit allen Höhen und Tiefen, Licht- und Schattenseiten schaut „Piaf – Mythos, Rausch und Wirklichkeit“, ein Theaterabend von Laura Linnenbaum. Die Premiere war im November im Schauspielhaus Dresden. Im Halbdunkel der Bühne geht sie (grandios in der Titelrolle Betty Freudenberg), geplagt von Schmerzen, im weißen Nachthemd umher und mit den Erinnerungen steigen die dunklen Geister der Vergangenheit auf.

„Non, je ne regrette rien“ – Nein, ich bereue nichts!, sagt sie und singt die Piaf am Ende ihres Lebens. Sie liebte ihr schreckliches Leben, die Menschen und ihr Publikum. Und sie sang darüber, sang sich die Seele aus dem Leib und manchmal buchstäblich um ihr Leben. Die Musik, ihre Lieder hielten sie aufrecht. Klein, zart von Gestalt im schlicht schwarzen Kleid und gekräuseltem Haar hält sie sich am Mikro fest und mit ihrer großen, hellen, warmen und tiefen, kraftvollen Stimme verzaubert sie alle. Mit der sie zu Tränen rührt wie in „La vie en rose“, einer Hymne auf das Leben, lebensfroh, mitreißend und wehmütig auch ihre anderen, bekannten Songs wie „Padam… Padam“, „Milord“, „Sous Le Ciel de Paris“, „La Bohème“ oder „Mon Dieu“. Ihr Gesang trägt sie und ihr Publikum fort in eine andere Welt. Voller Träume, Liebe, Leidenschaft, Sehnsucht, Schmerz und Verzweiflung sind ihre Lieder wie ihr Leben. Mit viel Hingabe, stark und verletzlich, ergreifend, erschütternd und berührend erzählt und spielt Betty Freudenberg markante Stationen aus dem Leben der Piaf. Begleitet wird sie auf einer Drehbühne von vier weiteren Schauspielerinnen und Schauspielern (Jannik Hinsch, Henriette Hölzel, David Kosel und Raiko Küster) und einem Mädchen (Clara Dobberstein), die eindrucksvoll, mit Witz, Charme, Strenge, Esprit, Euphorie und Dramatik, verschiedene Seiten ihres Ich und innere Stimmen der Sängerin zeigen und Menschen, die ihr auf ihrem Weg begegneten. Sie zeigen sie als Kind, als junge Frau, Braut, gefeierte Sängerin ebenso wie Liebende, Manager und Künstlerfreunde. Beeindruckend und bewundernswert, wie die Piaf sich immer wieder aufrafft, selbst antreibt und nie den Glauben an sich verliert. Damit macht sie sich und anderen Mut, nie im Leben aufzugeben. Herzlicher Beifall vom Premierenpublikum.

Text (lv)
Mehr Text zur Aufführung folgt.

Nächste Vorstellungen: 8.1. und 17.1., 19.30 Uhr, Schauspielhaus

http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Zwischen Verzauberung und Verzweiflung: Sie lebte und liebte das Leben pur bis zur Neige mit aller Freude, Traurigkeit und Schmerz. „Die Stimmen vieler singen in mir“, sagte Edith Piaf und diese nehmen facettenreich Gestalt an auf der Bühne. Fotos: Sebastian Hoppe

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Lebensfreude & Genuss contra Ignoranz beim Gastspiel „Chocolat“ mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer & Les Manouches Du Tannes im Schauspielhaus Dresden

04 Donnerstag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Poesie, Theater, Zwischenmenschliches

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Unfreiwillige Verführung zu Genuss & Lebensfreude: als krass sittenstrenger, lebensfremder Dorfpfarrer und lebensfrohe Genießerin begeisterte das Schauspieler-Paar Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer, begleitet von beschwingten Klängen von Les Manouches Du Tannes die Zuschauer im Schauspielhaus Dresden. Foto: Gia Carlucci Staufer

Genuss für Geist und Sinne

Ebenso reiz- wie spannungsvoll im Wechsel von Lebenslust, Streit über Moral und Werte, Humor und Gänsehaut und beschwingt-fröhlichen Klängen kam „Chocolat“ nach dem Roman von Joanne Harris in einer Aufführung mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer und den Musikern von Les Manouches Du Tannes auf die Bühne im Schauspielhaus Dresden.

Schon das Wort klingt verlockend. Es zerschmilzt auf der Zunge wie die Süßigkeit. Sie löst nachweislich Glückshormone und Wohlbefinden aus. Wer wollte ernsthaft etwas dagegen haben?! Doch ausgerechnet im Heimatland von Genuss und feinem Geschmack, in einem kleinen Ort in Frankreich, sorgen die kleinen Schokoladen-Köstlichkeiten für Aufregung, Argwohn, Anfeindung und Turbulenzen. Dabei geht es um weit mehr als nur um „Chocolat“ im Roman von Joanne Harris aus dem Jahr 1959, der als sinnebetörende Romantikkomödie und Märchen für Erwachsene unter Regie von Lasse Hallström im Jahr 2000 ein großer Kinoerfolg war. Mit Juliette Binoche in der Hauptrolle der jungen, alleinerziehenden Mutter, die auf dem Kirchplatz eines südfranzösischen Dorfes in einem leerstehenden, verfallenen Haus eine Patisserie eröffnet, einen kleinen Tempel für feinste Schokoladen. Und damit auf Missfallen beim Dorfpfarrer stößt, der alles unternimmt, ihre Chocolaterie zu verbieten und sie wieder aus dem Ort zu vertreiben.

Eine ebenso reizvolle wie heikle Geschichte mit Blick auf aktuelle Konflikte in der Welt, wo Ablehnung, Ausgrenzung, Hass und Gewalt gegenüber anderen Kulturen und Lebensvorstellungen zunehmen und der Sinn für Schönes, Verbindendes verlorengeht bzw. leidet. Am Neujahrstag kam „Chocolat“ nun als Gastspiel mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer sowie Les Manouches Du Tannes auf die Bühne im nahezu ausverkauften Schauspielhaus Dresden. Manche hatten sicher noch den in sinnlichen Bildern schwelgenden Kinofilm „Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“ vor Augen. Ein Wagnis also für das Schauspieler-Paar Kramer und Harald Krassnitzer, die vor allem auf die Lust und Kraft der Worte, wandlungsreiches Spiel der verschiedenen Figuren mittels Stimme setzten und großartig begleitet wurden mit Musik im Stil des Sinto-Gitarristen Django Reinhardt mit mal beschwingten, fröhlichen, sanften, leisen und wehmütigen Klängen des Musikerquartetts um den Akkordeonisten Valentin Butt und den Geiger Roland Satterwhite.   

