Ausstellung „Begegnung mit der Ewigkeit“ mit Malerei von Petra Ehrlich & Sandsteinarbeiten von Cvetanka Kirilova Schnorrbusch in der Galerie mit Weitblick Radebeul


Faszinierendes Farb- und Formgeflüster

Eindrucksvolle Spiegelbilder der Natur und des Lebens zeigen Petra Ehrlich und Cvetanka Kirilova Schnorrbusch derzeit in ihrer Ausstellung „Begegnung mit der Ewigkeit“ in der Galerie mit Weitblick Radebeul.

Ein helles Sandsteingesicht mit umarmender Geste trifft auf einen Gräserwald
mit aufgehendem Vollmond im Titelbild der Ausstellung „Begegnung mit der Ewigkeit“. Licht, Stein, Farben und Formen fließen ausdrucksreich zusammen in der Malerei von Petra Ehrlich und den Sandsteinarbeiten von Cvetanka Kirilova Schnorrbusch derzeit in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstraße 13, in Radebeul.

Zu sehen sind groß- und kleinformatige Bilder, Mischtechniken auf Papier und Leinwänden, vis a vis dazu kleine Sandsteinskulpturen auf Stelen in stiller Zwiesprache mit den Bildern. Die Skulpturen ähneln Landschaften. Angeregt von der Natur sind sie eindrucksvolle Spiegelbilder des Lebens, seiner Geheimnisse und Wandlungen zwischen Schönheit, Vergänglichkeit und endlos Gültigem. Da begegnen einem Landschaften im Nebel und in Graphit, mal zart, schwebend umhüllt und mal in markanten, schwarzen Linien die Landschaft umrissen. Da verlaufen in zwei Bildern, „Über Land“ Schichten in Grau- und Sandtönen, in denen die Trennlinie zwischen Himmel und Erde aufgehoben scheint, es kein Oben und Unten gibt, ohne Anfang und Ende.

In farbigem Kontrast dazu stehen die Aquarelle mit Blumen, in erdigen und Blautönen gehaltene Spiegelungen von Landschaften mit Titeln wie „Unter dem Wind“ und „Memories“, rot geäderte Erdflächen und leuchtende Gräserbündel im Herbst. Da sind Abdrücke von Grashalmen und Pflanzen grün und sephiafarben im Bild festgehalten, wiegen Gräser im Wind vor goldgelbem Licht im Bild „Abschied“ für einen lieben Freund von Petra Ehrlich. Die Pigmente für ihre reduzierten, stimmungsvollen Bilderlandschaften mischt sie selbst und sie experimentiert gern mit Farben. Petra Ehrlich wurde 1959 geboren, wuchs in Salzwedel, Sachsen-Anhalt auf, ist gelernte Krippenerzieherin und künstlerische Autodidaktin. Ihre erste Ausstellung hatte sie 2017 im LKA Sachsen. Sie wohnt und arbeitet seit ihrer Pensionierung 2021 freiberuflich als Künstlerin in Königsbrück. Natur und Figürliches verbinden sich gestaltreich in den Sandsteinskulpuren von Cvetanka Kirilova Schnorrbusch. Da begegnen einem eine sanfte Wolkenfrau, ein strahlendes Gesicht im Morgentau und eine kleine Ruhende mit gelben Linien wie Sonnenstrahlen auf der Steinhaut. Außerdem zeigt die Bildhauerin eine Serie von Fotografien mit plastisch wirkenden Übermalungen ihrer Sandsteinfiguren, teils mit farbigen Ornamenten und archaischen Gesichtszügen gestaltet. Sie wurde 1956 in Bulgarien geboren, studierte Philopsophie in Sofia, Soziologie in Prag und Bildhauerei in Dresden. Seit 1983 lebt Cvetanka Kirilova Schnorrbusch in Deutschland und wohnt und arbeitet seit 1996 in Leppersdorf bei Radeberg. Zahlreiche Werke von ihr befinden sich im öffentlichen Raum und in privaten Sammlungen.

Die Ausstellung lädt zum Verweilen und Innehalten vom weihnachtlichen Trubel ein und neben der Kunst kann man Stollen und Glühwein nochmals am 23. Dezember von  14 bis 18 Uhr genießen. Die Schau in der Wochenendgalerie ist noch bis 17. März 2024 zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Farbenfrohe Bilder-Oase: Arbeiten der Künstlerin und Galeristin Dorothee Kuhbandner.

Liebevolles zu Weihnachten in der Ausstellung „Erotischer Advent“ in der Galerie Kunst & Eros


Reizvolle Muscheldamen aus Porzellan

Bereits zum 15. Mal lockt in der Gruppenausstellung „Erotischer Advent“ sinnenfrohe Kunst, Malerei, Grafik und Plastiken von KünstlerInnen aus der Region in der Galerie Kunst & Eros, Hauptstraße 15, in Dresden.

Muschelfrauen strahlen porzellanweiß, verführerisch. Eine dunkelhaarige Schöne hält einen Frosch und Paare tauschen vielsagende Blicke. Farbenfroh, edel und vergnügt geht es zu in der Gruppenausstellung „Erotischer Advent“, die dieses Jahr zum 15. Mal stattfindet, in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden (noch bis 27. Januar 2024 zu sehen).

Zu sehen sind reizvolle, sinnenfrohe Malerei, Grafik und Plastik von rund zehn zeitgenössischen sächsischen Künstlern. Darunter bekannte und neue Handschriften. Gudrun Trendafilov zeigt in mal leuchtend sonnigen,  herbstlichen und grauweißen Farbtönen Frauen und Paare mit vielen Gefühlsfacetten. In zarten Linien und ausdrucksvollen Körperformen begegnet einem pure Weiblichkeit in den Kaltnadelradierungen von Rita Geißler. In nachtblaue Gärten der Lust entführen die Pastellkreidebilder von Leo Lessig. Eine Frau mit Geweih und Früchten im langen Haar wirkt ebenso verlockend, stark und verletzlich im Titelbild „Tarnung“ von Juan Miguel Restrepo. Eine besondere Entdeckung in dieser Ausstellung sind die Muschelfrauen von Silvia Klöde, die viele Jahre als Porzellangestalterin in der Künstlerabteilung der Manufaktur in Meißen arbeitete, seit zehn Jahren freischaffend tätig und Mitglied der Künstlergruppe „Weißer Elefant“ ist. Sie stellt ihre Arbeiten erstmals in der Galerie Kunst & Eros aus. Bezaubernd und detailverliebt schauen ihre Porzellandamen mit ihren spitzen Kopfbedeckungen, keck, sanft, lustvoll und verschmitzt in die Welt. Fröhlich farbig und goldschimmernd bemalt und mit Perlen und Blüten geschmückt. Eine Muschelfrau ist geformt aus dunklem Steinzeug mit Goldperle um den Hals, eine andere trägt rotes Haar und Rabenvögel, einer hockt mit Goldring im Schnabel auf ihrem Kopf.

