Der Lesekompass 2021: 30 Geschichten, die Kinder fürs Lesen begeistern
Stiftung Lesen und Leipziger Buchmesse zeichnen 30 Bücher und Hörbücher aus / Präsentation der Gewinnertitel in drei Videoclips / Zentrales Thema: Herausforderungen
Die Stiftung Lesen und die Leipziger Buchmesse prämieren gemeinsam 30 aktuelle Bücher und Hörbücher für Kinder und Jugendliche mit dem Lesekompass 2021. Aufgrund der derzeitigen Pandemiebestimmungen präsentiert KiKA-Moderator Tim Gailus die Gewinnertitel digital:
Der Lesekompass würdigt Medien, die sich besonders gut zur Leseförderung eignen und junge Menschen fürs Lesen begeistern. Ziel der Initiatoren ist es, Eltern, ehrenamtlich Engagierten sowie Fachkräften in Kita, Schule, Bibliothek und Buchhandel eine Orientierung für die jährlich mehr als 9.000 Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuchbereich zu bieten. Eine Fach-, eine Jugend- und zwei Kinderjurys haben gemeinsam je zehn Titel für die drei Altersgruppen ausgewählt.
Leuchtturm der Leseförderung Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, erklärt: „Der Lesekompass will Kinder und Jugendliche mit guten Geschichten fürs Lesen begeistern. Das ist umso wichtiger, da gerade junge Menschen derzeit oft auf Begegnungen, Unterhaltung und Bildung verzichten müssen. Mit dem Lesekompass zeigen wir, dass Lesen Freude macht, Wissen erweitert, Abenteuer ermöglicht und Ablenkung bietet. Ich freue mich, dass sich die Auszeichnung zu einem Leuchtturm der Leseförderung entwickelt hat und all jene Menschen informiert und inspiriert, die Kinder und Jugendliche auf ihrem Lebens- und Bildungsweg begleiten.“
Zentrales Thema: Herausforderungen Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, betont: „Die Geschichten der diesjährigen Auswahl eint die zentrale Frage nach den Herausforderungen, mit denen Kinder und Jugendliche derzeit konfrontiert sind: Besitz- und Geschlechtergerechtigkeit, soziale Unterschiede, Gewalt, das Suchen und Finden echter Freundschaft. Die Bilderbücher, Kinderromane, Hörbücher, Kriminal-, Fantasy- und Sachgeschichten bieten ihren jungen Leserinnen und Lesern neue Ideen, humorvolle Perspektiven und spannende Abenteuer. Der Lesekompass ermöglicht es so einmal mehr, die Kinder in ihren Welten abzuholen und sie für das Lesen zu begeistern.“
Susanne Straßer: Fuchs fährt Auto Peter Hammer Verlag Pappbilderbuch ab ca. 2 Jahren
Patrick George: Rettet die Erde! Moritz Verlag Sachbilderbuch ab ca. 3 Jahren
Lou Peacock / Alison Friend /Seraina Maria Sievi: Mr. Brown hat einen schlimmen Tag|Orell Füssli Bilderbuch ab ca. 4 Jahren
Stefanie Höfler / Claudia Weikert: Waldtage! Beltz & Gelberg Bilderbuch ab ca. 4 Jahren
Katja Gehrmann / Constanze Spengler: Seepferdchen sind ausverkauft | Moritz Verlag Bilderbuch ab ca. 5 Jahren
Oliver Tallec / Ina Kronenberger: Das ist mein Baum | Gerstenberg Verlag Bilderbuch ab ca. 3 Jahren
Kate Read / Tatjana Kröll: Ein Fuchs – 100 Hühner | Knesebeck Verlag Pappbilderbuch ab ca. 3 Jahren
Suzanne & Max Lang: Jim ist mies drauf Loewe Verlag Bilderbuch ab ca. 4 Jahren
Ulf Nilsson / Matthias Köberlin u.a.: Die allerkleinste Polizistin | Headroom Hörbuch ab ca. 5 Jahren
Miro Poferl: Radieschenmaus und Kuschelgurke Edition Nilpferd Bilderbuch ab ca. 5 Jahren
6 bis 10 Jahre
Dav Pilkey / Ulrich Thiele: Drachenstarke beste Freunde Loewe WOW! Erstlesebuch ab ca. 6 Jahren
Zapf: Die Wächter von Tal – Der Winterkristall Oetinger Verlag Erstlesebuch ab ca. 6 Jahren
Martina Baumbach u.a.: Die Tierwandler – Unser Lehrer ist ein Elch | Thienemann Verlag Kinderroman ab ca. 8 Jahren
Rike Patwardhan / Boris Aljinovic: Forschungs-gruppe Erbsensuppe | Oetinger Audio Hörbuch ab ca. 8 Jahren
Kazu Kibuishi / Julia Augustin: Amulett 1 – Die Steinhüterin Adrian Verlag Comic ab ca. 9 Jahren
Margit Auer / Nina Dulleck: Die Schule der magischen Tiere ermittelt – Der grüne Glibberbrief | Carlsen Verlag Kinderkrimi ab ca. 6 Jahren
Tanja Esch: Wahrheit oder Quatsch? Klett Kinderbuch Sachbuch ab ca. 6 Jahren
Zanib Mian / Nasaya Mafaridik / Ann Lecker: Planet Omar – Nichts als Ärger | Loewe Verlag Comicroman ab ca. 8 Jahren
Silke Schellhammer u.a.: School of talents. Erste Stunde: Tierisch laut! | Carlsen Verlag Fantasyroman ab ca. 8 Jahren
Steffen Gumpert: Schnapp den Dieb! – Spannende Rätselkrimis zum Mitraten Ravensburger Verlag Detektivgeschichten ab ca. 9 Jahren
10 bis 14 Jahre
Björn Berenz / Christoph Dittert u.a.: Explorer Team – Das Abenteuer beginnt | Arena Verlag Rätselroman ab ca. 10 Jahren
Aimée Carter / Maren Illinger: Der Fluch des Phönix | Oetinger Verlag Fantastischer Roman ab ca. 11 Jahren
James Ponti / Wolfram Ströle: City Spies – Gefährlicher Auftrag | Carlsen Verlag Spionage-Roman ab ca. 11 Jahren
Martin Schäuble: Cleanland Fischer KJB Dystopie ab ca. 12 Jahren
Bali Rai / Julia Süßbrich: Außer Kontrolle Gulliver (super lesbar) Roman ab ca. 13 Jahren
Susin Nielsen / Anja Herre: Adresse unbekannt | Urachhaus Roman ab ca. 11 Jahren
Marianne Kaurin / Franziska Hüther: Irgendwo ist immer Süden | Woow Books Roman ab ca. 11 Jahren
Maike Stein / Ulrike Schweikert: Die Erben der Nacht – Draculas Erwachen | cbt Verlag Abenteuerroman ab ca. 12 Jahren
Sebastien de Castell / Gerald Jung u.a.: Spellslinger – Karten des Schicksals | dtv Fantastischer Roman ab ca. 12 Jahren
Linn Skåber / Lisa Aisato / Gabriele Haefs: Being young – Uns gehört die Welt | Rowohlt Rotfuchs Jugendbuch ab ca. 14 Jahren
Es fängt mit Lesen an: Lesen ist die zentrale Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg, Integration und zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung. Die Stiftung Lesen führt in enger Zusammenarbeit mit Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen bundesweite Programme, Kampagnen, Forschungs- und Modellprojekte durch, zum Beispiel den Bundesweiten Vorlesetag im November. Die Stiftung Lesen steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von zahlreichen prominenten Lesebotschaftern unterstützt: www.stiftunglesen.de
Die Leipziger Buchmesse ist Literatur- und Bildungsmesse zugleich. Der Bereich „FOKUS BILDUNG“ fasst alle ausstellungs- und programmseitigen Angebote zum Thema Bildung zusammen. Die Inhalte reichen von frühkindlicher bis hin zur schulischen Bildung in der Abiturstufe. So erhalten Erzieher, Lehrer und Pädagogen einen umfassenden Überblick über bildungsrelevanten Themen für eine erfolgreiche und nachhaltige Arbeit: www.leipziger-buchmesse.de
