Eine Frau steckt in einem weißen Lampenschirm-Rock. Nur der Kopf schaut raus. Verzückt schaut sie auf den herab prasselnden Popcorn-Regen, der sich von der Bühne bis in die Zuschauerreihen ergießt. Einen Moment später springt eine der beiden Tänzerinnen mit einem Hula-Reifen wild hin und her, die andere lässt ihren Reifrock kreisen.

Was verbindet Salsa, Popcorn, Hula und Walzer? Das ergründen Yamile Navarro und Jule Oeft von der Ju Wie Dance Company aus Dresden in ihrer assoziationsreichen Performance „Rumichaca Vol. 2“ aus Tanz- und Videobildern, in denen reale und traumhafte Bilder, Alltägliches, Vertrautes und Fremdes, aufeinander treffen. Inszeniert wie ein Werbespot bewegen sich die zwei Tänzerinnen in silbernen, geschlitzten Kleidern, die viel Beinfreiheit lassen, zwischen moderner Unterhaltungswelt mit Smartphones, Kopfhörern und Popcornbecher unterwegs und auf den geheimnisvollen Spuren einer fremden Kultur, angeregt von einer Recherchereise nach Kolumbien vor zwei Jahren. Sie bekamen viel Beifall vom vorwiegend jungen Publikum am Mittwoch abend beim diejährigen Scheune-Schaubuden-Sommer.

Mit viel Witz, Poesie und frechem Charme umgarnt das Clownspaar Kaspar & Gaya die Zuschauer und kommt sich dabei selbst immer wieder in die Quere. Sie gehören zu den Stammkünstlern des Schaubuden-Sommers, die man immer wieder gern sieht. Und wenn sie mal eine Weile nicht da waren, mit noch mehr Freude und Neugier.

Kaspar will wieder besonders glänzen, preist sich in lustiger Clownssprache und scheucht Madame Gaya umher, um das Publikum immer wieder aufs Neue zu überraschen. Sie bietet ihm ebenso gewitzt wie erfinderisch Paroli, mal verlegen kichernd, mal übermütig begleitet sie seine Eskapaden, agiert voll Power am Schlagzeug, o la la! Und zerlegt ganz in Spiellaune seine Posaune und klebt sie liebevoll wieder zusammen, während sich ihm dabei alles umdreht. Während sie laut und ausführlich über existenzielle Fragen, wie den Austausch miteinander, warum und weshalb nachdenkt, schleicht er von hinten mal wie Dracula mit Reißzähnen und als gehörnter Unhold um sie herum. Überaus komisch nehmen sie die Tücken des menschlichen Zusammenseins aufs Korn.

Als Gipfel  landet Kaspar eingeklemmt in einer Tonne, Gaya hält es für ein Spiel und zischt, er soll da rauskommen… Und schreit laut um Hilfe, nachdem alles Hin und Her rollen des in der Tonne Eingesperrten nichts nützt. Zusammen mit einem Kind, das mit anpackt, gelingt es Gaya schließlich Kaspar aus seiner Bedrängnis zu befreien. Und beide können doch noch gemeinsam strahlen.

Am Donnerstag abend sind Kaspar & Gaya noch einmal zu erleben beim Schaubuden-Sommer.

In einen wahren Klangrausch versetzen die vier Beatboxer von The Razzones aus Berlin die Zuschauer. So voll das Zelt, so toll die Stimmung! Man vergisst, dass man eigentlich keinen Techno und Partymusik mag. Das hier ist anders, voller Herzblut und Rythmus gesungen mit vollem Körpereinsatz. Unwiderstehlich. Nur mit dem Mund und Mikro mixen sie Musikstile querbeet von Klassik, Pop bis Rap, entführen heiße Sounds und Geräusche und Songs aus dem Großstadtdschungel ans Meer mit Möwenschreien und Wellenrauschen. Einfach grandios.

Text + Fotos (lv)

http://www.schaubudensommer.de


Im Popcorn-Rausch: Yamile Navarro und Jule Oeft von der Ju Wie Dance Company aus Dresden.


Strahlen und Streit in stretem Wechsel: das Clownspaar Kaspar & Gaya


Klangrausch mit den Beatboxern von „The Razzones“


Mit ihrem neuen Programm „Piepshow“ kommt Sängerin Anna Mateur & The Ringtones zum Scheune-Schaubuden-Sommer. Zu erleben von Freitag- bis Sonntag abend.

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