Die Geschichte gewinnt sogar an Spannung, Dramatik und Biss, da das Schauspieler-Duo sich ganz auf die gegensätzlichen Lebensweisen, Ansichten und Eigenarten der zwei im Mittelpunkt stehenden Figuren konzentriert. Vor sparsamer Kulisse, einem zwischen Chocolaterie und sakralem Kirchenraum hin und her wechselnden Bühnenbild und bunten Lämpchen bei den Musikern, spielt Ann-Kathrin Kramer die selbstbewusste, lebensfrohe Genießerin Vianne Rocher freundlich-gelassen, mit sanfter Stimme und bezauberndem Lächeln, so dass auch der Dorfpfarrer hin und her gerissen ist zwischen ihrer Ausstrahlung und verhexter Verführung mit ihren Schokoladen. Im Film ist es allerdings nicht der Dorfpfarrer, sondern der erzkonservative, sittenstrenge und asketische Bürgermeister Comte de Reynaud, der die Geschicke im Ort lenkt und die Bewohner in seinem Sinne versucht zu beeinflussen. Harald Krassnitzer spielt den Moralapostel zwischen Humor und Gänsehaut grotesk überzogen, wetternd und wutschnaubend, buchstäblich krass überall Laster und Verfall von Bräuchen und Werten witternd und dann wieder wehleidig und verbittert an sich und der Welt leidend. Da Vianne ihren Laden während der Fastenzeit eröffnet, nicht in die Kirche geht und alleinerziehende Mutter ist, offen und frei heraus lebt und mit ihrer herzlichen Art auch noch andere Dorfbewohner ansteckt, sieht er sie zunehmend als Widersacherin.

Über die Hintergründe der beiden derart konträr aufeinander treffenden Figuren erfährt man in dieser Aufführung leider wenig. So wirkt die Schärfe der Streitigkeiten teils übertrieben, altbacken, platt bis unverständlich. Der Gipfel der Unmoral ist für ihn erreicht, als ausgerechnet am „höchsten kirchlichen Feiertag, am Ostersonntag“ ein großes Schokoladenfest im Dorf stattfinden soll. Ostern sei doch ein Fest der Freude und was an Schokolade so schlimm sei?!, fragt Vianne den Dorfpfarrer heiter-spöttisch und fügt hinzu: „In diesem Ort ist genug Platz für uns beide!“ 

Doch die alte, noch immer lebenslustige Armande und Stammgast in Viannes Chocolaterie, weiß es besser: „Sie vertreiben jeden, der ihnen nicht passt! Passen Sie auf!“, rät sie Vianne. Das Geschehen eskaliert bei einer Geburtstagsfeier der alten Dame, die sie mit ihren Gästen am Fluss Tannes zusammen mit einer Gruppe Umherreisender ausklingen lässt. Dort verliebt sich Vianne in den Zigeuner Roux, den Johnny Depp im Kinofilm „Chocolat“ spielt, der als Figur gar nicht vorkommt in der Bühnenfassung, obwohl dies die Geschichte zusätzlich anheizt. Nachts geht ein Boot von ihnen in Flammen auf, inmitten der im Nachtblau gelb tanzenden Lichter und noch eben fröhlicher Musik. Doch es kommt noch ärger und tragikomischer. Der Dorfpfarrer fühlt sich als Versager, da er die Ehe von Josephine und ihrem prügelnden und trinkenden Ehemann nicht retten kann und bricht wütend, da sie jetzt bei Vianne untergekommen ist, nachts in ihren Laden ein und richtet eine Verwüstung an. Doch stärker als sein Groll ist die Intensität des Duftes und Aromas all der süßen Köstlichkeiten, die ihn überwältigen und hemmungslos kostet er die „verbotenen Früchte“. Köstlich Krassnitzers Schilderung der Szene im Schokoladenrausch, angewidert, verstört, schwärmerisch und begeistert zugleich mit spitzem Mund. Glückselig, schlafend und mit schokoladenverschmiertem Mund in den Auslagen im Schaufenster findet Vianne ihn am nächsten Morgen und weckt ihn.

Sie betrachtet ihn mit gütigem Lächeln und beim großen Schokoladenfest am Schluss wagen der Dorfpfarrer und die charmante Genießerin gar noch ein Tänzchen miteinander zu fröhlich-unbeschwerter Caféhaus-Musik. Zwei wie Feuer und Wasser. Kann das gut gehen?! Zumindest ist es ein leises Hoffnungszeichen für mehr Offenheit, Toleranz und Mitgefühl in einer Welt voller Gegensätze, in der es noch viele Orte gibt, die darauf warten, dass der Wind sich dreht und in der auch Wohlhabende bedürftig sein können. Viel Beifall vom Publikum gab es für dieses sanft, feinsinnig und nachdenklich die Sinne kitzelnde Theatererlebnis.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Gastspiel „Chocolat“ von Joanne Harris mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer & Les Manouches Du Tannes

29 Freitag Dez 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater

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Genuss contra Enthaltsamkeit: Das Schauspieler-Paar Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer streiten höchst vergnüglich in der Komödie „Chocolat“ bei ihrem Gastspiel am 1. Januar 2024, 19.30 Uhr im Schauspielhaus Dresden. Fotos: Stefan Nimmesgern

Die Verführerin und der Grantler

„Chocolat“ mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer kommt in einer Mischung aus Schauspiel, Lesung und Konzert auf die Bühne im Schauspielhaus Dresden.

CHOCOLAT ist ein betörendes Märchen für Erwachsene, eine klassische Srewball-Komödie, mit der mitreißenden Live-Musik im Stile Django Reinhardts. Die Geschichte: Eine junge, alleinerziehende Mutter eröffnet am Kirchplatz eines kleinen, südfranzösischen Dorfes eine Pâtisserie, einen kleinen Tempel für feinste Schokoladen. Für den Dorfpfarrer ist diese Art der „Verführung“ absolut inakzeptabel. Rigoros verbietet er den Mitgliedern seiner Gemeinde jeden Umgang mit der jungen Frau – und wird zu ihrem großen Gegenspieler.

Auf äußerst amüsante Weise prallen zwei Lebenshaltungen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die Abneigung gegen alles Fremde auf der einen Seite, Offenheit und Genuss auf der anderen. Erzählt wird diese Geschichte von einem virtuosen Quartett um den Akkordeonisten Valentin Butt und den Geiger Roland Satterwhite – und von dem faszinierenden Schauspieler-Paar Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer. Sie zählt seit mehr als zwanzig Jahren zur Crème der deutschsprachigen Filmschauspielerinnen. Er verkörpert seit vielen Jahren den wunderbaren Wiener TATORT-Kommissar. Der Grantler und die charmante Verführerin – zwei Figuren, die den beiden sympathischen Schauspielern geradezu auf den Leib geschneidert sind. Eine faszinierende Mischung aus Schauspiel, Lesung und Konzert.