Leipziger Buchmesse: Gastlandauftritt von Portugal auf 2022 verschoben Bereits in diesem Jahr 50 Neuerscheinungen sowie Programm zu Leipzig liest extra im Mai
Aufgrund der pandemiebedingten Absage der Leipziger Buchmesse 2021 wird der für dieses Jahr geplante Gastlandauftritt von Portugal um ein Jahr auf 2022 verschoben. Im Rahmen des diesjährigen Lesefestes Leipzig liest extra (27. Mai bis 30. Mai 2021) präsentiert sich das Gastland aber bereits mit einigen digitalen und analogen Veranstaltungen. „Die Entscheidung Portugals, den Gastlandauftritt im Jahr 2022 nachzuholen, freut uns sehr“, so Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Die Zeiten sind extrem schwierig, um Literatur Sichtbarkeit zu verleihen. Mit der Verschiebung haben wir nun gemeinsam die Möglichkeit, schon in diesem Jahr einen spannenden Vorgeschmack auf die vielfältige portugiesisch-sprachige Literatur zu geben, um dann im nächsten Jahr den Autor:innen und Ihren Werken eine große Bühne zu bieten.“
Bei dem Gastlandauftritt mit dem Motto „Unerwartete Begegnungen“ steht nicht nur die Literatur eines einzelnen Landes im Fokus, sondern vor allem die Literatur in portugiesischer Sprache. Bereits in diesem Jahr erscheinen rund 50 neue Bücher aus Portugal sowie weiteren portugiesischsprachigen Ländern in deutscher Sprache. Mit dabei sind Klassiker aber auch ausgezeichnete Newcomer, darunter Afonso Reis Cabral, Patrícia Portela, Ondjaki, José Luís Peixoto, Margarida Vale de Gato oder Gonçalo M. Tavares sowie bekannte Stimmen wie Isabela Figueiredo, Dulce Maria Cardoso oder die Camões-Preisträger Mia Couto und Germano de Almeida.
„Wir werden in diesem Jahr diese neuen Bücher durch verschiedene Maßnahmen in den Fokus stellen und hoffen, im kommenden Jahr dann einige der Autor:innen persönlich in Leipzig vor Ort begrüßen zu können“, sagt Patricia Severino, die Kuratorin des Gastlandauftrittes.
Die Organisation des Gastlandauftritts Organisiert wird der Gastlandauftritt von dem portugiesischen Außenministerium, dem Kulturministerium und dem Ministerium für Wirtschaft und Digitalen Wandel: CICL (Camões Institut für Kooperation und Sprache); DGLAB (Generaldirektion des Buches, der Archive und der Bibliotheken); Botschaft von Portugal / Camões Institut in Berlin; Turismo de Portugal (Visit Portugal); aicep Portugal Global (Agentur für Investitionen und Außenhandel Portugal).
Unter Aufsicht des portugiesischen Außenministeriums entwickeln die Botschaft von Portugal und das Camões Institut in Berlin seit 2016 ein Programm im Bereich der Literatur und des Buches. Dazu gehören etwa die Einladung deutscher Verlage zur Lissaboner Buchmesse, die Verleihung eines Residenzstipendiums an Schriftsteller:innen, ein Programm mit Lesungen auf der Frankfurter Buchmesse sowie eine enge Zusammenarbeit mit Verleger:innen, Übersetzer:innen und Literaturfestivals in Deutschland.
Autorinnen und Autoren vom Verlag Matthes-Seitz Berlin stellen ihre neuen Bücher vor bei »Leipzig liest extra«
Nastasja PenzarYona Was, wenn der letzte Ort, der vielleicht noch Heimat werden könnte, durchdrungen ist von Korruption, Rassismus und Gewalt, ein Ort, an dem das Morden alltäglich geworden ist? Yona wächst allein bei ihrem Vater in einer Stadt in Deutschland auf, zu der beide nie gehören wollten. Nach dem mysteriösen Tod von Yonas Mutter war der Vater aus dem mittelamerikanischen Land geflohen, in dem Yona geboren wurde. Doch über das, was damals geschah, will er nicht sprechen. Als auch er stirbt, hinterlässt er ihr einen Papierfetzen mit einem Namen: Doña A. Und so zieht Yona auf der Suche nach ihrer Herkunft von einer Fremde in die nächste.
Samstag, 29.05., 21:15 Uhr Im Garten des Literaturhauses Leipzig, Gerichtsweg 28 »Die Unabhängigen Spätausgabe« | Nastasja Penzar liest aus »Yona« Moderation: Tino Dallmann
Jan RöhnertVom Gehen im Karst Mit Rilke, Handke und Julien Gracq befragt Jan Röhnert die Landschaft seines Herzens, trifft Menschen, die ebenso wie er von ihr fasziniert sind, und entwirft eine Ode an das Gehen in dieser unwegsamsten aller Landschaften. Jan Röhnert erkundet in diesem so akribischen wie poetischen Protokoll die Höhlen, Senken und Gruben, die das Wasser formte und deren verborgene Hohlräume viel Platz zum Denken, Fühlen und Erleben bereithalten. Begleitet von den Texten bedeutender Autoren, die sich wie er dieser umwegigsten aller Landschaften verschrieben haben, folgt er den spröden Spuren des geheimnisvollen Gesteins.
Justus BenderDer Plan. Strategie und Kalkül des Rechtsterrorismus Justus Benders Essay gewährt einen erschreckenden Einblick in die Strategien des modernen Rechtsterrorismus. Rechtsterroristen gelten oft als die geistlosen Terroristen. Aus der Wahnhaftigkeit der Motive schließen wir auf eine Wahnhaftigkeit der Tat. Ihre Gewalt ist jedoch alles andere als planlos. Angemessen reagiert auf sie nur, wer sich ihrer Rationalität und ihres Kalküls bewusst ist. Justus Bender beleuchtet maßgebliche Terroranleitungen seit 1945. Dabei werden die erschreckenden Konturen einer führerlosen und nahezu beliebige Opfer treffenden, aber keineswegs ziellosen Gewalt sichtbar.
Justus Bender: Der Plan. Strategie und Kalkül des Rechtsterrorismus Erschienen in der Reihe »punctum« 80 Seiten | 10 Euro | Buch bestellen Als E-Book erhältlich Samstag, 29.05., 21 Uhr Alten Nikolaischule, Richard-Wagner-Aula, Nikolaikirchhof 2 Justus Bender stellt sein Buch »Der Plan« vor Moderation: Christian Fuchs Hier geht es zum Livestream
Sonntag, 30.05., 14 Uhr Das Blaue Sofa (ZDF) Thorsten Jantschek spricht mit Justus Bender über dessen Buch »Der Plan« Hier geht es zum Livestream
Carolin WiedemannZart und frei. Vom Sturz des Patriarchats »Eine beeindruckende und dringliche Analyse des Zusammenhangs von Antifeminismusund Gewalt heute – und eine Handreichung, was gegen beides zu tun ist.« Klaus Theweleit Es gibt derzeit kaum ein Thema, mit dem sich so viel Hass mobilisieren lässt wie mit Genderpolitik. Carolin Wiedemann zeigt in ihrer eindringlichen Analyse, dass der antifeministische Diskurs ein zentrales Element des politischen Rechtsrucks ist – und bis in die politische Linke Sympathisanten hat. Eine radikale Analyse der Gewalt heutiger patriarchaler Herrschaft, eine Anstiftung zum rebellischen und zärtlichen Miteinander.
