Faszinierend, was Menschen und Tiere zusammen alles zuwege bringen. Mal ist es im nagelneuen Chapiteau des 22. Dresdner Weihnachts-Circus mucksmäuschenstill vor Spannung, mal erfüllt von Lachen, lustigen Tiergeräuschen und Klängen der Akrobatik- und Musikclowns Steve & Jones, bei denen zu wilden Saxofon-Tönen die Diabolos rasant durch die Luft wirbeln. Gestern morgen kamen Kerzenschein, Weihrauch, Posaunenklänge, gemeinsam mit den Chor der Weinbergkirche gesungene Weihnachtslieder und besinnliche Worte hinzu beim Ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto: „Gott ist auch in der Manege“.

Im dreiviertel vollen Zirkuszelt erlebten kleine und große Zuschauer Geistliche verschiedener Glaubensrichtungen, die auf ukrainisch, englisch und deutsch Gebete und Segenswünsche für die internationale Artistengemeinschaft sprachen. Allabendlich geben vereint unter der weiträumigen Zirkuskuppel 20 Artisten und Tierlehrer aus neun Ländern samt schwungvoll begleitender Bigband, Showballett und Sängerin ihr Bestes für das Publikum.

„Was viele vielleicht nicht wissen. Zirkusleute sind gläubige Menschen. So verschieden ihr Gott auch sein mag. Ihre erste Maxime ist Toleranz“, sagte Zirkussprecher Dirk Porn. Sie sind nicht nur viel unterwegs und sehen viel. „Zirkusleute tragen die Weihnachtsbotschaft, dass man friedlich miteinander leben kann das ganze Jahr über im Herzen“, sagte Pfarrerin Manja Pietzcker von der Dresdner Lukaskirche.

Kleine und große Mitgestalter des Ökumenischen Gottesdienstes wünschten den Zirkuskünstlern immer Glück und Freude bei ihrem Tun, Schutz vor Unfällen und dass das Publikum fröhlich und zufrieden nach Hause geht und die Welt damit ein wenig heller wird. Und im Gebet der Artisten geht es außerdem um Kraft und Ideen, um das Kulturgut Zirkus zu erhalten.

Anschließend wurden Ausschnitte aus der neuen Show gezeigt, darunter die lustig-verspielte Hundeschar von Tierlehrer Wolfgang Lauenburger, die über Hürden springen, einer sogar von einem Kletterturm in die Tiefe und sicher in seinen Armen landend, umringt von den anderen Hunden.

Bei Erwin Frankello geben seine zwei gewitzten, kalifornischen Seelöwen „Itchy & Scratchy“ gern den Ton an – was sie auch geräuschvoll verblüffend, voller Situationskomik zeigen. Schniefend, schnarchend, mit Inbrunst singend, heulend und gar sprechend aus tiefer Kehle das Wort „Mama“… Sie machen nur was sie wollen, sträuben sich auch mal Ringe zu fangen, zappeln rythmisch vor und zurück mit dem Kopf zur Musik und posieren überhaupt gerne. Fläzen da und sind kaum aus der Manege herauszubekommen. Einer der beiden kann sogar einen einarmigen Flossenstand. Köstlich den beiden zuzuschauen!

Am Vorhang steht schon eine der zwei Elefantendamen, mit denen Frankello ebenfalls Erstaunliches zeigt. Am besten selbst anschauen. Noch bis 7. Januar ist Gelegenheit dazu beim Dresdner Weihnachts-Circus auf der Pieschener Allee.

Text + Fotos (lv)


Auf dem Weg zum Zirkus am zweiten Weihnachtsfeiertag.
Ökumenischer Gottesdienst mit Geistlichen verschiedener Glaubensrichtungen.
Weihrauch und besinnliche Worte: Pfarrer Bohdan Luka von der ukrainisch-katholischen Kirche aus Kiew.

Coole Spaßmacher: Steve & Jones

Fröhlich verspielte, willige Hundeschar mit Wolfgang Lauenburger
Drei die sich toll verstehen, immer einen Scherz parat:
die zwei Seelöwen „Itchy & Scratchy und Erwin Frankello.

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