Dauer der Aufführung: ca. 2 Stunden.
Eine Pause.Text: Staatsschauspiel Dresden
Text: Staatsschauspiel Dresden

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Chocolat von Joanne Harris mit Ann-Kathrin Kramer, Harald Krassnitzer & Les Manouches  Du Tannes.

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Premiere „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden

10 Dienstag Okt 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

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Zwischen Traum- und realer Welt: Was ist echt, was eingebildet? Fragt das Stück „Der Sandmann“ nach der Erzählung von E.T.A. Hoffmann im Kleinen Haus. Hier eine Szene mit Jonas Holupirek und Nadja Stübiger. Fotos: Sebastian Hoppe

Aufrüttelnde Traumgeister

Ein bilderstarkes, berührendes und beunruhigendes Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit, Sehen, Erkennen und dem Zwiespalt von innerer und äußerer Freiheit ist die Inszenierung „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Ein Labyrinth aus schwarz-weißen und farbigen Linien überzieht die Bühne. Rot, blau, grün und gelb, abwechselnd schlängelnd und starr wie Gitterstäbe ragen in den Raum. In der Mitte steht ein Metallgerüst, ein Turm. Ein Mann mit weißgrau zauseligem, schulterlangen Haar geht auf und ab und schiebt, verrückt die Wände hin und her als könne er die Wirklichkeit dadurch verändern. Vor der Wand werden Türen auf und zu gestoßen in eine andere, rätselhafte Traumwelt. Auf einer Videoleinwand erscheinen immer wieder groß die Gesichter der Darsteller, Frauen und Männer in dunklen Anzügen, das Haar zurückgekämmt und geisterhaft weiße Gesichtszüge mit großen dunkel und rot geränderten Augen. Sie erzählen abwechselnd die seltsame Geschichte des Studenten Nathanael, dessen Begegnung mit dem Wetterglashändler Coppola in ihm Erinnerungen an offensichtlich traumatische Kindheitserlebnisse wachruft.

Wundersam, geheimnisvoll und unheimlich zugleich, voll schwebend, verlockender und düsterer Bilder, sphärischer Klänge und ergreifend schöner, dunkler und gefühlvoller Poesie kam die surreale Traumerzählung „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann in einer Inszenierung unter Regie von Sebastian Klink, Bühne und Kostüme: Gregor Sturm, Livekamera: Christian Rabending und mit Livemusik von Friederike Bernhardt auf die Bühne. Die Premiere war am vergangenen Sonnabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Hoffmanns 1816 erschienene Erzählung „Der Sandmann“ ist seine bekannteste, sie stammt aus dem Zyklus „Nachtstücke“ und wird der Schwarzen Romantik zugeordnet. Doch es ist weitaus mehr als ein Schauermärchen, gehört zu den vieldeutigsten und am häufigsten untersuchten Texten der deutschsprachigen Literatur, ohne ihn zweifelsfrei ergründen zu können. Das macht den Reiz dieser Erzählung bis heute aus.

Ein junger Mann mit sandfarbenem Wuschelhaar (Jonas Holupirek), der in seiner neugierig-aufsässigen und lausbubenhaften Art etwas an den Struwwelpeter und feinsinnig-verträumt an den Kleinen Prinzen von Saint du Exupéry erinnert, steht da auf der Bühne. Im dunklen Mantel, der auf der Rückseite wie eine Leinwand mit Klaviertasten und farbig bemalt ist und oberkörperfrei, erzählt der Student Nathanael und angehende Künstler rückblickend über ein gravierendes, ihn nie wieder loslassendes Kindheitsereignis. Er liebte schauerliche Geschichten über Zauberer, Hexen und Däumlinge, „der Sandmann“ zog ihn auf die Spur des Abenteuerlichen. Nachtbilder steigen auf, Erinnerungen an jene zwiespältige Figur, die den Schlaf und die Träume bringt, aber auch Sand in die Augen streut, wenn die Kinder nicht schlafen wollen. Erzählt die Mutter (Gina Calinoiu) mal besonders gruslig, mal beschwichtigend, den Sandmann gebe es gar nicht wirklich. Doch Nathanael wartet auf ihn und will ihn sehen. Zumal er des nachts Geräusche im Haus hört, jemand klopft an die Tür. Er erzählt von den Besuchen des vermeintlichen Sandmann Coppelius, den er zusammen mit seinem Vater bei deren alchemistischen Experimenten im Labor heimlich beobachtet, wie eine blaue Flamme aus dem Herd schießt und er sieht mechanische Wesen, ohne Augen und Körper, die an Puppen erinnern.

Er wird von Coppelius entdeckt und verfällt danach in eine Art Todesschlaf. Der Schrecken erreicht seinen Höhepunkt, als bei einer Explosion im Versuchslabor mit lautem Knall, Rauch und rot loderndem Licht Nathanael seinen Vater mit schwarz verkohltem Gesicht findet. Er will den Tod des Vaters rächen und glaubt im Wetterglashändler Coppola jenen Advokaten Coppelius wiederzuerkennen. Seine Verlobte Clara (auch als Schwester und Olimpia abwechselnd sanft, mitfühlend und abweisend kalt: Ursula Hobmair) und sein Freund Lothar, ihr Bruder (salopp-lebenslustig: Friederike Bernhardt) versuchen ihm sachlich und aufmunternd seine düsteren „Einbildungen“ auszureden, der Vater sei durch seine eigene Unvorsicht ums Leben gekommen und nicht durch Coppelius. Doch es hilft nichts. Nathanael zieht sich immer mehr zurück, daran ändern auch lange Briefwechsel und ein inniger Tango mit Clara nichts. Er verfällt immer mehr in Schwermut und dunkel abgründige Dichtung und verliebt sich sehnsuchtsvoll-schwärmerisch und verzweifelt in die ebenso schöne wie unerreichbare Olimpia, ein Mädchen, das er eines Tages im Fenster gegenüber mit einem Fernrohr sieht mit seltsam leerem Blick.

Clara und Nathanael entfernen sich immer mehr voneinander. Sie hält ihn bald für einen „Geisterseher“. Tatsächlich wandelt der Geist seines unruhevollen Vaters (Torsten Ranft) des nachts weiter im Haus umher und zitiert Verse von Edgar Allan Poe mit schwarzen, ungerührt dasitzenden und krächzenden Raben, die fortfliegen nimmermehr… Nacheinander fahren sie wie in einem Fahrstuhl hinauf auf den Turm hinter Glas, der ihnen aber auch keine neuen Aussichten bringt, sondern nur einen neuerlichen Blick in den Abgrund. Am Schuss liegen unzählige Gläser auf der Bühne verstreut und ein umgestürztes, schwarzes Kreuz wie ein großer, dunkler Vogel.