Viktor JerofejewEnzyklopädie der russischen Seele Mit welcher Seite hält es Russland – mit dem Westen oder mit dem Osten? Was sind die Besonderheiten der russischen Mentalität, der russischen Werte und des russischen Lebensstils? Kurzum: Was ist die russische Seele? Russland soll endlich wieder zur Supermacht werden. Doch dazu müssen Geheimdienstler und Militärs den mythischen »Grauen« finden. In ihre Suche schaltet sich ein russischer Intellektueller ein, der sich schließlich gemeinsam mit dem »Grauen« in irrwitzige Abenteuer und Liebschaften stürzt, bis die wilde Achterbahnfahrt durch Russland jäh in dessen phantasmagorischem Tod endet. Den Helden empört derweil alles: das Volk, der Kreml, die Kommunisten, die Oligarchen und Amerika sowieso.
Viktor Jerofejew: Enzyklopädie der russischen Seele Aus dem Russischen von Beate Rausch 420 Seiten | 25 Euro | Buch vormerken Als E-Book erhältlich Samstag, 29.05., 15:30 Uhr Im Garten des Literaturhauses Leipzig, Gerichtsweg 28, online, ggf. mit Publikum Veranstaltungen im Rahmendes Programmschwerpunkts »The Years of Change 1989-1991. Mittel-, Ost- und Südosteuropa 30 Jahre danach« Viktor Jerofejew im Gespräch mit Sergej Lebedew und Jörg Plath über „Gefangen in Vergangenen – Russland heute“ Hier geht es zum Livestream
»Ihre Empathie für die Menschen in Ostafrika und nicht zuletzt der ehrliche, fast schonungslose Blick auf sich selbst machen aus dieser Forschungsautobiografie ein zutiefst humanes Buch.« Oliver Hochadel, Falter ›Affe‹ und ›Kannibalin‹ nannten Frauen und Männer in Kenia und Uganda die Ethnologin, die Ende der 1970er-Jahre zu ihnen kam, um sie zu erforschen. Statt diese wenig schmeichelhaften Namen zurückzuweisen, stellt Heike Behrend sie ins Zentrum ihrer Autobiografie: Sie selbst wird zum gründlich beobachteten Objekt der Ethnografierten und fragt nach der Wahrheit, der Kritik und der kolonialen Geschichte, die sich mit diesen fremden Namen verbinden.
»Es ist eine meisterhafte Studie, die seine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit dem Thema Melancholie fortsetzt.« Ulrich Rüdenauer, MDR Kultur László F. Földényi kehrt nach 40 Jahren zu seinem Lebensthema zurück und nähert sich ein weiteres Mal jener unzeitgemäßen Stimmung. In einem feinen Gewebe von Essays durchstreift er Malerei, Kino und Literatur und entlockt ihnen die Erfahrung einer Sehnsucht, die in ihrer Zartheit alles mit sich zu reißen vermag.
László F. Földényi: Lob der Melancholie. Rätselhafte Botschaften Aus dem Ungarischen von Akos Doma 280 Seiten | 30 Euro | Buch bestellen Als E-Book erhältlich Donnerstag, 27.05., 15.30 Uhr Das Blaue Sofa (ZDF) Susanne Biedenkopf spricht mit dem Preisträger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung, László F. Földényi Hier geht es zum Livestream
Frühjahrsschau! Einladung zu drei Buchvorstellungen im Live-Stream am 29. Mai 2021 Anlässlich der Leipziger Buchmesse vom 27. bis 30. Mai sind Literaturfreunde herzlich eingeladen, in der digitalen Frühjahrsschau des Sandstein Verlags zu stöbern und Neuerscheinungen zu entdecken: www.sandstein.de/FJS21
Ein besonderes Highlight wird der Live-Stream der Buchvorstellungen am Samstag, den 29. Mai sein, in dem die Autor*innen selbst ihre Bücher präsentieren und Zuschauer*innenfragen direkt beantworten können.
live: Samstag, den 29. Mai, 17:00 bis ca. 17:30 900 Jahre Plauen Von den Anfängen bis in die Gegenwart Zum 900. Jubiläum der Stadt Plauen erscheint Anfang November 2021 die reich bebilderte Überblicksdarstellung der wechselvollen Stadtgeschichte. Zwei der Autoren, Andreas Krone (Herausgeber des Geschichtsmagazins Historikus Vogtland) und Clemens Uhlig (Stadtarchiv Plauen), werfen mit uns Blicke auf zwei Kapitel der Stadtgeschichte: die Großstadt Plauen von 1905 bis 1945 sowie die Stadt während der DDR-Zeit. Ab dem 29. Mai kann das Buch zum Subskriptionspreis von 29 Euro vorbestellt werden (ab dem 2. November kostet der Band 38 Euro). https://verlag.sandstein.de/detailview?no=98-626
live: Samstag, den 29. Mai, 18:00 bis ca. 18:30 Es geht um Leben und Tod Bernini und Caravaggio in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Die Kunsthistorikerinnen Claudia Kryza-Gersch und Yvonne Wagner (Staatliche Kunstsammlungen Dresden) nehmen uns mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Kunst des römischen Barock – und dabei geht es tatsächlich um Leben und Tod! Zum Buch: Bernini, der Papst und der Tod. Skulpturensammlung Dresden Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Stephan Koja; Claudia Kryza-Gersch 144 Seiten, 134 meist farbige Abb.25 x 20 cm, FesteinbandSandstein VerlagErscheinungsdatum 28.5.2021ISBN 978-3-95498-615-6 19,80 €https://verlag.sandstein.de/detailview?no=98-615
live: Samstag, den 29. Mai, 19:00 bis ca. 19:30 Kunst in der Krise Zum Umgang mit einem europäischen Erbe Kunstwerke dienten der Macht, als Geschenke oder der Mahnung zum Frieden. Die Kuratorinnen Claudia Brink (Staatliche Kunstsammlungen Dresden) und Susanne Jaeger (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa) beleuchten Künstler und Kunstwerke in einer der dramatischsten Epochen der europäischen Geschichte, dem Dreißigjährigen Krieg. Zum Buch: Bellum & Artes. Mitteleuropa im Dreißigjährigen Krieg Herausgeber: Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa; Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Nationalgalerie Prag; Claudia Brink; Susanne Jaeger; Marius Winzeler 544 Seiten, etwa 470 Abb.28 x 24 cm, FesteinbandSandstein VerlagErscheinungsdatum 8.7.2021ISBN 978-3-95498-605-7Der Subskriptionspreis von 29,00 € gilt bis 07.07.2021. Danach kostet der Band 48,00 €https://verlag.sandstein.de/detailview?no=98-605
Über den Sandstein Verlag Der Sandstein Verlag mit Sitz in Dresden wurde 1990 aus der Wendezeit heraus gegründet, um gesellschaftliche Debatten anzustoßen und zu begleiten. Als unabhängiger Verlag verbindet dieser heute einen kritischen Geist mit anspruchsvollem Design. Dabei leitet ihn die Leidenschaft, kulturhistorischen, künstlerischen und kunsthistorischen Themen eine möglichst perfekte Form zu geben: schön, lesbar, aufregend und informativ.
