Nussig, saftig, stattlich. Kein Wunder, dass alle scharf auf die neue Wundergurke von Ökobauer Hammel sind! Foto: Robert Jentzsch

Witzig-lustvoller Ausflug ins pralle Landleben: Viel Beifall gab es für Darsteller und Regisseur Jürgen Mai nach der Premiere von „Herr Landwirt, Ihre Gurke wächst!“ am Sonntagabend im Boulevardtheater Dresden.

Lust auf Natur pur

Mitten ins pralle Leben auf einem Ökobauernhof samt Freuden und Tücken entführt unverblümt offenherzig das Stück „Herr Landwirt, Ihre Gurke wächst!“ Die nunmehr vierte frivole Komödie im Boulevardtheater Dresden, die schon Kultstatus genießt.

Der Bauer Oskar Hammel hat einiges zu bieten. Frische Landluft, die größten Eier und er ist ein gefragter Besamungsspezialist. Doch seine Einnahmen reichen nicht mehr, um den Hof zu halten. So setzt er ganz auf die Liebe des Menschen zur Natur und eröffnet einen Ökobauernhof mit Pension. Außerdem züchtet er seit Jahren an einer neuen Wundergurke. Das führt zu reichlich Turbulenzen und Begehrlichkeiten im Stück “Herr Landwirt, Ihre Gurke wächst!“ von Bella Wolkmann. Es ist bereits die vierte frivole Komödie im Boulevardtheater Dresden (insgesamt sahen die vier Inszenierungen schon ca. 100 000 Zuschauer laut Boulevardtheater-Geschäftsführer Marten Ernst). Jugendliche ab 16 Jahren dürfen wegen der freizügigen Aufführungen nur in Begleitung ihrer Eltern kommen.

Es geht auch wieder ungeniert und deftig-komisch zur Sache, voll witzig-anzüglicher Dialoge und pikanter Situationen inklusive nackter Tatsachen auf diesem Ausflug ins ländliche Millieu in der Regie von Jürgen Mai. Ein flugs aufgehängtes Plakat wirbt für Urlaub auf dem Ökohof, mit Schlachtfesten, Selbstmelken und Schaugeburten, während drei Spielzeuggänse auf Rädern vorbei rollen. Überall stehen kleine Pflanztöpfe mit Setzlingen für die Wundergurken. Eine Ziege meckert und die Kühe wollen gemolken werden. Hammels Frau Adele (Julia Alsheimer) hat genug vom so gar nicht romantischen Landleben. Ihr Mann hat mehr Zeit für die Tiere und Gäste als für sie, daher verlässt sie ihn, schnappt sich noch einen frisch geräucherten Schinken und zieht in die Stadt.

Kaum ist sie fort, kommt der nächste Gast. Chloé, eine sexy Blondine und Krankenschwester mit französischem Akzent (Mandy Partzsch), die von der „Sinfonie für die Nase“ schwärmt und das Vieh beim Vögeln, pardon, die Vögel beim Fliegen beobachten will. Sie spielt auch die fesche Magd Jirschina im Dirndlkleid, die ab und zu Eier bei Bauer Hammel (naiv-direkt: Andreas Köhler) abholt und ihn umgarnt. Für Trubel sorgen außerdem seine quirlige Tochter Cheyenne (Julia Alsheimer), die Melkerin und guter Hoffnung ist und ihr leidenschaftlicher Freund Öztürk (Manuel Krstanovic), Ziegenflüsterer und Tierfutterverkoster. Der versehentlich in der Türklappe stecken bleibt, unfreiwillig mit dem Hofhund in Berührung kommt und hinterher an sensiblen Körperstellen von Chloé liebevoll verarztet wird.

Nicht ungeschoren davon kommt ein gieriger Bodenspekulant, Mr. Aalglatt
(Andreas Reuther), der außerdem als sensationslüsterner TV-Reporter das wahre Landleben erlebt. Mit von der Partie ist natürlich wieder die hochbetagte, fidele und schnarrend komische Hobbyarchäologin Frau Leutheuser-Schnarrenthal (Ulrike Mai), die nicht nur auf Biokost umstellen will, sondern auch einem Geheimnis auf der Spur ist, einem auf dem Gehöft vergrabenen „Verjüngungs-Elixier“. Es tut auch Wunder bei der Riesengurke, die nussig, prall und saftig, stimulierend wirkt, eine Art Viagra, aber Bio! Da staunt selbst die Kuh mit Blumenkranz gekrönt in der Tür, die Öztürk überschwänglich küsst und liebesverrückt umher springt im weißem Lendenschurz. Das Publikum amüsierte sich großartig. Reichlich Beifall für diese Lust auf Natur pur machende Inszenierung. Nach den Theaterferien ab August wird das Stück wieder im Boulevardtheater gespielt.

Text + Foto (1) (lv)

http://www.boulevardtheater.de

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