Ein bilderstarkes, fantastisches, berührendes, beunruhigendes und tragikomisches, philosophisches Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit, über Sehen, Wahrnehmen und Erkennen im Zwiespalt von innerer und äußerer Welt und Freiheit, die ständig miteinander ringen brachte „Der Sandmann“ mit auf die Bühne im Kleinen Haus. Ein Stück darüber, was passiert, wenn kindliche Neugier, Fantasie und Entdeckerlust unterdrückt werden und nicht ausgelebt werden dürfen, Begabungen, Intuition und Vorstellungskraft sich nicht kreativ, schöpferisch entfalten können, sondern Ängste und Schatten übermächtig werden und die Kraft der Fantasie innerlich gefangen nimmt und gegen einen selbst zerstörerisch wirkt. Bei aller Mehrdeutigkeit eine klare Aufforderung, den eigenen Augen und Sinnen für das Wahre, Schöne zu vertrauen in einer Welt voller Verlockungen und Unsicherheit. Viel Beifall gab es dafür vom Premierenpublikum.

Text (lv) http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Stelldichein der Nachtgeister: Auf dem Bild Nadja Stübiger, Torsten Ranft und Gina Calinoiu.

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Premiere „Die Dreigroschenoper“ im Schauspielhaus Dresden

08 Sonntag Okt 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Ein Mann mit vielen Gesichtern: Zuhälter, Verbrecher, Außenseiter, Anführer eines Aufstandes der Unzufriedenen und gar Aufsteiger zum Kurfürsten von Sachsen ist Macheath, Mäcky Messer (in der Titelrolle: Jannik Hinsch), in der Inszenierung der „Dreigroschenoper“ von Brecht/Weill unter Regie von Volker Lösch im Schauspielhaus Dresden. Foto: Sebastian Hoppe

Aufstand der Unzufriedenen

Bestürzend komisch, düster, albtraumhaft und grotesk zugespitzt, aufrüttelndes Polittheater über Macht, Ohnmacht und Machtmissbrauch in sozialen Krisenzeiten ist zu erleben in der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill  (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann in einer Bearbeitung des Staatsschauspiels Dresden mit zusätzlichen Texten von Lothar Kittstein. Die Premiere war am Freitagabend im Schauspielhaus Dresden.

Es beginnt gleich mit einer Prügelszene. Eine Frau mit blondem Haarknoten und ein dunkelhaariger Mann in blauen Kostümen, rotem Schlips und Socken, schlagen zu barocken Klängen mit blauen Knüppeln auf einen jungen Mann in buntbraunen Hosen, schwarzer Lederjacke und Stiefeln am Boden ein, weil er ungefragt als Redner auf einer Wahlkampfveranstaltung von ihnen sprach und die Show vermasselte. Die beiden beschimpfen ihn als „hirnloses A…loch“ und reichen ihm ein bieder beiges Kostüm samt vorhängendem Bauch, das er künftig bei den Protesten tragen soll. Als er nicht mehr reden darf und auch noch seine Springerstiefel hergeben soll, zieht er entrüstet ab. Die beiden im blauen Kostüm, man ahnt es, gehören zur Führungsspitze der „Perspektive für Deutschland“ und befinden sich mitten im Wahlkampf. „Wenn wir siegen, dann wird aufgeräumt und Politik für das Volk gemacht!“, tönt die Frau vollmundig. Dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Sie pusten blaue Luftballons auf, trällern belustigt abfällig vom „Mond über Soho“, sie haben Wichtigeres zu tun, der Wahlkampf ruft!

Sie tragen zwar elegante, blaue Anzüge, geben sich sonst so sauber, doch hier nehmen sie kein Blatt vor den Mund und lassen an ihrer Herkunft, Jargon und Manieren von der Straße erst gar keinen Zweifel aufkommen: der erwerbsmäßige Bettlerkönig und Geschäftsmann Jonathan Peachum (Philipp Grimm) und seine Frau (Sarah Schmidt) versuchen sich auf politischem Parkett, teilen kräftig aus, geben sich patriotisch und freiheitsliebend und bekämpfen gleichzeitig zänkisch und unerbittlich alles und jeden, der anders denkt und handelt als sie selbst. Das bunt schillernde und schrille Milieu aus der „Dreigroschenoper“ von Brecht/Weill, 1928 in Berlin im Theater am Schiffbauerdamm uraufgeführt und seither ein erfolgreicher und vielgespielter moderner Klassiker auf den Theaterbühnen, wird übernommen und in die Gegenwart versetzt.

Außerdem unternimmt die Inszenierung des Staatsschauspiels Dresden unter Regie von Volker Lösch mit einer Bearbeitung des Stücks den Versuch, die „Dreigroschenoper“ in „einen aktuellen politischen Kontext zu rücken“, steht dazu im Programmheft mit Blick auf die textlichen Einschübe des Autors Lothar Kittstein, um „neue und aktuelle Assoziationen zu schaffen“ mit dem Einverständnis der Brecht-Erben. Ein politisches Zeitstück war es immer und im Original, in den großartigen, zeitlosen Songs über menschliche Glücksuche und Gier, die dies verhindert, ist eigentlich alles gesagt. An dieser Grundaussage ändert auch diese Neuauflage der „Dreigroschenoper“ – eine bissig spöttische Revue über das Leben im Kapitalismus, über Heuchelei und Scheinmoral nichts. Vom Haifisch-Song über „Soldaten wohnen auf den Kanonen“, „Ja mach nur einen Plan…“ über das Leben, das nur ein Selbstbetrug ist bis zu „Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm“ sind Musik und Texte voller Witz, Ironie, mitreißend, kraftvoll, zeitlos aktuell und tragen auch diese Aufführung, kess, flott, jazzig, galant, heiter, wehmütig und schmissig begleitet von einem exzellenten Musikerensemble an Akkordeon, Altsaxofon, Klarinette, Klavier, Posaune, Trompete u.a. (musikalische Leitung: Michael Wilhelmi).

Neu an dieser Inszenierung ist, dass Sprache und Spielweise noch derber, rauer, radikaler sind, die Figuren recht klischeehaft und Karikaturen ihrer selbst und somit nicht wirklich ernst zu nehmen. Damit gehen jedoch der tatsächliche Ernst der Situation und Tiefgang verloren und die Chance zu einer echten Auseinandersetzung mit der Gefahr einer zunehmenden politischen Radikalisierung in der Gesellschaft. Hingegen fehlt es nicht an haarsträubenden, platten und hohlen Parolen von rechtsaußen und leeren Versprechen von „Friede, Freiheit, Selbstbestimmung, keine Diktatur!“, wenn nur die „richtigen Männer“ an die Macht kämen. Das Ganze mutet wie ein schlechter Scherz oder grusliger Albtraum an, inszeniert als bitterböse und bestürzend komische, düstere und grotesk zugespitzte Satire und Polittheater über Macht, Ohnmacht und Machtmissbrauch in sozialen Krisenzeiten, Unsicherheit, Ängste, Verfall von Werten und Suche nach Orientierung und Halt, Stillbleiben oder Aufstehen für soziale Gerechtigkeit.