Beschreibung: Seit August 2020 versuchen viele Menschen in Belarus das sowjetische Erbe abzustoßen und sich vom diktatorischen Regime zu befreien. Doch das System schlägt brutal zurück und hinterlässt persönliche und kollektive Traumata. Eine Debatte des Programmschwerpunktes „The Years of Change 1989-1991. Mittel-, Ost- und Südosteuropa 30 Jahre danach“ mit Sasha Filipenko, Viktor Martinowitsch und Jenny Friedrich-Freska. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
12:30 – 13:00: Fast Hell
Beschreibung: „Das aber war es doch, was ich eigentlich erzählen wollte: Ein nicht zu fassendes Leben …“ Autor Alexander Osang zu Gast bei Das Blaue Sofa. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
13:00 – 16:00: Bücherfrühling 2021
Beschreibung: Deutschlandfunk Kultur sendet ein Literatur-Sonderprogramm – live aus der Moritzbastei! Mit Wiebke Porombka, Christian Rabhansl, Mithu Sanyal, Ingo Schulze, Shida Bazyar und Matthias Jügler. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
14:00 – 15:00: Jugoslawien ist tot. Der Jugoslawismus auch?
Beschreibung: Was ist noch übriggeblieben von Jugoslawien in der Erinnerung seiner ehemaligen Bewohner, und wie lauten die offiziellen nationalen Narrative zu diesem ehemaligen Staat? Ein Gespräch mit Dubravka Stojanoviæ und Dragan Markovina im Rahmen von Common Ground. Literatur aus Südosteuropa. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
14:30 – 15:00: Ein anderer Krieg. Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg
Beschreibung: Das Buch von Dan Diner erzählt die Anatomie des Zweiten Weltkrieges aus einer ungewohnten Perspektive. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
15:30 – 16:30: Gefangen im Vergangenen. Russland heute.
Beschreibung: „Die Hauptfundamente unserer Identität liegen in der Vergangenheit“, so Sergej Lebedew. Wie können Russland und seine Gesellschaft einen Weg in die Zukunft finden? Eine Debatte des Programmschwerpunktes „The Years of Change 1989-1991. Mittel-, Ost- und Südosteuropa 30 Jahre danach“ mit Viktor Jerofjew und Sergej Lebedew. Ort:www.leipziger-buchmesse.de
18:00 – 18:40: Paul Celan 100
Beschreibung: Präsentation der Deutsch-ukrainischen Anthologie, in der Leben und Werk des Dichters diskutiert wird, mit Eugenia Lopata, Serhij Zhadan, Tanja Maljartschuk und Klaus Reichert. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
20:00 – 21:30: 4. Frankophone Kriminacht
Beschreibung: Zwei der angesagtesten französischen Krimiautor:innen, Hannelore Cayre und Colin Niel, diskutieren mit dem Regisseur Dominik Moll. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
19:00 – 20:30: Leipzig-liest-Abend mit Christoph Hein
Beschreibung: Autor Christoph Hein im ausführlichen Gespräch mit Carsten Otte zu seinem druckfrischen Roman „Guldenberg“. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
19:30 – 20:30: Der geliebte Diktator: Tito
Beschreibung: Er war ein Held, jubeln seine Fans. Verbrecher! Massenmörder! – schreien die anderen. Eine Debatte im Rahmen von Common Ground. Literatur aus Südosteuropa. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
19:30 – 22:30: Die Unabhängigen – Spätausgabe
Beschreibung: Neuerscheinungen der unabhängigen Verlage in Lesungen und Gesprächen mit Martina Hefter, Ally Klein, Natasja Penzar, John Sauter, Tilman Sprengler und Tino Dallmann. Ort: www.leipziger-buchmesse.de
Alle Veranstaltungen von Leipzig liest extra sind über die Website www.leipziger-buchmesse.de kostenfrei zu erreichen. Je nach den vom 27. bis 30. Mai gültigen gesetzlichen Rahmenbedingungen begrüßen die einzelnen Veranstaltungsorte Publikum. Die Details erfahren Interessierte auf den Websites der jeweiligen Veranstaltungsorte.
Über Leipzig liest extra – eine Veranstaltung der Leipziger Buchmesse 2020 musste die Leipziger Buchmesse aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Um dennoch Autoren und Leser zusammen zu bringen, veranstaltet die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr ein Leipzig liest extra – mit rund 300 Veranstaltungen im Leipziger Stadtgebiet, Preisverleihungen und digitalen Begegnungen. Ausgewählte Veranstaltungen werden zusätzlich auf der Website der Leipziger Buchmesse gestreamt und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht. #Leipzigliestextra #lbm21
Text: Julia Lücke Pressesprecherin Leipziger Buchmesse
Premiere „Winnetou I“ von Olaf Hörbe nach Karl May im Lößnitzgrund in Radebeul in einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen in Radebeul unter Regie von Manuel Schöbel am 29. Mai, um, 19.30 Uhr,
Das Stück „Winnetou I“ von Olaf Hörbe nach Karl May der Landesbühnen Sachsen hat unter Regie von Manuel Schöbel am 29. Mai, um 19.30 Uhr im Radebeuler Lößnitzgrund Premiere. Gespielt wird bis 13. Juni.
In Radebeul entwarf Karl May seine berühmtesten Romanfiguren: Winnetou und Old Shatterhand.
„ Wir sind zuversichtlich am 29. Mai 2021 endlich starten zu können und freuen uns auf die Vorstellungen von „Winnetou I“ im Radebeuler Lößnitzgrund. Dankbar sind wir für die Unterstützung der Stadt Radebeul. Aus den Büchern, die einst Karl May hier in Radebeul geschrieben hat, steigen die Figuren auf die Bühne im Lößnitzgrund und wir freuen uns auf den Moment, wenn unser Winnetou sozusagen nach Hause kommt“, so Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühnen Sachsen.
Für die Vorstellungen im Lößnitzgrund greifen die Landesbühnen Sachsen auf die Inszenierung zurück, die für die Felsenbühne Rathen entstand. Die Felsenbühne Rathen wird bis zum Sommer 2022 wegen eines umfangreichen Umbaus nicht bespielt.
Die Inszenierung wird den räumlichen Gegebenheiten angepasst und auch für alle, die die Aufführung im Elbsandsteingebirge schon gesehen haben, Überraschungen und Neues bereithalten.
Die Schienen für den Bau der Eisenbahn sind ein fremdes Element auf der indianischen Erde – und Vorboten der weiteren Eroberung. Der junge Häuptling Winnetou (Michael Berndt-Cananá) weiß um die technische Überlegenheit der weißen Eroberer. Gleichzeitig ist mit Klekih-petra ein weißer Mann an seiner Seite, der nicht den Feindbildern entspricht. Winnetou sucht nach Lösungen für die tiefe Krise, in der sich die Indianer befinden. Banditen wie Santer greifen die Lebensgrundlage der Indianer immer wieder an. In dieser Situation treffen Winnetou und Old Shatterhand (Jan Baake) aufeinander. Doch bis zur Blutsbrüderschaft der beiden ist es noch ein weiter Weg…
Effektvolle Kämpfe, Stunts und artistische Einlagen verleihen der Aufführung einen besonderen Reiz.
Hinweise zum Hygienekonzept und Anfahrt s.U.
Termine:
Sa 29.05.2021 19:30 Premiere Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
So 30.05.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Do 03.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Fr 04.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Sa 05.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
So 06.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Do 10.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Fr 11.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Sa 12.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
So 13.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Winnetou I von Olaf Hörbe nach Karl May
Die Felsenbühne Rathen ist die Freilichtbühne mit der längsten Tradition der Karl-May Festspiele. Bereits 1938 ritten Karl Mays Helden – allerdings politisch einseitig interpretiert und benutzt – hier über di
Mit Jürgen Haase als Winnetou und Herbert Graedtke als Old Shatterhand begann 1984 in «Der Schatz im Silbersee» die neue Ära der Karl-May Stücke. Es folgten unter anderem «Winnetou», «Der Ölprinz», «Old Surehand», «Unter Geiern», «Der Schatz im Silbersee». Allein bei sechs Inszenierungen nach Karl May sorgte Olaf Hörbe für das Textbuch und die Regie. Auch für die aktuelle Version von „Winnetou I“ konnte Olaf Hörbe als Autor gewonnen werden. Die Inszenierung erlebte bisher 71 Vorstellungen auf der Felsenbühne Rathen.