Die Porzellandamen zieren auch Kettenanhänger und Tafelaufsätze mit offenen Muschelschalen. „Es sind alles Unikate, handwerklich vollkommen und  aufwendig liebevoll gestaltet“, sagt Galeristin Janett Noack und selbst Porzellanmalerin. Ein Blickfang sind außerdem die reizenden, prallen  und bunt bemalten Keramikdamen in ihren extravaganten Kleidern und Hüten von Rita Goldschmidt. Fragile kleine Figuren auf Erdkreisen gesellen sich dazu von   Manuela Neumann. „Ich freue mich sehr über dieses Jubiläum des Erotischen Advents, dass die Künstler immer wieder mitmachen, die Bandbreite der Arbeiten weiter wächst, vom Kunsthochschulabsolventen bis zur gestandenen Malerin und man viele Dinge entdecken kann“, so Janett Noack. Sie liebt Weihnachten, das Zusammensein mit der Familie, das Heimliche, Heimelige und das Kerzenlicht. „Es geht um Liebe, Zweisamkeit und Miteinander, dass man trotz dieser schwierigen Zeit weiterhin nach vorn schaut.“

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

http://www.kunstunderos.de


Bezaubernde Porzellandamen & Kunstgenießerinnen: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry und die Galeristin von Kunst & Eros, Janett Noack. Foto: Steffen Füssel


Neues Licht in der Galerie setzt noch mehr Akzente.

Manege frei für den 26. Dresdner Weihnachts Circus

Erstklassige Artistik, Tierdressuren und Clownerie

Ein weihnachtliches Stück Circus in zwei Akten, aufgeführt auf Sägemehl und funkelnd mit vielen Attraktionen bietet der 26. DRESDNER WEIHNACHTS-CIRCUS, der unter neuer Führung zurückkehrt. Die Premiere ist am 15. Dezember, 18.30 Uhr im Chapiteau an der Pieschener Allee.

Der Dresdner Weihnachts-Circus kehrt wieder zurück, ein festlicher Brauch zur
Weihnachtszeit, der in Dresden ebenso fest verankert ist wie der Striezelmarkt. Zum 26. Mal hat er seine beeindruckende Zeltstadt aufgebaut vom 15. Dezember 2023 bis zum 7. Januar 2024. Wie immer auf dem Volksfestplatz an der Pieschener Allee, direkt gegenüber dem Ostragehege. In jedem Zelt wird ein exquisites weihnachtliches Flair versprüht. Hier erwartet die Besucher erstklassige Live-Unterhaltung, die alle Generationen anspricht – vom gerade Eingeschulten bis zur Uroma.

„Unser Anspruch war es immer die beste Manegen-Show des Jahres nach Dresden zu bringen, was uns auch in den vergangenen Jahren bestens gelungen ist. Ich bin mir sicher, dass dieses meinen drei Nachfolgern auch geglückt ist und sie unser Publikum aufs Neue begeistern werden.“, sagt Direktor Mario Müller-Milano.

Außerdem findet wieder der traditionelle ökumenische Gottesdienst statt am 26.
Dezember um 10 Uhr mit drei Geistlichen verschiedener Konfessionen in der Manege.

26 Jahre Circus-Kunst unter neuer Führung

In diesem Jahr wurde der Dresdner Weihnachts-Circus in neue Hände gegeben und mit den Gebrüder Köllner wurden würdige Nachfolger gefunden, welche mit neuer Energie und Tatendrang die Produktion weiter entwickeln werden Zur vergangenen Spielzeit des Dresdner Weihnachts-Circus im Jubiläumsjahr, waren die Gebrüder Köllner bereits am Start und übernahmen in vertrauensvoller und tatkräftige Zusammenarbeit gemeinsam mit Direktor Mario Müller-Milano und seiner Familie die Umsetzung der Produktion. Sie bewiesen sich im technischen und gastronomischen Bereich und führten souverän durch die Jubiläums-Show. Nun ist seit einigen Monaten die Übergabe des Dresdner Weihnachts-Circus und dessen Equipment von der Familie Milano besiegelt und für die drei Brüder (William Köllner 52; Sascha Köllner 46; Leonard Köllner 34), die schon in sechster Generation Manegen Luft schnuppern und Sägespäne im Hosenbund haben, steht der 26. Dresdner Weihnachts-Circus vor der Tür. Als alte Hasen im Business, die sich nicht scheuen auch die Hände schmutzig zu machen, geht mit ihrer neuen Aufgabe auch ein Lebenstraum in Erfüllung.

„In diesem Jahr möchten wir unseren Gästen nicht nur das herausragendste Circus-Event des Jahres präsentieren, sondern setzen noch einen obendrauf. Wir sind voller Vorfreude, gemeinsam mit unseren Familien den Dresdner Weihnachts-Circus zu prägen.“, sagt Sascha Köllner. „Es ist für uns nicht nur ein Anspruch, sondern auch eine langjährige Tradition und ein Versprechen an unsere Besucher, in der Landeshauptstadt die herausragendste Circus-Show des Jahres zu zeigen.
Für den 26. Dresdner Weihnachts-Circus vereinen wir erstklassige Künstler und Artisten aus der ganzen Welt sowie beeindruckende Tierdarbietungen in eine der größten Zeltstädte Europas.“ Es werde für ihren Direktor Müller-Milano und seine Familie immer ein Platz im Grand Chapiteau geben, versprechen die Köllner-Brüder und man werde das Schaffen in seinem Sinn fortsetzen.

Höhepunkte des neuen Programmes – Spektakulär, Tierisch & Unterhaltsam

Wie in jedem Jahr verspricht der Dresdner Weihnachts-Circus ein Programm der Superlative und jedes Jahr schafft es das Team um Direktor Mario Müller-Milano,
die vorangegangene Spielzeit zu übertreffen. Doch in diesem Jahr sind die Gebrüder Köllner, die Hauptverantwortlichen für die Gestaltung des Programmes und warten dabei mit Altbewährtem und vielem Neuen aus der Circus- und Show-Welt auf.
Mit mehr als 37 Künstlern, Artisten und Tierlehrern aus 10 verschiedenen Nationen mit ca. 23 Tieren von 5 verschiedenen Gattungen und Rassen, 14 unterschiedlichen Darbietungen sowie einem Orchester mit 10 Musikern, wird der 26. Dresdner Weihnachts-Circus nicht nur mit einer grandiosen Show beeindrucken, sondern an die vorangegangenen Jahre anknüpfen und zeigen, dass er weiterhin für sein Publikum die Nummer Eins darstellt. Im diesjährigen Programm sind nicht nur vielfach preisgekrönte Acts zu sehen, sondern auch liebevolle Tierdarbietungen sowie auch eine Weltsensation, die bis jetzt noch nie in Europa zu sehen war. Alle einzelnen Acts werden durch unsere neuen Sprechstallmeister (Conférencier) als ein Triumvirat verbunden und natürlich, wie immer, live vom Orchester sowie auch einer Sängerin und einem Ballett begleitet.

