Bewegte Bilderlandschaften

Malerei und Grafik, die mit ihren Farbkontrasten und Blickwechseln überrascht, zeigt Thorsten Gebbert derzeit in der Galerie mit Weitblick Radebeul.

Graublau schimmert ein „Winterabend“. Weiße Zweige strahlen fächerartig. Gelb und schwarz leuchten Baumstämme im „Waldlicht“. Verwinkelte dunkle Häusergassen werden nach oben weit und strahlen ziegelrot hoch „Über den Dächern“. Landschaften und Orte verändern sich im Wechselspiel von Farben, Formen, Licht, Dunkel und Jahreszeiten. Spontan, frisch und unmittelbar wirken die „Vorort“ entstandenen Arbeiten, Ölbilder, Radierungen und Farbholzschnitte von Thorsten Gebbert.

In der gleichnamigen, derzeitigen Ausstellung in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstraße 13 in Radebeul, nimmt er die Besucher mit seiner Malerei und Grafik mit auf eine mußevolle, zum Sehen und Innehalten einladende Bilderreise. Auf einer Staffelei steht eine Ansicht der Radebeuler Weinhänge mit lebhaft pastosem Farbauftrag, erdig krustig, in satten warmen Farben.

Da erscheint die Flusslandschaft mal schlammig, grau und träge, durch spiegelndes Himmelblau und das Weiß eines Dampfer aufgelockert und mal schlägt der Fluss hohe Wellen. Die „Alte Stadt“ wirkt entrückt in grau weißen Schattierungen in einem Holzschnitt von 2016. In mal zart pastellfarbenen, mal kräftig leuchtenden Farbtönen festgehalten, wandert der Blick umher und verweilt, taucht ein in diese impressionsreichen Bilderlandschaften von Thorsten Gebbert. Sie führen von einem „Schlosspark“ zu Fachwerkhäusern, vom Laufbegaster Ufer mit Booten an der Elbe zur Burgstrasse in Wehlen, zu den Kleinhennersdorfer Steinen über Schloss Hirschstein bis zum Eisenacher Markt. Seine Aquarelle und Ölbilder entstehen immer vor Ort.

Auffallend an diesen mit viel Farb- und Formlust auf die Leinwände gespachtelten Eindrücken von Natur und Sehenswürdigkeiten unterwegs sind auch die vielen Blick- und Perspektivwechsel, die ebenso überraschen wie anregen, nicht alles nur von vorn oder geradeaus, sondern auch das Dazwischen, Darüber und Darunter zu sehen. Die Galeristin Dorothee Kuhbandner kennt Thorsten Gebbert vom Grafikmarkt in Meißen, der dieses Jahr am 10. und 11. März wieder auf der Albrechtsburg stattfindet.

Er wurde 1960 in Dresden geboren, absolvierte eine Lehre als Gebrauchswerber und war bei Johannes Zepnik im Zeichenzirkel. In der Abendschule an der Dresdner Kunsthochschule gehörten u.a. Manfred Beyer und Fritz Panndorf zu seinen Lehrern. Er hat an der Fachschule für Werbung und Gestaltung in Berlin studiert und war bis 1990 als Gestaltungsleiter bei der HO tätig. Danach als freier Grafikdesigner. Seit 2002 hat sich Thorsten Gebbert  wieder verstärkt der Malerei und Grafik als freischaffender Künstler zugewandt.

Die Ausstellung ist noch bis 27. Mai zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Sa & So 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung

http://www.doro-malerei.de

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