Erzählt wird die Geschichte Winnetous (Michael Berndt-Cananá). Der junge Häuptling weiß um die technische Überlegenheit der weißen Eroberer. Er hat eine Ahnung von der Größe der Welt hinter dem Ozean. Gleichzeitig ist mit Klekih-petra ein weißer Mann an seiner Seite, der nicht den Feindbildern entspricht. Winnetou sucht nach Lösungen für die tiefe Krise, in der sich die Indianer befinden. Die Schienen für den Bau der Eisenbahn sind ein fremdes Element auf der indianischen Erde – und Vorboten der weiteren Eroberung. Banditen wie Santer greifen die Lebensgrundlage der Indianer an. Für Winnetou wird es schwer, die Indianer von Racheakten abzuhalten. In dieser Situation treffen Winnetou und Old Shatterhand (Jan Baake) aufeinander. Doch bis zur Blutsbrüderschaft der beiden ist es noch ein weiter Weg. Ihre Geschichte führt sie ins Lager der Apachen, in die Westernstadt St. Louis, zu den Landvermessern nahe der Station «Little Paradise» und in die Berge auf der Spur des Goldes. Geritten wird wie immer auf feurigen Pferden. Effektvolle Kämpfe, Stunts und artistische Einlagen verleihen der Aufführung einen besonderen Reiz.
Michael Berndt Cananá reitet als Winnetou seit 17. Mai 2014 in Rathen: Michael Berndt Cananá wurde am 7.1.1980 in Dresden geboren und hat seine Schauspielausbildung von 2004-2008 an der Berliner Schule für Schauspiel absolviert und dort aktiv in der BSFSSM (Berliner Schulen für Schauspiel-Schulmannschaft) mitgespielt. Anschließend folgte sein erstes Engagement am Landestheater Neustrelitz, bevor er 2012 an die Landesbühnen Sachsen wechselte. Auf der Felsenbühne Rathen spielte er bereits ab 2012 Apanatschka und ab 2014 Winnetou in „Old Surehand“.
Jürgen Haase, 2018 zum letzten Mal die Rolle des Old Shatterhand auf der Felsenbühne Rathen. Er hat mit einer kurzen Unterbrechung von 2007 bis 2012 über 30 Jahre Karl-May-Geschichte in Rathen mitgeschrieben und erlebt. Ab 1984 war er der erste Winnetou der Felsenbühne Rathen. 1991 übernahm er die Rolle des Blutsbruders Old Shatterhand. Nach einer Pause nach 2006 hat ihn Manuel Schöbel 2012 auf die Felsenbühne zurückgeholt. Ab 2014 spielte er wieder Old Shatterhand. Er übergab nach der Vorstellung am 1.9. 2018 seinen Henrystutzen an seinen Nachfolger Holger Uwe Thews: In diesem Sommer spielt Jürgen Haase die Rolle des Santer und Holger Uwe Thes den Medizinmann.
Und noch ein Schauspieler prägte die lange Karl-May-Tradition der Landesbühnen Sachsen.
Olaf Hörbe, verkörpert in diesem Sommer erneut den Häuptling Intschu-tschuna, den Vater Winnetous, im aktuellen Stück „Winnetou I“. Er ist zugleich der Autor des Stückes. Insgesamt schrieb er 6 Karl-May Stücke für Rathen und inszenierte sie selbst von 1995 bis 2010.
Der neue Old Shatterhand – Jan Baake wuchs in Jena auf. Hier spielte er sieben Jahre Pantomime bei Harald Seime. Seine Ausbildung zum Schauspieler erhielt er an der HMT Leipzig und war von 1997 bis 2003 Ensemblemitglied am DNT Weimar, dem Volkstheater Rostock und dem Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau.
Seit 2004 arbeitet er freiberuflich. Für die Produktionen „Spur des Falken“ und „Weiße Wölfe“ lernte er beim Awego-Stuntteam der Brüder Kahl das Reiten und spielte 2001 und 2002 in der Hauptrolle als „Weitspähender Falke“ für das GHT-Zittau auf der Waldbühne Jonsdorf und 2006 bei den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek. In dieser Zeit begann er auch seine Arbeit als Regisseur und spielte und inszenierte seit dem unter anderem am Theater der Jungen Welt in Leipzig, dem TAG Wien, der Staatsoper Hamburg, dem ThaliaTheater Halle, dem Theater Plauen-Zwickau, der Alten Oper in Erfurt und initiierte ein Strassentheaterprojekt in Kairo.
Im TV wirkte er als Schauspieler u.a. für „Tatort Weimar“, „Soko Leipzig“, „Abschnitt 40“, „In aller Freundschaft“, „Tatort Leipzig“ mit.
An den Landesbühnen Sachsen war er 2018 und 2019 in den Produktionen „Geheimnis der Hebamme“ und „Der gestiefelte Kater“ zu erleben. 2020 spielte er in einer Inszenierung von Ute Raab den Trinker in „Der Trinker“ von Hans Fallada..
Darsteller: Winnetou– Michael Berndt-Cananá; Old Shatterhand– Jan Baake a.G.; Sam Hawkens – Grian Duesberg; Santer – Jürgen Haase a.G; Intschu-tschuna – Olaf Hörbe a.G.; Klekih-petra– Lutz Hillmann a.G./ Frank Siebert a.G.;
Nscho-tschi – Julia Vincze; Kliuna-ai/ Mary (Chefin der Mädchenband) – Christin Rettig; Tangua- Matthias Avemarg; Medizinmann –Holger Uwe Thews; Bancroft/Mr. Henry/Apache -Thomas Förster a.G.;
Stone – Felix Lydike/Max Oskar Henel a.G.; Mr. White/Clay – Johannes Krobbach; Wirtin – Anke Teickner; Wirt/Metan-akva/ Rattler — Holger Kahl; Santers Assistent / Apachen Trommler – David Leubner a.G.; Parker-Thomas Strangfeld;
Mädchenband- Christin Rettig, Lena Beltermann, , Anna-Luise Wolf
Kiowa, Apachen, Siedler, Banditen, Vermesser – AWEGO und Komparserie der Landesbühnen
Premiere war auf der Felsenbühne Rathen am 4. Juli 2015
Jetzt aber muß ich schließen, weil ich mir einen Kaffee, den Sie auch gern trinken, kochen will. Das Wasser singt im Topfe. Es klingt grad wie: „Im lieben, schönen Lößnitzgrund […][2]
Zu Mays Lebzeiten wurde dieses Poem nicht veröffentlicht.