Tiere gehören zum Circus. Dieser Tradition schließt sich der Dresdner Weihnachts- Circus gern an und präsentieren in dieser Spielzeit eine große Vielfalt an Tieren. So wird aus Italien eine der größten Elefanten-Darbietungen der Welt zum zweiten Mal nach Dresden kommen. Elvis Errani & Cvetomira Kirova-Errani präsentieren ihre asiatischen Dickhäuter – Baby, Yumba und Mala in einer neu inszenierten Darbietung, welche direkt im Anschluss nach Monte Carlo zum Internationalen Circus-Festival reist. Auch aus Italien kommt einer der größten und erfolgreichsten Pferdeflüsterer-Familien mit wunderschönen weißen Arabern zu uns, welche im Januar diesen Jahres mit einem silbern Clown in Monte Carlo geehrt wurden. Die Gionas präsentieren eine Kür als große Freiheit, welche ohne Zaumzeug und Sattel auskommt. Sie arbeiten vollkommen frei in der Manege. Laura Urunova kommt mit Windhunden und Pudeln zu uns und zeigt eine quirlige Show mit dem besten Freund des Menschen. In einer weiteren Darbietung wird sie mit ihren eleganten Papageien begeistern, welche auch über den Köpfen der Zuschauer das Grand Chapiteau erkunden werden.

Dramatisch und spannend wird es aber auch unter der Kuppel des Grand Chapiteau, wenn das Duo Flash of Splash an den Strapaten die hohe Kunst des Zahnhanges präsentiert. In der Manege wird es gefährlich bei den Jasters, wenn er auf seine Partnerin zielsicher mit Messern wirft und zusätzlich auch an der Armbrust zur Perfektion aufläuft. Wir freuen uns, dass wir nach langer Zeit wieder Künstler aus Russland begrüßen dürfen. Die drei Künstlerinnen vom Air Trio werden mit Vertikaltuchakrobatik anmutige Akzente setzen. Aus Äthiopien kommt die Truppe Ethiopia, welche gleich mit zwei Darbietungen den afrikanischen Kontinent vertritt. Zum einen werden sie in der Manege mit einer kraftvollen und temporeichen Handvoltigen Performance präsent sein und zum anderen am doppelten Chinesischen Mast waghalsige Akrobatik und Balancekunst vollführen. Romy Michael balanciert Gegenstände gekonnt mit ihren Füßen und dieses in der Manege und auch darüber hinaus. Ihr Mann Alex Michael präsentiert die gewagte Kunst des Deckenlaufes unter der Kuppel des Grand Chapiteau und bringt Gänsehautmomente mit, die einem dem Atem stocken lassen.

Das Highlight in diesem Jahr kommt direkt aus den USA. Eine weltweit einzigarte Darbietung, die in dieser Form lange in Vergessenheit geraten war. Der DWC  präsentiert erstmals in Europa ein gekreuztes Flugtrapez, wobei die Akteure sich nicht nur im Flug treffen werden, sondern auch um die Ecke fliegen und zusätzlich übereinander hinweg. Was natürlich immer zum Programm-Highlight dazu gehört und auch in diesem Jahr nicht fehlen darf, ist die Clownerie. Dazu konnten wir einen Gentleman aus Italien gewinnen, der sich von Filmstars der 50er und 60er Jahren hat inspirieren lassen und seinen Frohsinn mit nach Dresden bringt. Mister Lorenz ist ein wahres Multitalent und wurde ebenfalls in diesem Jahr zum Festival in Monte Carlo mit einem Preis geehrt.

Weihnachtliche Erlebniszelte mit Gastronomie, Oldtimern & Ambiente

Das Gesamterlebnis des Dresdner Weihnachts-Circus beginnt bereits zwei Stunden vor der Show. Denn dann öffnen sich die Pforten in die Zeltstadt für alle, die sie besuchen möchten. Die Gäste betreten die Zeltlandschaft über das Vorzelt und kommen dann in das Erlebniszelt mit einem Durchmesser von 36 Metern und erleben das umfängliche, weihnachtliche Ambiente mit dem festlich geschmückten Tannenbaum direkt unter der Kuppel. Sich fallen und verzaubern lassen, von einer fantastischen Welt der sinnlichen Genüsse und sächsischer Kulinarik. Auch der historische Kaffeewagen aus den 30er Jahren lädt wieder zu einer gemütlichen Auszeit mit sächsischen Spezialitäten ein. Die Angebote sind traditionell und regional orientiert. In diesem Jahr bringt der DWC ein neues Produkt mit in das Erlebniszelt. Es wird eine Lounge sein, welche den Gästen als separates Zelt zur Verfügung steht und für Feiern genutzt werden kann. Jeden Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag gibt es nach der abendlichen Show die After-Show-Lounge mit meet & greet zusammen mit den Künstlern.

Tickets für den Dresdner Weihnachts-Circus

Mit einer Kapazität von 2.400 Plätzen in acht verschiedenen Kategorien bietet der Circus seinen Gästen ein Maximum an Komfort und Verfügbarkeit. Zusätzlich hält er zwei Balkon-Logen mit jeweils 8 Plätzen und Service am Tisch bereit, welche einen separierten und hochwertigen Blick auf das Geschehen in und über die Manege beschert. In allen Premium Kategorien wie Loge, Parkett oder Sperrsitz, sitzen die Gäste bequem auf nummerierten und gepolsterten Stühlen. Ansonsten bieten auch die ergonomischen Schalensitze ein deutlich bequemeres Sitzgefühl mit mehr Beinfreiheit.
Die Tickets für das Erlebnis des 26. Dresdner Weihnachts-Circus erhält man wie gewohnt bei den Circus-Partnern „ticketmaster“ oder dem „SZ-Ticketservice“. Zusätzlich kann man die Tickets auch direkt vor Ort täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr am Kassenwagen vor dem Zirkuszelt erwerben sowie in allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Text: Dirk Porn/Dresdner Weihnachts-Circus
Fotos: PR/Veranstalter


Sanfte und gelehrige asiatische Dickhäuter: Elvis Errani kommt mit einer Elefantendarbietung aus Italien angereist.

