Komischer Kauz rettet den Weihnachtsfrieden

Weihnachten steht vor der Tür. Doch der Bauunternehmer Clemens ist voll beschäftigt. Er plant eine Luxuswohnsiedlung und muss nur noch einige hartnäckige Mieter aus dem Hafenkiez vertreiben. Doch die wehren sich.
Einer von ihnen, Rolf, schwört Rache und heuert undercover als männliche Nanny in Clemens` Haushalt an. Das sorgt für allerlei Turbulenzen, Zoff und Überraschungen in der Familienkomödie „Der Nanny“, die nach dem gleichnamigen Kino-Erfolg von Matthias Schweighöfer im letzten Jahr nun auf die Bühne kam. Die Premiere war am Freitagabend in der Comödie Dresden.

Auf der Bühne prallen zwei Welten, eine Skyline aus klotzigen Hochhäusern und am Rande eine urige, ebenfalls vom Abriss bedrohte Fischerkneipe aufeinander. Da geht es abwechselnd rau, hart und herzlich zu. Dabei dominieren schnelle, derb comedyhafte Späße, garniert mit poppigen Weihnachtsliedern und bleibt wenig Raum für leise, besinnliche Töne in dieser recht platten Sozialromanze mit Happy End (Bühnenfassung und Regie: Christian Kühn). So cool und lässig der unablässig telefonierende Bauunternehmer Clemens aus dem Aufzug auftaucht und verschwindet (Andreas Elsholz), so aufsässig sind seine Kinder Winnie (Sabrina Sauer) und Theo (Fritz Becker), die bisher jede Nanny in die Flucht schlugen.

Auch die so dickfellige wie gutmütige Ilona mit Ruhrpott-Dialekt (köstlich Mackie Heilmann in vier Rollen, u.a. als eiskalte Investorin im Domina-Stil und abgehoben hilflose Therapeutin) verzweifelt fast an ihnen. Immer neue, albtraumhafte Streiche spielen ihr die äußerlich adretten, aber rotzfrechen und hinterhältigen, allein gelassenen Gören in dem sachlich-kühl ausgestatteten Appartement. Dann landet der schrullig-verrückte Rolf (Carsten Strauch), der Mann, der sich am Kühlschrank anketten ließ aus Protest gegen den Abriss seiner Wohnung, als Nanny in der Familie des Bauunternehmers. Er erträgt tapfer alle Streiche für seine hehre Mission und die widerspenstigen Kinder schließen den komischen Kauz nach und nach in ihr Herz, da er Zeit für sie hat, mit Theo technische Wunderdinge bastelt und Winnies Schulprobleme und Liebeskummer anhört.

Die Fischerkneipe mit der forschen Besitzerin Steffi (Meike von Bremen) dient als Beratungs- und Zufluchtsort. Wo alle gemeinsam mit einer Familientherapeutin Origami-Sterne zum Wutabbau falten und wo sich die Kinder mit Rolf verbarrikadieren und einsetzen für den angeblichen „Geiselnehmer“. Zuletzt sitzen alle in trauter und harmonischer Runde doch noch als Familie am Weihnachtstisch. Viel Applaus gab es zur Premiere für diese reichlich schräge Weihnachtskomödie.

Nächste Vorstellungen: 13., 14., 15., 16.12., 19.30 Uhr, 17.12., 15 + 19.30 Uhr und 18.12., 15 Uhr

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