Für Besucher:innen gelten bis auf Weiteres folgende Hygienemaßnahmen vor Ort:
Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes im/auf dem gesamten Spielgelände
Mindestabstand von 1,5 m zu fremden Hausständen
Besucher:innen mit Symptomen einer Covid-19-Infektion ist der Zutritt untersagt
Bei einer Inzidenz zwischen 100 und 50 sind wir außerdem verpflichtet, folgende Nachweise von Ihnen zu kontrollieren:
Nachweis eines tagesaktuellen negativen Corona-Testergebnisses aus einem Testzentrum (nicht älter als 24h)
ODER: Nachweis über vollständige Impfung oder Genesung nach den geltenden Regeln
Darüber hinaus sind wir verpflichtet, Ihre Kontaktdaten (Name, Anschrift) aufzunehmen und 4 Wochen für eine Nachverfolgung bei Bekanntwerden eines Infektionsfalls aufzubewahren. Dafür können Sie die perforierten Abschnitte auf Ihrem Hardticket bzw. den markierten Abschnitt auf Ihrem print@home-Ticket nutzen. Die ausgefüllten Abschnitte sammeln wir am Spielort ein und verwahren sie sicher vor dem Zugriff unbefugter Dritter.
Bitte halten Sie für einen zügigen Einlass daher Folgendes bereit:
Ticket mit ausgefüllter Kontaktdatenerfassung (Vor- und Zuname, Telefonnummer/E-Mail-Adresse, vollständige Anschrift)
Ausweisdokument
Negatives Test-Ergebnis / Nachweis über vollständigen Impfschutz / Nachweis über überstandene Covid-19-Infektion ggf. in Kombination mit Impfung
Ab einer Inzidenz unter 50 ist vorgesehen, dass die vorgenannten Nachweispflichten an unseren Spielstätten entfallen.
LÖSSNITZGRUND RADEBEU
Für unsere Vorstellungen von „Winnetou I“ im Lößnitzgrund Radebeul haben wir hier die wichtigsten Informationen für Besucher:innen zusammen gestellt.
ANFAHRT
Während unserer Vorstellungen wird die direkte Zufahrt zum Spielort auf der Lößnitzgrundstraße aufgrund der örtlichen Gegebenheiten gesperrt. Wir empfehlen daher:
die Anfahrt mit der Lößnitzgrundbahn (bis zur Haltestelle „Lößnitzgrund“ 260 m, ca. 3 Min. Fußweg). Fahrtzeiten, Preise und wichtige Hinweise der Lößnitzgrundbahn finden Sie unter: https://www.loessnitzgrundbahn.de/
oder das Parken auf folgenden Parkplätzen:
Parkplatz an der Spielstätte (begrenzte Kapazität)
Parkplatz am Bilzbad, ca. 11 Min. Fußweg ( 750 m)
Parkplatz gegenüber der Landesbühnen Sachsen, ca. 20 Min. Fußweg (1,9 km)
GPS Koordinaten für die Planung der eigenen Anreise (einfach kopieren und in Google Maps oder der Google Suche eingeben):
51.11951658119005, 13.65485810011821
ZUGANG & KASSE
Der Eingang zur Spielstätte „Lößnitzgrund – Little Tombstone“ befindet sich im südlichen Bereich des Geländes. Hier finden Sie die Abendkasse (bis Ende der Spielzeit 2020 / 2021 ohne Abendkassenzuschlag) und den Kontrollpunkt für die negativen Testnachweise bzw. Nachweise über Impfung/Genesung. Personen ohne gültigen Nachweis (negativer Corona-Test, Impfung, Genesung) können wir leider keinen Zutritt zu unserer Spielstätte gewähren. Bitte bemühen Sie sich daher im Vorfeld der Vorstellung um den erforderlichen Nachweis.
ACHTUNG: Keine Verarbeitung von Gutscheinen garantiert
Leider können wir Besuchern:innen, die über einen Gutschein der Landesbühnen Sachsen verfügen, keine Einlösung vor Ort an der Spielstätte „Lößnitzgrund – Little Tombstone“ garantieren. Wir bitten Sie daher, Gutscheine bereits im Vorfeld der Veranstaltung in der Theaterkasse Radebeuleinzulösen.
TESTZENTREN IN DER UMGEBUNG
Ein Testzentrum an der Spielstätte ist in Vorbereitung. Über die genauen Öffnungszeiten informieren wir Sie zeitnah.
Weitere Testzentren für Ihren Besuch an der Spielstätte Lößnitzgrund Radebeul finden Sie in Radebeul:
Auf unserer Spielstätte finden Sie Sanitäranlagen, die vor sowie nach der Vorstellung kostenfrei genutzt werden können (unter Einhaltung der geltenden Corona-Schutz-Maßnahmen).
Ein gastronomisches Angebot auf dem Gelände wird über unseren Partner GOURMETTA bereit gestellt. Weitere gastronomische Angebote in Radebeul finden Sie auch z. B. in Altkötzschenbroda.
DIREKTKONTAKT:
Informationen rund um Tickets und Ihren Besuch im Lößnitzgrund Radebeul erhalten Sie unter:
geöffnet ab: Samstag | 29.5.2021 | 19 Uhr Einführung von Dr. Michael Wächter Ausstellungsdauer: 30.5. 2021 – 11.7. 2021
„Ein Blick in die Artbox eröffnet die Innenansicht eines intuitiv-persönlichen Wandbildes. Abstrakte, geometrische Formen berühren und überschneiden sich und scheinen sich trotz der Enge des Raumes ins Unendliche zu weiten. Gezeigt wird die Arbeit des italienisch-deutschen Künstlerpaares Paola Alborghetti und Eckehard Fuchs. Die Künstler nutzen die Artbox als Fenster zur Außenwelt ihrer introspektiv erschlossenen Weltaneignung. Dabei zeugt ihre Kunst von Veränderung und unterschiedlichen Positionen, die – Archetypen gleich – sich aus Erinnerungen an Orte speist und in kryptisch-unlesbaren Gedanken offenbart. Es sind intensive Formen und Farben, die durch künstlerische Freiheit in einer Alchemie der Beziehung zur Einheit wachsen. Das Künstlerpaar aus Italien überträgt somit erinnerte Gefühle und Momente auf die Wand, ohne die jeweils eigene individuelle Perspektive aufzugeben. Damit zeigt dieses Werk, wie aus gedanklicher Freiheit ein gemeinsamer Schaffens- und Erinnerungsakt wird und uns, dass unterschiedliche Sichtweisen und Blickwinkel auf Ereignisse, Orte oder Geschichten nicht notwendig getrennt bleiben müssen.“
Im Kabinett | Horst Leifer – Du sollst den Kitsch riskieren Die GALERIE HIMMEL präsentiert mit der kommenden Ausstellung „Mandy Friedrich – So weit, so nah“ aktuelle Gemälde der Dresdner Malerin. Die ungestüme und farbensatte Malerei von Mandy Friedrich (*1977) bewegt sich zwischen einem am Motiv orientierten Realismus und einem formauflösenden malerischen Expressionismus. Figuren und Gegenstände entwickelt sie mit geradezu körperlicher Präsenz aus der Farbmasse heraus. Dank einer spannungsreichen Bildkomposition, einer souveränen Pinselführung und einem betörend lichtdurchfluteten nuancenreichen Kolorismus entstehen eindringliche Bildwelten: Landschaften, Porträts und Stillleben.
Es sind Bilder von malerischer Tiefe und Sensibilität, kraftstrotzend und vital. Eine Malerei, die durch virtuoses Handwerk und genaue Beobachtung brilliert. Ihre Themen findet Mandy Friedrich in der Natur, in Alltag und Geschichte, in Literatur und Musik, in Kunst und Religion. Besonders eindrucksvoll sind ihre Porträts und Landschaften. Neben beglückend Heiterem wohnt der Malerei auch ein melancholischer Ton inne. Leuchtend helle Farben werden von dräuend-dunklen Tönen begleitet, sowohl das Lichte als auch die Verschattungen des Lebens spiegelnd. Malend begibt sich die Künstlerin auf Entdeckungsreise, erzählt von Schönheit und Verfall, von Aufbruch und Innehalten, vom Glück des Moments, von Hoffnung und Zweifel – Augenblicke, in denen die Wirklichkeit hinter den Dingen sichtbar wird. I
Im Kabinett zeigen wir zeitgleich die Ausstellung „Horst Leifer – Du sollst den Kitsch riskieren“ mit Aquarellen und Zeichnungen des in Dresden und Mecklenburg beheimateten Malers Horst Leifer (1939-2002). Horst Leifer, der in den 1960er Jahren bei Paul Michaelis an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste studierte und hier bis 1993 Oberassistent bei Gerhard Kettner war, schuf mit seinen melancholischen Porträts intensive Menschenbilder. Neben Porträts und Aktdarstellungen entstanden Stillleben und Landschaften. Die Ausstellung vereint herausragende Werke, die zwischen 1975 und 1989 entstanden.