Da klingt der Ruf nach einem „starken Führer, der die zerrissene Seele heilt“ verlockend. Da wird erst insgeheim und bald ganz offen, ungehemmt der Aufstand der Unzufriedenen geprobt, vor der barock steinernen Zwinger-Kulisse mit versiegtem Brunnen. Auf der Hochzeitsfeier von Macheath (Jannik Hinsch), dem gerissen-galanten Gauner, Zuhälter, Außenseiter und Möchtegernheld und seiner ihm verfallenen Braut Polly Peachum (Henriette Hölzel), der pinkfarben gekleideten, punkig rebellischen Tochter, die sich gegen ihre rigoros radikalen Eltern wehrt, lassen die Gäste ordentlich Dampf ab, wird Macheath ihr Anführer und gar zum Kurfürsten von Sachsen ernannt. Der sitzt großspurig, majestätisch mit grinsender Miene vor dem Zwinger, mal großzügig, als könne ihn nichts erschüttern oder etwas anhaben, mal poltrig, wütend und Abweichler eiskalt gegen die Steinstufen tretend wie den kauzigen, etwas vorlauten Walter (Sven Hönig) oder den vorpreschenden, gewalttätigen Matthias (Viktor Tremmel) zurechtweisend. Der windig-korrupte Polizeichef Brown (Thomas Eisen) ist Macheaths bester Freund, noch aus Zeiten in der Fremdenlegion in Afrika, warnt ihn vor Polizeikontrollen, liefert den radikalen, nationalistischen Aufständischen in schwarz-gelben Sachen die Waffen, verhaftet sie widerwillig als „terroristische Vereinigung“ und auch die hasserfüllt hetzenden Peachums kommen mit einem „blauen Auge“ davon.

Die einzig Ruhe und Gelassenheit bewahrende inmitten dieses wutentbrannten, kämpferischen Gegeneinanders ist Jenny (Anna Katharina Muck), Exgeliebte von Macheath, desillusioniert und Schamanin mit unheilvollen Vorahnungen. „Du redest national, aber fühlst es nicht, kalt wie ein Reptil“, sagt sie trocken zu Peachum. Man sehe nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar, zitiert sie an anderer Stelle den Kleinen Prinzen von Saint du Exuperý. Macheath sei das Schiff, das eines Tages kommen wird und die Stadt beschießt, sagt Jenny voraus. Aus Eifersucht über seine Untreue hat sie seinen Aufstands-Plan verraten. Wie ein gefallener Kapitän liegt Macheath am Ende auf den Knien und bittet das Publikum um Verzeihung und er möge ihnen eine Lehre sein. Grotesk genug, seine stärksten Widersacher, die Peachums in den blauen Anzügen, gewinnen am Schluss die Wahl und lassen Mäcky Messer frei, der sich als Kurfürst von Sachsen auf Schloss Moritzburg zurückzieht und eine lebenslange Rente erhält. Wasser sprudelt aus dem Brunnen im Zwinger, den die Aufständischen besetzt halten und die Brecht-Worte rufen: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral!“ Und sie wollen endlich auch ein Stück vom Kuchen der Mächtigen abbekommen. Am Ende der Aufführung sagte ein Mitspieler und junger politischer Aktivist, Jakob aus Zwickau eindringliche Worte, den rechtsradikalen Tendenzen entgegenzuwirken und ans Publikum gerichtet: „Wer schweigt, stimmt zu.“
Viel Beifall gab es zur Premiere für eine wagemutige, packende  und streitbare Aufführung mit viel Stoff zum Nachdenken und für Gespräche.

Text (lv)

Nächste Termine: 13. und 25.10., 19.30 Uhr

http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Prunkvolle Kulisse, strahlend blauer Himmel und unzufriedene Menschen, die um ihren Wohlstand und Freiheit bangen und sich dagegen wehren. Foto: Sebastian Hoppe

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Premiere „Peer Gynt“ nach Henrik Ibsen im Kleinen Haus

10 Sonntag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Theater

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Peer Gynt
eine Produktion der Bürger:Bühne mit Dresdner Jugendlichen auf einem Trip in den Sozialen Medien
nach Henrik Ibsen
in einer Fassung von Joanna Praml und Dorle Trachternach. Foto: Sebastian Hoppe

Internet als Bühne

Sie wollen alle nur das Eine: Peer Gynt sein. Die Hauptrolle spielen, alle Blicke und Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Trollkönig, der im Internet regiert, erfüllt ihnen all ihre Wünsche. Sie können sein, wer immer sie sein wollen, sich ein neues Ich zulegen… Doch woran erkennt man Kopie und Original, wer und wie man wirklich ist?! Das erkunden zehn Dresdner Jugendliche auf einer witzig-fantasievollen Selbst-Suche zwischen virtueller Welt und echtem Leben in der Inszenierung Peer Gynt“ nach Henrik Ibsen (Regie: Joanna Praml), mit der am Donnerstagabend die neue Spielzeit im Staatsschauspiel Dresden eröffnete.

Text  (lv)Mehr Text zur Aufführung demnächst.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Wieder zu sehen am 28.9., 19.30 Uhr im Kleinen Haus.

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Premiere „Lulu“ von Frank Wedekind im Schauspielhaus Dresden

10 Sonntag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Wer führt, wer verführt: „Lulu“ als Mann, gespielt von Simon Werdelis, erlebt alle Licht- und Schattenseiten des Begehrtwerdens. Foto: Sebastian Hoppe

Liebe am Abgrund

Intensives Körpertheater und reizvolle Blicke und Perspektivechsel auf Frau- und Mannsein verführen, schockieren und begeistern in der Inszenierung „Lulu“ von Frank Wedekind in der Regie von Daniela Löffner, die am Sonnabend Premiere im Schauspielhaus Dresden hatte.

Die Spiegelwand mit Blick ins Publikum wird mit schwarzer Farbe eingestrichen, davor tastet eine nackte Gestalt entlang mit den Händen, Gesicht und Körper färben sich hell und dunkel. „Lulu“ hinterlässt Abdrücke, Spuren bei jedem den sie anfasst, weckt Verlangen, Sehnsüchte und Leidenschaft. Begehrt, bewundert und geschmäht, weil sie keinem allein, nur sich selbst gehören will. Ein intensives Spiel mit Körper, Haut, Berührung, Verführen und Verführtwerden, purer Hingabe und käuflicher Liebe, Schönheit und Schamlosigkeit, ein Tanz auf dem Vulkan, der begeistert, aber auch ausgehalten werden will, ist diese dreistündige „Lulu“-Inszenierung von Frank Wedekind in der Regie von Daniela Löffner mit Simon Werdelis in der Hauptrolle, der sieben weiteren Schauspielern gehörig den Kopf verdreht mit mal verschmitzt jungenhaft grinsendem Charme, naiv liebenswertem, arglosen Wesen, Nähe und Geborgenheit suchend, kess, lebenshungrig, zart, fragil, verletzlich und offensichtlich zu schön und gut für diese Welt. Packendes, spannendes und berührendes Theater mit reizvollen Blicken und Perspektivwechseln auf Frau- und Mannsein, wenn die Grenzen von beiden verfließen und sie sich zeigen mit allen Licht- und Schattenseiten. Reichlich Beifall gab es zur Premiere am Sonnabend im Schauspielhaus Dresden.

