Immer wieder neu und überraschend: Mit jeder Ausstellung verändern sich die Räume im Restaurant „Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais Dresden. Im Bild (li.n.re.): das Künstlerpaar Dipa Doreen Wolff und Thomas Reichstein und Gerd Kastenmeier.

Jackson Pollock meets Herrmann Glöckner

Heißt ein Bildtitel von Dipa Doreen Wolff, der ihre Malweise charakterisiert. Farben und Formen fließen mal ruhig-harmonisch, mal lebhaft, kreiselnd, still versunken und kraftvoll in ihren Bildern. Sie träumt sich in die Welt der Farben, das Wasser gibt die Richtung an, sagt sie über ihre neuen Arbeiten.  Sie gibt sich hin, dem über das Papier und die Leinwände rinnenden Farbverlauf, spürt ihm nach und zieht ihre eigenen Kreise, Linien und Schlüsse daraus. In der Form oft an Pflanzen, Aufblühendes, sich Entfaltendes, Wellenkreise, Zellkerne erinnernd. Als Sinnbilder für eigenes Sein, für die Fülle an Sichtweisen und Ausdrucksmöglichkeiten, die sich ergeben, wenn man offen dafür ist.

„Ich setze den ersten Farbpunkt, meist in der Mitte des Bildes. Formen nehmen Gestalt an, Farben korresspondieren, das Leben auf dem Gemälde beginn zu fließen. Eigenwillig. Natürlich. Im Fluss. Und ich. Ich schaue, was passiert“, sagt Doreen Wolff über ihr Herangehen. Dem entsprechend auch der Ausstellungstitel: „Der Weg ist das Ziel“ der gezeigten Arbeiten im Restaurant „Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais Dresden. „Mal folgt das Wasser einer geraden Linie, mal einer Zickzacklinie, mal stagniert es… genau wie im Leben. Dabei ist jeder Weg der Richtige, der gerade ebenso wie der verschlungene. Was manchmal wie ein Umweg aussieht, erhöht lediglich die Spannung, führt möglicherweise schneller oder leichter zum Ziel – wenn wir ein Ziel haben.“ Ob unser Leben nun einer Bestimmung folgt oder die Zielrichtung in jedem Augenblick unseres Daseins neu bestimmt werden kann, muss jeder für sich entscheiden, ergänzt sie.

Wasser unterliegt keinen Vorgaben, es fließt und erklärt alles, was ihm begegnet zum Teil des Weges und damit als Chance, uns selbst zu entwickeln, so ihre Beobachtung. So sucht sich auch der Farbstrom seine Chancen und Wege in den Bildern von Doreen Wolff. Das Wasser ist aber auch launisch und unberechenbar, wie das Glück im Leben. Die Arbeiten von Doreen Wolff beschreiben die Bewegung, in der wir uns alle, jeder auf seine Weise, befinden im Fluss des Lebens.

Mal zart, schemenhaft angedeutet, mal in leuchtend farbigen Linienschwüngen weitet diese meditative Malerei von Doreen Wolff den Blick auf das Draußen, lädt den Betrachter ein zum Träumen und Innehalten und öffnet manch verborgene, innere Tür.

Zu sehen sind die Bilder zusammen mit Plastiken von Doreen Wolff und vielgestaltigen, teils mythologischen Frauenfiguren ihres Lebensgefährten Thomas Reichstein in ihrer Ausstellung „Der Weg ist das Ziel“ im Restaurant „Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais Dresden. Die Ausstellung ist noch bis 17. Oktober zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Mehr Infos unter http://www.kastenmeiers.de und http://www.thomas-reichstein.de


„Schlüssel zum Glück“, verlockender Bildtitel.

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