Die Ausstellungen „Mandy Friedrich – So weit, so nah“ und „Horst Leifer – Du sollst den Kitsch riskieren“ werden am 29. Mai 2021, 10 Uhr, eröffnet. Leider können wir die Ausstellungen nicht feierlich eröffnen. Der Besuch der Ausstellungen ist nur nach Anmeldung per E-Mail oder Telefon sowie unter Einhaltung der Hygienevorschriften, ggf. einem Corona-Negativtest oder Impfnachweis möglich.
Die Galerie ist Montag-Freitag von 10-18 Uhr und Samstag von 10-16 Uhr geöffnet sowie telefonisch erreichbar.
Nika Rukavina arbeitet an ihrem Werk „Handbuch für Hausreparaturen für Frauen“ – OSTRALE-Direktorin Andrea Hilger und Team ertüchtigen die Robotron-Kantine für die Zwischennutzung – Die schwedischen Künstler Christoph und Sebastian Mügge vollenden das erste der vor Ort gestalteten Kunstwerke der OSTRALE Biennale.
Bis zum 6. Juni ist die Robotron-Kantine unter Regie des Kunsthauses Dresden Kulisse für künstlerische Interventionen, unter anderem von André Tempel, Ina Weise, Henning Haupt und Stephanie Lüning. Im Innern arbeitet parallel schon seit Wochen das OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst an der kommenden OSTRALE Biennale O21, die am 1. Juli eröffnet werden soll. Soeben haben die Brüder Christoph und Sebastian Mügge an einer Außenwand des Ostmoderne-Pavillons das erste der Kunstwerke vollendet, die vor Ort für die „O21“ geschaffen werden. Gerade hat in Vorbereitung der OSTRALE Biennale auch die Ungarin Nika Rukavina ihre künstlerische Arbeit an der Robotron-Kantine aufgenommen.
„Mit der derzeit leer stehenden Robotron-Kantine bespielen wir im Wechsel eines der letzten Objekte in Dresden, die noch für eine Nutzung für Akteure der zeitgenössischen Kunst verfügbar sind. Wir hoffen, dass wir dieses wunderbar geeignete Objekt für eine dauerhafte Nutzung sichern können“, so Christiane Mennicke-Schwarz, künstlerische Leiterin des Kunsthauses Dresden und Andrea Hilger, Direktorin des OSTRALE Zentrums für zeitgenössische Kunst in einem gemeinsamen Statement.
Bereits seit 11. Mai haben die schwedischen Brüder Mügge (Christoph, geb. 1983 in Bonn und Sebastian, geb. 1981 in Bonn; leben in Schweden) an ihrem detailreichen Werk „Hope for the best but expect the worst“ gearbeitet. Auf 38 x 3 Metern schufen sie dabei Kunst im öffentlichen Raum: Ihre Wandmalerei ist mit Holzkohle, Wandfarbe und Fixiermittel auf die robuste Holzverschalung aufgetragen, mit der das Team der OSTRALE zuvor zerstörte Glasflächen der Robotron-Kantine gesichert hatte. Christoph und Sebastian Mügge werden während der OSTRALE Biennale auch im Klärpark Kaditz der Stadtentwässerung Dresden mit einem Werk vertreten sein. Die dafür vorgesehene skulpturale Komposition „Not a Dog Shelter“ entsteht dort bis 12. Juni, unter anderem mit Haaren aus Dresdner Friseursalons.
Auch Nika Rukavina (*1980 in Kroatien) gastiert derzeit in Dresden, um an der Robotron-Kantine einen Beitrag zur OSTRALE Biennale zu erarbeiten, nämlich ihr Werk „Manual for House Repairs for Women 2018/2021″ (2x10m). Und einige „Reparaturen am Haus“ haben die Mitarbeiter des OSTRALE Zentrums noch zu leisten, bevor sie die leerstehende einstige Kantine wieder für die Öffentlichkeit öffnen können.
Die meisten Kunstwerke, die dann zu sehen sein werden, werden für die OSTRALE Biennale aus insgesamt 34 Ländern, darunter Bangladesh, Togo und Singapur nach Dresden entliehen. Die ersten Kunsttransporter rollen bereits durch Osteuropa.
Zu den Werken:
„Hope for the best but expect the worst“: Ausgehend von einer „Krisenbox“ verbindet diese detailreiche, ortsspezifische Wandzeichnung das Wettrüsten des Kalten Krieges mit zeitgenössischen Phänomen und wirft Fragen auf, wer in den sicheren Hafen aufgenommen werden sollte. Während des Kalten Krieges war die Bedrohung eines nuklearen Angriffs in der Gesellschaft allgegenwärtig und da ein solcher Anschlag verheerende Folgen für die Nahrungsmittelproduktion eines Landes gehabt hätte, wurden strategische Depots für essentielle Grundnahrungsmittel eingerichtet. Das Phänomen lebt in unserer Zeit in der sogenannten „Prepper“-Bewegung weiter, in der Menschen es sich zur Lebensweise gemacht haben, auf mögliche Notfälle vorbereitet zu sein. Die Krisenbox enthält alles, was zum Überleben benötigt wird, wenn die Grundversorgung aufgrund einer Notsituation eingestellt wird.
Manual for House Repairs for Women 2018/2021 ist der Titel des Werkes, das an der Außenwand Richtung Lingnerallee entsteht. „Ich arbeite schon seit Jahren als Handwerkerin, um mein Künstlerbudget aufzubessern. Die meisten Arbeiten, die ich ausführe, sind für meine weiblichen Freunde oder Familienmitglieder, die mich mehrfach gebeten haben, ihnen beizubringen, wie sie die kleinen Reparaturen selbst machen können, also ist dieses Projekt für sie. Es richtet sich in erster Linie an Frauen, nicht weil ein Mann es nicht nutzen kann, sondern wegen all der ‚rosa Werkzeuge‘ (in ‚mädchenhaften‘ Designs mit seltsamen Formen, Pelzen und Glitzer), die speziell für Frauen hergestellt werden und in den meisten Fällen nutzlos sind. Das vorliegende Handbuch kämpft gegen dieses verzerrte Bild der kapitalistischen Ermächtigung von Frauen, das auf seine Weise sagt: ‚Du bist uns gleichgestellt, du kannst es selbst tun, aber die Werkzeuge, die wir dir geben, sind wertlos'“, so Nika Rukavina.
Leipzig liest extra Eine Veranstaltung der Leipziger Buchmesse (27. bis 30. Mai 2021)
Preis der Leipziger Buchmesse 2021 für Iris Hanika, Heike Behrend und Timea Tankó
Iris Hanika, Heike Behrend und Timea Tankó haben heute den Preis der Leipziger Buchmesse 2021 im Rahmen von Leipzig liest extra, einer Veranstaltung der Leipziger Buchmesse, erhalten. Die siebenköpfige Jury um den Vorsitzenden Jens Bisky zeichnete Iris Hanika in der Kategorie Belletristik für ihr Werk „Echos Kammern“ (Literaturverlag Droschl ) und Heike Behrend in der Kategorie Sachbuch/Essayistik für ihr Buch „Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung“ (Matthes & Seitz Berlin) aus. In der Kategorie Übersetzung würdigte die Jury Timea Tankó für die Übersetzung aus dem Ungarischen von „Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus“ (Die Andere Bibliothek) mit dem renommierten Preis. Insgesamt 389 Werke wurden für den diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse eingereicht.