Text (lv)

Mehr zur Aufführung demnächst.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Nächste Aufführungen: 18.9., 19.30 Uhr; 1.10., 19 Uhr.

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Spielzeiteröffnung im Staatsschauspiel Dresden: Überraschende Rollen-Wechsel

04 Montag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Theater, Zwischenmenschliches

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Spaß am Theater & Spiel mit dem Zufall: Viel Vergnügen schon vor der großen Saisonvorschau hatten Lilli Vostry, die regelmäßig Stücke rezensiert auf mein wortgarten.com und diese zwei ebenso spielfreudigen Herren. Danke für die schönen und coolen Fotos!

Von Männerfantasien und männlicher Sexualität erzählt das Stück „Lulu“ von Frank Wedekind. Mit Simon Werdelis in der Hauptrolle in der Inszenierung  von Daniela Löffner, die am 9.9. Premiere im Schauspielhaus Dresden hat. Fotos (2): Sebastian Hoppe

Lust am Wandel und neuen Perspektiven

Reichlich Stoff zum Träumen, Reiben und Nachdenken bietet mit  Klassikern und Gegenwartsstücken über Verführer, Abenteurer, Kriegsherren und Visionäre von „Peer Gynt“, „Lulu“, „Die Dreigroschenoper“ bis zu Kafkas „Das Schloss“ die neue Spielzeit im Staatsschauspiel Dresden.

Vorn in der ersten Reihe lebhaftes Getuschel. Eine Frau, professionelle Theatergängerin, reicht ihrer Kollegin Schokolade und schwärmt für Matthias Reichwald. Eine weitere in der Kritikerinnenrunde beschwört die Theatergötter, ob sie mal vorbeikommen können. In der Seitenloge schnarcht laut ein Mann schon vor Vorstellungsbeginn. Ist das etwa der Experte für Findungsprozesse, der da geräuschvoll auf sich aufmerksam macht?! Dann sorgt auch noch eine Biene für Aufregung, die angeblich die Ankleiderin von Lulu-Darsteller Simon Werdelis gestochen habe. Der Tierarzt sei auch noch über das Bein des Schauspielers gestolpert… Theater hält immer Überraschungen parat, es spielt mit Erwartungen und Unerwartetem. Das macht seinen Reiz aus. Träume, Liebe, Lügen, Wahrheiten, Widersprüche, Wünsche und Wunderliches in buntem Reigen und stetem Wechsel kommen auf die Bühne.

Reichlich Stoff zum Anschauen, Freuen, Mitlachen oder -leiden, Reiben und Nachdenken für Publikum wie Akteure bietet die neue Spielzeit 2023/24 im Staatsschauspiel Dresden. Insgesamt 22 Premieren, davon sieben Uraufführungen stehen im Spielplan. Einen Vorgeschmack gab es bei der großen Saisonvorschau am Sonnabend im Schauspielhaus Dresden. Bevor die Zuschauer über den roten Teppich in das mit bunten Luftballons geschmückte Theatergebäude schritten, konnten sie nachmittags beim Eröffnungsfest ein vielfältiges Programm mit Workshops, Lesungen, Abenteuerparcours, Führungen hinter die Theaterkulissen und Live-Musik des Tango-Trios Río Mar mit südamerikanischen Klängen und Tangomelodien von Astor Piazolla zum Zuhören und Tanzen erleben und genießen. Intendant Joachim Klement freute sich mit dem Publikum unter Applaus, dass das Staatsschauspiel Dresden auf dem 2. Platz nach dem Maxim-Gorki-Theater Berlin gelandet ist in einer Kritikerumfrage zu den besten Inszenierungen in der Fachzeitschrift „Theater heute“. Er sei eigentlich kein Phrasendrescher, doch das müsse er jetzt sagen: „Wir machen Theater am Puls der Zeit.“ Man kann es auch als Ansporn und Aufbruch für Neues sehen. „Wir wollen Lust machen auf das Kommende in dieser Spielzeit“, so Klement.

Ein schöner Einfall dieser Saisonvorschau, kurzweilig, erfrischend und aufschlussreich in Szene gesetzt vom Ensemble unter Regie von Hausregisseurin Lily Sykes, war der Blick von außen auf das Theater. Der Wechsel von Darstellern zu Zuschauern und Kritikern, die Notizblöcke und Stifte zücken, sich über die Stücke und das Gesehene unterhalten. „Es kommt immer auf die Perspektive an, alles ist im Fluss“, sagt eine der Schauspielerinnen. Dann wird wie in einem Kaleidoskop wieder alles durcheinander geschüttelt. So kommt es, dass kein Mann, sondern eine Frau, Henriette Hölzel den gewieften Bettlerkönig Peachum spielen wird in der „Dreigroschenoper“ von Brecht/Weill, die in einer Bearbeitung des Staatsschauspiels Dresden unter Regie von Volker Lösch am 6. Oktober Premiere hat im Großen Haus. Den Mäcki-Messer-Song singt im schwarzen Anzug, Fliege, weißem Hemd und Sonnenbrille Torsten Ranft, galant und gerissen zugleich. Wenig später beteuert er: „Kinder, ich bin nicht der Sandmann“ im roten Schummerlicht in einer Szene aus dem Grusel-Stück „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann. Das Messer ist auch das Stichwort für „Woyzeck“ von Georg Büchner, gespielt von Marin Blülle, der in einer Videoaufnahme vor einer Berghütte am Tisch sitzt, zu heimeligen Heidi-Klängen die scharfe Klinge in die Kamera hält und sagt: „Damit lässt sich nicht nur Brot abschneiden!“ (Premiere am 2.12., Regie: Lily Sykes, Kleines Haus).

„Lulu“, die schöne und verhängnisvolle Männerverführerin, wird erstmals von einem Mann, Simon Werdelis in der Hauptrolle gespielt im Staatsschauspiel Dresden. Er erscheint nackt, mit einem Blumenstrauß vor der Körpermitte, auf der Bühne. Stattlich, schön, muskulös, ein Prachtbild von einem Mann. Ihm gegenüber in einer Reihe andere Männer, dickbäuchige, schmale, große, kleine, in schwarzen Unterhosen stehen sie andächtig da, huldigen ihm und nehmen eine Blume in Empfang im Vorbeigehen auf die andere Seite. Romantisch, ironisch und anrührend zugleich ist diese Szene aus der Lulu-Inszenierung von Daniela Löffner, die zweimal wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste und nun endlich Premiere feiert am 9. September im Schauspielhaus.