Fantasius Firlefanz und die Kunst des Sehens

Hervorgehoben

Fantasius Firlefanz und die Kunst des Sehens

Der Mann im hellblauen Kittel hinter der Glastür sah die Frau mit großen Augen an, als er ihr die Tür zur Station öffnete. „Sie kommen freiwillig wieder hierher?“ „Ja, ich möchte einen Patienten besuchen“, sagte sie. Der Krankenhausgeruch stieg ihr unangenehm in die Nase. Den mochte sie nicht. Doch der Ort war ihr inzwischen vertraut und nahe geworden. „Klinik für Augenheilkunde“ stand an der Glastür. Die Frau ging zum Aufnahmeschalter und überreichte der diensthabenden Krankenschwester einen roten Weihnachtsstern. „Nachträglich zum Ersten Advent“, sagte sie. „Ich habe mich wohlgefühlt hier. Der Aufenthalt hat mir gutgetan.“
Es war für sie wie eine Ruheinsel. Die Augenklinik befand sich in einem farbenfroh gestalteten Neubau in der vierten Etage. Mit großen Panoramafenstern und fantastischer Aussicht auf die Stadt, ihre Türme, auf Weinberge und Elbhänge. Abgeschirmt vom Großstadtlärm. Kein Laut drang hier herauf. Nur die Kirchturmuhr von gegenüber schlug zur vollen Stunde und die Kirchenglocken aus der Altstadt klangen herüber und verhallten sanft. Ab und zu flogen Vögel vorbei am Fenster. Die letzten gelben Herbstblätter hingen oben in den Bäumen. Der Schnee war schon wieder geschmolzen. Weiße Reste lagen auf den Dächern, die in der Nachmittagssonne glänzten. Warmes Licht schien auf die Häuserfassaden ringsum.

Das Fenster stand weit offen. Davor stand die Frau. Sie trug einen roten Strickpullover und Jeans, weiß geblümt an den Hosenbeinen, und genoss die Aussicht und die Ruhe. Den weiten, weißblauen Himmel, der sich nach und nach golden färbte. Hinter den Bäumen mit den dunklen Nestern ragten die Altstadttürme in die Höhe. Die Kuppel eines Bauwerks strahlte rot violett aus dem Inneren. „Aus der Ferne kommt einem die Stadt vor wie eine andere Welt“, sagte die Frau zu dem Mann, der neben dem Fenster am Tisch saß. Er trug einen Bademantel über dem grauen Unterhemd, einen Bart und eine weiße Augenklappe über einem Auge. Sie kannten sich seit ihrem Klinikaufenthalt. Er war vor ihr operiert worden. Am Tag bevor sie entlassen wurde, sprach er sie im Besucherzimmer an. Ob sie jemanden habe, der sie zuhause jetzt versorge? „Ja, meine zwei Katzen warten auf mich“, sagte die Frau. Der Mann lächelte. „Vielleicht kann ich Sie mal besuchen?“, fragte er. „Vielleicht“, sagte die Frau. Auf einmal vernahm sie einen leisen Flügelschlag. Ein kleiner, schwarz gefiederter Vogel sah zum Fenster herein. „Bist Du es, Fantasius Firlefanz?“, war die Frau überrascht. Der kleine Ritter der Lüfte saß sonst neben ihr als Maskottchen am Schreibtisch, der seit Tagen leer war.

Er sah sie mit großen Augen an. „Wieso tragen hier so viele Leute Augenklappen? Sind das alles Piraten?!“, wunderte sich Fantasius. „Haben die alle schon die Schatzinsel bereist und solange auf Landkarten und durch Fernrohre gestarrt, bis ihnen die Augen wehtaten? Oder haben sie zu lange nach den funkelnden Schätzen gegraben und sich um die Kisten voller Rum und Goldstücke geprügelt, weil jeder das Meiste haben wollte?“ Fantasius hatte schon Piraten in einem Film gesehen. Dort trugen sie aber schwarze Augenklappen. Einer, der Kapitän wohl, trug auch noch einen Papagei auf seiner Schulter, der ebenfalls eine kleine Augenklappe trug wie sein Herr. Achherje, und wie es hinter den Augenklappen der Piraten aussah, möchte er lieber nicht wissen, sagte der Mann in dem Klinikzimmer. Die Frau hatte Pfefferkuchen und Orangen für ihn mitgebracht. Er holte aus einem Becher mit Obst Mango- und Khakistücke für sie. Diese Frucht kannte sie noch nicht. Eine Mischung aus Birne und Aprikose. Sie zündete ein Teelicht und eine Räucherkerze in einem Pffefferkuchenhaus aus Ton an. Es duftete nach Weihrauch. Nach einer Weile kam die Stationsschwester herein. Sie mussten das Teelicht auspusten. Es könnte Brandalarm auslösen und dann müsste die Frau den Feuerwehreinsatz bezahlen, warnte sie. Der Mann sah amüsiert zur Decke. Wie viel Kerzenrauch da wohl aufsteigen müsste.

“Es ist schön hier oben. Die Welt aus der Vogelperspektive zu sehen wie du“, sagte die Frau zu Fantasius. Sie hat ihre weiße Augenklappe mit dem Klebestreifen noch. „Augenkissen“ stand auf der Verpackung. Ein schönes Wort. Ein Kissen, in dem sich das Auge ausruhen darf. Vom vielen Sehen. Überall locken und flimmern Reklamen, Bildschirme, Handydisplays. Der dunkle Fleck an ihrem Auge ließ sich nicht wegreiben. Im Dunklen im Schlafzimmer sah sie Feuerräder und Lichtblitze, im Bad auf den Fliesen plötzlich funkelnde Eiskristalle und einmal ein schwarz-weiß geflecktes Band wie von einer Schlange vor ihrem Auge. Das war zu viel und erschreckte die Frau. Es war auch höchste Zeit, als sie zur augenärztlichen Notsprechstunde kam. Sie musste noch am selben Abend in die Klinik. Die Netzhaut am Auge hatte sich schon zur Hälfte gelöst. Unbehandelt wird man dann blind. „Was heißt blind?“, fragte Fantasius. „Dass man nichts mehr sieht. Die ganze Welt wird plötzlich schwarz“, sagte die Frau. „Mein Federkleid ist doch auch schwarz“, erwiderte Fantasius, der ein kleiner Amselmann ist. Gekleidet wie ein Spielmann mit  federgeschmückter Perlenkappe auf dem Kopf, beweglichen Flügeln und großem Schnabel. “Ja, die schwarzen Federn sind ein Teil von Dir. Mit deinen Augen kannst du alles sehen“, sagte die Frau. Sie fragte sich, ob Vögel die Welt auch bunt sehen oder nur bestimmte Farben. Wie klar und weit die fliegenden Wesen sehen können?