„Bevor ich bin gereist nach New York, ich war in Sorge. Weil war das große Reise über Atlantik und war das auch lange Reise – zehn Wochen ist lang, in diese Zeit viel kann geschehen.“ Ja, es ist viel. Doch was genau in Iris Hanikas herrlich palimpsesten Roman zwischen Berlin und New York geschieht, ist kaum seriös in aller Kürze zu erzählen. Es blitzt und spiegelt, experimentiert nur so vor sich hin. … Diese Autorin ermächtigt sich, den Mann mit den Mitteln des Jahrtausendealten männlichen Blicks zu betrachten. Josh, Narziss, der Mythos wird zum Resonanzraum, in dem sein eigener Hohlkörper sichtbar wird, Iris Hanika schiebt ihn sachte in eine ihrer Echokammern. Nicht zuletzt hier weist sich die Autorin als kluge, witzige und wüste Erzählkonstrukteurin aus. Iris Hanika schreibt unbeirrt und seit fast drei Jahrzehnten ihre Literatur, schreibt auf ihrem Stern, an ihrem Stern. Als eine der eigensinnigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsdichtung, die mit brutal klarem und unverschämten Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse schauen kann. Und dann wieder unheimlich erheitert. Iris Hanika übt in aller Virtuosität ihre Sprachexperimente aus und ja, sie hat diebische Freude daran, dass sie das jeden Moment den Roman kosten könnte. Eben dieses riskante Schreiben zeichnet sie aus.
Autorin:
Iris Hanika wurde 1962 in Würzburg geboren. Ihr umfangreiches Werk, u. a. die Erzählungen Katharina oder Die Existenzverpflichtung (Fannei & Walz, 1992), Treffen sich zwei (2008),Tanzen auf Beton (2012), Wie der Müll geordnet wird (2015, alle drei im Literaturverlag Droschl) bescherten der Autorin zahlreiche Preise, darunter den Hans-Fallada-Preis 2006, den European Union Prize for Literature 2006 und den Hermann-Hesse-Literaturpreis 2020.
Kategorie Sachbuch und Essayistik:
Heike Behrend | Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung | Matthes & Seitz Berlin
Zur Begründung der Jury:
Nur wer sich selbst für die Welt öffnet, wird auch in ihr heimisch werden. Diese Erfahrung ist das zentrale Moment des Buchs von Heike Behrend. Die eigene Neugier der Ethnologin stieß während ihrer Feldforschungsaufenthalte auf die der besuchten Gruppen, und sie selbst wurde zum Gegenstand der Beobachtung durch ihre Gastgeber. Es gehört viel Selbsterkenntnis dazu, sich erkannt zu fühlen. „Menschwerdung eines Affen“, benannt nach der sich wandelnden Zuschreibung, die man ihr in den kenianischen Tugenbergen als Forscherin, die dort zur Freundin wurde, angedeihen ließ, legt Zeugnis davon ab, dass Heike Behrend diese Befähigung besitzt. Und mit ihrer Betrachtung der Betrachter ihrer selbst als Betrachterin gewinnt sie auch eine Perspektive auf die eigene Kultur – sowohl verstanden als nationale wie als disziplinäre Geisteswissenschaft in der Form, wie Heike Behrend sie teilnehmend beschreibt, ist im besten Sinne Geistesbeschwörung: Sie provoziert zu einem Blick, der intellektuell agiert statt visuell. Ihr Buch ist eine ebenso köstliche wie kostbare Lektüre, die unsere Horizonte weit verschiebt, ohne dabei eine politische Agenda vermitteln zu wollen. Es ist geboren und geschrieben aus der Emphase für die Gemeinsamkeit dessen, was Menschsein ausmacht: die Überwindung von Vorurteilen. Solchen seiner selbst über andere und solchen anderer über einen selbst. Es ist ein erhellendes Buch in diesen sich verdunkelnden Zeiten.
Autorin:
Heike Behrend studierte Ethnologie und Religionswissenschaft. Sie arbeitete ethnografisch vor allem in Ostafrika und unterrichtete an verschiedenen Universitäten. Sie veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze, u. a. Alice und die Geister. Krieg im Norden Ugandas (Trickster, 1993) und Contesting Visibility. Photographic Practices and the „Aesthetics of Withdrawa” along the East African Coast (transcript, 2013).
Kategorie Übersetzung:
Timea Tankó | „Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus“ von Miklós Szentkuthy übersetzt aus dem Ungarischen | Die Andere Bibliothek
Zur Begründung der Jury:
Wie lässt sich so etwas Quecksilbriges, sich jeder Zuordnung Entziehendes, wild Fantasierendes und zugleich messerscharf Argumentierendes in eine andere Sprache bringen? Die Antwort kann nur lauten: indem man mitdenkt. Und nichts anderes tut Timea Tankó. Ihre deutsche Fassung wird der intellektuellen Beweglich-, ja Quirligkeit Szentkuthys absolut gerecht, dank ihr gerät man unweigerlich in den Sog seiner kapriolenhaften Gedankenflüge – und ohne, dass einem flau dabei wird. Er und sie, Miklos und Timea, diese beiden Liebenden der Sprache, können aber auch ganz anders, konkret-anschaulich und poetisch-bildhaft zugleich: „An einem Vormittag“, heißt es da, „war das Meer ungewöhnlich blau, die kleinen weißen Wellenspalten waren besonders parallel und zahncremefrisch, die Luft war sportlich klar, die Möwen wirkten einen Hauch melancholischer, herbstblattähnlicher als sonst, die fernen griechischen, persischen und russischen Yachten vibrierten noch höher über den Horizont als sonst – und wegen dieser kleinen Frühlingskomposition, die einen halben Augenblick zuvor noch nicht einmal ansatzweise so aussah und im nächsten ihren fröstelnden Maifestcharme bereits verloren hatte, musste Rom untergehen.“ Wow. Was für ein Satz, was für ein Schmelz in den Beschreibungen, welch ein sanfter Rhythmus, und was für ein eiskalter Knalleffekt am Ende. Dafür, dass sie sich dieser Prosa einfühlsam und doch selbstbewusst angeschmiegt und dabei immer die Spannung gehalten hat, dafür danken wir Timea Tankó.
Übersetzerin:
Timea Tankó, 1978 in Leipzig geboren, arbeitet als Dolmetscherin sowie als Übersetzerin ungarischer und französischer Literatur. Neben Übertragungen u. a. von Werken István Keménys, Antal Szerbs und György Dragománs ins Deutsche brachte sie z. B. auch Texte Esther Kinskys ins Ungarische. Zuletzt wurde sie mit dem Exzellenzstipendium des Deutschen Übersetzerfonds 2020 ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.
Über den Preis der Leipziger Buchmesse Der Preis der Leipziger Buchmesse wurde von einer siebenköpfigen Jury vergeben: Unter der Leitung von Jens Bisky haben Anne-Dore Krohn, Tobias Lehmkuhl, Andreas Platthaus, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch die Nominierten und Preisträger:innen ausgewählt. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin. Medienpartner ist das Kundenmagazin buchjournal und Deutschlandfunk Kultur.
Text: Julia Lücke Pressesprecherin Leipziger Buchmesse