Verlagsbüro und Lesebühne in einem: Der Raum der  Edition Azur war voll bei der Buchpremiere von Volker Sielaffs Prosaband „Überall Welt“ (Edition Azur, 152 S., 19,90 Euro) am Dienstag abend im Zentralwerk auf der Riesaer Str. 32. Hierhin lud Verleger Helge Pfannenschmidt (re. Foto) zur ersten Lesung im neuen Domizil ein. In dem ehemaligen, sanierten Fabrikgebäude haben sich bereits viele Ateliers, Probenräume und Werkstätten angesiedelt. Durch die großen Fenster fällt viel Himmelblau. Die Edition Azur, die es seit nunmehr zehn Jahren gibt, versteht sich auch als Möglichkeitsraum, der das utopische Potenzial von Dichtung und Texten, die an Denk- und Sprachroutinen rütteln, befördert. Der Schwerpunkt liegt auf Lyrik und Prosa von Autorinnen und Autoren, die durch besonders eigenwillige Schreibweisen hervorstechen, ihr Debüt abgeben und noch nicht etabliert sind. Mit Sprache und Form experimentiert auch Volker Sielaff gern, wohlwissend, dass er sich „mit dem Schreiben immer auch persönlich aussetzt.“ „Erschütterbar“ zu bleiben, erwidert er im Buch dem „Alles aushalten, mit dickem Fell, wie ein Bär“ eines Freundes.

Mehr Text zur Lesung + Buch folgt.
Text + Fotos (lv)

Kostproben aus „Überall Welt“:

„Das weiße Räuberheft: So nennt das Kind sein Notizheft“ (S. 44)

„Manchmal genügt ein einziger bedenkenswerter Satz und ich spüre mich wieder“ (S. 89)

„Das Zirpen der Grillen im hohen Gras, Weltklang“ (S. 63)

„Ihre Bemerkung, die Füße hätten von allen unseren Körperteilen am meisten mit der Seele zu tun“ (S. 89)

„Das Licht
unter dem Flügel
des Mauerseglers.

Der Tag
hat noch Zeit.“ (S. 78)

 

 

 

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