“Und jetzt kannst du wieder besser sehen?“, fragte Fantasius sie besorgt.
“Na ja, auf jeden Fall besser als vorher und jeden Tag mehr“, sagte die Frau.
“Manches möchte man auch lieber nicht sehen, traurige, schlimme Dinge. Manchmal sieht man schwarz, obwohl die Welt eigentlich voller Farben ist.“ Inzwischen war es Abend geworden. Die Lichter der Stadt funkelten in der Dunkelheit als die Frau aus der Augenklinik trat. Sie hat sich vorgenommen, jeden Augenblick ihres Lebens noch mehr zu genießen.

Text + Fotos:
Lilli Vostry
12.12.2023


Geschichten-Zauber: Aufmerksam lauschten Clara und Arthur, die Kinder einer Freundin, dem neuen Geschichten-Abenteuer von „Fantasius Firlefanz und die Kunst des Sehens“. Vorher musizierten sie mit viel Hingabe festliche Weisen am Waldhorn und an der Geige.

Die nächsten Geschichten-Abenteuer mit Fantasius Firlefanz sind schon in Vorbereitung. Auch Texte über die jüngsten Theater-Premieren und neue, interessante und lesenswerte Bücher könnt Ihr demnächst auf meinem wortgarten-Blog lesen. Die wachsende Zahl an Followern freut mich sehr und zeigt mir, dass meine Beiträge gesehen und gern gelesen werden. Das spornt mich weiter an. Natürlich sind auch Spenden für diese reichhaltige und professionelle, journalistische Arbeit bis hin zu eigener Lyrik weiterhin willkommen! Damit meinwortgarten.com auch im Neuen Jahr weiter wächst und gedeiht.
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Lilli Vostry
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Premiere „Alice im Wunderland“ als Tanzmärchen in der Staatsoperette Dresden

 


Im Traumland erscheinen alle Dinge wundersam verwandelt: Alice (Melania Mazzaferro) und das weiße Kaninchen (Eliton Da Silva de Barros) fahren im Traumboot auf dem nachtblauen See verrückten Abenteuern entgegen. Fotos: Pavel Sosnowski

Fantasiereiche Traumwelt mit Scherben

Farb- und bewegungsreich erlebte „Alice im Wunderland“ frei nach den Kinderbuchklassikern von Lewis Carroll als Tanzmärchen von Radek Stopka mit Musik von Sven Helbig eine begeisterte Premiere in der Staatsoperette Dresden.

Die goldene Uhr tickt und tickt unermüdlich. Da kommt das weiße Kaninchen gerade recht, dem das Mädchen im blauen Matrosenkleid aus dem durchgetakteten Alltag neugierig in seinen Bau folgt und in einer Traumwelt voll wunderlicher Wesen allerlei Abenteuer erlebt. Ebenso fantasie- wie bewegungsreich geht es dabei zu auf der Reise von “Alice im Wunderland“, die nun als Tanzmärchen von Ballettdirektor Radek Stopka und Musik von Sven Helbig frei nach Lewis Carrolls weltweit beliebten Kinderbuchklassikern für kleine und große Besucher auf die Bühne kam. Die Uraufführung war am vergangenen Sonnabend in der Staatsoperette Dresden.

Bewegte Bilder auf einer Leinwand zeigen eine Stadt und ihre Bewohner, Damen und Herren in grauen Mänteln eilen geschäftig hin und her auf der Bühne. Gesprochen wird nur zu Beginn: „Aufwachen!“ rufen Alices Eltern ihr zu und reißen sie aus ihren Träumen. Keiner hat Zeit. Mit dem weißen Kanichen mit der Taschenuhr fällt Alice tief unter die Erde, schwebt schwerelos kopfüber umgeben von wundervollen Dingen. Zauberhaft optisch, musikalisch und tänzerisch in Szene gesetzt mit mehrdimensionalen Bühnenbildern, mit denen imaginäre Räume erstehen und sich immer wieder verwandeln, in denen Innen- und Außenwelt und die Grenzen von Raum und Zeit verschwimmen und immer neue Traumgestalten in farbenfrohen und fantasievollen Kostümen erscheinen.

Mal verträumt gefühlvolle Melodien von Sven Helbig am Klavier, Geigen und Spieluhrklänge, die etwas an die Filmmusik aus „Die fabelhafte Welt der Amelie“ von Jan Thiersen erinnern, wechseln mit flott, beschwingten Klängen und Tanzszenen. Das Orchester (musikalische Leitung: Johannes Prell) begleitet stimmungsvoll das Traumtänzer-Ensemble der Staatsoperette, das alle Register zieht von neoklassischemTanz, Showdance, Slapstick bis zu Breakdance mit zwei Tänzern von The Saxonz und artistischen Einlagen. Auch kleine Darsteller eines neuen Kinderbaletts wirken mit. Alice (kess und aufgeweckt: Melania Mazzaferro) erscheint mal klein und riesengroß auf der Bühne, begleitet durchs Wunderland vom weißen Kaninchen (Eliton Da Silva de Barros) mit langen Flauschohren und weißem Mantel lustig und galant wie ein Entertainer. Mit ihm sitzt sie romantisch in einem umgekehrten Regenschirm als Traumboot auf dem nachtblauen See.

Die Grinsekatze bewegt sich geschmeidig und mal ist nur ihr Kopf und mal nur ihr Körper sichtbar im Augenglas. Der verrückte Hutmacher und der Märzhase bringen Alice Steptanz bei und tanzen gemeinsam gegen das Uhrticken an. Die Teegesellschaft, eine Schlüsselszene der Geschichte, kommt leider zu kurz, ohne absurdes Rätselraten und skurrilen Witz. Alice und die Traumgestalten sitzen stattdessen auf den Scherben der weißen, zerbrochenen Teetassen. Das ist vieldeutig interpretierbar. Keine Zeit mehr für Beisammensein selbst im Traumland in einer Welt voller Risse. Die böse, kalte Herzkönigin in rotem Kleid und schriller Frisur, ihre Wächter als Spielkarten und ihr Gefolge tanzen mechanisch zu militärischen Klängen. Sie benutzt ihre Angestellten als Fußabtreter, sie kriechen vor ihr, sie tanzt mit ihnen und wechselt sie nach Belieben. Die Traumfiguren zeigen Alice Neues, sie tragen und halten sie. Entführen sie und das Publikum in paradiesische Gärten, in geheimnisvolle Unterwasserwelten und pinkfarbene Pilze versetzen die Tänzer in Tanzrausch zu hypnotischen Trommelklängen. Die weiße Königin schwebt anmutig und kraftvoll an weißen Tüchern in der Höhe, beflügelt und beschirmt mit silberner Rüstung Alice und hilft ihr, die böse Herzkönigin zu besiegen. Reichlich Beifall gab es für diese herzerfrischende und wärmende Wunderland-Reise in kalten Zeiten, die ermuntert, die eigenen Träume nicht zu verlieren.