Ein Junge stürmt auf die Bühne und behauptet „Peer Gynt“ zu sein. Ein weiterer Jugendlicher kommt trommelnd dazu und erzählt das Gleiche, ein Mädchen erklärt sie sei Peer Gynt und es werden immer mehr… Wie der Außenseiter und Träumer können sie in der Anonymität des Internets der Realität entfliehen und behaupten zu sein, wer immer sie wollen. In einem Theaterprojekt mit Dresdner Jugendlichen begibt sich Regisseurin Joanna Praml auf eine Reise in jene Parallelwelt der Sozialen Medien und erkundet, welche Gefahren und Möglichkeiten digitale Ichs bereithalten. Die Inszenierung „Peer Gynt“ frei nach Henrik Ibsen eröffnet am 8. September im Kleinen Haus die neue Spielzeit des Staatsschauspiels Dresden. Um materiellen und ideellen Reichtum geht es in „Was wir erben“, einem Projekt mit Menschen, die ein Erbe antreten, ausschlagen oder vermachen von Romy Weyrauch (Premiere am 14.10., Kl.H.) Tobias Rausch sucht für sein Stück „Do It Yourself“ an der Bürgerbühne im Kleinen Haus Leute, die etwas selbst in die Hand nehmen, basteln, nähen, ihr Auto noch selbst reparieren bis hin zu Selbstversorgern, die nicht mehr in den Supermarkt gehen. Ein Infotreffen findet am 14. November im Kl.H. statt.

Im Stück „Ajax“ holt Thomas Freyer in einem Auftragswerk für das Staatsschauspiel Dresden den antiken Helden in die Gegenwart und verknüpft sein Schicksal mit der Geschichte eines Familienvaters im 21. Jahrhundert vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges (Premiere am 28.10., Regie Jan Gehler, im Kl.H). Ein weiterer großer Stoff, der die Archaik des Ursprungs mit dem Hier und Jetzt verbindet, ist „Mamma Medea“ in einer Neuerzählung von Tom Lanoye des Mythos um die liebende Frau und Kindsmörderin (Premiere am 23.2., Regie Lilja Rupprecht im Schauspielhaus Dresden). Als Kriegsherr, Eroberer und Frauenheld kommt Napoleon Bonaparte im Gedenkjahr 210 Jahre Schlacht bei Dresden als grellkomischer Selfmademan, der es noch mal so richtig krachen lässt bis zur endgültigen Niederlage in Waterloo, mit dem inbrünstig geschmetterten, gleichnamigen Abba-Welthit auf die Bühne. Die dokufiktionale Revue von Tom Kühnel hat am 26.1. Premiere im Kl.H.

Ein zauberhaftes, lustiges und spannendes Abenteuer lockt mit dem Stück mit dem Zungenbrechtitel: „Der Satanararchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ von Michael Ende in einer Fassung von Philipp Lux , der auch Regie führt in dieser Geschichte für kleine und große Zuschauer in der Adventszeit. Im roten Bühnenlicht stehen vor einem brodelnden Kessel der Geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer, verkörpert von Ahmad Mesgarha in blauem Glitzerkleid und Turban und seine Tante, die Geldhexe Tyrannia Vamperl, mit weißer Perücke und dunklem Anzug, gespielt von Anna Katharina Muck und erweisen sich einmal mehr als erzkomödiantisches, unschlagbar komisches und streitfreudiges Duo sehr zur Erheiterung des Publikums. Wird es dem hohen Rat der Tiere und seinen zwei Abgesandten, dem Kater Maurizio und dem Raben Jakob gelingen, ihren satanischen Wunschpunsch, mit dem sie ihre Missetaten planen, außer Kraft zu setzen und eine Katastrophe zu verhindern? Wie sie es schaffen, darauf darf man gespannt sein in diesem höllischen Spaß und Theatervergnügen (Premiere am 4.11. im Schauspielhaus).

Geheimnisvoll und mit viel hintergründigem Humor geht es zu im „Ministerium der Träume“ nach dem Debütroman von Hengameh Yaghoobifarah in einer Spielfassung von Regisseurin Monique Hamelmann. Eine Frau im grünen Kleid und schwarzen Stiefeln lässt cool aufdringliche Anrufer, die sie aus ihrer Einsamkeit retten wollen, abblitzen. Im Hintergrund ist eine Frauenstimme zu hören, Stöhnen, Seufzen und gequälte Laute begleiten das Gespräch zwischen Mutter, Schwester und Tochter der Toten, die rätseln, warum sie verschwunden ist, ob es wirklich ein Unfall, Selbstmord oder Mord war. Die Geschichte um die Türsteherin Nasrin in einem queeren Club in Berlin und ihre Familie, die Anfang der 80er Jahre aus einem Teheraner Luftschutzbunker nach Deutschland floh, erzählt vom Großwerden in einer Welt von Vorurteilen, Ausgegrenztsein, aber auch sich eine Wahlfamilie aufzubauen und an die eigenen Träume zu glauben (Premiere am 10.9. im Kl.H.).

Was wir als schön oder sexy empfinden und woher die Bilder stammen, die diese Vorstellungen und Erwartungen prägen, diesen spannenden Fragen geht das Kollektiv Turbo Pascal in „Hey Sexy!“ nach und gründet dazu einen alternativen Nachtclub im Kleinen Haus, der die BesucherInnen einlädt, diese Bilder und Erzählungen von Sexyness in einem sicheren und achtsamen Raum gemeinsam zu hinterfragen und neu zu erfinden. Für das Theaterprojekt werden Menschen zwischen 18 und 99 Jahren gesucht, die Lust haben, sich mit diesem Thema jenseits von Schönheitsidealen und Geschlechterrollen zu beschäftigen oder auch schon Erfahrungen in diesem Feld mitbringen. Ein Infotreffen dazu findet am 5. September im Kl.H. statt. Die Uraufführung ist am 1.12.

Außerdem kommt „Das Schloss“ nach Franz Kafkas Roman, der unvollendet blieb und erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde, auf die Bühne. Der schnarchende Herr in der Loge schreckt nach lauten „Aufwachen!“-Rufen von der Bühne hoch wie aus einem Albtraum, getroffen vom flackerndem Schein einer Taschenlampe.  Eine Frau fragt ihn im Beamtenton, wer er sei und was er wolle. Seine Antwort, er sei ein Landvermesser, hält sie für vermessen. Landstreicher träfe es wohl besser. Die ebenso absurd-abgründige wie düster visionäre Geschichte einer Gesellschaft voller Regularien, Zwang und Unfreiheit des Individuums wird inszeniert von Maxim Didenko, der 2022 aus Russland emigrierte, nun in Deutschland lebt und arbeitet und erstmals Regie führt im Staatsschauspiel Dresden (Premiere am 4.5. 2024 im Schauspielhaus).

