Foto: Robert Jentzsch

Ein Feuerwerk der Lebensfreude

Die Musikkomödie „Azzurro“ feiert mit viel Herz, Humor und gefühlreichen Italo-Hits von Adriano Celentano bis Zucchero La Dolce Vita, pure südliche Lebenslust.

Der Winzer Adriano ist alles andere als ein Frauenheld. Er ist Junggeselle, stachlig wie eine Distel und macht den besten Wein im Dorf. Eine echte Herausforderung für Mama Felicita und die schöne Ornella, den Widerspenstigen für sich zu gewinnen. Mit viel Herz, Humor und heißen Hits entführt die Musikkomödie „Azzurro – Wie zähme ich einen Italiener?“ von Michael Kuhn ins Land von Pizza, Pasta und Amore. Die Premiere war am Sonntagabend im Boulevardtheater.

Vor beschaulicher südlicher Kulisse unter azurblauem Himmel geht es turbulent zu. Die Inszenierung von Olaf Becker spielt liebevoll ironisch mit Klischees über Italiener und die Liebe frei nach dem bekannten Kinospielfilm “Der gezähmte Widerspenstige“ mit Adriano Celentano und Ornella Muti. Der Eisverkäufer Dino de Angelo spielt Mandoline und Gitarre (Andreas Goldmann) und hat für jede Szene und Stimmung die passende Melodie parat. Zugleich verkörpert er gewitzt leibhaftig La Dolce Vita,  das pralle Leben. Die Musik ist zum Dahinschmelzen mit Italo-Hits von Adriano Celentano, Al Bano und Romina Power, Eros Ramazotti, Gipsy Kings, Maria Callas, Andrea Bocelli bis Gianna Nannini.

Das zündet sofort, versprüht reichlich südliche Leichtigkeit, Leidenschaft und gute Laune, die sich sogleich mitreißend aufs Publikum überträgt. Mama Felicita (Karina Schwarz) betrachtet alle als große Familie und hält forsch-temperamentvoll die Fäden zusammen. Sie zählt auf, was Bella Italia alles zu bieten hat, von gutem Essen, viel Lust auf Liebe bis zu Vino und Mafia, die sei ein echter Exportschlager… Ihren Sohn Fabrizio spielt ein waschechter Italiener (Joyello Sabatelli), mal mit Haarknoten und offener Mähne, der abwechselnd flirtet und streitet über die bessere Pizza und Pasta mit der kessen Gloria (Katharina Eirich), der Restaurantbesitzerin von nebenan. Der abweisende, sture Eigenbrötler Adriano (Andreas Köhler) weckt allen Ehrgeiz und weibliche Waffen von Mama Felicita, und sie steht der aufreizend-lebenslustigen Ornella (Dorothee Krüger) mit Rat und Tat zur Seite. Und sie werfen Münzen in den Brunnen, damit Glück und Liebe sprudeln.

Köstlich die dem Film nachempfundenen Szenen, wenn Adriano die Weintrauben im Fass stampft, befeuert von der Musik mit Hüftschwung und damit dem Wein eine besondere Fußnote verleiht. Wenn er Ornella in wilder Fahrt im Bett über die Bühne rollt, am verlassenen Kopfkissen ihren Duft schnuppert. Oder demonstrativ Holz hackt mit ganzer Manneskraft, während Ornella nicht mit ihren Reizen geizt.  Ob er überhaupt irgendeinen Menschen brauche?!, fragt ihn Ornella fast aufgebend. „Nein! Aber ich will dich!“, stellt Adriano klar. Frauen wollten doch einen Mann, der sie will und nicht braucht. Er sei keiner dieser modernen Männer, die Anerkennung bei Frauen suchen, abhängig sind. Zum Schluss sprudelt die Fontäne im Brunnen, feiern drei Paare Hochzeit. Reichlich Beifall für einen Theaterabend voller Lebensfreude, aus dem man fröhlich beschwingt mit aufkommenden Frühlingsgefühlen geht.

(lv)

http://www.boulevardtheater.de

 

 

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