Text (lv)

http://www.staatsoperette.de


Mit gewitztem Charme verblüfft Alice die böse Herzkönigin, die gierig und hartherzig ihre Machtspiele treibt.

Weihnachtausstellung „Zu Besuch bei Tante Emma“ auf Schloss Burgk in Freital


Im Wunderland der Puppenstuben und Kaufmannsläden: Kristin Gäbler, Leiterin von Schloss Burgk und Jörg Schlegel, Kurator der Ausstellung „Zu Besuch bei Tante Emma“.



Die wundervolle Welt der Kaufmannsläden und Puppenstuben

Ein Sammelsurium an nostalgischen und originellen Dingen erstaunt und erfreut kleine und große Besucher in der Weihnachtsausstellung „Zu Besuch bei Tante Emma“ auf Schloss Burgk.

Alltägliche und edle Dinge stehen kunterbunt nebeneinander auf holzgeschnitzten, hübsch verzierten Wandschränken, Regalen und Schubladen. Mehl, Butter, Zucker, Milch, Kaffee, Tee, Gewürze, Gebäck finden sich in Schachteln, Gläsern und Bonbondosen. Neben dem guten alten „Tante-Emma-Laden“ mit seinem Sammelsurium an allem, was das Herz begehrt, gibt es ein opulentes Stoffgeschäft mit Nähmaschine, Spielzeuglädchen und Apotheke mit allerlei Tinkturen und Waage. Einfach bis pompös und vielsagend der Blick in die Wohnstuben und Küchen, Moden und Lebensalltag im Wandel der Zeiten. Oma steht mit Schürze und Lockenwicklern im Haar am Herd in der Küche. Der Tisch ist schon gedeckt mit Gebrutzeltem und Gebackenem. Im Schlafzimmer auf dem Schrank stapeln sich die Geschenkkartons, Kronleuchter funkeln und geschmückte Weihnachtsbäume leuchten in der Stube. In die wundervolle Welt der Kaufmannsläden und Puppenstuben voller entzückender, nostalgischer und origineller Dinge entführt die diesjährige Weihnachtsausstellung „Zu Besuch bei Tante Emma“ auf Schloss Burgk.

Sie öffnete ihre Türen mit dem Freitaler Schlossadvent zum ersten Advent. Im Schlosshof ist ein Weihnachtsmarkt aufgebaut mit Buden, Lichterzauber, kleiner Bühne, fröhlichen winterlichen Figuren und Kindereisenbahn auf der Wiese neben dem Schloss. In der Weihnachtsausstellung sind über 35 Miniaturläden und Puppenhäuser, das älteste von 1860 bis zur Gegenwart, in Glasvitrinen zu sehen. Detailreich, liebevoll und lebensnah eingerichtet, erzählen sie vom Zauber der Weihnachtszeit, wecken Kindheitserinnerungen, überraschen und erfreuen kleine und große Besucherherzen. Es ist immer noch eine beliebte Tradition, dass vor Weihnachten die Puppenstuben und Kaufmannsläden vom Dachboden geholt werden. „Kleine Dinge werden plötzlich eine besondere Überraschung zu Weihnachten. Es ist eine Schau für die ganze Familie, von der Dreijährigen bis zur Oma kann hier jeder etwas für sich entdecken“ sagt Kristin Gäbler, die Leiterin der Städtischen Sammlungen auf Schloss Burgk. Die originalen historischen Kaufmannsläden kamen als Leihgaben aus dem Sänger- und Kaufmannsmuseum Fnsterwalde und die Puppenstuben aus Dresdner Privatsammlungen, die Familien gaben ihre Schätze her für einen Monat für die Ausstellung und halfen beim Aufbau mit.

Außerdem sind Puppen in feschen Kleidern und warmen Stricksachen, kleine und größere Puppenwagen sowie alte Kochherde nebst Geschirr, Kellen. Töpfen und Pfannen und nostalgische Bilderbögen mit Anziehpuppen und Zubehör zu bestaunen. Ein Puppenhaus aus den 1920er Jahren wartet noch auf seine Restauierung. Vieles ist selbstgebaut. Darunter ein Weihnachtshaus mit fränkischem Fachwerk und Blick in erleuchtete Stuben auf vier Etagen von Jörg Schlegel, Museumsmitarbeiter und Kurator der Ausstellung. Letztes Jahr baute er die Rakete für den Teddy im Weltraum in der Ausstellung der bärigen Gesellen. Ein besonderer Blickfang in der Ausstellung ist sein „Kaufhaus Schlegel“ mit Fahrstuhl, Läden und Interieur aus seiner Kindheit in den 1960er und 70er Jahren nachempfunden, gekrönt von einem wunderschönen Jugendstilcafé, Bücherei und Sternenhimmel mit Glaskugel in der Mitte. Die filigranen Einbauten sind aus Sperrholz gesägt, Wände und Fußböden mit Klebefolie verziert. Stückweise errichtet und immer wieder aufgestockt hat er das Bauwerk für seinen Sohn. Schlegels Frau richtete eine urige „Hexenküche“ ein mit Eule, Wurzelwerk, Heilkräutern und Suppentopf in der Mitte. Es gibt auch einen Kaumannsladen mit Selbstbedienung, kleinen Leckereien und einer Kasse des Vertrauens.

Der erzgebirgischer Weihnachtsberg, Spielzeugeisenbahn und Pyramide sind wieder da sowie eine Sammlung bunter Glaskugeln, Briefbeschwerer und Holzgeschnitztes von Christel Wünsch im Projektraum „Drehscheibe“. Natürlich schaut auch der Weihnachtsmann vorbei, verteilt Süßigkeiten und liest Geschichten vor. Die Ausstellung ist noch bis 7. Januar 2024 zu sehen. Am zweiten Adventswochenende hat das Museum von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 12 bis 16 Uhr, Sa, So und  Feiertag 10 bis 17 Uhr







Kunstvolle Dinge für den Gabentisch, die in den Kursen entstanden, gibt es beim Weihnachtsmarkt auf Schloss Burgk. Bettina Liepe, die Vorsitzende vom Kunstverein im Einnehmerhaus Freital, zeigt die neuesten Arbeiten. Der Erlös fließt in neue künstlerische Projekte.

