Bilder zum Träumen und Innehalten

Malerei vom Meer des Musikers Peter Koch ist zurzeit in der Galerie mit Weitblick zu sehen. Außerdem wird zu Märchen vorm Kamin eingeladen. Nächstes Jahr soll junge Kunst einziehen.

Eine Lichterpyramide mit Papierschiffchen aus Notenblättern dreht sich im Raum, passend zu den Bildern des Malers und Cellisten Peter Koch. Er zeigt vorwiegend Landschaften vom Meer, mit dem der 1960 in Greifswald geborene Künstler aufgewachsen ist, in der derzeitigen Ausstellung „Auf weiter Flur“ in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstraße 13 in Radebeul.

Der weite Horizont, karge und blühende Steilküste, Schiffe bei der Ausfahrt und Segler vor abendrotem Himmel. Es sind Sehnsuchtsbilder, die wärmen an grauen Tagen und die Besucher zum Innehalten im vorweihnachtlichen Trubel einladen. Peter Koch komponiert mit Farben, die er gern pastos strukturreich auf die Leinwand aufträgt in mal konkreten und abstrahierten Formen. Die Bilder wirken nah und entrückt zugleich und leuchten aus der Erinnerung auf. Die Ansichten von farbspiegelnden Booten im Hafen, teils mit Pastellkreide über die Ölfarbe gezeichnet und der schattenhafte „Schiffsfriedhof“ mit vor sich hindämmernden, ausgedienten Fischereikuttern. Neben den Ölbildern sind auch grafische Blätter von Peter Koch zu sehen, der seit 1985 als freischaffender Künstler in Dresden lebt.

Dies ist bereits die 16. Ausstellung in der kleinen Wochenendgalerie mit Atelier, welche die Künstlerin und Galeristin Dorothee Kuhbandner mit viel Hingabe und Idealismus betreibt. Im Oktober feierte sie mit den zumeist langjährigen Galeriebesuchern das sechsjährige Bestehen, die sie auch bestärkten dieses kulturelle Angebot und Kleinod weiter aufrechtzuerhalten. Es ist die einzige private Galerie in Radebeul. Die drei Ausstellungen in diesem Jahr mit expressiver Malerei von Thorsten Gebbert, Schwarz-Weiß-Fotografie von Hartmut Opitz und Skulpturen von Frank Schauseil belegen auch die künstlerische Vielseitigkeit.

„Die Galerieräume können auch für Veranstaltungen gemietet werden, um sie noch mehr zu beleben“, sagt Dorothee Kuhbandner. Sie hat den Fußboden im Eingangsbereich erneuert. Stattfinden könnten Vorträge ebenso wie literarisch-musikalische Programme. Für das kommende Jahr sind hier bereits zwei Ausstellungen geplant. Anfang April wird Katharina Probst, die Bühnenbild an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste studierte, Porträts und Landschaften zeigen. Außerdem soll junge Kunst mit den Arbeiten von Kunststudenten in die Galerie mit Weitblick einziehen. Auch um neues Publikum anzulocken.

„Es kommen bisher vor allem Spaziergänger, aber leider weniger Kunstsammler. Vielleicht haben manche noch Schwellenangst oder liegt es am etwas nostalgischen Flair“, überlegt Dorothee Kuhbandner. Die Galerie finanziert sie aus den Verkäufen ihrer eigenen Arbeiten. Ausstellungen mit ihren Bildern sind derzeit außerdem im Pädagogischen Institut in Moritzburg und im Schloss Hoyerswerda zu sehen. In der Vorweihnachtszeit lädt sie klein und groß ein zum „Märchen lesen vorm Kamin“ aus mitgebrachten Büchern, mit Lichteln, Plätzchen und Glühwein am 15.12. und 22.12., ab 16.30 bís 18 Uhr.

Geschenkideen gibt es hier natürlich auch viele wie originelle Stempel zum Bedrucken oder bemalte und beschriebene Tassen der Künstlerin. „Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe“, lautet ein Lieblingsspruch von Dorothee Kuhbandner. Die Ausstellung „Auf weiter Flur“ ist noch bis 31. März 2019 zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Sa und Sa von 14 bis 18 Uhr.

 

 

 

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