Auf eine fantastische, bilderreiche und philosophische Reise zwischen Traum und Albtraum ins Ungewisse nimmt „Atlantis“, ein Musik-Theaterabend von Sebastian Hartmann und Musiker PC Nackt die Zuschauer mit (Premiere am 27.1. im Schauspielhaus). Einen Glanzpunkt des Abends setzte ein Lied von Edith Piaf, der bezaubernden, großartigen Sängerin, der Betty Freudenberg im dunklen Kleid und braunen Locken, zart und kraftvoll zugleich Stimme verleiht. In einem Rückblick auf ihr bewegtes Leben singt sie ihren bekannten Chanson La Vie en Rose mit tiefer, warmer Stimme über den Traum vom Glücklichsein so ergreifend, dass einem die Tränen kommen. Premiere von „Piaf“- Mythos, Rausch und Wirklichkeit ist am 25.11. unter Regie von Laura Linnenbaum im Schauspielhaus. Auf die Kraft der Musik setzt auch „Musikalisiert Euch!“ – ein Sing-Wettstreit für Dresdens Zukunft von Bernadette La Hengst. Die Musikerin und Theatermacherin hilft Menschen, ihre Stimme zu erheben und ihre Utopien für die Stadt in musikalischer Form auf die Bühne zu bringen. Ein Infotreffen dafür findet am 27. Februar kommenden Jahres im Kleinen Haus statt. Die Uraufführung ist am 20. Juni 2024.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Schöne & schmerzliche Wahrheiten unverhüllt aus dem „Ministerium der Träume“ nach dem Roman von Hengameh Yaghoobifarah. Im Bild die Schauspielerin Nihan Kirmanoglu.

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Willkommen in diesem reichhaltigen Garten der Künste – Hier blüht Euch was! Hier wächst vieles, Schönes und Dorniges, Auffälliges und Verborgenes, Seltenes und Seltsames nebeneinander. Hier erfahrt Ihr das Neueste aus der Dresdner Kultur- und Kunstszene in aller Eigenart und Vielfalt. Sitzt man auf der Gartenbank mit namhaften und weniger bekannten Kulturmenschen und Menschen mit Ideen und Visionen aus anderen Lebensbereichen. Zeigen Künstler beim Atelier-Besuch ihre neuesten Werke, bevor sie in der Ausstellung hängen und erzählen, welche Bilder sie nie ausstellen würden. Wird Neues aus der Bühnen- und Bücherwelt vorgestellt, Augen- und Ohrenschmaus weitergegeben. Es gibt ein Traumtagebuch, für die Bilder der Nacht und Lebensträume. Es ist Platz für Poesie und Kurzprosa, Reisereportagen, Beiträge über das Leben mit anderen Kulturen, über Lebensart und Zwischenmenschliches. Es werden WortRaritäten gesammelt und Wort-Rätsel mit geheimnisvollem Inhalt gelüftet. Und nun: Schaut Euch um, entdeckt, genießt und lasst Euch anregen von der Fülle an Kulturgewächsen. Und vor allem: Bleibt schön neugierig und empfehlt meinwortgarten weiter.
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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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Kulturkalender, Bildende Kunst, Theater, Literatur, Musik, Unterwegs, Genießen, Traumtagebuch, KünstlerPorträts, Interviews, Kolumne, Comics, Virtuelles Erzählcafé „Lebendige Beziehungen“

Kultur Musik Tiere

TOP-BEITRÄGE & SEITEN

  • Die Sprache des Steins: Ausstellung zum Abschluss des Internationalen Bildhauer-Symposiums auf dem Campus der Fachhochschule Dresden
  • Restaurace "Babicka" eröffnet mit tschechisch-böhmischer Küche in Pirna
  • BilderAlbum: Bilder & Klänge für alle im KlanGLaboR
  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Leonce und Lena" nach Georg Büchner auf der Bürgerbühne im Kleinen Haus
  • Ausstellung "Mittendrin" von Peter Pit Müller & André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz
  • Premiere "Die Laborantin" von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
  • Premiere "Einige fühlen den Regen, andere werden nass" & Festivaltag mit Stücken von Jugendlichen im Theater Junge Generation
  • Ausstellung "Gotthardt Kuehl. Ein Lichtblick für Dresden" auf Schloss Burgk Freital
  • Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

Top-Beiträge & Seiten

  • Viel Glanz, berauschende Musik, Tanz und Theater vom Feinsten beim Hollywood-Bühnenball im Stadttheater Döbeln
  • Lebensfreude & Genuss contra Ignoranz beim Gastspiel "Chocolat" mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer & Les Manouches Du Tannes im Schauspielhaus Dresden
  • Premiere "Der Raub der Sabinerinnen" in der Comödie Dresden
  • Atelierbesuch bei Jochen Fiedler in Cunnersdorf, Sächsische Schweiz
  • BilderAlbum: Hereinspaziert zum Hollywood-Bühnenball im Stadttheater Döbeln!
  • Premiere "Faust I" von Johann Wolfgang von Goethe in den Landesbühnen Sachsen
  • Atelierbesuch bei André und Ralf Uhlig in Radebeul
  • Jürgen Haase verabschiedet sich als Old Shatterhand auf der Felsenbühne Rathen
  • Premiere "Toto oder Vielen Dank für das Leben" von Sibylle Berg im Kleinen Haus Dresden
  • Auf Entdeckungsreise im Lügenmuseum Radebeul

Aktuelle Beiträge

  • Viel Glanz, berauschende Musik, Tanz und Theater vom Feinsten beim Hollywood-Bühnenball im Stadttheater Döbeln
  • BilderAlbum: Hereinspaziert zum Hollywood-Bühnenball im Stadttheater Döbeln!
  • Unterwegs: Der Zauber des Kinos & Theaters wird zelebriert beim Hollywood-Bühnenball im Stadttheater Döbeln
  • BilderAlbum: Ausstellung „Emotionen in Kunst“ von Mandy Baldauf im „Kastenmeiers“ in Dresden
  • Worte zur Gegenwart: Unter dem schwarzen Himmel der Macht. Von Armin Kraft
  • Premiere „Kritischer Zustand“ im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
  • Neue Lyrik: Ode an das Weiß
  • Kurzgeschichte: In deinem Kopf
  • Ausstellung: Liebesbriefe von Max Schwimmer in der Galerie Himmel in Dresden
  • Premiere „Toto oder Vielen Dank für das Leben“ von Sibylle Berg im Kleinen Haus Dresden

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