Poetik-Vorlesung „Die Lichtung“ mit Iris Wolff in der Akademie der Künste Dresden

Am Mittwoch, 29.11.2023
19:00 Uhr

Iris Wolff »Einladung ins Ungewisse – 2«

Zweite Vorlesung der Chamisso-Poetikdozentur 2023

Einladung ins Ungewisse – 2. Die Lichtung

 


Iris Wolff

In ihrer zweiten Vorlesung geht Iris Wolff, Preisträgerin des Chamisso-Preises 2023, dem Schreiben als Erkenntnisvorgang nach, »bei dem man Überraschendes findet, Lichtungen im Dunkel der Zeit.« »Man darf sich nicht aufmachen, sie zu suchen, und auch nicht, in ihnen etwas zu suchen. Nichts Bestimmtes, Vorgeformtes, Bekanntes«, schrieb die Philosophin María Zambrano über Waldlichtungen. Welche Rolle spielen Erinnerung und Zeit in der Literatur? Wie wird scheinbar Gegensätzliches, Licht und Dunkel, Zeigen und Verbergen, Herkunft und Ankunft vereint?

Die Sächsische Akademie der Künste in Zusammenarbeit mit dem Verein Bildung und Gesellschaft e.V. und dem Forum Tiberius – Internationales Forum für Kultur und Wirtschaft e. V.

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Jörg Scholz-Nollau

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Ausstellung „Porträts & Szenen“ mit Fotografien von Thomas Morgenroth in Dorfhain

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Ausdrucksreiche Lebensbilder

Von besonderen Momenten in der Natur, in Ateliers, auf Konzert- und Theaterbühnen erzählt die Foto-Ausstellung „Porträts & Szenen“ von Thomas Morgenroth in der Galerie der Georado Stiftung in Dorfhain.

Das Spiel mit Augenblicken, Fantasie und Wirklichkeit. Leben pur und unverstellt trifft auf den Blick des Fotografen. Feuerengel beim Osterspectaculum, Rocker mit wehenden Mähnen, Ritter bei mittelalterlichen  Festen, Künstler und Menschen von unterwegs begegnen dem Betrachter in einer Ausstellung „Porträts & Szenen“ mit Fotografien von Thomas Morgenroth derzeit in der Galerie ArtToGo der Georado-Stiftung in Dorfhain.

Zu sehen sind insgesamt 58 Bilder, vorwiegend farbige Aufnahmen, voller Originalität, Ausdruckslust, Spontanität, Leichtigkeit und Tiefe. Ein Querschnitt aus den letzten zehn Jahren, darunter Reportage-Fotografie, Künstler-Porträts und freie fotokünstlerische Arbeiten des 63-jährigen Tharandters. Seit fast 40 Jahren ist er als Journalist und Fotograf tätig und ein besonderer Momente-Sammler in der Kunst wie im Alltäglichen. 33 Jahre war Thomas Morgenroth als Redakteur vorwiegend für kulturelle Themen bei der SZ im  Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zuständig und arbeitete an mehreren Büchern mit. Seit September diesen Jahres ist er freiberuflich als Autor, Fotograf, Erzähler, Sprecher und DJ tätig. Seine Bilder führen die Betrachter in weite, urwüchsige Landschaften, Ateliers, alte verfallene Gemäuer, die durch Theaterspiel neu belebt werden oder zu Konzerten auf und vor der Bühne nebst lebhaftem Getümmel. Er porträtierte bildende Künstler, Schauspieler, Musiker und Literaten in Aktion oder in stiller Zwiesprache mit ihren Werken, wie Holger John, Hernando Leon, Gojko Mitic, Ludwig Güttler, Hartmut Dorschner, Thomas Rosenlöcher und Olaf Böhme als bleibende Erinnerung.

Voll leidenschaftlicher Mimik Tom Quaas mit einem Urschrei, aufgenommen zur Eröffnung der Spielbühne Freital in der neuen Spielstätte 2019. Innig Kopf an Kopf mit seinem Pferd der Old Shatterhand-Darsteller Jürgen Haase. Einige jüngere Künstler wie Lucas Oertel und Chris Löhmann, die hier schon ausstellten, sind mit Porträts jetzt selbst Bestandteil der Ausstellung. Alle Fotografien sind mit Datum und Ort beschriftet außerdem eindrucksvolle zeitdokumentarische Aufnahmen. „Seine Porträts beweisen sein Gespür für den richtigen Augenblick und für das richtige Licht, in denen er Prominente und Allagsszenen authentisch mit dem Objektiv einfängt“, sagt der Galerist und Porzellangestalter Olaf Stoy zur Foto-Ausstellung von Thomas Morgenroth.

Seine Arbeiten kennt und schätzt er seit 30 Jahren. Man sah sich bei Konzerten, Veranstaltungen des Tharandter Jugendclubs oder auf dem Campingplatz in Mesni Louka. Morgenroth fiel auf mit seiner Haarpracht und seinem Fotoapparat. „Ein gutes Foto soll eine Geschichte erzählen und den Menschen, die darauf sind, auch etwas in die Seele schauen“, so Morgenroth. Text und Bild stehen bei ihm immer gleichwertig, nicht nur illustrativ, für sich. Wie das Porträt von Matthias Riedel, der Chef vom Landschloss Zuschendorf, der verliebt in die Blütenpracht guckt. Wie der hingebungsvoll vor einer Kuh auf der Weide Saxofon spielende Musiker Johannes Schleiermacher. Oder der an einem goldsonnenen Feld auf gelbem Gefährt vorbei düsende Motorradfahrer. Der himmelblaue Trabant irgendwo auf freier Flur zwischen herbstbunten Bäumen.

Oder das in warmes Gelborange getauchte Gesicht, überzogen mit schwarzen Flecken wie unzähligen Augen, im Titelbild der Ausstellung. Etwas geheimnisvoll Schwebendes geht von ihm aus. In einem Bild galoppieren drei Feuerreiter vor Schloss Weesenstein auf einer Höhe. „Genau den Moment zu erwischen, bei Regen auch noch aufgenommen, ist spannend“, so Morgenroth. Den spürt er auch körperlich, wenn das Glücksgefühl ihn durchströmt. Ein Foto zeigt seinen Sohn Julius mit hochgewirbeltem Haar vom Wind bei einem Punkkonzert. Ein anderes Bild einen Familienausflug auf einer Wiese vor blühenden Apfelbäumen.

Außerdem gibt es eine musikalische Erzählung: „Märchenhaftes Erzgebirge“ mit Thomas Morgenroth und dem Dresdner Gitarristen Frank Fröhlich am 24. November, 19 Uhr im Georado in Dorfhain. Die Ausstellung ist davor und danach geöffnet und noch bis 4. Januar 2024 zu sehen. Besichtigung und Führungen nach telefonischer Voranmeldung unter 0172 – 79 25 201 möglich. Außerdem findet der „Last-Minute-Weihnachtsmarkt“ mit Kunst und Kunsthandwerk am 16. Dezember von 11 bis 18 Uhr in der Ausstellung statt.

