Das Tanzstück über das Leben der berühmten Mätresse des sächsischen Königs August des Starken, choreografiert von Carlos Matos und Wencke Kriemer de Matos mit Musik von Antonio Vivaldi und Johann Adolph Hasse bis hin zu Kompositionen der Gegenwart feierte am Sonnabend Premiere in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Außerdem eröffnete dort die Ausstellung „Begegnungen“ mit Arbeiten von Schülern der Palucca Hochschule für Tanz Dresden.

Das bewegte Leben der Gräfin Cosel und Blicke auf Dresden heute

Anlässlich des 115. Geburtstages Paluccas präsentieren SchülerInnen und Studierende der Palucca Hochschule für Tanz Dresden eigene Werke, die im Kunstunterricht der integrierten Oberschule entstanden sind. Die jungen Kreativen haben in Installationen, Plastiken, Fotografien und Grafiken ihre eigene Interpretation Dresdens als einen Ort für «Begegnungen» verbildlicht und sich dabei vorrangig mit der Form- und Farbsprache des Expressionismus auseinander gesetzt.

Schöne und kluge Verführerin und Gefangene des Königs

Jeder Dresdner, der einmal die Burg Stolpen besucht hat, weiß, dass es sich bei der Reichsgräfin von Cosel um eine Frau mit einem äußerst tragischen Schicksal handelt: Fast 50 Jahre lebte sie eingesperrt auf dieser Burg! Und das, nachdem sie jahrelang die verwöhnte Mätresse des sächsischen Königs August des Starken gewesen war und ihm zudem drei Kinder geboren hatte. Wer brachte die schöne, intelligente aber auch ehrgeizige Frau zu Fall?

War sie es selbst, da sie sich – ihrer herausragenden Rolle bei Hofe sicher – in die Politik einzumischen begann? Verspielte sie die Gunst des Königs persönlich oder hatte sie sich mächtige Feinde geschaffen, die sie vom Hof zu entfernen trachteten? Das Eheversprechen, das sie dem verheirateten König abgerungen hatte für den Fall, dass er Witwer würde und auf dem sie trotzig bestand, wurde ihr schließlich zum Verhängnis …

Der Tanzabend von Carlos Matos gibt Einblick in die bewegte Jugend einer der schillerndsten Gestalten der sächsischen Geschichte: Von ihrem Gefängnis aus erinnert sich Anna Constantia an die aufregende Zeit, als sie – noch Gattin des Freiherrn von Hoym – König August bei dem Brand ihres Hauses zum ersten Mal begegnete, an ihre glücklichen Jahre bei Hofe bis hin zu ihrer Verbannung nach Pillnitz und an ihren Fluchtversuch, der sie schließlich die Freiheit kostete. Eine Freiheit, mit der sie nach dem Tode des Königs allerdings nichts mehr anzufangen weiß: Selbst wenn sie könnte – sie wird die Burg nicht mehr verlassen.

Text: Petra Grubitzsch/Landesbühnen Sachsen

Nächste Vorstellungen:

Fr, 17.11.2017,  20:00 Uhr, 2.12., 19.30 Uhr, LB Radebeul,
So  26.11.2017,  18:00 Uhr, Großenhain/Kulturzentrum.

www.landesbuehnen-sachsen.de 

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