Text + Fotos (lv)



„Jesusmaria (selbst)“, camera obscura


Sohn Julius bei einem Punkkonzert.        Der Jazzmusiker Hartmut Dorschner


Faszination des Moments: Der Journalist und Fotograf Thomas Morgenroth aus Tharandt inmitten seiner Bilder.

Ausstellungs-Eröffnung: Bereits zum 15. Mal „Erotischer Advent“ in der Galerie Kunst & Eros


Reich der Träume… wild & verlockend.. . Das Titelbild zur Ausstellung im Erotischen Advent »Tarnung« von Juan Miguel Restrepo, Öl auf Leinwand, 2023, Detail. Zu sehen ab 24. November in der Galerie unst & Eros, Hauptstraße 15 in Dresden. 

»EROTISCHER ADVENT«

Weihnachtsausstellung

24. November bis 27. Januar 2024

Vernissage am Freitag, 24. November 2023 · Beginn 19.00 Uhr · Eintritt frei

Begrüßung: Janett Noack
Einführende Worte: Solvig Frey
Musik: Kleines Konzert mit Stephan Pankow, Gitarre

Aus Groove & Funk erklingen inspirierende Interpretationen und fließende Melodien.

Es ist wieder so weit! Alle Jahre wieder… Die traditionelle Weihnachtsausstellung »EROTISCHER ADVENT« wird auch in diesem Jahr am Freitag, den 24. November 2023 um 19.00 Uhr in der Galerie kunst & eros in der Passage der Hauptstraße 15 in Dresden eröffnet.

Bereits zum 15. Mal präsentiert die Galerie zum Fest der Liebe eine Vielfältigkeit an verführerischer Kunst in einer Gruppenausstellung zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler- auf Leinwänden, Grafikblättern, Zeichnungen, Keramik und Porzellan.

Dabei werden neue Werke regionaler Künstlerinnen und Künstler vorgestellt:

Rita Geißler · Maximilian Hagstotz · Leo Lessig · Juan Miguel Restrepo · Gudrun Trendafilov · Sylvia Klöde · Chris Löhmann · Manuela Neumann · Rita Goldschmidt & weitere Gäste

Text: Janett Noack & Team

Veranstaltungstipp zur Ausstellung

»Erotic Cocktail« Musikalischer Leseabend

Felber & Bemmann

Freitag, 8.12. 2023 · Beginn 19.30 Uhr · Eintritt 10 €
Kurzes, Überraschendes, Strichfassungen- die Lady kommt auf den Punkt- gerahmt mit jazzigem und elektronischem Sounddesign.

Regina Felber– studierte Schauspielerin, Staatsschauspiel Dresden, seitdem freischaffend

Rainer Bemmann– studierter Jazzmusiker, live mit digitalem Blasinstrument

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 8024785

Neue Lyrik: Augen-Blicke


Blütenblau… Schau sie an als wärs zum ersten oder letzten Mal…

Augenschatten

Draußen feiern sie Halloween
auch Samhain genannt
diese Nacht mischt sich die Welt
der Toten und Lebenden
mir tanzen Schatten vor den Augen
ein greller Lichtstrahl fährt hinein
der Arzt mit einem Apparat sieht hinter die Pupille
schwarz und riesig von den Tropfen
lässt mich nicht los der dunkle Fleck dahinter
lässt sich nicht wegreiben
als halte mir einer mit der Hand
das Auge halb zu
sehe von oben aus der vierten Etage
auf die bunt gefärbten Bäume die letzten Blüten und
die Türme der Stadt über den Häuserdächern
auf einem Wandbild flimmern gelbe und grüne
Schatten
von Landschaften wie aus dem Zugfenster
schemenhaft
wie werde ich morgen sehen

LV
31.10.2023

 


Seeräuber-Jenny. Alles gut gegangen.

Augenlicht

Der Augapfel noch verborgen
hinter der weißen Klappe
Stechapfel manchmal
bringt sich in Erinnerung
drei Tropfen täglich und Salbe
ins Auge erfrischen es

verschwommen noch
ruht der Augapfel in der Hülle
die Netzhaut wieder umgelegt
Schön geworden sagt die junge Ärztin
nach der ersten Visite
Alles gut überstanden der Mann
der operiert hat
die Schatten sind verschwunden
ich hatte großes Glück

bald wieder alles
in Augenschein nehmen
in Gänze klar und durchscheinend
die tänzelnde gelbe Baumfrau
grazil als trüge sie Flügel
oben in den Zweigen
die Welt draußen und
mein Spiegelbild sehen
mit beiden Augen

LV
3.11.2023

Licht-Spiegelungen

Glitzern im Auge
spiegelt sich im Fluss
durchtränkt von Sonnenlicht
und Tropfenflut schwimmt
das Augenrund in den gleißenden
Strahlen bis es schmerzt
die noch wunde Netzhaut spannt
sich und kribbelt unter dem Lid

Das Auge umkreist die Sonne
den Himmel voll weißer Wattetupfen
trinkt sich satt am Lichtgeflecht auf dem Wasser
und am Blätterfunkeln der Bäume
die lichter und lichter werden
am weiß gesäumten Ufer

LV
6.11.2023

Lichtstrahl

Die Baumfrau schwebt oben im
Geäst mit den letzten gelben Blättern
fort
im Nebel fast verschwunden die Weinberge
und die Elbhänge
eine Kirchturmuhr schlägt
hier oben steht die Zeit still
im Raum mit den grünen Pusteblumen an der Wand
kleine Fallschirme lassen sich nieder

mit Klemmen befestigt das Auge
nicht zukneifen offen lassen
und den Kopf etwas höher sagt die Ärztin
am OP-Tisch
die Weittropfen brennen
das Lichtmesser schneidet tief
ins Augeninnere starre in die riesigen Augen
einer Nachteule eine Ewigkeit

wie auf einer Leinwand sehe ich dem Auge zu
wie es zappelt zuckt etwas entfernt gelöst wird
im grellen Lichtstrahl die Linse neu eingestellt
fein gewebtes Netz der Lichtströme
Tropfen die spülen beträufeln salzig berühren
von denen die Augen überquellen
glasklar

steh am Fenster und atme
die kalte klare Luft
das Auge noch unter der weißen Klappe
die Sicht weit
die Baumfrau eingehüllt in Weiß
zurück auf der Ruheinsel
unten die Lichterschlange der Autos
abends leuchten Lichterblumen in den Fenstern
und entlang der Straße
hoch über der Stadt

LV
28.11.2023